Für die meisten Menschen gehört ein Subwoofer zum Heimkino einfach dazu. Schließlich soll die Action ja annähernd wie im Kino durch den Raum grollen. Aber während auf die Einstellung der zwei, fünf oder sogar noch mehr Lautsprecher unendlich viel Mühe verwendet wird, stellt man den Sub da ab, wo sich ein Plätzchen für ihn findet. Hauptsache jedermann im näheren Umfeld weiß, dass man jetzt gerade einen Film schaut. Dass nebenan die Gläser im Regal klirren und dass der Nachbar unter der eigenen Wohnung schier wahnsinnig wird, wird dabei zur Kenntnis genommen, denn Bässe müssen einfach laut sein.

Aber genau so ein Verhalten soll ein Subwoofer nicht zeigen.

Feng Shui für den Bass – wohin mit dem Subwoofer?

Tatsächlich ist ein Subwoofer ein hochsensibles Gerät, welchem besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung zuteilwerden muss, damit die Bässe auch klingen und nicht dröhnen. In den letzten Jahren hat sich die Meinung bei Heimkino-Fans manifestiert, dass ein Subwoofer mittig zum Hörer stehen muss, nach Möglichkeit sogar zwischen den beiden Front-Lautsprechern. Aber sind wir mal ehrlich: Wer hat tatsächlich so viel Platz vor dem Sofa, um alles der bebilderten Anleitung entsprechend quadratisch zueinander aufzustellen?

Also muss für den Sub ein Platz gefunden werden, der ihn einerseits klingen lässt und mit dem man andererseits optisch umgehen kann. Denn ein Subwoofer glänzt im Gegensatz zu den Lautsprechern nicht wirklich mit viel Eleganz. Meist handelt es sich um einen quadratischen Kasten, der wertvollen Platz wegnimmt und dann im schlimmsten Fall auch noch als Ablagefläche für die Wohnzimmer-Deko durch die bessere Hälfte zweckentfremdet wird.

Und genau aus diesem Grund verschwinden die meisten Subwoofer in einer Ecke des Raums oder stehen im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Rücken zur Wand. Dass dabei aber der Klang vollkommen kaputt gehen kann, ist den wenigsten bewusst. Basswellen im Bereich von 20 bis 200 Hz durchdringen mühelos und ungehindert Einrichtungsgegenstände wie Polstermöbel. Was sie jedoch stoppt oder aber den Schall reflektiert, sind sogenannte schallharte Wände aus Ziegel oder Beton. Treffen die Wellen auf ein solches Hindernis, gibt es dann verschiedene negative Effekte. Einerseits kann der Bass durch Überlagerung der kugelförmig abgegebenen Schallwellen entsetzlich dröhnen oder aber die Schallwellen treffen durch Reflektion aufeinander und neutralisieren sich – der Subwoofer scheint dann kaum einen Ton von sich zu geben.

Dem Thema Raummoden, stehende Wellen und Frequenzen kann man ganze Bücher widmen, aber den meisten Heimkinofans wird gar nicht bewusst sein, dass sie ein Problem mit ihren Bässen haben. Und dabei ist hier nicht die Rede von kernigen Explosionen im Actionfilm, gemeint ist hier die Präzision der kleinen, eher unscheinbaren Effekte. Je kleiner der Raum, desto schwieriger ist das Problem in den Griff zu bekommen. Hier hilft entweder das professionelle Ausmessen des Raumes mit einem Raummoden-Rechner oder aber so langes Probieren und Umstellen des Subs, bis der Klang stimmt.

Für den optimalen Klang sollte man den Sub also an verschiedenen Stellen im Raum aufstellen und den immer gleichen Song oder die immer gleiche Passage seines Lieblingsfilms spielen, um einen akustischen Vergleich zu erhalten. Erst wenn der Bass präzise und trocken an die eigene Hörposition gleitet, ist der Subwoofer optimal aufgestellt. Schon mit diesem Try-and-Error wird man selbst als Laie hörbar überrascht sein, wie sich die tiefen Töne des Subwoofers auswirken können. Es lohnt sich daher, die Zeit und Mühe für den möglichst perfekten Bass zu investieren.

Stolperfalle Kabel – kabellos mit dem nuConnect trX

Was hier in der Theorie bisher logisch klingt, scheitert in der Praxis aber meist schon an der Verlegung des Kabels. Denn steht der Subwoofer endlich optimal, gibt es immer noch das verlegte Kabel. Und das sollte so liegen, dass niemand darüber fällt und dabei den hochwertigen Subwoofer beschädigt. Und spätestens jetzt ist Schluss mit allen guten Vorsätzen, den Subwoofer perfekt aufzustellen. Beim Kabel endet jedes noch so gut vorgetragene Argument – Design und Pragmatismus gehen vor optimalen Klang. Damit es aber auch vollkommen kabellos geht, hat mir Nubert für diesen Beitrag und Test nicht nur den Subwoofer nuSub XW-900, sondern auch gleich den neuen nuConnect trX zukommen lassen. Dieses kleine Funknetzwerk ersetzt das lästige Kabel.

