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Hardwaretest: Sony Xperia Z3 Compact – der Zweitmonitor für die PS4

Inzwischen fast im Monatstakt wirft einer der Hersteller ein neues Smartphone auf den Markt, das dieses Mal alles noch ein wenig besser, schneller und bunter macht. Dabei handelt es sich meist nur um technische Nuancen zum Vorgänger, die sich zwar messen lassen, die aber in der täglichen Benutzung niemandem bewusst auffallen.

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Project Morpheus – neue Ideen braucht das Playstation 4 Land

„Project Morpheus ist das jüngste Beispiel für die Innovationskraft von SCE“, sagt Shuhei Yoshida, Präsident der SCE Worldwide Studios. Doch was ist eine Innovation wirklich, außer einem inzwischen inflationär gebrauchten Begriff? Umgangssprachlich ist eine Innovation eine Idee oder Erneuerung, die durch neue Produkte oder Verfahren in den Markt eindringt. Doch Neuartigkeit ist nicht der alleinige Faktor. Eine Innovation muss auch einen Bedarf decken und vom Anwender, Nutzer oder Kunden als nützlich empfunden werden.

Sucht man Innovationen im Bereich der Software für Videospielkonsolen seit Jahren mit der Lupe, war es insbesondere die Firma Nintendo, welche die Hardware mit jeder neuen Generation ein Stück voran brachte. Das SNES führte die Schultertasten bei Joypads ein, das N64 den analogen Game-Stick. Die Wii etablierte mit der Wiimote wiederum eine neuartige Möglichkeit, Spiele zu steuern und die Wii U nutzt ein Touchpad als Controller.

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Nun kündigt Sony auf der Game Developer Conference in San Francisco eine eigene Innovation an. Nach drei Jahren Entwicklungszeit präsentiert man mit „Project Morpheus“ eine VR-Brille, die die Spieler in eine neue Dimension des Spielerlebnisses auf der Playstation 4 führen soll. Ausgestattet ist das Headset mit Beschleunigungssensor, Gyroskop und einem 5 Zoll LCD-Monitor mit Full-HD-Auflösung. Davon entfallen auf jedes Auge 960x1080px. Die Playstation-Kamera bestimmt anhand von Trägheitssensoren in der Brille die Position des Spielers vor dem Bildschirm und soll 1000 Mal pro Sekunde die Ausrichtung berechnen. Somit soll neben dem visuellen Erleben auch echter 3D-Sound möglich sein. Als Eingabegeräte dienen Dual Shock und Move-Controller.

Nun lässt sich zu einem so frühen Zeitpunkt nichts über die technischen Möglichkeiten oder eben Beschränkungen einer neuen Hardware sagen. Die Developer Kits werden an die Entwickler verteilt und erst dann sind irgendwann konkrete Aussagen über zukünftig neue Spielwelten möglich. Letzten Endes sind die dann verfügbare Software, die Interaktion von Spieler und Headset sowie der Preis maßgeblich. Dann erst zeigt sich, ob der entscheidende Faktor der Innovation erfüllt ist: Wird „Project Morpheus“ vom Spieler als nützlich empfunden und hat ein so kleiner Markt Platz für Oculus Rift und „Project Morpheus“?

Einer zum Preis von Zweien – sind PS4 Controller inzwischen aus purem Gold?

ps4_joypad_teaser_220x140Käufer bestimmen die Nachfrage, Verkäufer das Angebot. Dazu kommen Konkurrenz oder Monopol. Das ist der Markt und das Gesetz der freien Marktwirtschaft. Je mehr Käufer einen Artikel haben möchten und je seltener dieser Artikel ist, desto mehr kann der Verkäufer einen Preis bestimmen. Umgekehrt gilt dies genauso. Ist ein Artikel im Überfluss vorhanden, aber keiner möchte ihn, muss der Verkäufer eben so niedrig kalkulieren, dass der Artikel trotz geringer Nachfrage doch gekauft wird.

Was sich allerdings im Moment zum Thema Playstation 4 abspielt, nimmt inzwischen fast groteske Züge an. Die Konsole ist im Februar 2014 noch immer ausverkauft und wer sie trotzdem anzubieten hat, tut dies mit einem Aufschlag von teilweise über 100,-€, meistens jedoch noch mehr. Wer es als Spieler also nicht mehr abwarten kann, bis sich die Preise wieder normalisieren, weil die Konsole wieder lieferbar ist, bezahlt eben 500,-€ oder mehr statt des ursprünglichen Preises von 399,-€.

Was sich allerdings bei den Joypads der PS4 abspielt, grenzt schon an Wucher. Schön, dass Sony die Pads in mehreren Farben anbietet. Umso verständlicher aus Spielersicht, dass blaue und rote Controller daher ziemlich bald ebenso ausverkauft waren, wie die Konsole selbst. Aber wenn nun fast das Doppelte des normalen Preises von 59,-€ aufgerufen wird, dann beginnen sich Realitäten zu verschieben. Der schwarze Controller ist bei Amazon noch immer für 59,-€ erhältlich. Für den blauen Controller bezahlt man schon 99,-€, wie aber kommt man auf die Idee, 112,-€ für das rote Pad zu veranschlagen? Aber auch hier bestimmt die Nachfrage das Angebot. Es bleibt daher zu hoffen, dass nur wenige Leute diesen Preis bezahlen und diejenigen Händler, die mit aller Gewalt reich werden wollen, auf ihrer Ware sitzen bleiben.

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Screenshot von Amazon – 07.02.2014

 

Hardwaretest: AOC g2460Pqu – schneller Gaming-Monitor nicht nur für den PC

aoc_g2460pqu_teaser_220x140Wo steht eigentlich geschrieben, dass die Videospielkonsole immer nur an den Flachbild-TV angeschlossen werden muss? Wie oft gibt es zwischenmenschliche Unstimmigkeiten, weil der eine jetzt unbedingt fernsehen möchte und der andere doch noch diesen einen Level zu Ende bringen will oder ausgerechnet jetzt den Endgegner genau da hat, wo er ihn schon immer haben wollte? Und anschließend ewig diese leidigen Diskussionen über einen spieletauglichen Zweitfernseher, für den eigentlich gar kein Platz mehr in der Wohnung vorhanden ist. Die Lösung zur Beibehaltung des häuslichen Friedens ist demnach ein schneller Gaming-Monitor mit HDMI-Anschluss.

