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Spiele-Flatrate statt Hüllen im Regal?

Ich gehöre zu denjenigen, die Pong durch die Geburtswehen geholfen haben, die sich an 16 Farben eines Atari 2600 erfreuen konnten, zu denen, die mit jeder neuen Konsolengeneration in neue, noch buntere, größere und realistischere Welten eingetaucht sind. Aber egal welche Konsole hier auch steht, mit digitalen Inhalten kann ich mich bis heute nicht anfreunden, weshalb jedes Spiel als Modul, Cartridge, CD oder sonstiges Medium hier im Regal steht. Spiele-Flatrate statt Hüllen im Regal? weiterlesen

Xbox One: Der zweijährige Weg zu einer „richtigen“ Konsole

Die Messlatte lag enorm hoch. Wer eine Xbox 360 sein eigen nannte, wusste die Annehmlichkeiten der Konsole zu schätzen. Außer coolen High-Definition Games wartete die Konsole mit einem konkurrenzlos guten Party-Chat auf, der Spieler weltweit mit ein paar einfachen Knopfdrücken auf dem hochgelobten ergonomischen Controller verbinden konnte. Xbox One: Der zweijährige Weg zu einer „richtigen“ Konsole weiterlesen

Fable Anniversary – zurück in die Zukunft?

Boxshot Wizard file used for creating global boxshotsusk16Schönheitsoperationen liegen im Trend. Die noch immer – Botox sei Dank – faltenfreie und offenbar alterungsresistente Heidi präsentiert schließlich auch jährlich aufs Neue, dass abgemagerte Hühnchen mit einem IQ knapp über dem des gemeinen Pantoffeltierchens nur gut aussehen müssen, um Erfolg zu haben. Fassade ist alles, Inhalt ist unwichtig. Seltsamerweise lässt sich diese Aussage heutzutage auch deckungsgleich auf Videospiele übertragen. Hauptsache die Grafik macht einen auf dicke Hose, der Inhalt ist immer häufiger nebensächlich. Anders sind die ständigen FIFA, CoD und Forza-Updates nicht zu erklären.

Was also soll man nun davon halten, wenn ein 10 Jahre alter Titel einem Facelifting unterzogen wird und nochmals für eine nicht mehr ganz so aktuelle Konsolengeneration veröffentlicht wird? Nun sind 10 Jahre im Bereich der Videospiele eine Ewigkeit, aber Zocker und somit potentielle Konsumenten wachsen schließlich fast täglich nach. Warum deshalb nicht einen alten Titel auf HD trimmen und ihn neu veröffentlichen, statt sich die Mühe zu machen, mal wieder etwas Neues zu wagen?

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Nun hätte man auch einen schlechteren Titel als Fable wählen können, um dessen Falten zu glätten. Denn gerade Fable war damals seiner Zeit voraus und bot dem Spieler die Wahl, in welche Richtung er sich entwickeln möchte. Strahlender Held in schillernder Rüstung oder gefürchteter Fiesling? Entscheidungen hatten Einfluss auf die Charakterentwicklung und obendrein wurde ein schönes Märchen in fantastischer Umgebung erzählt.

Als das Remake in der Xbox 360 rotiert, ist die erste Frage nach dem neuen Outfit schnell geklärt. Fable Anniversary sieht gut aus, zumindest was Texturen angeht. Alle alten Verkleidungen bekamen durchweg einen neuen Anstrich und so erstrahlt das alte Spiel in neuem Glanz. Gebäude, Pflanzen, Personen, alles wirkt frischer und lebendiger. Allerdings verschlucke ich mich fast, als mir der zu Beginn des Spiels noch kindliche Held sein Gesicht zuwendet. Ein randdebiler Schlafzimmerblick ist mit Sicherheit nicht jedermanns Anblick. Soweit zum Thema lebendige Grafik. Die Optik ist trotz gelegentlich aufploppender Hintergründe oder Objekte und teilweise gut sichtbarem Tearing insgesamt ganz hübsch, aber Steuerung und Animationen sind noch immer nicht wirklich im Hier und Heute angekommen. Teilweise hakelt die Steuerung und zu viele Aktionen auf dem Steuerkreuz stören manches Mal den Spielfluss. An den Animationen wurde nichts geändert. Figuren drehen sich auf der Stelle oder biegen an Wegpunkten genau im rechten Winkel ab, statt den direkten Weg zu nehmen.

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Zu Beginn des Spiels müsst ihr schon die ersten Entscheidungen Richtung Gut oder Böse treffen. Verratet ihr den untreuen Ehemann oder nehmt ihr sein Bestechungsgeld an? Helft ihr dem Kind oder dem Rüpel? Bewacht oder zerstört ihr die Ware?  Aber zum Glück dient diese Episode nur der kurzen Gewöhnungsphase ans Spiel, denn nur wenige Minuten danach befindet ihr schon in der Heldengilde. Hier werdet ihr mit der grundlegenden Steuerung bezüglich des Kampfablaufes vertraut. Schwert, Bogen oder Magie stehen zur Verfügung und ihr müsst alles beherrschen, bevor ihr zu einem erwachsenen Helden heranreift und mit dem Gildensiegel in die Welt entlassen werdet.

