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Fable Anniversary – zurück in die Zukunft?

Boxshot Wizard file used for creating global boxshotsusk16Schönheitsoperationen liegen im Trend. Die noch immer – Botox sei Dank – faltenfreie und offenbar alterungsresistente Heidi präsentiert schließlich auch jährlich aufs Neue, dass abgemagerte Hühnchen mit einem IQ knapp über dem des gemeinen Pantoffeltierchens nur gut aussehen müssen, um Erfolg zu haben. Fassade ist alles, Inhalt ist unwichtig. Seltsamerweise lässt sich diese Aussage heutzutage auch deckungsgleich auf Videospiele übertragen. Hauptsache die Grafik macht einen auf dicke Hose, der Inhalt ist immer häufiger nebensächlich. Anders sind die ständigen FIFA, CoD und Forza-Updates nicht zu erklären.

Was also soll man nun davon halten, wenn ein 10 Jahre alter Titel einem Facelifting unterzogen wird und nochmals für eine nicht mehr ganz so aktuelle Konsolengeneration veröffentlicht wird? Nun sind 10 Jahre im Bereich der Videospiele eine Ewigkeit, aber Zocker und somit potentielle Konsumenten wachsen schließlich fast täglich nach. Warum deshalb nicht einen alten Titel auf HD trimmen und ihn neu veröffentlichen, statt sich die Mühe zu machen, mal wieder etwas Neues zu wagen?

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Nun hätte man auch einen schlechteren Titel als Fable wählen können, um dessen Falten zu glätten. Denn gerade Fable war damals seiner Zeit voraus und bot dem Spieler die Wahl, in welche Richtung er sich entwickeln möchte. Strahlender Held in schillernder Rüstung oder gefürchteter Fiesling? Entscheidungen hatten Einfluss auf die Charakterentwicklung und obendrein wurde ein schönes Märchen in fantastischer Umgebung erzählt.

Als das Remake in der Xbox 360 rotiert, ist die erste Frage nach dem neuen Outfit schnell geklärt. Fable Anniversary sieht gut aus, zumindest was Texturen angeht. Alle alten Verkleidungen bekamen durchweg einen neuen Anstrich und so erstrahlt das alte Spiel in neuem Glanz. Gebäude, Pflanzen, Personen, alles wirkt frischer und lebendiger. Allerdings verschlucke ich mich fast, als mir der zu Beginn des Spiels noch kindliche Held sein Gesicht zuwendet. Ein randdebiler Schlafzimmerblick ist mit Sicherheit nicht jedermanns Anblick. Soweit zum Thema lebendige Grafik. Die Optik ist trotz gelegentlich aufploppender Hintergründe oder Objekte und teilweise gut sichtbarem Tearing insgesamt ganz hübsch, aber Steuerung und Animationen sind noch immer nicht wirklich im Hier und Heute angekommen. Teilweise hakelt die Steuerung und zu viele Aktionen auf dem Steuerkreuz stören manches Mal den Spielfluss. An den Animationen wurde nichts geändert. Figuren drehen sich auf der Stelle oder biegen an Wegpunkten genau im rechten Winkel ab, statt den direkten Weg zu nehmen.

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Zu Beginn des Spiels müsst ihr schon die ersten Entscheidungen Richtung Gut oder Böse treffen. Verratet ihr den untreuen Ehemann oder nehmt ihr sein Bestechungsgeld an? Helft ihr dem Kind oder dem Rüpel? Bewacht oder zerstört ihr die Ware?  Aber zum Glück dient diese Episode nur der kurzen Gewöhnungsphase ans Spiel, denn nur wenige Minuten danach befindet ihr schon in der Heldengilde. Hier werdet ihr mit der grundlegenden Steuerung bezüglich des Kampfablaufes vertraut. Schwert, Bogen oder Magie stehen zur Verfügung und ihr müsst alles beherrschen, bevor ihr zu einem erwachsenen Helden heranreift und mit dem Gildensiegel in die Welt entlassen werdet.

Ab jetzt steht es euch frei, welchen Weg ihr einschlagen wollt, denn an vielen Ecken wartet eine Entscheidung auf euch. So steht ihr dem Bettler und dem Rabauken gegenüber und müsst, wenn ihr euch auf die Seite der Schwachen schlagt, die erste Ausdrucksform lernen. Ihr furzt den Rabauken an. Und hier merkt man dann Fable doch sein Alter an, denn diese Aktion liegt auf dem Steuerkreuz und kommen später noch Auslachen oder Rülpsen hinzu, wird es doch gelegentlich etwas unübersichtlich. Hier hätte man auch daran arbeiten sollen, das Xbox 360 Pad gibt mit Sicherheit mehr her.

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Und so questen wir uns frohgemut durch das Land, interagieren mit deren Bewohnern, übernehmen vielleicht Nebenquests, besuchen Städte und deren Tavernen, heiraten und basteln an unserer Reputation. Wer in den Kneipen andere Gäste zum Getränk einlädt, macht sich beliebt. Wer rülpsend und pupsend durch die Straßen flaniert, sorgt für das genaue Gegenteil. Um unsere Gesinnung noch zu unterstreichen, wird unser Alter Ego mit der entsprechenden Kleidung ausgerüstet. Helle, freundliche Klamotten sorgen für eine entspannte Atmosphäre bei den Bewohnern, während dunkle Rüstungsteile und Tattoos Angst und Schrecken verbreiten. Leider unterscheidet sich der Weg des Helden nicht im Spiel. Der Handlungsablauf ist derselbe, lediglich die Enden sind unterschiedlich.

Damals wie heute macht das Aufrüstungssystem Fable so spaßig. Besiegte Gegner lassen je nachdem ob ihr sie mit Schwert, Bogen oder Magie besiegt habt, verschiedenfarbige Kugeln fallen, die ihr entweder aufsammelt oder schon während des Kampfes ansaugt. Mit diesen gesammelten Punkten rüstet ihr in der Heldengilde euren Charakter aus. Sollen es mehr Lebenspunkte oder doch ein wenig mehr Widerstandskraft sein? Egal wie ihr euch entscheidet, ihr werdet immer wieder hierher zurückkehren, um euren Helden noch ein wenig imposanter erscheinen zu lassen.

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Fazit:

Die Fable-Welt war klein und ist es auch im Remake noch. Ihr verlasst die Gilde, um den Wald zu betreten und es wird geladen. Das an sich wäre in Ordnung. Wenn aber der vollständige Gildenwald aus nur einem einzigen Ein- bzw. Ausgang und einem kleinen Rundgang besteht, fragt man sich doch, was sich die 360 da so in den Speicher lädt, zumal das Spiel linear ist. Es gibt kein Abseits des Weges, auch wenn es da noch so spannend aussieht. Und so wird jeder neue Abschnitt kurz geladen, bevor es weitergehen kann.

Ich persönlich bin kein Fan von Remakes. Das beginnt bei den unzähligen Klassikern, die von vergangenen Konsolen mit HD-Aufhübschung als digitaler Download noch einmal vermarktet wurden und endet nun bei Fable. Ein Spiel ist nur echt auf seiner ursprünglichen Konsole mit dem entsprechenden Pad. Nun ist der Unterschied zwischen Xbox und Xbox 360 nicht gar so gewaltig wie zwischen Mega Drive und Xbox 360 bzw. deren Pads, aber dennoch hätte es das Remake nicht wirklich gebraucht.

Wer sich aber erneut darauf einlässt oder vor 10 Jahren noch mit der Trommel um den Tannenbaum rannte, bekommt ein noch immer nettes Märchen mit einem noch immer umfangreichen Ausrüstungssystem präsentiert. Auch wenn Fable sein Alter trotz Facelifting und Faltenunterspritzung nicht wirklich verbergen kann, ist der Titel auch 2014 mehr als nur den berühmten Blick wert. Wer sich von anfänglichen Schlafzimmeraugen nicht beeindrucken lässt, taucht ein in Fable. Ob ihr dabei ein Held oder Bösewicht werdet, liegt ganz bei euch.

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Hardwaretest: Hauppauge HD PVR 2 Gaming Edition Plus

Youtube und andere Portale erleben seit Jahren einen stetig wachsenden Zulauf. Seit so gut wie jedes Smartphone über eine brauchbare Kamera verfügt, lädt jeder, der der Welt etwas Wichtiges mitzuteilen hat, seine wackeligen, unscharfen Handy-Filmchen auf ein entsprechendes Portal. Zum guten Ton unter Videospiel-Publishern gehört inzwischen, zum kommenden Triple-A-Titel in regelmäßigen Abständen Neuigkeiten in bewegten Bildern anzubieten. Kleine Videohäppchen machen Appetit auf das finale Produkt. Wer als Gamer etwas auf sich hält, erstellt ganze Walkthroughs im Videoformat.

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Auch wenn die Playstation 4 über eine Upload-Funktion für Videos verfügen soll, macht es doch einen gewaltigen Unterschied, ob ich ein Video direkt aus einem Spiel auf Youtube lade oder ob ich das in Ruhe am PC noch aufhübschen kann. Ihr wolltet der Community schon immer Videos eures Lieblingsspiels zeigen oder voller Stolz den letzten Level oder Endgegner präsentieren? Dann kommt ihr um den Kauf eines Capture-Moduls nicht herum.

Hauppauge präsentierte mit der HD PVR 2 Gaming Edition bereits im letzten Jahr das Nonplusultra unter den HD-Videorekordern für eure Spiele. In diesem Jahr wird noch einmal nachgelegt. Mit dem Zusatz PLUS versehen, bietet das neue Modul noch einmal zusätzlich Funktionen, Programme und Verbesserungen. So verfügt die Plus-Version nun auch über einen optischen Ausgang. Der Sound wird jetzt in AC3 kodiert, das heißt Audiosignale werden verlustfrei komprimiert. Die sechs Kanäle (5.1) des Videospielsounds werden somit zu einem einzigen Kanal zusammengefasst. Ebenso neu ist das Streamen von Livebildern über Twitch oder Ustream über das mitgelieferte Programm StreamEez.

Videos über HDMI aufzunehmen könnte leichter kaum sein, denn zum Lieferumfang gehören neben der HD PVR 2 auch sämtliche benötigten Kabel. Ihr findet also ein recht kurzes HDMI-Kabel zum Anschluss des Rekorders an den HDMI-Eingang eures TV, ein Komponenten-Kabel inklusive Adapter für die Playstation 3 oder die alte Xbox 360, sowie ein USB-Kabel zur Verbindung von Rekorder und PC. Auf der Installations-CD befinden sich alle notwendigen Treiber und Programme. Beim Aufbau und der Installation solltet ihr euch zwingend an die beigelegte Anleitung halten, da euer Bild auf dem TV und dem PC sonst schwarz bleibt.

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Ist alles korrekt installiert und angeschlossen, drückt ihr den Aufnahmeknopf auf der HD PVR 2 und es startet das Capture-Programm auf eurem PC. Hier sind noch einmal mit zwei Mausklicks Einstellungen vorzunehmen. Auch wenn die Anleitung ausgibt, dass keine weiteren Einstellungen notwendig sind und ihr die Voreinstellungen verwenden könnt. Beim ersten Start werdet ihr gefragt, welchen Anschluss bzw. welche Konsole ihr verwendet. Ihr müsst nun die Quelle ändern, da nicht die HD PVR2 das Bild lieferte, sondern meine PC-Webcam. Ebenso ist im Audiokanal trotz Vorblendung noch einmal HDMI anzuklicken, sonst wird der Sound nur verzögert über den PC, nicht aber über TV oder Anlage ausgegeben. Alternativ könnt ihr dem Programm noch den Ordner auf eurem PC vorgeben, in dem die Videos gespeichert werden sollen.

Ist dies alles getan, steht einer Aufnahme eures spielerischen (Un-)Vermögens nichts mehr im Wege. Mit dem Aufnahmebutton auf der HD PVR 2 werden Aufnahmen gestartet und gestoppt. Ein Pausieren des Spiels, um nach der PC-Maus zu greifen, ist nicht nötig. Der Rekorder selbst gibt euch anhand von farbigen LEDs eine optische Rückmeldung, in welchem Modus ihr euch gerade befindet. Auch wenn die HD PVR 2 Plus nur die Xbox 360 und Wii U als HDMI-fähige Konsolen aufführt, so funktionieren selbstverständlich auch andere. Ich habe meine Neo Geo X über HDMI angeschlossen und auch hier kamen einwandfreie Aufnahmen zustande. HDMI-Pass-Through sorgt für verzögerungsfreie Bildwiedergabe auf dem TV.

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Schwieriger wird es bei der Playstation 3 und der Verwendung des Komponenten-Kabels. Dieses muss verwendet werden, da das HDMI-Signal per HDCP verschlüsselt ist. Auch hier solltet ihr wieder die kleine Anleitung zur Hand nehmen. Denn zum Starten der Playstation 3 muss nach Anschluss des Komponenten-Kabels und Trennung der HDMI-Verbindung der Start-Knopf der Konsole festgehalten und erst nach dem zweiten Signalton losgelassen werden. Nur so schaltet die Konsole zwischen den unterschiedlichen Ausgängen um. Erhaltet ihr dann ein Bild auf dem TV, müssen in den Einstellungen der PS3 noch das Video-Format von 4:3 auf 16:9 geändert und die Tonausgabe auf Cinch geändert werden. Auch in den Einstellungen des Capture-Moduls sind noch zwei Einstellungen vorzunehmen. Unter Aspect Ratio ist der Haken bei „Auto“ zu entfernen und beide Einstellungen auf 16:9 zu ändern. Dafür sind nun auch Aufnahmen mit einer Auflösung bis zu 1080p möglich. Ich persönlich habe allerdings „nur“ 720p hinbekommen, denke aber, dass ich hier noch an den Einstellungen etwas ändern muss.

Habt ihr genügend Videos eurer Spielsessions aufgenommen, könnt ihr diese mit dem mitgelieferten Videoschnittprogramm ArcSoft Showbiz nachbearbeiten. Ihr könnt in der Timeline peinliche Momente herausschneiden, mehrere Videos aneinanderfügen, diese mit Übergängen versehen und problemlos Text einfügen. Das Programm bietet ganz sicher nicht so umfangreiche Funktionen, wie man das von Programmen wie Corel VideoStudio oder Magix Video deluxe erwarten darf, kann aber bei Weitem mehr, als der Windows Movie Maker. Zusätzlich lassen sich über den Hauppage Personal Logo Inserter auch noch eigene PNG-Dateien in das Video einfügen. Das fertige Ergebnis kann auf eine CD gebrannt oder direkt nach Youtube hochgeladen werden. Mit ein wenig Geschick lassen sich hier also mehr als nur ansprechende Videos erstellen.

