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back to the roots – Nintendo Classic Mini

Alles Gute kommt irgendwann wieder. Wenn also Atari mit dem Flashback alle Jahre eine „neue“ Retro-Konsole auf den Spieler loslässt, kann die Idee dahinter nicht so schlecht sein. „Warum also nicht unsere alte Konsole neu auflegen?“ muss man sich bei Nintendo gedacht haben. Und so erscheint am 11. Novemver 2016 ein Klassiker in neuem Gewand – das Nintendo Classic Mini. back to the roots – Nintendo Classic Mini weiterlesen

Fundstück – Mario Goes Berserk

Mario ist ein Held seit längst vergangenen 8 Bit Zeiten. Seitdem rettet er immer und immer wieder Prinzessin Peach aus Bowsers Klauen. Mit jeder Konsolengeneration beginnt das Spielchen aufs Neue. Und wenn es gerade kein neues Mario-Spiel gibt, wird eben ein altes als Download angeboten. Dass Mario deswegen irgendwann mal der Kragen platzen musste, scheint nur zu verständlich. Das sieht also nach dem klassischen Burnout mit Verlust der Impulskontrolle aus … im Klartext: Mario dreht vollkommen durch.

Hardwaretest: Dyon Epsilon 25 … das Rettungspaket für alte Konsolen

dyon_epsilon25_teaserWer alte Konsolen sammelt und regelmäßig auch mit bzw. an denen spielt, kennt das Problem der aktuellen LED-TV Generation: Man findet zwar teilweise bis zu fünf HDMI-Anschlüsse für XBOX 360, PS3 und Wii U vor, aber sobald eine alte Konsole wie ein Intellivision, das Atari VCS,  NES oder Master System über den Antenneneingang angeschlossen werden müssen, erfolgt die große Ernüchterung. Das Bild flackert, hat Störstreifen oder es gibt Farbverschiebungen. Die wenigsten aktuellen LED`s sind somit für den Betrieb der Konsolen-Dinosaurier geeignet, so dass Sammler noch immer alte Röhrenfernseher bereit halten.

Spiele wie Space Invaders, Missile Command, Wonder Boy, Alex Kidd und unzählige andere aus längst vergangenen Zeiten beziehen ihren Reiz aus dem Spielspaß und nicht aus 1080p-HD-Grafik auf möglichst vielen Zoll Bilddiagonale. Von daher spielt die Größe des Bildes hier eine nur untergeordnete Rolle. Der Dyon Epsilon 25 ist mit seinen knapp 63 Zentimetern Diagonale damit der optimale Monitor für den Betrieb alter und auch neuer Konsolen und das Beste: Man kann damit notfalls auch fernsehen oder ihn als PC-Monitor betreiben!

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Der Epsilon 25 verfügt über einen Triple-Tuner, CI+ Schnittstelle und – für ein solch preiswertes Gerät eher ungewöhnlich – reichlich Anschlussmöglichkeiten, darunter sogar USB, einen echten Scart-, sowie zwei HDMI-Anschlüsse. Die Anschlüsse sind dabei soweit nach innen ausgerichtet, dass beim Einstecken eines starren HDMI- oder Scart-Kabels nichts störend über den Rand des LED heraus ragt. Die Ersteinrichtung ist mehr als unkompliziert: Gerätefuß anschrauben, aufstellen, Stecker in die Dose und den Bildschirmanweisungen in deutscher Sprache folgen.

Je nach verwendeter Quelle, findet der Dyon auf Anhieb alle Fernsehkanäle. Leider ist aber die folgende Sortierung der Sender mehr als umständlich. Man kann einem gefundenen Sender keinen Platz zuweisen, wenn der schon belegt ist, sondern man muss dann diese Sender langwierig miteinander tauschen. Dies funktioniert nur mit verschieben von A nach B. Sind die Sender an ihrem Platz, macht man sich an die Einrichtung des Bildes. Hier stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, aber je nach Standplatz des kleinen TV und dem daraus resultierenden Lichtverhältnissen nutzt man lieber seine persönlichen, manuellen Einstellungen. Zum Glück ist das Menü aber unkompliziert und jeder Punkt mit zwei Tastendrucken der guten Fernbedienung zu erreichen.