Ab jetzt steht es euch frei, welchen Weg ihr einschlagen wollt, denn an vielen Ecken wartet eine Entscheidung auf euch. So steht ihr dem Bettler und dem Rabauken gegenüber und müsst, wenn ihr euch auf die Seite der Schwachen schlagt, die erste Ausdrucksform lernen. Ihr furzt den Rabauken an. Und hier merkt man dann Fable doch sein Alter an, denn diese Aktion liegt auf dem Steuerkreuz und kommen später noch Auslachen oder Rülpsen hinzu, wird es doch gelegentlich etwas unübersichtlich. Hier hätte man auch daran arbeiten sollen, das Xbox 360 Pad gibt mit Sicherheit mehr her.

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Und so questen wir uns frohgemut durch das Land, interagieren mit deren Bewohnern, übernehmen vielleicht Nebenquests, besuchen Städte und deren Tavernen, heiraten und basteln an unserer Reputation. Wer in den Kneipen andere Gäste zum Getränk einlädt, macht sich beliebt. Wer rülpsend und pupsend durch die Straßen flaniert, sorgt für das genaue Gegenteil. Um unsere Gesinnung noch zu unterstreichen, wird unser Alter Ego mit der entsprechenden Kleidung ausgerüstet. Helle, freundliche Klamotten sorgen für eine entspannte Atmosphäre bei den Bewohnern, während dunkle Rüstungsteile und Tattoos Angst und Schrecken verbreiten. Leider unterscheidet sich der Weg des Helden nicht im Spiel. Der Handlungsablauf ist derselbe, lediglich die Enden sind unterschiedlich.

Damals wie heute macht das Aufrüstungssystem Fable so spaßig. Besiegte Gegner lassen je nachdem ob ihr sie mit Schwert, Bogen oder Magie besiegt habt, verschiedenfarbige Kugeln fallen, die ihr entweder aufsammelt oder schon während des Kampfes ansaugt. Mit diesen gesammelten Punkten rüstet ihr in der Heldengilde euren Charakter aus. Sollen es mehr Lebenspunkte oder doch ein wenig mehr Widerstandskraft sein? Egal wie ihr euch entscheidet, ihr werdet immer wieder hierher zurückkehren, um euren Helden noch ein wenig imposanter erscheinen zu lassen.

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Fazit:

Die Fable-Welt war klein und ist es auch im Remake noch. Ihr verlasst die Gilde, um den Wald zu betreten und es wird geladen. Das an sich wäre in Ordnung. Wenn aber der vollständige Gildenwald aus nur einem einzigen Ein- bzw. Ausgang und einem kleinen Rundgang besteht, fragt man sich doch, was sich die 360 da so in den Speicher lädt, zumal das Spiel linear ist. Es gibt kein Abseits des Weges, auch wenn es da noch so spannend aussieht. Und so wird jeder neue Abschnitt kurz geladen, bevor es weitergehen kann.

Ich persönlich bin kein Fan von Remakes. Das beginnt bei den unzähligen Klassikern, die von vergangenen Konsolen mit HD-Aufhübschung als digitaler Download noch einmal vermarktet wurden und endet nun bei Fable. Ein Spiel ist nur echt auf seiner ursprünglichen Konsole mit dem entsprechenden Pad. Nun ist der Unterschied zwischen Xbox und Xbox 360 nicht gar so gewaltig wie zwischen Mega Drive und Xbox 360 bzw. deren Pads, aber dennoch hätte es das Remake nicht wirklich gebraucht.

Wer sich aber erneut darauf einlässt oder vor 10 Jahren noch mit der Trommel um den Tannenbaum rannte, bekommt ein noch immer nettes Märchen mit einem noch immer umfangreichen Ausrüstungssystem präsentiert. Auch wenn Fable sein Alter trotz Facelifting und Faltenunterspritzung nicht wirklich verbergen kann, ist der Titel auch 2014 mehr als nur den berühmten Blick wert. Wer sich von anfänglichen Schlafzimmeraugen nicht beeindrucken lässt, taucht ein in Fable. Ob ihr dabei ein Held oder Bösewicht werdet, liegt ganz bei euch.

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XBOX ONE TOUR – Xbox One schon vorab angespielt

xbox_one_teaser_220x140Die offizielle Xbox One Tour ist gestartet und ich durfte Microsofts neue Gelddruckmaschine schon vorab in Berlin als einer der Ersten anspielen. Nachdem die Präsentation der Xbox One einen Sturm der Entrüstung und Enttäuschung entfachte, haben sich die Wogen zwischenzeitlich ein wenig geglättet. Nun setzt Microsoft alles daran, den Spieler doch von den Qualitäten seines neuen Flaggschiffs zu überzeugen.

Gibt die Konsole nur noch wenig Anlass zur Kritik, quengelte der geneigte Spieler dann, dass es kein neues Halo zum Launch geben wird. Stattdessen springt man einige tausend Jahre in der Zeitrechnung zurück und präsentiert mit Ryse: Son of Rome einen Titel, der im antiken Rom angesiedelt ist. Kaum hatte man sich daran gewöhnt, traten die ersten Berufspessimisten auf den Plan, die anmerkten, dass es auf der Xbox One „nur“ 85.000 Polygone pro Charakter statt der bisher präsentierten 150.000 Polygone geben wird. Nur so viel vorab: Ryse: Son of Rome ist genau der Titel, den man sich zum Launch einer neuen Konsole wünscht. Auch wenn die Kampagne nicht anspielbar war, so machten allein die Gladiatorenkämpfe im Kolosseum einen Heidenspaß. Von fast halbierter Polygonanzahl war während der pixelblutigen Schlachtorgien am Bildschirm jedenfalls nichts zu bemerken.

