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MTB am Gardasee … ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Statt euch mit einem Reisebericht von meinem diesjährigen Urlaub am Gardasee zu langweilen, habe ich mich nach gut zwei Seiten bereits geschriebenem Text dazu entschlossen, diesmal nur Bilder sprechen zu lassen und den ganzen anderen Unsinn zu löschen.

Denn nichts kann die Emotionen in Worte fassen, die einen auf den Trails  in einem der schönsten Mountainbike Gebiete Europas fest im Griff haben. Einerseits die Ponale, die man einfach erfahren haben muss, auch wenn man seine Familie an das Biken im Gebirge heran führen möchte und auf der man hunderte gleichgesinnter Biker trifft, andererseits abgelegene Gebirgspässe im Hinterland, auf denen man den ganzen Tag keiner einzigen Menschenseele begegnet. Man muss den Gardasee und seine Umgebung einfach selbst auf dem Bike erleben.

Nach zwei Wochen Urlaub hat für mich die Aussage, „Wer einmal am Gardasee war, kommt immer wieder zurück“, eine neue Qualität. Ich bin nächstes Jahr wieder da!

Ponale
Wanderweg 265 ... angeblich mit dem MTB zu fahren ...
Refugio Cima Piemp, im Hintergrund das Monte Baldo Massiv
Trail am Cima Puria und am Cima Tignala
Abbruchkante an der Bocca del Creer
ein guter Fotograf verrät nicht, wo ungewöhnliche Fotos entstehen 😉
mit der Familie im altem Militärtunnel am Scarpape Pass

Der Weg ist das Ziel … oder: Mit dem Mountainbike unterwegs im Harz

Auch wenn es seltsam erscheint, auf einer eigentlich den Videospielen vorbehaltenen Website über andere Dinge zu berichten, ist es mir immer wieder ein Bedürfnis, auch über die Erlebnisse jenseits von Bits, Bytes und Pixeln zu schreiben. Daher heißt diese Rubrik ja auch „Real Life“ 😉

Reviere zum Mountainbiken gibt es in Deutschland einige, aber auf das mir am nächsten gelegene bin ich bisher noch nicht gekommen, den Harz. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt relativ nah? Nachdem bereits letztes Jahr die Seite der Volksbank Arena Harz mit reichlichen Tourenvorschlägen bei mir über den Monitor flimmerte war klar, dass der nächste Kurzurlaub dort stattfinden sollte. Aber auch der Harz ist groß und weitläufig, also setze ich meine Prioritäten nach der Unterkunft. Und da blieb ich auf einer Seite hängen, die mir auf Anhieb symphatisch war: Das Waldhotel Untermühle. Alleine die Aussage, dass der Chef selbst fährt, war Grund genug anzufragen und zu buchen. Und so ging es vom 09.05. – 13.05.2012 nach Clausthal-Zellerfeld.

Im Vorfeld des Kurztrips wird wieder einmal klar, dass wenn der Arsch der Welt einen Pickel hat, Saarbrücken genau dort liegt. Denn statt Freund Lars irgendwo vom Zug in Harznähe abzuholen, musste der arme Kerl mit seinem Cube über den Brocken hinweg nach Berlin fliegen, um dann mit mir im Auto zurück nach Clausthal zu fahren. Der Flug ist billiger und schneller als das vielgepriesene Bahnticket, von fast achtstündiger Fahrzeit mit dreimaligem Umsteigen innerhalb der paar Kilometer einmal abgesehen. Anscheinend hat der Stress den Lars dann auch so verwirrt, dass der zu einer seit Monaten geplanten MTB-Tour mal vorsichtshalber die Hälfte seiner Klamotten zu Hause vergisst. Bei ca. 5-7 Grad Außentemperatur sollte man seine Windjacke sowie lange Hosen und Shirts schon im Koffer haben 😉

Das Waldhotel selbst ist rustikal eingerichtet, damit urgemütlich und liegt abgelegen abseits aller Straßen mitten im Wald. Wir bekamen schon fast eine Ferienwohnung, denn zwei Schlafzimmer und ein separates kleines Wohnzimmer sind schon aller Ehren wert. Aber da wir uns dort nur zum Erholen und Regenerieren aufhalten wollten, saßen wir knapp 30 Minuten nach unserer Ankunft bereits auf den Bikes, um die ersten Kilometer abzuspulen. Und wieder einmal bewahrheitet sich, dass Berge sich nicht simulieren lassen, man muss sie (er)fahren.

