Hardwaretest Teil 1: Mac Audio – mobile Boxen für die Jüngeren

Musik ist dank Streaming mobil, überall verfügbar und zu so gut wie jedem Smartphone wird ein Ohrstöpsel mitgeliefert. Man hat seine Lieblingsplaylist also immer bei sich. Was aber, wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist und seine Musik nicht nur allein genießen möchte? Mobile Boxen sind daher voll im Trend. Es gibt kaum noch einen Hersteller, der nicht eine Bluetooth-Box für den Einsatz außerhalb der eigenen vier Wände am Start hätte.

Eine dieser Firmen ist Mac Audio. Bisher vornehmlich aus dem Bereich des Car-Audio bekannt, hat man nun auch zahlreiche mobile Boxen im Angebot, die die eher jüngeren Musikfans ansprechen sollen. Mac Audio hat uns für einen umfangreichen Test daher einige Boxen zur Verfügung gestellt, die auch von eben genau dieser Zielgruppe getestet wurden. Wir starten den zweiteiligen Test mit der BT WILD 801 und der MRS 777.

 

BT WILD 801 – Ghettoblaster oder Werkzeugkoffer?

Ein Ghettoblaster in Form, Farbe und Größe eines Werkzeugkoffers. So kann man sich den BT WILD 801 von der Car-HiFi Firma Mac Audio vorstellen. Doch wie eine bekannte Baumarktkette es mit ihrem Werbeslogan bereits teaserte: „Perfekt aussehen muss nur, wer sonst nichts kann.“

Folglich handelt es sich bei dem mobilen Lautsprecher zum Preis von 79,99€ um kein Designerstück, jedoch weist er trotz seiner Größe einen robusten Aufbau, eine leichte Bedienung und einen guten Klang auf. Mit einem Gewicht von 1,5 kg und einem handlichen Tragegriff an der Oberseite lässt sich die Box sehr gut transportieren. Die empfohlene Umgebungstemperatur für den Lautsprecher beträgt 0-40°C, wodurch er also problemlos auch den Gebrauch bei Strand-Temperaturen standhält. Zudem hat man durch eine Akkulaufdauer von ca. 10 Stunden bei mittlerer Lautstärke lange Freude an der mobilen Musikquelle. Und falls der Akku doch erschöpft ist kann man ihn mit einer leistungsstarken Powerbank während der Musikwiedergabe laden, so dass man die Box zumindest für eine gewisse Zeit „über Wasser halten“ kann.

Das etwas außergewöhnliche Erscheinungsbild des Lautsprechers erweckt den Anschein, dass dieser – wie auf der Website der Firma angepriesen – spritzwasserdicht ist, gerade weil die AUX IN-Buchse und der USB-Ladeeingang durch eine Gummiabdeckung geschützt sind. Jedoch warnt die Bedienungsanleitung vor dem Kontakt des Geräts mit Tropf- oder Spritzwasser, da diese zu eventuellen Schäden führen können. Die Verkleidung des BT WILD 801 besteht aus strapazierfähigem Kunststoff, welcher mit einer Soft-Touch- Beschichtung versehen ist.

Die zwei 76mm Breitbandlautsprecher der Box sind durch eine Metallabdeckung geschützt, wobei der 100mm Bassradiator, welcher sich auf der Rückseite befindet, jedoch offen liegt. Obwohl also damit geworben wird, dass die Box perfekt für den Outdoor-Einsatz geeignet ist, könnte ein Sturz auf den freiliegenden Bassradiator das Ende für den BT WILD 801 bedeuten.

Das Verbinden mit Geräten wie Handy oder Laptop ist innerhalb von ein paar Sekunden erledigt und auch die Bedienung des Lautsprechers selbst ist sehr einfach. So verfügt dieser lediglich über 4 Knöpfe, mit welchen man das Gerät ein- oder ausschalten, die Musik lauter oder leiser und starten oder stoppen kann. Durch das 3,5mm Audiokabel kann man außerdem auch Bluetooth-unfähige Geräte an den Lautsprecher anschließen.

Durch ein Gewinde an der Unterseite der Box kann man diese stationär befestigen und, durch das eingebaute Mikrofon gleichzeitig auch als kabellose Freisprecheinrichtung verwenden. Jedoch sollte man hierbei nicht zu hohe Erwartungen an das Mikrofon haben, da Töne jeglicher Art klirrend übertragen werden und man manche Wörter nur schwer deuten kann.

