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Hardwaretest: Loewe One 40 – der lange Weg zum Gaming-Bildschirm

loewe_one40_konsolenfan_teaser02_220x140Luxus TV und Spielkonsolen – passt das? In den Köpfen ganz vieler Menschen steht die Marke Loewe noch heute für edles Design und modernste Technik im gehobenen Preissegment. Dabei war das Unternehmen in den letzten Jahren schwer gebeutelt. Nachdem die Brüder David Ludwig und Siegmund Loewe im Jahr 1923 mit der Produktion von Elektronenröhren, Lautsprechern und Widerständen begannen, wandten sie sich bald der Fertigung von Radios und kurz darauf auch von Fernsehgeräten zu. Auf IFA 1931 präsentierte Manfred von Ardenne auf dem Loewe Stand den ersten Fernseher.

Zwischen damals und heute liegen bewegte Zeiten, die mit der Krise im Jahr 2013 fast ein trauriges Ende gefunden hätten. Doch wurden starke Investoren gefunden und eine strategische Partnerschaft mit Hisense eingegangen. Wer jetzt allerdings glaubt, dass Loewe nun ebenfalls in Asien produzieren lässt, muss sich eines Besseren belehren lassen. Denn noch heute – und damit als einziges Unternehmen – werden alle TV komplett in Deutschland gefertigt. Ein ausgeklügeltes Kontrollsystem sorgt dabei für eine immens hohe Qualität vom ersten Fertigungsschritt bis zur Endabnahme, bevor ein TV überhaupt in den Handel gelangt.

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Loewe kann also TV. Die Frage, die man sich aber dort in der letzten Zeit stellte war, ob Loewe Bildschirme auch Gaming können? Nach einem spannenden und lehrreichen Tag in Kronach mit vielen interessanten Gesprächen steht jetzt hier der Loewe One 40. Und er soll zeigen, ob Loewe und Videospiele zusammen passen? Denn das waren die einzigen Vorgaben für diesen Beitrag: Kein TV Test, sondern der Anschluss von Spielkonsolen. Wie machen sich Xbox One, Playstation 4, Wii U, aber auch SNES, Mega Drive oder sogar noch ältere Konsolen am Loewe One 40?

Der Packungsinhalt präsentiert sich schon beim Öffnen des minimalistisch beschrifteten Kartons sehr sortiert. Da klappert nichts durch die Kiste, alles ist ordentlich verpackt. Beigelegt sind die mehrsprachige Anleitung, die hochwertige Fernbedienung aus gebürstetem Aluminium, Schrauben und Inbusschlüssel für den Aufbau des Standfußes, Antennenkabel, Netzkabel und sogar ein Klett-Kabelbinder. Das ist eigentlich alles, um sofort loslegen zu können. Allerdings wäre ein zusätzliches HDMI-Kabel wünschenswert, wenn man denn den Ton gleich über ein bestehendes Soundsystem ausgeben möchte – zumal der HDMI 1 des Loewe One 40 ARC-fähig ist. Retro-Gamer vermissen ebenfalls einen Scart-Adapter. Denn der Anschluss alter Spielkonsolen ist ohne diesen Adapter nicht möglich. Leider passen bereits vorhandene Adapter nicht. Hier präsentiert offenbar jeder Hersteller seinen eigenen Anschluss und sein eigenes Produkt.

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Der Standfuss ist aus massiven Aluminium gefertigt und macht schon beim Zusammenbau einen stabilen und vor allem eleganten Eindruck. Loewe selbst empfiehlt beim Aufbau, den TV stehend zu montieren, ich persönlich mache so etwas aber lieber im Liegen. Allerdings muss man bei Loewe Geräten darauf achten, das sogenannte Loewe-Auge dabei nicht zu beschädigen, da dies am unteren Rand des Rahmens leicht übersteht. Die Montage des Fußes selbst und die Befestigung am Bildschirm erfolgen mit jeweils vier Schrauben. Danach steht der TV sicher und ohne zu wackeln. Das eingebaute Gelenk – bei Loewe Rotation Unit genannt – sorgt dafür, dass der TV bis zu 20 Grad schwenkbar ist.