Da wir ganz offensichtlich nicht die ersten sind, die ihren MTB-Urlaub im Waldhotel verbringen, hat Inhaber Frank Tolle diverse vorbereitete Touren der Volksbank Arena Harz zur Hand, die man dann abfahren kann. Allerdings hätten wir hier doch zum GPS greifen sollen, denn es offenbart sich bereits am ersten Tag die ganz große Schwäche der Strecken im Harz: Entweder fehlen Schilder vollständig oder irgendwelche Clowns machen sich einen Spaß, die wenigen vorhandenen zu verdrehen und Ortsunkundige in die Irre zu führen. Haben wir am ersten Tag noch über unsere scheinbare Unfähigkeit gegrinst, offensichtlich keine Karte lesen zu können, war der Spaß am zweiten Tag dann aber vorbei. Für eine geplante Tour von Clausthal über den Granestausee Richtung Goslar und Umgebung machten wir bei 35 angegebenen Kilometern gute 20 Kilometer Umweg. Zur geplanten Tour G2 fanden wir auf der gesamten Strecke genau 3 Schilder, der Rest war Gefühl, der Stand der Sonne und ein Kompass auf einem Smartphone. Auf dem Rückweg stand an einer Kreuzung ein Schild, welches den Weg nach Hahnenklee mit knapp 800 Metern auswies. Letztendlich führte der Weg aber um den kompletten Gipfel … und so standen dann knappe 5 Kilometer auf dem Tacho.

Aber egal, denn die Tage 3 und 4 nutzten wir, um die diversen Singletrails in der Umgebung abzuklappern. Auch hier hatte Frank wieder die richtigen Tipps und so fuhren wir Strecken, von denen ich in Berlin und Umland nur träumen kann. Mit kilometerlangen Trails jenseits von Forstwegen vorbei an Flüssen und Seen über Steine und Wurzeln mitten durch den Wald bietet der Harz alles, was das Mountainbiken so einzigartig macht. Aber auch die zahlreichen Forstwege haben ihren Reiz, denn so anstrengend bergauf ist, man belohnt sich mit teilweise kilometerlangen schnellen Abfahrten auf der anderen Seite. Weil der Lars dann auch mal ein Fully fahren wollte, gönnte er sich und seinem Hintern am letzten Tag dann auch noch ein Rose Uncle Jimbo, denn das Waldhotel ist nebenbei auch noch Rose-Testcenter. Man muss also nicht einmal das eigene Bike dabei haben …

Wer viel fährt, muss viel essen. Und davon gab es reichlich und lecker im Waldhotel. Angefangen beim sportlichen Frühstücksbüffett bis hin abends zum Rehbraten wurde vom Feinsten aufgetischt. Und zum Essen schmeckt ein Radler immer noch am Besten 😉

Wer also nun trotz der unzureichenden Beschilderung Lust hat, den Nordwestharz und das Oberharzer Wasserregal mal querfeldein per Bike zu erkunden, kann sich ja bei Frank Tolle im Waldhotel Untermühle melden. Neben ruhigen und gemütlichen Zimmern gibt es eine Sauna, einen abschließbaren Fahrradkeller, eine Werkstatt und den Verleih von GPS-Geräten sowie den neuesten Rose-Mountainbikes. Wir sind auf alle Fälle wieder da.

 

Ein Rotwild ist geschossen

Ja, es existiert noch! Das von vielen Zockern so gefürchtete Real Life. Mit Sauerstoff, Sonnenlicht und dem unerträglichen Gebrüll der Vögel. Das Leben hinter dem Monitor. Leben an der frischen Luft mit körperlicher Betätigung.  Mit Schweiß, Atmung an der anaeroben Grenze und vor Schmerz brennenden Beinen. Die Rede ist vom Mountainbiken. Für alle, die sich seit Jahren nicht mehr vor die Tür getraut haben und die bei Google nur nach Call of Duty, Halo und Battlefield gesucht haben, hier eine kurze Erläuterung:

Es handelt sich um eine Art radfahren auf einem speziellen Bike, welches für die harten Bedürfnisse fernab asphaltierter Strecken konstruiert wird. Breite Reifen, breiter Lenker, Federung nach Möglichkeit vorn und hinten und möglichst wenig Gewicht. So ausgestattet, ist der versierte Fahrer in der Lage, einen Berg auf der einen Seite hoch- und auf der anderen Seite wieder herunter zu fahren. Die Kunst liegt beim Bergaufkurbeln nun darin, nicht vor Atemnot und dem Infarkt nahe, vom Rad und beim Bergabfahren (auch downhill genannt), nicht auf die Schnauze zu fallen. Wer diese beiden grundlegenden Fähigkeiten miteinander vereinen kann, wird eine Menge Spaß auch ohne Joypad und Headset haben.

Nach der reiflichen und gründlichen Überlegung von ca. 4:37 Minuten Dauer suchte ich mir im August 2011 einen Händler, der Rotwild führt. Ein R.C1 sollte es sein. Und nur mal anschauen. Allerdings ist der Grat zwischen Anschauen, Probefahrt und dem letztendlich alles entscheidenden Einkauf aber ziemlich schmal. So wechselten ganz viele Euros und ein nagelneues Rotwild die Besitzer. Nach knapp einer Woche auf dem Edelbike kann ich nur sagen, dass das Schmuckstück jeden Cent wert ist. Mehr dazu demnächst hier und woanders.

www.rotwild.de