Schlagwort-Archive: Playstation3

Hardwaretest: Hauppauge HD PVR 2 Gaming Edition Plus

Youtube und andere Portale erleben seit Jahren einen stetig wachsenden Zulauf. Seit so gut wie jedes Smartphone über eine brauchbare Kamera verfügt, lädt jeder, der der Welt etwas Wichtiges mitzuteilen hat, seine wackeligen, unscharfen Handy-Filmchen auf ein entsprechendes Portal. Zum guten Ton unter Videospiel-Publishern gehört inzwischen, zum kommenden Triple-A-Titel in regelmäßigen Abständen Neuigkeiten in bewegten Bildern anzubieten. Kleine Videohäppchen machen Appetit auf das finale Produkt. Wer als Gamer etwas auf sich hält, erstellt ganze Walkthroughs im Videoformat.

hd_pvr2

Auch wenn die Playstation 4 über eine Upload-Funktion für Videos verfügen soll, macht es doch einen gewaltigen Unterschied, ob ich ein Video direkt aus einem Spiel auf Youtube lade oder ob ich das in Ruhe am PC noch aufhübschen kann. Ihr wolltet der Community schon immer Videos eures Lieblingsspiels zeigen oder voller Stolz den letzten Level oder Endgegner präsentieren? Dann kommt ihr um den Kauf eines Capture-Moduls nicht herum.

Hauppauge präsentierte mit der HD PVR 2 Gaming Edition bereits im letzten Jahr das Nonplusultra unter den HD-Videorekordern für eure Spiele. In diesem Jahr wird noch einmal nachgelegt. Mit dem Zusatz PLUS versehen, bietet das neue Modul noch einmal zusätzlich Funktionen, Programme und Verbesserungen. So verfügt die Plus-Version nun auch über einen optischen Ausgang. Der Sound wird jetzt in AC3 kodiert, das heißt Audiosignale werden verlustfrei komprimiert. Die sechs Kanäle (5.1) des Videospielsounds werden somit zu einem einzigen Kanal zusammengefasst. Ebenso neu ist das Streamen von Livebildern über Twitch oder Ustream über das mitgelieferte Programm StreamEez.

Videos über HDMI aufzunehmen könnte leichter kaum sein, denn zum Lieferumfang gehören neben der HD PVR 2 auch sämtliche benötigten Kabel. Ihr findet also ein recht kurzes HDMI-Kabel zum Anschluss des Rekorders an den HDMI-Eingang eures TV, ein Komponenten-Kabel inklusive Adapter für die Playstation 3 oder die alte Xbox 360, sowie ein USB-Kabel zur Verbindung von Rekorder und PC. Auf der Installations-CD befinden sich alle notwendigen Treiber und Programme. Beim Aufbau und der Installation solltet ihr euch zwingend an die beigelegte Anleitung halten, da euer Bild auf dem TV und dem PC sonst schwarz bleibt.

hd_pvr2_anschluesse

Ist alles korrekt installiert und angeschlossen, drückt ihr den Aufnahmeknopf auf der HD PVR 2 und es startet das Capture-Programm auf eurem PC. Hier sind noch einmal mit zwei Mausklicks Einstellungen vorzunehmen. Auch wenn die Anleitung ausgibt, dass keine weiteren Einstellungen notwendig sind und ihr die Voreinstellungen verwenden könnt. Beim ersten Start werdet ihr gefragt, welchen Anschluss bzw. welche Konsole ihr verwendet. Ihr müsst nun die Quelle ändern, da nicht die HD PVR2 das Bild lieferte, sondern meine PC-Webcam. Ebenso ist im Audiokanal trotz Vorblendung noch einmal HDMI anzuklicken, sonst wird der Sound nur verzögert über den PC, nicht aber über TV oder Anlage ausgegeben. Alternativ könnt ihr dem Programm noch den Ordner auf eurem PC vorgeben, in dem die Videos gespeichert werden sollen.

Ist dies alles getan, steht einer Aufnahme eures spielerischen (Un-)Vermögens nichts mehr im Wege. Mit dem Aufnahmebutton auf der HD PVR 2 werden Aufnahmen gestartet und gestoppt. Ein Pausieren des Spiels, um nach der PC-Maus zu greifen, ist nicht nötig. Der Rekorder selbst gibt euch anhand von farbigen LEDs eine optische Rückmeldung, in welchem Modus ihr euch gerade befindet. Auch wenn die HD PVR 2 Plus nur die Xbox 360 und Wii U als HDMI-fähige Konsolen aufführt, so funktionieren selbstverständlich auch andere. Ich habe meine Neo Geo X über HDMI angeschlossen und auch hier kamen einwandfreie Aufnahmen zustande. HDMI-Pass-Through sorgt für verzögerungsfreie Bildwiedergabe auf dem TV.

hd_pvr2_capture

Schwieriger wird es bei der Playstation 3 und der Verwendung des Komponenten-Kabels. Dieses muss verwendet werden, da das HDMI-Signal per HDCP verschlüsselt ist. Auch hier solltet ihr wieder die kleine Anleitung zur Hand nehmen. Denn zum Starten der Playstation 3 muss nach Anschluss des Komponenten-Kabels und Trennung der HDMI-Verbindung der Start-Knopf der Konsole festgehalten und erst nach dem zweiten Signalton losgelassen werden. Nur so schaltet die Konsole zwischen den unterschiedlichen Ausgängen um. Erhaltet ihr dann ein Bild auf dem TV, müssen in den Einstellungen der PS3 noch das Video-Format von 4:3 auf 16:9 geändert und die Tonausgabe auf Cinch geändert werden. Auch in den Einstellungen des Capture-Moduls sind noch zwei Einstellungen vorzunehmen. Unter Aspect Ratio ist der Haken bei „Auto“ zu entfernen und beide Einstellungen auf 16:9 zu ändern. Dafür sind nun auch Aufnahmen mit einer Auflösung bis zu 1080p möglich. Ich persönlich habe allerdings „nur“ 720p hinbekommen, denke aber, dass ich hier noch an den Einstellungen etwas ändern muss.

Habt ihr genügend Videos eurer Spielsessions aufgenommen, könnt ihr diese mit dem mitgelieferten Videoschnittprogramm ArcSoft Showbiz nachbearbeiten. Ihr könnt in der Timeline peinliche Momente herausschneiden, mehrere Videos aneinanderfügen, diese mit Übergängen versehen und problemlos Text einfügen. Das Programm bietet ganz sicher nicht so umfangreiche Funktionen, wie man das von Programmen wie Corel VideoStudio oder Magix Video deluxe erwarten darf, kann aber bei Weitem mehr, als der Windows Movie Maker. Zusätzlich lassen sich über den Hauppage Personal Logo Inserter auch noch eigene PNG-Dateien in das Video einfügen. Das fertige Ergebnis kann auf eine CD gebrannt oder direkt nach Youtube hochgeladen werden. Mit ein wenig Geschick lassen sich hier also mehr als nur ansprechende Videos erstellen.

arcsoft

Wer aber hofft, seine Konsole direkt über die HD PVR  an den PC anzuschließen, um dort zu spielen und sich den Anschluss an den TV zu sparen, wird enttäuscht. Die Latenz von Bild und Ton beträgt gute zwei Sekunden, d.h. Bild und Ton kommen am PC sehr viel später an, als am TV.

Hardware Encoder

  • H.264 AVCHD HD Video-Encoder, unterstützte Auflösung bis zu 1080p30 über HDMI oder 1080p über Komponenten-Video
  • Verzögerungsfreier Pass-Through: HDMI auf HDMI bis zu 1080p oder Komponenten-Video auf HDMI bis zu 1080p
  • Aufnahme-Datenrate: von 1 bis zu 14 Mbits/sec
  • Aufnahme-Format: AVCHD (.TS und .M2TS), .MP4

Systemvoraussetzung

  • PC mit 3.0 GHz Single-Core oder 2.0 GHz Multi-Core Prozessor
  • min. 512 MB RAM (1 GB empfohlen)
  • Microsoft ® Windows ® 7 (32 oder 64-bit), Windows Vista oder Windows XP Service Pack 3
  • USB 2.0 Port
  • Fernseher mit HDMI Eingang
  • Grafikkarte mit min. 256 MB Speicher
  • Soundkarte
  • min. 220 MB freier Festplattenspeicher
  • CD-ROM Laufwerk (für Software-Installation)

[box type=“info“ style=“rounded“]

Fazit:

Die Hauppauge HD PVR2 ist ein kleines, geniales Stück Hardware. Endlich die eigenen Gaming-Erlebnisse in bewegten Bildern auf dem PC speichern und vorführen, statt immer nur neidisch die Videos der anderen zu betrachten. Die Packung beinhaltet dazu alles, was benötigt wird, um sofort loszulegen. Und richtig rund macht das gesamte Hardwarepaket die Software ArcSoft Showbiz, denn eine zusätzliche Bildbearbeitungssoftware muss ebenfalls nicht gesondert gekauft werden. Die Software ist ebenso wie die Hardware simpel zu bedienen und schnelle, ansprechende Erfolge sind somit garantiert.

Mein tatsächlicher einziger Kritikpunkt ist ein fehlender Adapter für Scart auf HDMI. Es werden zwar alle Current-Gen-Konsolen unterstützt, aber gerade für mich als Sammler wäre es wichtiger, Videos von Klassikern alter Konsolengenerationen aufzunehmen, die bei vielen Spielern entweder unbekannt oder aber in Vergessenheit geraten sind. Interessant wird obendrein die Frage nach der zukünftigen Kompatibilität der HD PVR2 Plus zu Xbox One und Playstation 4.

testurteil_5

Link zur Herstellerseite: Hauppauge HD PVR 2 GE Plus >>>

[/box]

weitere Hardwaretests:

hardware_icon

 

 

Rayman Legends exklusiv für die Wii U – oder: Wie trifft man eine Fehlentscheidung?

Rayman Origins war DAS Jump`n`Run 2011. Anfangs noch als Mario-Klon belächelt, zeigte der Titel, wie ein zeitgemäßes Hüpfspiel abseits von Casual und damit jenseits von Mario & Konsorten heutzutage aussehen muss. Rayman war schon immer für seine hohe Frustrationsschwelle bekannt, daran änderte auch Origins nichts. Allein ohnehin nur ein Titel spielbar für Vollprofis mit Reflexen nahe denen eines Hochleistungssportlers, spielten weniger versierte Zocker den Titel eben im Koop-Modus durch.

Mit der Ankündigung der Wii U stand auch der Nachfolger Rayman Legends auf der Startliste der Titel, die zum Release mit Nintendos neuer Konsole erscheinen sollten. Obendrein sollte der Titel aufgrund seiner Komplexität, die das neue Touchpad ausreizen soll, auch nur exklusiv auf der Wii U am 30. November 2012 erscheinen. Beste Voraussetzungen also für Nintendo, denn Rayman Legends ist nicht nur für Fans genau einer der Titel, die eine Konsole zum Start einer neuen Konsolengeneration so dringend benötigt, wenn bis auf Zombi U alle anderen Titel Umsetzungen bekannter Spiele oder Casual-Games sind.

rayman_legends01

Anfang Oktober, also knappe vier Wochen vor dem geplanten Erscheinungstermin, erhielten erwartungsfrohe Spieler den ersten Dämpfer. Rayman Legends wurde auf das erste Quartal 2013 verschoben, weil „das Entwicklerteam noch etwas mehr Zeit braucht. Schließlich sollen das Spiel sowie die Nutzung der Tablet-Features perfekt werden. Nur Wii U-Spieler erhalten die volle Packung Rayman Legends und das soll auch so bleiben.“ Aha, na wenn dem so ist, dann übt man sich trotz einiger Enttäuschung eben in Geduld und hofft auf ein noch besseres Ergebnis, als das die ersten Fotos und Videos schon erahnen ließen. Komisch nur, dass in der gleichen Meldung die Exklusivität der Wii U schon vorsorglich seitens Ubisoft ausgehebelt wurde, da von einer möglichen Konvertierung für Playstation 3 und XBOX 360 gesprochen wurde.

Nun befinden wir uns mitten im ersten Quartal 2013. Das Spiel ist laut Entwickler Michel Ancel fertig und kann auf die Spieler losgelassen werden. Zeit wird das, da die Wii U ein Schattendasein ohne jegliche Neuerscheinungen seit ihrem Release im November letzten Jahres fristet. Amazon listet das Spiel seit Wochen und nennt den Termin 28. Februar 2013, übrigens der gleiche Termin, der noch im Rayman-Video am Ende zu sehen ist. Aber nun: Pustekuchen! Denn nun kommt Ubisoft wie Kai aus der Kiste und verschiebt den Termin erneut. Und damit sich der zu erwartende Shitstorm der nun endgültig wütenden Zockergemeinde auch lohnt, nennt man gleich mal den September 2013 als neuen Termin. Aber dafür dürfen sich nun auch PS3 und XBOX-Besitzer freuen, denn das Spiel kommt doch für ihre Konsolen. Vorbei ist es also mit der Exklusivität der Wii U. Schade für Nintendo, es scheint, als wären die Weihnachtsgeschenke für Ubisoft etwas dünn ausgefallen.

rayman_legends_release_28022013

Da nützt es auch nichts, dass sich Michel Ancel und einige Mitarbeiter öffentlich auf die Seite der Spieler stellen und sich mit Plakaten präsentieren, die die sofortige Veröffentlichung fordern. Der Titel liegt also gute sieben Monate in irgendeinem geheimen Lagerhaus und gärt vor sich hin. Nun kann man vielleicht mit viel guten Willen die Entscheidung von Ubisoft nachvollziehen, denn zwei Werbekampagnen, Wii U jetzt und PS3/XBOX 360 im Herbst, kosten zwei Mal Geld. Da ist es aus wirtschaftlichen Gründen – wenn auch schwer – verständlich, dass man den Titel nur einmal bewerben und somit gleichzeitig für alle Systeme veröffentlichen möchte.

Aber die Rechnung kann nach momentanem Stand nicht aufgehen. Grund sind einerseits die Spieler, die sich wie ich die Wii U nur vorrangig genau wegen dieses Titels gekauft haben. Denn nicht nur Ubisoft merkt anhand der öffentlichen Kritik, dass die Entscheidung grenzwertig war, auch Nintendo hat damit eine gewaltige Kröte zu schlucken. Viele Spieler werden nun weitere Wochen und Monate auf eine vielleicht schon eingeplante Wii U verzichten. Erschwerend kommt andererseits hinzu, dass Sony schon jetzt seine Playstation 4 angekündigt hat und eine neue XBOX Gerüchten zu Folge schon in den Startlöchern steht. Sollte Sony die PS4 tatsächlich zu Weihnachten 2013 in den Handel bringen, wird Microsoft nicht lange auf sich warten lassen. Somit wird Rayman Legends dann mit PS3 und XBOX 360 für zwei „alte“ Systeme veröffentlicht, für die viele Spieler kein Geld mehr ausgeben werden, weil sie bereits auf ihre angekündigten neuen Konsolen sparen. Weiterhin muss sich Rayman Legends im Herbst auch gegen einige andere Topseller und Triple-A-Titel behaupten, die erfahrungsgemäß in diesem Zeitraum erscheinen.

rayman_legends02

Bleibt also zu hoffen, dass man sich bei Ubisoft noch eines Besseren besinnt. Vielleicht kann auch Nintendo hier einiges bewegen. Es mangelt mir an Vorstellungskraft, dass man dort eine Entscheidung mit solcher Tragweite unkommentiert zur Kenntnis nimmt, auch aufgrund des öffentlichen Protests seitens Michel Ancel und einiger Mitarbeiter. Wenn die letzten Meldungen stimmen, hat Ubisoft nun ein noch größeres, aber selbstgeschaffenes Problem, sollte das Entwicklerteam tatsächlich aussteigen und einige Ubisoft-Mitarbeiter gleich mit abziehen. Nach jetzigem Stand hat Ubisoft nicht nur Michel Ancel inklusive Team, Nintendo und den Spieler vor den Kopf gestoßen, sondern mit der erneuten Verschiebung bis in den September 2013 auch eine kurzsichtige Entscheidung getroffen, die unter dem Strich kein Geld spart, sondern noch mehr Geld kostet.

