Anlässlich seines neuen Albums AGHORI veröffentlicht Kool Savas exklusiv eine kuratierte Playlist auf TIDAL mit seinem Alltags-Soundtrack und Lieblingssongs. 

Savas selbst, beschreibt den Mix Up wie folgt: 
„Eine freshe Mischung aus Tracks die mich daily begleiten und Sounds die für jede Situation im Leben passen.“

Das Kool Savas Mix Up ist ein weiterer Ritterschlag für den King Of Rap, der somit zu Größen wie JAY-Z oder Barack Obama zählt, die ebenfalls auf TIDAL exklusive Playlisten veröffentlicht haben.

Die Playlist besteht aus diversen Rap-Klassikern, aktuelleren R’n’B-Songs von Alicia Keys und Majid Jordan, Afrobeats-Hits von Wizkid und einigen unerwarteten Pop-Hymen wie Alphavilles „Big In Japan“ oder Neneh Cherrys „Man Child“.

Hier ist die exklusive Playlist als embedded Code (Tracks lassen sich ohne Account abspielen): 

https://embed.tidal.com/playlists/173cb84b-e5ab-447a-9c0f-c1e311707075?layout=gridify

Im Interview geführt mit DJ Kitsune, spricht er über seine neuen Label-Pläne, junge Künstler und warum er sich als Künstler mit dem aktuellen Porsche 911 vergleicht. 

Wir befinden uns in Corona-Zeiten, geprägt von Lockdowns, gesundheitlichen Risiken und gesellschaftlicher Spaltung. Ebenso aber auch einer Zeit in der du mal eben eine goldene Schallplatte für „AMG“ eingeheimst hast und deinen sichtlichen Spaß daran hattest, der Szene zu zeigen, dass es auch ohne Klick-Kauf, Promo-Beef und TikTok-Kampagnen noch möglich ist, erfolgreiche und relevante Musik zu veröffentlichen. Würdest du sagen, dass 2020 trotz aller Einschränkungen und Umstellungen ein positives Jahr für dich war?

Für mich persönlich war es schon einigermaßen positiv. Ich habe mir das zusammen mit meiner Familie so positiv wie möglich gestaltet. Businessmäßig und musikalisch hatte ich relativ viel zu tun, ich habe sehr viel gearbeitet. Deswegen habe ich diese Umstellung mit großer Sicherheit nicht so intensiv wie andere gespürt. Ich habe so gut es ging auf meine sozialen Kontakte verzichtet und mich arbeitsmäßig nur mit den nötigsten Leuten getroffen. Wir haben uns immer testen lassen, haben die Vorschriften eingehalten und bis jetzt habe ich es geschafft, gesund zu bleiben. In meinem näheren Umfeld gab es gottseidank nicht so viele Fälle. Einige wenige gab es zwar, aber ich glaube wir haben das ganz gut geschafft.

Es ist jetzt fast 20 Jahre her, dass du mit „Der Beste Tag Meines Lebens“ dein erstes Solo-Album veröffentlicht hast, ein Album das seitdem als Meilenstein für deutschen Rap gilt. Inwieweit gab es in deinem Schaffen immer das Ziel, solche Klassiker abzuliefern oder verstehen sich die Alben eher als Momentaufnahme deiner jeweils aktuellen Gedanken und Situationen?

Ich glaube, es ist relativ schwer einen Klassiker zu forcieren, sonst gäbe es ja jeden Monat zehn neue Klassiker. Es kommt immer drauf an, in welcher Epoche man sich gerade befindet und welche Zeit gerade ist. Vieles ist es auch glückliche Fügung. Ich würde fast denken, dass jedes Album mehr oder weniger eine Momentaufnahme ist. Ich denke, dass die wenigsten sich hinsetzen und sich vorstellen, wie sie jetzt etwas machen können was in 15 Jahren immer noch als absolut bahnbrechend angesehen wird. Daher glaube ich, dass man das ein bisschen sich selbst überlassen muss und das Album das tun lässt, was es möchte. Zu „Der Beste Tag Meines Lebens“ hätte ich niemals gedacht, dass dieses Album mal als Klassiker gewertet werden wird. Und ich bin der Meinung, auch danach noch einige Alben gemacht zu haben, die mir persönlich viel besser gefallen. Aber ich lass es einfach irgendwie auf mich zukommen und lass den Spirit einfach durch mich fließen.