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Wer aber hofft, seine Konsole direkt über die HD PVR  an den PC anzuschließen, um dort zu spielen und sich den Anschluss an den TV zu sparen, wird enttäuscht. Die Latenz von Bild und Ton beträgt gute zwei Sekunden, d.h. Bild und Ton kommen am PC sehr viel später an, als am TV.

Hardware Encoder

  • H.264 AVCHD HD Video-Encoder, unterstützte Auflösung bis zu 1080p30 über HDMI oder 1080p über Komponenten-Video
  • Verzögerungsfreier Pass-Through: HDMI auf HDMI bis zu 1080p oder Komponenten-Video auf HDMI bis zu 1080p
  • Aufnahme-Datenrate: von 1 bis zu 14 Mbits/sec
  • Aufnahme-Format: AVCHD (.TS und .M2TS), .MP4

Systemvoraussetzung

  • PC mit 3.0 GHz Single-Core oder 2.0 GHz Multi-Core Prozessor
  • min. 512 MB RAM (1 GB empfohlen)
  • Microsoft ® Windows ® 7 (32 oder 64-bit), Windows Vista oder Windows XP Service Pack 3
  • USB 2.0 Port
  • Fernseher mit HDMI Eingang
  • Grafikkarte mit min. 256 MB Speicher
  • Soundkarte
  • min. 220 MB freier Festplattenspeicher
  • CD-ROM Laufwerk (für Software-Installation)

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Fazit:

Die Hauppauge HD PVR2 ist ein kleines, geniales Stück Hardware. Endlich die eigenen Gaming-Erlebnisse in bewegten Bildern auf dem PC speichern und vorführen, statt immer nur neidisch die Videos der anderen zu betrachten. Die Packung beinhaltet dazu alles, was benötigt wird, um sofort loszulegen. Und richtig rund macht das gesamte Hardwarepaket die Software ArcSoft Showbiz, denn eine zusätzliche Bildbearbeitungssoftware muss ebenfalls nicht gesondert gekauft werden. Die Software ist ebenso wie die Hardware simpel zu bedienen und schnelle, ansprechende Erfolge sind somit garantiert.

Mein tatsächlicher einziger Kritikpunkt ist ein fehlender Adapter für Scart auf HDMI. Es werden zwar alle Current-Gen-Konsolen unterstützt, aber gerade für mich als Sammler wäre es wichtiger, Videos von Klassikern alter Konsolengenerationen aufzunehmen, die bei vielen Spielern entweder unbekannt oder aber in Vergessenheit geraten sind. Interessant wird obendrein die Frage nach der zukünftigen Kompatibilität der HD PVR2 Plus zu Xbox One und Playstation 4.

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Link zur Herstellerseite: Hauppauge HD PVR 2 GE Plus >>>

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weitere Hardwaretests:

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Port Royale 3 … mehr Pirates als das Original

portroyale3_coverusk62Die Spielregeln sind klar definiert: Action = Konsole vs. Simulation/Strategie = PC. Dass es auch anders funktioniert zeigt Port Royale 3, denn nicht jeder Spieler kann oder möchte an seinem Rechenknecht auch zocken. Wer seine Maus nur für Dokumente, Kalkulationen und Grafikbearbeitung herum schiebt, aber trotzdem gerne Simulationen spielt, muss nicht mehr neidisch auf den Gamer-PC starren. Dort ist Port Royale 3 bereits seit Mai 2012 erhältlich. Das Spiel ist trotz Steuerung per Gamepad eine waschechte Simulation, die perfekt vom PC auf Konsole umgesetzt wurde.

Seit seligen Amiga 500 und Atari ST Zeiten steht Sid Meier`s Pirates immer wieder Pate für Spiele rund um die Vormachtstellung in der Karibik. War die Handlung dort mit dem Entern von Schiffen, der Schatzsuche und der Heirat der Angebeteten noch überschaubar, so ist Port Royale 3 bei weitem umfangreicher. Es steht es euch frei, ob ihr Händler oder Freibeuter sein wollt. Oder sogar beides. Zu Beginn stehen euch zwei Kampagnen zur Verfügung, die nach ca. sieben Stunden ihren Abschluss finden und dann nahtlos in das Endlosspiel wechseln.

Ich habe mich zuerst für die Händlerkampagne entschieden. Als Schiffbrüchiger werdet ihr von einem angesehenen Kaufmann protegiert, der euch Starthilfe gibt und in die Feinheiten des Handels einführt. Ihr erhaltet ein Schiff und fahrt nun von Stadt zu Stadt, um hier billig Waren einzukaufen, die anderenorts mit Gewinn wieder verkauft werden. So verdient ihr euch die ersten Goldstücke, kommt aber so natürlich niemals zum gewünschten Wirtschaftsimperium. Deswegen dürft ihr bald darauf in Städten, in denen ihr euch dort fairen Handel beliebt gemacht habt, eure ersten Gebäude errichten.

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Gestartet wird immer mit einem Lagerhaus und zwei Wohngebäuden. Sind diese errichtet, dürft ihr bald darauf Betriebe bauen und so eure eigenen Waren anfertigen. Diese stellen maximal fünf der überall auf der Karte benötigten Güter her. So produziert die eine Stadt Holz, das überall zum Bau benötigt wird, kann aber selbst keine Nahrungsmittel produzieren. Eine andere Stadt stellt Kleidung her, kann aber selbst keine Baumwolle pflanzen, die zu Tuch verarbeitet wird, welches wiederum zur Produktion von Kleidung benötigt wird. Und so seid ihr bald dabei, Waren von Cayman nach Port Royale und weiter nach Belize zu verschiffen, damit der Rubel rollt.

Wie bei jedem Großunternehmen geht es darum, letzten Endes ein Monopol zu erschaffen. Das gelingt natürlich nicht mit nur einem Schiff oder Konvoi. Ihr erhaltet bald ein zweites Schiff, welches ihr dann für automatische Handelsrouten einsetzt. Und hier merkt man dann, dass sich jemand ganz viele Gedanken gemacht hat, denn es stehen diverse Möglichkeiten der Einrichtung zur Verfügung. So könnt ihr dafür sorgen, dass euer Gewinn gesteigert wird, dass eine Stadt Wohlstand erreicht, dass Materialien für eure Betriebe heran geschafft werden oder dass eure Lager geleert werden und überschüssige Ware, die euer Lagerverwalter nicht an die Stadt abgibt, anderswo verkauft wird. Diese voreingestellten Routen funktionieren so perfekt, dass man nur gelegentlich den entsprechenden Konvoi anklickt, um vielleicht die Route mit dem Hinzufügen oder Entfernen der einen oder anderen Stadt zu optimieren. Einmal eingerichtet, schaut ihr dann zu, wie sich euer Vermögen kontinuierlich vermehrt. Auch die Einrichtung persönlich zusammengestellter Routen ist möglich.

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Das funktioniert so lange gut, bis der erste Konvoi von Piraten überfallen wird. Im besten Fall werdet ihr eure Waren los, im schlimmsten Fall auch gleich den ganzen Konvoi. Es ist also an der Zeit, eure Handelsschiffe mit einer Kriegsflotte zu schützen und diese zu Konvois zusammenzufügen. Ein Konvoi kann aus mehreren Schiffen bestehen, aber nur drei davon sind die Kampfschiffe. Diese müssen vorher definiert werden, alle weiteren greifen nicht in die Schlacht ein. Es nützt also nichts, einem gut funktionierenden Konvoi zahlreiche Kriegsgaleonen hinzuzufügen, es sei denn, um ausreichend Matrosen für Landangriffe gegen Städte oder Piratennester zur Verfügung zu haben. Beim Kauf eines Schiffes erhält dieses zwar die erforderliche Anzahl an Matrosen, um es zu segeln, aber für die Bedienung der Kanonen müsst ihr euch im Hafen mit weiteren Matrosen und Kugeln ausstatten. Erst dann ist euer Konvoi auch kampfbereit.

Kämpfe selbst können manuell oder auch automatisch ausgetragen werden. Wollt ihr selber Piraten jagen oder eine Nation von der Landkarte fegen, steuert ihr eines von drei Schiffen in der Schlacht. Durch geschicktes Einsetzen der Segel und Beachtung der Windrichtung und Untiefen versucht ihr eurem Gegner eine Breitseite nach der anderen in die Planken zu jagen, ohne nach Möglichkeit selbst getroffen zu werden. Habt ihr das feindliche Schiff sturmreif geschossen, dürft ihr es versenken oder entern. Geratet ihr selbst zu sehr in Bedrängnis, ruft ihr eure beiden anderen Schiffe zu Hilfe. Im Gegensatz zu Pirates ist eine Flucht leider nicht möglich, auch wenn ihr schneller seid als eure Gegner. Seeschlachten müssen also immer bis zum bitteren Ende ausgefochten werden.

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Befinden sich zwei Nationen im Krieg, was zu der Zeit offensichtlich alle paar Wochen der Fall war, dürft ihr bei entsprechendem eigenen Ansehen beim jeweiligen Vizekönig einen Kaperbrief erwerben. Dieser berechtigt euch, alle feindlichen Konvois oder Städte anzugreifen, ohne an Achtung bei den Nationen – außer natürlich der angegriffenen – zu verlieren. Angriffe auf Städte werden immer manuell mit den drei Kampfschiffen eures Konvois geführt. Um eine Stadt zu annektieren oder die Stadtkasse zu plündern, muss zuerst immer die Befestigung ausgeschaltet werden. Man steuert mit jedem seiner drei Kampfschiffe einen vordefinierten Punkt an, von dem aus dann das Feuer auf die Verteidigungsanlagen eröffnet wird. Erst wenn alle Anlagen zerstört sind, beginnt der eigentliche Angriff auf die Stadt. Und hier entscheidet die Anzahl der Matrosen über die Anzahl der Verteidiger. Habt ihr in der Schlacht zu viele Matrosen verloren, wäre die Erstürmung der Stadt dann ein Selbstmordkommando. Es lohnt es sich daher, den Angriff abzubrechen und einen frischen Konvoi den Überfall ausführen zu lassen. Besitzt ihr keinen weiteren Konvoi, habt ihr genug Zeit, euch in befreundeten Häfen mit neuen Matrosen auszustatten, um dann erneut einzufallen. Die Befestigungsanlagen sind in dieser Zeit nicht neu errichtet.

Neben der friedlichen Übernahme von Städten durch eine ausreichende Anzahl von Betrieben und einem hohen Grad an Ansehen ist dies die zweite Möglichkeit, an eigene Städte zu gelangen. Aber hier ist Port Royale 3 leider nicht wirklich logisch. Denn es kann euch passieren, dass die Nation, der ihr die Stadt abgejagt habt, sich diese wieder zurückholt und euch in Friedenszeiten angreift. Fällt die Stadt dann wieder an den ehemaligen Besitzer zurück, will man sich das natürlich nicht gefallen lassen und startet den Gegenangriff. Aber da Frieden herrscht, wird eure Aktion als kriegerischer Akt betrachtet und ihr verliert sofort an Achtung bei allen anderen Nationen. Dieses könnt ihr nur durch umfangreichen Handel oder besser noch, durch die Jagd auf Piraten wieder zurück erlangen. Es ist dabei sinnvoll, zwar Piratenkonvois zu plündern oder zu versenken, aber das Versteck der Piraten selbst zumindest eine Weile unangetastet zu lassen. Dieses überfallt ihr erst, wenn ihr etliche Waren oder viel positives Renommee benötigt.

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Handel und Seeschlachten sind aber nur ein Teil des umfangreichen Spielprinzips von Port Royale 3. So lohnt es sich immer wieder, in den Städten die Tavernen aufzusuchen, um mit Händlern, besorgten Frauen oder Schatzkartenbesitzern zu sprechen. Diese haben zahlreiche Nebenmissionen parat, die euch immer wieder Goldstücke in eure Kasse spülen. Ebenso sinnvoll ist es, gelegentlich beim Gouverneur oder Vizekönig vorbei zu schauen und dort Aufträge entgegen zu nehmen.

Fazit:

Port Royale 3 bietet das, was man bei Konsolenspielen sonst eher schmerzlich vermisst, nämlich Umfang. Und davon gibt es reichlich. Ihr handelt, ihr plündert und ihr häuft ein Vermögen an Gold und Städten an, ohne dass euch das Spiel vorschreibt, was ihr wie zu tun oder zu lassen habt. Ihr habt immer die Wahl, in die Handlung einzugreifen oder einfach das Spiel zu genießen.

Ihr habt eine Handelsroute eingerichtet? Dann schaut doch einfach zu, wie euer Konvoi von Hafen zu Hafen schippert und sich euer Gold vermehrt. Ihr findet, dass Holland weder bei der Fußball-WM, noch in der Karibik etwas zu suchen hat? Dann umgebt euch mit Kriegsschiffen und annektiert Stadt um Stadt und vernichtet Konvoi um Konvoi. Ihr habt keine Lust mehr, braver Händler zu sein? Startet eine Karriere als Freibeuter und überfallt friedliche Schiffe und Städte. Habt ihr davon genug, kümmert euch um euer Ansehen und kehrt in das brave Leben zurück.

Eigentlich ein PC-Spiel, ist die Umsetzung für die Xbox 360 wirklich gut gelungen. Es muss nicht immer die Maus sein, man darf endlich auch auf Konsole mal wieder eine starke Simulation spielen, wenn man die entsprechende Geduld mitbringt, sich durch die Anleitung und umfangreiche Menüs zu beißen. Da das Spiel bereits 2012 veröffentlicht wurde, sind jetzt noch maximal 29,-€ gut investiertes Geld, wenn man denn gegenüberstellt, wofür man sonst 60,-€ ausgibt und nicht annähernd so viel Spieltiefe findet.