Wer wissen will, was ihm bis September mit dem Titel noch alles entgeht, schaut bei Ubisoft auf die Seite >>>

 

Jahresrückblick 2012 – lohnt der Blick nach 2013?

jahresrueckblickUnd wieder neigt sich ein Jahr dem Ende und zumindest diejenigen, die regelmäßig Unterschriften leisten, müssen sich die ersten Tage an ein neues Datum gewöhnen. Aber Spielern der sich jährlich wie Ostern und Weihnachten wiederholenden EA-Titel dürfte das nicht ganz so schwer fallen, weil dort ja schon seit Wochen die 13 auf den neuen Covern prangt.

Sollte man nun trotz des alljährlichen Weihnachtsstresses doch einmal Momente der Ruhe finden und bei Tee und Bratapfel die fallenden Schneeflocken vor dem Fenster zählen, kommt man als Zocker nicht umhin, das Spielejahr Revue passieren zu lassen. Und so überlege ich, was am Software-2012 eigentlich hervorzuheben wäre? Das Ergebnis ist ernüchternd, denn mir fällt tatsächlich kein Titel ein, der mich länger als ein paar Tage an eine Konsole fesseln konnte. Das Überangebot an Software ist einfach zu erdrückend.

„Frevel!!! Auf den Scheiterhaufen mit dem Ungläubigen!!!“

Ja, natürlich gab es den einen oder anderen Titel, der Spaß bereitet hat, aber mal Hand auf`s Herz: War da wirklich etwas bahnbrechend Neues dabei? Erfolgreiche Serien, allen voran (wieder einmal) Call of Duty, Halo, FIFA und Assassins Creed, bekamen eine Fortsetzung spendiert. Das Setting wird verändert, der Bösewicht/Held hat einen anderen Namen und es gibt die eine oder andere neue Animation/Fähigkeit/Waffe, schon rollt der Rubel wieder und Investoren/Aktionäre/Banken reiben sich die geldgierigen Schwitzefinger.

halo-4-cover099

Der Videospieler in mir freut sich, dass er alle paar Tage ein neues Spiel zocken könnte, wenn er denn wollte. Der Zyniker in mir ätzt, dass die Spieler alle doof sind, sich andauernd altes Zeug in neuer Verpackung zu kaufen/herunter zu laden. Aber glücklicherweise halten sich Zocker und Zyniker die Waage. Immer öfter siegt nämlich die Erkenntnis, dass ich inzwischen zu alt/weise/überfordert bin, das Wettrüsten der Publisher mitzumachen. Stattdessen krame ich dann alte SNES, Mega Drive oder Atari-Titel heraus, zocke gemütlich ein oder zwei Stündchen und widme mich dann wieder anderen Dingen.

Daran hat auch die neue Wii U noch nicht viel geändert. Zugegeben, Zombi U ist spannend und Mario wie immer bis auf das letzte Pixel perfekt, aber so richtig (vor)gefreut hatte ich mich auf das nun nach Anfang 2013 verschobene Rayman Legends.

rayman-legends099

„Ha, nörgeln, aber selber Fortsetzungen spielen! Du Heuchler!“

Na und? Ich habe ja auch X-COM, Mario und Forza gespielt, letzteres allerdings nur, weil ich mich aufgrund eines nicht angeforderten Testmusters dazu genötigt fühlte, gekauft hätte ich Horizon nicht. Und auch X-Com bot im Spielablauf tatsächlich nichts, was ich nicht schon von der Playstation One Version gekannt hätte.

Wenn mir 2012 etwas ins Auge gefallen ist, dann die (zwanghafte Weiter-)Entwicklung der XBOX 360. Mir klingen noch die Worte des ehemaligen Community- und jetzigen Product Managers bei Microsoft, Frank Halgasch, in den Ohren:

„Wir haben eine Spielkonsole gebaut, es wird keinen Browser und ähnlichen Schnick-Schnack geben!“

Inzwischen ist das Dashboard dermaßen mit Apps und ähnlichem Unsinn überladen, dass ich mich frage, wo denn hier zwischen all den Kacheln die Spielkonsole versteckt sein könnte? Und zu allem Überfluss wirft man dann noch SmartGlass auf den Markt, weil Nintendos Idee eines Touchpads offenbar an exponierter Stelle für eiskalte Füße gesorgt hat.

cross-controllerAber auch Sony springt ja mit PS Vita und PS3 auf den berührungsempfindlichen Touch-Zug auf. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Sackboy in LittleBigPlanet 2 nun per PS Vita und dem sog. Cross-Controller-Paket zu steuern ist? Da fällt mir eigentlich nur der Spruch ein:

Kopie ist die größtmögliche Anerkennung!

Offensichtlich hat man bei Nintendo wieder einmal den richtigen Riecher gehabt und mit der Wii U das Tor zur nächsten Konsolengeneration weit aufgestoßen. Ich bin gespannt, was uns demnach mit der nächsten XBOX (720) und Playstation (4) erwartet?

Wer nun heute befürchtet, diese neuen Konsolen aufgrund des bevorstehenden Weltuntergangs nicht mehr zu erleben, den kann ich beruhigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass heute definitiv keine neue Gottheit der Maya namens Bolon Yokte ankommen wird und dass auch Wissenschaftler mit ihren Theorien gehörig ins Klo greifen können. Es gibt zu dem Kalender, der den heutigen Untergang prophezeit, nämlich weitere Inschriften, die das Ende der Welt etwa auf das Jahr 4470 verlegen. Demnach wird sich die Erde zumindest die nächsten Jahre weiter drehen. Unsere Nachfahren dürften dann aber keine Konsolen mehr besitzen, weil diese bei der Geburt ins Hirn – was evolutionsbedingt zwischenzeitlich in den Hintern gewandert sein dürfte – implantiert werden … oder aber – was wahrscheinlicher ist – sind die letzten Überlebenden Insekten und Ratten. Denen liegt aber bisher nicht so viel an Mario & Konsorten.

Meine größte Hoffnung ist, dass noch zu unseren Lebzeiten irgendjemand das Holo-Deck aus Star Trek zur Serienreife für Privathaushalte bringen wird. Das würde ich mir dann auch was kosten lassen.

 

Hardwaretest Yamaha YAS-201 … der Energieriegel für TV und Blu-ray Player

Videospieler kennen das: Endlich steht der neue LED-TV zu Hause. Die XBOX 360, Playstation 3, Wii und alle anderen Konsolen sind schnell angeschlossen. Das Bild hat beim Händler überzeugt, dem dynamischen FIFA-Kick, den Drifts mit der Viper beim Forza-Rennen oder einem adrenalinhaltigen Multiplayer-Shooting in HALO steht also nichts mehr im Wege. Das Spiel startet, aber aus den integrierten Boxen kommt nur dünner Klang, Bässe sucht man fast vergeblich. Die gute Laune ist dahin. Das ist das Problem bei der aktuellen Entwicklung: Je flacher der Bildschirm, desto flacher auch die Boxen. Wie sollen auch aus diesen wenigen Zentimetern noch Tiefen kommen? Dafür mangelt es schlicht an Volumen.

Die einfachste Lösung für den perfekten Klang ist, den neuen LED-TV direkt an seine Dolby-Surround Anlage zu hängen und den Ton über die 5.1 oder sogar 7.1 Boxen abzuholen. Die meisten Bildschirme verfügen heute über ARC, also einen Audio Return Channel und geben ihren Klang über das HDMI-Kabel direkt an den Verstärker zurück, statt nur Signale zu empfangen.

Galerie – zum Start auf ein Bild klicken

Auch wenn uns das der Händler mit imposanten Vor-Ort-Aufbauten immer wieder plausibel machen möchte, sind die wenigsten Wohnzimmer aufgebaut wie Ritter Sport Schokolade. Quadratisch und damit praktisch und gut sucht man vielerorts zu Hause vergebens. Das ist die Theorie, die Praxis sieht oftmals anders aus. Im verwinkelten Raum beginnt der Stress schon bei der Montage von Kabelkanälen oder dem Anheben von Fußbodenleisten für die Verlegung der Boxenkabel. Das endet nicht selten in Möbel rücken und dann doch entnervt bei lieblos durch das ansonsten heimelige Wohnzimmer geworfenen Kabeln. Eben nicht jeder Raum ist dafür geeignet, fünf oder sogar sieben Boxen aufzustellen. Mein eigens für meine Videospiele eingerichtetes Zimmer ist so ein Fall, erschwerend kommen hier noch Dachschrägen hinzu.

Die Alternative für klaren, kraftvollen Klang ohne Dolby-Surround-Anlage ist eine Soundbar. Vor dem Fernseher positioniert kommt hier der Raumklang aus nur zwei Boxen. Yamaha ist seit Jahren bei der Entwicklung führend, diverse Surround-Algorithmen sind hauseigene Entwicklungen. Das letzte Modell YAS-101 wurde in den höchsten Tönen gelobt, nun steht seit Kurzem direkt von der IFA die YAS-201 im Handel. Der bauartbedingt große Karton des Systems präsentiert sich beim Auspacken inhaltlich spartanisch: Die Soundbar, der Subwoofer, ein optisches Kabel, Fernbedienung und Anleitung, mehr wird nicht benötigt, um seinem TV oder Blu-ray Player vernünftigen Klang abzugewinnen.

Soundbar und Subwoofer – mehr wird nicht benötigt

Die Soundbar passt mit ihren knapp 87 Zentimetern Breite, 12,1 Zentimetern Tiefe und nur 9,8 Zentimetern Höhe vor so gut wie jeden Flachbildschirm. Verdeckt die Soundbar aber dann den Empfänger des TV, können die Standfüße abgeschraubt werden, so dass hier nur noch genau 8 Zentimeter Höhe übrig bleiben. Sollte dies dann immer noch zu viel sein, ist die Fernbedienung des Systems lernfähig. Sie „merkt“ sich die Infrarotsignale der TV-Fernbedienung und leitet diese durch. Alternativ ist über die mitgelieferte Bohrschablone auch die Wandmontage möglich.

Die Installation des kompletten Systems ist so simpel, dass man tatsächlich mehr oder minder erschrocken zu dem Gedanken kommen könnte, hier etwas vergessen zu haben: Aufstellung der Soundbar, Anschluss des optischen Kabels, Aufstellung des Subwoofers, einschalten und genießen. Lediglich schmale LEDs zeigen an, dass die Soundbar betriebsbereit ist und in welchem Modus sie sich befindet.

In wenigen Fällen muss man dem TV in den Tonoptionen beibringen, dass er nun statt Stereo Dolby auszugeben hat, die meisten Geräte erledigen diese Einstellung bei Anschluss des optischen Kabels jedoch automatisch. Es kommt obendrein ein weiterer Vorteil des neuen Systems zum Tragen:  Der Subwoofer ist kabellos! Somit kann er frei irgendwo im Raum stehen, um für tiefe Bässe zu sorgen. Die Soundbar selbst verfügt über genau zwei optische Eingänge für TV und Blu-ray Player. Da die meisten Konsolen ohnehin per HDMI, Komponenten-Eingang oder Scart an den TV angeschlossen sind und somit den Ton weiterleiten, sind diese beiden Eingänge auch vollkommen ausreichend.

zwei optische Eingänge – der Anschluss an den Receiver ist nicht vorgesehen

Aber wie kommt denn nun der Surround-Sound aus der Soundbar? Das System ist nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn die zwei Boxen der YAS-201 können keine sieben Boxen eines kompletten Heimkino-Systems ersetzen. Der Raumklang wird also durch komplizierte mathematische Berechnungen – von Yamaha Air Surround XTreme Technologie genannt – simuliert. Er ist demnach virtuell und wird vor der Soundbar durch das Ohr als Raumklang wahrgenommen. Der Klang verteilt sich großflächig vor der Soundbar im ihm zur Verfügung stehenden Raum, aber ist eben durch die Simulation kein „echter“, sondern virtueller Raumklang. Das schließt Soundeffekte hinter der Sitzposition vielfach aus. Was letztendlich beim Hörer ankommt, ist dennoch gewaltig.

Air Surround XTreme Technologie sorgt für virtuellen Raumklang

Die zwei Boxen der Soundbar bieten jeweils 30 Watt Ausgangsleistung, zuzüglich der 100 Watt des Subwoofers. Das ist für großes Hörvergnügen mit Videospielen, Blu-ray und TV auf dem Sofa vor dem Flachbildschirm mehr als nur ausreichend. So habe ich mir diverse Filme auf Blu-ray angesehen, Spiele von Master System bis Playstation 3 gezockt und auch Serien und Filme im TV geschaut. Das Ergebnis war immer das gleiche, das YAS-201 überzeugt auf ganzer Linie. Egal ob Action mit World Invasion: Battle Los Angeles und Men in Black, Animation mit Ice Age und Shrek oder Musik von AC/DC bis Weezer, Hoch- und Mitteltöne der Soundbar sind glasklar und voluminös. Das Ganze wird perfekt unterstützt vom niemals aufdringlichen Subwoofer, der für wunderbar tiefe Bässe sorgt.

Subwoofer in mattschwarz mit Klavierlack eingefasst

Auch das allabendliche TV-Programm gewinnt mit dem System zwar nicht an Niveau, so aber doch an deutlich verbesserter Soundkulisse. Hier kommt es jedoch tatsächlich darauf an, in welchem Format die Sendung empfangen wird und ob der Sender sein Tonsignal in Dolby Digital oder nur in Stereo ausstrahlt. Stereo ist eben kein Dolby Surround und das Gefühl des Raumklangs somit nicht machbar. Für das Fernsehprogramm gibt es mit der Funktion UniVolume eine weitere Verbesserung. Auch wenn sich die Sender vor Kurzem darauf geeinigt haben, Werbung nicht mehr in erhöhter Lautstärke zu senden, scheinen sich jedoch nicht alle daran zu halten. Manche Werbeblöcke reißen den Hörer bzw. Zuschauer noch immer regelrecht von der Couch, im verzweifelten Versuch, rechtzeitig die weit entfernt liegende Fernbedienung zu erreichen, bevor die Nachbarn klingeln. UniVolume gleicht die Lautstärke von Sendung und Werbung auf ein einheitliches Level an.

Anzeige

yas201_banner_test

Wichtig bei einem Heimkinosystem ist neben fulminanter Geräuschkulisse, dass Dialoge auf dem Bildschirm davon nicht überlagert werden. Da das YAS-201 mit allen aktuellen Tonformaten wie Dolby Digital, Dolby Pro Logic II und DTS klar kommt, stellen Dialoge bei einer Blu-ray kein Problem dar. Schwieriger wird es allerdings bei einigen älteren DVDs. Hier kommt es gelegentlich zu einem doch recht undeutlichen Sound-Mix, was aber am Film und nicht am System liegt. Doch auch hier wird Abhilfe geschaffen, dafür sorgt die Clear Voice Funktion. Dabei wird der Dialog angehoben und kommt so hörbar deutlicher beim Zuschauer an, während alle anderen Geräusche in den Hintergrund geraten.

Ich war bisher aufgrund baulicher Gegebenheiten gezwungen, meine Konsolen an einen älteren Denon-Receiver anzuschließen. Jedoch konnte ich den Sound nur über zwei angeschlossene Boxen in Stereo hören, da für ein 5.1. System einfach kein Platz besteht. Wollte ich bei einem neuen Spiel den perfekten Sound genießen, musste ich die entsprechende Konsole bisher vom Spielzimmer ins Wohnzimmer tragen, um diese dort an das Heimkinosystem anzuschließen.

Schlankheitskur für guten Ton – die Soundbar vor dem TV

Damit ist nun Schluss, denn das YAS-201 erspart mir diese Umzugsaktionen zukünftig. Macht das System schon bei Blu-ray und TV einen hervorragenden Eindruck, legt es bei Videospielen noch einmal zu. Auf der XBOX 360 spiele ich gerade HALO Anniversary und Forza Horizon und beide Spiele drücken mich beim Sound in meinen Sessel, so fulminant ist dieser. Da stimmen die eher ruhigen Dialoge bei HALO auf die kommenden Action-Sequenzen ein, die dann brachial aus den Boxen kommen. Ob ich die Pillar of Autumn gegen den Angriff der Allianz verteidige, während überall Feuergefechte stattfinden und Granaten explodieren oder mit dem Warthog über den Strand donnere und mit dem MG dauerfeuere, das Remake hat auch nach 10 Jahren gerade aufgrund des Klangs nichts von seinem Reiz eingebüßt.

