Schaut man sich die Produktseite des nubert nuConnect ampX an, wird dem Kunden ein „audiophiler Allrounder“ versprochen, der keine Wünsche offen lässt. Wer sich von der schönen und ausführlichen Produktbeschreibung noch nicht überzeugen lässt, wird es spätestens beim Studieren der technischen Daten sein.

Die Anschlussarten sind zahlreich und beeindruckend: Der ampX bietet zweierlei analoge Eingänge, einmal Stereochinch und einmal Phono mit der Möglichkeit, zwischen MM und MC zu wechseln – schonmal nicht schlecht. Bei den digitalen Eingängen kann der HiFi-Freund sich an zweimal S/PDIF Chinch, zweimal TOSLINK, einmal USB-B, einer Bluetooth 5.0 Schnittstelle und einem Wirelessempfänger für die nubert X-Modelle erfreuen.

Als analoge Ausgänge bietet der Verstärker Bananenbuchsen bis 6mm² und einen Subwooferanschluss. Im digitalen Bereich finden sich der passende Sender für den Wirelessempfänger, eine USB-A Buchse und ein Link Out S/PDIF. Für Passivboxen bietet der ampX eine Dauerleistung von 2x 110W, was ich schon sehr ordentlich finde und mich noch neugieriger auf den kleinen Verstärker macht.

Was ich persönlich noch sehr schön finde ist, dass der ampX auf seiner Rückseite über einen Netzschalter verfügt, mit dem man das Gerät vom Strom trennen kann. Schaltet man das Gerät über diesen ab, bleiben Presets und gespeicherte Bluetoothverbindungen aber im Gerät gespeichert. Man muss also nicht fürchten, diese alle neu einrichten zu müssen.

Aus meinem familiären Umfeld waren mir HiFi Anlagen und vor allem die Verstärker nur als monströs große Geräte bekannt, die mitunter schon als eigenes Möbel bezeichnet werden können. Eine neue Erfahrung ist hingegen der nubert Verstärker, denn dieser ist mit seinen 6,7 x 23,4 x 19,7/23 cm (ohne/mit Anschlüssen) gerade einmal „so groß wie eine Zigarrenkiste“. Das allein ist schon ein riesiger Pluspunkt, wenn man wie ich nur begrenzt Platz zur Verfügung hat.

Wie immer liefert nubert auch zu diesem Verstärker ein umfangreiches Paket an Kabeln mit, eine schicke Fernbedienung, sowie die Antennen für den Wirelessempfänger und einen HDMI ARC Adapter der über die USB-A Schnittstelle genutzt werden kann. Wer kein großer Freund von Fernbedienungen ist, kann hier auch auf die kostenlose nubert X-Remote App zurückgreifen. Alle Soundeinstellungen lassen sich hier bequem und einfach regeln. Wer schon ein Paar Boxen aus der nubert X-Reihe besitzt, wird die App vermutlich sowieso schon in Gebrauch haben.

Da ich den nuConnect ampX nicht nur mit seinen digitalen Eingängen testen wollte, habe ich zusätzlich noch ein Paar nuLine 24 bestellt und mittels 4mm² Kabeln an den Verstärker angeschlossen. Die nuLine 24 sind kleine süße Regallautsprecher mit zwei Betriebsarten (Direkt/Dipol), die ebenfalls hervorragend geeignet sind, falls man zu Hause nicht viel Platz hat. Durch die beiden Betriebsarten sind sie sowohl als Direktlautsprecher geeignet, als auch als Rearspeaker in einem Surround-Set. Nubert gibt hier den Hinweis, dass die Boxen auch als Stereopaar im Dipolmodus betrieben werden können, was den Klang etwas „luftiger“ erscheinen lässt.

Zuerst habe ich die Wiedergabe von Musik über die Bluetooth-Schnittstelle des ampX getestet. Das Pairing ist hier recht simpel. Da es im Menü des Verstärkers einen eigenen Unterpunkt im Bluetoothmenü gibt, müssen hier keine komplizierten Tastenkombinationen gedrückt werden, um das Gerät in den Pairingmodus zu versetzen. Ist das Koppeln der Geräte geschafft, kann es auch direkt losgehen.
Über Spotify habe ich mehrere Stunden am Stück diverse Playlists durchlaufen lassen, ohne dass ich Verbindungsprobleme feststellen konnte.

Beim Klang gab es ebenfalls nichts zu meckern. Ohne irgendwelche Einstellungen vorgenommen zu haben, kommt aus den nuLine 24 auch schon ein annehmbares Klangbild zustande. Der Bass war für meinen Geschmack hier etwas zu lasch und auch die Höhen und Mitten hätten klarer sein können, aber als Werkszustand war der wahrgenommene Klang völlig in Ordnung.

Um den Sound jedoch spannender und persönlicher zu gestalten, habe ich mir hier ein eigenes Preset angelegt und im Verstärker gespeichert. Da ich über den ampX und die nuLine 24 nicht nur Musik streamen, sondern später auch noch Filme und Serien schauen wollte, habe ich auch noch ein zweites von drei möglichen Presets angelegt, das ich speziell für Filme angepasst habe. Für die Konfiguration der Presets habe ich die nubert X-Remote App benutzt, im Equilizer Menü ein paar Einstellungen vorgenommen und diese entsprechend gespeichert.

