Wie oft steht man vor dem Problem einer Neuanschaffung und es mangelt dabei am eigenen Vorstellungsvermögen, wie sich diese Ausgabe dann auch wirklich in der neuen Umgebung macht? Wie sangen es Rammstein im Song Morgenstern? „Der Mensch ist doch ein Augentier“, wir müssen also Dinge sehen, um sie zu verstehen. Nun ist es sicherlich schwierig, sich eine Schrankwand oder ein neues Bett liefern zu lassen um dann zu schauen, ob diese Sachen dann auch wirklich ins Wohn- oder Schlafzimmer passen? Aber zumindest in Sachen neuer Lautsprecher ist das jetzt möglich. Die Nubert electronic GmbH hat in Verbindung mit buzzwoo zu diesem Zweck mit nuReality eine Software entwickelt, die die Soundbar virtuell vor dem TV platziert oder die neuen nuVereo Standlautsprecher am gewünschten Ort aufstellt.

Nubert macht sich hierfür die Augmented Reality, also die erweiterte Realität zunutze. Darunter versteht man eine computergenerierte, erweiterte Realitätswahrnehmung, die alle Sinne ansprechen kann, aber im allgemeinen Sprachgebrauch eigentlich nur die visuelle Wahrnehmung betrifft. Hierbei werden mittels der Einblendung von Zusatzinformationen Dinge erschaffen, die in der Realität nicht vorhanden sind. Kurz, man sieht auf dem Display etwas, was in Wirklichkeit nicht da ist. Nintendo führte mit dem 3DS erstmals sogenannte AR-Cards ein, die auf dem Bildschirm des Handhelds Spiele oder auch Mii-Charaktere erscheinen ließen. Lego machte sich die Augmented Reality mit den Modellen der Hidden Side zunutze und ließ virtuelle Geister auf dem Handy-Display spuken. Nubert ist jetzt in Sachen HiFi mit der nuReality der Vorreiter, um Lautsprecher dort aufzustellen, wo eigentlich keine stehen.

Die App steht für Android und Apple Geräte zur Verfügung, einzige Voraussetzung ist aber, dass die mobilen Endgeräte auf dem aktuellsten Stand der Technik sind. Ich startete den ersten Versuch mit meinem Blackberry Key2 und bekam die Rückmeldung, dass die Software nicht mit diesem Handy kompatibel ist. Während der Rücksprache mit dem Digital Channel Manager Sebastian Hennig von Nubert wurde ich aufgeklärt. Die Software verschlingt einiges an Ressourcen auf dem Tablet oder Handy, man will hier also sichergehen, dass die App fehlerfrei für die nächsten 3 bis 4 Jahre funktioniert und man hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen.

In Ermangelung topaktueller Handys verwende ich also deshalb das iPad Pro meiner Tochter, um die App nuReality zu installieren. Diese steht dann auch innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung. Nach einer kurzen Einführung in die Fähigkeiten des Programms fällt das unglaublich saubere Design des Systems auf. Farblich abgesetzte Kacheln und eine sichtbare Unterteilung sorgen für den sofortigen Überblick. Zur Verfügung stehen momentan alle Modelle der nuVero-Serie, die aktiven Lautsprecher der nuPro-X und nuBox-Serie und die nuSub Subwoofer. Die App wird im Laufe der Zeit um weitere Modellreihen ergänzt.

Die Bedienung ist dann tatsächlich kinderleicht. Mit Tipp auf einen Lautsprecher hat man die Wahl zwischen einem 3D-Modell oder der direkten, virtuellen Aufstellung am gewünschten Ort. Entscheidet man sich für das digitale Modell, lässt sich jeder einzelne in der App aufgeführte Lautsprecher darstellen und in alle Richtungen drehen. Die Detailtiefe geht dabei so weit, dass selbst alle Anschlüsse und sogar Schriftzüge auf der Rückseite erkennbar sind. Selbstverständlich ist auch die Farbe auszuwählen, sofern diese bei Nubert angeboten wird.

Hat man seinen Wunschlautsprecher gefunden, sucht man sich den zukünftigen Aufstellort und sorgt dort für ausreichende Helligkeit. Statt nun das Modell in 3D zu betrachten, erstellt die Kamera eine Aufnahme der Umgebung. Um hier maßstabsgetreu arbeiten zu können, wird man unter Umständen gebeten, das Handy oder Tablet zu schwenken, um mehr Merkmale zu erhalten. Ist dies erledigt, wird gewünschte Lautsprecher mit den Fingern auf dem Bildschirm gedreht und so positioniert, wie er später im Raum stehen soll. Hier kann noch einmal der Kontrast geregelt oder die Farbe des Modells eingestellt werden, um dann das endgültige Foto zu schießen. Ich habe dies mit der Soundbar nuPro XS-7500 und den nuVero 50 ausprobiert, da ich diese Modelle hier zum Test erhalten habe. Ich konnte somit schon vorher herausfinden, ob der Platz auf dem Sideboard für die Soundbar ausreichend ist oder ob die beiden nuVero bei Wandmontage auch neben den TV passen?

Hat man so einige Fotos geschossen, wird es für einen kurzen Augenblick etwas unübersichtlich. Ich habe die gemachten Fotos gesucht, da es in der App keine direkte Möglichkeit gibt, diese aufzurufen. Ebenso wurden die Bilder nicht automatisch im iPad-Ordner für Fotos abgelegt. Auch hier sprang Sebastian Hennig hilfreich zur Seite. Nach dessen Aussage verbrauchen die Bilder eine Unmenge an Speicherplatz, so dass man sich entschieden hat, diese direkt in der App zu speichern. Um diese zu finden, muss man allerdings noch einmal auf das entsprechende Lautsprecher-Modell gehen, dort nach unten an einer Seite zur Modellbeschreibung vorbeiscrollen, um dann endlich die Fotos zu finden. Hier wäre ein Hinweis oder ein direkter Button bei einem späteren Update vielleicht hilfreich? Falls nötig, kann man die gemachten Bilder auch per Mail versenden.

Hat man sich zum Kauf entschieden, lassen sich die Schallwandler der Wahl selbstverständlich auch direkt aus der App heraus bestellen.

Fazit:

Zumindest wenn es um neue Lautsprecher aus dem Hause Nubert geht, bleibt zukünftig nichts mehr dem Zufall überlassen. Mit der nuReality App lassen sich bereits jetzt viele Lautsprecher virtuell in die räumlichen Gegebenheiten einpassen. Vorbei die Zeit, in denen per Zollstock und Augenmaß ein Stellplatz für die Wunschbox mit der Kraft der Gedanken und der Fantasie erschaffen werden musste.

Nubert hat ein großes Sortiment hervorragender Lautsprecher, so dass die Installation der App auf jeden Fall vor dem Kauf neuer Schallwandler lohnenswert ist.


Link zum Hersteller: Nubert nuReality




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