Hardwaretest: Yamaha WXAD-10 – MusicCast Black Box

Dass Yamahas MusicCast das wohl umfangreichste Multiroom System ist, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Musik von jeder Quelle an jedes Gerät an jeden Ort ist nicht nur ein Slogan eines klugen Werbetexters, es ist Programm. Nicht nur Yamaha eigene Geräte werden ins MusicCast Netzwerk eingebunden, sondern ein jedes Gerät eines jeden Herstellers, welches über Bluetooth verfügt. So weit, so bekannt. Außen vor blieb aber bisher alles, was eben nicht über diese Funktionalität verfügte.

Bisher! Denn nun  bringt Yamaha einen Zauberkasten auf den Markt, der auch diese Lücke schließt. Der WXAD-10 macht jede noch so alte Anlage zu einem Teil des MusicCast Netzwerks. So wurde auf dem Yamaha Event in Hamburg ein 30 Jahre altes Schneider-System mit integrierten Plattenspieler und Kassettendeck zu einer MusicCast Anlage. Der eigenen Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, einzige Voraussetzung am Gerät ist ein analoger Audio-Eingang.

Kann man sich vom alten Ghetto-Blaster ebenso wenig  trennen, wie vom noch voll funktionsfähigen Receiver, dann ist der WXAD-10 die Lösung. War bisher das Streamen von Musik auf die eigene Anlage nicht möglich, so muss man jetzt nicht mehr neidisch auf die anderen schielen. Mit wenigen Handgriffen wird selbst ein in die Jahre gekommener Verstärker ohne jegliche moderne technische Spielerei zu einem Multiroom fähigen Gerät, das aktuelle Musik über Napster, Spotify, Juke, Qobuz, Airplay oder dem eigenen Netzwerk spielt.

Damit alles funktioniert, ist der WXAD-10 Hi-Res-kompatibel und unterstützt neben WAV, FLAC und AIFF mit 192 kHz / 24 bit auch ALAC mit 96 kHz / 24 bit. Und selbstverständlich wird auch Bluetooth zum Senden und Empfangen geboten. Die kleine Kiste ist damit technisch voll auf der Höhe der Zeit. Damit man sofort loslegen kann, befinden sich in der Packung neben dem WXAD-10 auch gleich jeweils ein Cinch- und Miniklinken-Kabel, sowie ein USB-Ladegerät. Man muss also nicht erst nach Kabeln im eigenen Fundus suchen, um loslegen zu können.

Zum Test haben wir einen alten JVC RX-212 angeschlossen und simulieren damit einfach das, was vielen älteren Geräten blüht, nachdem sie ausgedient haben – ein Leben im Kinderzimmer oder Partykeller. Aber mit dem WXAD-10 verlängert sich dieses absehbare Leben nun zumindest auf die Lebensdauer von MusicCast.

Der Anschluss und die Installation sind herrlich simpel. Wer sie noch nicht hat, installiert sich die MusicCast App auf dem Handy oder Tablet. Einfach in der App ein neues Gerät hinzufügen und auf der Black Box den Connect-Knopf drücken. Sekunden später steht die Verbindung und ein eigentlich MusicCast untauglicher und niemals dafür vorgesehener Receiver ist wie von Zauberhand Mitglied des Netzwerkes.

In der App lassen sich nun die verschiedensten Geräte miteinander verlinken und bilden so ein großes miteinander vernetztes Musik-Netzwerk für die gesamte Wohnung, wobei natürlich auch jede Komponente für sich allein funktioniert. Endlich wird aus der alten Anlage ein Streaming- und Bluetooth fähiges Gerät, ohne dass man das entsorgen müsste, weil man auf seinen Streaming Dienst wie Spotify oder Apple Music nicht mehr verzichten mag – vom Handy auf die Anlage.

Zusätzlich hat Yamaha in der MusicCast App nach einem Update eine neue Funktion implementiert. Denn statt jedes Mal Geräte miteinander zu verbinden und wieder voneinander zu lösen, stehen nun vier verschiedene Szenarien zur Verfügung. Hier richtet man sich verschiedene MusicCast Szenen ein, die auf einen einzigen Knopfdruck alle in der Szene vereinten Geräte zuschalten. So kann jedes Familienmitglied die Geräte nutzen, die relevant sind.

Fazit:

Der WXAD-10 schließt die Lücke zwischen alt und neu. Längst vergessene, ehemals geliebte Hifi-Geräte und Anlagen werden reanimiert und bekommen die Chance auf ein zweites Leben. Vorbei die Zeiten, in denen man nach Jahren im Keller seinen ausrangierten Receiver oder Ghetto-Blaster fand und diesen nun doch auf dem Elektroschrott entsorgte.

Der kleine Kasten hat etwas Magisches. Denn statt viel Geld in neue Hardware zu investieren, ist man mit überschaubaren 149,-€ dabei, seinem nicht mehr ganz aktuellen Heimkinosystem doch noch eine Chance zu geben. Aber warum auch nicht? Mit dem WXAD-10 ist Multiroom und MusicCast so einfach und gleichzeitig auch der preiswerte Einstieg für diejenigen, die sich bisher an dieses Thema nicht herangetraut haben.

 

Link zur Herstellerseite: Yamaha WXAD-10

Wie MusicCast installiert wird und dann funktioniert, könnt ihr in unseren Berichten dazu nachlesen:

MusicCast Chorus
MusicCast mit dem RX-S601 und der ISX-80

weitere Hardwaretests:

 

 

 

 

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