Das Speichern von eigenen Klangprofilen funktioniert übrigens sowohl über die App als auch am Verstärker selbst, ich persönlich finde es über die App aber ein wenig komfortabler gestaltet. Positiv zu bewerten ist hier auch die Einfachheit, mit der ein Klangprofil erstellt bzw. reguliert werden kann. Auch wenn man nicht besonders HiFi-affin ist, wird es einem gelingen ein Preset zu erstellen, das den eigenen Vorstellungen entspricht.

Durch die Presets kommt dann auch noch mehr Leben in die Bude und die nuLine 24 liefern einen volleren und runderen Klang. So macht Musikhören richtig Spaß. Auch wenn ich wegen der fehlenden Stellmöglichkeiten die Boxen nicht ganz optimal aufstellen konnte, bin ich mit dem Sound sehr zufrieden. Es dröhnt oder knatscht nichts. Auch wenn man in den Einstellungen den Bass hochdreht, ändert sich nichts an der Klangqualität. Der Bass ist kräftig und verstärkt die Dynamik der Wiedergabe, erschlägt einen dabei aber nicht.

Nachdem ich nun schon gehört habe, was sowohl der nuConnect ampX als auch die nuLine 24 beim Abspielen von Musik so können, wollte ich noch wissen, wie es mit Filmen und Serien aussieht. Hierzu habe ich mein Apple TV 4k über den von nubert mitgelieferten HDMI ARC Adapter an den Verstärker angeschlossen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich hier die richtige Konfiguration gefunden habe, denn auf Anhieb hat die Tonwiedergabe hier gar nicht oder nur teilweise funktioniert.

Inhalte aus meiner eigenen Mediathek, die ich nicht über iTunes gekauft habe, konnten problemlos abgespielt werden. Wollte ich aber gekaufte Filme oder Inhalte von Streamingdiensten wiedergeben, so bekam ich nur digitalen Tonbrei zu hören. Ab dem Apple TV 4 ist es möglich, entsprechende Soundeinstellungen am Gerät vorzunehmen, die aber eine Tonwiedergabe in Stereo mit dem ampX ermöglichen.

Zum Test habe ich mir den aktuellen „Joker“ mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle angesehen. Ich habe während des Films immer mal wieder zwischen Preset und Werkseinstellung gewechselt um auch hier einen Eindruck zu bekommen, inwieweit die Presets das Sounderlebnis verbessern können.

Da der Film an sich zwar eher ruhig ist, aber einen mächtigen Soundtrack mitbringt, war der Ton mit Preset deutlich besser als ohne. Die Musik prägt maßgeblich die Stimmung des Films, weshalb das Preset hier sogar schon fast unverzichtbar ist, um so richtig in die Story eintauchen zu können. Mit aktiviertem Klangprofil hat man hier keine andere Wahl, als sich auf das Geschehen einzulassen, da der erzeugte Sound einen förmlich an die Hand nimmt und in den Film hineinzieht.

Um auch noch normales Fernsehen zu simulieren habe ich mir über die ZDF-Mediathek eine Dokumentation angesehen und die Presets deaktiviert. Hier fällt der etwas stumpfere Klang tatsächlich kaum ins Gewicht, dennoch ist der Klang immer noch besser, als würde man die integrierten Lautsprecher des Fernsehers nutzen. Wer also nicht unbedingt Heimkino und Hifi braucht, kann mit dem nuConnect ampX auch einfach seinen Fernseher etwas aufmotzen. Der Vorteil gegenüber einer Soundbar liegt hier ganz klar in der kompakten Bauart des ampX, da er zusammen mit einem Paar Regallautsprechern einfach mit ins Bücherregal gestellt werden kann.

Fazit:

Für mich ist der nuConnect ampX eine echte Alternative zu herkömmlichen Hifi Verstärkern, da er wesentlich kompakter ist, aber trotzdem nichts an Funktionalität oder Anschlussmöglichkeiten vermissen lässt. Sowohl am Gerät selbst als auch über die App lassen sich unzählige Einstellungen und Feinjustierungen tätigen, womit am Ende jeder sein optimales Setting zustande bringen kann. Da auch im Lieferumfang – wie üblich bei nubert – ein breites Spektrum an Anschlusskabeln enthalten ist, kann der Anschluss der Peripherie direkt erfolgen, ohne dass hier noch ein Besuch im örtlichen Elektronikmarkt nötig ist.

In Verbindung mit den nuLine 24 Lautsprechern ist es möglich, sich richtig guten Klang für Film und Musik ins Haus zu holen. Die Lautsprecher sind, wie der Verstärker auch, kompakt und in jedem Regal oder Schrank unterzubringen. Hier sollte nur auf ausreichend Abstand zur Wand geachtet werden um den Klang nicht ungewollt zu dämpfen. Sollte man sich später noch für ein Heimkinosystem entscheiden, sind die nuLine 24 problemlos in ein 5.1 System oder mehr integrierbar.  



Link zur Herstellerseite: nuConnect ampXnuLine 24


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