„Digital einfach, einfach schön!“, so beschreibt nubert die nuPro SP-200 auf der eigenen Website kurz und bündig. Ein Blick auf die Rückseite der Masterbox zeigt, dass mit diesen kompakten Lautsprechern einiges möglich ist. Neben dem Stereo Cinch und S/ PDIF bringen die kleinen Aktivboxen einen Toslink, einen HDMI ARC Anschluss und eine Bluetooth 5.0 Schnittstelle mit. Und hier verbirgt sich kaum wahrnehmbar der kleine, aber feine Unterschied zu den sonst von uns bisher getesteten nubertschen Lautsprechern.

Die SP-200 sind Aktivlautsprecher. Während ein Passivlautsprecher für die Wiedergabe des Klangs immer einen Verstärker benötigt, der das Signal aufnimmt, verarbeitet und an die Lautsprecher weitergibt, ist dies bei einem aktiven System nicht notwendig bzw. möglich. Hier sind die entsprechenden Bauteile eines Verstärkers im Lautsprecher untergebracht und damit ist der direkte Anschluss eines Zuspielers direkt an den Schallwandler möglich. Man spart sich also einen zwischengeschalteten Verstärker.

Der Anschluss ist, wie gewohnt bei nubert, kinderleicht. Da es sich um Aktivboxen handelt, können die SP-200 direkt ans Quellgerät angeschlossen werden. Ein 3m langes Verbindungskabel zwischen Master und Slave liegt den Lautsprechern bereits bei. Wem das nicht reicht und wer die Boxen in größerem Abstand zueinander aufstellen möchte, kann optional im nubert Shop auch Kabel in 5m bzw. 7m Länge kaufen.

Die kompakte Bauform von 33 cm (33,3 m. Füßen) x 18,5 cm x 22 cm (23,7 m. Frontabdeckung) machen es möglich, dass sie nahezu überall aufgestellt werden können. Egal ob im Wohnzimmer auf dem TV-Möbel oder im Regal verstaut, oder im Arbeitszimmer auf dem Schreibtisch. Viel Raum fordern die kleinen Klangwunder nicht für sich ein.

Die Master und Slave Box sind auf ihrer Unterseite jeweils als solche gekennzeichnet, wobei Nubert hier die Bezeichnung „Client“ für den Slave benutzt. Die Master Box beherbergt außerdem auf ihrer Frontseite noch einen Drehregler und einen Ring aus farbigen LEDs um selbigen, der als Statusanzeige dient. Die Farbcodierung hierzu ist detailliert in der beigelegten Bedienungsanleitung nachzulesen, wobei die Farben für die verschiedenen Eingänge auch leicht zu merken sind.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist einfach aufgebaut und auch ohne Bedienungsanleitung weiß man, welchen Knopf man wann drücken muss um die Quelle zu wechseln oder etwas an den Klangeinstellungen zu ändern. Außerdem lässt sich am Aufbau des Layouts der Hardware Remote erkennen, dass nubert den SP-200 die Fähigkeit mitgegeben hat, bis zu 3 Klang-Presets zu speichern. Es ist also möglich, für verschiedene Situationen unterschiedliche Klangeinsellungen bequem per Knopfdruck aufzurufen. So lassen sich z.B. für Filme und Serien unterschiedliche Optionen abspeichern, als für Gaming oder Musik. Wie das Abspeichern der Presets funktioniert ist genau in der beiliegenden Anleitung Schritt für Schritt nachzuempfinden.
Leider sind die nuPro SP-200 nicht über die nubert App steuerbar. Mich persönlich stört das in diesem Fall nicht, da die hochwertige und an der Oberseite mit Metall veredelte Fernbedienung eine sehr übersichtliche Größe hat. 

Optisch sind die kleinen Boxen schlicht gehalten, sodass sie mühelos in jedes Wohnzimmer passen. Auch die magnetische Stoffabdeckung ist in grau meliertem Akkustikstoff gehalten. Die Verarbeitung der Gehäuse ist von ausgezeichneter Qualität, so wie man es bei den Boxen aus Schwäbisch Gmünd ohnehin immer gewohnt ist. Besonders gut gefallen mir die abgerundeten Ecken, welche die Boxen somit weicher und zeitlos erscheinen lassen.

Via Bluetooth habe ich mein iPad mit den SP-200 verbunden, was, wie nicht anders zu erwarten war, kinderleicht funktionierte. Über Spotify habe ich, aufgrund fehlender, erwähnenswerter Neuerscheinungen, ein auf meinem Hörverlauf basierendes Mix-Tape abspielen lassen.

