Als ich vor einigen Wochen die Pressemitteilung zur Ankündigung der TCL Ray Danz auf dem Monitor hatte, fing mich deren ungewöhnliches Design sofort ein. Statt des üblichen, mit Stoff bespannten Balkens, der den Platz vor dem TV einnimmt, ist hier schon die Form der Soundbar so ungewöhnlich und hebt sich allein deshalb von der breiten Masse der klassischen Klangriegel ab. Wo der Stoff endet, geht die Soundbar rechts und links in zwei gebogene Flügel über. Dieser technische Kniff soll also den besonderen Klang der Soundbar ausmachen?

Zehn Minuten nach dem Aufbau …

… Parzival nimmt in der OASIS am Rennen um den ersten Schlüssel teil und das Chaos seinen Lauf. Hunderte Fahrzeuge starten auf der Brooklyn-Bridge und schon beim Start verbiegt sich Blech, Fahrzeuge werden von der Strecke geschoben, denn nur der Gewinner des Rennens löst das erste Rätsel um das geheime Easter Egg der virtuellen Welt. Sprungschanzen sorgen für weiteres Chaos, ausgeschiedene Spieler hinterlassen Münzen, deren Klang in der gewaltigen Kulisse dennoch nicht untergeht, ein T-Rex, Hindernisse und zu guter Letzt King Kong dünnen das Feld der Teilnehmer immer mehr aus …

Schon hier zeigt mir die Ray Danz, was für eine breite Kulisse sie vor dem TV aufzubauen in der Lage ist. Der Ton geht weit über die Kanten des Bildschirms hinaus, die zahlreichen Soundeffekte lassen mich am Rennen teilhaben – wieder einmal. Auch wenn Spielbergs Adaption von Ready Player One kaum noch etwas mit dem großartigen Buch zu tun hat und stellenweise zurecht von Kritikern zerrissen wurde, so ist die Soundkulisse bis heute eine Referenz für das Heimkino.

Aber wie schafft das die Ray Danz von TCL? Es handelt sich schließlich nur um ein schlichtes 3.1 System und die eigentliche Soundbar im 105 Zentimeter breiten Gehäuse ist tatsächlich nur 48 Zentimeter breit. Das bedeutet, dass auf jeder Seite 28,5 Zentimeter gebogener Kunststoff in der Lage sind, einen virtuellen Raumklang vor und neben dem Zuhörer aufzubauen.
Aber wenn man sich jetzt mit dem Aufbau dieser Soundbar auseinandersetzt und liest, dass die beiden äußeren Lautsprecher nicht nach vorn, sondern an die Seiten in Richtung der Flügel abstrahlen, dann bekommt die Gestaltung des gesamten Systems einen Sinn. Diese Konstruktion mit seitlicher Schallführung sorgt für mehr Sound in der Breite, als da tatsächlich sonst zu hören wäre.

Und überhaupt das Design. Ja, das gesamte Gehäuse besteht bis auf den kleinen Soundriegel in der Mitte aus Kunststoff und dennoch ist es gerade dieses Aussehen, was die Ray Danz von den üblichen Riegeln so unterscheidet. Das Ganze wirkt futuristisch und neu, weil es so noch keine Soundbar gegeben hat. Die Front ist also ein Hingucker, aber auch auf der Rückseite hat man bei TCL mitgedacht. Üblicherweise liegen die im Gehäuse versenkten Anschlüsse frei, hier verhindert eine stabile Abdeckung Kabelsalat. Allerdings ist der Aufbau der Anschlüsse bei einer Wandmontage dann eher unvorteilhaft. Auf der einen Seite wird die Soundbar mit Strom versorgt, auf der anderen liegen die beiden HDMI-Anschlüsse. So hängen gleich zwei Kabel in mehreren Zentimetern Abstand von der Wand, die erst den gemeinsamen Weg in den Kabelkanal finden müssen. Damit ist die Soundbar dann doch eher für die Platzierung direkt vor dem TV geeignet. An übrigen Anschlüssen stehen ein optischer Eingang und ein USB-Anschluss zur Verfügung. Für die Zuführung von Musik ist Bluetooth in der Version 5.0 zuständig.