Ein weiteres Zugpferd soll Forza Motorsport 5 werden. Allerdings waren in der Demo nur fünf Fahrzeuge und der bereits aus etlichen anderen Rennspielen bekannte Kurs Laguna Seca anspielbar. Zusätzlich nervten mich persönlich immense Ladezeiten, bis es endlich auf die Strecke ging. Ich hoffe, dies ist nur ein Problem der Demo und wird später mit der Festplatteninstallation erträglich(er). Zum Spiel selbst gibt es wie immer wenig zu sagen. Spielerisch ist Forza auch in der Fortsetzung über jeden Zweifel erhaben und grafisch ohnehin eine Augenweide. Dennoch sieht das Schadensmodell dem aus Forza 3 + 4 recht ähnlich. Aber das ist nebensächlich und nur schmückendes Beiwerk. Eine echte Neuerung hingegen sind vibrierende Trigger, die gefühlt noch mehr Feedback zu Strecke bzw. Belag geben. Wenn es Turn 10 jetzt noch schafft, einen perfekten Online-Modus zu kreieren, in dem Brems-Trolle endlich mit Fahrzeugschaden ausscheiden, an die Box müssen oder mit Stop-and-Go-Strafen belegt werden, steht einem Top-Titel nichts mehr im Wege.

Ich war bisher kein FIFA Fan und werde es auch mit Teil 14 mit Sicherheit nicht mehr werden. Dass ich damit zu einer Minderheit gehöre, ist mir klar. Aber die filigranen Unterschiede und Neuerungen von Teil zu Teil jedes Jahr aufs Neue herauszusuchen, ist mir zu anstrengend. Ich habe nach drei gespielten Partien festgestellt, dass ich den Gegner noch immer nicht sauber vom Ball trennen kann, ohne zu stolpern und dass Pässe wieder nicht genau den Spieler erreichen, den ich und nicht das System gerne hätte. Von daher sollen sich die Profis mit Teil 14 vergnügen. Weiterhin habe ich meine Zweifel, dass FIFA 14 als Download-Beigabe zur Xbox One die 100,-€ Preisunterschied zur Playstation 4 rechtfertigen?

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Neben diesen Titeln waren Battlefield 4, Killer Instinct, Project: Spark, Zoo Tycoon, Just Dance, Crimson Dragon, Loco Cycle und Max anspielbar. Besonders interessant war für mich jedoch Kinect Sports Rivals. Kinect ist auf der Xbox 360 nie über das nette Spielzeug nebenbei hinausgekommen und wird nun zusammen mit der One ausgeliefert. Bei Kinect Sports Rivals waren Jet Ski und eine Kletterwand spielbar und es bleibt danach auch hier ein zwiespältiger Eindruck.

Grafisch ist Jet Ski eine Perle. Welleneffekte, sowie das Spiel von Licht und Schatten machen Lust auf mehr. Aber leider bleibt es genau bei dieser Lust. Warum hat man bei MS nicht den Mut aus dem Spiel das zu machen, worauf viele Videospieler warten, nämlich endlich wieder einen spielbaren Titel nach dem sensationellen Wave Race auf dem Nintendo 64? Stattdessen wird erneut ein halbgares Winke-Wisch-Game angeboten. Und was eine Kletterwand außer einer hübsch anzusehenden Grafikdemo bringen soll, erschließt sich mir ebenfalls nicht wirklich. Kinect wird dann also doch eher die Gesten- und Sprachsteuerung für die Xbox One, denn eine ernstzunehmende Unterhaltung werden?

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Zur Xbox One an sich sowie zum Dashboard gibt es leider keine Informationen. Die Konsolen selbst waren unter Glas verschlossen und vom finalen Dashboard war noch nicht viel zu sehen. Der neue Controller hingegen liegt wieder gut in der Hand. Die Vibrationsmotoren für die Trigger sind zumindest bei Forza nicht nur eine nette Spielerei, sondern tatsächlich echter Mehrwert. Wie bei jedem Launch einer neuen Konsole bleibt also festzuhalten, dass sich alle offenen Fragen erst dann klären, sobald das Gerät auch final beim Endkunden verfügbar ist. Bis dahin ist noch ein wenig Zeit und es darf weiter über Grafik, Polygone, Rechenleistung, Festplattenbedarf der Spiele und alles weitere spekuliert werden. Aber das macht ja auch Spaß und steigert obendrein die Vorfreude.

The One Tour

xbox_one_promo_220x140Die Xbox One geht noch vor dem offiziellen Verkaufsstart am 22.November 2013 in wenigen ausgewählten Städten auf große Promotion-Tour. So stehen neben Paris, Dublin, London und Wien auch Berlin auf dem Tourplan. Hier wird das neue Microsoft-Flaggschiff im Rahmen der The One Tour >>> vom 31. Oktober bis 03. November zum Anspielen für den interessierten Gamer zur Verfügung stehen. Wo der Event genau stattfindet, ist allerdings noch nicht bekannt. Obendrein ist für Frankreich, England und Deutschland ein Xbox One Test Drive geplant. Wann, wie und wo genau dieser ablaufen soll, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

edit 22.10.2013:

Und so schnell geht das. Ich habe heute meine Einladung zum Eröffnungsevent am 31.10.2013 erhalten. Somit spiele ich die One schon einmal vorab an. Alles weitere dann hier in einem neuen Beitrag.

