Hardwaretest: Loewe One 55 – gut gebrüllt Löwe

Im August durften wir uns ja schon mit dem kleinen Bruder des Loewe One 55 – dem Loewe One 40 als Gaming Monitor beschäftigen. Nun steht hier die größere Ausführung und soll beweisen, dass Loewe Bildschirme nicht nur bei Videospielen einen großartigen Job machen, sondern auch bei dem, wofür sie eigentlich produziert werden – nämlich dem Benutzer ein hervorragendes Erlebnis bei TV, Blu-ray und Ultra-HD zu bescheren.

Der Besuch des Loewe Firmengeländes in Kronach und die Besichtigung des dortigen Showrooms war schon ein Highlight. Daher waren wir umso mehr auf den IFA Auftritt gespannt. Ein kleiner, aber sehr feiner Messestand, mit zahlreichen interessierten Besuchern zeigte, dass der Markenname Loewe noch immer einen hervorragenden Ruf genießt. Umso wichtiger also, diesem Ruf nun auch Taten in Form von hervorragender Technik folgen zu lassen.

Im riesigen Karton verbirgt sich neben dem Bildschirm und dem so schönen Standfuss aus Aluminium ein einziger Karton, der alles Wesentliche für Aufbau und Inbetriebnahme beinhaltet – verschiedene Schrauben inklusive der dazu passenden Inbusschlüssel, ein Netzwerkkabel für den Anschluss ans heimische Netzwerk, obwohl der Loewe One 55 natürlich auch WLAN beherrscht, Antennenkabel, eine übersichtliche Aufbauanleitung und die edle Fernbedienung, ebenfalls aus Aluminium.

Wie bei einem Gerät dieser Größe üblich, sollte der Aufbau wirklich mit zwei Personen geschehen, denn der Bildschirm allein bringt schon ein ordentliches Gewicht mit sich. Die Anleitung empfiehlt die Montage insoweit, als dass der TV in den Standfuss gehoben bzw. gestellt und dann verschraubt wird. Wir gehen davon aus, dass die Loewe-Designer genau wissen, was sie tun, dennoch montieren wir einen TV lieber im Liegen auf einem Tisch. Der Aufbau selbst ist in kurzer Zeit durchgeführt. Allerdings muss bei der Montage im Liegen darauf geachtet werden, das Loewe-Auge nicht zu beschädigen, weil dieses am Rahmen übersteht.

Ein weiteres durchdachtes Detail ist ein kleines Raster für die Schrauben im Standfuss, um so den Bildschirm wirklich waagerecht zum Blickfeld justieren und verschrauben zu können. Ist die Stellfläche nämlich nicht vollständig eben, lässt sich so der Bildschirm ausrichten, ohne Papier oder ähnliches unter den Standfuss legen zu müssen. Das von Loewe Rotation Unit genannte Gelenk im Standfuss ermöglicht außerdem einen Winkel von +/- 20 Grad zum Schwenken des Bildschirms.

Steht der Loewe One 55 erst einmal an seinem Platz, kann der Anschluss externer Geräte beginnen. Und das dürfen dann gerne ein paar mehr sein. Standard ist heute der HDMI-Eingang, von denen der One 55 über deren vier verfügt. HDMI 1 ist zusätzlich ARC-fähig (ARC = Audio Return Channel), das heißt, Ton wird nicht nur vom Bildschirm wiedergegeben, sondern kann auch vom TV über ein externes Soundsystem ausgegeben werden. Alternativ kann der SPDIF-Ausgang verwendet werden. Dazu kommen gleich drei USB-Anschlüsse – davon einer USB 3.0 fähig – für den Anschluss einer externen Festplatte, um so Videoaufnahmen speichern zu können oder um ein Update über einen USB-Stick einspielen zu können. Selbstverständlich steht auch eine Kopfhörerbuchse zur Verfügung, die aber auch PC-Boxen mit dem entsprechenden Anschluss ansteuert, sowie klassisches Scart über einen optionalen Adapter.

