Ungewöhnliche Zeiten stellen ungewöhnliche Anforderungen. Saß man eben noch im Büro zusammen mit den Kollegen, sitzt man kurz darauf allein im Home-Office. Man bekommt den Firmen-Laptop in die Hand gedrückt, der VPN-Tunnel wird von der IT-Abteilung eingerichtet und nun soll oder darf man in den eigenen vier Wänden produktiv sein. Was erst einmal großartig klingt, stellt die meisten Menschen vor ungeahnte Herausforderungen. Denn ernsthaft: Wer ist schon wirklich auf die Arbeit zu Hause eingestellt? Abgesehen vom fehlenden, gewohnten Bürostuhl steht in Wohnzimmer oder Küche üblicherweise der Esstisch, das vielleicht mit einem Schreibtisch ausgestattete Kinderzimmer ist spätestens am Nachmittag wieder von den Kids belegt und wer einmal notgedrungen am Couchtisch mit seinem Laptop saß weiß, dass auch das nur eine Lösung von kurzer Dauer sein kann.

Also wird ein provisorischer Platz eingerichtet und man versucht sein Bestes zu geben. Doch schon nach kurzer Zeit wird man feststellen, dass ein Laptop nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Der Bildschirm wird auf Dauer einfach für umfangreiche Tabellen und sonstige Anwendungen zu klein sein, die Arbeit wird stressig. Es muss also ein zusätzlicher Monitor her, aber da beginnt schon das nächste Problem. Monitore brauchen Platz und sind in der Aufstellung oft flexibel wie eine Schrankwand. Ein meist recht großer Standfuß nimmt dringend benötigten Platz auf dem zum Arbeitsplatz erkorenen Tisch ein. Raum für andere Dinge bleibt da somit kaum.

Die Frau an meiner Seite ist nun im Home-Office, es musste also eine praktikable Lösung her. Und die bestand darin, die Nähmaschine kurzfristig zu verbannen und aus dem so gewonnen Platz einen Arbeitsplatz einzurichten. Das von der Firma zur Verfügung gestellte Apple MacBook älteren Jahrgangs ist zum Managen von umfangreichen Projekten auf Dauer einfach zu klein und damit bot sich an, den zum Test übersandten LG Monitor auch gleich sinnvoll in den Alltag zu integrieren. Üblicherweise würde ich jetzt schreiben „Hier steht nun der neue LG 27QN880.“ Aber das stimmt nicht ganz, denn eigentlich steht der Monitor nicht, sondern er hängt – und zwar an einem ausgeklügelten Schwenkarm und damit sinkt der Platzbedarf auf dem Tisch auf ein Minimum. Manchmal sind die einfachsten Ideen die besten.

Lieferumfang und Aufbau

Zum Lieferumfang beim Auspacken gehören neben dem Monitor der massive Schwenkarm, ein USB- und HDMI-Kabel, eine CD und eine halbwegs übersichtliche Anleitung zum Aufbau des Monitors. Ein Display-Port-Kabel liegt erstaunlicherweise aber nicht bei. Ebenfalls in der Tüte befindet sich eine weitere Montageplatte. Der Blick in die Anleitung macht klar, dass der Monitor über zwei Möglichkeiten der Aufstellung verfügt. Denn mit dieser Montageplatte und einer Bohrung im Schreibtisch lässt sich der LG 27QN880 auch von unten fest montieren. Wir verwenden hier jedoch die Installation per Schraubzwinge.

Da jeder Schreibtisch eine andere Stärke hat, hat man hier bei LG von Anfang an mitgedacht. Denn die Zwinge lässt sich mit vier Schrauben von der Halterung lösen und umsetzen. Somit sind auch besonders dicke oder dünne Platten kein Problem. Wir mussten hier allerdings ein wenig improvisieren, eine Holzleiste half bei mangelnder Plattenstärke. Ist der Schwenkarm fest mit der Arbeitsfläche verbunden, wird der Monitor einfach eingeklickt, ein Knopfdruck löst ihn wieder vom Arm. Für den Aufbau ist also keinerlei Werkzeug nötig. Wer mag, verschönert die Halterung noch mit einem extra beigelegten LG-Aufkleber.