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AOC präsentiert mit dem g2460Pqu genau einen solchen Monitor, der nach eigener Werbeaussage „das Herz eines jeden Gamers höher schlagen lässt“. Wir haben an diesem Bildschirm die neue Playstation 4 sowie den Vorgänger PS3, die Wii U und das NeoGeo X getestet, denn alle sind mit HDMI-Anschluss ausgestattet. Nach dem Auspacken gestaltet sich der Aufbau einfach. Am Monitor wird der Standfuss mit vorhandener Flügelmutter befestigt, weiteres Werkzeug ist nicht nötig. Die Höhenverstellung nach dem Aufbau beträgt knappe 13 Zentimeter, der Neigungswinkel beläuft sich von -5 bis 20 Grad und der Drehwinkel beträgt volle 360 Grad.

In erster Linie zielt der Monitor mit der kryptischen Bezeichnung auf die Fraktion der PC-Gamer ab. Die Anschlussmöglichkeiten sind damit reichhaltig. Der g2460Pqu bietet alle benötigten Schnittstellen wie VGA, DVI, DisplayPort und HDMI sowie 4 USB-Anschlüsse, von denen zwei sogar als Schnellladeports dienen. So kann man nebenbei noch das Handy oder andere Geräte aufladen.

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Alle notwendigen Kabel für den sofortigen Anschluss an die Grafikkarte des Rechnenknechts werden mitgeliefert, jedoch liegt kein HDMI-Kabel bei. Dies ist aber zu vernachlässigen, da die aktuellen Konsolen mit einem solchen ausgeliefert werden. Das Design selbst ist klassisch klar strukturiert. Der schmale Rahmen hat durchgängig exakte Spaltmaße, der Look der Frontblende in gebürstetem Aluminium verleiht dem Monitor eine edlere Optik. Da der AOC über ein internes Netzteil verfügt, nimmt der Belüftungsschlitz die gesamte Breite des Bildschirms ein. Dieser ist jedoch nur in der Draufsicht zu erkennen. Sinnvolles Extra ist eine zusätzlich anzubringende Kabelführung, um den guten optischen Eindruck nicht durch lose herunterhängende Kabel zu zerstören.

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Weniger gut gelungen sind allerdings die Icons für das OSD-Menü. Eingeprägte schwarze Symbole auf schwarzem Grund sind einfach schwerer zu erkennen als das aufgesetzte, silberne AOC-Logo. Somit gestaltet sich zumindest die Ersteinrichtung und die Einstellung des Bildschirms an die eigenen Bedürfnisse selbst bei guten Lichtverhältnissen eher schwierig. Bei unzureichender Beleuchtung verkommt die Bildschirmjustierung zumindest anfangs in Unkenntnis der jeweiligen Knopfbelegung zum Try-and-Error, wo sich denn nun welche Funktion verbirgt. Dies ist jedoch noch zu verschmerzen, da man sicherlich nicht regelmäßig seine einmal gemachten Einstellungen verändern wird.

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Alle Buttons für die Eingangsquelle, die Lautstärkeregelung, das On-Screen-Display sowie der Power-Button sind an der Unterseite des Monitors angebracht. Der Druckpunkt ist gut, die Einstellungen lassen sich somit punktgenau vornehmen. Und davon gibt es reichlich. Das OSD besteht aus sechs Menüpunkten, unter denen der Monitor angepasst werden kann. Unter Luminanz werden Helligkeit, Kontrast und Reaktionszeiten geregelt,  das Bild-Setup regelt die Position, Takt, Fokus und Schärfe. Im Menü Farbtemperatur passt man sämtliche Farben manuell an oder wählt aus einem vorgegebenen Setup. Die Bildverstärkung bietet noch einmal Möglichkeiten zur Helligkeitsregulierung und Position, während unter OSD-Konfiguration und Weitere Funktionen grundlegende Einstellungen wie Menüsprache oder Bildverhältnis vorgenommen werden können. Es gibt also reichlich Möglichkeiten, um den AOC g2460Pqu seinen Bedürfnissen entsprechend anzupassen.

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Ein Problem moderner Bildschirme sind dem Design geschuldete und der Bauweise angepasste flache Boxen. Es gibt also so gut wie keinen Resonanzkörper, der Sound stellt sich dementsprechend dünn dar. Der AOC g2460Pqu stellt leider keine Ausnahme dar. Es kommt kaum Bass beim Hörer an, Mitten und Höhen klingen stellenweise kraftlos. Abhilfe schafft hier aber ein PC-Boxensystem mit entsprechendem Subwoofer oder ein Gaming taugliches Headset von Turtle Beach oder einem anderen Anbieter.

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Ein großes Ärgernis sind Displays, die in den spielentscheidenden Situationen spiegeln oder blenden. Das matte Panel des g2460Pqu überzeugt jedoch. Egal ob bei direktem Lichteinfall von hinten oder von der Seite, auffällige Reflektionen gibt es auch in sonnendurchfluteten Räumen nicht. Ebenso störend wie diese sind aber auch helle Lichthöfe, d.h. das Bild wird an einigen Stellen stärker ausgeleuchtet als an anderen. Diese sind zwar vorhanden, aber im Betrieb beim bloßem Betrachten nicht feststellbar. Lediglich bei sehr dunklen Bildern erkennt man bei genauerem Hinsehen eine leicht hellere Darstellung zum Rand hin.

Das Bild bietet in der Frontalansicht gute Kontraste und Farben, auch wenn diese erst mit einigen Einstellungen kräftig dargestellt werden. In den Werkseinstellungen wirken alle Farben viel zu blass. Gelegentlich sitzt man jedoch zu zweit vor dem Monitor. Aufgrund der im Gegensatz zu einem TV geringeren Bildschirmgröße von 24″ ist daher der Betrachtungswinkel ein wichtiger Aspekt. Und hier beginnt der AOC g2460Pqu leider zu schwächeln. Schon ab einem seitlichen Betrachtungswinkel von etwa 30 Grad nimmt der Kontrast ab und das Bild bekommt einen Grauschleier. Bei einem Blickwinkel von unten wird das Bild dunkel, bei der Ansicht von oben wirkt das Bild milchig. Für unseren Test ebenfalls nicht unwichtig war die Änderung des Seitenverhältnisses, denn das NeoGeo X kommt als Remake des NeoGeo AES noch im 4:3 Format daher. Aber auch diese Disziplin beherrscht der Bildschirm, es stehen von 16:9 bis runter zu 4:3 verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

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Der AOC g2460Pqu ist als Gaming-Monitor ausgeschrieben, also sind schnelle Reaktionszeiten ein weiteres wichtiges Kriterium. Dafür bietet das Menü den Punkt OverDrive. Dieser regelt die Reaktionszeiten in fünf Stufen von aus bis stark. Der Monitor stellt bei Spielen an den verschiedenen Konsolen ein durchgängig gutes Bild in allen Helligkeitsbereichen dar. Es gibt keine Nachziehbilder, Ghosting oder Artefakte. Alles läuft flüssig und ohne jegliches Ruckeln über den Bildschirm. Und genau darauf kommt es bei einem Gaming-Monitor in dieser Preisklasse an.