 

Worms: The Revolution Collection … aus alt mach neu

worms_rc_coverusk62Sie verfolgen mich und ich kann ich mich den Würmern nicht entziehen. Seit 1995 und längst vergangenen Playstation One Zeiten habe ich Tausende der digitalen Kriechtiere in die Luft gesprengt, erschossen oder ersäuft. Ich habe sie mit Bazookas und Granaten aus sicherer Entfernung erledigt, mit der Pumpgun und der Uzi auf kurze Distanz durchsiebt und wenn ich gar keine andere Wahl hatte, Auge in Auge im Kampf Wurm gegen Wurm auf Leben und Bildschirmtod.

Es war anfangs lustig, sich mit jeweils vier Würmern und einem fast unerschöpflichen Waffenarsenal vom Bildschirm zu sprengen, doch im Laufe der Zeit waren auch die Würmer irgendwann einmal langweilig geworden. Kein Wunder, wurden doch seit 1995 bis ins Jahr 2012 sagenhafte zwanzig verschiedene Worms Titel für alle gängigen und auch mal weniger gängigen Konsolen und Computer veröffentlicht. Es gab die schleimigen kleinen Kriecher in klassischem 2D, dann wieder in 3D, sie kämpften an fast jedem erdenklichen Ort auf diesem Planeten und in Odyssee im Wurmraum auch mal außerhalb desselben. Es wurde an der Grafik geschraubt und gelegentlich kamen mit der Heiligen Handgranate, dem Giftangriff, der Oma oder dem Betonesel neue, äußerst brutale Waffen hinzu. Kurzum, seit gut einer menschlichen Generation bekämpfen sich die Würmer untereinander und niemand weiß so wirklich warum.

worms2_armageddonIn Prä-Internet Zeiten wurden die Würmer noch auf Disketten und CD ausgeliefert. Nachdem der Online- und Download-Wahn um sich griff, musste man sich die Würmer herunterladen. Umso überraschter war ich, letzte Woche mit Worms: The Revolution Collection eine klassische Box-Version zu erhalten, Inhalt gleich zwei Spiele. Aber weder mit Worms 2: Armageddon noch mit Worms Revolution konnte ich namentlich oder inhaltlich etwas anfangen. Mein letztes Worms war schließlich im Jahr 2008 Worms HD auf der XBOX 360. Dieser Titel wurde online über Wochen gezockt, irgendwann vergessen und verschwand dann in den Tiefen der Festplatte.

worms_revolutionDie anfängliche Vorfreude über ein neues Worms wich dann nach kurzer Recherche einiger Ernüchterung. Denn bei dieser Würmersammlung handelt es sich tatsächlich um zwei schon vor längerer Zeit erschienene Aracde-Titel. Worms 2: Armageddon stammt bereits aus 2009 und Worms Revolution erschien im Oktober letzten Jahres. Seit Mai diesen Jahres werden also zwei alte Titel in neuer Verpackung angeboten und sollen so scheinbar weniger informierte Kunden, die nicht jedes Worms gespielt haben und damit nicht vollständig mit jedem Teil der Serie vertraut sind – wie mich zum Beispiel – zum Kauf verleiten.

Einziger Vorteil dieser Box-Version: Es sind alle erhältlichen Downloads mit auf die Disc gepresst. Wer diese Spiele kauft, muss demnach nicht noch einmal für DLC gesondert MS-Points investieren. Im Einzelnen stellt sich der Inhalt folgendermaßen dar:

Spiele:

  • Worms Revolution
  • Worms 2: Armageddon

DLC:

  • Worms Revolution Funfair Pack
  • Worms Revolution Mars Pack
  • Worms Revolution Medieval Tales Pack
  • Worms 2 Battle Pack
  • Worms 2 Forts Pack
  • Worms 2 Mayhem Pack
  • Worms 2 Puzzle Pack
  • Worms 2 Retro Pack
  • Worms 2 Time Attack Pack

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Auf das Spielprinzip der beiden Titel gehe ich hier nicht weiter ein, dies ist unverändert und auf diversen anderen Seiten nachzulesen. Worms war Worms, ist Worms, bleibt Worms auch wenn in Revolution nun das erste Mal verschiedene Wurmklassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten am Start sind, die dem Spiel eine eher unwesentliche taktische Note hinzufügen. Weiterhin gibt es jetzt Waffen mit Wasser und eine leicht 3D-angehauchte Grafik, die aber beim Zoomen an den Kanten Treppchen bildet.

Das Spiel selbst hat obendrein scheinbar einen Programmierfehler. Denn im Startbildschirm kann man zwischen den Spielen und dem zu installierenden Content wählen. Leider werden die einzelnen Titel aber nicht farblich hinterlegt, so dass man nicht weiß, wo sich der Cursor zur Auswahl nun gerade befindet. Man muss auf Verdacht und gut Glück alle Inhalte hintereinander installieren, damit nachher nur die Wahl zwischen den beiden Spielen bleibt. Die eigentlich zur optischen Unterstützung gedachten Bildchen zeigen nur die beiden Titel, aber nicht den jeweiligen Content an.

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Fakt ist letztendlich, hier wird eine Lizenz billig eingekauft und nun ausgeschlachtet, an der diesmal die NBG EDV Handels & Verlags GmbH noch richtig dick verdienen möchte. Denn fast 40,-€ für zwei alte Titel sind trotz vorhandenem DLC schon fast eine Frechheit! NBG zeichnet sich als Publisher bisher durch Titel wie Das Horst Schlämmer Quiz – Weisse Besscheid?! oder Zumba Fitness sowie einige andere Perlen aus. Worms: The Revolution Collection ist und bleibt eine Ansammlung von alten Spielen und alten Zusatzinhalten. Der einzige Vorteil für mich: Ich habe eine Disc-Version, die ich mir nach einigen – wieder witzigen – Spielen Worms ins Regal stellen kann, auch wenn man bei NBG zu geizig war, dem Spiel eine wie auch immer geartete Anleitung über Inhalt oder Spielprinzip in Papierform beizulegen. Aber wenigstens gibt es auch keine Werbeflyer, es gibt außer dem Cover gar kein Papier.

 

Tomb Raider – Reanimation einer Legende?

tomb_raider_coverusk18Ich war schon immer SEGA-Fan. Daher stand es für mich außer Frage, 1996 das allererste Tomb Raider auch für den Saturn und nicht für die PS One zu kaufen. Lag aber vielleicht auch daran, dass die Sega-Version eher im Laden stand? Ich erinnere mich noch genau, wie mir der Mund offenstand, als Lara durch den Schnee stapfte, die hinterließ sogar Fußabdrücke! Ich wusste, hier Teil von etwas Neuem zu werden, mit Tomb Raider würden Videospiele einen gewaltigen Schritt voran machen. Alle kommenden Bits und Bytes mussten sich ab sofort an diesem einen Spiel orientieren. Vorsichtig, fast schon ehrfürchtig bewegte ich Lara voran. Naja, so gut das mit dem klobigen Saturn-Pad eben ging. Zwischen gehen, laufen und einem uneleganten Hüpfer vorwärts in den Abgrund war es nur ein unbedachter Daumendruck.

Aber trotz der hakeligen Steuerung war es damals schon Lara Croft, die Superheldin, gegen die Indiana Jones ab sofort einfach nur noch traurig aussehen sollte. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Sollte der alte Mann doch vor rollenden Felskugeln davonrennen, Lara sprang locker aus dem Stand darüber. Wilde Tiere? Während Indi ungeschickt auf einem dressierten Elefanten ritt, besiegte Lara praktisch im Vorbeilaufen prähistorische Dinosaurier. Und überhaupt die Bewegungen, die Animationen, die Rätsel, das Leveldesign. Auf der einen Seite ein angestaubter Archäologe im Khaki-Dress mit Peitsche, hier die trotz Eis und Schnee nur mit Shorts bekleidete Lara, bewaffnet mit zwei gewaltigen, auf Hochglanz polierten Wummen. Mit Lara drang man in Welten vor, die nie zuvor ein Indiana Jones auch nur erahnt hatte.

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Danach geschah das, was mit offenbar jedem kommerziellen Erfolg geschehen muss. Es folgten jährlich neue Teile des ehemals besten Action-Adventures aller Zeiten. Mit Angel of Darkness erlebte die Serie dann 2003 ihren endgültigen Tiefpunkt und Lara verschwand nach harscher Kritik aus allen Richtungen in den Geschichtsbüchern. Und da wäre sie auch heute noch, wenn die Serie nicht auf den Next-Gen-Konsolen mit Legend doch noch ein fulminantes Comeback gefeiert hätte. Kein Tomb Raider kam dem ersten Teil wieder so nahe. Da war es endlich wieder, das alte und schmerzlich vermisste Lara-Gefühl, an dem auch die damalige unglaubliche Grafikpower von XBOX 360 und Playstation 3 ihren Anteil hatten. Knapp zwei Jahre später folgte Underworld, dem aber der kommerzielle Erfolg versagt blieb. Spiele wie Hitman, Uncharted, Far Cry und Assassins Creed hatten Tomb Raider inzwischen den Rang abgelaufen. Eidos Interactive kündigte daraufhin an, dass Underworld nun der endgültig letzte Teil der Serie war, Lara wurde offiziell in Rente geschickt.

Konrad Adenauer hat einmal gesagt, „Was stört mich mein Geschwätz von gestern?“. So ähnlich muss man es Crystal Dynamics bei der Suche nach einer neuen Spielidee gehalten haben, als man im Keller auf eine in der Ecke vergessene Kiste mit alten Lara-Titeln aufmerksam wurde. George Lucas hat es mit Star Wars vorgemacht, warum also nicht auch zu Tomb Raider ein Prequel produzieren? So kündigte man im Dezember 2010 an, dass sich entgegen aller getätigten Aussagen ein neues Tomb Raider in der Entwicklung befindet. Studioleiter Darrell Gallagher sagte damals, „dass man alles, was man über Tomb Raider weiß, vergessen soll.“ Diese Aussage wurde später durch die überraschende Ankündigung unterstrichen, dass es sich beim neuen Spiel das erste Mal um einen USK 18 Titel handeln sollte.

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Nun ist sie angekommen, die „neue“ Lara. Der Mensch Lara Croft, nicht das unzerstörbare Überwesen aus den bisherigen Spielen. Die Verwandlung ist vollzogen, Lara wird erwachsen. Aber dieser Vorgang vollzieht sich in aller Stille. Irgendwann nach dem Finale werdet ihr feststellen, dass da jetzt eine andere Lara in den Sonnenuntergang schippert, nicht reitet. Es gibt nicht DEN einen Moment im Spiel, in dem Lara transformiert, in dem aus der Raupe der Schmetterling wird. Alles vollzieht sich in nahtlos ineinander übergehenden kleinen Schritten und Episoden. Das alles erinnerte mich entfernt an Batman. Ebenso wenig wie Bruce Wayne den strahlenden Helden in schillernder Rüstung verkörpert, so wenig heldenhaftes werdet ihr zu Beginn des Spiels an Lara finden. Denn nach dem Schiffbruch hat euch sofort die Action im Griff. Ihr habt keine Zeit zum Nachdenken. Erst Minuten später kommt ihr das erste Mal zur Ruhe und entdeckt nun eine vor Kälte zitternde Lara, der Schmerz, Angst und Unverständnis über das soeben Erlebte ins Gesicht geschrieben stehen und deren Körper von Verletzungen gezeichnet ist.

Das alles funktioniert nur, weil die Handlung es zulässt. Klassische Elemente wie die einsame Insel, ein irrer Kult und entführte Freunde gab es alles schon einmal. Aber hier wird es ein wenig geschickter miteinander verwoben, so dass Lara Zeit findet, ihren Charakter zu entwickeln. Und überhaupt die Geschichte. Ein steter Wechsel zwischen Action und Ruhe. Einerseits die wahnsinnigen Inselbewohner, die euch bei jeder Gelegenheit nach dem Leben trachten und andererseits das klassische, das so bekannte Tomb Raider. Klettern, springen, suchen und Rätsel lösen. Und das erste Mal, ohne eine Kiste zu schieben. In diesen Momenten ist sie wieder da, die alte Lara, die Forscherin, die Grabstätten plündert und scheinbar alles über noch so seltene Artefakte weiß. Jedes Mal perfekt inszeniert die Überraschung, wenn Lara ein Grab öffnet und das Erstaunen über den Fund nahezu greifbar wird.

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Die anderen Momente sind die, weshalb das Spiel diesmal mit dem roten USK 18 Sticker versehen ist. Die, in denen ihr von einer Übermacht von Gegnern in die Enge getrieben werdet und in denen es ums nackte Überleben geht. Du oder ich, alles ist erlaubt. Emotional die Szene, in der Lara mit ihrer Kletteraxt einen Gegner regelrecht hinrichtet und ihn lautstark als Hurensohn beschimpft. Angst, Hass und Wut werden so real transportiert, wie das sonst nur ein Film schafft. Und selbst die Momente, in denen Lara verliert, sind so vollkommen anders, als man das aus allen Teilen davor kennt. Da wird in die Tiefe gestürzt, Explosionen und Brandbomben zerfetzen und Macheten oder Pfeile bringen tödliche Verletzungen bei. Obendrein wird Lara von einem unter der Wasseroberfläche verborgenen Stab durchbohrt, von Felsen zerquetscht oder im finalen Abschnitt von einer Tempelwache als Trophäe auf einen Langspeer gespießt. Es ist anders als vorher, als Lara einfach nur ein digitales Leben verlor. Hier erlebt man das Ende hautnah.

Trotz der Action gibt euch das Spiel immer wieder Zeit, die Insel und die Architektur zu bewundern. Verschneite Berge, tiefer Dschungel, schmale Bergpässe, verfallene Bunkeranlagen, ein Schiffswrack, aufgehangen in den Bergen. Ein ums andere Mal geht es nur darum, innezuhalten und die Ideen der Spieldesigner zu genießen. Höhenangst löste der Moment aus, als Lara auf den Funkmast, den höchsten Punkt der Insel kletterte, um dort einen Notruf zu senden. Aber nicht nur solche Momente sind Oscarreif in Szene gesetzt. Explodierende Tempelanlagen, zerberstende Wellblechbaracken, vom Wind gepeitschte Gebäude, in denen Lara schützend die Hände vor das Gesicht hält und der Moment, in dem die nahende Rettung doch scheitert und es scheinbar keine Hoffnung mehr gibt. Alles wird von der perfekt integrierten Kamera eingefangen und von auf den Punkt genau passenden Soundeffekten unterstützt. Noch nie war eine deutsche Synchronisation so gut, Nora Tschirner sei es gedankt.