Ich höre meine Filme üblicherweise mit meiner 5.1.2 Kombination aus Yamaha- und nubert-Lautsprechern. Als Zuspieler dient der Yamaha RX-A2080 mit zahlreichen DSP-Programmen für jedes mögliche Genre. Ist man sich nicht sicher, lässt man die Surround:AI den Ton automatisch an jede Szene anpassen. Von daher sind meine Ansprüche an eine Soundbar niemals so hoch, wie sie es an einen Receiver mit entsprechender Lautsprecher-Ausstattung wären. Und dennoch bin ich überrascht, welchen Klang die Ray Danz von TCL mir auf dem Sofa mit nur drei Soundprogrammen für Film regelrecht entgegenschleudert. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man zentral zum Bildschirm sitzt. Der Sweet-Spot, also der Punkt mit dem besten Klangerlebnis, ist hier wirklich breit gefasst. Selbst wenn man auf seinem Sofa liegt, ist der Klang noch immer weitläufig. Was besonders positiv auffällt ist die großartige Ausgabe von Stimmen und Dialogen. Wie oft gehen diese ohne entsprechenden Center-Speaker in der Klangkulisse unverständlich unter? Die Ray Danz macht auch hier einen richtig guten Job, Dialoge sind klar und immer verständlich.

Zur Soundbar gehört ein kabelloser Subwoofer. Dieser gibt die Bässe über ein 17 Zentimeter Chassis nach unten ab, die Bassreflexöffnung befindet sich auf der Rückseite. Mit seinen eher zierlichen Abmaßen von 24 x 24 x 42 Zentimetern sollte der Sub aber auch in Front zum Hörer stehen, da der Bass bei seitlicher Aufstellung zu orten ist. Die Verbindung zur Soundbar ist mit nur einem Knopfdruck erledigt, das Pairing dauert keine drei Sekunden. Nun kann man von einem Subwoofer dieser Größenordnung keine Wunderdinge erwarten, aber das, was er in der Lage ist darzustellen, macht er gut. Allerdings sollten hier die Pegel nicht überzogen werden, da sonst ein unschöner Brei tiefer Töne das Ergebnis ist – weniger ist hier also mehr.

Ich habe mich für die Soundbar durch zahlreiche Filme und auch Netflix-Serien gehört, aber für diesen Beitrag halte ich mich noch einmal an Ready Player One fest. Gerade das furiose Finale bietet so unendlich viele Soundeffekte auf, gerade die Erstürmung der Kuppel durch alle Spieler der OASIS fordern Soundbar und Bass, aber das muss bei einem Animationsfilm dieser Art auch so sein – stets der passende Effekt zum Bild. Dazu kommt die immer wieder herrliche Hintergrundmusik der 80er und 90er Jahre – auch diese Hürde nimmt die TCL Ray Danz ohne hörbare Probleme. Auch wenn Dolby Atmos angekündigt ist, echter Sound von der Decke ist allein durch die Konstruktion nicht möglich. Aber ehrlich? Das fällt bei dieser Soundkulisse auch gar nicht auf. Denn was die kleine Soundbar – die ja im mittleren Preissegment angesiedelt ist – hier auf die Ohren loslässt, benötigt keine zusätzlichen Höhenkanäle. Ich genieße den Klang so, wie er mir angeboten wird.