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Fazit:

Nicht jeder hat den Platz für einen Zweitfernseher, um ausgiebig zocken zu können. Der PC ist meist ohnehin vorhanden, warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und sich einen Gaming-Monitor anschaffen, der auch Playstation, Wii U und Xbox One tauglich ist?

Wenn man mit einigen Einschränkungen wie der werksseitig blassen Farbwiedergabe vor der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse, dem etwas geringen Betrachtungswinkel und dem bauartbedingt schwachen Sound leben kann, macht der AOC g2460Pqu genau das, was er soll. Er ist ein schneller Gaming-Monitor, der Spiele fehlerfrei darstellt. Von daher ist der Monitor mit Sicherheit eine echte Alternative zum teureren TV.

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Link zur Herstellerseite: AOC g2460Pqu >>>

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weitere Hardwaretests:

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Lego Marvel Super Heroes – das bisher schwächste aller Lego-Spiele

lego_marvel_coverusk12Eine neue Konsole verkauft sich in erster Linie durch ihr Angebot an entsprechender Software. Das musste Nintendo im letzten Jahr mit der Wii U bitter erfahren. Kaum interessante Spiele zum Start ließen die technisch eindrucksvolle Konsole in den Regalen verstauben. Erst im Laufe des Jahres verbesserten sich dank neuer Software auch die Absatzzahlen. Damit Playstation 4 und Xbox One nicht ein ähnliches Schicksal drohte, kündigte man zum Release gleich mehrere Blockbuster an.

Das waren natürlich die üblichen Verdächtigen wie FIFA, Call of Duty und Battlefield. Leider konnten aber so gut wie alle die hochgesteckten Erwartungen kaum erfüllen, wobei insbesondere FIFA 14 von den Spielern fast vollständig verrissen wurde. Andere Highlights wie Drive Club oder Watch Dogs dienten wieder einmal nur dazu, die Vorbestellungen anzukurbeln, denn sie wurden kurz vor dem Konsolenstart ins neue Jahr verschoben.

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Wie viele andere auch stürmte ich zum Release der PS4 den Elektronikmarkt meines Vertrauens, nur um festzustellen, dass das vorhandene Softwareangebot durch die Verschiebung von Watch Dogs nicht wirklich dem entsprach, was ich persönlich mir gewünscht hätte. So griff ich kurzerhand erst zu Assassins Creed 4, nur um einige Tage später doch noch Lego Marvel Super Heroes zu kaufen. Was kann man bei einem Lego-Titel schon falsch machen, zumal sich die „Fach“presse mit Lobpreisungen überschlägt? Um es kurz zu machen, trotz vergebener Bestnoten noch immer eine ganze Menge!

Wir spielen Lego seit dem allerersten Teil und sind bis heute der Meinung, dass Lego Fluch der Karibik >>> der bisher beste Teil einer langen Reihe von ewig gleichen, aber immer wieder (ent)spannenden Lego-Titeln war. Umso größer die Vorfreude darauf, nun mit den Comic-Helden meiner Kindheit für Recht und Ordnung sorgen zu dürfen. Und so finden sich im Spiel alle Größen umgesetzt, die regelmäßig die Welt von Superschurken befreien. Angefangen bei Spiderman, über die Fantastischen Vier und dem Hulk bis hin zu Captain America  und Iron Man findet sich das Who is Who der Superhelden im Spiel wieder. Und anstatt diesmal wie bei Harry Potter Schüler aus der Gefahr zu befreien, ist es hier Spiderman-Erfinder und Marvel-Ikone Stan Lee.

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So toll das anfangs klingt, stellt diese Anzahl an spielbaren Helden auch das eigentliche Problem des Titels dar. Traveller`s Tales waren immer großartig, wenn sie sich an einer Filmvorlage orientieren konnten, aber genau diese gibt es in Lego Marvel Super Heroes nicht. Das Spiel bietet in der Story 15 frei erfundene Level, in denen die diversen Superhelden gemeinsam gegen die fiesesten Bösewichte zum Einsatz kommen. Ein wenig Avengers hier, ein Bröckchen Die Fantastischen Vier dort, garniert mit viel Iron Man und einem Klecks Captain America ergibt eigentlich viel Handlungsspielraum, der aber in den seltensten Fällen auch sinnvoll genutzt wird.

Der alten Lego Tradition folgend wird in den Leveln alles, was entfernt wie ein Bausatz aussieht, in die kleinstmöglichen Steine zerkloppt. Es gibt also bezüglich des Spielprinzips keinerlei Überraschungen. Zerschlagene Objekte lassen sich mancherorts zu einem neuen Bausatz zusammensetzen, um so einem Helden die Möglichkeit zu bieten, den Abschnitt voran zu treiben. Mister Fantastic kann in den Comics und der Filmvorlage seinen Körper um ein Vielfaches dehnen. Albern wird es jedoch, wenn er sich im Spiel in einen Akkubohrer verwandelt, um zwei Schrauben zu lösen.

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Und so reiht sich diesmal flacher Witz an gestelzten Humor, um zwischen den Leveln wenigstens ein wenig Handlung vorzugaukeln. Damit könnte man jedoch noch leben, wären da nicht diverse technische Unzulänglichkeiten, die sich hauptsächlich im Multiplayer-Modus zeigen. Der große Pluspunkt gegenüber allen anderen Spielen war bisher der dynamische Splitscreen der Lego-Titel. Spielt man das Spiel zu zweit, übernimmt jeder Spieler eine Figur. Der Bildschirm wird dabei so senkrecht, waagerecht und auch diagonal geteilt, dass jeder seinem Geschehen mühelos folgen kann. So war es zumindest bisher.