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Bild: Microsoft

gamescom 2013 – ein Ausblick auf die neuen Konsolen

gamescom_2013_teaser_220x140Alle paar Jahre ist die gamescom nicht nur eine gewöhnliche Spielemesse, auf der die Publisher ihre Games präsentieren. Denn dann ist es wieder an der Zeit, einen Wechsel der Generationen einzuläuten. Die diesjährige gamescom wird also eine besondere Messe. 2013 ist das Jahr der Veränderungen und die großen Drei werden die Hardware vorstellen, die sich die Spieler die nächsten Jahre ins Haus holen sollen.

Nachdem im letzten Jahr neben Sega und THQ auch Nintendo und Microsoft der Messe fernblieben, ist diesmal bis auf die zwischenzeitlich insolvente THQ wieder alles vor Ort. Ich habe noch immer einen winzigen Funken Hoffnung, dass Sega wie Phoenix aus der Asche aufersteht und mir eine neue Konsole offenbart. Aber das wird wohl eher nicht passieren. Dafür stehen Sony mit der Playstation 4 und Microsoft mit der Xbox One in den Startlöchern. Ein wenig unter geht im Krieg der Alleskönner die Wii U von Nintendo. Bereits im letzten Jahr erschienen, hat Nintendo nun aber die Chance, die Besucher der gamescom für das System zu begeistern.

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Darf man den verschiedensten Pressemeldungen und zahlreichen Berichten Glauben schenken, ist die Xbox One aufgrund der verfehlten und vor allem verwirrenden Politik Microsofts zur Einführung bereits bei den deutschen Spielern unten durch, bevor sie überhaupt im Regal der Händler steht. Eine zu sehr auf den amerikanischen Markt zugeschnittene Präsentation, eine dauerhafte Internetverbindung, ein per DRM auf ewig an die Konsole gebundenes Spiel, Dauerüberwachung durch Kinect und diverse andere Ankündigungen zu Ungunsten der Spieler sorgten für Empörung. Und diese war so massiv, dass Microsoft einknickte.

Selbstverständlich geschah dies nicht, weil sich der gewaltigste Shitstorm aller Zeiten über das Unternehmen ergoss. Über so etwas ist man mit Sicherheit in Redmond erhaben, man steht schließlich über den Dingen. Die Spieler taten aber das einzig Richtige und stornierten offensichtlich reihenweise ihre Vorbestellungen zur Konsole. Unbestätigten Angaben zufolge liegt das Verhältnis momentan bei 3:1 zugunsten der Playstation 4, eine Online-Abstimmung bei xboxonevspsfour.com zeigt ein ähnliches Ergebnis >>>. Und bei Amazon sollen sich zwischenzeitlich angeblich 95% aller Spieler eine PS4 statt einer Xbox One vorbestellt haben. Selbst wenn diese Zahlen nur annähernd stimmen, läuten bei Microsoft alle Alarmglocken. Denn der Spieler packt Microsoft dort, wo es am meisten wehtut: Am Geldbeutel.

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Auch wenn Mr. Xbox Larry Hryb Major Nelson persönlich alles daran setzte, das angeschlagene Image wieder aufzupolieren, scheint Microsoft den Bogen diesmal überspannt zu haben. Da nützt auch kein noch so tolles Headset in der Day One Edition der neuen Konsole. Und vergessen sollte man eines nicht: Man hat zwar bei Microsoft angekündigt, die vielen Einschränkungen zum Start doch nicht in das System zu integrieren, aber wen hindert es, diese nach Release Stück für Stück dennoch einzuführen? Gerade der Gebrauchtmarkt für Spiele ist ein so großes Stück des Kuchens, dass man sich noch immer daran verschluckt. Warum also das DRM nicht erst 2014 oder 2015 per Update einführen, wenn die Geräte bereits in den Haushalten stehen? Und nicht vergessen ist das Chaos bei Einführung der Xbox 360, als so ziemlich jede Konsole den RoD zeigte.

Selbstverständlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, aber letzten Endes darf man gespannt sein, wie sich die Konsolen verkaufen, wenn sie denn erhältlich sind. Mit Sicherheit wird der eine oder andere Spieler noch umschwenken und sich doch die andere Konsole kaufen, aber der große Gewinner wird zumindest anfangs bei dieser Generation Sony mit der Playstation 4 werden – vorausgesetzt, Sony verbockt die gamescom nicht vollständig. Dies dürfte aber wohl kaum zu erwarten sein.

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Und bei allem Gerede über die angekündigten Hardwaremonster sollte man die Wii U nicht aus den Augen verlieren. Nintendo hat zwar wohl noch immer Absatzschwierigkeiten, aber die neue Konsole bietet mehr als nur ein Touchpad – wenn die Entwickler die Hardware auch einmal richtig einsetzen und entsprechende Spiele programmieren. Ubisoft hat es mit Rayman Legends vorgemacht, auch wenn der ehemals exklusive Wii U Titel nun doch für Xbox 360 und PS3 erscheint. Die gamescom 2013 ist die Chance, die Konsole endlich allen zugänglich zu machen – und auch der Grund, warum Rayman auf einen Termin nach der gamescom verschoben wurde.