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Selbstverständlich darf auch gesammelt und aufgerüstet werden. Bergungsgut hilft, Waffen zu verbessern, getötete Kultanhänger und Kisten bringen Erfahrungspunkte, die Laras Fähigkeiten kontinuierlich verbessern. Auch wenn Lara eine Pistole, ein Gewehr und die Schrotflinte Stück für Stück verbessert, so wird doch der Bogen bis zum Ende die ultimative Waffe bleiben. Lautlos bei Angriffen aus dem Hinterhalt und größtmöglichen Schaden verursachend, wenn Napalmspitzen Benzinfässer zur Explosion bringen. Langes Überleben sichern die Nahkampffähigkeiten. Der Ausweich-Kill wird im Laufe des Spiels immer wichtiger, da Gegner immer stärker werden und frontal angreifen. Jeder Abschnitt bietet obendrein Herausforderungen, die allesamt leichter zu lösen sind, wenn die Schatzkarte gefunden ist. Hier sind alle Geocaches und Artefakte vermerkt. Zusätzlich können Sonderaufgaben wie das Zerstören von Alarmanlagen oder das Verbrennen von Wandbildern gelöst werden. Alles bringt euch Stück für Stück voran.

Fazit:

Tomb Raider reloaded! Kein Titel mit der Heldin Lara Croft war jemals so intensiv und emotional wie dieser. Aber seit dem ersten Teil schieden sich ohnehin die Geister. Dem einen war es zu rätsellastig, dem anderen wurde zu viel Action geboten. Und trotzdem liegt Darrell Gallagher falsch. Es ist noch immer Tomb Raider. Denn gerade das Wissen um die alten Spiele macht das neue Tomb Raider zum besten Teil seit dem Start der Serie 1996, auch wenn die Rätsel Spieleveteranen zu lasch sein dürften. Betrachtet man das Spiel anhand der Charakterentwicklung, der faszinierenden Grafik und den immer stimmigen Sounds, bietet dieser Titel alles, was man sich als Fan wünschen darf. Man darf jetzt nur gespannt sein, ob und wenn ja, wie die Serie fortgesetzt wird. Denn Lara ist erwachsen geworden.

Hardwaretest: Philips 55PFL8007K – bigger is better

55pfl8007k12_teaser_220x140Vor gar nicht allzu langer Zeit waren Röhrenfernseher im 4:3 Format mit 72 Zentimetern Diagonale noch das Maß aller Dinge. Nicht weniger als ein simpler Antennenanschluss und im besten Fall zwei Scart-Anschlüsse, von denen einer sogar NTSC-Signale verarbeiten konnte, waren nötig, um Otto-Normalkunden den maximalen Fernseh- und Videospielgenuss nach Hause zu bringen. Wer mehr Geld zur Verfügung hatte und mehr sichtbares Bild wollte, investierte in damals unverschämt teure Rückprojektionsgeräte in der Größe einer Flurgarderobe.

Alles änderte sich mit Einführung des 16:9 Formats. Auch hier gab es anfangs noch Röhren-TV, dann wurden Fernseher endlich flach. Doch wie bei technischen Innovationen üblich, wurde dem Konsumenten zu Beginn eine Entscheidung abverlangt, an der sich wie schon zu Zeiten von Videorekordern oder der Einführung vom hochauflösenden Videoformat die Geister schieden. Lautete die Frage nach dem System bei Magnetbändern noch „VHS, Video 2000 oder Betamax“ und bei digitalen Medien später „Blu-ray oder HD-DVD“, stand der kaufkräftige Kunde beim Flachbildschirm vor der Frage „LCD oder Plasma“?

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Rück- und Seitenansicht

Auch das ist inzwischen fast vergessen, LED-Backlight ist inzwischen Standard. Der Kauf eines neuen TV wird damit heute vom persönlichen Geschmack und dem eigenen technischen Anspruch wie der Frage nach 2D oder 3D entschieden. Nur noch Nuancen unterscheiden Hersteller und Modelle voneinander, wenn es um die Technik geht. Denn HD darstellen können (fast) alle. Es sind demnach die Details, die heute über den Kauf entscheiden. Maßgeblich für mich sind neben dem annähernd perfekten Bild, eingängigen Funktionen und simpler Bedienung auch das mögliche Streamen von digitalen TV-Sendungen vom TV auf ein Tablet und die 3D-Splitscreen-Funktion für Videospiele. Und ich will Ambilight!

All das bietet der Philips 55PFL8007K, der aufgrund seiner technischen Merkmale und seiner Bildschirmdiagonale von 140 Zentimetern zu den Top-Modellen des aktuellen Portfolios gehört. Allein das Auspacken und Aufbauen des Geräts verlangt mindestens vier Hände, denn das Verziehen des Bildschirms durch unvorsichtigen Transport muss unbedingt vermieden werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Die Folge daraus kann eine unregelmäßige Ausleuchtung des Bildes sein. Für die Montage des Standfußes, der auch die Boxen enthält, muss der Bildschirm auf einen Tisch gelegt werden. Die Halterung für den Standfuß wird mit nur zwei Schrauben an der Rückseite angebracht, der Fuß selbst wird vierfach verschraubt. Durch die Halterung wird das in den Fuß integrierte Boxenkabel mit dem TV verbunden, denn nur so gibt es nachher auch Klang, wenn kein externes System verwendet wird.

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Der 55PFL8007K verfügt über alle Anschlüsse, die ein hochwertiger LED-Bildschirm heute mit sich bringen sollte. Geboten werden gleich fünf HDMI-Eingänge, die alle ARC-fähig sind, also nicht nur Signale empfangen, sondern auch gleichzeitig den Ton über das HDMI-Kabel an ein angeschlossenes Heimkinosystem abgeben (ARC = Audio Return Channel). Verstärker, die über keinen HDMI-Anschluss verfügen, können über ein optisches Digitalkabel angesteuert werden, um so den vollen Raumklang zu genießen. Weiterhin verfügt das Gerät über drei USB-Anschlüsse, von denen zwei leicht zugänglich an der Seite angebracht sind. Den hinteren, und damit schwerer erreichbaren, verwendet man bei Bedarf für die zum Lieferumfang gehörige Skype-Kamera PTA317 für Videotelefonate innerhalb des Skype-Onlinedienstes.

Beide mitgelieferten aktiven 3D-Brillen werden über USB aufgeladen. Obendrein kann man am 55PFL8007K eine USB-Tastatur sowie -Maus, einen USB-Stick und für digitale TV-Aufnahmen eine USB-Festplatte nutzen. Warum allerdings das einzig mitgelieferte Kabel so kurz ist, dass sich beim Aufladen der Brille das Kabel spannt, erschließt sich mir nicht ganz. Aber USB-Kabel gibt es heute inflationär zu jedem Elektroartikel dazu, so dass sich in einem halbwegs sortierten Haushalt auch ein längeres Kabel finden lassen sollte. Die Brillen lassen sich aber auch am PC oder Handy-Ladegerät aufladen.

2 Shutter-Brillen PTA507/00 werden mitgeliefert
2 Shutter-Brillen PTA507/00 werden mitgeliefert

Wichtig für den Besitzer einer alten XBOX 360 ohne HDMI ist der YPbPr-Komponentenanschluss, sowie ein VGA-Eingang zum Betrieb eines PC am Bildschirm. Selbstverständlich bietet der 55PFL8007K auch diese. Sollen noch ältere Geräte wie Super NES oder ähnliches betrieben werden, findet sich am Philips sogar ein Scart-Anschluss über Adapter. Obligatorisch für ein Gerät solcher Preisklasse ist inzwischen der CI+ Schacht (Common Interface Plus) für den Empfang von digitalen Sendern von Kabel Deutschland oder Sky ohne den Betrieb eines zusätzlichen Receivers. Ebenso normal sind ein Kopfhörerausgang und ein Ethernet-Anschluss für ein RJ-45-Netzwerkkabel, auch wenn das Gerät WiFi-fähig ist. Nicht selbstverständlich hingegen scheint bei vielen Herstellern die Unterbringung der Anschlüsse zu sein, denn allzu oft schmälern störend über den Rand herausragende Kabel den optischen Gesamteindruck eines Flachbildschirms. Hier hat man bei Philips aber weiter gedacht, denn alle Anschlüsse sitzen so weit hinten im Gerät, dass hier nichts übersteht! Dies ist mit Sicherheit auch dem Ambilight geschuldet, denn wer möchte schon Schatten oder Konturen eines Kabels im rückwärtigen Spiel der Farben sehen, während er einen Film genießt?

Dieses Ambilight ist eine der auffälligsten Funktionen von Philips-Geräten. Das patentierte Ambilight wird bereits seit 2004 eingesetzt und sorgt tatsächlich für ein entspanntes Fernsehvergnügen gerade in abgedunkelten Räumen. Anfangs waren es noch einfache Röhren, deren Funktion über die Fernbedienung gewählt wurde und die ihr Licht an die Seiten des TV abgaben. Bei der Ambilight-2 Technik kam die Zweikanal-Funktion hinzu, die auf den beiden Seiten des Fernsehers verschiedene Farben darstellen konnte. Ein weiterer Schritt war Ambilight Spectra, bei der durch nun vier Leuchtdiodenstränge auch dynamische und farbliche Übergänge innerhalb des Bildes möglich wurden. So wird zum Beispiel bei einer Landschaftsaufnahme der untere Teil im Grün einer Wiese dargestellt und der obere im Blau des Himmels. Der 55PFL8007K verwendet sogar Ambilight Spectra XL, bei dem jetzt auch der obere Rand des Bildschirms beleuchtet wird. Außerdem ist es möglich, das Ambilight an die Farbe der dahinterliegenden Wand anzupassen oder aus dem dynamischen, sich verändernden Licht auf statische oder warmweiße Beleuchtung umzuschalten. Wer einmal einen Film mit dieser farblichen Untermalung geschaut hat, wird darauf nicht mehr verzichten wollen! Alleine die Abschaltung des Ambilight sorgt schon für Irritationen, weil etwas fehlt.

Ambilight Spextra XL
Ambilight Spextra XL

Da auch Boxen einer Evolution unterliegen und somit immer schmaler, aber trotzdem leistungsstärker werden und beim Philips in den Standfuß integriert sind, wird auch der Rahmen immer filigraner. Beim 55PFL8007K sind dies noch ganze neun Millimeter sichtbarer Rand bei nicht einmal drei Zentimetern Gehäusetiefe. Die Verarbeitung ist dabei einwandfrei, alle Spaltmaße sind rundum exakt. Die 2 x 20 Watt der Boxen verbreiten trotz ihrer geringen Ausmaße guten Klang, vorausgesetzt der Bildschirm steht auf einer festen Unterlage. Einen Läufer, Platzdeckchen oder ähnliches sollte man vermeiden, da Schall sich auf weichen Materialien physikalisch bedingt nicht gut ausbreiten kann. Der bauartbedingt etwas größere Standfuß wird bei der Wandmontage an der Rückseite des Bildschirms angebracht. Für den optimalen Effekt des Ambilight Spectra XL sollte der Bildschirm nicht mehr als 25 Zentimeter von der Wand entfernt stehen. Auf einen parallelen Lichteinfall sollte ebenfalls geachtet werden, da der große Bildschirm trotz entspiegelter Hochglanzscheibe bei Licht von vorn doch eher blendanfällig ist.

Nach diesen Vorbereitungen und der simpel vonstattengehenden Verkabelung mit Antenne oder Receiver und weiteren Komponenten wie Heimkinosystem und Spielkonsolen erfolgt die Ersteinrichtung. Der Philips verfügt selbstverständlich über den schon obligatorischen Triple-Tuner für Satellit (DVB-S2), Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T). Eine gedruckte Anleitung liegt dem TV nicht bei, aber Philips stellt diese online als PDF auf der eigenen Website und auch innerhalb der TV-Software zur Verfügung. Wie immer gilt: Besitzer eines Tablets oder Smartphones laden sich das PDF auf das mobile Gerät und haben so die Anleitung gegebenenfalls immer griffbereit. Die Inbetriebnahme und erste grundlegende Einstellungen von Sendern, Bildeinstellungen, Ambilight und einem eventuell vorhandenen Internetzugang erklären sich jedoch vollständig von allein. Selbstverständlich lassen sich aber all diese Einstellungen auch nachträglich im übersichtlichen und umfangreichen Optionsmenü noch nachjustieren.

Dieses Optionsmenü ist zwar übersichtlich, aber dermaßen umfangreich, dass die ersten Stunden oder auch Tage tatsächlich damit verbracht werden können, den Bildschirm den eigenen Vorstellungen gemäß anzupassen, auch weil die werksseitigen Vorgaben nicht unbedingt sofort das beste Bild liefern. Allein für die Bildeinstellungen gibt es diverse Menüs mit angeschlossenen Untermenüs, die mal mehr, mal weniger sofort ersichtliche Ergebnisse in der Darstellung des Bildes bringen. Angefangen bei klassischen Standardeinstellungen wie dem Farbton, der warme oder kühle Farben hervorhebt, der Helligkeit, dem Kontrast oder der Farbsättigung, bis hin zum Feintuning der zahlreichen Pixelverbesserungsprogramme – bei Philips Perfect Pixel HD Engine genannt – reicht hier die Palette der Möglichkeiten. Es darf also umfangreich probiert werden.

Menü der Perfect Pixel HD Engine
Menü der Perfect Pixel HD Engine

Doch genau diese Funktion der perfekten Pixelaufbereitung ist gleichzeitig gelegentlich der Fluch von HD und Blu-ray. Dies liegt allerdings nicht am Bildschirm oder schwacher Software, sondern meist ausschließlich am Ausgangsmaterial. Im Bemühen, die bestmögliche Qualität bei größtmöglicher Bewegungsschärfe aus einem Film heraus zu holen, entsteht dabei manchmal der sogenannte Soap-Opera-Effekt, also ein Bild wie bei einer amerikanischen Seifenoper. Es wird der Eindruck erweckt, als seien die Darsteller vor einem neutralen Hintergrund gefilmt und nachträglich digital in die Aufnahme kopiert worden. Beim Soap-Opera-Effekt erfolgt also eine zu scharfe Trennung von Vorder- und Hintergrund. Dies liegt an der höheren Bildrate als den im Kino üblichen 24 Vollbildern (24p) pro Sekunde. Schlechte Beispiele dafür sind From Paris with Love oder auch Zorn der Titanen. Ständig hat man das Gefühl, mitten am Drehort während der Aufnahmen dabei zu sein. Besserung bringt bei solchen Filmen nur – wenn man sich partout nicht an diesen Effekt gewöhnen kann – sämtliche Funktionen der Perfect Pixel HD Engine abzuschalten.

