Selten war ich vor einen Test so aufgeregt, wie bei dem der nubert nuPro AS-3500. Das technische Datenblatt liest sich wie ein rundum sorglos Paket. Die aktive Soundbar gibt einem Digitalverstärker mit 240 Watt Nenn- und 340 Watt Musikleistung in ihrem Inneren ein zu Hause. Er treibt zwei Hochtöner, zwei Mitteltonchassis sowie zwei Subwoofer an, die sich auf der Unterseite befinden. Auch bei den Anschlüssen bringt sie alles mit, was man sich wünscht. HDMI mit ARC, eARC und CEC, Stereocinch, S/PDIF, Toslink, Sub-Out und Bluetooth 5.0 mit aptX-HD- & AAC-Support. Aber das echte Highlight sind wohl die Decoder für Dolby Digital (AC3), DTS Digital Surround, PCM mit bis zu192 kHz/ 24 bit.
Wie die Pointer Sisters in den 80ern schon sangen – I’m so excited!

Als die AS-3500 dann endlich bei mir ankommt, gibt es auch kein Halten mehr. Sofort auspacken und aufbauen! Mit ihren 20 Kilogramm ist die Soundbar schon ein kleiner Koloss. Ihre Abmessungen von 90cm Breite, 16cm Höhe (inkl. Füßen) und 33cm (exkl. Frontabdeckung) haben mir allerdings beim Aufbauen etwas zu schaffen gemacht. Hier eine definitive Empfehlung, das Gerät nicht allein auszupacken und aufzubauen, damit sie auch sicher und unbeschädigt an ihren Bestimmungsort kommt. Diese Erkenntnis schmälerte meine Vorfreude allerdings nicht, sie macht mich bloß neugieriger.

Als erstes möchte ich wissen, was die Soundbar musikmäßig so drauf hat. Dieses Mal verzichte ich allerdings darauf, eine meiner alten Vinyls aufzulegen, ich teste via Bluetooth-Kopplung und Spotify. Da die nubert nuPro AS-3500 nicht über ein Display verfügt, hat Nubert hier auf farblich kodierte LEDs gesetzt, um die entsprechende Quelle anzuzeigen. Bei aktiver Bluetooth-Verbindung leuchtet also eine kleine blaue LED an der Front der Soundbar. So weit, so schick.

Der erste Track, den ich anspiele ist Running with the Wolves in der WolfWalkers Version von AURORA. Schon bei diesem ersten Song und in Werkseinstellung zeigt die AS-3500, dass einiges in ihr steckt. Der glasklare Klang und die kraftvollen Bässe füllen mein Wohnzimmer und treiben mir die Tränen in die Augen. Liebe nubert Ingenieure, so war das nicht vereinbart! Völlig unvorbereitet trifft mich diese Welle aus Sound und spült mich hinfort in ein Land aus Tönen und Melodien. Der Effekt verstärkt sich noch zusätzlich, sobald die Raumklangerweiterung der Soundbar hinzu geschaltet wird. So lässt mich das legendäre Sticky Fingers Album der Rolling Stones in bester Mick Jagger Manier durch mein Wohnzimmer tanzen. Das sieht zwar nicht ganz so grazil aus, ist aber mindestens genau so ausdauernd wie bei ihm.

Die zweite Runde des Tests machte die Soundbar im Bereich Heimkino. Hier habe ich auch einmal die Wirkung der Raumklangerweiterung ausgetestet. Im Musiktest hat mir hier die dritte Stufe, die laut der Bedienungsanleitung eine deutliche Klangerweiterung mit sich bringt, am besten gefallen. Ich beließ es deswegen für den Filmtest bei dieser Einstellung, never change a running system.