Was den Klang des BT WILD 801 angeht steht man im Zwiespalt zwischen Vor- und Nachteilen des Lautsprechers. Für den Gebrauch unterwegs oder „mal nebenbei“ ist die Box sehr gut geeignet. Für Musikliebhaber jedoch, die Wert auf klangliche Tiefe legen ist der Lautsprecher eher weniger brauchbar. Man hört zwar einen klaren Stereoeffekt, sodass man Stimmen oder Instrumenten eine bestimmte Richtung zuordnen kann, jedoch klingt die Musik an sich sehr flach und gedrungen. Hintergrundinstrumente, die dem Lied eigentlich Tiefe verleihen, sind entweder genauso laut wie der Sänger, sodass sie störend auffallen oder aber man hört sie überhaupt nicht, wie das Lied Mission Impossible von The Piano Guys bewies.

Bei geringer oder mittlerer Lautstärke hört man zudem ein leichtes Rauschen welches, begleitet von einem leisen Piepton, sehr unangenehm auffällt. Außerdem werden ein paar Probleme im Frequenzbereich umgangen, indem man sie „einfach ausspart“. Deutlich wurde dies am Anfang des Liedes Bad Blood von Bastille. Man hört zwar den Bass, sobald dieser aber zu tief wird, setzt der Lautsprecher plötzlich aus und der Ton fehlt komplett.

Doch auch das Lied Flesh von Simon Curtis brachte die Box an ihre Grenzen. Spielt man das Lied auf hoher Lautstärke ab, so hört man, dass der Druck des Bassradiators sich in Form von Vibrationen auf die Breitbandlautsprecher auswirkt. Dies führt letztendlich zu einem klirrenden Geräusch, welches bei der Basswiedergabe aus den Lautsprechern selbst kommt. Die Wiedergabe der Höhen ist grundsätzlich gut, da erst bei höchster Lautstärke ein unangenehmes Klirren auftritt, dieses aber ansonsten ausbleibt.

Fazit:

Besonders für junge Menschen, die ihre Musik überall mit hinnehmen wollen und eine Vorliebe für das Retrodesign der 80er Jahre in moderner Form haben, ist der BT WILD 801 von Mac Audio die richtige Wahl. Der Lautsprecher ist handlich, leicht, relativ robust und liefert für seine Größe und seinen Preis ein gutes Klangerlebnis.

Für audiophile Menschen ist der Lautsprecher jedoch weniger interessant, da die Musik nicht besonders facettenreich wiedergegeben wird und besonders die Qualität der Frequenz-Endbereiche noch „Luft nach oben lässt“.

Link zur Herstellerseite: Mac Audio BT WILD 801

Beitrag: Véronique Bauer

 

MAC Audio MRS 777 – Sound aus dem Rollkoffer

Es gibt unzählbar viele Boxen und Lautsprecheranlagen von tausenden Herstellern aus allen Ecken der Welt. Es ist ein Massenmarkt, auf dem sich jedes einzelne Produkt behaupten muss. Aber MAC Audio schafft es mit der MRS 777 ganz besonders aus der breiten Masse herauszustechen – nicht zuletzt weil die einige Ecken und Kanten hat.

MAC Audio ist eine Marke der VOXX International Corporation die ihren Sitz seit 1965 in New York hat. Das Unternehmen hat sich, wie der Name  erkennen lässt, auf Audiogeräte spezialisiert und designt neben Anlagen für das Auto und Sound-Systemen für zu Hause auch mobile Boxen – wie die MAC Audio MRS 777.

Der Karton gewährt uns bereits einen kleinen Einblick in das Design des Lautsprechers, von dem ich offen gestanden zunächst nicht wirklich überzeugt war. Was man von einer dunkel-minzgrünen Seitenverkleidung halten soll, bleibt jedem selbst überlassen, man sei jedoch gewarnt: In den meisten Wohnzimmern wird die Box eher fehl am Platz wirken.

Draußen jedoch, im Garten oder auf einer Wiese, fällt die grüne Farbe nicht negativ auf, ganz im Gegenteil. Die Mischung aus modernen Strukturen und dem leicht militärischen Grünton scheinen das klare Statement abzugeben „Diese Box gehört in den Garten!“ Und das tut sie auch, ohne Frage. Trotzdem finde ich es schade, dass man das Produkt nicht auch in gedeckteren Farben erstehen kann.

Der MRS 777 kommt mit einem C7-Gerätestecker und ein paar Zetteln, umhüllt von massenweise Styropor und einem sehr voluminösen Karton. Schon beim Transportieren der Kiste war mir das große Gewicht aufgefallen und auch beim Auspacken werden die 10,7 Kilogramm nicht weniger. Damit ist der MRS 777 fast doppelt so schwer wie sein Vorgänger, der MAC Mrs 555, der aber auch nur etwa die Hälfte seines Volumens hatte.