Stimmt jedoch die Qualität des eingespielten Blu-ray-Materials, zieht der Philips bei der Bildwiedergabe alle Register. Die Kombination aus Perfect Pixel HD Engine und 800 Hz Perfect Motion Rate macht neben der puren Bildschirmgröße den Filmabend zum Genuss ähnlich dem eines Kinobesuchs. Brillante und natürliche Farben sorgen für ein einfach rundum gelungenes Bild. Helle Farben werden ebenso gut abgebildet, wie dunkle Bereiche, in denen Schwarz wirklich Schwarz und nicht Dunkelgrau ist. Blu-ray-Referenzen wie Avatar, Marvel’s The Avengers oder The Amazing Spider-Man zeigen, wozu der Philips in Verbindung mit einem guten Player in der Lage ist. Und wer sehen möchte, wie perfektes Blu-ray aussehen kann, wirft einen Blick auf Ron Frickes Dokumentation Samsara. Im fast krassen Gegensatz zu dieser Referenz steht The Expendables 2, dessen körniges Bild angeblich vom Regisseur Simon West so gewollt war. Einerseits macht dies den Charme des 80er Jahre Action-Kinos aus, andererseits wird schlechte(re) Blu-ray-Qualität gerade bei einer solchen Diagonale, wie sie der 55PFL8007K aufweist, besonders deutlich. Auch bei der Aufbereitung von DVD`s trumpft die Pixel-Engine auf. Selbst wirklich alte DVD-Filme, wie beispielsweise Demolitian Man von 1993 oder Jagd auf Roter Oktober von 1990, gewinnen hier noch einmal an optischer Qualität, die in einigen Szenen sogar an manch aktuelle Blu-ray heran reicht.

Expendables 2
Expendables 2

Aber man schaut nicht nur Filme. Entscheidend beim Empfang des allabendlichen Fernsehprogramms ist bei einem Full-HD-TV die Qualität des eingespeisten Signals. Üblicherweise bietet hier der analoge bzw. SD-Empfang auch immer das schlechteste Bild, auch wenn hier die Perfect Pixel HD Engine noch einmal unterstützend eingreift. Wer aber tatsächlich nur ein solches Signal von seinem Anbieter erhält, sollte sich den Kauf eines Bildschirms dieser Größe zwingend überlegen. Man kauft auch keinen Sportwagen, wenn man nur in verkehrsberuhigten Bereichen fahren kann. Denn erst mit digitaler Übertragung über einen entsprechenden Digitalreceiver oder das CI+ Modul und obendrein vielleicht auch gleich HD-Fernsehprogramm, entfaltet der Philips 55PFL8007K sein ganzes Können. Ich habe zum Test des TV meinen Kabel Deutschland Vertrag um entsprechende HD-Kanäle erweitert und kam so das erste Mal in den vollen optischen – nicht qualitativen – Genuss der abendlichen Unterhaltung, allein Details und Farben des dargestellten Bildes überwältigen regelrecht. Der Philips bietet ein so unglaublich scharfes und kontrastreiches Fernsehbild, welches ich in dieser Form kaum für möglich gehalten habe und bisher nur von einer Blu-ray Disc kannte. Aber selbst hier ist HD nicht gleich HD, da ein alter Film immer noch ein alter Film bleibt. Man darf also keine Wunder erwarten, wenn das zugespielte Material zwar auf einem HD-Sender läuft, aber eben nicht in HD abgedreht wurde. Nach Rücksprache mit Philips kann es obendrein noch Unterschiede in der Bildqualität geben, je nachdem ob das Programm über den Tuner des TV oder über den Tuner eines Digitalreceivers empfangen wird. Bei mir waren jedoch keinerlei Unterschiede festzustellen, das Bild ist nahezu identisch.

Fernsehen allein war gestern, obendrein legen Käufer eines aktuellen TV inzwischen gesteigerten Wert auf zahlreiche Funktionen, die die technischen Möglichkeiten so weit als möglich ausreizen. Dazu gehören Smart-TV, 3D, der Empfang der elektronischen Programmzeitschrift EPG, die Aufnahme des Programms auf Festplatte inklusive zeitversetztem Fernsehen und die Steuerung per App vom Tablet oder Smartphone. Obwohl technisch problemlos möglich, wird angeblich noch immer nur knapp die Hälfte aller Bildschirme mit dem Internet verbunden, um Smart TV und andere Inhalte zu nutzen. Dem Benutzer entgehen aber damit einige der technischen Innovationen, die der Philips bietet. Das seit 2012 neue und nunmehr aufgeräumte und damit übersichtliche Portal bietet zahlreiche speziell für das TV angepasste Applikationen wie Wetter.com, Kino.de, Picasa oder Napster, sowie natürlich die momentan offenbar für viele unverzichtbaren Social Media Apps von Twitter und Facebook. Aber es sind vor allem die großen Onlinedienste, die ein spezielles und reichhaltiges Angebot bereithalten. Hier ist meines Erachtens die ZDF-Mediathek vorbildlich, die neben Fotoserien und Videos auch ganze Folgen des bereits ausgestrahlten Programms anbietet. Auch wenn bei mir zurzeit noch eine 2000er-DSL-Leitung anliegt, konnte ich Smart-TV und Youtube frei von Verzögerungen nutzen. Für das Ausleihen und Streamen von Filmen aus den verschiedenen Online-Videotheken wie Maxdome, Videociety oder Viewster sollte aber eine leistungsstarke Leitung vorhanden sein.

fernbedienungFür einfachste Bedienung sorgt die ungewöhnliche Fernbedienung des 55PFL8007K. Denn neben den bekannten und übersichtlich positionierten Tasten für Programm, Kanalsuche oder Lautstärke ist auf der Rückseite eine vollständige QWERTY-Tastatur untergebracht. Auch die Möglichkeit, Inhalte auf dem Bildschirm im Stile eines Laserpointers oder der Wiimote der Nintendo Wii anzusteuern, ist seit dem letzten Update gegeben. Obwohl der Anschluss möglich ist, sind somit USB-Tastatur und -Maus keine Voraussetzung für einfache Bedienung mehr, denn auch das Surfen im Internet über den integrierten Browser geht mit der Fernbedienung leicht von der Hand. Dabei haben alle Tasten einen gut dosierten Druckpunkt. Wer es noch zeitgemäßer und bequemer möchte, lädt sich die Philips MyRemote App aus dem Apple- oder Android-Store und steuert sämtliche Funktionen des TV per Tablet oder Smartphone. Besitzer eines iPads genießen hier noch ein besonderes Bonbon, denn das laufende, digitale Programm lässt sich vom TV per WiFi Smart Screen auf das Tablet streamen. Dabei ist zu beachten, dass der TV das Programm nur über den internen Tuner weiterleiten kann und mindestens Software-Release 150.085 installiert ist. Das Streamen über den externen Kabel-Deutschland Receiver hat nicht funktioniert. Etwas umständlich ist hierbei noch das Suchen von Sendern, da die gesamte Senderliste angezeigt wird, nicht aber nur die am TV angelegten Favoriten.

Hat man seine Filme, Musik oder Bilder im Heimnetzwerk gespeichert, lassen sich diese ebenfalls über den 55PFL8007K wiedergeben. Dank DNLA 1.5-Zertifizierung wird der Philips ins heimische Netzwerk eingebunden und kann so auf freigegebene Ressourcen zugreifen. Der TV beherrscht bei den Videoformaten MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4, AVI, MKV, H264/MPEG-4 (AVC) und WMV9/VC1, bei den Audioformaten AAC, MP3 und WMA (v2 bis v9.2) und als einziges Bildformat JPEG.

Nicht immer ist man zur Sendezeit eines Films zu Hause und somit möchte man eine Sendung aufnehmen und später schauen. Glücklicherweise sind USB-Festplatten nicht mehr nur als Speichermedien zur Datensicherung oder dem Austausch von PC-Inhalten interessant. Moderne TV nutzen Festplatten zur Aufnahme oder zum zeitversetzten Ansehen des Programms. Der Philips benötigt hierzu mindestens eine 250GB-HDD, die vor der ersten Inbetriebnahme formatiert werden muss. Die Platte ist dann allerdings ohne erneute Formatierung am PC nicht mehr als Speichermedium nutzbar. Man erspart sich jedoch mit dem Einsatz einer mittlerweile preiswerten HDD die Anschaffung eines teuren Festplattenrekorders, der die gleichen Funktionen bietet.

2D zu 3D Konvertierung - hier ohne Brille
The Cabin in the Woods: 2D zu 3D Konvertierung – hier ohne Brille …

Eine der spannendsten Entwicklungen nicht nur im TV-Bereich ist 3D, obwohl dessen Geschichte bereits im Jahr 1853 mit Wilhelm Rollmann beginnt. Damals wurden sogenannte Anaglyphenbilder verwendet, zu deren Betrachtung man eine Brille mit einer roten und einer grünen Folie verwendete. Modernes 3D unterscheidet sich technisch davon grundsätzlich, obwohl sich die eigentliche Funktionsweise nicht geändert hat. Will man bei einer flachen und zweidimensionalen Ebene, also einem Bild oder einem Film, dem Gehirn einen Tiefeneffekt – die dritte Dimension – vorgaukeln, funktioniert dies nur über die getrennte und versetzte Darstellung von zwei Einzelbildern, jeweils eines für das linke und eines für das rechte Auge. Um die Bilder getrennt voneinander zu empfangen, werden heute wie damals, mit Ausnahme des Nintendo 3DS, noch immer entsprechende Brillen benutzt. Allerdings gibt es keine farbigen Folien mehr und man unterscheidet zwischen aktivem und passivem 3D. Der Philips 55PFL8007K verwendet die aktive 3D-Technik. Die dafür eingesetzten Shutter-Brillen verfügen über LCD-Bildschirme, die das entsprechende Glas abwechselnd zwischen durchlässig und undurchlässig umschalten. Somit empfängt immer nur ein Auge ein Bild, es entsteht bei 24 Einzelbildern pro Sekunde und Glas ein 3D-Effekt.

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… und hier mit Shutter-Brille

Voraussetzung für ungetrübten 3D-Genuss ist neben dem TV auch ein 3D-tauglicher Player, auch wenn der Philips in der Lage ist, per Knopfdruck jeden beliebigen 2D-Inhalt nach 3D zu konvertieren. Dies funktioniert in der Praxis erstaunlich gut, auch wenn in einigen wenigen Szenen beim TV-Programm Vorder- und Hintergrund vertauscht dargestellt wurden. Es wird aber kaum jemand die Katastrophenmeldungen der Tagesschau regelmäßig auch noch mit Tiefenwirkung schauen wollen. Da 3D-Effekte von Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden, verfügt der 55PFL8007K über eine 3D-Tiefenanpassung. Diese ist im Gegensatz zum Nintendo 3DS zwar nicht stufenlos zu justieren, bei den vorhandenen Vorgaben sollte jedoch jeder Benutzer die für ihn passende Einstellung finden. Ebenso wie bei den „normalen“ Blu-ray Discs steht auch hier Avatar für die absolute Referenz. Die ohnehin schon starke und emotionale Story wird in der 3D-Variante mit gezielt eingesetzten Effekten noch einmal aufgewertet. Unglaubliches Kino vor dem eigenen Bildschirm!

Doch neben dem eigentlichen Filmgenuss ist der große Bildschirm gerade für Videospieler interessant. Denn der Philips verfügt über eine interessante Funktion, 2-Spieler Fullscreen Gaming-Modus genannt. Musste man sich bis auf einige Ausnahmen wie Rayman Origins, Mario oder LittleBigPlanet im 2-Spieler-Modus bis vor Kurzem noch mit einem horizontalen oder vertikalen Splitscreen begnügen, erhält nun jeder Spieler – 3D-Brille sei Dank – die volle Bildschirmgröße. Und das, obwohl weiterhin beide gleichzeitig spielen. Dabei ist die Funktion dahinter nicht so simpel, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Während beim 3D-Film jede Brille abwechselnd das linke und rechte Glas zwischen durchlässig und undurchlässig durchschaltet, erhält hier jede Brille einen eigenen Modus. Sieht man bei einem Film auf beiden Brillen abwechselnd Bild A und B, erhält beim Gaming Modus eine Brille das Bild A und die andere das Bild B. So sieht jeder Spieler sein eigenes Spiel im Fullscreen, also auf dem gesamten Bildschirm. Natürlich ist 3D so nicht mehr möglich, da die Bilder ja innerhalb der Brille nicht mehr wechseln, sondern permanent nur jeweils ein Bild auf beiden Gläsern gleichzeitig empfangen wird. Die Spiele im 2-Spieler Fullscreen Gaming-Modus werden somit ausschließlich in 2D dargestellt. Wenn hier allerdings die Einstellungen am TV und der Konsole nicht stimmen, passiert entweder nichts, oder man macht denselben Fehler wie ich und steuert nachher bei Gran Turismo pro Auge ein Auto, weil man fälschlicherweise noch am TV 3D zuschaltet. Am Beispiel von Playstation 3 und Gran Turismo erläutere ich hier kurz die richtigen Einstellungen und Vorgehensweisen.