Technik und Einrichtung

Es wird Zeit, den LG 27QN880 in Betrieb zu nehmen. Dazu wird der Laptop mit dem schicken und unauffälligen Display verbunden. Gerade Ästheten kommen bei der Verlegung der Kabel auf ihre Kosten, denn der Schwenkarm ist hohl, alle Kabel lassen sich ordentlich darin verlegen, ohne dass hier Flatterleinen die Optik oder den Arbeitsfluss stören. Kabelmanagement in einer neuen Dimension. An Anschlussmöglichkeiten verfügt das Display LG-typisch über den DisplayPort in der Version 1.2, zwei HDMI 2.0 Anschlüsse und zwei USB-C-Eingänge. Diese dienen auch als Ladestation für das Handy und andere Geräte. Externer Sound an Kopfhörer oder Lautsprecher wird über einen 3,5 Millimeter Audio-Ausgang ausgegeben. Der 27QN880 verfügt zwar über zwei interne 5 Watt Lautsprecher, die für die Videokonferenz oder die üblichen Nebengeräusche am PC ausreichend sind, aber ein externes Soundsystem macht sich dann bezahlt, wenn man das Display für mehr nutzen möchte.

Ich verbinde zum Test mein Lenovo V15-ADA mit dem Monitor. Beim Start arbeiten beide Displays auf Anhieb parallel, beide zeigen jedoch den gleichen Inhalt an. Schön, aber nicht wirklich Sinn der Übung. Wenn schon ein zweiter Bildschirm eingesetzt wird, dann soll der auch den Arbeitsbereich sinnvoll erweitern. Der Klick auf die rechte Maustaste, um dann in das Menü der Bildschirmauflösung zu gehen, ist nicht wirklich hilfreich. Denn der Monitor wird nicht erkannt, es muss daher die entsprechende Software von LG heruntergeladen werden. Nach der Installation und der Tastenkombination Win+P steht die Auswahl zur Verfügung. Ich richte den LG 27QN880 als zweiten Monitor ein und habe nun noch mehr Arbeitsfläche zur Verfügung. Und diese Einstellung wird noch sinnvoller, wenn ich Word-Dokumente nutzen möchte.

Beim Laptop bin ich auf das Querformat des Displays angewiesen, der Monitor kann hier einiges mehr. Neben der variablen Ausrichtung durch den Schwenkarm in alle Richtungen meines Arbeitsplatzes, der Höhenverstellung von 130 Millimetern, und dem vertikalen Neigungswinkel von jeweils 25 Grad wird man die Pivot-Einstellung früher oder später genießen. Gerade bei langen Dokumenten macht sich der Drehwinkel von 90 Grad und damit das Hochformat bezahlt. Wer vielleicht programmiert, hat so noch mehr Zeilen Code im Überblick. Nicht umsonst gibt LG dem 27QN880 den Namenszusatz Ergo mit.

Bedienung und Bild

Sämtliche Einstellungen werden wie üblich über den im unteren Rahmen angebrachten Joystick geregelt. Wo andere noch immer eine unübersichtliche Knopfleiste unterbringen, ist LG weit voraus. Ein Druck auf den Knopf schaltet den Monitor an, alles Weitere ist intuitiv zu bedienen. Von Farben und Kontrasten bis hin zur Helligkeit und Spieleinstellungen ist alles möglich. Die Lautstärke wird einfach über die Bewegung von rechts nach links am Joypad eingestellt. Für Bildeinstellungen gibt es einen eigenen Punkt, ohne sich durch das Menü klicken zu müssen.

Das Display selbst bietet eine für Monitore übliche WQHD-Auflösung, also Quad-HD mit 2560×1440 Pixeln im 16:9 Format. Das IPS-Panel produziert mit HDR10 Farbraum und sRGB 99% ein gestochen scharfes, farbiges und kontrastreiches Bild wieder. Wichtig, wenn die Excel-Tabelle mal wieder Millionen von Einträgen enthält. So ist tägliches Arbeiten auch über Stunden möglich. Das Display bietet den üblichen Betrachtungswinkel von 178 Grad, ohne dass hier die Farben verblassen.