Bei diesem Test leuchtet an der Vorderseite der Soundbar dann auch die violette LED, die den HDMI Eingang als Quelle zu erkennen gibt, da ich mein Apple TV 4K als Abspielgerät gewählt habe. Der Ton wird so unkompliziert dank HDMI ARC auch gleich weitergegeben. Was mich gleich sehr gefreut hat ist, dass sowohl die AS-3500 als auch mein TV-Gerät aus dem Standby aufwachen, sobald ich das Apple TV aus dem Ruhezustand hole. Es funktioniert aber auch andersherum, sprich die Soundbar geht in den Standby sobald ich den Fernseher abschalte. Das erspart mir das lästige Wirrwarr aus Fernbedienungen auf dem Tisch. Und warum mich das so sehr freute, ist schnell erklärt. Mein TV-Gerät ist von 2015 und hat somit schon die eine oder andere Neuerung in Sachen HDMI Standard nicht mehr mitbekommen. Auch die Lautstärkenregelung der Soudbar über die Fernbedienung des Apple TV funktioniert einwandfrei.

Aber nun zum Filmabend. Für mich eignet sich kaum etwas besser, um Raumklang zu testen, als Kriegsfilme. Also habe ich mir via iTunes Christopher Nolans Dunkirk ausgesucht. Filme, die direkt von iTunes kamen, waren bei anderen Geräten von nubert oft nicht abspielbar oder zumindest nicht mit Ton. Dank der nun vorhandenen Decoder für Dolby Digital und DTS Digital Surround ist das nun kein Problem mehr. Der Beginn von Dunkirk ist noch nicht besonders spektakulär, aber die nuPro AS-3500 zeigt hier bereits, dass auch die reine Stimmwiedergabe kein Problem für sie ist. Die Dialoge sind glasklar und teilweise so lebendig vom Klang, dass ich das Gefühl habe, direkt im Geschehen zu sein. Als Tom Hardy als Pilot der Royal Air Force in seiner Spitfire versucht, die ausschwärmenden Rettungsboote vor feindlichen Bombern zu schützen, entsteht schon fast der Eindruck, man sei Co-Pilot und erlebt alles hautnah mit.

Die Raumklangerweiterung schickt den Ton unglaublich dynamisch und realistisch zu einem ins heimische Wohnzimmer. So realistisch, dass ich mich sogar einmal auf dem Sofa ducke, als am Strand von Dünkirchen ein paar Fliegerbomben niedergehen. Es ist unglaublich, was diese Funktion an Atmosphäre zu erschaffen vermag und das auch, wenn der Raum, in dem man sich befindet, nicht all zu groß ist. Man muss hier allerdings ein wenig mit der Lautstärke aufpassen. Weniger ist hier oft mehr. Ich konnte zwar keine Verzerrung des Klangs oder gar Knacken und Knarzen festellen, aber an manchen Stellen war das Volumen des Tons für mich ein wenig zu viel. Da dies auf persönlichen Empfindungen beruht, soll es Interessenten der nuPro AS-3500 nicht abschrecken oder gar als Manko erscheinen. Bei geringer Lautstärke ist der Klang immer noch sehr kraftvoll und lebendig, was für mich für die Qualität des Produkts spricht. Es ist möglich, ein absolut umwerfendes Klangerlebnis zu haben, ohne dass auch die Nachbarn zwei Stockwerke tiefer davon noch etwas mitbekommen. Wer ohne Nachbarn lebt und wer vom überragenden Bass nicht genug bekommen kann, schließt über den vorhandenen Subwoofer-Ausgang auch noch einen zusätzlich Sub an.

Ich habe die neue nubert nuPro AS-3500 nun den gesamten Monat Februar hier zum Test zu stehen gehabt und natürlich sind neben dem näher beschriebenen Film Dunkirk zahlreiche andere Filme, Serien und gelegentlich auch das klassische, abendliche TV-Programm in Dauerschleife gelaufen. Und da Musik zu meinem Leben einfach dazugehört, liefen auch meine Playlists rund um die Uhr, wenn ich dann mal nicht einen Film schaute. Aber ich kann es drehen und wenden wie ich will, diese Soundbar ist mir ans Herz gewachsen. Selten fiel es mir so schwer, ein Testgerät an den Hersteller zurück zu schicken. Und das sagt eigentlich ganz viel über die nuPro AS-3500 aus.