Da der Loewe One 55 über zwei Triple-Tuner für verfügt, steht ihm damit PIP (Picture in Picture = Bild in Bild) zur Verfügung. Zu diesem Zweck gibt es neben dem klassischen Antennen-Eingang auch gleich zwei Anschlüsse für Satelliten-Anlagen und zwei CI+-Slots, die mit Modulen für Smartcards zum Beispiel von Kabel Deutschland oder SKY bestückt werden können. Bei PIP sind die Möglichkeiten zur gleichzeitigen Darstellung zweier Programme umfangreich. Denn bis auf zwei gleichzeitige analoge Sender ist hier so gut wie jede erdenkliche Kombination von DVB T/C/S und anderen analogen und digitalen Signalen möglich – selbstverständlich beherrscht der One 55 auch den neuen DVB-T2 HD Standard. Es wird also für den Empfang dieses Signals kein gesonderter Decoder benötigt.

So lassen sich zum Beispiel ein Sender von einem Satelliten-Receiver und ein analoger Sender direkt aus der Antennendose und miteinander kombinieren, wobei der analoge Sender nur im kleinen Bildschirm dargestellt werden kann. Oder wer im Besitz der SKY-Zweitkarte ist, schaut auf dem Hauptbildschirm einen Film und lässt sich gleichzeitig im kleinen Fenster ein Bundesligaspiel übertragen – oder umgekehrt. Was jedoch nicht funktioniert sind zwei gleichzeitige Signale über HDMI oder im Hauptbildschirm ein analoges Signal.

Für den Fall, dass die Batterien der Fernbedienung im wie immer ungünstigsten Moment den Geist aufgeben, lässt sich der Loewe One 55 glücklicherweise auch noch direkt am Gerät steuern. Die Menü-Leiste ist unsichtbar hinter dem Gerät verborgen, bleibt aber dennoch gut erreichbar.

Steht der Loewe One 55 dann erst einmal an seinem ihm zugedachten Platz, offenbart er dann seine Eleganz – schlicht und unauffällig, aber mit dem Loewe-Auge und dem kleinen Loewe-Logo als Eye-Catcher. Mehr braucht es nicht, um den Betrachter sofort für sich einzunehmen. Auffällig hierbei in der Seitenansicht ist die leichte Neigung. Überhaupt wirkt der Rahmen durch die nach hinten ausgerichteten Boxen sehr schlank und hat daher mehr von einem Monitor, denn einem klassischen TV.

Hat man den ersten Eindruck lang genug genossen, geht es an die Einrichtung. Aufgrund des externen SKY-Decoders haben wir uns für die Inbetriebnahme des TV als Monitor mit einem zusätzlichen externen Soundsystem entschieden. An HDMI 1 wurde also aufgrund der ARC-Fähigkeit ein Yamaha-Receiver angeschlossen, an HDMI 2 kam der SKY-Decoder. Und damit Bild und Ton nicht an minderwertigen HDMI-Kabeln scheitern, hat uns die Firma Oehlbach mit ihren Matrix Evolution 320 Kabeln mit 4-Sterne-Qualität in der Bild- und Tonübertragung ausgestattet. Vergoldete Anschlüsse und versilberte Innenleiter bei bester Abschirmung sorgen für störungsfreie Übertragung von Signalen.

Das Menü für die Einrichtung ist logisch aufgebaut und führt den Anwender sicher durch die einzelnen Punkte. Durchdacht ist schon bei der Einrichtung die Frage nach dem Kanal, mit welchem sich der TV ab sofort einschalten soll. Etwas kniffelig war bei der Erstinbetriebnahme allerdings die Einrichtung der externen Tonkomponente. In der Menüreihenfolge wird zuerst nach einem externen Soundsystem gefragt und erst danach erfolgt die Netzwerkanbindung des Loewe. So wurde der Yamaha RX-A 1050 als Soundsystem nicht auf Anhieb erkannt, weil sich zwar der Receiver, aber noch nicht der TV im heimischen Netzwerk befanden. Es wurde also bei diesem Schritt der Punkt Ton über HiFi/AV-Verstärker ausgewählt. Erst nach der Einbindung ins heimische Netzwerk erkannte der Loewe One 55 auch den RX-A 1050 für die Soundausgabe.