Mit „AGHORI“ kommt nun dein neuestes Album, auf dem du direkt im Opener „Optik 4 Life“ skandierst. Trotzdem heißt dein neu gegründetes Label nicht (wie damals) Optik Records. Wäre das zu viel „Gute Alte Zeit“ gewesen oder gab es dafür andere, pragmatischere Gründe?

Ich hatte ja bis vor kurzem gar kein Interesse daran, ein eigenes Label zu machen. Auf Essah Media habe ich nur meine eigenen Releases veröffentlicht. Als ich Alies kennengelernt habe, habe ich aber gemerkt, wie die Zusammenarbeit mit einer Künstlerin ist, die weiß, was sie möchte und viel Enthusiasmus und Euphorie mitbringt, sodass ich einfach das Gefühl gehabt habe, dass es wieder Zeit ist und auch wieder in Ordnung ist, wenn ich das jetzt noch mal mache. Die Arbeitsweise hat sich aber natürlich deutlich verändert, ich habe viel dazu gelernt und mein gesamtes Team ist ganz anders aufgestellt. Insofern ist das auf keinen Fall eine Optik-Weiterführung. Die Attitude ist für mich natürlich „Optik“, weil ich diese Optik-Zeit, in der ich groß geworden bin, mit etwas speziellem verbinde, das heißt aber nicht, dass es musikalisch zurückgeblieben sein oder nostalgisch sein muss und in Erinnerungen schwelgt. Für mich ist es okay, jetzt etwas Neues zu machen.https://embed.tidal.com/albums/172841082?pid=0&layout=gridify&coverInitially=true&cleanInitially=true

Über die Jahre hinweg hast du immer wieder neue Talente und herausragende Newcomer gefördert und aufgebaut, auch auf „AGHORI“ bleibst du dieser Tradition treu. Inwiefern sieht sich der „King Of Rap“ auch als „King Of A&R“ mittlerweile?

Ich mache mir darüber gar keine Gedanken. Ich arbeite mit den Leuten zusammen, die ich kennenlerne und cool finde und die mich inspirieren. Für mich spielt es dann keine Rolle, ob das jemand ist, der völlig underground und neu im Business ist oder jemand, der schon seit 20 Jahren Musik macht. Es ist oftmals einfacher mit Newcomern zu arbeiten, weil da nicht so viel Politik mit der Kommunikation mit Managern abläuft und es alles ein bisschen homogener, einfacher und entspannter ist. Man kann dann relativ schnell Studio-Termine finden. Und für mich geht es wirklich immer nur um das Endergebnis und da hat es keine Relevanz, ob die Person eine Riesen-Reichweite hat oder nicht. Der Song soll einfach gut werden.

Wenn du jungen Künstlern beschreiben sollst, was in deinen kreativen Anfangstagen der größte Unterschied zur heutigen Arbeits- und Herangehensweise war, was würdest du da nennen?

Ich sehe auf jeden Fall einen großen Unterschied darin, dass es früher keine Blaupause gab, nach der man sich richten konnte. Man musste sich vieles relativ mühsam einzeln erarbeiten und selbst herausfinden, wie man einen Song produziert. Es gab keine Tutorials und nicht viele Vorbilder, zu denen man hochschauen und sich etwas abschauen konnte. Wie veröffentlicht man eine Platte? Was muss man beachten? Der Lernprozess war sehr viel langfristiger und mühsamer im Vergleich zur heutigen Zeit. Und es gab ein paar grundsätzliche Sachen, wie zum Beispiel beim Sound: Man musste einen eigenen Sound finden und erarbeiten, weswegen viele Leute oftmals zehn Jahre gebraucht haben bis sie ein Debüt-Album veröffentlicht haben. Heute wird nicht mehr großer Wert darauf gelegt, etwas Eigenständiges zu machen. Es geht mehr darum, relativ schnell ein Produkt zu haben, das man raushauen kann. Ich denke, das ist ein wesentlicher Unterschied.

Alies ist nun das erste angekündigte Signing, obwohl du selbst sagtest, dass du kein Interesse mehr daran hattest, ein Label zu leiten. Was hat dich an ihr so begeistert, dass Kool Savas nach all den Jahren im Showbusiness dann doch wieder ein junges Talent unter Vertrag nehmen will?

