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Hardwaretest: Dyon Epsilon 25 … das Rettungspaket für alte Konsolen

dyon_epsilon25_teaserWer alte Konsolen sammelt und regelmäßig auch mit bzw. an denen spielt, kennt das Problem der aktuellen LED-TV Generation: Man findet zwar teilweise bis zu fünf HDMI-Anschlüsse für XBOX 360, PS3 und Wii U vor, aber sobald eine alte Konsole wie ein Intellivision, das Atari VCS,  NES oder Master System über den Antenneneingang angeschlossen werden müssen, erfolgt die große Ernüchterung. Das Bild flackert, hat Störstreifen oder es gibt Farbverschiebungen. Die wenigsten aktuellen LED`s sind somit für den Betrieb der Konsolen-Dinosaurier geeignet, so dass Sammler noch immer alte Röhrenfernseher bereit halten.

Spiele wie Space Invaders, Missile Command, Wonder Boy, Alex Kidd und unzählige andere aus längst vergangenen Zeiten beziehen ihren Reiz aus dem Spielspaß und nicht aus 1080p-HD-Grafik auf möglichst vielen Zoll Bilddiagonale. Von daher spielt die Größe des Bildes hier eine nur untergeordnete Rolle. Der Dyon Epsilon 25 ist mit seinen knapp 63 Zentimetern Diagonale damit der optimale Monitor für den Betrieb alter und auch neuer Konsolen und das Beste: Man kann damit notfalls auch fernsehen oder ihn als PC-Monitor betreiben!

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Der Epsilon 25 verfügt über einen Triple-Tuner, CI+ Schnittstelle und – für ein solch preiswertes Gerät eher ungewöhnlich – reichlich Anschlussmöglichkeiten, darunter sogar USB, einen echten Scart-, sowie zwei HDMI-Anschlüsse. Die Anschlüsse sind dabei soweit nach innen ausgerichtet, dass beim Einstecken eines starren HDMI- oder Scart-Kabels nichts störend über den Rand des LED heraus ragt. Die Ersteinrichtung ist mehr als unkompliziert: Gerätefuß anschrauben, aufstellen, Stecker in die Dose und den Bildschirmanweisungen in deutscher Sprache folgen.

Je nach verwendeter Quelle, findet der Dyon auf Anhieb alle Fernsehkanäle. Leider ist aber die folgende Sortierung der Sender mehr als umständlich. Man kann einem gefundenen Sender keinen Platz zuweisen, wenn der schon belegt ist, sondern man muss dann diese Sender langwierig miteinander tauschen. Dies funktioniert nur mit verschieben von A nach B. Sind die Sender an ihrem Platz, macht man sich an die Einrichtung des Bildes. Hier stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, aber je nach Standplatz des kleinen TV und dem daraus resultierenden Lichtverhältnissen nutzt man lieber seine persönlichen, manuellen Einstellungen. Zum Glück ist das Menü aber unkompliziert und jeder Punkt mit zwei Tastendrucken der guten Fernbedienung zu erreichen.

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Im Fernsehbetrieb darf man von einem Gerät dieser Preisklasse mit Sicherheit keine Wunder erwarten. Wer das tut, sollte sich lieber gleich nach einem höherpreisigen Markengerät umschauen. Das analoge Fernsehbild ist o.k., besser wird es tatsächlich erst bei digitalen Signalen oder beim HDMI-Anschluss von Blu-ray-Playern oder einer Spielkonsole. Die Farben wirken an vielen Stellen entweder überzeichnet oder anders herum zu blass. Ein wirklich ausgeglichenes Farbschema ist nur mit viel experimentieren möglich. Ein weiteres Problem ist das des hohl klingenden Tons. Die schmalen Boxen des Dyon sind nach unten ausgerichtet, der Standfuß zudem recht kurz, wie also soll Klang sich ausbreiten? Ein wenig Abhilfe schafft hier nur die Wandmontage mit Platz nach unten oder der Anschluss an eine HiFi-Anlage. Aber wer das Gerät tatsächlich zum Betrieb seiner alten Konsolen anschafft, kann beim wenige Oktaven umfassenden Midi-Sound auch damit leben.

Die Software des Dyon ist stabil, Freezes oder Abstürze hatte ich keine. Einzig ein wenig nervig ist das beim Umschalten auf einen anderen Sender gute 9 Sekunden eingeblendete OnScreen-Display, das zusätzlich oben noch die komplette Bildschirmbreite einnimmt.