Aber selbstverständlich ist diese Qualität auch hervorragend geeignet, um nach dem Feierabend das eine oder andere YouTube Video zu schauen, oder auch den Streamingdienst der Wahl aufzurufen. Selbst bei ungünstigem Lichteinfall ist das Schauen von Filmen und Serien problemlos möglich, der matte Bildschirm macht auch hier keinerlei Probleme.

Gaming in 4K mit 75Hz               

Aber diese Spezifikationen sind auch zumindest für Konsolen-Gamer interessant. Während PC-Gamer bei ihrer Hardware inzwischen bei 144Hz angekommen sind, kann der LG 27QN880 zumindest 75Hz darstellen. Wer seinen PC anschließen möchte, findet hier FreeSync für Tearing-freies Zocken. Aber 75Hz reichen für die Xbox One X und die PS4 auf alle Fälle und selbst die neuen Konsolen Xbox Series X|S und Playstation 5 sind zumindest bei 4K60Hz lauffähig. Da ich gerade die Xbox Series S hier zum Test zu stehen habe, ist das die beste Gelegenheit, die Konsole an den LG 27QN880 anzuschließen und zu schauen, wie sich beide miteinander vertragen.

Momentan sind für die neue Xbox nur 4 Titel entweder bereits erschienen oder aber angekündigt, die auch die neue Bildwiederholungsrate von 120Hz tatsächlich darstellen können. Im Vorgriff auf meine Series X, die ich im Dezember erhalte, hatte ich bereits DIRT 5 gekauft. Da aber die Series S als reine Downloadkonsole nicht über ein Laufwerk verfügt, komme ich hier nicht weiter. Aber ich habe einen Code für Gears Tactics erhalten. Es wird mal wieder Zeit, Aliens zu metzeln, aber dieses Mal nicht als Shooter, sondern als Taktik-Game im Stile von X-Com.

Taktik-Spiele reizen mich seit je her und der Beitrag wäre bestimmt einige Zeit früher fertig geworden, wenn es eben nicht Gears Tactics gewesen wäre. So habe ich mich wieder einmal verloren, auch weil die Grafik die Atmosphäre der Shooter so großartig einfängt. Das Bild ist detailreich, helle und dunkle Szenen werden kontrastreich und farbenfroh dargestellt. Wem der Splatterfaktor in den Nahkampfszenen zu heftig ist, schaltet die einfach ab. Aber dieser Gore-Faktor gehört bei Gears einfach dazu und ich gehe dann mal kurz meine Kettensäge ölen …

Fazit:

Der LG 27QN880 ist der perfekte Monitor für das Home-Office oder den Büro-Arbeitsplatz mit wenig Fläche. Der Schwenkarm bietet eine bisher ungeahnte Flexibilität, die nicht nur der eigenen Arbeit zu Hause zugutekommt, sondern auch das Teamwork im Büro verbessert, weil man eben den Bildschirm in Richtung der Kollegen drehen kann, ohne dass man deren Atem im Nacken spürt. Der Abstand bleibt gewahrt.

Abgesehen von der Mobilität des 27QN880 ist auch die Technik einwandfrei. Zahlreiche Einstellungen und Bildmodi lassen jeden Nutzer das perfekte Bild finden, egal ob schnöde Büroarbeit oder das Streaming. Auch Gamer kommen mit dem Display auf ihre Kosten, wobei aber ambitionierte PC-Spieler doch eher auf nicht vorhandene Latenzen und 144Hz Wert legen. Wer aber neben dem Job gelegentlich auch mal seine Konsole anschließt, findet im LG 27QN880 den perfekten Monitor.

Wenn ich davon ausgehe, dass der momentane Lockdown definitiv nicht „zu Weihnachten“ beendet ist, sind die aktuell aufgerufenen knapp 400,- Euro eine lohnenswerte Investition für eine lange Zeit im Home-Office.


Link zum Hersteller: LG 27QN880




Der LG 27QN880 steht hier nach diesem Test für ein GEWINNSPIEL im Januar zur Verfügung. LG lässt unser Testgerät gleich hier, damit wir das euch als Leser zur Verfügung stellen können.
Wir halten euch auf dem Laufenden 🙂



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