Nach der Einrichtung erfolgt aber die Nagelprobe. Kann der Loewe One 55 die in ihn gesteckten, hohen Erwartungen auch in Sachen Bild erfüllen? Was bringt das Ultra-HD Panel mit seiner Edge-LED Technik im Echtbetrieb?  Kurz gesagt, so gut wie alles. Selbst in den vom TV vorgegebenen Standard-Einstellungen zeigt der Bildschirm ein wirklich scharfes Bild mit exzellenten Kontrasten. Die Farbwiedergabe ist natürlich und die Darstellung von Schwarz ist hervorragend.

Laufschriften und Bewegungen stellt das Panel ohne jegliche Ruckler oder Schlieren dar. Selbst kleinste Schriften, wie zum Beispiel das Kleingeschriebene in Werbeeinblendungen, sind sehr gut lesbar und wirken wie auf Papier gedruckt. Gelegentlich fällt nur bei sehr hellen Hintergrundfarben in den Ecken ein leicht dunkler Rand auf. Selbst bei seitlicher Betrachtung stimmt das Bild, nur bei sehr spitzem Betrachtungswinkel lässt der Kontrast dann nach. Aber wer sitzt schon neben dem TV, um sich etwas anzuschauen?

Der Loewe One 55 ist im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Ultra HD fähig. Das ist schön, aber dennoch bleibt das einzige Problem momentan das des noch zu geringen Angebotes an entsprechendem Material. SKY sendet gelegentlich schon die Bundesliga oder ausgewählte Filme in Ultra HD mit 3840x 2160 Pixeln, aber lässt sich den entsprechenden Decoder noch extra bezahlen. Also bleibt zurzeit nur der Griff auf einige wenige Anbieter, die solch hochwertige Inhalte per Stream anbieten. Netflix hat einige Serien in Ultra-HD im Angebot, aber auch Amazon Prime bietet seit einiger Zeit Filme und Serien im neuen Format an.

Und da das Amazon Abo ja endlich mal für etwas nützlich sein soll, außer dem kostenfreien Versand bestellter Waren, haben wir uns im dortigen Film- und Serienangebot umgeschaut und die ersten Gehversuche in Sachen Ultra HD unternommen. Denn bisher gab es außer grandiosen Demos auf Veranstaltungen noch nicht so viel in Ultra HD zu bewundern. Also haben wir uns als Serien Bosch und Mad Dogs und als Film Herz aus Stahl angeschaut, weil diese im Abo enthalten sind. Viele andere Inhalte müssen noch teuer bezahlt werden. Lässt man die dünne Handlung einfach mal außer Acht und  orientiert sich nur am Bild, kommt man aus dem Staunen nicht mehr wirklich heraus. Ähnlich groß war der Sprung im heimischen Wohnzimmer nur von SD – also der Standard-Auflösung – auf HD. Ein ähnliches Ergebnis liefern nun Bilder in Ultra-HD Auflösung. Vorbei die Zeit der Messe-Demos, vierfaches HD ist endlich zu Hause angekommen!

Dennoch wird bei aller Euphorie der eigentliche Einsatzzweck eines TV für die meisten Anwender das abendliche Fernsehprogramm sein. Und gerade beim TV-Programm merkt man den Unterschied zwischen HD und SD noch immer allzu deutlich. Der Loewe One 55 holt aber das Beste aus dem Standard-Signal heraus. Dennoch wird erst in HD das Programm der Privatsender zumindest optisch erträglich. Aber auch ältere Serien wie Star Trek – The Next Generation auf Syfy erleben in HD noch einmal ihre Wiederauferstehung.