Das Gewichtsproblem wollten die Entwickler mit  einem ausziehbaren Koffergriff und einem Paar Rollen auf der Unterseite lösen, doch schon als ich den Lautsprecher zur nächsten Steckdose ziehen wollte wurde klar:
Von Rollkoffern hat MAC Audio leider keine Ahnung. Jedes Mal, wenn man mit einem Koffer stehen bleibt zieht man diesen unbewusst noch während des Aufrichtens zu sich heran. Bei normalen Rollkoffern ist das auch kein Problem – anders bei den Rollen des MRS 777. Jedes Mal beim Stehenbleiben schrammen die Abdeckungen über den Boden, was in dem ein oder anderen Parkett tiefe Kratzer hinterlassen kann.

Auch sitzen die Räder ein paar Zentimeter vom Rand des Lautsprechers entfernt, was zwar nicht nach einer verheerenden Schwachstelle klingt, jedoch einen immensen Unterschied gegenüber einem normalen Koffer macht. Besonders auf unebenem Grund beginnt er bei der kleinsten Unebenheit im Boden heftig hin und her zu schaukeln, was es auf Dauer sehr anstrengend macht ihn zu transportieren.

Das Erste was mir beim Einschalten des Geräts auffiel, war die Bedienoberfläche. Eine der letzten Sachen, die ich bei einer Box aus dem Jahr 2016 erwarten würde sind Slots für USB-Sticks und SD-Karten, von denen man MP3-Datein abspielen kann.

Ich kenne Niemanden, der heutzutage noch auf die Idee käme,  Musik auf einen SD-Karte zu ziehen, um diese dann in einen Lautsprecher zu stecken. Diese Funktionen werde ich aufgrund von Bluetooth zwar nie nutzen, aber richtig stören tun sie mich natürlich auch nicht.

Als ich dann mein Handy via Bluetooth mit der Box verbunden hatte, wartete auf mich eine etwas ärgerliche Überraschung: wenn die Box nämlich nicht an die Stromversorgung angeschlossen ist, ist es nur möglich, 2/3 der Lautstärke zu nutzen – gerade bei Out-Door-Aktivitäten wird das aber meistens nicht der Fall sein und besonders draußen wäre es doch Gold wert, wenn man die Box um 150 % lauter stellen könnte, besonders bei Anlässen wie zum Beispiel Partys oder größeren Feiern. Aber gut, diese Funktion ist eben der Akkulaufzeit geschuldet.

Bisher war ich noch nicht so richtig überzeugt von der Box. All diese Bedenken lösten sich aber auf einmal in Luft auf, als ich den Play-Button drückte. Eins muss man MAC Audio lassen: wenn es um Sound geht, wissen sie was sie tun. Von allen mobilen Boxen, die ich jemals zu hören bekommen hatte, ist diese diejenige, deren Sound ich am ehesten mit die dem Wort perfekt umschreiben würde.

Die Bässe sind kräftig, die Mitten klingen genauso hochwertig wie die Höhen und wenn man voll aufdreht wirkt der Krach einer achtspurigen Autobahn gegen die Box wie ein leises Nebengeräusch.

Ich habe den Lautsprecher an sehr vielen eher technischen Musikstücken, wie Tunnel Vision von Don Diablo; Zonderling, ili von TroyBoi, oder Sick Boy von The Chainsmokers, genauso aber auch an Pop und Klassik getestet. In jedem Fall wurde die Qualität dem gerecht, was man von einer mobilen Box dieser Preisklasse erwarten kann. Nur selten waren lediglich die Bässe ein wenig zu dominant. Ob man das mag oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Wen der Bass jedoch sehr stört, kann je nach Wiedergabeprogramm einen Equalizer mit Bassreduzierung einrichten.

Fazit:

Man kann hinsichtlich vieler Dinge beim Mrs 777 gespaltener Meinung sein, aber man kann MAC Audio wirklich nicht vorwerfen, sie verstünden nichts von gutem Sound.

Sicher hat die Box ein paar Nachteile, wie das hohe Gewicht oder die nicht ganz durchdachten Rollen. Wenn man sie dann aber an die gewünschte Location bekommen hat, ist diese Box unschlagbar in Sachen Sound und Lautstärke.

Schade finde ich zwar, dass man einem Lautsprecher, der für den Out-Door-Gebrauch konzipiert ist, ohne Steckdose 1/3 der Lautstärke streicht – im Großen und Ganzen habe ich mich jedoch in den Sound verliebt.

Link zur Herstellerseite: Mac Audio MRS 777

Beitrag: Constantin Y. Ritter

 

weitere Hardwaretests:

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.