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Fazit:

Der Dyon Epsilon 25 ist das Gerät, das ich lange gesucht habe, um meine alten Konsolen weiter optimal betreiben zu können. Für mich sind die Funktionen als Fernseher, das damit verbundene, nicht wirklich optimale Bild und der erschreckend dünne Ton daher eher zweitrangig. Der Dyon ist mein Monitor für per Antennenanschluss betriebene Spielkonsolen und kein LED-TV für das Wohnzimmer, um den sich abends die Familie scharrt und Marvel Avengers oder Prometheus schaut.

Wer den Dyon deswegen kauft, wird damit nicht glücklich. Wer aber eine Alternative zu seinem alten Röhren-TV sucht, um Atari & Konsorten weiter oder wieder anschließen zu können, findet im Epsilon sein Gerät.

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Masters of Combat – seltener als Les Schtroumpfs Autour Du Monde?

Was macht eigentlich ein Spiel zu einer Seltenheit? Warum wird für das eine Spiel mehr geboten, wenn es denn zum Verkauf steht, als für ein anderes? Die Antwort ist jedem halbwegs intelligenten Menschen klar: Wie bei allen Waren wird die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage geregelt. (… ich höre gerade Klein-Fritzchen … „Hääää????“). Ganz einfach: Je seltener ein Artikel ist und je mehr Menschen diesen Artikel haben möchten, desto teurer wird dieser, es gibt also mehr Nachfrage als Angebot. Da aber in unserer Gesellschaft kein Mangel herrscht, außer offensichtlich an Benzin, denn anders kann ich mir den Preis nicht erklären, beschränkt sich die obige Aussage auf Dinge, die nicht mehr erhältlich sind. Eines dieser Dinge sind alte Videospiele.

Ein Leser meiner Seite machte mich auf eine ebay-Auktion aufmerksam (danke Alex ;)), bei der ich beim Anblick des Preises ins Grübeln geriet. Ein Engländer löste seine Sammlung auf und bot neben den klassischen Spielen, die es zu Hunderten an jeder Ecke gibt, auch Masters of Combat an. Nun wird dieser Titel den wenigsten etwas sagen, aber ein Sammler von Master System Spielen bekommt bei Nennung des Namens feuchte Augen, ähnlich wie bei Die Schlümpfe reisen um die Welt, Buggy Run, Championship Hockey oder Dr. Robotnik`s Mean Bean Machine. Nun werden die Schlümpfe aber inzwischen gut einmal im Jahr angeboten und der Preis sinkt dadurch kontinuierlich. Das Spiel wurde anfangs für vierstellige Summen gehandelt, inzwischen sind 400,-€ ein Spitzenbetrag.

ebay-Auktion vom 29.07.2012 – verkauft für 647,87€

Und da bin ich wieder bei Angebot und Nachfrage, denn die anderen oben aufgeführten Titel werden so gut wie nie angeboten. Das mag daran liegen, dass die wenigsten wissen, was sie in den Händen halten, wenn sie es auf dem Dachboden oder im Keller finden. Die Schlümpfe 2 hat man vielleicht als Rarität noch auf dem Schirm, aber Masters of Combat, Sonic Spinball oder eine Great Soccer Card? Eher nicht! Also gehen diese Titel den Weg alles Irdischen, sie landen irgendwann im Müll. Und so gibt es einerseits immer mehr Sammler, die aus Spaß sammeln, Spiele vielleicht als Wertanlage betrachten oder einfach das Spiel mal besessen haben und nun wieder zocken wollen und andererseits immer weniger der alten Games.

In den 80er Jahren, als Spiele noch Spiele waren und die Leute nicht allein oder online um Avatar Awards, Trophies oder Achievements gezockt haben und als es mit Glück alle vier Wochen einen neuen Titel im Kaufhaus gab, da waren diese Games keine millionfach produzierten Artikel. Spiele waren etwas für eine Minderheit, dementsprechend klein waren die Auflagen. Und viele dieser ohnehin schon nicht zahlreich produzierten Spiele überlebten schon kaum die nachfolgende Konsolengeneration. Sie wurden entweder einfach nicht mehr verkauft, verschwanden in Lagerhäusern oder privaten Kellern und wurden Jahre später als Staubfänger einfach entsorgt. Ebenso verschwanden die Leute, die diese Spiele produziert oder vertrieben haben. Ihr werdet heute bei Sega Deutschland niemanden mehr finden, der euch erklären kann, woher der Master System Koffer wirklich stammt oder – noch simpler – welche Spiele jemals in Deutschland für das Master erschienen sind. Man hat entweder kein Buch geführt oder die Unterlagen wurden irgendwann im Reißwolf geschreddert. Und dabei reden wir hier von knapp 30 Jahren rückwärts in der Zeit. Selbst über die Dinosaurier und die Entstehung der Welt weiß man heute mehr, als über die Produktion der Schlümpfe 2!