Was Traveller`s Tales jedoch in Lego Marvel Super Heroes zusammengeklempnert hat, ist schon fast frech! In diversen Abschnitten geht es darum, mit Captain Americas Schild einen entfernten Schalter zu treffen oder mit dem Hulk etwas auf ein entferntes Objekt zu werfen. Stehen dabei jedoch nicht beide Spieler absolut still, wackelt auch das Bild des anderen und das Anvisieren und Treffen des Ziels ist unmöglich. Ebenso katastrophal wie der geteilte Bildschirm ist die Kollisionsabfrage. Spieler kommen nicht aneinander vorbei oder man stürzt unerwartet doch in den Abgrund. Damit könnte man noch leben, gäbe es nicht in jedem Level mindestens eine Passage, in der man hoffnungslos festhängt.

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Die Figur „klemmt“ hinter einem Hindernis fest und kommt weder mit Sprüngen oder sonst einer gearteten Handlung wieder aus dieser misslichen Lage. Nicht, dass es das nicht schon vereinzelt in anderen Lego-Titeln gegeben hätte, aber hier versagt sogar die KI. Der Trick bestand bisher darin, aus dem Spiel auszusteigen und die KI die Situation lösen zu lassen. Doch nicht einmal dies funktioniert, so dass die einzige Möglichkeit ist, das Spiel zu beenden und ab dem letzten Speicherpunkt erneut zu beginnen! Und ein Neustart war ebenfalls die einzige Möglichkeit, Dr. Doom im finalen Kampf zu bezwingen. Einer seiner Doombots hatte sich in eine Ecke der Spielfläche gestellt und war nicht mehr bereit, am Geschehen teilzuhaben. Leider musste dieser Bot aber besiegt werden, um den Endkampf voranzutreiben. Nur wie besiegt man jemanden, der offensichtlich vom Programm nicht mehr erkannt wird?

Der Spielablauf ist ebenfalls bekannt. Zuerst werden die Level im Storymodus gelöst, um im zweiten Durchspielen mit weiteren freigespielten oder gekauften Figuren mit besonderen Fähigkeiten auch alle Schätze zu finden. Obendrein ist die Stadt New York frei begehbar. Auch hier erwarten den Spieler zahlreiche Aufgaben, um alle goldenen oder roten Steine zu sammeln. Rote Steine schalten wieder die bekannten Cheats frei. Auch an dieser Front nichts Neues.

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Fazit:

Ich bin Fan der Lego-Spiele. Ich habe jeden Teil bis auf Herr der Ringe gespielt und so gut wie alle zu 100% gelöst. Ob mir das bei Lego Marvel Super Heroes gelingen wird, wage ich jedoch ernsthaft zu bezweifeln. Eine kaum erwähnenswerte Story, der es obendrein an Witz und dem bisherigen liebevollen Lego-Charme fehlt, sowie schwachbrüstige Rätsel paaren sich mit noch nie dagewesenen technischen Problemen.

Die Story benötigt gut über zwölf Stunden, danach löst man zahlreiche Missionen innerhalb der Stadt New York. An Umfang mangelt es dem Titel nicht, ebenso wie an zu erspielenden Helden und Schurken. Und auch die Idee, das Marvel-Universum in ein Lego-Spiel zu packen, kommt solange gut an, bis sich die ersten Probleme einstellen. Denn einen Lego-Titel spielt man mit der Familie im Splitscreen. Man möchte zocken, seinen persönlichen Lieblingshelden über den Bildschirm bewegen und einfach Spaß haben.

Dieser jedoch bleibt jedoch größtenteils auf der Strecke. Das liegt einerseits an den erwähnten Schwächen, aber vielleicht hat sich das Spielprinzip inzwischen einfach aufgebraucht? Löse lineare Level, kaufe Figuren, finde Steine, benutze Cheats und spiele die Level erneut kann zumindest uns nicht mehr wirklich längerfristig fesseln. Zeit vielleicht für einen Neuanfang, wie ihn Lego City Undercover auf der Wii U bereits angedeutet hatte?

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Weitere Tests zu bisherigen Lego-Titeln:

Lego Batman 2 – DC Super Heroes

Lego Harry Potter – Die Jahre 5 – 7

Lego Pirates of the Caribbean

Lego Star Wars III: The Clone Wars

Lego Harry Potter – Die Jahre 1-4

Lego Indiana Jones 2: Die neuen Abenteuer

Lego Batman

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Blue Light of Death – Tagebuch eines PS4 – Austauschs

blod01_220x140Ich hätte mich gefreut, wäre es anders gelaufen. So aber zeigt auch meine Playstation 4 vom Releasetag das blaue Blinklicht, von Spielern bereits in Anlehnung an den RoD der Xbox 360 schon BloD getauft – Blue Light of Death. Auch meine PS4 blinkt nach dem Anschalten und ist erst nach mehrmaligen Trennen vom Stromnetz bereit, ihren Dienst korrekt aufzunehmen.

Diesen unbefriedigenden Zustand änderten auch nicht die Tricks, die massenhaft im Netz kursieren. Mein HDMI ist in Ordnung, das Stromkabel habe ich ausgetauscht, die Festplatte steckt fest und auch eine neue Initialisierung mit dem kompletten Verlust aller bereits erspielten Daten brachte keine Besserung. So blieb mir keine andere Wahl, als heute Morgen dann doch den Sony-Support zu kontaktieren und um einen Austausch meiner Playstation 4 zu bitten.

Damit ihr wisst, was passiert, wenn ihr euch per Mail an den Sony-Support wendet, dokumentiere ich hier den Ablauf. Das Problem ist, die PS4 ist bis Januar 2014 nicht lieferbar. Sony selbst verspricht jedoch „einen zeitnahen Austausch“ defekter Konsolen. Wie schnell zeitnah tatsächlich ist, wird sich also zeigen.

Dienstag, d. 17.12.2013 – 7:02 Uhr

Heute Morgen um 7:02 Uhr schickte ich die Mail an den Sony Support, mit der Bitte um Austausch und Mitteilung, wann und vor allem wie schnell die Konsole ausgetauscht wird. Knapp zehn Minuten später erreichte mich die Antwort: „Vielen Dank, dass Sie sich mit Sony PlayStation in Verbindung gesetzt haben. Ihre E-Mail ist bei uns eingegangen und wurde an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. <…> Mit freundlichen Grüßen Sony PlayStation1″. Also die klassische, automatisierte Antwortmail, bei der mich allerdings das Playstation1 etwas irritiert. Gibt es tatsächlich noch Support für die erste Playstation oder läuft deren Mailserver auf einer PS One?