 

Xbox One – die Call of Sports Box, die auch spielen kann

Die Katze ist aus dem Sack. Microsoft präsentiert seine nächste … nächste … ja, was eigentlich? Konsole? Entertainment Box? Internet PC Dingsda? Mit Sicherheit irgendetwas dazwischen, quasi die eierlegende Wollmilchsau. Wenn es nach Microsoft geht, gehört die Xbox One ab Ende des Jahres in jedes Wohnzimmer, weil sie ein Multitalent ist. Endlich nicht mehr für jedes Angebot ein eigenes Gerät, denn die Xbox One kann alles. Außer vielleicht Bier aus dem Kühlschrank holen.

Im Gegensatz zu Sony, die zwar keine Spielkonsole vorstellten, aber zumindest eine solche angekündigt haben, will Microsoft die Eine-für-alles-Box anbieten. Filme, Fernsehen und Spiele zentral über eine Konsole. Man hat fleißig Daten gesammelt und festgestellt, dass die Multimedia-Zeiten auf der Xbox 360 die der Videospielzeiten übertreffen, Schuld sind Smartphones und Tablets, auf denen inzwischen mehr gezockt wird, als an klassischen Konsolen. Was also liegt da näher, auch gleich mal ins Fernsehgeschäft einzusteigen und Google- bzw. Apple-TV den Kampf anzusagen? Und dazu muss man nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen oder sich mühsam zur Fernbedienung herüber beugen. Kinect macht zukünftig alles möglich.

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Gestensteuerung war gestern, heute wird gesprochen oder nur mit der Wimper gezuckt. Kinect soll schon erkennen, sobald sich jemand im Wohnzimmer bewegt oder anhand des Pulsschlages feststellen, ob derjenige noch lebt, wenn er sich nicht bewegt. Man muss Oma ab Jahresende nicht mehr besuchen, man stellt ihr einfach die Xbox One ins Senierenwohnheim. 24 Stunden rund um die Uhr Lebendkontrolle, statt zeitraubender Wochenendbesuche. Hurra, George Orwell hatte recht. 1984 kommt zwar erst 2013, aber es kommt, Big Brother Kinect is watching you. Mal sehen, wann der Datenschutz in Deutschland wach wird?

Die angekündigten Funktionen und Möglichkeiten sind schon jetzt unüberschaubar. Letzten Endes geht es mir persönlich jedoch um eine neue Spielkonsole. Und angeblich soll die neue Xbox One auch das noch beherrschen. So durfte EA als Partner auf der Veranstaltung sein neues Sports-Line-Up bewerben. US-Sport, wohin das Auge blickt, der Nichtamerikaner bekommt wieder bekannte Sachen auf neuer Konsole. Einen Schritt weiter ging man allerdings bei Activision. Denn statt nur ein neues Call of Duty vorzustellen, stellte man ein neues Call of Duty MIT HUND vor! Sensationell! Und so großartig animiert, dass man sogar den Zahnstein des Köters entdecken kann. Lassen wir uns also auf der E3 und ähnlichen Werbeveranstaltungen überraschen, ob da noch was kommt?

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Viel spannender waren die Fragen nach der Abwärtskompatibilität, dem Wiederverkauf gebrauchter Titel und die Nutzung von auf der Xbox 360 erworbenen Inhalten. Die Fragen wurde beantwortet, aber nicht so, wie man sie sich als Gamer erhofft hatte. Denn aufgrund der neuen Architektur läuft natürlich kein 360-Spiel auf der One. Außerdem sind zukünftig alle One-Spiele mit einem Account verknüpft und können somit von anderen Spielern nicht mehr genutzt werden. Microsoft hat den soeben von EA eingestampften Online-Pass noch einmal pervertiert. Dafür darf ich aber zukünftig – Cloud sei Dank – meine Spiele auf jeder Xbox auf diesem Planeten zocken, wenn ich denn dort mit meinem Account angemeldet bin. Das ist doch toll! Zocken ja – zumindest für die Lebensdauer der Xbox One – aber Weiterverkauf gebrauchter Spiele nein. Nur mal so angemerkt: Ihr könnt damit dann auch keine Spiele mehr an eure Freunde ausleihen, es sei denn, ihr gebt gleich eure Accountdaten mit! Ich denke, damit werden sich über kurz oder lang die Gerichte befassen. Auch wenn es offiziell zumindest nicht laut gesagt wurde, hat Microsoft mit dieser Maßnahme jedoch den Kopierschutz für Videospiele annähernd perfektioniert.