Aber selbstverständlich habe ich auch zahlreiche Videospiele über die TCL Ray Danz gezockt. Auch wenn die Soundbar keinen Kanal für das Gaming hat, so bringt die Einstellung Boost mit ein wenig mehr an Bässen auch das gewünschte Ergebnis – nämlich eine Soundkulisse, wie man sie sich von einem Spiel wünscht. Und solange man nicht leistungsmäßig Shooter spielt und per Headset auf 7.1 Sound angewiesen ist, kommt die Soundbar auch hier mit allem klar, was ihr an Sound angeboten wird. Gerade Jump`n`Runs im Stile von Mario oder Rayman haben hier durch die breite Kulisse besonderen Eindruck hinterlassen. Rayman Legends bietet ja so unfassbar viele Effekte und Musikstücke, dass man allein beim Klang noch tiefer ins Spiel eintauchen kann.

Musik ist mein ständiger Begleiter. Hier läuft immer auf irgendeinem Lautsprecher eine Playlist oder ich verschwinde mit einem meiner Kopfhörer auf das Sofa, um für eine kurze Zeit die Umwelt an mir vorbeiziehen zu lassen. Von daher musste auch die Ray Danz den einen oder anderen Song über sich ergehen lassen. Und ich muss zugeben, dass mich Musik auf einer Soundbar nicht wirklich fesselt, da genieße ich tatsächlich lieber klassisches Stereo über entsprechende Lautsprecher. Aber wenn ich diese Vorbehalte beiseiteschiebe und mich auf den kleinen Soundriegel einlasse, dann bin ich auch hier überrascht, was mich da an Klang mitnimmt.

Ist die Soundbar per WLAN ins heimische Netzwerk eingebunden, steht Google Chromecast zur Verfügung. Ansonsten verbindet man den Zuspieler einfach per Bluetooth mit dem Riegel. Pink Floyd Another Brick in The Wall habe ich hunderte Male gehört, ich weiß daher, wann auf welchem Kanal welches Instrument kommt, wann welcher Effekt erklingt. Es ist eben eines der großartigsten Konzept-Alben aller Zeiten. Bei The Thin Ice ist es anfangs das Klavier, welches dem Song seine eigene Intensität verleiht, gerade die tiefen Töne müssen hier kommen. In der Mitte setzen das raumfüllende Schlagzeug und die Gitarren ein, ehe ein nahtloser Übergang zum dem Album titelgebenden Song stattfindet. Den am Ende durch das Klangbild dröhnenden Hubschrauber bringt die Soundbar dynamisch an die Ohren des Hörers. Das alles kann die Ray Danz, wenn eben auch nicht in der Brillanz eines echten HiFi-Systems. Aber dafür ist sie auch nicht ausgelegt, eine Soundbar soll TV-Lautsprecher bei der Wiedergabe von Klang ersetzen und da macht sie ihren Job einwandfrei.

Fazit:

Das Warten auf die TCL Ray Danz hat sich gelohnt. Allein das Design verführt, wenn man auf futuristische Linienführung bei einem Lautsprechersystem steht. Aber hier ist das Design nicht das alleinige Mittel zum Zweck, denn die geschwungenen Flügel rechts und links der eigentlichen Soundbar sorgen genau für diesen raumfüllenden Klang weit über die Grenzen des sichtbaren Bildes hinaus.

Beim Klang bringt die Soundbar das, was man von ihr erwartet, nämlich einen dynamischen Filmsound mit erstklassiger Sprachausgabe selbst während raumfüllender Action. Allerdings sollte der Subwoofer in Front zum Hörer stehen, da er sonst aufgrund seines mangelnden Volumens ortbar ist. Dennoch erhält der Soundbar-Interessierte hier zu einem guten Preis viel Klang für sein Geld. Wer also abseits der üblichen Verdächtigen schaut, sollte die TCL Ray Danz im Auge behalten.



Link zum Hersteller: TCL Ray Danz


Die Ray Danz steht hier demnächst für ein GEWINNSPIEL zur Verfügung. TCL lässt unser Testgerät gleich hier, damit wir das euch als Leser zur Verfügung stellen können.
Wir halten euch auf dem Laufenden 🙂







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