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Donnerstag, d. 19.12.2013 – 9:45 Uhr

Nachdem sich der Sony-Support weder am Dienstag noch am Mittwoch rührte, griff ich heute zum Telefon, um das persönliche Gespräch zu suchen. Meine PS4 sagt jetzt nämlich keinen Mucks mehr, selbst nach dem mehrfachen Trennen vom Stromnetz läuft sie nicht mehr an. Nach zweimaligem Klingeln meldete sich die Dame vom Band und teilte mir mit, dass sich aufgrund eines erhöhten Anrufaufkommens alle Mitarbeiter im Beratungsgespräch befinden. Leider scheinen die jedoch so intensiv zu beraten, dass ich nicht einmal in die obligatorische Warteschleife geschaltet wurde, sondern mit einer höflichen Bitte, es zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen, sofort aus der Leitung gekegelt wurde. Das kann ja heiter werden. Soweit zum Thema zeitnaher Austausch, wenn schon nicht einmal die eigene Service-Hotline den Ansturm bewältigen kann. 🙁

Donnerstag, d. 19.12.2013 – 11:25 Uhr

Nachdem der Playstation-Support offensichtlich überrannt wird und inzwischen fünf Versuche scheiterten, dort jemanden zu erreichen, versuchte ich eben mein Glück bei Amazon, da ich die Konsole dort schließlich bestellt hatte. Beim Ausfüllen des Service-Formulars kann man Amazon um sofortigen Rückruf bitten und siehe da, kaum war die Mail raus, klingelte mein Telefon. Eine Mitarbeiterin verglich meine Daten und fragte, ob eine Erstattung oder ein Austausch stattfinden soll? Ich möchte bitte eine neue Konsole. Man versprach, dass die eigens dafür gegründete Abteilung sich innerhalb der nächsten 24 Stunden bei mir melden wird, um das weitere Vorgehen abzuklären. Man darf also gespannt sein, sollen das doch Sony und Amazon untereinander ausmachen.

Donnerstag, d. 19.12.2013 – 11:40 Uhr

DAS glaube ich erst, wenn ich die neue PS4 tatsächlich in den Händen halte. Angeblich sind die Konsolen doch bis mindestens Januar ausverkauft und nicht lieferbar? Kaum aufgelegt, erhalte ich eine Mail von Amazon, dass es noch bis zum spätestens 24.12.2013 eine Ersatzlieferung geben soll? Offensichtlich hält man dort Ersatzgeräte vor. Ich möge bitte in der Zwischenzeit die defekte Konsole einpacken, den bereits frankierten Hermes Paketschein ausdrucken und das Paket bei meinem Hermes-Shop abliefern …

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Donnerstag, d. 19.12.2013 – 16:40 Uhr

Keine Änderung an der Playstation-Support-Front. Noch immer telefonieren sämtliche Mitarbeiter und ich soll es weiterhin zu einem späteren Zeitpunkt versuchen. Nicht, dass ich die Konsole jetzt noch würde über den Support austauschen würde wollen, mich interessiert nur der Ablauf, wenn man die Konsole jetzt über Sony austauschen lassen müsste. So langsam wird mir klar, woher der Playstation-Service seinen dermaßen schlechten Ruf hat.

Freitag, d. 20.12.2013 – 11:35 Uhr

Während man sich bei Sony offensichtlich tot stellt, da nicht nur reihenweise gestorbene Konsolen reklamiert werden, sondern auch billig verarbeitete Joypads, bei denen sich das Gummi des Analogsticks ablöst, macht Amazon vor, wie Kundenservice richtig funktioniert. Genau 24 Stunden nach dem Kontakt zu Amazon ist meine Ersatzkonsole bereits auf dem Weg. Mit Glück habe ich die schon morgen, ansonsten eben erst am Montag. Aber es gibt scheinbar in ausreichender Anzahl Ersatzkonsolen, warum bekommt man den Austausch bei Sony nicht auf die Reihe? Nun bleibt nur zu hoffen, dass die neue Playstation 4 auch funktioniert …

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Samstag, d. 21.12.2013 – 15:30 Uhr

Nein, nicht nur der Anpfiff zum letzten Spieltag der Bundesliga in 2013, auch der Hermes-Bote ist da. Unter dem Arm ein Amazon-Paket – meine neue PS4. Nachdem die zur Halbzeit ausgepackt, angeschlossen, aktualisiert und in den Ruhezustand geschickt wurde, wird es ab 17.20 Uhr spannend. Startet die Konsole aus dem Ruhezustand? Damit hatte das erste Modell schon Probleme. Aber diese PS4 offensichtlich nicht, ein kurzes Piepsen und das PS-Logo erscheint auf dem Schirm. Also die Konsole ausschalten und erneut abwarten. Funktioniert auch der Kaltstart?

Nach über einer Stunde Wartezeit dann die Gewissheit. Diese Playstation scheint intakt zu sein, sie startet problemlos. Das einzige Problem ist jetzt Lego Marvel Super Hereos. Wir dürfen das Spiel nun zum dritten Mal beginnen. Jetzt interessiert mich eigentlich nur noch die Frage, ob sich der Playstation-Support noch in diesem Jahr meldet oder ob es doch 2014 wird? Sony hat es zumindest geschafft, innerhalb von 10 Minuten eine automatisierte Mail zu schicken, während Amazon die nicht lieferbare PS4 innerhalb von 2 Tagen austauscht. Die Frage nach der Qualität des Service beantwortet sich damit an dieser Stelle von allein.

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Montag, d. 30.12.2013 – 20:09 Uhr

O.k., es waren die Feiertage dazwischen und ein Wochenende, aber ganze 13 Tage, um auf eine Mail an den Support zu reagieren, ist eine bodenlose Frechheit! Heute hat sich tatsächlich der Sony-Support mit der nächsten Standardmail gemeldet und verlangt rotzfrech, dass ich mich selbst um meinen Austausch kümmern soll? Geht es noch? Es kann doch wohl nicht sein, dass man zum Übersenden einer Telefonnummer fast 2 Wochen benötigt und dass der Kunde diesen Anruf auch noch kostenpflichtig tätigen soll.

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Nein, man hat mir nicht geholfen! Die Sache hat ein schriftliches Nachspiel, denn ich gebe keine 399,- Euro aus, um mich bei einem Defekt auch noch selbst zu kümmern. Amazon hat nach meiner Mail innerhalb von Sekunden zurückgerufen und der Austausch der kompletten Konsole war eine Angelegenheit von 2 Tagen. Und Sony braucht allein für eine Mail 2 Wochen? Wie lange dauert denn dann noch ein Austausch der Konsole inklusive Abholung, Bearbeitung im System und Lieferung?