Gleiches gilt für Forza. Sei es das gemütliche Dahingleiten über die Straßen von Colorado oder ein Rennen gegen sieben Konkurrenten: Der virtuelle Surround-Sound wertet ein zumindest im Einzelspielermodus gutes Spiel noch einmal auf. Unterschiedliche Motoren, die abhängig von Typ und Geschwindigkeit mal dumpf klingen und mal aufbrüllen, Rennen über Schotterpisten, bei denen ich das Gefühl habe, danach fegen zu müssen, weil überall Steinchen und Staub im Zimmer herumfliegen oder Kollisionen mit Gegnern und Randbegrenzungen, alles klingt glaubwürdig und klar.

Unterwegs im Bugatti – zumindest virtuell fahrbar

Auch wenn alte Konsolen nur zu Stereoklängen in der Lage sind, so steigert die YAS-201 den Spielspaß noch einmal gegenüber dem Ton des LED-TV. Wer Parodius auf dem SNES kennt, weiß was ihn dort an damals schon sensationellen Soundeffekten und Musikstücken bei bildschirmfüllenden Zwischen- und Endgegnern erwartet. Mit der Soundbar machen selbst so alte Weltraumshooter noch einmal mehr Spaß. Und ja, mir gefallen die alten Midi-Sounds von Master System und NES auch heute noch und Wonder Boy in Monster Land, Alex Kidd oder Super Mario Bros. müssen eben mit entsprechender Lautstärke gespielt werden 😉

[box type=“info“ style=“rounded“]

Fazit:

Guter Klang ist nicht von eingeschränktem Raumangebot abhängig. Wer für ein umfangreiches 5.1 oder sogar 7.1 Heimkinosystem entweder keinen Platz hat oder nicht gleich das komplette Wohnzimmer umbauen kann oder will, wird jetzt in der YAS-201 die perfekte Alternative finden. Das System will und kann auch gar kein Heimkinosystem ersetzen, es soll aber den Flachbildschirm und Blu-ray Player bestmöglich aufwerten. Das zeigen auch die beiden einzigen optischen Eingänge. Ein Anschluss am Receiver ist nicht vorgesehen. Simpel in Aufbau und Bedienung bietet der Sound-Riegel mit Subwoofer maximalen Klang bei minimalem Aufwand.

IOS Benutzer können die YAS-201 ebenfalls nutzen, vorausgesetzt, sie erwerben den optionalen Wireless Transmitter YIT-W12. Dieser leitet Musik und Hörbücher kabellos an die Soundbar weiter.

Auch optisch macht das System reichlich her. Schmal vor dem TV platziert wirkt die Soundbar auffällig unaufdringlich. Das Design in schwarzem Klavierlack wirkt edel, gleiches gilt für den mattschwarzen, aber an der Front mit Klavierlack eingefassten Subwoofer. Alternativ ist das System aber auch in Weiß erhältlich. Somit passen beide Farben zu allen gängigen Flachbildschirmen und verhalten sich farblich neutral zur Einrichtung.

Für mich ist die YAS-201 die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Endlich mit einer Klangkulisse zocken, die den Spielen auch gerecht wird, ohne große und kostspielige Umbaumaßnahmen in meinem Reich starten zu müssen. Das System ist einfach die perfekte Lösung für viel Klang auf wenig Raum. Überboten in Sachen Leistung – aber auch im Preis – wird die YAS-201 nur noch vom Soundprojektor YSP-3300 >>>.

testurteil_5

Link zur Herstellerseite: Yamaha YAS-201 >>>

[/box]

 

ähnliche Berichte:

Internet? Doch nicht mit uns!

Videospielen ist heute untrennbar mit dem Internet verbunden. Neben zahlreichen, meist unnötigem DLC aller Art braucht jede Konsole inzwischen in mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen ihre Updates. Dass das sinnvoll sein kann, zeigte Microsoft beim ersten großen Update der XBOX 360, nach dessen Einführungen man das Gefühl hatte, eine neue Konsole vor sich zu haben. Das genaue Gegenteil ist meine Playstation 3, die nicht täglich läuft, dafür aber – scheinbar aus Rache wegen Vernachlässigung und verletztem Ehrgefühl – dann gewaltige Updates zieht, die so unnötig wie ein Pickel am Hintern sind. Denn was soll ich mit einer polnischen Datei zu einem Firmware-Update?

Updates können also sinnvoll oder auch sinnfrei sein, man nimmt sie als gottgegeben hin, weil man ohnehin nicht weiß, was einem der Hersteller da von hinten in die Konsole schiebt. Zu DLC, Filmen, Demos oder sonstigem Schnullipups kann jeder seine eigene Meinung haben, Fakt ist, man benötigt Internet. Und das mit möglichst dicker Leitung. Filme wollen nicht mehr nur heruntergeladen werden, nein, aus Zeitgründen müssen sie gestreamt werden. Also gleichzeitiges Laden und Anschauen (hat eigentlich früher jemand den gerade aus der Videothek geliehenen Film schon auf dem Nachhauseweg geschaut?). Und auch Demos, bei denen man nie weiß, was einem am Ende erwartet – wie das vollkommen geistlose F1-Racers von Kotmeisters – nehmen inzwischen Ausmaße an, die bar jeder Vernunft sind.

Aber Videospielgeräte und Computer, selbst VoIP sind Klassiker, denn auch Kühlschränke, Haartrockner und Klorollenhalter sind heute internetfähig … oder werden es bald sein (“Warnung, nur noch fünf Blatt Papier auf der Rolle. Zum Kacken letzte verfügbare Rolle bereit halten! Soll ich online neues Papier bestellen? Antworten Sie bitte mit Ja oder Nein“). Je mehr Geräte dem Datensammelmonster am anderen Ende der Leitung mitteilen, mit welchem Finger wir uns gerade das letzte Blatt durchgedrückt haben, desto dünner wird aber die Leitung. Das ist und bleibt Gesetz, man bekommt eben nur schwerlich sieben Goldhamster gleichzeitig durch einen Gartenschlauch. Ohne dicke Leitung bewegen sich Daten langsam oder auch mal gar nicht.

Man benötigt also einen Internet-Provider, um mit der Außenwelt im Kontakt zu bleiben und geistige Diarrhoe wie diese auf einer Website mitzuteilen. Früher war das schwierig, aber zum Glück ist der Markt jetzt offen. Das böse, böse Monopol der ehemaligen gelben Deutschen Post wurde vom Kartellamt gesprengt, jetzt dürfen alle ein Provider sein und dem gutgläubigen Kunden mit undurchsichtigen Verträgen Internet verkaufen („Im ersten Jahr billig, ab dem zweiten Jahr jetzt nur noch doppelt so teuer“). Einer dieser Anbieter ist 1&1, bekannt aus dem TV und hier besonders durch den ehemaligen Leiter Kunden(un)zufriedenheit Marcell D`Avis.

Ja, genau der Marcell D`Avis, der seine Visitenkarte mit E-Mail randdebil lächelnd in die Kamera hielt und uns gutgläubigen, nach Service und Aufmerksamkeit lechzenden Trotteln weismachen wollte, man kümmert sich bei 1&1 um unsere Anliegen. Lügen haben bekanntlich kurze Beine, Marcell D`Avis dürfte demnach inzwischen nur noch knapp 79 Zentimeter groß sein, Tendenz noch immer fallend. Denn der gute Onkel vor dem blauen Logo und mit den vollmundigen Versprechen zu Service und Kundenzufriedenheit wurde nach einem Shitstorm der Entrüstung unzufriedener Kunden auf das 1&1 Blog ganz schnell wieder von der Mattscheibe entfernt wie ein zerplatztes Insekt nach einer sommerlichen Autofahrt.

Und das aus gutem Grund, denn wie überall wo Service auf ganzer Linie versagt, versteckt man sich auch bei 1&1 hinter dem System. Und das funktioniert mit der Hotline in vorderster Front ganz vorzüglich. Angefangen beim Telefoncomputer, über lange Wartezeiten hin zu inkompetenten, unmotivierten, aber gezwungen höflichen Zwangsarbeitern mit Headset sieht die Realität bei einem Problem bei 1&1 anders aus, als sie uns der freundliche Versager in legerer Kleidung am TV weismachen wollte.

Ja, man ahnt es schon … bis Mai 2013 bin ich noch 1&1 Kunde … leider. Auch ich habe mich vor Jahren von der schönen blau-weißen, perfekten Internetanschluss-Welt blenden lassen. Ich hoffte, dass mir 1&1 schnelles Internet ermöglicht, es nie irgendwelche Probleme gibt und wenn, dass die mit einem kinectmäßigen Wischen der linken Hand wie von Zauberhand verschwinden. Das war auch fast so, bis ich vor Jahren von Berlin in eine umliegende Kleinstadt zog. Denn aus meinen ehemals 16.000 kBit/s wurden schlagartig nur noch 2.000 kBit/s, wenn überhaupt. Mit Glück kamen in den letzten Jahren 950 kBit/s an, minütliche Leitungsabbrüche zu Beginn inklusive. Aber damit konnte ich leben, nachdem die Leitung endlich halbwegs stabil war. Updates waren eben Geschäft während der Nacht und Filme streamen … mein Gott, der Gang zur Videothek ist nicht so weit. Problem war mein VoIP, seitdem gibt es für 1&1 keine Einzugsermächtigung mehr, Rechnungen zahle ich aus gutem Grund nur noch nach eingehender vorheriger Prüfung.

Aber alle meine Probleme schienen behoben, denn seit einer Woche liegt hier eine Leitung von nun gewaltigen, utopischen, gigantischen, armdicken und kaum vorstellbaren 50.000 kBit/s an … sie liegt an, aber nicht für mich. Denn voller Freude rief ich die Telefonseelsorge der 1&1-Hotline an, um zu erfragen, wann denn meine bezahlte 16.000er Leitung endlich, endlich, endlich aufgebohrt wird? Ein an sich nettes Telefonat (mit dem Computer), bis zu den Sätzen der dann menschlichen Stimme „dass das technisch nicht möglich ist. Ihr Hauptverteiler liegt in 3,5 Kilometern Entfernung und die Dämpfungswerte geben nichts anderes her. Es bleibt bei ihrer Leitung.“ Plopp, Blase geplatzt. Vertrag ist also jetzt endgültig zum 27.05.2013 gekündigt und dann geht es zurück zur Telekom.

edit:

Ich habe mehrfach Post von 1&1 bekommen. Man möchte mich als Kunden behalten und bietet mir eine Doppel-Flat 16.000 an … ohne Worte! Weiterhin erreichen mich nun im Wochentakt Anrufe besorgter 1&1 Mitarbeiter, ob ich denn nicht doch weiterhin Kunde bleiben möchte? Man bietet mir auch eine Umstellung meines Vertrages an, von 16.000 kBit/s auf 2.000 kBit/s. Komisch dass das erst nach der Kündigung funktioniert, denn auf mehrfache telefonische Anfrage meinerseits war das nie möglich.

 

Hardwaretest: Yamaha BD-Pack 598… mehr als nur Sound zum Zocken

Yamaha BD-Pack 598Videospiele sind in erster Linie ein visuelles Erlebnis, zu dem ein möglichst großer Bildschirm gehört. Aber seit längst vergangenen 8 und 16 Bit Zeiten ist das Spielen nicht mehr nur auf optische Effekte mit begleitenden 4-Oktaven-Pieps-Sound beschränkt. Wer spielt, möchte mit möglichst vielen Sinnen in andere Welten tauchen und Teil des Erlebten sein. Da gerade der Klang in Verbindung mit dem am Bildschirm Gesehenen Emotionen auslöst, legten im Laufe der Zeit immer mehr Entwickler Wert auf entsprechenden akustischen Hintergrund. Wer damals DOOM an der Playstation One gespielt hat weiß, welche (Angst-)Gefühle allein die Soundkulisse dieses Spiels bewirken konnte. Das erste Spiel, das vor allem durch seinen orchestralen Sound überzeugen konnte, war 1995 Panzer Dragoon für den Sega Saturn.

Neben den reinen Musikspielen wie den Rockband- und Guitar Hero Serien, sowie etlichen Tanz- und Karaoke-Games wartet heute nicht nur mehr jeder Triple-A Titel mit möglichst kinoreifer digitaler Soundkulisse auf. Nahezu jedes Spiel lebt inzwischen auch von seinem charakteristischen Sound, an dem es der Spieler bereits nach wenigen Noten erkennt. Ein Mario-Titel wird allein aufgrund seiner ewig gleichen, wenn auch von Spiel zu Spiel leicht variierenden Kompositionen immer auch sofort an seiner Melodie erkannt. Von daher nimmt das audiophile Erleben in Videospielen einen immer größeren Raum ein.

Galerie – zum Start auf ein Bild klicken

 

Während nun aber ein neuer Flachbildschirm beim Fachmarkt um die Ecke relativ schnell allein nach den dargestellten Bildern und optischen Eindrücken erstanden ist, steht man bei einem Verstärker oder Receiver und entsprechenden Boxen meist auf verlorenem Posten. Die wenigsten Märkte oder Fachhändler haben entsprechende Anlagen vorführbereit aufgebaut und wenn doch, handelt es sich hier um Systeme, die bei vielen außerhalb des finanziellen Rahmens liegen. Dass es aber auch hervorragende Einstiegs- und Mittelklasse Systeme gibt, die ganz viele Ansprüche nicht nur eines Videospielers erfüllen, beweist Yamaha mit dem Blu-ray Heimkino-System BD-Pack 598. Dieses Set besteht aus dem AV-Receiver HTR-4065, der baugleich mit dem RX-V473 ist, dem Blu-ray Player BD-S673 und dem 5.1-Kanal Lautsprecher-Set NS-PA40. Somit müssen XBOX 360 und Wii Besitzer nicht mehr neidisch auf die Blu-ray Qualitäten der PS3 schielen.

Wer in Sachen aktueller Entwicklung bei Heimkinosystemen vielleicht gerade nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik ist, sich aber informiert und dann auf der Website von Yamaha umschaut, ist erst einmal erschlagen ob der Vielfalt der angegebenen Funktionen. Da prangen zu diesem System Dutzende bunter Icons, die alle für technische Innovationen stehen. Achtete man vor wenigen Jahren nur darauf, dass das Dolby-Logo auf dem Gerät angebracht war und der Receiver mindestens 5.1 Klang bei möglichst viel Watt Ausgangsleistung beherrschte, hat die Technik einen solch gewaltigen Schritt vorwärts gemacht, dass es dem unbedarften Neukäufer schon ein wenig mulmig werden kann.

technische Merkmale und Fähigkeiten des BD-Pack 598
technische Merkmale und Fähigkeiten des BD-Pack 598

Neben den obigen klassischen Standards sind die Zauberformeln heute Netzwerkfähigkeit und Streaming bei einfachster Einrichtung und Installation. Selbstverständlich muss ein Hersteller von Unterhaltungshardware bei einer Steuerung des Systems per App auch mehrgleisig fahren, um die gängigsten Betriebssysteme aus dem PC-, Tablet- und Smartphone-Bereich abzudecken. Apps sind heute – Steve Jobs sei Dank – selbstverständlich. Niemand erwirbt mehr nur ein Gerät, welches zwar mit Apple-Systemen zurechtkommt, aber Android außen vor lässt, denn wer weiß schon, ob man nicht beim nächsten Smartphone zum Produkt des Marktbegleiters greift? Nebenbei muss das System der Begierde so zukunftssicher wie möglich sein, denn ein neues Heimkinosystem kauft man sich nicht alle zwei Jahre. All das bietet das BD-Pack 598.