Eine der besten Serien aller Zeiten ist Game of Thrones. Nirgendwo wurde bisher so viel Wert auf Landschaft, Kostüme und Maske gelegt, außer in Hollywood-Blockbustern für das Kino. Und so ist jede Folge von Blu-ray ein Genuss für das Auge. Selbst wenn man jede Staffel schon mehrfach geschaut haben sollte, so entdeckt man immer wieder das eine oder andere neue Detail. Zu vernachlässigen ist aber inzwischen der scheinbar vergangene Hype um 3D, deswegen verzichtet auch Loewe auf dieses Feature.

Ein großartiges technisches Detail für Ungeduldige oder Unentschlossene ist Instant Channel Zapping. Wer sich bisher im höchstmöglichen Tempo durch die verschiedensten TV-Programme klicken wollte, musste Geduld mitbringen. Das Umschalten zum nächsten Kanal konnte schon mal eine gefühlte Ewigkeit in Anspruch nehmen. Das ist beim Loewe anders. Denn beim Zappen werden hier beide Tuner benutzt. Während also der eine Tuner ein Programm sendet, lädt der andere das folgende bereits in den Speicher. Voraussetzung dafür ist aber das Einhalten der Senderreihenfolge über die Channel-Taste und nicht wildes Umschalten zwischen weit auseinander liegenden Programmen.

Wir haben für den Sound ein 5.1 Heimkinosystem angeschlossen, aber dennoch müssen sich die internen Boxen des Loewe One 55 nicht verstecken. Diese sind zwar nach hinten ausgerichtet, was dem TV ja den einzigartigen Monitor-Look verleiht, dennoch bringen sie mit ihren 2 x 20 Watt einen kräftigen Klang an die Ohren. Dialoge sind klar, Musik egal ob in Filmen oder bei einem Video auf MTV haben einen guten Bass und verzerrungsfreie Höhen. Mehr braucht es also nicht, wenn man einfach keinen Platz für im Raum verteilte Boxen hat.

Hat man sich erst einmal an Serien und Filmen berauscht oder satt gesehen, beginnt die Beschäftigung mit den Dingen im Hintergrund, die heute zu einem TV dazu gehören. Um diese jedoch vernünftig nutzen zu können, empfiehlt sich als erstes das Update des Gerätes auf Version 4.0.48.0. Mit diesem Update erhielt der TV nicht nur eine optische Aufwertung seines ohnehin sehr gut strukturierten Menüs, nebenbei wurden kleinere Probleme in Sachen CEC-Steuerung bei HDMI behoben.

Mit Druck auf die HOME-Taste auf der Fernbedienung gelangt man in das umfangreiche Menü. Was immer man an einem TV ändern möchte, der Loewe lässt es mit sich machen. Von sämtlichen Bildeinstellungen wie Farbe oder Kontrast, über die Tonkomponenten oder der Lippensynchronisation bis hin zur manuellen Justierung von HDMI-Eingängen bietet der One 55 so gut wie alle Möglichkeiten. Wer den TV ins Netzwerk eingebunden hat, spart sich auf der nächsten Party sogar das Kopieren der Urlaubsfotos auf den USB-Stick. Die freigegebene Festplatte wird anstandslos erkannt und der Diashow vom heimischen PC über den Bildschirm steht nichts mehr im Wege.

Weil es für den Anwender ohne Smart-TV offenbar nicht mehr geht, bietet auch Loewe zahlreiche Apps, die zu den bereits installierten auf den TV geladen und nach Belieben sortiert werden können. Und wer gerade weder Handy, noch Tablet oder PC zur Hand hat, darf sich mit dem integrierten Browser auch im Internet tummeln. Selbstverständlich fehlt auch Youtube nicht. Angeblich schauen zwischen 13.00 Uhr – 17.00 Uhr mehr Menschen Youtube-Videos, als das Abendprogramm an Zuschauern aufbieten kann.