Dienstag, d. 31.12.2013 – 18:19 Uhr

Wenn es noch eines Nachweises der Inkompetenz bedurft hatte, dann schiebt ihn Sony an Silvester nach. Es erreicht mich tatsächlich eine Standardmail, in der nachgefragt wird, ob ich mit dem Support zufrieden bin? Ich kann so etwas nicht verstehen. Sony hat keinerlei Interesse an einem funktionierenden, aber dann kostenintensivem Service, was soll also diese rein rhetorische Frage? Man sollte doch bitte so ehrlich sein und darauf verzichten, wenn man ohnehin weiß, dass der eigene Support unsagbar schlecht ist und keinerlei Veranlassung besteht, etwas zu verändern. Der Spieler kauft die Konsole und das Zubehör ohnehin.

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… to be continued!

 

 

Playstation 4 – war sie das lange Warten wert?

Da steht sie nun. Schön anzusehen ist sie, optisch im Gegensatz zum 80er-Jahre VHS-Videorekorder-Design der Xbox One ein Schmuckstück. Meine Playstation 4! Vor Monaten vorbestellt und pünktlich zum Release-Termin geliefert – ganz im Gegensatz zu dem Spiel, weshalb ich die Konsole eigentlich bestellt hatte. Denn wie schon Rayman Legends beim Wii U Start wurde nun auch Watch Dogs ins nächste Jahr verschoben. Ich habe also erneut eine Konsole ohne das gewünschte Spiel.

Nach dem Release am 15. November in den USA tauchten massenhaft Videos auf, die defekte Konsolen zeigten. Blaues blinkendes Licht ohne Bild und Ton gab dem Fehler bereits einen Namen. In Anlehnung an den Ring of Death (RoD) der Xbox 360 heißt dieses Problem nun Blue Line (oder Light) of Death (BLoD). An sich wäre ein solcher Umstand kein Problem, denn es gibt Garantie und Gewährleistung. Leider ist die Konsole bis ins nächste Jahr vergriffen und somit lässt ein Austausch lange auf sich warten.

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Bei Sony selbst spricht man von weniger als einem Prozent defekter Konsolen. Amazon-Rezensionen sprechen jedoch eine deutlich andere Sprache. Stand jetzt gibt es 1.321 Bewertungen, von denen allein 398 Käufer nur einen Stern vergeben, da ihre Konsole defekt ist. Wer noch einen Dreisatz berechnen kann, kommt also auf 30,12 % Prozent nicht funktionierender Playstation 4 Konsolen. Dazu kommen noch diejenigen, die trotz Defekt dennoch zwei Sterne vergeben haben. Aber egal wie laut der Aufschrei im Moment auch sein mag, der Spieler vergisst (zu) schnell. In wenigen Monaten sind die Probleme behoben und alle haben eine funktionierende Konsole. Die Zeit arbeitet für Sony wie schon zuvor für Microsoft bei der Xbox 360.

Wer das Glück hatte, eine Konsole (ohne Massenschlägerei >>>) zu erhalten, die obendrein noch funktioniert, wundert sich zuerst jedoch beim Auspacken. Einerseits erwartet den Spieler eine edel designte, schwere Konsole und ein neu konzipiertes Joypad, andererseits liegt bei einem Preis von knapp 400,-€ nur ein billigster Mono-Ohrhörer bei? Das passt nicht! Der Anschluss ist innerhalb weniger Minuten erledigt, HDMI sei Dank. Etwas umfangreicher gestaltet sich die Ersteinrichtung. Aber auch diese ist nach kurzer Zeit erledigt. Wie immer längerfristig sind die bereits von der PS3 bekannten Updates. Wie das neue Menü aussieht und welche Funktionen sich dahinter verbergen, habe ich versucht im Video darzustellen.

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Letzten Endes ist die Playstation 4 trotz aller Funktionen noch immer eine Spielkonsole. Somit liegt die Wahrheit nicht in der theoretischen Auflistung langer Zahlenkolonnen, die die Leistungsfähigkeit auflisten, sondern einzig und allein auf dem Bildschirm. Und schlagartig macht sich Ernüchterung breit. Das soll es also nun sein? Das ist die groß angekündigte nächste Generation von Spielen? Naja, ich weiß nicht so recht. Da Watch Dogs noch immer bei Ubisoft reift, griff ich in Ermangelung von spielenswerten Alternativen zu Assassins Creed IV – Black Flag. Ich kann mich täuschen, aber diese Grafik konnte auch schon die PS3 darstellen? Da bin ich ja beruhigt, dass Sonys Andrew House auf einem PS4-Event in London angekündigt hat, dass sich der grafische Vorteil der PS4 gegenüber der Xbox One „in der nächsten Zeit“ noch deutlicher abzeichnen soll.

Wie man es dreht und wendet, die neuen Konsolen sind da und letztendlich ist es eine Glaubensfrage, ob man sich für die PS4 oder die Xbox One entscheidet. Fakt ist, dass beide Konsolen ihre Vor- und Nachteile haben, dass Spiele bis auf wenige In-House-Entwicklungen ohnehin für beide Systeme erscheinen und dass beide teuer sind. Am Preis wird sich aber aufgrund der immensen Nachfrage bis ins nächste Jahr auch nichts ändern. Irgendwann sind die Fehler behoben und alle Spieler sind glücklich. Und um mehr geht es unter dem Strich nicht!

Ach ja, eines noch: Ich habe zum Release ausnahmsweise mal mehr als 59,-€ für ein Spiel ausgegeben. Sollten aber 69,-€ nun der Standard werden, zuzüglich eventueller Microtransaktionen in Spielen wie bei Gran Turismo 6 bereits eingeführt und Playstation Plus zum Onlinezocken, ist die Schmerzgrenze überschritten. Und die momentan bei Amazon aufgerufenen 79,-€ für Diablo III auf der PS4 werde ich definitiv niemals bezahlen. Ich werde dann meinen Spielekonsum drastisch reduzieren und wieder meine alten Sachen aus dem Regal kramen. Da stehen ohnehin noch etliche Titel, bei denen ich das Ende noch nicht gesehen habe. Alternativ warte ich eben, bis eben noch neue Spiele wenige Wochen später im Preis regelrecht verfallen.