Wer den Receiver HTR-4065 das erste Mal in den Händen hält, tut dies allein schon aufgrund seines Gewichts von 8,1 Kilogramm mit einer gewissen Ehrfurcht. Aber nicht nur das Gewicht suggeriert schon hier Qualität, auch die Verarbeitung ist edel, alle Spaltmasse sind durchgängig exakt. An der Frontseite des Geräts findet man alle stationären Bedienelemente, um das komplette System auch in Ermangelung einer App oder Batterien für die übersichtliche Fernbedienung benutzen zu können. Hier sind alle Funktionen für den Tuner und die Klangregelung auf Knopfdruck einzustellen. Es finden sich weiterhin 4 SCENE-Tasten, ein USB-Anschluss für iPhone/iPad und USB-Stick, sowie diverse weitere Ein- und Ausgänge für Video und Kopfhörer. Alles wirkt auf Anhieb hochwertig. Gleiches gilt für den Blick auf die Rückseite.

HTR-4605 RX-V473 Front
Frontansicht des HTR-4065 mit SCENE Tasten und Anschlüssen

Hier fallen zuerst die zahlreichen analogen und digitalen AV-Eingänge auf, die der HTR-4065 bietet. Verbindet man den HDMI-Ausgang mit einem ARC-fähigen (Audio-Return-Channel oder Audiorückkanal) Fernseher, gibt dieser seinen Ton sogar an die Anlage zurück. Ausreichend dimensioniert sind die 4 HDMI-Eingänge. HDMI 1 ist für den Blu-ray Player vorgesehen, an die anderen passen Digital-Decoder, XBOX 360, PS3 und zukünftig WiiU. Wer neben Blu-ray-Player und Decoder aber alle drei Konsolen gleichzeitig per HDMI anschließen will, verwendet eine entsprechende HDMI-Weiche. Besitzer der ersten XBOX 360-Generation schließen diese per Komponenten-Kabel an AV1 oder AV2 an.

Neben den bereits angesprochenen 2 Komponentenvideo-Eingängen verfügt der HTR-4065 über einen Komponentenvideo-Ausgang, 4 FBAS-Eingänge und 2 Ausgänge (FBAS: Farb-Bild-Austast-Synchronsignal, also Composite-Signal), 3 analoge Cinch-Eingänge und einen Ausgang, 2 optische digitale Ausgänge, 2 koaxiale Audio-Ausgänge, den Subwoofer-Eingang und den FM/AM-Antennen Anschluss. Mitgeliefert wird zwar eine Wurfantenne, aber für ungestörten Radioempfang sollte man zwingend Kabel verwenden. Besondere Bedeutung kommt dem Ethernet-Anschluss zu, da man hier das System mit dem heimischen Netzwerk verbinden kann und so völlig problemlos Zugriff auf Internet-Radio hat, Musik per DNLA oder AirPlay streamen oder aber alle Funktionen per Apple- oder Android-App steuern kann. Die 5 Lautsprecher-Anschlüsse sind durchgehend Schraubanschlüsse.

HTR-46054 RX-V473 Rückseite
die Anschlussmöglichkeiten des HTR-4065

Vergleicht man danach die fast vollständig aus dem Alltag verschwundenen Videorekorder mit einem aktuellen Blu-ray-Player, kann einem der Fortschritt schon fast wie Hexerei vorkommen. Selbstverständlich spielt ein BD-Player noch immer Filme ab, aber damit enden auch schon sämtliche Gemeinsamkeiten. Und selbst zwischen meinem jetzt knapp 4 Jahre alten BD-Player und dem mit allen technischen Raffinessen auftrumpfenden BD-S673 liegen inzwischen Welten. Der Yamaha-Player spielt neben Blu-ray-3D nicht nur jedes weitere erdenkliche gängige Video- und Audioformat ab, er lässt sich obendrein für noch mehr Funktionalität auch ganz einfach per Kabel oder WiFi mit dem heimischen Netzwerk verbinden. Somit hat er nicht nur Zugriff auf BD-Live und Bonusview, sondern ist auch gleich Youtube leanback kompatibel (Youtube-Videos ohne Browser schauen) und greift auf freigegebene Ressourcen im eigenen Netzwerk und – wenn vorhanden –  beim eigenen Picasa-Account zu, um Fotos zu zeigen. Das ermöglicht zum Beispiel eine JPEG-Diashow mit MP3 Soundtrack Untermalung.

BD-S673
Das Menü des BD-S673

Neben diesen zahlreichen Funktionen ist der BD-S673 SCENE-fähig, d.h. er reagiert auf die Eingabe der entsprechenden SCENE-Taste und schaltet sich automatisch mit ein. Weiterhin ist er auch über die Yamaha-App anzusteuern. Wer also mal wieder die Fernbedienung verlegt hat oder es ganz zeitgemäß haben will, benutzt das Smartphone oder das iPad, um einen Film zu genießen, ohne vom Sofa aufstehen zu müssen.

Zum Schluss werden die Boxen Stück für Stück sorgsam aus ihrer Verpackung genommen und von der Schutzfolie befreit. Das Boxenpaket NS-PA40 kommt im hochglänzenden Kunststoff daher und wirkt allein dadurch schon edel. Die beiden 3-Speaker-Front-Lautsprecher sind dreiteilig und müssen zur Säule zusammengesetzt werden, die Kabelführung erfolgt innerhalb des Gehäuses. Der Center- sowie die Surround-Speaker können an der Wand verschraubt werden, optional sind aber Ständer für die Surround-Boxen erhältlich. Mitgeliefert werden 24,5 Meter Boxenkabel, man sollte also schon vor dem Aufbau einmal nachgemessen haben, ob die Kabel auch zum gewünschten Aufstellort aller Boxen reichen.

NS-PA40
der Centerspeaker des NS-PA40 5.1 Systems

Hilfreich beim Anschluss, Aufbau und bei allen Fragen ist die ausführliche deutsche Anleitung, die für den Receiver nur als PDF auf CD mitgeliefert wird. Kleiner Tipp: iPad Besitzer laden sich diese per Dropbox oder Mail-Dateianhang auf das Gerät und haben so während des Aufbaus und der Einrichtung die Anleitung über iBooks immer griffbereit. Ist das komplette System aufgestellt und alle Komponenten angeschlossen, erfolgt zuerst die Einmessung der Boxen. Denn zum Receiver HTR-4065 gehört YPAO (Automatic System Calibration), d.h. der Abstand aller Boxen wird über ein entsprechendes Mikrofon automatisch vermessen und es wird so der optimale Raumklang an der üblichen Sitzposition ermittelt. Vorbei die Zeiten, in denen man per Maßband den Abstand der Boxen zum System manuell ausmessen und am Receiver eingeben musste, nur um später festzustellen, dass das doch nicht wirklich passt.

Das Display des HTR-4065 ist einwandfrei zu lesen und alle wichtigen Funktionen werden eingeblendet. Aber alle Funktionen des Receivers nur über diese Punktmatrix einzurichten, wäre bei der Fülle an Informationen zwar machbar, jedoch doch recht mühselig. Von daher kann man, vorausgesetzt der Bildschirm ist per HDMI an den Receiver angeschlossen, auf ein übersichtlich gestaltetes, auch deutsches Bildschirmmenü zugreifen. Hier werden nach Einmessung und – wenn gewünscht – Feinjustierung der Pegel und des Equalizers für die Boxen alle weiteren wichtigen Möglichkeiten des Systems eingerichtet. Das beginnt bei der HDMI Steuerung, geht weiter über sämtliche Toneinstellungen von DSP-Parametern bis hin zur Anpassung der Lippensynchronität bei Blu-rays und endet bei den Netzwerkeinstellungen. Wer möchte, ändert in den Funktionen noch die Bezeichnungen der Eingänge und macht aus HDMI 2 oder AV 1 eben XBOX 360, wenn die Konsole am entsprechenden Eingang angeschlossen ist.

Ähnliches gilt für den Blu-ray-Player. Hier wird die Auflösung an die Fähigkeiten des Bildschirms angepasst und dann die Netzwerkeinstellungen vorgenommen. Da der BD-S673 WiFi beherrscht, hat man die Wahl zwischen Kabel oder W-LAN. Das von mir verwendete HDMI-Kabel, das laut Beschreibung auch Ethernet durchschleifen soll, hat leider so nicht funktioniert. Viel entscheidender sind aber die manuell vorzunehmenden Einstellungen zur Helligkeit und zum Kontrast. Hier darf etwas probiert werden, bis man die den eigenen Wünschen entsprechende, für sich optimale Bildeinstellung gefunden hat. Ich habe zwischen der Helligkeit des Players und meines älteren LCD-TV etwas experimentiert, bis alle Schwarz- und Weiß-Werte meinen Vorstellungen entsprachen. Aber diese Nuancen variieren mit Sicherheit je nach Betrachter. Was mir gefällt, ist dem Nächsten vielleicht zu hell oder dunkel.

BD-S673
Videokonfiguration am BD-S673

Ein persönliches Highlight des Systems sind die SCENE-Tasten. Mit nur einem Tastendruck wird hier automatisch das Wunschprogramm gestartet. Es stehen die Tasten BD-DVD, TV, NET und RADIO zur Verfügung, die alle mit systemseitigen Voreinstellungen belegt sind. So ist die SCENE-Taste BD-DVD mit dem HDMI-Eingang 1 hinterlegt. Wird diese gedrückt, schaltet sich der Receiver ein, geht in den DSP-Movie-Modus STANDARD und der Blu-ray-Player wird gestartet. Aber man ist nicht an diese Vorgaben gebunden, denn jede Taste lässt sich den eigenen Wünschen entsprechend in der Funktionalität anpassen. So habe ich bei BD-DVD den DSP-Modus auf SPECTACLE geändert, der die optimale Soundkulisse für Actionfilme aller Art bietet.

Wie oben bereits erwähnt funktioniert eine Änderung der Voreinstellungen aber nicht nur für die SCENE-Programme, sondern auch für alle anderen Eingänge. HDMI 3 ist bei mir mit der Playstation 3 belegt. Bei Druck auf die entsprechende Taste startet systemseitig die Anzeige HDMI 3 und der DSP-Modus STRAIGHT. Nun schaltet der Receiver auf den DSP-Modus ACTION GAME und zeigt PS3 an.

HTR-4065
geänderter Eingang am HTR-4065

Der HTR-4065 bietet für Filme die DSP-Modi Standard, Spectacle, Sci Fi, Adventure, Drama, Mono Movie, Sports, Action Game und Roleplaying Game sowie für den Musikgenuss Hall in Munich, Hall in Vienna, Chamber, Cellar Club, The Roxy Theatre, The Bottom Line, Music Video, 2-Kanal Stereo und 5‑Kanal Stereo. Alle diese Modi lassen sich auch während eines Films oder beim Hören von Musik per Tastendruck auf der übersichtlichen Fernbedienung durchschalten. Zusätzlich können zu jedem Modus noch die entsprechenden DSP-Parameter in den Ton-Einstellungen den eigenen Vorlieben entsprechend angepasst werden.

Yamaha legt zu Recht gesteigerten Wert auf die Aussage, dass alle in den Musik-Modi implementierten Hallen und Clubs tatsächlich die Realität wiederspiegeln. Denn jede Halle und jeder Club wurde von Technikern live vor Ort vermessen! Ein klassisches Konzert klingt also im eigenen Wohnzimmer genau so, wie man es live in der Wiener Staatsoper erleben würde.

Eine weitere sinnvolle und durchdachte Kleinigkeit, die sich in den Funktionen justieren lässt und die mir immens wichtig ist: Die Lautstärke des Systems beim Einschalten sowie die maximale Lautstärke lassen sich einstellen. Wichtig beim Besuch kleinerer Kids, die von allen Arten von Drehreglern magisch angezogen werden. Üblicherweise genießt man Filme in anderer Lautstärke, als man Radio hört. So passierte es mir bei meinem alten System häufig, dass ich abends einen Film geschaut hatte und dann das System bei satten -20 dB ausschaltete. Morgens wurde das Radio angeschaltet und bei den vom Vorabend noch aktiven -20 dB hatten dann um 5.00 Uhr in der Früh auch die Nachbarn etwas davon. Den HTR-4065 habe ich aufgrund dieser Erfahrungen mit einer beim Anschalten des Receivers anfänglichen Lautstärke von -40 dB und einer maximal möglichen Lautstärke von – 20 dB eingestellt. So können die Nachbarn weiterschlafen und meine Boxen bleiben am Leben.

HTR-4065
es gibt etliche Konfigurationsmöglichkeiten für den HTR-4065

Grau ist alle Theorie, von daher muss das System in der Praxis beweisen, was Yamaha mit vielen bunten Bildchen, noch mehr technischen Daten und wortreichen Erklärungen verspricht. Aber ich kann dem abschließenden Ergebnis schon jetzt vorgreifen, denn alle meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Ganz weit! War ich bisher allein von den unzähligen Möglichkeiten begeistert, das komplette System meinen Vorstellungen entsprechend anzupassen, zaubert der Einsatz im täglichen Betrieb immer wieder ein breites Grinsen in mein Gesicht.

Ich weiß nicht, ob ich als User oder Käufer eines solchen Systems der typische Durchschnitt bin, aber das BD-Pack 598 erfüllt alle meine Wünsche zu meinen heimischen Freizeitgewohnheiten. Morgens brauche ich unter der Woche zur Info und zum Wachwerden meinen Lieblingssender Star FM, nachmittags zum Feierabend genieße ich Musik oder ein Hörbuch von meinem Homeserver oder iPad und abends starte ich noch das eine oder andere Videospiel. Am Wochenende schaue ich Bundesliga und genieße abends eine Blu-ray. Somit sind zumindest Receiver und Boxen im täglichen mehrstündigen Dauereinsatz.

Radio ist eine dermaßen klassische Funktion, die selbst älteste Geräte blind beherrschen, da macht auch der HTR-4065 keine Ausnahme. Morgens der Druck auf die entsprechende SCENE-Taste schaltet den Breakfast Club im 5-Kanal-Stereo ein, während ich auf den ersten Kaffee lauere. Wer nicht weiß, welchen Sender er gerade hört, bekommt alle notwendigen Informationen mit Druck auf die INFO-Taste der Fernbedienung. Hintereinander werden hier Programm-Service, Frequenz, Audio-Decoder und DSP-Programm angezeigt. Eine echte Neuerung hingegen war für mich Internetradio. Hier ist die Plattform vTuner integriert und schlagartig stehen mir tausende von Radiosendern weltweit zur Verfügung, alle sauber sortiert nach Kontinenten, Ländern und Stilrichtungen. Wer seine Lieblingssender als Bookmarks ablegen möchte, muss sich bei vTuner einen Account anlegen und dort die MAC-Adresse des Receivers hinterlegen.

Radioempfang am HTR-4065

Ebenfalls völliges Neuland war für mich das Streamen von Musik per AirPlay, aber neben neuer Soundkulisse für meine Videospiele war ich genau deswegen auf der Suche nach einem neuen Receiver bzw. einem neuen System. Ich war es leid, für einen Song, den ich just genau jetzt hören wollte, eine CD einzulegen, um diese danach wieder zu wechseln. Von daher hatte ich am alten Receiver bisher ein Dock für meinen iPod angeschlossen, das ich aber jetzt einmotten kann. Dank AirPlay und DNLA stehen mir meine gesamten Musikbibliotheken und alle Hörbücher nun per Mausklick vom PC oder Fingertipp von meinem iPad zur Verfügung.

Die Bedienung ist unglaublich simpel. Befindet sich der HTR-4065 erst einmal im heimischen Netzwerk, erkennt ihn iTunes oder das i-Gerät automatisch. Einfach das entsprechende AirPlay-Symbol angetippt, den Receiver ausgewählt und schon läuft alles über die heimische Anlage. Ähnlich simpel ist das Streamen von einer freigegebenen Ressource im Netzwerk. Per Druck auf die NET-Taste schaltet man bis SERVER durch. Hat man mehrere Server zur Verfügung, werden diese aufgelistet. Nach der Auswahl des entsprechenden Ordners kann man dann Musikdateien vom Typ AAC, MP3 und FLAC genießen. Streaming funktioniert aber nicht nur mit iPad, iPod Touch und iPhone und über ins Netz integrierte Server, sondern auch mit Android-Geräten, die die Yamaha-App installiert haben. Windows-Smartphones sind zurzeit noch außen vor.