In der ersten Einrichtung haben wir den One 55 als Monitor verwendet, nun hängen wir den direkt an die Antennendose und starten mit der Vorgabe, dass der One 55 diesmal ein TV ist, einen analogen Sendersuchlauf. Dieser ist auch innerhalb weniger Minuten durch. Aber um ehrlich zu sein: Niemand kauft sich einen Ferrari, um damit die Spielstraßen und 30er Zonen unsicher zu machen. Ja, der Loewe sendet die gefundenen Programme, aber zaubern kann auch er nicht. Analog bleibt analog und da hilft auch die beste Technik nicht mehr weiter. Ein analoges Bild sollte also auf einem solch hochwertigen Bildschirm wirklich nur die Notlösung sein.

Es gibt leider umfangreiche bekannte Probleme betreffend die Kompatibilität von Smart-Cards und CI+ Modulen, nicht verfügbaren Sendern bei verschiedenen Kabelanbietern und vielen weiteren Dingen, die das Fernsehprogramm nicht oder nur eingeschränkt ermöglichen. Wer trotzdem nicht auf CI+ verzichten möchte, statt sich einen Decoder hinzustellen, sollte sich vorher umfangreich über das Angebot und eventuelle Einschränkungen in seinem Netz informieren. So funktioniert laut SKY-Website der Empfang von SKY nur mit dem entsprechenden Modul, allerdings dann nicht im Kabelnetz von Kabel Deutschland und einigen anderen. Beim Test von DVB-T2 HD fand unser Gerät leider keinen einzigen Sender, was aber an der Qualität des hiesigen Netzes liegt.

Loewe bietet mit der Android oder Apple App Smart tv2move eine Senderverwaltung und das Streaming des Bildschirms im eigenen Netzwerk an weitere Loewe Geräte oder ein Mobilgerät. Obendrein gehören EPG und die Aufnahme auf USB-Festplatten mit zur Ausstattung.

Videospiele sind inzwischen ein Kulturgut. Nach jahrelanger Verbannung in dunkle Kinderzimmer dürfen aktuelle Konsolen endlich auch in das Wohnzimmer an den Familien-TV. Das liegt zum Einen an den multimedialen Fähigkeiten von Xbox One, PS4 und Wii U, zum Anderen aber auch daran, dass moderne Spiele eine Geschichte erzählen oder so unfassbar real wirken. Es ist immer wieder ein Spaß FIFA 17 zu spielen, wenn dann unbedarfte Besucher fragen, warum jetzt Bundesliga läuft?

Wie schon der kleine Bruder One 40 macht auch der One 55 bei Videospielen eine überragende Figur. Auch bei diesem Modell kann man die verschiedenen Anschlüsse mit einem besonderen Spielemodus konfigurieren. So werden Bilder von PC oder Konsole noch schneller an den Bildschirm gebracht.

Wir haben uns für den Spieletest am One 55 FIFA 17 und Forza Horizon 3 auf der Xbox One gewidmet. Wie jedes Jahr präsentiert EA eine neue Ausgabe seines bereits 1993 erstmals erschienenen Spiels mit den aktuellen Daten aus etlichen Ligen. Und jedes Jahr werden neue Modi veröffentlicht, um den Spieler wieder zum Kauf zu animieren. Unser letztes FIFA war von 2011, Zeit also, mal wieder ins Geschehen einzugreifen.

Wie immer packt FIFA den Spieler schon im Vorfeld mit einer bombastischen Präsentation. Originalgetreue Spieler, Mannschaften, Kader, Stadien und die seit ewigen Zeiten so nervtötenden Kommentare von Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss machen klar, dass es sich schon lange vor dem Anstoß um FIFA handeln muss. Aber auch das macht den Reiz aus, denn an vielen Stellen ist das Spiel eben nicht von der samstäglichen Übertragung im TV zu unterscheiden.