 

Weihnachtsgedicht zur Xbox One und PS4

xmas_teaser_250x250Der Run auf die neue Konsolengeneration hat begonnen und wer nicht rechtzeitig vorbestellt hatte, schaut diese Weihnachten ganz tief in die Röhre. Denn wie zu jeder neuen Konsolengeneration brannte auch dieses Jahr im wahrsten Sinne der Baum. Angeblich sind bis ins nächste Jahr die Vorbestellungen nicht abzuarbeiten und so wird der eine oder andere seine ganze Hoffnung auf den Weihnachtsmann an Heiligabend setzen. Wer für den Weihnachtsbaum noch ein aktuelles Gedicht benötigt, das die Familie als letzten verzweifelten Versuch werten darf, doch noch eine Konsole unter dem Baum zu finden, kann sich dieses gerne abschreiben und vortragen. Für eventuelle Streitigkeiten oder Tränen danach übernehme ich jedoch keine Haftung 🙂

Xbox One oder doch PS4,
verdammt nochmal, was schenk ich mir?
Will ich Multimedia oder zocken?
Fast egal, denn beide rocken.

Doch Pech gehabt, denk ich ergriffen,
beide sind schon längst vergriffen.
Nicht vorbestellt schon Ende Mai,
geht Weihnacht ohne die vorbei.

Mit etwas Glück im Januar,
sind beide wieder verfügbar.
Doch lange Wartelisten
schicken Spieler auf die Pisten.

Ob Media Markt oder Amazon,
irgendwo, da gibt`s die schon.
Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt,
für dieses Jahr hat`s ausgehetzt.

Nirgendwo gibt es hier,
eine Xbox oder Playse 4.
Greife verzweifelt ich ins Klo
und kaufe doch noch einen DS Zwo?

Bitte lieber Weihnachtsmann,
schaffe eine Xbox ran.
Lieber noch die PS4,
ja die wünsch ich mir von dir.

gamescom 2013 – der Versuch einer Nachlese

gamescom_header_220x140Die Messe Köln gab bereits kurz nach Beendigung der gamescom 2013 ihre Zahlen bekannt. Und wie gewohnt klingen diese utopisch. Waren es im letzten Jahr noch 275.000 Besucher, so steigerte man diese Zahl um unglaubliche 23% auf jetzt 340.000, davon allein 29.600 Fachbesucher und 6.000 Medienvertreter. Mit 635 Ausstellern war die Messe damit auf 140.000 qm restlos ausgebucht.

Soweit die Theorie. Winston Churchill wird das Zitat zugeschrieben, „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ Nun sind diese Zahlen vielleicht nicht gefälscht, aber doch zumindest an der Stelle der Fachbesucher nach oben geschönt. Denn allein 29.600 Fachbesucher sind eine Zahl, die man sicherlich hinterfragen darf. Wikipedia definiert als Fachbesucher solche Personen, „die als potentielle Kundschaft der teilnehmenden Aussteller für den Veranstalter von besonderer Bedeutung sind.“ Und diese besondere Bedeutung ist bei fast 30.000 Fachbesuchern doch mehr als fragwürdig.

schnohne
Boris Schneider-Johne
Foto: M. Arm

Die Voraussetzungen für den Erwerb einer Eintrittskarte zum Fachbesuchertag der gamescom sind schwammig gehalten: „Die Branchenzugehörigkeit der Fachbesucher muss beim Eintrittskartenkauf im Ticket-Shop oder vor Ort in Köln z.B. mit ihrem Händlernachweis, Gewerbeschein etc. nachgewiesen werden.“ Gerade dieses etc. lässt zu viel Spielraum. Nachdem ich mehrere Jahre als Fachbesucher mit fachlichem Hintergrund vor Ort war und auch in Ruhe Gespräche mit Entwicklern außerhalb des Businesscenters fernab von Terminzwängen führen konnte, beschwerte ich mich bereits 2011 über das aufgeweichte Verfahren zum Fachbesuchertag. Denn dort war sogar eine Visitenkarte ausreichend, um als Fachbesucher anerkannt zu werden. Man gelobte Besserung in Form einer strengeren Prüfung, verändert wurde jedoch nichts. Noch immer wird so gut wie jeder Spieler im Besitz einer eigenen Domain, die sich mit Games beschäftigt, als Fachbesucher anerkannt. Erfolg und Steigerungsraten um jeden Preis. Und nun verteilt die Messe sogar Wildcards …

Interessant zum Thema Fachbesuchertag sind die Tweets der ehemaligen Xbox-Ikone Boris Schneider-Johne:

  • Ein Blick in die Hallen bestätigt meinen Verdacht. Der Fachbesuchertag ist eine Illusion. Vielen Dank, @gamescomcologne
  • Mittwoch ist der neue Samstag!
  • Und sie lassen jedermann ins Business Center, ohne Kontrolle? Kaum ist man 2 Jahre nicht hier… @gamescomcologne
  • Hätte nie geglaubt, daß ich mich am Fachbesuchertag für eine Stunde ins Hotel zurückziehe, weil es zu fucking voll auf der Messe ist.
Schlange bei Destiny am Fachbesuchertag - Foto: M. Arm
Unglaublich: Eine lange Schlange bei Destiny am Fachbesuchertag – Foto: M. Arm

Nun sollte die Messe das große Ballyhoo der beiden neuen Platzhirsche Playstation 4 und Xbox One werden. Doch die Wirklichkeit war eher ernüchternd. Was MS auf der E3 kann, können wir auf der gamescom schon lange, muss man sich bei Sony gedacht haben und ließ zumindest die Demo von Need for Speed: Rivals auf einem Windows 7 PC laufen. Aufgefallen nur deshalb, weil das Spiel mit schöner Regelmäßigkeit mit einem Win7 Screen abstürzte. Nun gut, das ist nichts Ungewöhnliches, da viele Publisher in der Entwicklung noch nicht so weit sind und Spiele lieber gut als PC-Demo, denn schlecht als Konsolendemo präsentieren. Es bleibt aber der fade Beigeschmack, ob das fertige Spiel auf der Konsole denn so aussieht, wie auf dem PC vorgeführt?

Trotz der großangekündigten Präsentationen beider Konsolen blieb das erhoffte „Wow, das ist sie also“-Erlebnis aus. Das lag einerseits an der Grafik, die einfach zu wenig Unterschied zur aktuellen Konsolengeneration bietet, aber andererseits auch am mangelnden Risiko. Ausgetretene Pfade bei Spielen, wohin das Auge blickt. Kein Mut zur Lücke, stattdessen bekannte Games allerorten. Allein die Liste der Gewinner der gamescom Awards 2013 kann kaum mehr als ein höflich unterdrücktes Gähnen auslösen. Destiny? Ja, tolle Endzeit-Grafik, aber letzten Endes ein Shooter bekannter Machart. Zelda & Mario Kart? Wo sind Nintendos Innovationen? Forza, Fifa, Battlefield & Elder Scrolls? Bereits bekannt! Es stellt sich also die Frage, warum für diese Titel eine neue Generation von Konsolen nötig wäre?