Hat man weder Server, noch Tablet oder Smartphone, oder gerade einfach keine Lust, den heimischen PC zum Streamen zu starten, lässt sich ein iPod oder ein USB-Stick mit Musikdateien ganz einfach vorn am USB-Eingang des HTR-4065 anschließen. Hier drückt man auf der Fernbedienung dann die Taste USB und hat in übersichtlicher Ordnerstruktur Zugriff auf Musik oder Hörbücher. Wer seine MP3-Dateien oder andere Musikdateien über den HTR-4065 ausgibt, wird aber schnell feststellen, dass Datenkomprimierung unterwegs auf kleinen Kopfhörern kaum auffällt, sich aber auf den großen NS-PA40 Lautsprechern bemerkbar macht. Es fehlt den Songs einfach an Kraft. Um diese fehlenden Feinheiten wieder auszugleichen, hat Yamaha den Compressed Music Enhancer zur Qualitätsverbesserung komprimierter Dateien entwickelt. Dieses Verfahren fügt der Musik die fehlenden Daten praktisch wieder hinzu, das Ergebnis ist eine hörbar bessere Ausgabe.

iPod
iPod Direktanschluss per USB

Klang wird von jedem Menschen anders wahrgenommen und ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und subjektiven Empfindens, aber was das BP-Pack 598, welches ja „nur“ als Mittelklasse System deklariert ist, aus den Boxen zaubert, ist beeindruckend. Annähernd meine gesamte Musik CD-Sammlung bewegt sich im Rock-Bereich von klassisch und melodisch bis hin zu hart und schnell, weil hier Musik noch von Hand gespielt und nicht an einem PC programmiert wird. Von daher lege ich gesteigerten Wert auf eine bestmögliche Abmischung der Stücke, um mich auf jedes einzelne Instrument und jede Stimme konzentrieren zu können.

Das Foo Fighters Album Wasting Light ist nicht umsonst bei den Grammy Awards 2012 ausgezeichnet worden. Die Mischung aus Balladen und schnellen, harten Riffs ist immer wieder ein musikalischer Hochgenuss. Beim Song These Days beeindrucken vor allem die Wechsel zwischen den melodischen Passagen, die sich dann wieder mit schnellen Akkorden abwechseln, die bei White Limo das dominierende Element sind. Jede einzelne Passage kommt kräftig und voluminös aus den Boxen. Ebenso beindruckend Dear Rosemarie, wenn die Gitarre von Bob Mould in den Vordergrund tritt. Auch wenn es sich beim Album um ein Studioalbum handelt, haben mich die DSP-Modi Hall in Munich und Hall in Vienna mitgenommen, da man hier tatsächlich das Gefühl eines großen Live-Auftritts erhält.

Blue October präsentierte mit dem letzten Album Any Man in America eine Mischung aus alternativem Rock mit Hip-Hop und Rap-Elementen. Gitarrensounds werden hier mit elektronischen Elementen hinterlegt. Trotzdem lebt das gesamte Album vom Sänger und Gitarristen Justin Furstenfeld, dessen Stimme so unglaublich eingängig und schwermütig ist. Allein was diese Stimme im Song The Feel Again transportiert, berührt emotional, wenn man dafür offen ist und sich auf die Musik einlässt. Ich konnte Justin Furstenfeld live und unplugged im Hard Rock Cafe genießen und auf dem BD-Pack 598 kommt seine Intensität in einem der Club-Modi wie Cellar Club oder The Roxy Theatre diesem live Auftritt am nächsten.

AirPlay
AirPlay am HTR-4065

Diese Bands und Alben, die ich hier exemplarisch für viele andere erwähnt habe, zeigen, wozu die Yamaha-Anlage fähig ist. Man erhält eine saubere Trennung und räumliche Zuordnung von Instrumenten, Stimmen bleiben im Vordergrund, ohne zu überlagern. Selbst so ungewöhnliche Kombinationen wie Gitarren mit Dudelsack, Mandoline und Akkordeon, wie sie die Dropkicks Murphys in ihren irischen Folk-Punk einfließen lassen, bereiten Spaß und füllen den Raum mit einem einwandfreien Klang.

So wühlte ich mich genussvoll durch meine Musiksammlung und lauschte Größen an der Gitarre wie James Hetfield von Metallica, Billie Joe Armstrong von Green Day oder Matt Bellamy von Muse. Aber der ultimative Test war das AC/DC Live Album Live At River Plate der letzten Welttournee auf Blu-ray und damit das Spiel des meiner Meinung nach besten Live Gitarristen der Welt, Angus Young. Dominiert Angus bei AC/DC ohnehin schon durch seine legendären Riffs, so übertrifft er sich bei Let there be Rock selbst. Ein fast 15minütiges Solo fordert die Yamaha-Komponenten, aber auch hier zeigt die Anlage keine Schwächen. Jeder Akkord und jede Note kommen kraftvoll und klar aus den Boxen. Ebenso sauber werden auch die tiefen Töne von Cliff Williams` Bass in The Jack wiedergegeben, alles unauffällig vom Subwoofer unterlegt.

Gleiches gilt für Filmmusik und Soundeffekte beim Abspielen von Blu-ray Discs, der BD-S673 beherrscht alle aktuellen Tonformate. Blu-rays werden nach dem Einlegen in ca. 20 – 30 Sekunden eingelesen, ein Spitzenwert im Vergleich zu meinem alten Player, der manchmal mehrere Minuten bis zum Start eines Films benötigte. Ein Laufwerksgeräusch ist so gut wie nicht vorhanden, lediglich beim Einlesen einer Disc ist kurz ein leises Sirren zu vernehmen, danach herrscht Ruhe. Wichtig ist aber neben aller Tonqualität ein gestochen scharfes Bild. Hier punktet der Player in allen Bereichen, alle Farben sind satt, ohne überzogen zu wirken. Es gibt keine Ruckler und kein Verwischen bei schnellen Bildwechseln, alles läuft flüssig. Selbstverständlich ist aber immer auch das Ausgangsmaterial entscheidend, nämlich die Blu-ray selbst.

BD-S673
iPad App für den BD-S 673

Stellvertretend für viele gute Filme habe ich mir einige meiner Lieblingspassagen angeschaut, bzw. solche, die die einwandfreie Qualität des Players aufzeigen. Dazu gehört für mich zwingend James Bond – Ein Quantum Trost und damit zuerst die Startsequenz mit der Verfolgungsjagd am Gardasee. Hier wechselt die Szene zwischen der dunklen Passage im Tunnel mit dem im strahlenden Sonnenschein liegenden Steinbruch, während der Motor des Aston Martin im Tunnel dumpf klingt und in der Weitläufigkeit der Berge regelrecht aufbrüllt. Nebenbei fliegen die Kugeln verschiedener Kaliber förmlich durch den Raum, während sich Metall quietschend und krachend verbiegt.

Eine weitere großartige Szene der Filmgeschichte spielt in der finalen Luftschlacht in Avatar. Hier brummen einerseits die Helikopter der Angreifer und auf der anderen Seite kämpfen die Na`Vi auf ihren Ikran gegen diesen scheinbar übermächtigen Gegner. All das spielt sich innerhalb der fliegenden Berge ab und so sirren die Pfeile der Ureinwohner durch den Raum, während die Raketen der Helis für krachende Explosionen sorgen. Der Subwoofer leistet hier ganze Arbeit, ohne zu dominieren und das Geschehen zu überdecken. Der Raumklang in dieser Szene vermittelt tatsächlich das Gefühl, selbst auf einem Banshee zu sitzen und Teil des Szenarios zu sein. Ansonsten wirkt der gesamte Film mit den meist grünen oder blauen Farben unglaublich kontrast- und detailreich.

Ein Sci Fi Highlight ist unbestritten Star Trek. Die Eingangssequenz, in der inmitten des Angriffs der in der Zeit umherirrenden Romulaner James T. Kirk geboren wird, ist mit seinen Sound- und Grafikeffekten immer wieder ein besonderes Erlebnis. Das Schwarz des Weltalls ist hier so scharf wie nie, während die Explosionen der Photonen-Torpedos und Laserwaffen für ein Effektfeuerwerk für Augen und Ohren sorgen.

All diese Filme genießt man am besten mit den DSP-Einstellungen Spectacle und Sci Fi, aber selbst ein solch alter S/W-Film wie Tanz der Vampire erfährt hier noch einmal eine deutliche Verbesserung mit der Einstellung Mono Movie. Und auch die Bundesliga macht im Modus Sports noch einmal mehr Spaß, da man stellenweise mitten im Stadion auf der Tribüne sitzt.

iPad App Yamaha BD-Pack 598
die zahlreichen Soundeinstellung

Der BD-S673 kann auch 3D. Dieses konnte ich aber in Ermangelung eines entsprechenden LED-TV noch nicht testen, hole das aber an dieser Stelle zu Weihnachten nach. Denn da steht hier hoffentlich ein Philips 47PFL6907K/12 oder ein LG 47LM760S.

Bei allen Qualitäten für den Blu-ray Heimkinofan hat Yamaha aber auch an die Videospieler gedacht. Hier stehen am HTR-4065 für optimalen Sound mit Action Game und Roleplaying Game gleich zwei Modi zur Verfügung. Spiele genießen aufgrund ihres Charakters, nämlich ein Spiel zu sein, noch immer mehr künstlerische Freiheit als Filme. Diese sind an Konventionen gebunden, ein Spiel ist das nicht. Ein Entwickler darf seiner Fantasie freien Lauf lassen und Story, Charaktere und Ort der Handlung bei Bedarf maßlos überzeichnen. Nur so entstehen Figuren wie Sonic, John Tanner oder Ezio, die in ihrer Welt Dinge tun können, die in der Realität undenkbar wären. Auch wenn gelegentlich ein Spiel für einen Film umgesetzt wird – hier seien stellvertretend  Lara Croft, Doom und Hitman genannt –  so ist dies noch immer die Ausnahme, zu oft ist der Erfolg nur mäßig. Und genau aufgrund dieser Fantasie, dieser Realitätsferne, haben die Entwickler nicht nur in der grafischen Entwicklung, sondern auch bei der Musik, der Sprachausgabe und den Soundeffekten alle Möglichkeiten.

Ein Titel, der hier anderen trotz seines Release bereits im letzten Jahr noch immer weit voraus ist, ist Rayman Origins. Entwickler und Rayman-Erfinder Michel Ancel engagierte hier Künstler, die bis dato so gut wie keine Berührung mit Videospielen hatten. Und gerade dem Sound merkt man dies an. Denn dieser geht weit über den des klassischen Jump`n`Runs hinaus. Jede Welt und jeder Bonus-Level hat eine eigene Melodie, nur übertroffen vom Gesang der Electoons und der Soundeffekte während der Level. Alles kommt so klar und so einzigartig stimmig aus den Boxen, alleine für diesen Sound lohnt sich schon die Anschaffung des Yamaha-Sets.

Rayman Origins ist soundtechnisch ein Leckerbissen

Nun ist aber Rayman nicht Mainstream, denn dieser wird von Ego-Shootern wie Call of Duty, Battlefield, Halo und Gears of War bestimmt. Neben halbwegs identischer Handlung leben aber gerade diese Games von ihrer unglaublichen Soundkulisse. Das hauptsächliche Augenmerk liegt auf Action und diese muss auch von den umgebenden Soundeffekten getragen werden. Es nützt die schönste grafische Explosion nichts, wenn nicht auch der entsprechende Klang durch das Zimmer dröhnt. Aber auch hier legt der HTR-4065 in Verbindung mit dem Boxenset vor. Dumpfe Explosionen, das helle Pfeifen von Kugeln, knatterndes MG-Feuer, krachend einstürzende Gebäude, jeder Soundeffekt kommt mit entsprechenden Bässen daher und versetzt den Spieler durch Raumklang manchmal schon fast zu real mitten ins Gefecht.

Durch mangelnde Rundumsicht leben gerade Rennspiele vom Sound, um trotzdem ein möglichst realistisches Gefühl für Fahrzeug und Strecke zu vermitteln. Davon abgesehen, dass heute das authentische Motorengeräusch eines jeden einzelnen Fahrzeugs vom Spieler vorausgesetzt wird, haben die Entwickler auf eine weitreichende Geräuschkulisse bei jedem Tempo zu achten. Und wie schon in grafischer und spielerischer Hinsicht haben die beiden Platzhirsche Gran Turismo und Forza Motorsport auch in Punkto Sound die Nasen weit vorn. Der korrekte Klang des Motors bei jeder Umdrehung ist das eine, das andere sind unterschiedliche Streckenbeläge, pfeifende Turbolader, das Rattern der Reifen bei Berührung der Curbes, Kontakt mit dem Gegner in schnellen Kurven und das Wummern von Stoßdämpfern bis hin zu knirschendem Kies bei Ausflügen ins Kiesbett und brachialen Einschlägen in die Begrenzung bei hohem Tempo. Das gesamte Repertoire aller möglichen Geräusche vermitteln die Yamaha-Boxen in Perfektion, immer unterlegt vom dynamischen Subwoofer.

Gran Turismo 5
bei Gran Turismo dröhnen nicht nur die Motoren

Da aber Action- und Rennspiele, sowie Jump`n`Runs zwar das Maß vieler, aber eben nicht aller Dinge sind, habe ich tief in die Mottenkiste gegriffen. Einer dieser älteren Titel ist Heavy Rain, der seine Handlung weniger aus Action, denn aus seinen Dialogen zieht. Diese Dialoge der Protagonisten sollen den Spieler in ihren Bann schlagen und ihn in der Geschichte mitnehmen. Dabei leistet der Center-Speaker ganze Arbeit. Die deutsche Synchro ist klar und die Emotionen der Figuren werden lebensecht transportiert.

Heavy Rain
Heavy Rain glänzt durch seine Dialoge

Aber auch meine alten Konsolen habe ich über den HTR-4065 laufen lassen. Klar, dass hier keine Wunder erwartet werden dürfen, aber auch der klassische Midi-Sound – im besten Falle in Stereo – macht bei alten Titeln vom Master System, Mega Drive oder Super NES einiges her. Selbst die Space Invaders und Pac-Man vom Atari VCS erwachen hier zu neuem Leben.

[box type=“info“ style=“rounded“]

Fazit:

Yamaha stellt mit dem BD-Pack 598 nicht nur dem Heimkinofan ein rundum-glücklich-Paket zur Verfügung, gerade auch für Videospieler ist das Set die Sound-Lösung für alle Arten von Spielen. Egal ob Action mit Socom oder diversen Lego-Titeln, Rennen mit DiRT oder WipEout oder Action-Adventure mit Mass Effect oder Fable, jedes Game erhält mit diesem Set noch einmal eine audiophile Aufwertung. Selbst alte Konsolen und Spiele erleben mit Sicherheit bei demjenigen ihr Revival, der diese seit Jahren unbenutzt im Keller zu stehen hat.

Playstation 3 Besitzer sollten hier trotz der Blu-ray-Fähigkeit ihrer Konsole aber nicht von vornherein abwinken, denn neben der nochmals besseren Darstellung von Filmen rechtfertigen auch die vielen technischen Details und Spielereien des BD-S673 mehr als nur einen Blick auf das System.

Neben aller Technik besticht die komplette Anlage auch durch ihre Ästhetik. Allein das glänzende schwarze Design des Boxensets NS-PA40 ist ein Hingucker. Gleiches gilt aber auch für den Receiver und den Blu-ray Player, auch wenn diese in mattschwarz geliefert werden. Das System ist außerdem auch in Titanium erhältlich.