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Technisch bietet der Loewe One 40 drei HDMI-Eingänge, bei denen der erste auch ARC beherrscht. ARC steht für Audio-Return-Channel und sorgt für die Soundübergabe in beide Richtungen. Sound kann also vom TV auch an ein externes Boxensystem abgegeben werden. Wer lieber gleich richtig zuschlägt und auch ein Loewe-eigenes Soundsystem verwendet, findet dafür einen digitalen Eingang vor. Ungewöhnlich dabei ist, dass es keinen gesonderten Center-Speaker gibt, sondern dass der TV-Lautsprecher diese Rolle übernimmt. Das schafft Platz im Phono-Regal. Weiterhin stehen ein Netzwerkanschluss, Scart über Adapter, ein USB-, sowie ein USB 3.0 Anschluss, ein SPDIF- und ein Audio-Ausgang zur Verfügung. Einen optischen Ausgang gibt es nicht. Wer den Loewe One 40 als reinen Gaming-Bildschirm betreibt, bekommt damit alle drei aktuellen Konsolen auch angeschlossen.

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In der Frontansicht präsentiert sich der Loewe One 40 dann in seiner wohltuend schlichten Eleganz mit mattem und damit weitestgehend blendfreien Bildschirm, der in der Seitenansicht ganz leicht nach hinten geneigt ist. Unauffällig, aber damit als kleines Design-Highlight doch wieder auffällig, ist dabei das kleine Loewe Kunststoff-Logo, welches gesondert am Rahmen befestigt ist. Dieser ist aus edlem schwarzen Aluminium gefertigt und wird einzig vom so markanten Loewe Auge unterbrochen. Spätestens jetzt weiß man, warum Loewe zurecht noch immer den Ruf von dezentem Luxus genießt.

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Die Inbetriebnahme des Loewe One 40 ist Dank des wunderbar schlichten On-Screen-Menüs eine Sache weniger Minuten. Da der Bildschirm hier nur in Verbindung mit Videospiel-Konsolen getestet werden soll, entscheiden wir uns für den Menü-Punkt Monitor. Somit entfällt der Sendersuchlauf. Diese Funktion wird auch genutzt, wenn man einen externen Decoder für TV verwendet. Ein zusätzliches Soundsystem wird ebenfalls nicht eingerichtet, denn wir wollen ja hören, was die internen Boxen zu leisten in der Lage sind. Was wir aber nachträglich bei der Bildwiedergabe einstellen, ist der Spiele-Modus. Leider etwas versteckt im Untermenü Anschlüsse – und nicht wie vielleicht erwartet unter etwaigen Bildeinstellungen – lässt sich dieser Modus für jeden einzelnen Eingang aktivieren.

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Videospiele haben gegenüber Filmen und dem Fernsehprogramm im Allgemeinen einen entscheidenden Vorteil: Sie dürfen maßlos überzogen sein. Bestes Beispiel dafür ist immer noch Rayman Legends. Ein solches Spiel ist nicht an Konventionen gebunden. Jede Farbe, jede Note, jede noch so überzeichnete Action-Szene entspringt der Fantasie der Programmierer, wenn sie denn mal so dürfen, wie sie möchten. Ein Spiel muss nicht real sein. Es soll Spieler im Rahmen seines Genres in andere Welten mitnehmen. Ein Shooter wie DOOM soll düster und bedrohlich sein, Jump`n`Runs im Stile von Mario, Sonic oder Lego dürfen machen, was sie möchten, ein Rennspiel wie Forza Motorsport muss dagegen so nah wie möglich an der Realität sein. Gerade diese enorme Vielfalt stellt immens hohe Ansprüche an einen TV, der für Videospiele genutzt werden soll.

Um dem Fazit schon jetzt vorweg zu greifen: Der Loewe One 40 kann aktuelle Spiele und Konsolen. Und das in einer Qualität, die beeindruckt. Wer bei The Rise of the Tomb Raider nur durch das Spiel hastet, verpasst viele der eher unauffälligen grafischen Finessen, in die die Programmierer viel Zeit und Mühe investiert haben. Damit sind aber nicht nur die detaillierten Texturen von Holz oder Fels gemeint. Es sind die immer wieder auftauchenden Wasserfälle und Bäche mit ihren kleinsten Tröpfchen, die eben fließendes Wasser fast real werden lassen. Es ist der lautlos wabernde, durchscheinende Nebel, der aus einem See aufsteigt und so für eine selten erlebte Atmosphäre sorgt. Gerade Tomb Raider lädt bei aller Action immer wieder dazu ein, kurz im Spiel zu verweilen, sich umzuschauen und zu genießen.