Der trX ist ein Transceiver für das Nubert-eigene Audio Netzwerk X-Connect. Das kleine Gerät ist winziger als eine externe Festplatte und kann sowohl als Sender, als auch als Empfänger für Signale dienen. Üblicherweise wird der kleine trX eingesetzt, um eine Funkstrecke zwischen einem Sender wie einem Receiver und einem Empfänger, also einem Lautsprecher einzurichten. So kann von jedem beliebigen Receiver eines jeden Herstellers eine kabellose Verbindung zu einem Lautsprecher im eigenen Netzwerk aufgebaut werden. In diesem Test dient der trX dazu, den nuSub XW-900 bestmöglich im Raum zu platzieren und vom Verstärker eine Verbindung per Funk zum Subwoofer aufzubauen.

Zum Packungsinhalt gehört eine eindrucksvolle Ausstattung. Das ummantelte USB-Kabel, welches ebenfalls mit dem Nubert-Logo aufwartet, dient dem trX als Stromversorgung. Anschließen lässt sich der Transceiver per Subwoofer-Adapter direkt an den Subwoofer-Eingang, per optischem Kabel oder mit einem klassischen Cinch-Kabel an den Subwoofer- oder einen anderen analogen Eingang des Verstärkers. Somit kommen selbst ältere Receiver in den Genuss einer Funkverbindung. Die Status-LED zeigt hier farblich die entsprechende Verbindung auf. Die kleine Anleitung ist nicht nur sehr übersichtlich, sondern eigentlich schon beispielhaft. Neben der korrekten Inbetriebnahme werden hier zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten aufgeführt und detailliert beschrieben. Von der Einrichtung von Surround-Lautsprechern bis hin zur kabellosen Verbindung von TV-Ton mit dem nuConnect ampX wird jedes erdenkliche Szenario beschrieben.

Mit Tiefdruck zum echten Heimkino – der nuSub XW-900

Mit 380 Watt Spitzenleistung sorgt der nuSub XW-900 für das Kinogefühl schlechthin. Dabei sieht man ihm seine Leistung auf den ersten Blick gar nicht an. Ein schlichter weißer Würfel mit abgerundeten Kanten, auf der Rückseite einzig unterbrochen vom obligatorischen Anschluss- und Bedien-Panel, macht optisch eigentlich nicht viel her. Aber was will man an einem Subwoofer auch im Design ändern? Einzig das kleine Nubert-Emblem an der Front lässt den unbedarften Hörer ahnen, was ihn mit den ersten Tönen erwarten wird.

Erst der Blick auf die Unterseite lässt die wahre Leistungsfähigkeit erahnen. Konzipiert als Downfire-System mit einem 27 Zentimeter Chassis und ebenfalls nach unten ausgerichteter Bassreflexöffnung steht der XW-900 sicher auf seinen vier höhenverstellbaren Spikes. Das verwindungssteife Gehäuse aus matt lackierter MDF-Platte sorgt für vibrationsfreie Tieftöne, schließlich sollen die Bässe in den Raum abgegeben werden und nicht im Gehäuse scheppern. Auf der Rückseite lassen sich anhand eines simplen Drehreglers die Level und die Frequenzen getrennt voneinander einstellen, grüne und blaue LED zeigen hier den Status. Eine weiße LED unterhalb der Front zeigt an, dass der XW-900 einsatzbereit ist.

Zum ersten Test habe ich den nuSub XW-900 erst einmal per Kabel an mein Heimkino-System angeschlossen. Hier musste sich der Sub in ein komplettes Yamaha Soavo – System mit zwei zusätzlichen Nubert RS-54 Atmos-Lautsprechern einreihen. Als Receiver dient der großartige Yamaha RX-A2080, beste Voraussetzungen also, um für die erste Szene mit unsagbar viel Action bereit zu sein. Denn wie anders, als mit dem Finale von Marvels Avengers Endgame, kann man einen Subwoofer besser testen?