Alies hat ein Team um sich herum, zu dem Laskah und Stepan gehören, die mit ihr musikalisch, textlich und auf Kompositionsseite arbeiten und ihren Input bringen. Alles was ich von ihnen kriege, ist immer dermaßen auf den Punkt, dass ich merke, dass sie es verstanden haben, Musik zu machen, die emotional ist, professionell klingt und trotzdem super zeitgemäß ist und einfach voll auf den Punkt kommt. Es berührt mich, ich liebe ihre außergewöhnliche Stimme, obendrein ist es textlich sehr stark, die Melodien sind sehr stark… Es ist einfach eine sehr runde Sache, sodass ich mich echt zu Tode geärgert hätte, wenn ich das nicht gemacht hätte. Insofern war es für mich eigentlich relativ schnell klar, dass ich mit ihr und dem gesamten Team drum herum zusammenarbeiten möchte.https://embed.tidal.com/videos/150568788?pid=1&cleanInitially=true

Die Musik hat sich im Laufe der Jahre immer auch den technischen Gegebenheiten des Musikkonsums angepasst. Songs und Intros werden kürzer, Alben seltener. Gibt es so etwas wie eine kreative Essenz, die sich in all den Jahren und technischen Entwicklungen nicht verändert hat?

Meine kreative Essenz ist immer mein eigener Anspruch. Ich spüre es, wenn ich etwas mache, das meinen musikalischen Ansprüche nahe kommt. Aber ich merke auch relativ schnell, wenn ich etwas mache, was nicht so gut ist. Vielleicht ist es sogar des Rätsels Lösung, dass man herausfindet, was man nicht kann und das dann eben auch lässt, anstatt einer Sache oder einer Idee von sich oder von dem, was man musikalisch machen will, hinterher zu rennen und nicht zu merken, dass man jahrelang versucht, jemand anderen zu kopieren. Obwohl es eigentlich das Einfachste ist, man selbst zu sein.

Gab es einen Punkt an dem der King Of Rap jemals müde war, die Krone zu tragen? Oder in anderen Worten: Hattest du irgendwann das Gefühl, dass du es leid warst, der deutschen Hip-Hop-Szene etwas beweisen zu müssen?

Dieses King Of Rap Ding und das mit der Krone habe ich mir ja selbst ausgedacht und musste das dann eine Zeit lang unter Beweis stellen. Ich glaube aber, dass wenn man sich über fast 30 Jahre stetig eine Fanbase und Supporter-Basis aufgebaut hat, dann kann man irgendwann auch sagen „Jetzt ist es okay.“ und muss sich dann nicht mehr total unter Druck setzen. Es gibt Songs, auf denen ich mir selbst etwas beweisen will und auf denen ich zeigen will, dass ich einen geilen Flow habe, gute Texte schreiben kann, gute Vergleiche habe und einen guten Track machen kann. Und dann gibt es wiederum Songs, auf denen es mir nur um die Geschichte geht oder auf denen ich etwas erzählen möchte. Ich setze mich nicht unter Druck, jedes Mal alles, was ich in den letzten Jahren gelernt habe, voll unter Beweis zu stellen.

Seit vielen Monaten schon ist es durch die Corona-Einschränkungen nicht möglich, Konzerte oder Shows zu spielen. Dass das massive negative Auswirkungen hat, ist augenscheinlich. Gibt es in dieser Krise auch Chancen?

Ich glaube, dass sich in allem eine Chance verbirgt. Alles hat zwei Seiten und in der Krise ist es für die meisten Menschen eine Chance gewesen, zu erfahren, welche Dinge wirklich wichtig sind. Und ich denke, die meisten würden sagen, dass es die sozialen Kontakt sind und wir alle gespürt haben, wie wichtig diese wirklich sind. Und zum anderen wie wichtig es für uns ist, arbeiten zu gehen – nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern aus der Sicht heraus, gebraucht zu werden und weil man etwas tun möchte. Ich glaube, viele haben gemerkt, dass es einen absolut nicht erfüllt, zuhause auf der Couch rumzusitzen, sondern dass man irgendetwas machen möchte. Ich glaube, wenn alles wieder etwas lockerer wird, werden die Menschen mehr genießen können und vieles mehr zu schätzen wissen.

Inwieweit würdest du deine Dominanz in den Live-Performances für deinen anhaltenden Erfolg verantwortlich machen?

Ich trenne das Live-Ding ziemlich gut von dem Streaming- und CD-Business. Ich weiß nicht, ob das eine das andere irgendwie beflügelt oder antreibt, aber ich denke schon, dass es wichtig ist für die Leute, die mich supporten, seit Jahren hinter mir stehen und zu den Shows kommen. Sie haben einen gewissen Anspruch daran, dass ich eine vernünftige Show hinlege und sie wären wahrscheinlich enttäuscht, wenn ich nicht jedes Mal versuchen würde, mein Bestes zu geben.