In die Röhre schauen auch demnächst der Puppenspieler im Saarland und alle anderen Nutzer der Xbox 360, die ihre wertvollen MS-Points in so sinnlose Sachen wie Arcade-Games oder Zusatzinhalte zum Herunterladen investiert haben. Diese sind nämlich zu einem großen Teil auf der neuen Xbox One nicht mehr nutzbar. Auch hier stellt sich die Frage, inwieweit virtuelle Inhalte, die durch den Nutzer käuflich per Download erworben wurden, auch auf einem Nachfolgegerät durch den Hersteller zur Verfügung gestellt werden müssen? Und wenn dies nicht möglich ist: Wie lange müssen Server im Hintergrund aktiv bleiben, um die alten Inhalte auf der Xbox 360 weiter nutzen zu können? Im Gegensatz zu einem Filmdownload, der innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums angesehen werden muss, unterliegen Spiele und Zusatzinhalte noch keiner zeitlichen Beschränkung. Ist es mir also möglich, auch nach Jahren noch – zum Beispiel nach einem Festplatten-Crash – wieder komplett an sämtlichen zur Xbox 360 gekauften Content zu gelangen?

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Was bedeutet das alles für den klassischen Gamer? Foren und Blogs sind momentan voll mit Kommentaren von Spielern, die sich auf eine neue Konsole aus dem Hause Microsoft gefreut haben und sich nun über die multimedialen Fähigkeiten der One auslassen. Ich hatte auch auf etwas Neues gehofft, aber nicht das präsentiert bekommen, was ich erwartet hatte. Ich wollte eine Spielkonsole und bekomme etwas viel zu Großes. Ich weiß im Moment ehrlich nicht, was ich mit den vielen Fähigkeiten der Xbox One anfangen soll und ob ich diese jemals nutzen werde? Sony bedient mit der PS4 den Spieler. Microsoft bedient jeden. Und gespielt werden darf nebenbei auch noch. Es heißt ohnehin, sich bis Jahresende in Geduld zu üben und abzuwarten, was dann tatsächlich im Handel steht. Bis dahin werden Sony und Microsoft noch so manche Überraschung parat haben.

Und bis es soweit ist, möchte ich an dieser Stelle auf einen alten Beitrag von Anfang 2006 hinweisen, der die Entwicklung bereits damals, also vor über sieben Jahren schon vorhergesehen hat: Die Zukunft der Videospiele >>>

edit 24.05.2013:

Amazon listet seit heute die Xbox One und die angekündigten Spiele. Auch wenn die Preise von 599,-€ für die Konsole und 99,99 € für die Spiele natürlich Platzhalter sind, so stellt sich dann doch die Frage nach den tatsächlichen, realistischen Preisen. Es wäre müßig, schon jetzt über Summen zu philosophieren, fest steht jedoch für mich, dass ich definitiv wie seit 1978 nicht mehr als maximal 129,-DM, also heute ca. 60,-€ für ein Spiel bezahlen werde. Sollte man bei Microsoft auf die Idee kommen, zur Einführung der One auch gleich die Preise anzuziehen, kann der Schuss nach hinten losgehen. Sony hat es mit seiner Preispolitik von über 70,-€ für ein PS3 Spiel erlebt. Kein durchschnittlicher Spieler zahlt so viel Geld für ein Spiel, dessen Verfallsrate bei knapp 6 Wochen liegt.

 

Lagerräumung bei Microsoft …

… es ist doch schließlich bald Weihnachten. Als ehemaliger Moderator des XBOX-Forums (ja, ich war mal Coffee To Go) sind mir etliche der jährlichen Microsoft-Gepflogenheiten bekannt, zu denen immer eine vorweihnachtliche Lagerräumung gehört. Mal sind es steinalte Games, mal sind es Abos und Points, deren Verfallsdatum fast erreicht ist. Nun nehmen virtuelle Preise aber keinen Platz weg, der dieses Jahr dringend für Halo 4 und Forza Horizon benötigt wird, aber ein paar alte Puma-Latschen schon.

Waren diese Botten zu Forza 3 noch ein Objekt der Begierde, für die ein anderer ehemaliger Foren-Moderator (huhu, Quandoz, huhu) entsetzlich viel Bares über die Ladentheke eines ihm bis dato unbekannten Sporthändlers geschoben hat, da laufen (außer zum Bäcker) gar nicht sein Ding ist, so steht nun bereits Forza Horizon in der Tür. Das wiederum heißt im Umkehrschluss, dass diese designtechnischen Verbrechen mit Puma-Logo bereits seit gut 3 Jahren das Lager vollstopfen, längst abgeschrieben sind und nun dringend raus müssen. Leider will aber niemand mehr die Schuhe kaufen und der ehemalige Puma-Designer kann aufgrund unbekannten Aufenthalts in Südamerika oder Asien dafür nicht mehr in Regress genommen werden. Und da ist entweder Timo oder Frank in Vorbereitung auf den alljährlichen, virtuellen Adventskalender in einer Sitzung bestimmt die mit heftigem Kopfnicken und donnerdem Applaus begleitete Idee gekommen, sich die Kosten für die Putzkolonne oder den Trödel-Trupp zu sparen. Stattdessen macht man ein verbales Schleifchen drum und nennt das Ganze:

Gewinnspiel

Da hat Microsoft wieder ganze Arbeit geleistet, denn preiswerter bekommt man sein Lager nicht sauber. Aber da ich euch auch in Zukunft mit gelegentlichen Points und Abos beglücken möchte, verlose ich hiermit mit großer Freude

jeweils 1 Paar Puma Speed Cat Forza 3 absolute super-duper-limited-special-und-definitiv-nicht-mehr-zu-kaufen-weder-jetzt-noch-irgendwann-muss-ich-deshalb-unbedingt-haben-Edition

in den Größen 42, 43 & 44 und auf Wunsch von mir getragen, damit die wenigstens noch ein wenig Wertsteigerung erhalten. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist folgendes:

Lasst mir ein Foto eurer schmuddligsten, ausgetretensten, dreckigsten, seltsamsten, was weiß ich für Schuhe an (Gewinnspiel beendet) mit dem Betreff PUMA zukommen, die ich dann hier veröffentliche. Da ich über keinerlei mir bekannten guten Geschmack außer in der Wahl meiner besseren Hälfte verfüge, entscheidet das Los über den Gewinner eines Puma-Töppens. Hier ein Foto dessen, wie die Teile 2009 mal ausgesehen haben könnten, vermutlich haben zumindest die Kartons – sofern noch vorhanden – aber schon reichlich Staubflecken. Einsendeschluss ist der 18.11.2012 – 18.37:51 Uhr … alles was danach kommt, wird zwar veröffentlicht, aber nicht mehr berücksichtigt. Die eingesendeten Bilder findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Das Spiel ist beendet, ich bedanke mich für die Einsendungen. Die Gewinner sind benachrichtigt und die Schuhe bereits in der Post. Viel Spaß damit 🙂

Zum Schluss noch das Kleingedruckte:

Nein, ich sammle weder Mail-Adressen, noch verkaufe ich die, das macht schon die Regierung mit dem Bundestrojaner. Im Gegensatz zur politischen Elite beachte ich den Datenschutz. Sollte der Mond platzen oder sonst ein ungewöhnliches Ereignis eintreten, behalte ich mir vor, das Gewinnspiel zu beenden, ohne euch zu verraten, warum das so ist. Der Versand erfolgt nur innerhalb des Wirkungskreises des o.a. Trojaners, also der Bananenrepublik Germanien. Mit der Einsendung eines Fotos erklärt ihr euch mit der Veröffentlichung des Schuh-Fotos und eures (Nick-)Namens einverstanden. Wer das nicht will, schickt auch kein Foto und kann auch keine superdupertollen Schühchen gewinnen. Gewinner werden per Mail benachrichtigt und tragen die Pumas dann später auf eigenes Risiko. Ich bin für Folgeschäden aufgrund des Tragens der Schuhe nicht jetzt oder sonstwann haftbar zu machen!

 

Ach ja, einen habe ich noch zu Forza Horizon:

Da verlinkt man auf die MS-eigene „ich bring mal ein absolut neues Forza-Spiel, was eigentlich ein Need For Speed ist“-Seite und muss das lesen. Wer darf eigentlich inzwischen in solchen Positionen arbeiten? Sollte Christian Schmidt doch Recht behalten haben mit seiner Kritik an der Spielebranche? Sieht fast so aus … denn ein Baby kann man zwar jemandem bescheren, sollte dies aber nicht beschweren, d.h. weder wird das Baby als Briefbeschwerer verwendet, noch darf man schwere Dinge auf dem Baby lagern. Beschweren dürfen nur die deutschen Nachbarn in der Altersklasse ab 67 … und zwar darüber und nicht damit! Weihnachten ist ja schließlich auch Bescherung und nicht Beschwerung

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Fotogalerie der Einsendungen (nur für starke Nerven):

No. 1: Hier das erste Paar des Grauens von Jens …
No. 2: Hier stecken sogar noch Füße drin … bääh und danke
No.3: Schicke Unterwasser-Aufnahme von Badelatschen
No.4: Eindeutig bessere Zeiten hatten diese Treter auch schon mal
No. 5: Für die Gartenarbeit gerade noch erträglich
No. 6: Und hier soll ich mir ein Paar aussuchen …
No.7: Fußballkarriere beendet …
No. 8: schuhliche Gefahrenstoffe
No. 9: Hier ist zu hoffen, dass die nicht immer am PC stehen … ächz …

 

 

Halo 4 Gewinnspiel

Der Master Chief ist zurück, naja … eigentlich kommt er erst zurück und zwar am 06.11.2012. Aber damit du der neuen Bedrohung nicht vollkommen nackt gegenüber treten musst, sponsort uns Microsoft ein Gewinnspiel. Doch wie immer gibt es im Leben selten etwas umsonst, von daher steht zwischen dem Gewinn und dir ein barbarisches Bilderrätsel. Finde 5 Fehler, markiere diese und schicke mir das Bild an (Spiel beendet)

Zu gewinnen gibt es jeweils 1 x

  • SW-XBOX 360, HALO CEA
  • T-Shirt „HALO CEA – Spartan 117“ (es werden 2 Shirts verlost)
  • T-Shirt „HALO 4 UNSC“ grau (es werden 3 Shirts verlost)

Die Gewinner werden ausgelost, Einsendeschluss ist Sonntag, der 10.11.2012, Punkt 18.00 Uhr. Alles was danach kommt geht definitiv leer aus. Viel Spaß beim Suchen und Finden

Hier die Lösung, für den genau einen Einsender, der nicht alle 5 Fehler gefunden hat 😉 … Jonas, es tut mir leid, aber es sind tatsächlich 5 Fehler!

