Schon seit 1932 stellt Roberts Radio Audiogeräte her die „die Sinne begeistern“. Roberts verspricht mit seinen Produkten nicht nur besten Klang und ansprechendes Design sondern auch Langlebigkeit. Anscheinend ein Versprechen, dass sie bis heute halten können, da sie schon fast seit 70 Jahren Hoflieferant ihrer Majestät, der Königin von England sind. Grund genug für mich nun auch einmal in die Welt dieses traditionsreichen Unternehmens einzutauchen und mit dem Roberts RT100 ein Produkt des britischen Herstellers zu testen.

Der RT100 ist ein solider Plattenspieler der Einsteigerklasse in Eichenholzoptik. Zugegeben, muss man schon mögen, ich finde das auf den ersten Blick schon ziemlich geil. Ausgestattet mit einem Druckgussaluminium-Teller mit Gummimatte, halbautomatischen Riemenantrieb, einem hochwertigen Tonarm und einem MM-Abnehmersystem von Audio-Technica kommt der Plattendreher zum HiFi-Enthusiasten nach Hause. Eine abnehmbare Schutzhaube ist selbstverständlich auch im Lieferumfang enthalten.

Toll ist auch, dass der RT100 eine Phono-Vorstufe an Board hat. So kann er per AUX an jedes beliebige Audiosystem angeschlossen werden. Für alle Klangfetischisten, bei denen ein separaten Verstärker in der heimischen Hi-Fi Anlage zu finden ist, kann dieser Phono-Vorverstärker selbstverständlich auch abgeschaltet werden. Der RT100 kann Platten in zwei Geschwindigkeiten abspielen, nämlich in 33 und 45RPM. Über eine USB Schnittstelle mit Analog-Digital-Umwandler, zu finden auf der Rückseite des Plattenspielers, gibt es zudem noch die Möglichkeit, das Gerät an einen Rechner anzuschließen und die geliebte Plattensammlung zu digitalisieren. Hierzu wird allerdings noch eine separate Software benötigt.

Der Aufbau des RT100 gestaltet sich recht simpel, auch wenn ich beim Auspacken noch daran gezweifelt habe, dass ich das Gerät zusammengebaut bekomme, ohne am Ende diese eine berüchtigte Schraube übrig zu haben. Es sieht auf den ersten Blick nach einer Menge Einzelteile aus, beim Zusammenstecken wird aber schnell klar, dass der erste Eindruck täuscht. Bei jedem Schritt ist die Umfangreiche Anleitung von Roberts Radio zur Stelle um in einfachen Worten zu beschrieben, was als nächstes zu tun ist. Das preiswerte AT- 3600L-MM Tonabnehmersystem muss einfach nur zusammengesteckt werden und vor Benutzung sollte natürlich die Schutzabdeckung von der Nadel entfernt werden.

Wer allerdings ein MC System bevorzugt, kann dies natürlich auch nachrüsten. Selbst beim Einrichten und Austarieren des Auflagegewichts wird man auch als Neuling in der HiFi Welt an die Hand genommen, so dass auch bei diesem Schritt wirklich nichts schief gehen kann. Nachdem das Gerät dann vollständig zusammengesetzt ist, nehme ich mir einen Augenblick Zeit um den RT100 in seiner Ganzheit zu bewundern. Mir gefällt das Design des Geräts auch jetzt immer noch unheimlich gut. Klar und schlicht, ohne viel Chichi.

Nun aber zum Klang des Roberts Radio RT100. Als erstes habe ich den Plattenspieler per AUX Kabel an meine Soundbar angeschlossen. Ein Test mit dem ampX von nubert und dazugehörigen Boxen folgt noch im Anschluss.
Das 1986 erschienene Album „The Queen is dead“ von The Smiths liegt auf dem Plattenteller und ist bereit abgespielt zu werden. Da es sich hier um einen halbautomatischen Plattenspieler handelt, muss erst der Ein-/Ausschalter, der sich auf der Rückseite des Geräts befindet, betätigt werden, ehe der Plattenteller anfängt sich zu drehen. Danach kann dann wie gewohnt die Nadel aufgesetzt werden.