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Ein Rennspiel wie Forza Motorsport 6 ist eigentlich schon naturgemäß nicht dafür geeignet, auf grafische Feinheiten zu achten. Niemand fährt rechts ran, um Texturen, Grasflächen oder Asphalt zu betrachten. Man ist auf die Piste und das Geschehen rund um das eigene Fahrzeug fixiert. Was die Programmierer aber tatsächlich an Liebe zum Detail in das Spiel gesteckt haben, offenbart erst der Fotomodus. Bei Sonnenschein beeindrucken die Lens Flare Effekte, die für blendende Reflektionen  auf dem Bildschirm sorgen. Regenrennen mit zahllosen Tropfen auf der Windschutzscheibe und aktivierten Wischern sorgen aus der Cockpit Perspektive schon aufgrund schlechter Sicht für Adrenalin. Und ein Nachtrennen in Le Mans mit mehr als 250 km/h auf der Gegengeraden Richtung erste Schikane, bei dem der Loewe One 40 schwarz tatsächlich als schwarz bis in die äußerste Ecke des Bildschirms darstellt, hat aufgrund der geringen Ausleuchtung der Scheinwerfer auf der Strecke seinen ganz eigenen Reiz. Im schlimmsten Fall zerlegt man zwar nur einen digitalisierten Lamborghini, weh tut es trotzdem.

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Einer der größten Nintendo Erfolge der letzten Jahre ist Splatoon. Nun steht Nintendo schon immer für familiengerechten und kunterbunten Spielspaß, aber dieses Spiel toppt alles, was bisher an Farbenvielfalt über den Monitor flimmerte. Bei Splatoon ist Farbe Programm und es würde jedem Maler die fristlose Kündigung einbringen, wenn er so verschwenderisch damit umginge. Denn der Sinn des Spiels ist: Verspritze oder verkleckere mehr Farbe als dein Gegner, um das Spiel zu gewinnen. Auch wenn die grafischen Anforderungen und der Detailreichtum bei Splatoon eher gering ausfallen, so ist es einfach die rasante Action und die grelle Farbenpracht, die der One 40 mühelos auf den Monitor zaubert.

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Hat man mal keine Lust zum Spielen, schaut man eben anderen dabei zu. Mit Twitch auf der Xbox One kann man so gut wie jedes Spiel verfolgen. Dieses Programm stellt damit inzwischen für die Spieler eine echte Hilfe zur Kaufentscheidung dar. Man schaut zu und entscheidet, ob einem das Spiel gefällt oder eben nicht. Und trotz aller Beteuerungen, Spielspaß sei ja so viel wichtiger als Grafik, ist es doch letztendlich genau diese, die zuerst den Ausschlag für den Kauf eines Titels ausmacht. Wir haben uns daher No Man`s Sky angeschaut und uns trotz der imposanten Grafik dagegen entschieden. Es passiert auf Dauer einfach viel zu wenig. Aber auch das kann man mit dem One 40 – einfach nur sitzen und stundenlang zuschauen.

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Der Loewe One 40 imponiert also mit einem überragenden Bild in jeder Situation bei den aktuellen Konsolen, die über HDMI angeschlossen werden. Erstaunen löste in Kronach jedoch die Frage nach den Retro-Konsolen aus. Dabei sind alte Spiele aktuell wie nie. Auch wenn Nintendo im November das Nintendo Classic Mini veröffentlicht und das Gerät nach Ankündigung bereits nach drei Tagen nicht mehr vorzubestellen war, so schließen doch zahlreiche Spieler noch immer gerne ihr SNES, Mega Drive oder andere Meilensteine der Videospielgeschichte an. Original ist eben für viele doch besser als emuliert oder neu aufgelegt – zumal zahlreiche alte Titel als Neuauflage oder Emulation überhaupt nicht angeboten werden. Oder spielt noch jemand Unirally außer auf dem SNES?

Das Problem alter Konsolen ist neben dem Bildformat von 4:3 auch eine geringere Auflösung. Während die aktuellen Grafik-Monster mit 1920 x 1080 Pixeln arbeiten und jede Bildzeile mindestens 60x pro Sekunde neu aufgebaut wird (1080p), arbeitet ein PAL-SNES mit 288 Zeilen und 50 Einzelbildern. Und mit diesen Werten kommen moderne und hochgezüchtete Bildschirme einfach nicht mehr klar, ohne das Bild im besten Fall komplett verpixelt darzustellen. Wir versuchen es trotzdem.