Also wurde die Szene wieder und wieder geschaut, die Aufstellung des Subs zur Sitzposition geändert und die Lautstärke entsprechend angepasst. Bei Temperaturen von momentan gut 34 Grad ist es kein Leichtes, einen fast 20 Kilogramm schweren Subwoofer diverse Male an eine neue Position zu stellen, um den Klang zu testen. Aber nach einigen Versuchen war der für meine Hörposition optimale Aufstellplatz gefunden und wie üblich wurde aus einer einzigen Szene für einen akustischen Test der gesamte Film. Schließlich besteht der Streifen ja nicht nur aus dem grandiosen Finale, sondern auch aus den vielen Einzelschicksalen eines jeden Avengers.
Wer testen möchte, wie ein überragender Bass klingt, lässt einfach den Vorspann von Game of Thrones laufen. Wenn diese Melodie erklingt und Gänsehaut verursacht, dann steht euer Subwoofer perfekt!
Bis hierhin war also der erste Test mehr als erfolgreich, wenn da nicht das quer im Raum herumliegende Kabel wäre.

Es kommt zusammen, was zusammen gehört

Um das Kabel nun endgültig zurück in die Schublade zu verbannen, wurde als nächstes die Funkverbindung zwischen dem XW-900 und dem trX getestet. Der Anschluss des kleinen Funkmoduls ist simpel. Hier wird einfach das mitgelieferte analoge Kabel in die Kombibuchse des trX gesteckt und auf der anderen Seite mit dem Receiver verbunden. Hat der Receiver nur einen klassischen Subwoofer-Mono-Eingang, kommt hier der entsprechende Adapter zum Einsatz. Mit einem Knopfdruck auf dem trX und dem Subwoofer bauen beide Geräte eine Funkverbindung auf, die innerhalb weniger Sekunden steht.

Nun kann der Subwoofer tatsächlich frei im Raum platziert werden, Nubert gibt die Länge der Funkstrecke mit bis zu 15 Metern an. Das Heimkino erhält so endlich die Freiheit, die der Tiefton zur vollen Entfaltung benötigt. Vorbei die Zeiten, in denen der Sub sich den räumlichen Gegebenheiten unterordnen musste und in einer dunklen Ecke sein Dasein fristete.

Das Problem bei Funkstrecken sind immer Latenzen. Beim trX sollen die Verzögerungen laut Hersteller maximal 20 Millisekunden betragen. Im Vergleich zwischen Kabel und Funkstrecke waren aber derlei Verzögerungen akustisch bei einem Film nicht auszumachen. Egal ob es John Wick oder ein Film der Has Fallen-Reihe war, der Bass kam stets kraftvoll und dynamisch zur dargestellten Szene.

Aber auch bei Musik, wo der Bass ja tatsächlich absolut präzise und auf den Punkt genau kommen muss, gab es keinerlei Verzögerungen, die den Genuss getrübt hätten. Hier wurde der Bass unter anderem mit den Alben von The Police getestet. Neben Motörhead sind The Police eine der wenigen Bands, bei denen der Bass den Song definiert. Gerade bei Stücken wie Roxanne oder Message in a Bottle ist absolute Präzision gefragt. Aber auch hier spielt das Team aus XW-900 und trX gemeinsam großartig auf.

Steuerung von der Hörposition

Musik und Film verlangen andere Anforderungen und Einstellungen an den XW-900. Möchte man nicht immer vornübergebeugt Level und Frequenzen manuell verändern, empfiehlt sich hier die Verwendung der App Nubert-Remote. Mit der App lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen, um den XW-900 bequem vom Sofa aus zu steuern. Hat man seine perfekte Einstellung für den Actionfilm oder die Musik gefunden, lässt sich diese speichern, hier stehen drei verschiedene Presets zur Verfügung.

Apple User kommen sogar noch in den Genuss der Raumeinmessung X-Room Calibration. Diese konnte hier aber in Ermangelung von Apple-Geräten nicht getestet werden.


Fazit:

Der Nubert nuSub XW-900 macht aus einem System mit zahlreichen Lautsprechern erst ein komplettes Heimkino. Auch wenn die richtige Aufstellung und Kalibrierung hier einiges an Zeit und Mühe in Anspruch nehmen, wird es einem der perfekte Sound an der eigenen Hörposition danken. Erst mit großartigem Bass ist das eigene Heimkino komplett. Der XW-900 gefällt durch schlichtes Design, präzise und knackige Bässe und überrascht mit einem Preis, der weit unter dem liegt, was man für ein Gerät dieser Art erwarten würde.

Dazu kommt mit dem nuConnect trX endlich die Lösung für das leidige Problem der Kabelverlegung. Mit ein paar simplen Handgriffen werden der Subwoofer und auch andere Geräte kabellos. Durch die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten werden selbst ältere Receiver tauglich für die drahtlose Übertragung. Zusammen eingesetzt bilden der XW-900 und der trX ein großartiges Team für die kabellose Ästhetik im Wohnzimmer und den perfekten Kino-Sound.



Link zur Herstellerseite: Nubert nuSub XW-900 + nuConnect trX



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