Alles änderte sich, als ebay auf der Bildfläche erschien. Mit einem Male entstand ein Markt für diese alten Games und der Begriff retro war in aller Munde. Jeder fing an, seine Keller und Dachböden nach Dingen zu durchforsten, die mehr oder weniger die Haushaltskasse aufbessern konnten. Ein Großteil des ebay-Angebotes bilden noch heute die Spiele. Nun kann man über das Auktionshaus schreiben und denken, was man möchte, Fakt ist, ohne ebay kein Markt für alte Spiele! Wenn man nicht das Glück oder die Zeit hat, auf Flohmärkten über den einen oder anderen Titel zu stolpern, bleibt nur ebay übrig. Und hier treffen dann alle zusammen: Der Verkäufer, der weiß, was er verkauft, der Ahnungslose, der sich wundert, wieviel Geld ein Spiel bringen kann (oder auch nicht) und vor allem diejenigen, die wissen, was eine echte Rarität ist. Und so regelt die Nachfrage nach einem seltenen Spiel den Preis. Je mehr Sammler das Spiel haben wollen, desto mehr werden darauf bieten.

Und damit bin ich wieder bei Masters of Combat. Ich habe das Spiel vor Jahren für einen Spottpreis bei ebay erwerben können, da entweder die mir bekannten Sammler kein Interesse daran hatten oder die Auktion einfach verpasst haben. Das Spiel steht seitdem bei mir im Regal und ich erfreue mich in unregelmäßigen Abständen daran, dass ich es besitze. Das ist es, was eine Sammelleidenschaft auszeichnet. Und wenn ich nun sehe, dass das Spiel inzwischen mehr wert ist, als Les Schtroumpfs Autour Du Monde grinse ich in mich hinein. Denn Masters of Combat wird eben nicht jedes Jahr als Rarität angeboten, genauso wenig wie all die anderen Perlen, die einträchtig daneben stehen und regelmäßig entstaubt und gereinigt werden.

 

 

Hook – unveröffentlichter Sega Master System Prototyp von Sony

Ich habe zwar einiges über unveröffentlichte Prototypen des Sega Master Systems gehört und gelesen, aber noch nie einen in der Hand gehalten, geschweige denn daran geglaubt, mal einen solchen zu besitzen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt … und so stolpere ich vor kurzem über die Auktion bei ebay zu diesem Spiel. Scheinbar wusste der Verkäufer nicht, was er dort verkauft und die Mitbieter nicht, was sie da für eine Rarität vor Augen haben. So wechselte ein Spiel, zu dem es bei Google bis jetzt genau 3 Cover-Bilder gibt, für 26,-€ den Besitzer 😀

Und weil der Titel eben niemals veröffentlicht wurde, gibt es auch so gut wie keinerlei Infos oder Fakten zum Spiel. Das Cover weist die Jahreszahl 1992 aus, spielbar für Master System I & II, sowie Genesis/Mega Drive. Veröffentlicht wurde der Titel dann auch für das Sega Mega Drive und Mega CD, NES, SNES und Game Boy. Der Release für das Master System wurde, warum auch immer, gecancelt. Publisher sind Sony Imagesoft und Spidersoft. Aus diesem Grunde habe ich meine Kontakte bei Sony angeschrieben und hoffe, dass noch irgendein Mitarbeiter von 1992 übrig ist und vielleicht weitere Infos zum Titel hat.