Für mich ist das BD-Pack 598 von Yamaha das Maß der Dinge, weil alle meine Ansprüche und Wünsche erfüllt werden. Ich habe mit dem HTR-4065 einen Receiver, der technisch voll auf der Höhe der Zeit ist, nicht nur weil er klasse Sound aus den Boxen zaubert, sondern weil ich endlich alle meine HDMI-Geräte gleichzeitig anschließen und somit optimal nutzen kann. Nebenbei kann ich endlich Musik streamen, vorbei die Zeiten des dauernden CD-Wechsels. Der BD-S673 liefert obendrein ein fantastisches Bild und durch die Netzwerkfähigkeit muss ich zum Updaten keine ISO-CD`s mehr brennen. Ein tolles Feature sind die Dia-Shows mit Musikunterlegung.

testurteil_5

zur Herstellerseite: Yamaha BD-Pack 598 >>>

[/box]

 

ähnliche Beiträge:

 

 

 

Gran Turismo 5

Ich schreibe unwahrscheinlich gerne Re- und Previews zu Videospielen und habe meistens schon nach wenigen Minuten Spielzeit die ersten Ideen, in welche Richtung der entsprechende Beitrag zu einem Spiel laufen kann. Nun sitze ich seit Tagen vor Gran Turismo 5 und die Fragezeichen werden nicht weniger, zu umfangreich sind das Spiel und dessen Möglichkeiten. Wenn ich diese Review also nicht ordentlich strukturiere, falle ich am Ende hinten runter und werde dem Titel nicht einmal ansatzweise gerecht. So starte ich mit dem, was ich als GT-Fan der ersten Stunde auch von einem guten Bericht erwarten würde …

Ein kurzer Exkurs in die Geschichte:

Entwickler Polyphony Digital revolutionierte mit Gran Turismo ab Dezember 97 in Japan und ab Mai 98 in den USA und Europa die Videospiel-Welt. Niemals zuvor gab es in einem Rennspiel einen dermaßen großen Umfang an Fahrzeugen und Strecken. Der Beiname „The Real Driving Simulator“ ließ nur erahnen, welch ungeahnte Tuning-Möglichkeiten und was für eine Realitätsnähe in Punkto Fahrphysik dem Spieler das erste Mal geboten wurden.

Aber ein Rennspiel lebt nicht nur von Tuning-Optionen. Die Detail-Verliebtheit der Entwickler geht sogar soweit, dass nicht nur alle physikalischen Merkmale eines jeden Fahrzeuges des gewaltigen Fuhrparks übernommen wurden, sondern obendrein für jedes Auto auch der entsprechende Motoren-Sound aufgenommen wurde.

Neben den inzwischen zahlreich vertretenen Original Rennstrecken dieser Welt wie Laguna Seca, Le Mans, Suzuka, dem Nürburgring oder Monaco, welcher hier noch immer Còte Azur heißt, genießen gerade die Gran Turismo eigenen Kurse wie Deep Forest, Grand Valley, Trial Mountain, High Speed Ring oder Autumn Ring unter den Fans der Serie Kultstatus und werden bei jedem neuen Titel als Gott gegeben vorausgesetzt und erwartet.

Aber Herzstück eines jeden Gran Turismo ist und bleibt die Sammelleidenschaft. Mit jedem Rennen gewinnt man neue Fahrzeuge, die dann wiederum für andere Rennen verwendet werden können. Kein Spiel bietet einen solch umfangreichen Fuhrpark, kein Spiel bietet so seltsame Fahrzeuge wie den Fiat 500, den VW Kübelwagen oder die Ente. Und dies ist das Alleinstellungsmerkmal, das auch Gran Turismo 5 wieder auszeichnet. Diese unfassbare Liebe zu Fahrzeugen aller Epochen, Baureihen und Herstellern geht so weit, dass dem Spieler in Gran Turismo 4 über 700 Fahrzeuge zur Verfügung standen. Aber diese Zahl wird im neuesten Ableger der Serie noch einmal getoppt: In GT5 rollen 1031 Fahrzeuge über den Asphalt, davon aber alleine 18 Honda S2000, 41 Nissan Skyline oder 22 Mazda MX-5. Diese relativieren die Zahl 1031 doch wieder gewaltig. Weiterhin gibt es den deutlichen Unterschied zwischen Standard-Fahrzeugen, die zum Teil scheinbar aus GT4 übernommen wurden und den 200 Premium-Fahrzeugen, die online nun sogar ein marginales Schadensmodell aufweisen und an denen jedes Detail bis hin zur Radmutter stimmt.

Und somit wird es Zeit, sich dem Spiel und  dem zu zuwenden, was bis heute für den Fan ein jedes Gran Turismo auszeichnet …

Der Karriere-Modus:

Wer Gran Turismo 5 das erste Mal in seine Playstation einlegt, muss Geduld haben. Denn gleich zu Beginn erwartet euch ein Update von über 140MB. Ist dieses durch, solltet ihr zur Minimierung von Ladezeiten zwingend weitere Daten von der CD auf die Festplatte kopieren, was noch einmal 8GB in Anspruch nimmt.

Für mich beginnt ein Spiel immer mit einem Vorspann, der die Vorfreude auf das Spiel noch einmal auf die Spitze treibt und mich in die Handlung einführt. Gran Turismo 5 wird mit einem Video eingeleitet, das in einem Stahlwerk beginnt, über die computerisierte Fertigungsstraße eines Autobauers führt, um letztendlich Autos aller Klassen in Aktion auf den verschiedenen Rennstrecken zu sehen … allerdings werden diese 5 Minuten von einem psychotischen Klavierspieler begleitet, also ansehen und genießen … oder wundern 😉

Ist die CD dann geladen und das GT-Logo erscheint auf dem Bildschirm, begibt sich der echte Fan ohne Umwege dahin, wo bisher ein jedes Gran Turismo seinen Anfang nahm: In den Karriere-Modus. Nach der Anpassung seines persönlichen Fahrers und des Begrüßungsbildschirms fand ich allerdings ein Menü vor, dass ich so nicht erwartet hatte, denn aufgeräumt ist anders. Sage und schreibe 28 (!) verschiedene Menüpunkte erwarten den Spieler, angefangen beim A- und B-Spec-Modus, der Autobörse, den Händlern, der Fotoreise, den Tuning-Shops, der Garage, den Lizenzen und etlichen anderen. Alle Symbole sind dabei mehr oder weniger unstrukturiert auf dem Bildschirm verteilt. Wäre der Menübildschirm eine Website, könnte ich trotz der Unordnung damit leben, so hüpft der „Maus“-Zeiger einem DVD-Menü gleich von Bild zu Bild, bis man endlich dort ankommt, wo man hinmöchte.

Hat man sich mit dem Menü-Umfang ab- bzw. durch diesen hindurch gefunden, darf der Profi sich das erste Mal wundern, denn das ungeschriebene Gran Turismo-Gesetz „du musst erst in die Fahrschule und Lizenzen erwerben, bevor du Rennen fahren darfst“ , wurde komplett über Bord geworfen. Lizenzen sind nun optional, sie sind nicht mehr maßgebend, an welchen Rennklassen ihr teilnehmen dürft. Stattdessen wird ein neues Level-System eingeführt, das darüber entscheidet, welche Rennen für euch zugänglich sind. Ihr erhaltet nun für jedes Rennen, für jede Lizenz und für jede Spezial-Aufgabe neben dem dringend benötigten Bargeld Erfahrungspunkte, die euren Level ansteigen und euch so Schritt für Schritt voran kommen lassen.

Ausgestattet mit einem kleinen Betrag steht ihr vor der wichtigsten Entscheidung zu Spielbeginn: Wie viel Auto bekomme ich für mein Geld und noch wichtiger, an welchen Rennen darf ich mit meiner Neuerwerbung dann teilnehmen? Während ihr euch in anderen Rennspielen hinter irgendein Steuer setzt und dann von Rennen zu Rennen hastet, zeichnet Gran Turismo seit je her seine Vielfalt an den unterschiedlichsten Events aus. Das einzige zu Beginn verfügbare Rennen ist der Sunday Cup, für alle anderen Rennen benötigt ihr dann schon entsprechende Fahrzeuge. So gibt es Rennen für Heck- oder Front-angetriebene Fahrzeuge, Klassiker und Sportwagen aus allen Kontinenten, Marken-Cups und etliche weitere. Weiterhin ist die Zulassung zu solchen Events auch noch nach abhängig von Leistung, Gewicht oder Baujahr.

Aber ihr erhaltet durch den Gewinn eines Rennens mehr oder weniger regelmäßig ein Fahrzeug, das ihr dann für ein anderes Rennen verwenden könnt. Allerdings ergeben manche Fahrzeuge so gar keinen Sinn, außer vielleicht den Sammeltrieb zu befriedigen. So erhielt ich für den Gewinn einer Rennserie den VW Lupo Cup Car GTI, der entsprechende Wettbewerb ist aber erst ab Level 13 erreichbar. Nachdem ich diese Hürde genommen und den Lupo-Cup auf der Nürburgring-Nordschleife gewonnen hatte, erhielt ich als Preis einen VW Lupo 1.4, welchen ich definitiv nirgendwo sinnvoll einsetzen kann.

Wie diesen sinnfreien Lupo sammeln sich über kurz oder lang reichlich Autos in eurer Garage, die ihr zwar anschauen und Probe fahren könnt, die euch aber im Spiel nicht weiterbringen, weil ihr sie nicht einsetzen könnt. Eine Ente mit 10KW lässt sich eben nicht soweit tunen, dass sie in einem Oldtimer-Event bestehen könnte. Ihr seid also gezwungen, eure sauer verdiente Kohle beim Händler eurer Wahl in weitere Modelle zu investieren. Und hier steht ihr vor weiteren, unter Umständen kostspieligen Entscheidungen: Kauft ihr euch den Mini, den ihr höchstwahrscheinlich nur für dieses eine London-Marken-Rennen braucht, oder investiert ihr lieber doch in die Dodge Viper, die ihr beim Muscle-Car, im Super-Car und im FH-Rennen einsetzen könnt? Euch fehlt die Kohle? Dann heißt es weiter Rennen fahren, bis das Geld beisammen ist.

Und damit komme ich zur Krux von Gran Turismo 5. Ihr haltet euch einen Großteil des Spiels im Menü auf, vergleicht Fahrzeuge und Leistung, schaut, in welchem Rennen ihr welches Auto verwenden könnt und hofft, dass ihr ein Auto gewinnt, das euch eine kostspielige Neuinvestition erspart. Ihr geht also ins Renn-Menü, klickt auf einen Cup und kontrolliert, ob ihr ein entsprechendes Fahrzeug bereits in der Garage habt. Solltet ihr das haben, stellt ihr fest, dass eure Gegner euch in allen Leistungs-Belangen weit überlegen sind. Nun wird in das Fahrzeug gewechselt, der Tuning-Shop aufgesucht und das immer gleiche Muster des Tunings nimmt seinen Lauf: Motor-Tuning Stufe 1, Motor-Elektronik, Sport-Auspuff, Schwungscheibe, Kupplung  und weitere Teile bringen die dringend benötigte Leistung. Seid ihr zufrieden, klickt ihr euch wieder bis ins Rennen durch, gewinnt dieses hoffentlich und hofft am Ende der Serie auf ein klasse Auto.

Habt ihr dann ein neues Fahrzeug gewonnen,  ist der Ablauf irgendwie nicht wirklich zu Ende gedacht. Nicht nur, dass euch jeder einzelne Klick jedes Mal einiges an Ladezeiten kostet, warum wird der gewonnene Wagen nicht sofort in der Garage präsentiert? Ihr dürft stattdessen auf den LKW, die sogenannte Autobörse klicken, werdet aus vollkommen unverständlichen Gründen gefragt, ob ihr das Ticket für das gewonnene Auto auch wirklich benutzen wollt, um dann den Wagen aus einer unübersichtlichen und hässlichen Frontansicht präsentiert zu bekommen. Nun dürft ihr euch noch entscheiden, ob ihr gleich in das Fahrzeug wechseln wollt, um es euch dann nach weiteren Klicks in der Garage anzusehen. Und warum muss ich erst die Rennserie verlassen, um im Hauptmenü zu erfahren, dass ich ein weiteres Auto gewonnen habe?

Ladezeiten sind auszuhalten, wenn man die technischen Fähigkeiten der PS3 kennt. Was mich ärgert, sind Situationen, an denen das Spiel nicht wirklich vorwärts geht. Ich habe 8 von 9 Rennen der Anfänger-Serie abgeschlossen und benötige nun dringend für das letzte Rennen einen japanischen Klassiker, Baujahr 1979 oder älter. Aber leider gewinne ich den nirgends, obwohl ich bereits die 3 Klassen Anfänger, Amateur und Profi befahren darf. Selbstverständlich hat auch kein Neuwagen-Händler ein solches Modell vorrätig, so dass ich also gezwungen bin, nach jedem Event, nach jeder Lizenz und nach jedem Spezial-Rennen den Gebrauchtwagen-Händler aufzusuchen, um nach einem geeigneten Modell Ausschau zu halten. Als ich dann endlich einen 68er Mazda finde, nach diversen Tuning-Maßnahmen das japanische Klassiker-Rennen gewinne und somit die komplette Anfänger-Serie abschließe, erhoffe ich mir zur Belohnung endlich ein Sahnestückchen, schließlich kann ich schon die Gran Turismo Weltmeisterschaft mit den entsprechenden Super-Touren-Sportwagen ansteuern. Aber zu früh gefreut, denn zum Abschluss aller Anfänger-Rennen erhalte ich einen Mitsubishi FTO, der mich nicht einen Schritt vorwärts bringt. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als meine Viper bis zum Anschlag perfekt zu tunen und einzustellen und dann …

… ab auf die Piste:

Gran Turismo Profis überfällt augenblicklich das Gefühl, wieder zu Hause zu sein, endlich wieder Rennen auch mit normalen Straßen-Autos fahren zu dürfen und die Gesetze der Fahrphysik ausreizen zu können. Aber hier komme ich kurz wieder zum Unterschied zwischen den bereits oben erwähnten Standard- und Premium-Fahrzeugen. Davon abgesehen, dass sich alle Standard-Autos auf der Strecke irgendwie ähnlich anfühlen, haben diese zwar die Ansicht hinter dem Fahrzeug, die Motorhauben- und Kühlergrill-Ansicht, aber keine Cockpit-Perspektive. Diese ist nur den 200 Premium-Karossen vorbehalten. Und wieder relativiert sich die Zahl 1031 ein wenig.

Ist das Rennen erst einmal gestartet, ist das unaufgeräumte Menü vergessen, ebenso die fast schon quälenden Ladezeiten bis zum Start. Alles verschwindet in einer rosa Blase der Glückseligkeit, denn ich fahre endlich wieder Rennen. Ich genieße die perfekt ausgewogene Fahrphysik und taste mich mit jeder Runde, mit jedem Fahrzeug näher an eine neue Bestzeit. Ich spüre jede Bodenwelle, ich merke, wenn mich das Heck meines TVR Cerbera Speed nach einer Kurve zu überholen beginnt und steuere sanft dagegen, bis die Spur wieder gefunden ist, finde neue Bremspunkte, um noch eine Zehntel-Sekunde aus der Runde zu quetschen und das Grinsen zwischen meinen Ohren wird nicht weniger. Das hier ist Gran Turismo 5 … endlich!!! Dafür ist die PS3 da!!!

Dabei spielt es keine Rolle, ob ich mich mit dem Toyota Vitz, Mini Cooper oder Mazda MX5 in einem Marken-Cup bewege oder einen McLaren F1, Honda Raybrik NSX oder das Sauber Mercedes C9 Race Car über Suzuka hetze. Jedes Auto übt mit eigener Fahrphysik seinen ganz eigenen Reiz aus und fordert den Spieler heraus, Grenzen immer wieder neu auszuloten. Und ab hier wird dann Gran Turismo 5 auch zum „The real Driving Simulator“, denn ihr werdet Rennen erleben, in denen ihr mit einem Super-Car über den Rundkurs von Daytona jagt, aber feststellt, dass ihr einfach zu wenig Endgeschwindigkeit aufbaut. Ab jetzt geht ohne halbwegs intelligente Tuning-Maßnahme wenig. Neben entsprechender Motorsierung ist nun ein manuell verstellbares 6-Gang-Getriebe gefordert. Dieses wird so justiert, dass ihr zwar langsamer beschleunigt, aber letztendlich die benötigten 380 km/h gegen den Lamborghini auf die Gerade bringt. Ihr seid schnell, aber euer Untersatz lässt sich durch keine Kurve mehr bewegen? Dann wird es Zeit für den individuell einstellbaren Federsatz, um euren Traumwagen ein wenig tiefer zu legen und ihm so Spurtreue auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten zu verpassen. Dabei kommt ihr bei Gran Turismo 5 vom Hundertsten ins Tausendste und ihr werdet es genießen.