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Der 2-Spieler Modus funktioniert nur mit einer über HDMI angeschlossenen Konsole. Wichtig ist zuerst, dass der entsprechende Anschluss – bei mir HDMI 4 – korrekt in „Spielkonsole“ umbenannt wird, da sich ansonsten über die Optionen an der Fernbedienung die Bildeinstellungen nicht anwählen lassen und somit kein 2-Spieler-Modus am TV ausgewählt werden kann. In der Konfiguration des Philips wählt ihr unter „Einstellungen Fernseher“ erst „Bild“ und dann „Spiel oder Computer“. Nach dem Start der PS3 und dem anschließenden Klick in den TV-Bildoptionen auf den „2-Spieler-Mode“ erfolgt links am Bildschirm eine Auswahl, ob das Bild „Side-by-Side“ oder „Oben/Unten“ dargestellt werden soll. Nach der Auswahl „Oben/Unten“ startet ihr das Spiel. Der TV fordert euch jetzt auf, die 3D-Brille aufzusetzen. Achtet darauf, dass diese angeschaltet ist, da sich die Brillen nach zwei Minuten ohne Signal wieder ausschalten. Schaltet jetzt über die OK-Taste der TV-Fernbedienung den 2-Spieler-Modus noch solange aus, bis ihr das Spiel startet, da ansonsten das Bild verzerrt dargestellt wird und ihr euch sonst im Menü nicht zurechtfindet. Wählt nun bei Gran Turismo den 2-Spieler-Modus, achtet aber vorher darauf, dass in den Optionen des Spiels der 3D-Modus abgeschaltet ist und das Vollbild mit 1080p dargestellt wird. Wählt jetzt 2-Spieler-Splitscreen und startet das Rennen mit Fahrzeugen und Strecke eurer Wahl. Schaltet beim Rennstart erneut über die OK-Taste der Fernbedienung den 2-Spieler-Modus des TV wieder an. Spieler 1 und 2 sehen hier unter Umständen anfangs noch das gleiche Fahrzeug bzw. Bild. Ist dies der Fall, drückt Spieler 2 noch einmal den OK-Knopf seiner 3D-Brille. Ab jetzt steht dem Rennvergnügen bis auf vielleicht einige Geisterbilder nichts mehr entgegen. Sollten diese zu deutlich auftreten, wechselt einfach mal eure Position vor dem TV, indem ihr Winkel oder Abstand verändert.

Dieser 2-Spieler Fullscreen Gaming-Modus ist in Zeiten des Mehrspieler-Online-Wahns, in denen man leider relativ selten noch zwei Spieler gleichzeitig zum gemeinsamen Spielen vor den eigenen Bildschirm bekommt, eine klasse, aber ausbaufähige Zusatzfunktion. Ausbaufähig jedoch nur deshalb, weil jetzt die Videospiel-Publisher wieder zurückdenken und mehr neu erscheinenden Spielen einen leider fast aus der Mode gekommenen Splitscreen-Modus hinzufügen müssten. Nur so macht diese Funktion am TV auch längerfristig Sinn.

Mario an der Wii U mit gewaltigen 8 Zentimetern Größe
Mario an der Wii U mit gewaltigen 8 Zentimetern Größe

Aber auch wenn man keinen Partner zur Hand hat, ist der Philips zum Zocken eine überaus lohnende Investition. Egal ob PS3, XBOX 360 oder Wii U, das große Bild lässt Spieler noch intensiver und tiefer in digitale Welten abtauchen. Und wie groß Spielehelden mit einem Male erscheinen können, zeigt ein Vergleich. Kommt Mario in New Super Mario Bros. 2 auf dem 3DS mit gerade mal mickrigen acht Millimetern Körpergröße daher, sind es bei New Super Mario Bros. Wii U am Philips ganze acht Zentimeter. Der Klempner war noch nie riesiger und pixelgenaue Sprünge noch nie einfacher! Doch neben den eher niedlichen Jump`n`Runs rund um Mario, Sonic, Rayman und ähnlichen Knuddelhelden und -Genres vermitteln gerade Action- oder Rennspiele das Gefühl, sich noch näher am oder im Geschehen zu befinden. Im neuen Tomb Raider wirken der dunkelgrüne Dschungel noch bedrohlicher und wasserdurchflutete Höhlen noch glitschiger und finsterer, als dies ein kleinerer Bildschirm schon vermitteln konnte. Lara leidet intensiver, man friert und zittert förmlich mit der angehenden Heldin. Das ganze Spiel erhält somit cineastische Züge. Auch Rennspiele werden noch realistischer, weil nun die Cockpit-Perspektive das erste Mal richtig Sinn macht. Diese litt auf kleinen Bildschirmen immer unter mangelnder Übersicht, weil man einfach durch die Frontscheibe zu wenig von der Umgebung erkennen konnte. Damit ist jetzt Schluss, denn Forza, Shift oder Gran Turismo erleben am Philips deutlich mehr Realismus durch mehr freie Sicht auf Strecke und Gegner. Die Illusion, sich vielleicht doch in einem echten Ferrari, einer Viper, einem Porsche oder irgendeinem anderen Supersportwagen zu befinden, erlebt nochmals eine Steigerung.

So gut aktuelle Spiele am 55 Zöller daher kommen, so wenig Sinn machen leider alte Konsolen. Super NES, Mega Drive oder Neo Geo litten schon an den meisten kleineren Flachbildschirmen unter der schonungslosen Offenlegung ihres Alters. Am 55PFL8007K werden ehemals kleine Pixel jetzt zu regelrechten Blöcken, ähnlich denen des Atari VCS. Den Effekt kennt man, wenn man am PC ein kleines Bild immer größer aufziehen muss. Je größer die Darstellung, desto pixeliger erscheint dies. Nichts anderes passiert auf dem großen Bildschirm. Von daher bringt der Anschluss der Retro-Konsolen hier weniger Freude, auch wenn alle Spiele weiterhin spielbar sind.

Lara imponiert mit bestechender Grafikpracht
Lara imponiert mit bestechender Grafikpracht

Funktionen wie Internet, Smart-TV, DNLA, 3D oder die Steuerung über Apps zeigen, dass moderne TV keine Fernsehgeräte im eigentlichen Sinn mehr sind. Es handelt sich hierbei um Computer mit eigenem (Unix-)Betriebssystem, integriert in einen großen Bildschirm. Der Philips 55PFL8007K/12 macht hier keine Ausnahme. Das Starten des TV geht innerhalb weniger Sekunden vonstatten, dann stehen alle Funktionen zur Verfügung. Man muss sich beim modernen TV von dem Gedanken frei machen, dass es sich hier noch um klassische Röhrenfernseher handelt. Jede Funktion ist softwaregesteuert und benötigt somit wie jeder normale PC einiges an Rechenleistung. Jedes Umschalten auf ein anderes Programm und jede Einstellung will demnach sorgsam berechnet werden, um das bestmögliche Bild zu liefern. Dies verläuft ohne merkliche Verzögerungen – wenn man nicht auf die Channel-Taste einhämmert, wie auf den Fire-Button bei einem Shooter-Game. Die Software des Philips läuft absolut stabil, ich hatte während der gesamten mehrwöchigen Testphase keinen Absturz oder Freezes. Auch wenn der TV mit dem Internet verbunden ist und anzeigt, dass das neueste Software-Release installiert ist, lohnt dennoch gelegentlich ein Blick auf die Hersteller-Website. Denn trotz Meldung, die Software sei auf dem neuesten Stand, war dies nicht der Fall. Das Update von Version 150.082 auf Version 150.085 zum Streaming auf das iPad musste per Hand über einen USB-Stick installiert werden. Dies geht jedoch vollkommen unkompliziert und reibungslos innerhalb weniger Minuten vonstatten.

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Fazit:

Der Philips 55PFL8007K erfüllt und übertrifft sogar viele der hochgesteckten Erwartungen, die man an ein modernes Gerät dieser Preisklasse haben darf. Seine Performance, scharfe und detailreiche Bilder, übersichtliches Smart-TV, individuelles 3D, ein sortiertes Menü und Steuerung per App machen ihn auch aufgrund seiner Größe zum medialen Mittelpunkt eines jeden Wohnraums. Trotzdem wirkt das Gerät nicht wuchtig, es fügt sich durch seinen schmalen Rahmen eher unauffällig und zurückhaltend in das bestehende Ambiente ein. Man wird auf die tatsächliche Diagonale erst aufmerksam, wenn der Philips angeschaltet wird. Zum einwandfreien Gesamteindruck trägt das Ambilight bei, welches abends durch sein Farbenspiel zusätzlich Atmosphäre schafft.

Man darf jedoch trotz momentan modernster Funktionen gespannt sein, was die nächste Generation an Neuerungen bringen wird. In den Startlöchern stehen Sprach- und Gestensteuerungen, wie man sie als XBOX-Spieler bereits von Kinect kennt, sowie weit entfernt in der Zukunft 4K oder Ultra-HD. Wünschenswert wäre aber schon jetzt auch Bluetooth für den kabellosen Betrieb externen Zubehörs, wie zum Beispiel meines Parrot Zik Kopfhörers. Und wer weiß, vielleicht werden irgendwann für die nächsten 3D-Generationen auch keine Brillen mehr benötigt? Nintendo hat es technisch mit dem 3DS bereits vorgemacht.

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Link zur Herstellerseite: Philips 55PFL8007K >>>

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weitere Hardwaretests:

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Gears of War Judgment … lasst Eingeweide schmaddern

Boxshot Wizard file used for creating global boxshotsusk18„Ächz … drück … wring … da muss doch noch ein wenig Kohle … äääh, Gears of War rauszuquetschen sein …“. Eigentlich war Gears of War nach Teil 3 vollständig erzählt, Ende der Geschichte, Thema erledigt, Ruhe in Frieden, Marcus. Aber offensichtlich geht da noch was. Solange die XBOX 360 noch in den Wohnzimmern steht, muss die Kuh gemolken werden. Also wird Judgment nachgelegt und fertig ist das Prequel zu drei actiongeladenen Vorgängern.

Wer als Spieler nun gehofft hatte, endlich die komplette Geschichte von A bis Z aufgedröselt zu bekommen, warum die Erde angegriffen und fast ausgelöscht wird, muss wohl auf einen fünften Teil warten. Denn auch das Prequel steigt ohne jegliche Vorgeschichte zum Emergency Day in die Handlung ein, Story gibt es wieder nicht. Nun wurde in Gears of War schon immer mehr gehandelt, denn eine große und emotionale Geschichte erzählt, aber irgendwie hätte es diesmal doch mehr sein dürfen. Nach Marcus Phoenix und Konsorten, die stets nur andeutungsweise etwas aus ihrem Leben vor dem Angriff erzählt haben, aber dafür mehr mit markigen Sprüchen glänzten, hatte ich beim Kilo Squad mehr Emotionen erwartet. Aber auch hier wieder nichts als einen gelegentlich eingeworfenen Spruch. Es bleibt wohl dabei, dass Halo anspruchsvoller und intellektueller ist und somit eine Geschichte erzählt. Action ist dort das Mittel zum Zweck, um den Handlungsstrang voran zu treiben, während bei GoW die pure Ballerei und das Geschnetzel mit der Kettensäge die Story bleiben wird.

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Zu Beginn der Geschichte … sorry, von Gears of War 4, Judgment eben, werden die Protagonisten vor ein Kriegsgericht gezerrt, welches eher einem mittelalterlichen Tribunal gleicht. Denn Ankläger und Richter in einer Person ist Colonel Ezra Loomis. Was genau euch vorgeworfen wird, geht aus dem darauf folgenden Spiel hervor, denn eure Verteidigung wird anhand von Erinnerungen erzählt, so wie sich alles aus eurer Sicht und nicht der der Anklage zugetragen hat. Nach weniger als zwei Minuten Geplänkel ist man also wieder mitten drin in Gears of War und nun darf geschossen, gefetzt und gemeuchelt werden, was das Zeug hält.

Bis an die Zähne bewaffnet, die Knarren auf alles gerichtet, was irgendwie außerirdisch oder sonst wie feindlich gesinnt sein könnte, steigt ihr ins Geschehen ein. Was sich bewegt, wird umgemäht. Ist das Magazin leer, wird nachgeladen oder eine auf dem Boden herum liegende Kanone verwendet. Wer besonders schnell nachlädt und das Active-Reload beherrscht, darf auch schneller wieder rumballern. Simpel und gradlinig geht es so von Schauplatz zu Schauplatz, nur dass der Auftrag einen anderen Namen erhält und sich das Setting ein wenig ändert. Blutrünstige Spielernaturen werden wie schon in den Vorgängern alles daran setzen, Gegner im Nahkampf mit der Kettensäge möglichst kleinteilig zu sezieren. Kann ja sein, dass tief im Inneren einer Made doch noch etwas steckt, was man bei der vorherigen übersehen hat. Und so splattern Eingeweide und spritzen erneut literweise Alienblut an das Innere des Bildschirms. Mehr brauchte Gears of War noch nie.

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Die Technik ist wieder kritiklos. Die Steuerung ist selbst für Neueinsteiger innerhalb weniger Sekunden intuitiv verstanden und auch das Deckungssystem ist wieder an Bord. Kleine Icons und kurze Erläuterungen auf dem Bildschirm machen auch bei Judgment ein Tutorial und eine gedruckte Anleitung überflüssig. Gegner sind als solche zu erkennen und wie man Maden, Tausendfüßler und andere möglichst schnell und effektiv in die ewigen Alienjagdgründe schickt, hat man nach wenigen Minuten selbst heraus gefunden. Im Notfall wird solange geballert, bis das anvisierte Ziel umfällt oder zerplatzt. Da das je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad unterfordern könnte, darf man sich mit einer zu Beginn einer Mission auftauchenden Declassified-Option selber unter Druck setzen. Wird die Aufgabe angenommen, gilt es die Mission besonders schnell abzuschließen, mit einer Alienwaffe zu hantieren oder mit wenig Munition auszukommen. Wird das geschafft, gibt es mehr Sterne, die am Ende eurer Bewertung gutgeschrieben werden. Sterne schalten Charakter- oder Waffenskins frei, vierzig davon die Aftermath-Kampagne.

So dünn wie Handlung und Spielablauf sind, so dick wird für die Grafik aufgetragen. Annähernd perfekte Licht- und Schatteneffekte, donnernde Explosionen, Rauchwolken, Geschosssalven und Gegner, gegen die die klassische Alienkönigin aussieht wie eine kleine Honigbiene, sorgen für Spannung vor jeder Häuserecke. Und literweise Alienblut, aber das hatte ich schon erwähnt. Die XBOX 360 zeigt hier noch einmal eindrucksvoll, was noch aus der alten Technik heraus zu holen ist, bevor vermutlich Ende 2013/Anfang 2014 das Rentenalter erreicht ist. Auch am Sound gibt es nichts herum zu kritteln. Die deutsche Synchro ist gut und die Musik den jeweiligen Situationen angepasst. Aus den Boxen klingen mal ruhigere Stücke, die dann zu brachialen Klängen wechseln. Alles in allem nichts wirklich Aufregendes, aber immer zur Situation passend.