Was ist die größte Erkenntnis, die du über die Jahre hinweg in Bezug auf die Bühnenperformance gehabt hast? Gibt es so etwas wie einen Geheimtipp, der es dir möglich gemacht hat, deine Shows zu bereichern?

Naja, es sind viele Sachen, die bei den Shows zu tragen kommen. Eine davon wäre, lieber ein bisschen zu viel üben als zu wenig. Einfach sich im Vorfeld zu treffen und miteinander zu proben. Dann ist es extrem wichtig, dass sich das Team untereinander versteht und dass man respektvoll miteinander umgeht, denn man ist teilweise mehrere Wochen am Stück gemeinsam unterwegs. Wenn man dann keinen guten Vibe hat, kann die ganze Show darunter leiden. Und auf musikalischer Seite würde ich sagen, dass es für mich wichtig ist, diese typischen Ohrwurm-Songs zu haben, die live gut funktionieren und bei denen ich merke, dass Leute gerne mitsingen. Die Wenigsten haben Lust, nur dazustehen und die Show anzusehen, sondern möchten ein interaktiver Teil der Show sein. Und für die gibt es dann hier und da Songs, die sehr einfach mitzusingen sind und entsprechend gut funktionieren.https://embed.tidal.com/tracks/75683853?pid=2&cleanInitially=true

Du hast vor kurzem die einzelnen Songs von „AGHORI“ mit jeweils einer Textzeile vorgestellt. Dabei waren fast alle Ausschnitte Paradebeispiele für Doppeldeutigkeit und Wordplay. War es dir wichtig, genau diese lyrische Stärke von dir aufzuzeigen?

Ich glaube schon, dass „AGHORI“ – gerade auch im Vergleich zu der aktuellen rap-musikalischen Situation – überdurchschnittlich lyrisch ist. Das liegt unter anderem aber auch daran, dass ich mit meinem neuen Team (Laskah, Stepan, Alies) zusammengearbeitet habe. Stepan ist zum Beispiel ein Schreiber, der einen sehr fordert. Wenn wir zusammen über Reime oder coole Vergleiche nachgedacht haben oder über Wege, wie man Dinge anders ausdrücken kann, dann hat mich das angespornt, bessere Sachen zu finden. Das war wie mit einem sehr guten Sparring-Partner.

Würdest du sagen, dass du heute der komplettere Rapper bist? Oder gibt es sogar so etwas wie „den besten Savas den es jemals gab“?

Ich glaube schon, dass ich mit jedem Album versuche, die beste Version meiner selbst zu sein, was aber nicht bedeutet, dass ich dann in der jeweiligen Phase auch zwingend die bestmöglichen Songs mache. Ich habe Alben wie „Aura“, „Bello 3“ („John Bello Story 3“) oder „Märtyrer“, die mir persönlich noch am besten gefallen, was aber auch vor allem damit zusammenhängt, wie die Zeit im Studio war, mit wem ich sie verbracht habe, mit welchen Produzenten ich gearbeitet habe, mit wem ich mich raptechnisch ausgetauscht habe, und vor allen Dingen wieviel Spaß man beim Schreiben und Produzieren hatte. Ich versuche mir darüber aber gar nicht mehr so viele Gedanken zu machen, sondern gebe mein Bestes und überlasse vieles auch dem Schicksal.

Abschließend und mit etwas Augenzwinkern: Du bist seit jeher als Liebhaber von schönen und schnellen Autos bekannt. Wenn „AGHORI“ ein Auto wäre, welches Modell wäre es und warum?

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich mag natürlich Sportwagen oder SUVs. Und es gibt natürlich Marken, an denen ich mich orientiere oder von denen ich mich auch inspirieren lasse. Porsche ist so eine Marke, die immer auf Bewährtes setzt und immer eine Evolution statt einer Revolution hinlegt. Ich glaube, das ist auch mein Anspruch. Ich würde gerne immer ein bisschen besser werden und ein bisschen evolutionieren, anstatt mich jedes Mal neu erfinden zu müssen. Insofern würde ich sagen: „AGHORI“ ist der aktuelle Porsche 911.

Im Rahmen des neuen Albums „AGHORI“ hast du uns auch eine von dir kuratierte, exklusive Gast-Playlist zusammengestellt. Kannst du kurz beschreiben, was uns da genau erwartet?

Eine freche Mischung aus Tracks die mich daily begleiten und Sounds, die für jede Situation im Leben passen.







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