Los ging es mit einem Led Zeppelin Klassiker aus dem Jahre 1969. Seichte Gitarrenklänge sind zu hören, bevor Frontman Robert Plants unverwechselbare Stimme mit „Babe, I’m gonna leave you“ einsetzt. Wer es bis zum dritten Vers des Songs noch nicht gespürt hat, bekommt spätestens hier vom bombastischen Klang der SP-200 eine Gänsehaut nach der anderen auf den Leib gezaubert. Man möchte fast mit einsetzen und laut „I know, I never, never, never, never, never gonna leave you, babe„ schreien, so sehr geht die Energie des Songs in einen über und lässt nicht locker, sobald sie einen im Griff hat. Dieses Erlebnis hat sich auch im weiteren Verlauf des Tests bestätigt.

Bei „Somebody to Love“ von Jefferson Airplane schwappt der Hippie Spirit der 60er Jahre förmlich aus den kompakten Schallwandlern und lässt einem keine andere Wahl als aufzustehen und durch den Raum zu tanzen. Das ganze setzt sich  auch gleich bei „Gimme Shelter“ von den Stones fort und endet in einer Art temporärem Restless-Leg Syndrom und knapp drei minütigem Headbangen bei der Rock Hymne „Paranoid“ von Black Sabbath. Dank der variabel einstellbaren Bässe kann man hier den Druck auf`m Kessel nach Bedarf auch noch ein wenig erhöhen. Auch die zuschaltbare Horizonterweiterung, oder auch Wide-Option genannt, lässt alles nochmal voluminöser klingen, wenn man denn möchte.

Möglich machen dies die beiden Hochtöner, denen jeweils 20 Watt Nennleistung zur Verfügung stehen und die beiden Tieftöner, welche sich auf 40-Watt-Endstufen stützen. Eines ist nach diesem ersten Hörtest bereits schon jetzt klar – Diese Kompaktboxen aus dem Hause nubert machen Lust auf mehr. Und dieses mehr holte ich mich während der dreiwöchigen Testphase täglich. Die SP-200 mussten in dieser Zeit sämtliche Playlists ertragen, die ich auf meinen diversen Zuspielern so gespeichert hatte. Und auch nach dem Testzeitraum machen die kleinen Schallwandler noch immer den Spaß, den sie bereits bei der ersten Hörsession verbreitet haben.

An einem etwas verregneten Tag im Mai habe ich dann mal wieder die PS4 angeschmissen um eine Runde Soul Calibur VI zu zocken. Dank HDMI ARC Anschluss stellte sich die Verkabelung auch nicht als all zu aufwendig dar. Die Spiele der Soul Calibur Reihe sind, für alle, die sie nicht kennen, typische Fighting-Games wie zum Beispiel auch Tekken oder Mortal Kombat. Heute möchte ich mich allerdings nicht mit dem Storymode aufhalten, heute solls direkt volle Möhre eins aufs Dach geben.

Dafür wähle ich den Schwertkämpfer Charakter „Mitsurugi“ aus und lasse mich überraschen, welchen Kämpfer der Computer als meinen Kontrahenten auswählen wird. Nach einem kurzen Auftritt des Ladebalkens kann es auch schon losgehen mit der wilden Klopperei. Das Krachen und Klirren der aufeinander treffenden Waffen wird ohne unangenehmes Knarzen und Kratzen von den nuPro SP-200 dargestellt und erhöht den Funfactor beim Spielen ungemein. Kein Wunder, denn alle Tonsignale werden von den SP-200 bis zur Ausgabe digital hochauflösend verarbeitet.

Die treibenden Soundeffekte wecken meinen sonst kaum vorhandenen Ehrgeiz dieses Match zu gewinnen. Mit aktivierter wide-Option kann sich die Dynamik des Spiels richtig gut im Raum ausbreiten und verteilt den Klang quasi in meinem Wohnzimmer. Auch wenn ich kein wirklicher Gaming-Enthusiast bin und nur gelegentlich mal ein Spiel im Schacht der Playstation habe, so macht selbst mir das Zocken aufgrund des überragenden Klangs unheimlich viel Spaß.

Fazit:

Ich bin sehr erfreut, dass man es bei nubert immer wieder schafft, das eigene Produktportfolio um tolle Produkte zu erweitern, die mitnehmen und Freude bereiten. Ich bin begeistert, wie detailreich und ehrlich diese kleinen Aktivboxen Sound darstellen können und dass sie in der Lage sind, eine tolle Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohl fühlt und gerne Musik, Filme oder auch Games genießt.

Dass die SP-200 nicht wie andere nuPro Modelle per App gesteuert werden können, stellt sich für mich nicht wirklich als Nachteil heraus. Dank des HDMI ARC Anschlusses reagieren sie nämlich auch auf Fernbedienungen anderer über den Eingang angeschlossener Geräte wie den Fernseher bzw. schalten sie sich bei nicht vorhandenem Quellsignal direkt in den Standby. Wer die nuPro SP-200 mit den bis zu 3 möglichen Presets ein wenig Feintuning verpassen möchte, wird sich aber mit der kleinen Fernbedienung der Boxen sehr gut anfreunden können. Den Preis von 845€ pro Paar halte ich bei der gebotenen Leistung für mehr als fair.


Link zum Hersteller: Nubert nuPro SP-200







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