Weniger genießen werdet ihr aber über kurz oder lang die KI eurer Computer-Gegner. So viel Sorgfalt und Liebe in die Gestaltung der Fahrzeuge gesteckt wurde, so vernachlässigt wurden erneut eure Gegner. Diese fahren ihrem Fahrzeug entsprechend mit, aber so manches Mal scheint die Ideal-Linie eine Schiene zu sein, denn gebremst oder ausgewichen wird selten. Und wer genau hinschaut, erkennt bereits nach spätestens 2 Runden, wo die KI ihre Bremspunkte setzt, um diese Schwäche durch gnadenlos späteres Bremsen in den eigenen Vorteil umzuwandeln.

Trotz aller Staus in den zumeist ersten Kurven bleibt die Framerate stabil, nur in den seltensten Fällen erkennt ihr ein fast unmerkliches Zucken des Bildes, das aber das Spiel in keinster Weise ausbremst. Wer sich weiterhin die Zeit nimmt, während eines Rennens auch mal rechts und links neben die Piste oder an den Horizont zu schauen, wird dann doch die eine oder andere minimale technische Unzulänglichkeit bemerken. So stehen Zuschauer als 2D-Pappkameraden unbeweglich am Streckenrand oder auf Tribünen und auf dem London-Kurs ploppt die Häuserkulisse im Hintergrund kurz auf. Aber alles dies sind Dinge, die bei diesem Titel schon fast peinlich sind, sie überhaupt erwähnt zu haben.

Wer nun von Rennen zwischenzeitlich genug hat und sich nach echten Herausforderungen sehnt, wechselt zwischendurch in …

… die Spezial-Rennen und Lizenzen:

Kann man ein Rennen im Karriere-Modus durch den Kauf eines entsprechenden Autos oder durch Tuning-Maßnahmen in 9 von 10 Fällen für sich entscheiden, haben es die Spezial-Rennen aber richtig in sich. Hier erhaltet ihr vorgegebene Karossen und müsst mit diesen versuchen, eine bestimmte Position zu erreichen oder vorgegebene Zeiten zu schlagen. Hier müsst ihr zum Beispiel mit den verschiedensten Typen der Marke Mercedes auf der Nürburgring-Nordschleife Etappen-Zeiten unterbieten, fahrt Kart oder Nascar oder aber seid mit einem VW-Samba-Bus Baujahr 62 gegen 11 andere Busse dieses Typs im Rennen. Für absolute Chancengleichheit ist also gesorgt, hier entscheidet allein euer fahrerisches Können. Dieses ist auch im Nachtrennen Lambo gegen Lambo in der Toskana zwingend erforderlich … ein unglaublich spannendes Rennen mit garantierten Schwitzhänden!

Leider fast vollständig in den Hintergrund sind die Lizenzen getreten. Waren diese bisher immer das Maß der Dinge, welche Klassen und Rennen ihr fahren durftet, werden die Fahrschulübungen nun mehr oder weniger nebenbei erledigt. Wer diese Prüfungen schon aus den Vorgängern kennt, erlebt auch hier ein Deja Vù. Bremsprüfungen, Kurvenfahrten und Überholmanöver in den verschiedenen Klassen bieten nun leider nicht mehr den gewohnten Anreiz, diese Lizenzen auch zu erwerben. Außer Erfahrungspunkten und ein Fahrzeug zum Abschluss einer Lizenz bringen euch die Prüfungen nicht weiter. Aber bis hierhin sind dies nur KI-Gegner, denn endlich gibt es den …

… Online-Modus:

Die PS3 gibt ihn her und Gran Turismo 5 nutzt ihn … aber auch hier nur irgendwie halbherzig. Wollt ihr euer Können gegen menschliche Kontrahenten testen, bietet ein Online-Modus dafür eigentlich perfekte Voraussetzungen. Technisch ist bei GT alles im grünen Bereich, aber warum kann ich eigentlich keine Fahrzeuge definieren? Ich kann Strecken wählen oder Fahrhilfen deaktivieren, aber nicht vorgeben, dass das Rennen ausschließlich mit amerikanischen Muscle-Cars oder japanischen Straßen-Fahrzeugen mit maximal 150PS gefahren werden soll. Und so trifft sich in der Lobby alles, was Gran Turismo 5 spielt. Leider treffen so aber auch Anfänger und Profis aufeinander und damit ein im besten Fall getunter Golf GTI auf Ferraris, Lambos und Touren-Rennwagen. Anfänger sind von Beginn an außen vor und haben nur die Chance, sich im Karriere-Modus nach vorne zu spielen, um dann auch mit einem Zonda oder Toyota Supra eine Chance zu haben.

Auch das Schadensmodell der Premium-Fahrzeuge wirkt aufgesetzt, zumal dieses nun regelmäßig per neuem Update nachgepatcht wird. Hier und da ein verschobener Kühler oder eine Delle im Lack trotz Volltreffer in die Bande sind noch nicht das Maß der Dinge. Somit hätte man konsequent bleiben sollen und entweder das Schadensmodell pflegen oder gleich komplett darauf verzichten sollen, statt 831 Standard-Fahrzeuge zu integrieren.

Der Arcade-Modus und der Streckeneditor:

Wer vom Karriere-Modus zwischenzeitlich genug hat und schauen will, was es noch an Autos zu erspielen gibt, klickt sich in den Arcade-Modus. Hier habt ihr die Wahl zwischen Arcade-Rennen, Zeitrennen, 2-Spieler-Splitscreen-Rennen und den inzwischen bei Rennspielen etablierten Drift-Rennen. In den Arcade-Rennen sucht ihr euch Strecke und Fahrzeug aus und dann ab auf die Piste, wie gehabt und nichts Neues. Für mich persönlich ganz wichtig und spannend sind die Zeitrennen, weil ich hier mit meinen eigenen Fahrzeugen experimentieren und versuchen kann, meine eigenen Rundenzeiten zu unterbieten. Kommt ihr in einem Karriere-Rennen nicht wirklich weiter, empfiehlt sich hier wirklich das Zeitrennen, weil ihr genau analysieren könnt, wo ihr Zeit liegen lasst und an welcher Stelle noch etwas aus der Runde gequetscht werden kann.

In den Driftrennen jagt ihr Punkte für besonders lange und spektakuläre Drifts. Ihr wählt Strecke und Auto, wobei zu Beginn der High Speed Ring und ein Heck angetriebenes Auto empfehlenswert sind. Erreicht ihr die erste Kurve, gibt euch ein Startpunkt vor, dass es nun um Drift-Punkte geht, die bei einem Banden-Crash aber komplett gestrichen werden. Spaßig und eine nette Zugabe zum eigentlichen Renngeschehen.

Der Streckeneditor ist ebenfalls eine nette Zugabe. Ihr sucht euch einen Untergrund aus, und erhaltet eine vorgegebene Strecke, die ihr in Kurvenradius und Straßenbreite verändern könnt, das war es auch schon, keine Randobjekte, keine Höhenunterschiede, keine frei zu verlegenden Straßenelemente. Und trotzdem weiß der Editor zu gefallen, wenn ihr ihn als freundliche Zugabe zu einem perfekten Rennspiel betrachtet.

Fazit:

Gran Turismo 5 ist der König der Rennspiele! Daran ändern auch die kleinen Unstimmigkeiten nichts, die man zum Teil aus den Vorgängern kennt und die scheinbar in diesem Bericht überwiegen. Aber das erscheint nur so. Ich spiele seit dem Atari VCS Autorennen auf allen Konsolen und kein Spiel schafft es jedes Mal aufs Neue, mich so in seinen Bann zu ziehen, wie es mit jedem neuen Gran Turismo der Fall ist.

Ich wusste vorher, was mich mit Gran Turismo 5 erwarten würde und ich habe mich darauf gefreut. Ich weiß, dass ich die Gran Turismo Weltmeisterschaft nur mit meiner perfekt abgestimmten Doge Viper GTS gegen die Touren-Wagen gewinnen kann, ich weiß, dass die Computer-KI wie an der Schnur gezogen fährt und ich weiß, dass ich auf Grand Valley wieder Schwierigkeiten mit der Tunneleinfahrt nach der Brücke haben werde. Ich weiß das alles und ich liebe es.

Und das Spiel bietet eigentlich noch mehr, als das dieser ohnehin schon viel zu lange Bericht aufzeigen könnte. Man kann über Fahrphysik schreiben, aber das Pad in die Hand zu nehmen und das selbst zu erleben, ist etwas vollkommen anderes. Ich habe auch kein Wort über die reichlichen Optionen oder den B-Spec-Modus verloren oder darüber, dass so ziemlich jedes am Markt erhältliche Lenkrad unterstützt wird.

Deswegen abschließend nur eines: Wer noch keine PS3 hat und sich als Rennspiel-Fan(atiker) nun keine kauft, dem ist nicht mehr zu helfen und er möge sich bitte ein anderes Hobby zulegen.

Heavy Rain – mein Spiel des Jahres 2010

Die Frage, wie weit würdest du gehen, um jemanden zu retten, den du liebst, ist bei Heavy Rain keine Floskel, sondern das alleinige spielentscheidende Element. Wahrscheinlich hat sich jeder schon einmal mehr oder weniger rhetorisch mit dieser Frage auseinander gesetzt, in diesem Spiel wird die Fiktion zur fast schon greifbaren Realität, denn der Origami-Killer geht um. Dieser entführt ausschließlich im Herbst Söhne im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren, die vier Tage später ertrunken in Regenwasser mit einer Origami-Figur und einer Orchidee aufgefunden werden. Und die Frage nach dem wie weit würdest du gehen ist nur eine von einigen weiteren Fragen, die ihr euch im Verlauf der Handlung stellen müsst, denn Heavy Rain nimmt vereinzelt Anleihen bei den nicht unumstrittenen Filmen Saw oder Hostel. So steht im Laufe der Handlung die Frage im Raum, ob man bereit ist zu töten, um das eigene Kind zu retten? Dabei bedient sich das Spiel, ohne der Handlung vorzugreifen, einigen Klischees, denn der zu tötende Drogendealer, der Ethan noch Sekunden zuvor mit der Pump-Gun ins Jenseits befördern wollte, kniet Augenblicke später wimmernd mit einem Foto seiner Töchter in der Hand am Boden und fleht um Gnade. Die Entscheidung, ob Leben oder Tod liegt also in euren Händen.

Doch was ist denn Heavy Rain nun wirklich für ein Spiel, wenn es denn noch eines ist? Im Vorfeld wurde immer wieder betont, dass das Spiel in keine der klassischen Videospiel-Schubladen passt und das vom Entwickler Quantic Dreams als Nischenprodukt in den Massenmarkt platziert werden soll. Von Fans wird der Titel von der Steuerung mit Fahrenheit verglichen, das Spiel an sich ist im Stile eines spielbaren Film Noir aufgebaut. Das Internet beschreibt Film Noir („schwarzer Film“) als einen vom französischen Filmkritiker Nino Frank geprägten Begriff, dessen Genre sich durch eine düstere Handlung, pessimistische Weltansicht und verbitterte Charaktere definiert. Und damit ist die Grundausrichtung von Heavy Rain perfekt getroffen. Die traurige, aber durchgängig spannende Handlung rund um einen Kinder-Serienmörder spielt im ständigen Dauerregen, welcher die pessimistische Stimmung die gesamte Spielzeit über aufrecht erhält. Exzellent zur Handlung passend und glaubhaft umgesetzt sind die vier Charaktere, die die finstere Handlung vorantreiben und von denen jeder einzelne aus völlig unterschiedlichen Beweggründen auf der Suche nach dem Täter ist.

Da wäre zum Einen der Familienvater Ethan, dessen Leben nach dem Unfalltod seines älteren Sohnes Jason den Bach herunter geht. Vom gefeierten Architekten in der Idylle seines Heimes und der Geborgenheit seiner Familie, springt das Spiel nach dem Tod des Erstgeborenen zwei Jahre in die Zukunft. Ethan lebt, getrennt von seiner Frau, mit Sohn Shaun in einem heruntergekommen Reihenhaus in einer schäbigen Gegend und versucht das Geschehene mehr schlecht als recht zu verarbeiten. Als Shaun nun vom Kinder-Karussell eines Spielplatzes verschwindet, nimmt die Geschichte die Handlung auf. Hat hier der Origami-Killer zugeschlagen und Ethans jüngeren Sohn entführt? Weitere spielbare Figuren sind der Ex-Cop und jetzige Privatdetektiv Shelby, den nebenbei sein Asthma quält, der drogensüchtige FBI-Agent Norman und die an Schlaflosigkeit leidende Reporterin Madison. Jeder der Protagonisten hat seinen eigenen Handlungsstrang, aber dennoch begegnen sich die Figuren im Laufe des Spiels, so als Madison Ethan im Hotel trifft, in welches sie sich aufgrund ihrer Albträume einquartiert hat. Damit steuert der Spieler von Szene zu Szene einen anderen Charakter, sammelt Beweise, verfolgt Hinweise und versucht so, dem perfiden Grauen ein Ende zu bereiten.

Wer Heavy Rain in den CD-Schlitten legt, sollte kein Action-Feuerwerk im eigentlichen Sinne erwarten, denn die gesamte Steuerung funktioniert per Quick-Time-Event, d.h. Aktionen und Handlung werden einzig durch das rechtzeitige Drücken vorgegebener Tastenkombinationen aus- und fortgeführt. Diese Art der Steuerung ist sicher nicht jedermans Sache und war auch vor Fahrenheit auf dem Sega-CD bei Road Avanger und davor sogar auf Laser Disk Playern über die Fernbedienung bei Dragons Lair schon einmal da, aber dies mögen nur die älteren unter den Spielern noch wissen. Von daher erfindet Quantic Dream um David Cage das Rad nicht neu, sondern eben „nur“ anders. Auch Dragons Lair war ähnlich Heavy Rain ein spielbarer, interaktiver, wenn auch Comic-Film, von daher ist eben nur die Art und Weise der Präsentation anders. Neu ist die Art, wie hier beim Spieler Gefühle geweckt werden, denn negative Emotionen gehören seit je her zu Videospielen dazu und auch Angst spielt eine ebenso große Rolle, wie Klassiker wie Resident Evil oder Silent Hill beweisen. Dieses Spiel bezieht seine Emotionen aus der Angst um Shaun, der Verzweiflung eines Vaters und einigen Szenen, in denen der Spieler vor eine Entscheidung gestellt wird, von der niemand hofft, diese in der realen Welt jemals treffen zu müssen.

Aber solche Emotionen können nur aufgebaut werden, wenn das Ambiente stimmt, die Charaktere glaubhaft sind und auch die Umgebung stimmig ist. All dies ist bei Heavy Rain der Fall. Quantic Dreams betrieb einen unermesslichen Aufwand für das Motion Capturing. Schauspieler standen über 140 Stunden vor der Kamera, um Bewegungen und Mimik möglichst lebensecht einzufangen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Figuren, deren Handlungen und Bewegungsabläufe, wirken so lebensecht wie selten zuvor in einem Spiel. Und so baut man innerhalb kurzer Zeit ein Verhältnis zu den Spielfiguren auf, man leidet mit Ethan, wenn dieser voller Verzweiflung seinen Sohn Jason in einem überfüllten Kaufhaus sucht, man hat schweißnasse Hände, wenn Madison sich aus der Umklammerung eines Einbrechers lösen will und spürt förmlich die Fäuste, wenn Shelby sich in einer Schlägerei zur Wehr setzen muss. Aber auch alle weiteren Figuren im Spiel erfüllen die ihnen zugedachten Rollen, sei es der widerliche Playboy Paco oder der alte Antiquitätenhändler Manfred, die alle zum gelungenen und mitreißenden Ganzen beitragen. Und bei mir machte sich tatsächlich Enttäuschung breit, als ich aufgrund meines Fehlers das virtuelle Leben des FBI-Agenten Norman in einer Schrottpresse verlor. Zu der an Perfektion grenzenden Grafik passt auch die bis auf ganz wenige Ausnahmen überaus gelungene deutsche Synchronisation.