Die Gewinner sind benachrichtigt und die Shirts bereits unterwegs. Viel Spaß damit 🙂

 

Das Kleingedruckte:

Es besteht kein Rechtsanspruch auf Gewinn, der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschlands und wer ein Bild einschickt, erklärt sich damit einverstanden. Aus Gründen höherer Gewalt kann das Spiel jederzeit vorzeitig beendet werden, von euch übermittelte Daten dienen nur diesem Gewinnspiel und werden danach gelöscht. Gewinner werden per Mail benachrichtigt.

 

… und die nächste gamescom 2012 Absage – diesmal: Microsoft

Habe ich vor etwas über 2 Wochen noch über das Ende der gamescom philosophiert, scheint sich meine Spekulation nun tatsächlich zu bestätigen. Was sich mit dem Umzug nach Köln in meinen Augen langsam aber sicher abzeichnete, wird 2012 scheinbar traurige Gewissheit für Videospieler: Die Gamescom hat ihren Zenit überschritten und befindet sich im freien Fall. Denn nach Nintendo, Sega und THQ hat jetzt auch Microsoft – sicherlich überraschend – seinen Messeauftritt abgesagt. Wer sich also für einen Trailer zu Halo 4 oder sonstigen Fortsetzungen in Köln stundenlang wie ein Lemming in eine Reihe stellen wollte, sollte überlegen, ob er nicht besser zu Hause bleibt und etwas Sinnvolles mit sich und seiner Zeit anstellt.

Aber nicht nur die gamescom wird abgesagt. Bei MS wird schließlich nicht gekleckert, sondern geklotzt, man macht dort Nägel mit Köpfen und cancelt auch gleich die Tokyo Game Show. Man wolle lieber mit eigenen kleineren Events auf kommende Titel aufmerksam machen. Das habe ich doch vor kurzem schon einmal gehört? Vielleicht sollte Microsoft jetzt kurzfristig bei Nintendo anrufen, wann die wo welchen Auftritt planen, dann könnte man auf die Schnelle noch gemeinsam etwas organisieren, eine Fahrgemeinschaft gründen und sich dadurch die Fahrtkosten teilen? Und wer weiß, vielleicht hat man ja bei Microsoft den einen oder anderen Tipp parat, wenn Nintendo jetzt auf der E3 für die Wii U das Onlinegaming für sich (wieder)entdeckt?

Und was sagt der Organisator der gamescom? Anstatt die Zeichen zu erkennen und sich endlich ernsthaft Gedanken über ein neues Konzept zu machen, tönt es von Seiten der Messe Köln weiterhin, dass alles in bester Ordnung sei. Schließlich hätten bereits über 370 Aussteller ihre Teilnahme bestätigt, man liegt also voll auf Kurs. Wenn der Kurs nun Online- und Mobile-Games heißt, dann gute Nacht Marie.

auf der Flucht vor der gamescom ...

Für mich bewahrheitet sich mein lange gehegter Verdacht, dass sich die Branche selbst abschafft und dass der Bogen endgültig überspannt ist. Zumindest THQ war so ehrlich zu sagen, dass ganz profane Kostengründe und ein neuer Sparkurs zur Absage der gamescom 2012 geführt haben. Nur um ein paar – ich zitiere den RTL-gamescom-Bericht des letzten Jahres – „streng riechende Gamer im Einheitsoutfit“ zu bespaßen, ist der Auftritt scheinbar inzwischen einfach zu teuer. Und warum soll ich als Publisher auf etlichen, überteuerten Quadratmetern Trailer zeigen und Demos anspielen lassen, wenn ohnehin jeder Mist gekauft wird, der auf einer CD oder Blu-ray in eine Konsole passt?

Und damit bin ich beim nächsten Verdacht, denn noch passt ein Spiel manuell in eine Konsole. Ich gehe aber davon aus, dass in nicht allzu ferner Zukunft das Zauberwort für jedes Bit und Byte streaming heißt. Vorbei die Zeiten, in denen physikalische Medien im Media Markt oder sonstwo gekauft wurden. EA hat es mit dem ersten FIFA als reinem Download-Content doch dieses Jahr vorgemacht. Es gab kein FIFA EURO 2012 im Handel, das musste/durfte/konnte man nur downloaden.

Ich bin nicht erst seit heute fest davon überzeugt, dass sich das Konzept der Branche überholt und endgültig totgelaufen hat. Der einzige, der das noch nicht kapiert hat, ist der Spieler, aber das ist meines Erachtens eine Frage der Zeit. Vielleicht beginnen durch diese wichtigen Absagen einige Denkprozesse, die durch zu viel Ego-Shooter-Konsum bisher außer Betrieb waren? Atari hat in den 80ern erlebt, wohin digitaler Müll führen kann, nämlich direkt in die Deponie nach Alamogordo und das Unternehmen in die Pleite.  Und die gesamte Branche mit all ihren (Online-)Melkmaschinerien, um den Spielern das Geld aus den Taschen zu zerren, befindet sich nun erneut auf dem besten Weg dorthin. Aber das ist mir egal, denn ich habe noch über fünfhundert nicht durchgezockte Games bis zur Rente und darüber hinaus, die alle keinen Onlinepass benötigen, um sie vollständig ohne benötigte Zusatzinhalte spielen zu können.

Denkt mal darüber nach 😉