Sollte jemand weitere Infos und Fakten zum Spiel haben, bin ich über Hilfe jederzeit dankbar!

edit:

Ich habe mich inzwischen vom Sega Master System Profi Andreas Bendix aufklären lassen, dass der Prototyp zu Hook tatsächlich nicht mit Cover und Modul existiert und es nur einige wenige Roms gab. Dieses Modul rund um das Rom sowie die Hülle sind also nachträglich angefertigt, was meinen persönlichen Sammlerwert aber damit keineswegs schmälert. Danke an Andi für die Hilfe und Info 🙂

Les Schtroumpfs Autour Du Monde

Les Schtroumpfs Autour Du Monde, auch als Die Schlümpfe reisen um die Welt, The Smurfs travel the world oder schlicht als Schlümpfe 2 bzw. Smurfs 2 bezeichnet, gehört wohl zu den seltensten Spielen der Welt. Als das Sega Master System in West-Europa schon keine Rolle mehr spielte, fand der Finne Mikko Heinonen im Jahr 2000 während eines Urlaubes in Prag 2 Exemplare dieses Spieles. Zurück aus dem Urlaub fragte er in einigen News Groups nach, ob jemanden dieses Spiel bekannt sei. Niemand kannte das Spiel und ihm wurde klar, dass er hier auf eine absolute Rarität gestoßen war. Nachdem sich etliche Sammler bei ihm meldeten, die diese Spiele von ihm erwerben wollten, beauftrage er seine Freundin, die beruflich in Prag zu tun hatte, jedes Exemplar der Schlümpfe aufzukaufen, welches ihr in die Finger fällt. Sie fand weitere ca. 8 Spiele.

Im Jahr 2001 reiste Mikkos Bruder nach Prag. Er sollte während seines Urlaubes weitere Spiele einkaufen. Auch er fand einige Exemplare, von denen er aber nur ca.10 Stück kaufte, weil der Rest in schlechtem Zustand war. Während seines letzten Urlaubes in Prag im Jahr 2002 fand Mikko nicht ein einziges Spiel mehr. In den letzten 2 Jahren wurden weitere 3 Exemplare von einem Tschechen aus Prag in Umlauf gebracht. Ein weiteres Spiel wurde von einem Mitglied des sega8bit Forum in Prag bei einem Videospiel-Händler gefunden und gekauft. Man kann also davon ausgehen, dass im Moment von Les Schtroumpfs autour du Monde für das Sega Master System ca. 25-30 bekannte Exemplare weltweit existieren.

Warum nun aber alle Spiele des französischen Herstellers Infogrames ausgerechnet und nur in Tschechien wie aus dem Nichts auftauchen ist bis heute vollkommen unklar. Fakt ist, daß das Spiel die Jahreszahl 1996 trägt, also lange nach dem Verschwinden des Master Systems. Das beigefügte Poster hat kurioserweise auch nichts mit der Master System Version zu tun, sondern trägt den Aufdruck „Sega Game Gear“. Diese absolute Rarität taucht gelegentlich bei Internet-Auktionen auf und wird dann für Preise ab 300,-€ gehandelt. Angeblich hat ein amerikanischer Sammler im Jahr 2001 über 1.500$ für sein Exemplar bezahlt.

Nachdem ich nun über 5 Jahre auf der Suche nach diesem Spiel bin, konnte ich jetzt endlich meine Schlümpfe erwerben. Ich darf mich also jetzt zu den den ganz wenigen Sammlern zählen, die im Besitz des Heiligen Grals sind und Les Schtroumpfs Autour Du Monde ihr eigen nennen dürfen. Damit besitze ich nun alle gesuchten europäischen Master System Raritäten über Masters of Combat und Buggy Run, bis hin zu Championship Hockey, Home Alone, Dr. Robotniks Mean Bean Machine und etlichen anderen, die von Sammlern gejagt werden. Aber es gibt ja noch weitere Raritäten, verteilt über den Globus …

 

Wonder Boy in Monster Land

Als ich vor kurzem auf dem Flohmarkt einen ca. 12jährigen Jungen wegen Master-System Modulen ansprach, sah dieser mich an wie ein Wesen von einem anderen Planeten: „Was bitte ist ein Master-System?“ An dieser Aussage merkte ich wieder einmal, was für alte Säcke heute Leute sind, die wie ich absolute Wonder Boy Fans sind.

Wonder Boy ist neben Alex Kidd und Mario der Begründer der modernen Action Adventures. 2D-Jump`n`Run mit Rätseleinlagen und 4 Oktaven-Pieps-Sound machen dieses Spiel heute zum absoluten Klassiker. Und das dieses Spiel beliebt ohne Ende ist, beweisen die Preise, die dafür bei ebay erzielt werden. Ein gut erhaltenes Wonder Boy 2 geht mit Anleitung nicht unter 10-15 Euro weg. Ein erstaunlicher Preis, wenn man bedenkt, daß das Spiel 1988 auf den Markt kam und damals mit 89,95 DM in den Regalen stand.