Klingt Heavy Rain bis hierhin wie ein spannender Krimi, so löst einzig die Steuerung gelegentlich einige Frustration aus. Nicht nur, das teilweise bis zu fünf Knöpfe gleichzeitig bedient werden müssen, wird im Vergleich zur sonst üblichen Bewegung von Figuren über den linken Analog-Stick hier zusätzlich noch die R2-Taste gedrückt, damit sich der Charakter in Bewegung setzt. Dies ist doch arg gewöhnungsbedürftig und so manche Szene endet damit unfreiwillig mit Bewegungen in eine völlig andere Richtung, wenn die Kamera den Blickwinkel ändert. Ein weiterer Nachteil der Quick-Time-Event Steuerung fällt erst beim Spielen auf: Es gibt einige Action-Szenen, die durch das rechtzeitige und richtige Drücken bestimmter Tasten und Tastenkombinationen gelöst werden müssen. So starrt man als Spieler eher gebannt auf die nächste Einblendung zur folgenden Taste, statt dem Geschehen am Bildschirm folgen zu können. Und auch das fehlerhafte Drücken kann folgenschwere Konsequenzen nach sich ziehen, wie mir das Ableben meines FBI-Agenten vor Augen geführt hat. Warum und wieso weiterhin dem Braten von Rühreiern in der Küche des Privatdetektivs Shelby so viele Knöpfe und damit Aktionen zugeordnet werden, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler.

Fazit:
Heavy Rain
ist trotz einer gewöhnungsbedürftigen Steuerung das andere Spiel. Es bedient alle gängigen Klischees, die einen guten Film auch ausmachen: Guter Bulle – böser Bulle, Lokalpolizist gegen FBI-Agenten, den gesundheitlich angeschlagenen, abgehalfterten Privatdetektiv, den zu allem bereiten Familienvater und die auf Rache sinnende Prostituierte. Alles dies war schon einmal da, nur eben nicht an einer Videospielkonsole.
Ich bin offen für die Handlung und Steuerung an das Spiel gegangen und innerhalb weniger Minuten war ich Teil des Geschehens. Ich fieberte mit „meinen“ Figuren und setzte im ersten Durchspielen alle nötigen Mittel ein, um Shaun zu retten. Dabei schreckte ich auch vor einem kaltblütigen Mord nicht zurück. Und genau das ist Heavy Rain: Eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, die mich an die Hand nimmt, mir einen von vielen möglichen Wegen zeigt und mich mehr als nur unterhält. Wer sich auf das Spiel einlässt und in einigen Szenen über das am Bildschirm Gezeigte nachdenkt, wird ein Spielerlebnis mitnehmen, wie es ganz selten der Fall ist. Wäre Heavy Rain ein Kinofilm, so würde er wahrscheinlich ein Kassenschlager werden. So bleibt zu hoffen, dass die Spielgemeinschaft einem gelungenen Experiment einen ähnlichen Erfolg bescheinigen wird.
Ich persönlich spiele das Spiel gerade zum zweiten Male und werde einige andere Entscheidungen als beim ersten Durchgang treffen. Ich lasse mich überraschen, welche Auswirkungen diese Entscheidungen auf den weiteren Verlauf der Handlung haben werden. Für mich ist Heavy Rain ganz großes Kino und …

… wie weit würdest DU gehen, um jemanden zu retten, den du liebst?

 

Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer

Der Mann mit Hut und Peitsche ist nicht nur auf der Leinwand und inzwischen auch auf Heimkino-Formaten zurück und nach dieser eher mäßigen Rückkehr im Mai 2008 bekommt jetzt Indiana Jones auch seine Fortsetzung im virtuellen Legoland. Nach Lego Indiana Jones: Die legendären Abenteuer ist nun der Nachfolger Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer erhältlich. Aber im Gegensatz zu Harrison Ford ist der Klötzchen-Indi nicht eine Spur gealtert und sieht frisch aus wie eh und je.

In erster Linie dreht sich Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer um den letzten Film und der Jagd nach dem Kristallschädel. In dessen Handlung wird Indi zuerst von russischen Agenten entführt, muss dann im Hangar 51 die sterblichen und äußerst magnetischen Überreste eines Außerirdischen finden, überlebt in einem Kühlschrank einen Atombombentest und jagt dann den namensgebenden Kristallschädel. Entwickler Traveller`s Tales schafft es tatsächlich erneut erstklassig, den gesamten Film in drei voneinander unabhängige Teile zu verpacken, ohne wesentliche Inhalte des Films in Verbindung mit der eigenen Fantasie zu vernachlässigen. Selbstverständlich passiert dies auch wieder mit dem typischen Witz der bisher erschienenen Lego-Spiele. So ist die anfängliche Filmszene, in der übermütige Kids im Hot-Rod den vermeintlich amerikanischen Konvoi begleiten, jedem Kinogänger bekannt. Dass nun in der einleitenden Videosequenz hier ein Lego-Eisverkäufer im entsprechenden Fahrzeug nebenbei versucht, den russischen Agenten ein Eis am Stiel zu verkaufen, macht den Charme der Lego-Spiele aus. Und selbstverständlich kommunizieren die Protagonisten wieder mit Lauten und Gesten bei ausgereifter Mimik, statt viele Worte zu verlieren.

Spielte der Indi-Vorgänger noch im überschaubaren Bereich der Universität, von der sich alle Filme und damit Level erreichen ließen, geht man jetzt einen neuen Weg, um den Lego-Fan ins Spiel zu führen. In jedem der drei Teile findet der Spieler sich diesmal in einer großen und offenen Oberwelt wieder. In diesem Story-Modus (in den Erfolgen „Mittelpunkt“ genannt) erreicht man von hier die 5 Handlungs-Level, 5 Bonus-Level und 5 Schatz-Level. Leider gibt die Anleitung aber keinerlei weitere Hinweise zum Spielablauf, so dass man anfangs doch recht unbeholfen wie die sprichwörtliche Kuh vor dem neuen Tor steht. Die spielbaren Level und Schatz-Level haben identische Eingänge. Zuerst wird der Level an sich gelöst, um dann erneut betreten zu werden und um einen von 5 Schätzen zu finden. Weitere 5 Schätze sind in den Bonus-Level versteckt. Leider gibt das Spiel aber vor dem wiederholten Betreten keinerlei Hinweis, ob der Schatz in diesem Level bereits gefunden ist.

Jedes begehbare Gebäude entspricht in der Oberwelt einem spielbaren Level. Aber wie bei jedem Lego-Spiel ist nicht jeder Level sofort lösbar, denn ohne die richtigen Begleiter lassen sich manche Aufgaben nicht lösen. So benötigt man an mit Blümchen markierten Stellen einen weiblichen Charakter, da zumindest im Legoland die Damen höher springen, Mutt als Träger eines Schraubenschlüssels zur Reparatur defekter Maschinen oder zur Zerstörung von glänzenden Kisten und Gegenständen einen russischen Soldaten mit Panzerfaust. Und apropos Zerstörung: Selbstverständlich lässt sich auch in Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer einfach wieder alles in die kleinstmöglichen bunten Bausteine zerlegen, zerschießen oder sprengen, um dann Münzen oder Gegenstände freizugeben. Diese Münzen haben wie immer den Nutzen, neue Figuren wie mit Lanzen bewaffnete Buschmänner, Geheimagenten oder der Fantasie der Designer entsprungene Figuren, sowie Fahrzeuge zu kaufen, um eine komplette Oberwelt zu 100% abzuschließen.

Die Steuerung ist wie schon beim Vorgänger erfrischend simpel und eingängig gehalten. Drei Tasten genügen für Aktionen wie Peitsche schwingen, Springen oder dem Tausch von mitgeführten Gegenständen. Und es bleibt diesmal auch nicht beim Schwingen der Peitsche. Indi kann sich über Abgründe hangeln, Gegenstände heranziehen und nun auch Gegner fesseln und hinter sich her ziehen. Mit dieser simplen Steuerung kann jeder Spieler egal welcher Erfahrung sofort loslegen und alles in Schutt und Asche legen, was irgendwie aus Legosteinen zusammengesetzt ist und Münzen einbringen könnte. Lego-typisch ist wieder die Kamera. In Abschnitten wie dem Urwald herrscht gelegentlich bei herabhängenden Ästen zu wenig Übersicht und man ahnt mehr, als das man sieht. Aber der verbesserte 2-Spieler-Modus macht dieses kleine Manko wieder wett. Waren im Vorgänger Koop-Modus beide Spieler auf den gerade sichtbaren Bildschirmabschnitt angewiesen, teilt sich dieser diesmal in allen Richtungen und Winkeln und gibt jedem Spieler damit die bestmögliche Sicht auf seine Figur und die Umgebung. Die Frage „wo bist du gerade?“ wird nicht nur bei unseren Ausflügen aufgrund der Größe der Level und Oberwelten zu hören sein. Denn gerade zu zweit vor der Konsole entfaltet Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer sein volles Spielspaß-Potential!

Kaum ein Spiel verlangt dem Fan so viel Sofa-Teamwork ab und bietet dabei soviel Fun, wie es die Lego-Spiele tun. In den Schatz-Leveln wird beim Eintreten darauf hingewiesen, welche Figuren zum Lösen des Levels benötigt werden. So gibt es einen Level voller roter Ameisen, bei deren Berührung sich alle Legofiguren in ihre kleinsten Bausteine zerlegen. Die einzige Ausnahme bildet hier Oxley, der den Kristallschädel trägt und vor dem die Ameisen zurückweichen. So wandelt dann Indi in Oxleys Fußspuren, um unbeschadet durch den Level zu gelangen. Aber auch als Einzelspieler ist Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer einfach ein Spaß aller bester Güte. Ist kein Partner zur Hand, wechselt man mit der Y-Taste zwischen den benötigten Figuren hin und her, wobei hier dann ein Charakter von der CPU übernommen wird.

Dreht sich ein Großteil des Spiels um den letzten Film, spendierten die Entwickler aber auch dem treuen Fan neue und unbekannte Level zu den bisher bekannten Filmen. Denn statt die alten Level aus den legendären Abenteuern einfach ins Spiel zu implementieren, wurden diese von Grund auf neu gestaltet, so dass auch Spieler des letzten Indi-Teils bedenkenlos zugreifen dürfen. Keine Spur von Recycling. Die Neuerung schlechthin ist aber wohl der Level-Editor und die Möglichkeit, eigene Abenteuer zu erstellen. In einem ausführlichen Tutorial bekommt man erklärt, wie Level errichtet werden. Denn fast jeder Gegenstand, der in einem der Level irgendwann auftaucht, darf von seiner Bauarbeiter-Figur auch zum Level designen verwendet werden. Schluss ist erst bei voller Stein-Anzeige. Somit sind die Möglichkeiten, sich seine eigene Lego-Welt zu erstellen, um sie letztendlich wieder zu zerlegen, fast unendlich!
Im Abenteuer-Modus werden freigespielte oder selbst erstellte Level in beliebiger Reihenfolge zu einem Abenteuer kombiniert, so dass auch hier mit ein wenig Ideenreichtum unzählige Spiel-Varianten entstehen. Und so schließt sich der Kreis, denn kaum ein anderes Spielzeug steht für soviel Kreativität wie die bunten Bausteine aus Dänemark, sei es real oder nun auch virtuell.

Fazit:
Ich liebe dieses Spiel! Es ist bunt, es ist einfach zu verstehen, noch einfacher zu spielen und kein Spiel macht gemeinsam an einer Konsole so viel Spaß wie die Lego-Reihe, in die sich Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer jetzt nahtlos einreiht. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die neue Gestaltung der Oberwelt, da man doch ab und an recht weit durch den Level rennt, um eine für den nächsten Level benötigte Figur zu finden. Aber allzu oft habe ich auf diesem Weg ein weiteres Geheimnis entdeckt, von denen es reichlich zu finden und zu lösen gibt.
Und auch für lange Spieldauer ist gesorgt, denn bis jeder Level gelöst ist, jeder Schatz gefunden ist, jede Figur und jedes Fahrzeug gekauft ist, dürfte reichlich Spielzeit ins Land ziehen. Wenn es nicht immer Action oder Autorennen sein muss, darf jeder Spieler mit ein wenig Liebe zu bunten Steinchen bedenkenlos auch einen längeren Blick auf das Spiel werfen.
Ich habe nur eine Bitte an die Entwickler: Das nächste Lego-Spiel darf einen Online-Koop-Modus enthalten. Der fehlt mir nämlich seit Lego Star Wars.

 

Blu-ray vs. HD-DVD

„Wir haben die Gesamtstrategie für HD-DVD überdacht und sind zu dem Schluß gekommen, HD-DVD-Player nicht weiter herzustellen und zu vermarkten“. Das waren die Worte von Toshiba-Präsident Atsutoshi Nishida auf der Pressekonferenz vom 19.02.2008 und damit das engültige Ende für die HD DVD. Grund für diesen Entschluß war wohl die Entscheidung von Warner im Januar 2008, Filme nur noch Blu-ray exkusiv zu vermarkten. Nach dieser Ankündigung von Toshiba fielen die Preise für HD DVD`s schlagartig ins Bodenlose. Das HD-Laufwerk für die XBOX 360 kostete statt ca. 179,-€ plötzlich nur noch 49,95€ und HD DVD`s werden für Preise um 10,-€ regelrecht verramscht. Weiterhin wechselte Universal als zweitgrößter Fan der HD-DVD nur Stunden nach der Pressekonferenz ebenfalls ins Blu-ray Lager.

Hat sich nun das bessere Format durchgesetzt? Blu-ray Kritiker behaupten nein. Hatte die HD DVD von Anfang an Bild-in-Bild Funktion und jeder HD DVD Player eine integrierte Internetanbindung, so wurde diese Funktion bei Blu-ray erst nachträglich eingeführt und die Internetanbindung ist bei Blu-ray Geräten noch immer optional. Unbestritten ist jedoch, daß die HD DVD von Beginn an die bessere Menüführung hatte. Bei der Bildqualität lagen beide Systeme ohnehin schon immer gleichauf.

Und was bedeutet diese Entscheidung nun für den Kunden? Diejenigen, die wie ich bis heute den Kauf dieses oder jenen Players abgewartet haben, sind die eigentlichen Sieger dieses Format-Streits. Es hat sich ein System durchgesetzt und man hat bis dahin nicht auf das falsche Pferd gesetzt und Geld verbrannt. Wer aber auf das HD-Format gesetzt hat, hat wie damals bei Einführung von VHS oder Betamax Videobändern mit Zitronen gehandelt und unter Umständen viel Geld für ein totes System investiert. Daran ändert auch das Versprechen von Warner nichts, bis Mai 2008 beide Systeme mit Filmen zu versorgen. Nun haben die Besitzer der PS3 ihr Blu-ray-Laufwerk schon in ihrem Spielzeug integriert, was aber machen die XBOX 360 Besitzer, die sich für das externe HD DVD Laufwerk entschieden haben? Microsoft behauptet zwar steif und fest, kein Blu-ray Laufwerk anzubieten um sich zukünftig auf ihren Videomarktplatz zu verlassen, aber die Gerüchteküche brodelt. Angeblich steht Microsoft schon in Verhandlungen mit Sony, um über Blu-ray für die XBOX 360 zu verhandeln. Schauen wir mal, was am Ende dabei rumkommt ;o)

Spannend bleibt ebenfalls die Frage nach den Hardware-Verkäufen. Wer bis jetzt noch keinen Blu-ray-Player hat und sich nun mit Gedanken trägt, ein Gerät zu kaufen, wird an der PS3 nicht wirklich vorbeikommen. Einige der im Moment preiswertesten Geräte sind der Samsung BD-P1400 ab 299,-€, der Sony BDP-S300 für 330,-€ oder der Philips BDP 7100 für 390,-€. Aber schon für 360,-€ bekomme ich eine multifunktionale PS3, mit der ich nebenbei auch noch zocken könnte, wenn dann mal endlich das Software-Angebot stimmen würde. Ich denke, Sony`s Schachzug, den Preis für die Konsole zu senken, geht jetzt auf und die PS3 wird einen kräftigen Schub bei den Verkaufszahlen erhalten … und ich weiß eigentlich spätestens jetzt, was ich mir demnächst neben meinen LCD stelle 🙂