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Im Fernsehbetrieb darf man von einem Gerät dieser Preisklasse mit Sicherheit keine Wunder erwarten. Wer das tut, sollte sich lieber gleich nach einem höherpreisigen Markengerät umschauen. Das analoge Fernsehbild ist o.k., besser wird es tatsächlich erst bei digitalen Signalen oder beim HDMI-Anschluss von Blu-ray-Playern oder einer Spielkonsole. Die Farben wirken an vielen Stellen entweder überzeichnet oder anders herum zu blass. Ein wirklich ausgeglichenes Farbschema ist nur mit viel experimentieren möglich. Ein weiteres Problem ist das des hohl klingenden Tons. Die schmalen Boxen des Dyon sind nach unten ausgerichtet, der Standfuß zudem recht kurz, wie also soll Klang sich ausbreiten? Ein wenig Abhilfe schafft hier nur die Wandmontage mit Platz nach unten oder der Anschluss an eine HiFi-Anlage. Aber wer das Gerät tatsächlich zum Betrieb seiner alten Konsolen anschafft, kann beim wenige Oktaven umfassenden Midi-Sound auch damit leben.

Die Software des Dyon ist stabil, Freezes oder Abstürze hatte ich keine. Einzig ein wenig nervig ist das beim Umschalten auf einen anderen Sender gute 9 Sekunden eingeblendete OnScreen-Display, das zusätzlich oben noch die komplette Bildschirmbreite einnimmt.

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Fazit:

Der Dyon Epsilon 25 ist das Gerät, das ich lange gesucht habe, um meine alten Konsolen weiter optimal betreiben zu können. Für mich sind die Funktionen als Fernseher, das damit verbundene, nicht wirklich optimale Bild und der erschreckend dünne Ton daher eher zweitrangig. Der Dyon ist mein Monitor für per Antennenanschluss betriebene Spielkonsolen und kein LED-TV für das Wohnzimmer, um den sich abends die Familie scharrt und Marvel Avengers oder Prometheus schaut.

Wer den Dyon deswegen kauft, wird damit nicht glücklich. Wer aber eine Alternative zu seinem alten Röhren-TV sucht, um Atari & Konsorten weiter oder wieder anschließen zu können, findet im Epsilon sein Gerät.

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„Sammelst du eigentlich noch Videospiele?“

nes_pad_teaserSo oder so ähnlich beginnen manchmal Gespräche. Gegenfragen: Ist Wasser noch immer nass, ist Holland nach der Vorrunde der EM 2012 mit Null Punkten abgereist (worden) und hat Stefan Raab noch immer 64 Schneidezähne alleine im Oberkiefer? Ich habe zwar inzwischen ein massives Platzproblem, aber selbstverständlich sammle ich noch Spiele und Konsolen. Daran wird sich nichts ändern, bis ich entweder Lara Croft und Mario am Monitor nicht mehr unterscheiden kann oder mir das Pad aus den greisen, zittrigen Fingern fällt.

Im Anschluss an die Frage, ob ich noch sammle, entwickelt sich dann meistens ein kurzes Gespräch, in dem ich einen Fund aus der Kellerauflösung von Opa Klawuttke oder vom Dachboden, der „seit Jahren mal wieder entrümpelt werden musste“, in den Fingern halte und schlimmer noch, bewerten soll. Meistens handelt es sich dabei um  Spiele und Konsolen ab Generation Playstation One, die zu diesem Zeitpunkt schon millionenfach am Markt vorbei produziert wurden oder um die traurigen Überreste einer durchzockten Kindheit, geprägt von zu viel Emotion und mangelnder Sorgfalt. Dies zeigt sich dann meistens an den CDs mehr als deutlich. Kratzspuren, wohin man schaut. Ich frage mich, ob die Scheibe als Untersetzer für das Barbie-Kaffeekränzchen der kleinen Schwester gedient hat oder ob die besten Stellen des Spiels mit einem X markiert wurden? Solche Scheiben werden mit dem Schredder von ihren Leiden erlöst.