Dass der Ein-/Ausschalter auf der Rückseite zu finden ist, irritiert im ersten Moment ein wenig und setzt hier schonmal ein Statement zur Platzierung des Plattenspielers. In einem abgeschlossenen HiFi-Rack wird dieses Gerät eher keinen Platz finden, da niemand erstmal das ganze Gerät aus dem Regal holen möchte, um es anzuschalten. Freistehend oder zumindest in einem nicht zu sehr zugebauten Regal ist der RT100 am besten aufgehoben.

Nachdem diese Hürde dann genommen ist, kann es endlich losgehen. Schon gleich der Titeltrack dieser legendären The Smiths Platte hat es in sich und der RT100 zeigt gleich, dass er auch ohne externen Verstärker einiges unter der Haube hat. Die Stimme von Frontmann Morrissey klingt klar und hell und wird nicht von den Instrumenten der Band überspielt. Mit angeschlossenem Verstärker aus dem Hause nubert kommt das ganze dann so richtig in Fahrt. Der Klang ist voll und in sich rund, sodass er den ganzen Raum ausfüllt. Auch wenn die Platte insgesamt vom Sound her düster ist, macht es unheimlich viel Spaß einfach nur vor dem Vinyl-Dreher zu sitzen und den Klang zu genießen. Sobald sich der letzte Ton aus den Lautsprechern in den Raum ergossen hat, fährt der Tonarm automatisch wieder zurück in seine Parkposition.

So wurden zahlreiche alte und auch neue Aufnahmen meiner umfangreichen Vinyl-Sammlung im Laufe des Tests zumindest einigen Umdrehungen auf dem RT100 unterzogen, jedoch mit dem immer gleichen akustischen Ergebnis. Auch wenn ein Stream über Spotify oder Tidal immer qualitativ hochwertig ist, so liebe ich das leise Knacken und Knistern meiner teils sehr alten Schallplatten.

Zu guter Letzt habe ich noch ausprobiert, was der Analog-Digital-Wandler kann. Flux den Plattenspieler per USB ans MacBook angeschlossen und Audacity gestartet.
Auf diese Weise ist es wirklich ein Kinderspiel seine Lieblingsplatten zu digitalisieren. Es muss hier bloß als Quelle die USB-Schnittstelle ausgewählt werden und sobald sich der Plattenteller dreht auf die Recordtaste geklickt werden. Audacity erkennt den Plattenspieler als Eingabegerät und zeichnet alles auf, was er von sich gibt. Sobald die Platte an ihr Ende gekommen ist, muss die Aufnahme noch gestoppt werden und die Datei kann nach belieben bearbeitet werden. Da Audacity kostenlos ist, erstellt man sich so ein umfangreiches digitales Archiv seiner Plattensammlung.

Fazit:

Roberts Radio liefert mit dem RT100 einen soliden Plattenspieler in der Einsteigerklasse für knapp 300€. Der integrierte Vorverstärker macht ihn auch interessant für all jene, die keine Hifi-Anlage mit Verstärker zu Hause haben. Über AUX kann das Gerät an jedes beliebige Soundsystem angeschlossen werden.

Die Montage des Geräts ist dank der leicht verständlichen Anleitung ein Klacks und sollten die Ansprüche einmal steigen, kann das sehr preiswerte, mitgelieferte Audio Technica MM-Tonabnehmersystem auch durch ein MC System ausgetauscht werden. Auch die USB Schnittstelle mit Analog-Digital-Wandler enttäuscht nicht. Selten war es einfacher Platten zu digitalisieren und dabei Dateien mit sehr guter Klangqualität zu erhalten.

Optisch muss sich der RT100 auch nicht verstecken. Das Echtholzfurnier verleiht dem Gerät ein wunderbares Retrodesign und ist dabei aber überhaupt nicht aufdringlich. Zudem ist die mitgelieferte Staubschutzhaube optional montierbar. Mir hat dieser Plattenspieler von Roberts Radio sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass das britische Unternehmen noch viele weitere solcher Geräte bauen wird.


Link zum Hersteller: Roberts RT100








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