Rollt dann endlich der Ball, ist man endgültig im Geschehen. Je nach eigener Fertigkeit und Geschicklichkeit entlockt man seinen Kickern mehr oder weniger großartige Aktionen wie Pässe, Flanken oder Torschüsse, versucht den Gegner vom Ball zu trennen und riskiert bei einer Sense eben den gelben oder roten Karton. All das stellt der Loewe One 55 mit einer solchen Gelassenheit dar. Der Wechsel zwischen Spiel und animierten Sequenzen, Wiederholungen oder die Einblendungen von Fanblocks wirken auf dem Bildschirm unfassbar echt. Die Grenzen zwischen Realität und Spiel sind schon fast beängstigend schmal.

Aber Fußball ist hier leichte Kost für zwischendurch. Unser Herz hängt an den Rennspielen. Nachdem Forza Horizon 1 + 2 schon restlos überzeugen konnten, war der dritte Teil demnach Pflichtprogramm. Diesmal spielt Horizon in Australien, was für europäische Spieler anfangs aufgrund des Rechtsverkehrs ungewöhnlich ist. Aber nach wenigen Minuten hat man sich daran gewöhnt und ist mitten im Spiel. Egal ob Tages- oder Nachtrennen, ob Partikelbildung im Staub querfeldein oder am Strand, Schatteneffekte, Spritzwasser oder Wassertropfen auf der Windschutzscheibe, man inhaliert förmlich die dichte Atmosphäre, die der One 55 gekonnt und intensiv auf den Bildschirm bringt.

Da wir zu den wenigen Glücklichen gehören, die ein NES Classic Mini zwar nicht kaufen, aber zumindest leihen konnten, wurde der One 55 selbstverständlich auch mit 8-Bit-Grafik von Ende der 1980er Jahre unterfordert. Ja, das neue NES hat einen HDMI-Anschluss und keinen Antennen-Eingang mehr, dennoch bleiben es eben 30 alte Spiele an einem hochmodernen Bildschirm. Mario, Pac-Man und etliche längst vergessene Videospiel-Helden erleben ihre Reanimation und machen auf dem riesigen Bildschirm einfach wieder einen Heidenspaß. Musste man sich früher mit flimmernden CRT-Bildschirmen zufrieden geben, kommen alle Pixel nun ungewohnt deutlich und gestochen scharf zum Vorschein. Wer sich aber doch das Gefühl von damals erhalten will, legt einen CRT-Filter auf das Bild. Das beleidigt zwar die Fähigkeiten des Loewe One 55, aber man kommt 1986 doch wieder ziemlich nahe.

 

Fazit:

Gefährlich ist`s, den Leu zu wecken, schrieb schon Schiller im Lied von der Glocke. Loewe ist wach und wieder da und bietet mit dem One 55 einen hervorragenden Einstieg in die Welt technisch hochwertiger Bildschirme. Das beginnt schon mit der umfangreichen Ausstattung. Zwei Tuner für DVB T/C/S, zwei CI+ Slots, drei Antenneneingänge für analog, Satellit oder DVB-T2 HD sowie vier HDMI-Eingänge machen den One 55 sicher für die Zukunft.

Ein umfangreiches und leicht verständliches Menü mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten stellt auch Technik-Enthusiasten und verspielte Anwender mehr als nur zufrieden. Dabei sind schon die Grundeinstellungen des TV nach der ersten Einrichtung annähernd perfekt. Farben sind kräftig, Kontraste scharf, es gibt kein Ruckeln bei Schriften oder Schlieren bei schnellen Bewegungen. Und wer sogar Ultra-HD zuspielen kann, erlebt am Loewe One 55 ein gänzlich neues TV-Vergnügen.

Aber auch Videospieler kommen mit dem Loewe voll auf ihre Kosten. Egal welche aktuelle Konsole am Bildschirm angeschlossen wird, 55 Zoll Diagonale lassen auch mehrere Spieler gleichzeitig zocken und ihren Spaß haben. Und wer lieber Blu-ray schaut, entdeckt wahrscheinlich vollkommen neue Details in seiner Lieblingsserie oder dem schon etliche Male geschauten Film.

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Link zur Herstellerseite: Loewe One 55

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