Ähnlich sieht es mit der Umverpackung aus. Was ist eigentlich so schwer daran, eine Pappschachtel eines VCS/NES/SNES-Spiels so zu öffnen, dass sie nicht bis in die Mitte des Covers einreißt? Wie kommen der Kaffee, die Cola oder Körperflüssigkeiten hinter das Klarsicht-Cover des Master System oder Mega Drive Spiels?  Und warum sind die Plastikhüllen der PS1 Spiele grundsätzlich zerbrochen? Meistens sehen die dazugehörigen Konsolen nicht viel besser aus. Das letzte Master System, das mir in die Hand gedrückt wurde, muss als Teigroller zur Herstellung von Weihnachtsplätzchen gedient haben. Anders kann ich mir die Schokoladensplitter und Kekskrümel in sämtlichen Ritzen und Schlitzen nicht erklären. Und abschließend der Klassiker: „Ach, das Spiel hat eine Anleitung? Hatte ich nie in den Fingern …“

Wären solche hingerichteten oder mit Liebesentzug gestraften Spiele und Konsolen zur sofortigen Entsorgung freigegeben, würde ich nicht lange fackeln und die Sachen augenblicklich im Papierkorb versenken. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die nicht wissen, wie man sich bei ebay anmeldet oder wie man seinen Müll alleine vor die Tür bringt und die nun auf mein Erspartes hoffen. Die Frage, was denn „diese Raritäten“ noch wert sind, lässt mich dann entweder in schallendes Gelächter ausbrechen oder eben dieses mit aller Macht unterdrücken. Warum muss eigentlich jeder, der eine alte Konsole im Keller findet, nun automatisch in die erlauchten Kreise der Reichen und Schönen aufsteigen wollen, in der irrigen Annahme, mit dem Verkauf von „retro“ Spielen Millionär zu werden?

Aber es gibt sie noch, die Ausnahme von der Regel und ich finde das eine Stück Geschichte, das eine Spiel, die eine Konsole. Sei es, weil das Spiel tatsächlich etwas wert ist (ganz selten), weil das Spiel besser erhalten ist, als das meiner Sammlung (selten), weil ich das Spiel noch nicht habe (häufig) oder weil ich das Spiel hatte, es dämlicherweise irgendwann verkauft/verliehen/verschenkt habe und das nun unbedingt wieder haben möchte (auch ziemlich häufig). Je nach Ausgangslage bin ich dann auch bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Und dann gibt es tatsächlich Menschen, die drücken mir etwas in die Hand, ohne zu wissen, was sie da wirklich abgeben. So erlebt im letzten Jahr als ich eine riesige Tüte überreicht bekomme, Inhalt ein nagelneues, unbespieltes, noch in Folie verpacktes und mit Kabelbindern gesichertes NES im unbeschädigten Originalkarton inklusive der Spiele Super Mario Bros. und Zelda … selbstverständlich beide ebenfalls nagelneu und ohne einen einzigen Fingerabdruck. Glänzende Augen auf meiner Seite und die Befürchtung, dass man einen Preis fernab jeglicher Vernunft aufruft. Aber dann die Überraschung: „Schenk ich dir, würde ich sonst entsorgen.“ Wie … entsorgen??? So etwas entsorgt man doch nicht! Anscheinend schon, wenn man weder Spieler ist, noch einen emotionalen Bezug zu Mario und Link hat. Lange Rede, kurzer Sinn, ich kann demjenigen bis heute nicht mehr als mein ehrliches Danke hinterherschicken, denn der hat tatsächlich jedwede Bezahlung für das NES abgelehnt … und ich habe die Konsole seit diesem Tag auch nie wieder aus dem Karton geholt.

Das erklärt hoffentlich dem einen oder anderen, der mich per Mail fragt, wie ich zu welchem Preis an dieses oder jenes Spiel gekommen bin, wie man seine Sammlung neben Flohmärkten, ebay und Second-Hand Läden auch kontinuierlich ausbauen kann: Wenn genug nette Menschen wissen, dass man sammelt und man selbst anderen gegenüber vernünftig auftritt, dann fällt einem die eine oder andere Rarität ab und zu einfach in den Schoß 😉