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Die Kampagne selbst ist für geübte Spieler relativ schnell erledigt, aber Gears of War lebt seit je her von seinem Multiplayer-Modus und seiner 4-Spieler-Kampgane. Und das reißt viel wieder heraus. Der Horde- jetzt Überlebens-Modus hat allerdings nur zehn Wellen, dafür gibt es einen neuen Overrun-Modus. Hier geht es ganz schlicht formuliert darum, als KOR oder Locust das Alienloch zu öffnen oder zu schließen. Klingt simpel? Ist es auch, aber die Neuerung, dies nun klassenbasiert zu spielen, macht den Reiz aus. Ihr müsst euch vor Spielbeginn entscheiden, ob ihr Soldat, Pionier, Sanitäter oder Späher sein wollt, denn diese Auswahl hat Auswirkungen auf den Spielablauf. Ich fand den Horde-Modus in Teil 3 mit den richtigen Spielpartnern schon eine angenehme Abwechslung zum Ego-Shooter-Multiplayer-Capture-the-sonstwas-Einerlei, aber mit dem Overrun-Modus und der Klassenauswahl erhält Gears of War nun taktische Züge.

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Fazit:

Gears of War 1 hat meiner XBOX den RoD beschert, GoW 2 habe ich ausgelassen und bei GoW 3 gelegentlich den Horde-Modus gespielt. War das Prequel also nötig? Keine Ahnung, für mich eher nicht! Gears-Fans werden es aber wieder genießen und sich nach der zu kurzen Kampagne kopfüber in den Overrun-Modus stürzen. Die Technik ist so stark, wie die Handlung flach ist, aber das war bei Gears of War immer schon so, auch wenn Judgment bei der Geschichte noch einmal abfällt. Und damit sollte die Serie zumindest auf der 360 ehrenvoll zu Grabe getragen werden. Denn spätestens mit einer neuen XBOX wird auch Marcus Phoenix wieder reanimiert. Der hat mir bei Judgment doch irgendwie gefehlt.

 

Rayman Legends exklusiv für die Wii U – oder: Wie trifft man eine Fehlentscheidung?

Rayman Origins war DAS Jump`n`Run 2011. Anfangs noch als Mario-Klon belächelt, zeigte der Titel, wie ein zeitgemäßes Hüpfspiel abseits von Casual und damit jenseits von Mario & Konsorten heutzutage aussehen muss. Rayman war schon immer für seine hohe Frustrationsschwelle bekannt, daran änderte auch Origins nichts. Allein ohnehin nur ein Titel spielbar für Vollprofis mit Reflexen nahe denen eines Hochleistungssportlers, spielten weniger versierte Zocker den Titel eben im Koop-Modus durch.

Mit der Ankündigung der Wii U stand auch der Nachfolger Rayman Legends auf der Startliste der Titel, die zum Release mit Nintendos neuer Konsole erscheinen sollten. Obendrein sollte der Titel aufgrund seiner Komplexität, die das neue Touchpad ausreizen soll, auch nur exklusiv auf der Wii U am 30. November 2012 erscheinen. Beste Voraussetzungen also für Nintendo, denn Rayman Legends ist nicht nur für Fans genau einer der Titel, die eine Konsole zum Start einer neuen Konsolengeneration so dringend benötigt, wenn bis auf Zombi U alle anderen Titel Umsetzungen bekannter Spiele oder Casual-Games sind.

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Anfang Oktober, also knappe vier Wochen vor dem geplanten Erscheinungstermin, erhielten erwartungsfrohe Spieler den ersten Dämpfer. Rayman Legends wurde auf das erste Quartal 2013 verschoben, weil „das Entwicklerteam noch etwas mehr Zeit braucht. Schließlich sollen das Spiel sowie die Nutzung der Tablet-Features perfekt werden. Nur Wii U-Spieler erhalten die volle Packung Rayman Legends und das soll auch so bleiben.“ Aha, na wenn dem so ist, dann übt man sich trotz einiger Enttäuschung eben in Geduld und hofft auf ein noch besseres Ergebnis, als das die ersten Fotos und Videos schon erahnen ließen. Komisch nur, dass in der gleichen Meldung die Exklusivität der Wii U schon vorsorglich seitens Ubisoft ausgehebelt wurde, da von einer möglichen Konvertierung für Playstation 3 und XBOX 360 gesprochen wurde.

Nun befinden wir uns mitten im ersten Quartal 2013. Das Spiel ist laut Entwickler Michel Ancel fertig und kann auf die Spieler losgelassen werden. Zeit wird das, da die Wii U ein Schattendasein ohne jegliche Neuerscheinungen seit ihrem Release im November letzten Jahres fristet. Amazon listet das Spiel seit Wochen und nennt den Termin 28. Februar 2013, übrigens der gleiche Termin, der noch im Rayman-Video am Ende zu sehen ist. Aber nun: Pustekuchen! Denn nun kommt Ubisoft wie Kai aus der Kiste und verschiebt den Termin erneut. Und damit sich der zu erwartende Shitstorm der nun endgültig wütenden Zockergemeinde auch lohnt, nennt man gleich mal den September 2013 als neuen Termin. Aber dafür dürfen sich nun auch PS3 und XBOX-Besitzer freuen, denn das Spiel kommt doch für ihre Konsolen. Vorbei ist es also mit der Exklusivität der Wii U. Schade für Nintendo, es scheint, als wären die Weihnachtsgeschenke für Ubisoft etwas dünn ausgefallen.

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Da nützt es auch nichts, dass sich Michel Ancel und einige Mitarbeiter öffentlich auf die Seite der Spieler stellen und sich mit Plakaten präsentieren, die die sofortige Veröffentlichung fordern. Der Titel liegt also gute sieben Monate in irgendeinem geheimen Lagerhaus und gärt vor sich hin. Nun kann man vielleicht mit viel guten Willen die Entscheidung von Ubisoft nachvollziehen, denn zwei Werbekampagnen, Wii U jetzt und PS3/XBOX 360 im Herbst, kosten zwei Mal Geld. Da ist es aus wirtschaftlichen Gründen – wenn auch schwer – verständlich, dass man den Titel nur einmal bewerben und somit gleichzeitig für alle Systeme veröffentlichen möchte.

Aber die Rechnung kann nach momentanem Stand nicht aufgehen. Grund sind einerseits die Spieler, die sich wie ich die Wii U nur vorrangig genau wegen dieses Titels gekauft haben. Denn nicht nur Ubisoft merkt anhand der öffentlichen Kritik, dass die Entscheidung grenzwertig war, auch Nintendo hat damit eine gewaltige Kröte zu schlucken. Viele Spieler werden nun weitere Wochen und Monate auf eine vielleicht schon eingeplante Wii U verzichten. Erschwerend kommt andererseits hinzu, dass Sony schon jetzt seine Playstation 4 angekündigt hat und eine neue XBOX Gerüchten zu Folge schon in den Startlöchern steht. Sollte Sony die PS4 tatsächlich zu Weihnachten 2013 in den Handel bringen, wird Microsoft nicht lange auf sich warten lassen. Somit wird Rayman Legends dann mit PS3 und XBOX 360 für zwei „alte“ Systeme veröffentlicht, für die viele Spieler kein Geld mehr ausgeben werden, weil sie bereits auf ihre angekündigten neuen Konsolen sparen. Weiterhin muss sich Rayman Legends im Herbst auch gegen einige andere Topseller und Triple-A-Titel behaupten, die erfahrungsgemäß in diesem Zeitraum erscheinen.

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Bleibt also zu hoffen, dass man sich bei Ubisoft noch eines Besseren besinnt. Vielleicht kann auch Nintendo hier einiges bewegen. Es mangelt mir an Vorstellungskraft, dass man dort eine Entscheidung mit solcher Tragweite unkommentiert zur Kenntnis nimmt, auch aufgrund des öffentlichen Protests seitens Michel Ancel und einiger Mitarbeiter. Wenn die letzten Meldungen stimmen, hat Ubisoft nun ein noch größeres, aber selbstgeschaffenes Problem, sollte das Entwicklerteam tatsächlich aussteigen und einige Ubisoft-Mitarbeiter gleich mit abziehen. Nach jetzigem Stand hat Ubisoft nicht nur Michel Ancel inklusive Team, Nintendo und den Spieler vor den Kopf gestoßen, sondern mit der erneuten Verschiebung bis in den September 2013 auch eine kurzsichtige Entscheidung getroffen, die unter dem Strich kein Geld spart, sondern noch mehr Geld kostet.

Wer wissen will, was ihm bis September mit dem Titel noch alles entgeht, schaut bei Ubisoft auf die Seite >>>

 

Jahresrückblick 2012 – lohnt der Blick nach 2013?

jahresrueckblickUnd wieder neigt sich ein Jahr dem Ende und zumindest diejenigen, die regelmäßig Unterschriften leisten, müssen sich die ersten Tage an ein neues Datum gewöhnen. Aber Spielern der sich jährlich wie Ostern und Weihnachten wiederholenden EA-Titel dürfte das nicht ganz so schwer fallen, weil dort ja schon seit Wochen die 13 auf den neuen Covern prangt.

Sollte man nun trotz des alljährlichen Weihnachtsstresses doch einmal Momente der Ruhe finden und bei Tee und Bratapfel die fallenden Schneeflocken vor dem Fenster zählen, kommt man als Zocker nicht umhin, das Spielejahr Revue passieren zu lassen. Und so überlege ich, was am Software-2012 eigentlich hervorzuheben wäre? Das Ergebnis ist ernüchternd, denn mir fällt tatsächlich kein Titel ein, der mich länger als ein paar Tage an eine Konsole fesseln konnte. Das Überangebot an Software ist einfach zu erdrückend.

„Frevel!!! Auf den Scheiterhaufen mit dem Ungläubigen!!!“

Ja, natürlich gab es den einen oder anderen Titel, der Spaß bereitet hat, aber mal Hand auf`s Herz: War da wirklich etwas bahnbrechend Neues dabei? Erfolgreiche Serien, allen voran (wieder einmal) Call of Duty, Halo, FIFA und Assassins Creed, bekamen eine Fortsetzung spendiert. Das Setting wird verändert, der Bösewicht/Held hat einen anderen Namen und es gibt die eine oder andere neue Animation/Fähigkeit/Waffe, schon rollt der Rubel wieder und Investoren/Aktionäre/Banken reiben sich die geldgierigen Schwitzefinger.

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Der Videospieler in mir freut sich, dass er alle paar Tage ein neues Spiel zocken könnte, wenn er denn wollte. Der Zyniker in mir ätzt, dass die Spieler alle doof sind, sich andauernd altes Zeug in neuer Verpackung zu kaufen/herunter zu laden. Aber glücklicherweise halten sich Zocker und Zyniker die Waage. Immer öfter siegt nämlich die Erkenntnis, dass ich inzwischen zu alt/weise/überfordert bin, das Wettrüsten der Publisher mitzumachen. Stattdessen krame ich dann alte SNES, Mega Drive oder Atari-Titel heraus, zocke gemütlich ein oder zwei Stündchen und widme mich dann wieder anderen Dingen.

Daran hat auch die neue Wii U noch nicht viel geändert. Zugegeben, Zombi U ist spannend und Mario wie immer bis auf das letzte Pixel perfekt, aber so richtig (vor)gefreut hatte ich mich auf das nun nach Anfang 2013 verschobene Rayman Legends.

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„Ha, nörgeln, aber selber Fortsetzungen spielen! Du Heuchler!“

Na und? Ich habe ja auch X-COM, Mario und Forza gespielt, letzteres allerdings nur, weil ich mich aufgrund eines nicht angeforderten Testmusters dazu genötigt fühlte, gekauft hätte ich Horizon nicht. Und auch X-Com bot im Spielablauf tatsächlich nichts, was ich nicht schon von der Playstation One Version gekannt hätte.

Wenn mir 2012 etwas ins Auge gefallen ist, dann die (zwanghafte Weiter-)Entwicklung der XBOX 360. Mir klingen noch die Worte des ehemaligen Community- und jetzigen Product Managers bei Microsoft, Frank Halgasch, in den Ohren:

„Wir haben eine Spielkonsole gebaut, es wird keinen Browser und ähnlichen Schnick-Schnack geben!“

Inzwischen ist das Dashboard dermaßen mit Apps und ähnlichem Unsinn überladen, dass ich mich frage, wo denn hier zwischen all den Kacheln die Spielkonsole versteckt sein könnte? Und zu allem Überfluss wirft man dann noch SmartGlass auf den Markt, weil Nintendos Idee eines Touchpads offenbar an exponierter Stelle für eiskalte Füße gesorgt hat.

cross-controllerAber auch Sony springt ja mit PS Vita und PS3 auf den berührungsempfindlichen Touch-Zug auf. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Sackboy in LittleBigPlanet 2 nun per PS Vita und dem sog. Cross-Controller-Paket zu steuern ist? Da fällt mir eigentlich nur der Spruch ein:

Kopie ist die größtmögliche Anerkennung!

Offensichtlich hat man bei Nintendo wieder einmal den richtigen Riecher gehabt und mit der Wii U das Tor zur nächsten Konsolengeneration weit aufgestoßen. Ich bin gespannt, was uns demnach mit der nächsten XBOX (720) und Playstation (4) erwartet?

Wer nun heute befürchtet, diese neuen Konsolen aufgrund des bevorstehenden Weltuntergangs nicht mehr zu erleben, den kann ich beruhigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass heute definitiv keine neue Gottheit der Maya namens Bolon Yokte ankommen wird und dass auch Wissenschaftler mit ihren Theorien gehörig ins Klo greifen können. Es gibt zu dem Kalender, der den heutigen Untergang prophezeit, nämlich weitere Inschriften, die das Ende der Welt etwa auf das Jahr 4470 verlegen. Demnach wird sich die Erde zumindest die nächsten Jahre weiter drehen. Unsere Nachfahren dürften dann aber keine Konsolen mehr besitzen, weil diese bei der Geburt ins Hirn – was evolutionsbedingt zwischenzeitlich in den Hintern gewandert sein dürfte – implantiert werden … oder aber – was wahrscheinlicher ist – sind die letzten Überlebenden Insekten und Ratten. Denen liegt aber bisher nicht so viel an Mario & Konsorten.