Abschließend noch etwas zum Gesamteindruck der neuen nubert Soundbar. Mich hat mal wieder das schlichte und zeitlose Design des Geräts beeindruckt. Zwischen all meinen restlichen Geräten, die allesamt schwarz sind, sieht die nuPro AS-3500 mit ihrem weißen Schleiflack einfach unglaublich edel aus. Nubert bietet die nuPro AS-3500 aber auch im schwarzen Look an. Auch gefällt es mir sehr gut, dass man hier auf ein Display verzichtet und auf farbige LEDs gesetzt hat. Ebenso tut der Drehregler, mit dem die Bedienung der Soundbar ohne Fernbedienung möglich ist, seinen Job und passt zum restlichen, minimalistischen Design der Soundbar.

Desweiteren gefallen mir die stabilen Standfüße des Geräts, die bei Bedarf auch noch etwas herausgeschraubt werden können, um Höhenunterschiede am Aufstellort auszugleichen. Die beigelegte, sehr übersichtlich gehaltene Bedienungsanleitung ist eine echte Wohltat. Es wird kurz und knapp auf 4 Seiten erläutert, was die Soundbar kann und was über die Fernbedienung an Einstellungsmöglichkeiten vorhanden sind. Dafür bedarf es nicht unbedingt einer Erklärung, da die Bedienung eigentlich selbsterklärend ist. Aber dennoch schön, dass nubert hier wieder auf Lesbarkeit und Verständlichkeit achtet.

Die Fernbedienung ist übersichtlich aufgebaut und die Beschriftung der Tasten lässt meiner Meinung nach keine Missverständnisse zu. Manch einer wird sich nun fragen wozu eine Fernbedienung, wenn das Gerät doch Bluetooth hat und mit der nubert X-remote App gesteuert werden kann, so wie viele andere nubert Geräte auch? Genau das ist mit der AS-3500 leider noch nicht möglich. Einstellungen müssen zurzeit noch direkt am Gerät über den Drehregler oder die Fernbedienung getätigt werden, da die Soundbar noch nicht mit der App kompatibel ist. Aus meiner Sicht ist das aber kein Manko, denn hat man einmal seine bevorzugten Einstellungen getroffen, ändert man diese vermutlich nicht so schnell. Falls doch der Wunsch nach einem anderen Setup besteht, ist es auch hier wie gewohnt möglich bis zu 3 Presets zu speichern, die über die Fernbedienung angewählt werden können. Ich gehe davon aus, dass auch die nuPro AS-3500 demnächst auch über die App anzusprechen ist.

Fazit:

Mit der neuen nuPro AS-3500 hat nubert wieder einen Volltreffer gelandet. Das Highlight sind hier natürlich die endlich integrierten Codecs für Dolby Digital und DTS Digital Surround, mit denen sich problemlos Inhalte von Streaming Anbietern wie Netflix und Amazon Prime oder Leihfilme von iTunes in großartiger akustischer Qualität wiedergeben lassen. Somit ist diese Soundbar nicht bloß eine optisch beeindruckende und klanglich überragende Ergänzung für den TV, sondern viel mehr eine echte Alternative zur teuren und platzfressenden Heimkinoanlage.

Die Klangqualität ist wie von nubert gewohnt hervorragend, die Bedienung selbsterklärend und auch bei den Anschlussmöglichkeiten gibt es nichts zu kritisieren. Somit bleibt mir nichts weiter zu sagen, außer dass die nuPro AS-3500 zurecht das Qualitätsmerkmal „Made in Schwäbisch Gmünd“ verdient.


Link zum Hersteller: Nubert nuPro AS-3500







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