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Etliche Super NES-Spielstunden später. Endlich vorbei die Zeiten, in denen man für seine alten Konsolen einen ebenso alten Röhrenfernseher bereit hielt. Der Loewe One 40 kann nicht nur aktuell, er kann auch alt. Egal ob Mario oder Parodius, egal welcher Titel auch gespielt wurde, das Bild macht stets das Beste aus dem Signal. Selbstverständlich sind 288 Zeilen keine 1080 und eine alte 16Bit-Grafik bleibt eine alte 16Bit-Grafik und wird selbst hier kein HD, aber das, was der One 40 abliefert, ist eine wahre Freude für jeden Besitzer alter Konsolen. Besser kann man das Bild kaum wiedergeben.

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Aber es geht ja noch älter. Bei Videospielen war Scart gegenüber dem Antennen-Anschluss schon ein gewaltiger Fortschritt, aber zahlreiche noch ältere Konsolen sind noch auf den Antennenanschluss angewiesen. Deswegen haben wir uns das Sega Master System und das Atari VCS geschnappt und starten den ultimativen Retro-Versuch. Wir hatten den One 40 ja bloß als Monitor konfiguriert, mit Antenne müssen wir zurück auf Los und den Sendersuchlauf starten, bis der Bildschirm das Signal findet.

Sollte wider Erwarten noch ein Restzweifel als Gaming-Monitor am Loewe One 40 bestanden haben, dann ist auch dieser jetzt vom Tisch. Ja, es sind steinalte Konsolen, die wirklich nur noch von Liebhabern gepflegt und gespielt werden und die Grafik mit Midi-Pieps-Sound ist wirklich Schnee von vorgestern, aber dennoch: Egal welche technischen Tricks hinter der Monitorscheibe ablaufen, um selbst einem längst vergessenen 8-Bit-Sonic neues Leben einzuhauchen, sie funktionieren. Selbst Wonder Boy in Monster Land als einer der besten Master-System Titel macht am One 40 wieder so viel Spaß wie 1988 am damals sündhaft teuren Röhren-TV. Auch längst vergessene Atari-Titel mit 16 Farben werden flackerfrei dargestellt. Egal welche Emulation auf dem PC läuft – Space Invaders, Missile Command oder Centipede sind nur auf dem Atari und an einem TV original.

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Gerade bei modernen Konsolen spielt der Sound eine gewichtige Rolle. Das integrierte Dolby Digital Soundsystem des One 40 mit 2-Wege-Bassreflex System sowie 40 Watt Musikgesamtleistung sorgt für guten Klang. Auch wenn die Boxen nach hinten ausgerichtet sind, kommt dennoch alles in ausgezeichneter Qualität beim Hörer an – egal ob Dialoge oder orchestraler Klang bei Action-Szenen, stets passt der Stereo-Sound zum überragenden Bild.

Ach ja – Fernsehen und Blu-ray schauen kann man mit dem Loewe One 40 übrigens auch.

Fazit:

Es war schon immer etwas Besonderes, einen Loewe TV zu besitzen. Der Slogan Made in Germany erlangt hier seine ursprüngliche Aussagekraft zurück und ist somit in Sachen TV ein Loewe-Alleinstellungsmerkmal. Selbst nach der Neuorientierung und -ausrichtung hat man nichts von seinem Flair in Sachen Luxus eingebüßt. Im Gegenteil!

Auch wenn es sich um einen TV handelt, war die Frage in Kronach, ob man mit dem One 40 auch Videospieler wird erreichen können? Ist dieser Bildschirm in der Lage, Spieler zu begeistern? Nach diesem Test kann man diese Frage ruhigen Gewissens mit Ja beantworten.

Spiele sind Kunstwerke und inzwischen auch Teil der Kultur, die nicht nur gezockt, sondern auch entsprechend gewürdigt werden wollen. Das schafft der Loewe One 40 nicht nur mit den aktuellen Games auf Xbox One, Playstation 4 oder Wii U, sondern auch mit alten Konsolen aller Generationen.

Wer auf dem Loewe One 40 spielt, hat den Neidfaktor auf seiner Seite.

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Link zur Herstellerseite: Loewe One 40

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