Meine größte Hoffnung ist, dass noch zu unseren Lebzeiten irgendjemand das Holo-Deck aus Star Trek zur Serienreife für Privathaushalte bringen wird. Das würde ich mir dann auch was kosten lassen.

 

Hardwaretest Yamaha YAS-201 … der Energieriegel für TV und Blu-ray Player

Videospieler kennen das: Endlich steht der neue LED-TV zu Hause. Die XBOX 360, Playstation 3, Wii und alle anderen Konsolen sind schnell angeschlossen. Das Bild hat beim Händler überzeugt, dem dynamischen FIFA-Kick, den Drifts mit der Viper beim Forza-Rennen oder einem adrenalinhaltigen Multiplayer-Shooting in HALO steht also nichts mehr im Wege. Das Spiel startet, aber aus den integrierten Boxen kommt nur dünner Klang, Bässe sucht man fast vergeblich. Die gute Laune ist dahin. Das ist das Problem bei der aktuellen Entwicklung: Je flacher der Bildschirm, desto flacher auch die Boxen. Wie sollen auch aus diesen wenigen Zentimetern noch Tiefen kommen? Dafür mangelt es schlicht an Volumen.

Die einfachste Lösung für den perfekten Klang ist, den neuen LED-TV direkt an seine Dolby-Surround Anlage zu hängen und den Ton über die 5.1 oder sogar 7.1 Boxen abzuholen. Die meisten Bildschirme verfügen heute über ARC, also einen Audio Return Channel und geben ihren Klang über das HDMI-Kabel direkt an den Verstärker zurück, statt nur Signale zu empfangen.

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Auch wenn uns das der Händler mit imposanten Vor-Ort-Aufbauten immer wieder plausibel machen möchte, sind die wenigsten Wohnzimmer aufgebaut wie Ritter Sport Schokolade. Quadratisch und damit praktisch und gut sucht man vielerorts zu Hause vergebens. Das ist die Theorie, die Praxis sieht oftmals anders aus. Im verwinkelten Raum beginnt der Stress schon bei der Montage von Kabelkanälen oder dem Anheben von Fußbodenleisten für die Verlegung der Boxenkabel. Das endet nicht selten in Möbel rücken und dann doch entnervt bei lieblos durch das ansonsten heimelige Wohnzimmer geworfenen Kabeln. Eben nicht jeder Raum ist dafür geeignet, fünf oder sogar sieben Boxen aufzustellen. Mein eigens für meine Videospiele eingerichtetes Zimmer ist so ein Fall, erschwerend kommen hier noch Dachschrägen hinzu.

Die Alternative für klaren, kraftvollen Klang ohne Dolby-Surround-Anlage ist eine Soundbar. Vor dem Fernseher positioniert kommt hier der Raumklang aus nur zwei Boxen. Yamaha ist seit Jahren bei der Entwicklung führend, diverse Surround-Algorithmen sind hauseigene Entwicklungen. Das letzte Modell YAS-101 wurde in den höchsten Tönen gelobt, nun steht seit Kurzem direkt von der IFA die YAS-201 im Handel. Der bauartbedingt große Karton des Systems präsentiert sich beim Auspacken inhaltlich spartanisch: Die Soundbar, der Subwoofer, ein optisches Kabel, Fernbedienung und Anleitung, mehr wird nicht benötigt, um seinem TV oder Blu-ray Player vernünftigen Klang abzugewinnen.

Soundbar und Subwoofer – mehr wird nicht benötigt

Die Soundbar passt mit ihren knapp 87 Zentimetern Breite, 12,1 Zentimetern Tiefe und nur 9,8 Zentimetern Höhe vor so gut wie jeden Flachbildschirm. Verdeckt die Soundbar aber dann den Empfänger des TV, können die Standfüße abgeschraubt werden, so dass hier nur noch genau 8 Zentimeter Höhe übrig bleiben. Sollte dies dann immer noch zu viel sein, ist die Fernbedienung des Systems lernfähig. Sie „merkt“ sich die Infrarotsignale der TV-Fernbedienung und leitet diese durch. Alternativ ist über die mitgelieferte Bohrschablone auch die Wandmontage möglich.

Die Installation des kompletten Systems ist so simpel, dass man tatsächlich mehr oder minder erschrocken zu dem Gedanken kommen könnte, hier etwas vergessen zu haben: Aufstellung der Soundbar, Anschluss des optischen Kabels, Aufstellung des Subwoofers, einschalten und genießen. Lediglich schmale LEDs zeigen an, dass die Soundbar betriebsbereit ist und in welchem Modus sie sich befindet.

In wenigen Fällen muss man dem TV in den Tonoptionen beibringen, dass er nun statt Stereo Dolby auszugeben hat, die meisten Geräte erledigen diese Einstellung bei Anschluss des optischen Kabels jedoch automatisch. Es kommt obendrein ein weiterer Vorteil des neuen Systems zum Tragen:  Der Subwoofer ist kabellos! Somit kann er frei irgendwo im Raum stehen, um für tiefe Bässe zu sorgen. Die Soundbar selbst verfügt über genau zwei optische Eingänge für TV und Blu-ray Player. Da die meisten Konsolen ohnehin per HDMI, Komponenten-Eingang oder Scart an den TV angeschlossen sind und somit den Ton weiterleiten, sind diese beiden Eingänge auch vollkommen ausreichend.

zwei optische Eingänge – der Anschluss an den Receiver ist nicht vorgesehen

Aber wie kommt denn nun der Surround-Sound aus der Soundbar? Das System ist nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn die zwei Boxen der YAS-201 können keine sieben Boxen eines kompletten Heimkino-Systems ersetzen. Der Raumklang wird also durch komplizierte mathematische Berechnungen – von Yamaha Air Surround XTreme Technologie genannt – simuliert. Er ist demnach virtuell und wird vor der Soundbar durch das Ohr als Raumklang wahrgenommen. Der Klang verteilt sich großflächig vor der Soundbar im ihm zur Verfügung stehenden Raum, aber ist eben durch die Simulation kein „echter“, sondern virtueller Raumklang. Das schließt Soundeffekte hinter der Sitzposition vielfach aus. Was letztendlich beim Hörer ankommt, ist dennoch gewaltig.

Air Surround XTreme Technologie sorgt für virtuellen Raumklang

Die zwei Boxen der Soundbar bieten jeweils 30 Watt Ausgangsleistung, zuzüglich der 100 Watt des Subwoofers. Das ist für großes Hörvergnügen mit Videospielen, Blu-ray und TV auf dem Sofa vor dem Flachbildschirm mehr als nur ausreichend. So habe ich mir diverse Filme auf Blu-ray angesehen, Spiele von Master System bis Playstation 3 gezockt und auch Serien und Filme im TV geschaut. Das Ergebnis war immer das gleiche, das YAS-201 überzeugt auf ganzer Linie. Egal ob Action mit World Invasion: Battle Los Angeles und Men in Black, Animation mit Ice Age und Shrek oder Musik von AC/DC bis Weezer, Hoch- und Mitteltöne der Soundbar sind glasklar und voluminös. Das Ganze wird perfekt unterstützt vom niemals aufdringlichen Subwoofer, der für wunderbar tiefe Bässe sorgt.

Subwoofer in mattschwarz mit Klavierlack eingefasst

Auch das allabendliche TV-Programm gewinnt mit dem System zwar nicht an Niveau, so aber doch an deutlich verbesserter Soundkulisse. Hier kommt es jedoch tatsächlich darauf an, in welchem Format die Sendung empfangen wird und ob der Sender sein Tonsignal in Dolby Digital oder nur in Stereo ausstrahlt. Stereo ist eben kein Dolby Surround und das Gefühl des Raumklangs somit nicht machbar. Für das Fernsehprogramm gibt es mit der Funktion UniVolume eine weitere Verbesserung. Auch wenn sich die Sender vor Kurzem darauf geeinigt haben, Werbung nicht mehr in erhöhter Lautstärke zu senden, scheinen sich jedoch nicht alle daran zu halten. Manche Werbeblöcke reißen den Hörer bzw. Zuschauer noch immer regelrecht von der Couch, im verzweifelten Versuch, rechtzeitig die weit entfernt liegende Fernbedienung zu erreichen, bevor die Nachbarn klingeln. UniVolume gleicht die Lautstärke von Sendung und Werbung auf ein einheitliches Level an.

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Wichtig bei einem Heimkinosystem ist neben fulminanter Geräuschkulisse, dass Dialoge auf dem Bildschirm davon nicht überlagert werden. Da das YAS-201 mit allen aktuellen Tonformaten wie Dolby Digital, Dolby Pro Logic II und DTS klar kommt, stellen Dialoge bei einer Blu-ray kein Problem dar. Schwieriger wird es allerdings bei einigen älteren DVDs. Hier kommt es gelegentlich zu einem doch recht undeutlichen Sound-Mix, was aber am Film und nicht am System liegt. Doch auch hier wird Abhilfe geschaffen, dafür sorgt die Clear Voice Funktion. Dabei wird der Dialog angehoben und kommt so hörbar deutlicher beim Zuschauer an, während alle anderen Geräusche in den Hintergrund geraten.

Ich war bisher aufgrund baulicher Gegebenheiten gezwungen, meine Konsolen an einen älteren Denon-Receiver anzuschließen. Jedoch konnte ich den Sound nur über zwei angeschlossene Boxen in Stereo hören, da für ein 5.1. System einfach kein Platz besteht. Wollte ich bei einem neuen Spiel den perfekten Sound genießen, musste ich die entsprechende Konsole bisher vom Spielzimmer ins Wohnzimmer tragen, um diese dort an das Heimkinosystem anzuschließen.

Schlankheitskur für guten Ton – die Soundbar vor dem TV

Damit ist nun Schluss, denn das YAS-201 erspart mir diese Umzugsaktionen zukünftig. Macht das System schon bei Blu-ray und TV einen hervorragenden Eindruck, legt es bei Videospielen noch einmal zu. Auf der XBOX 360 spiele ich gerade HALO Anniversary und Forza Horizon und beide Spiele drücken mich beim Sound in meinen Sessel, so fulminant ist dieser. Da stimmen die eher ruhigen Dialoge bei HALO auf die kommenden Action-Sequenzen ein, die dann brachial aus den Boxen kommen. Ob ich die Pillar of Autumn gegen den Angriff der Allianz verteidige, während überall Feuergefechte stattfinden und Granaten explodieren oder mit dem Warthog über den Strand donnere und mit dem MG dauerfeuere, das Remake hat auch nach 10 Jahren gerade aufgrund des Klangs nichts von seinem Reiz eingebüßt.

Gleiches gilt für Forza. Sei es das gemütliche Dahingleiten über die Straßen von Colorado oder ein Rennen gegen sieben Konkurrenten: Der virtuelle Surround-Sound wertet ein zumindest im Einzelspielermodus gutes Spiel noch einmal auf. Unterschiedliche Motoren, die abhängig von Typ und Geschwindigkeit mal dumpf klingen und mal aufbrüllen, Rennen über Schotterpisten, bei denen ich das Gefühl habe, danach fegen zu müssen, weil überall Steinchen und Staub im Zimmer herumfliegen oder Kollisionen mit Gegnern und Randbegrenzungen, alles klingt glaubwürdig und klar.

Unterwegs im Bugatti – zumindest virtuell fahrbar

Auch wenn alte Konsolen nur zu Stereoklängen in der Lage sind, so steigert die YAS-201 den Spielspaß noch einmal gegenüber dem Ton des LED-TV. Wer Parodius auf dem SNES kennt, weiß was ihn dort an damals schon sensationellen Soundeffekten und Musikstücken bei bildschirmfüllenden Zwischen- und Endgegnern erwartet. Mit der Soundbar machen selbst so alte Weltraumshooter noch einmal mehr Spaß. Und ja, mir gefallen die alten Midi-Sounds von Master System und NES auch heute noch und Wonder Boy in Monster Land, Alex Kidd oder Super Mario Bros. müssen eben mit entsprechender Lautstärke gespielt werden 😉

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Fazit:

Guter Klang ist nicht von eingeschränktem Raumangebot abhängig. Wer für ein umfangreiches 5.1 oder sogar 7.1 Heimkinosystem entweder keinen Platz hat oder nicht gleich das komplette Wohnzimmer umbauen kann oder will, wird jetzt in der YAS-201 die perfekte Alternative finden. Das System will und kann auch gar kein Heimkinosystem ersetzen, es soll aber den Flachbildschirm und Blu-ray Player bestmöglich aufwerten. Das zeigen auch die beiden einzigen optischen Eingänge. Ein Anschluss am Receiver ist nicht vorgesehen. Simpel in Aufbau und Bedienung bietet der Sound-Riegel mit Subwoofer maximalen Klang bei minimalem Aufwand.

IOS Benutzer können die YAS-201 ebenfalls nutzen, vorausgesetzt, sie erwerben den optionalen Wireless Transmitter YIT-W12. Dieser leitet Musik und Hörbücher kabellos an die Soundbar weiter.

Auch optisch macht das System reichlich her. Schmal vor dem TV platziert wirkt die Soundbar auffällig unaufdringlich. Das Design in schwarzem Klavierlack wirkt edel, gleiches gilt für den mattschwarzen, aber an der Front mit Klavierlack eingefassten Subwoofer. Alternativ ist das System aber auch in Weiß erhältlich. Somit passen beide Farben zu allen gängigen Flachbildschirmen und verhalten sich farblich neutral zur Einrichtung.

Für mich ist die YAS-201 die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Endlich mit einer Klangkulisse zocken, die den Spielen auch gerecht wird, ohne große und kostspielige Umbaumaßnahmen in meinem Reich starten zu müssen. Das System ist einfach die perfekte Lösung für viel Klang auf wenig Raum. Überboten in Sachen Leistung – aber auch im Preis – wird die YAS-201 nur noch vom Soundprojektor YSP-3300 >>>.

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Link zur Herstellerseite: Yamaha YAS-201 >>>

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