Xbox One Präsentation - Foto: M. Arm
Xbox One Präsentation – Foto: M. Arm

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Playstation 4, Xbox One und Wii U die letzte Konsolengeneration mit physischen Medien sein wird. Xbox 360 und PS3 haben den Weg zu digitalen Inhalten geebnet, die Wii U zieht jetzt mit. Die nächsten Konsolen werden aller Voraussicht keine „echten“ Videospielkonsolen mehr sein, sondern die eierlegenden Wollmilchsäue, die Microsoft schon jetzt im ersten Versuch mit der Xbox One präsentieren wollte, aber am Widerstand der Spieler scheiterte. Es werden wohnzimmertaugliche Allround-Maschinen für die gesamte Familie werden, die per Download die gewünschten Inhalte präsentierten, sei es TV, Internet, Spiele oder Telefonie. Genießen wir also die kommende restliche Zeit mit den zukünftigen Dinosauriern.

gamescom 2013 – ein Ausblick auf die neuen Konsolen

gamescom_2013_teaser_220x140Alle paar Jahre ist die gamescom nicht nur eine gewöhnliche Spielemesse, auf der die Publisher ihre Games präsentieren. Denn dann ist es wieder an der Zeit, einen Wechsel der Generationen einzuläuten. Die diesjährige gamescom wird also eine besondere Messe. 2013 ist das Jahr der Veränderungen und die großen Drei werden die Hardware vorstellen, die sich die Spieler die nächsten Jahre ins Haus holen sollen.

Nachdem im letzten Jahr neben Sega und THQ auch Nintendo und Microsoft der Messe fernblieben, ist diesmal bis auf die zwischenzeitlich insolvente THQ wieder alles vor Ort. Ich habe noch immer einen winzigen Funken Hoffnung, dass Sega wie Phoenix aus der Asche aufersteht und mir eine neue Konsole offenbart. Aber das wird wohl eher nicht passieren. Dafür stehen Sony mit der Playstation 4 und Microsoft mit der Xbox One in den Startlöchern. Ein wenig unter geht im Krieg der Alleskönner die Wii U von Nintendo. Bereits im letzten Jahr erschienen, hat Nintendo nun aber die Chance, die Besucher der gamescom für das System zu begeistern.

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Darf man den verschiedensten Pressemeldungen und zahlreichen Berichten Glauben schenken, ist die Xbox One aufgrund der verfehlten und vor allem verwirrenden Politik Microsofts zur Einführung bereits bei den deutschen Spielern unten durch, bevor sie überhaupt im Regal der Händler steht. Eine zu sehr auf den amerikanischen Markt zugeschnittene Präsentation, eine dauerhafte Internetverbindung, ein per DRM auf ewig an die Konsole gebundenes Spiel, Dauerüberwachung durch Kinect und diverse andere Ankündigungen zu Ungunsten der Spieler sorgten für Empörung. Und diese war so massiv, dass Microsoft einknickte.

Selbstverständlich geschah dies nicht, weil sich der gewaltigste Shitstorm aller Zeiten über das Unternehmen ergoss. Über so etwas ist man mit Sicherheit in Redmond erhaben, man steht schließlich über den Dingen. Die Spieler taten aber das einzig Richtige und stornierten offensichtlich reihenweise ihre Vorbestellungen zur Konsole. Unbestätigten Angaben zufolge liegt das Verhältnis momentan bei 3:1 zugunsten der Playstation 4, eine Online-Abstimmung bei xboxonevspsfour.com zeigt ein ähnliches Ergebnis >>>. Und bei Amazon sollen sich zwischenzeitlich angeblich 95% aller Spieler eine PS4 statt einer Xbox One vorbestellt haben. Selbst wenn diese Zahlen nur annähernd stimmen, läuten bei Microsoft alle Alarmglocken. Denn der Spieler packt Microsoft dort, wo es am meisten wehtut: Am Geldbeutel.

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Auch wenn Mr. Xbox Larry Hryb Major Nelson persönlich alles daran setzte, das angeschlagene Image wieder aufzupolieren, scheint Microsoft den Bogen diesmal überspannt zu haben. Da nützt auch kein noch so tolles Headset in der Day One Edition der neuen Konsole. Und vergessen sollte man eines nicht: Man hat zwar bei Microsoft angekündigt, die vielen Einschränkungen zum Start doch nicht in das System zu integrieren, aber wen hindert es, diese nach Release Stück für Stück dennoch einzuführen? Gerade der Gebrauchtmarkt für Spiele ist ein so großes Stück des Kuchens, dass man sich noch immer daran verschluckt. Warum also das DRM nicht erst 2014 oder 2015 per Update einführen, wenn die Geräte bereits in den Haushalten stehen? Und nicht vergessen ist das Chaos bei Einführung der Xbox 360, als so ziemlich jede Konsole den RoD zeigte.

Selbstverständlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, aber letzten Endes darf man gespannt sein, wie sich die Konsolen verkaufen, wenn sie denn erhältlich sind. Mit Sicherheit wird der eine oder andere Spieler noch umschwenken und sich doch die andere Konsole kaufen, aber der große Gewinner wird zumindest anfangs bei dieser Generation Sony mit der Playstation 4 werden – vorausgesetzt, Sony verbockt die gamescom nicht vollständig. Dies dürfte aber wohl kaum zu erwarten sein.

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Und bei allem Gerede über die angekündigten Hardwaremonster sollte man die Wii U nicht aus den Augen verlieren. Nintendo hat zwar wohl noch immer Absatzschwierigkeiten, aber die neue Konsole bietet mehr als nur ein Touchpad – wenn die Entwickler die Hardware auch einmal richtig einsetzen und entsprechende Spiele programmieren. Ubisoft hat es mit Rayman Legends vorgemacht, auch wenn der ehemals exklusive Wii U Titel nun doch für Xbox 360 und PS3 erscheint. Die gamescom 2013 ist die Chance, die Konsole endlich allen zugänglich zu machen – und auch der Grund, warum Rayman auf einen Termin nach der gamescom verschoben wurde.