Zum Spiel: In seinem zweiten Abenteuer tauscht Wonder Boy die Keule mit dem Schwert. In 12 Missionen muß der Held sich gegen diverse Gegner wie kleine Schlangen, hüpfende Teufel, Pilze, Krabben und massive Endgegner durchsetzen. Was in Zeiten von Jak & Daxter lächerlich anmuten mag, macht heute trotzdem noch immer einen Heidenspaß. In jedem Level warten versteckte Goldmünzen und Räume darauf, vom Spieler entdeckt zu werden, um letztendlich im 12. und letzten Level dem feuerspeienden Drachen gegenüber zu stehen. In den diversen Läden werden die eingesammelten Münzen dann gegen bessere Waffen und Ausrüstung, und mit viel Glück ein Lebenselexier, eingetauscht. Das Wonder Boy-Leben ist nämlich kostbar: Sind alle Herzen und der einzige Heiltrank aufgebraucht, erscheint unweigerlich und unwiderruflich der „Game Over“-Bildschirm…nix mit Cheat oder Speichern.

Ich habe das Spiel seit 1988 und habe heute am 09.08.2004 das erste Mal den Endgegner zu Gesicht bekommen. In dieser Passage muss ganz einfach zwischen zwei Plattformen bis auf die höchste Ebene hin- und hergesprungen werden… das ist echt zum Verzweifeln, weil man bei einem Fehltritt abstürzt und das komplette Labyrinth von vorne beginnt. Leider reichte dann hier beim Endgegner ein einziger Treffer, um das letzte verbleibende Leben auszuhauchen (s.Foto). Trotzdem muss diesem Biest aber beizukommen sein…also auf ein Neues…

Wonder Boy in Monster Land hat bis heute für mich nichts von seinem ursprünglichen Charme und Reiz verloren und ist neben Alex Kidd in Miracle World (ebenfalls Master System) und Sonic 1 (Mega Drive) bis heute das ultimative Jump`n`Run…

Alex Kidd

Als Mario in Europa noch Jungfrauen aus Donkey Kong – Pranken befreien und über rollende Fässer hüpfen musste, da war Alex Kidd hierzulande schon ein Held. Alex war hier so erfolgreich, dass er vom Modul später in das ROM des Master Systems befördert wurde.

Alex Kidd in Miracle World ist ein klassisches Jump`n`Run, wenn nicht der Klassiker überhaupt. Alle Knöpfe des Joypads sind belegt, nämlich einer mit Hüpfen und der andere mit Schlagen. Alex muss im Laufe des Spiels reichlich Kisten zerschlagen, in denen er mehr oder weniger große Geldsäcke findet. Mit diesen können am Levelende einige Extras gekauft werden. Auch die Geschichte ist schnell erzählt und hat sich bis auf geringe Variationen bis heute nicht verändert: Held muss Prinzessin, Bruder, Freund etc. aus den Händen des Bösewichts befreien.

Der 4-Oktaven-Midi-Sound ist im Vergleich zu den Orchester-Klängen eines Panzer Dragoon (Saturn), eines Return Fire (PS1, 3DO) oder eines heutigen Mass Effect (XBOX 360) natürlich nichts wirklich Bewegendes. Trotzdem geht einem die eingängige Melodie beim Spielen nie auf den Keks. Auch die Gegner sind recht überschaubar: Vögel, Fische, Skorpione und als Endgegner die drei Stein-Schere-Papier-Köpfe, die man im gleichnamigen Spiel am besten unter Zuhilfenahme der Kristallkugel besiegen muss. Mit dieser kann man nämlich „voraussehen“, was der Gegner auswählen wird und sich darauf einstellen. Das Spiel bezieht seinen Reiz aus der Gier des Spielers, alle Geldsäcke und Extra-Leben zu erreichen. Besonders interessant ist dies per fußbetriebenem Hubschrauber. Dessen Flughöhe wird durch das mehr oder weniger häufige Drücken des Feuerknopfes gesteuert – je mehr, desto höher. Stößt der Hubschrauber dabei an die Decke, zerschellt er. Alex fällt ins Wasser, die Jagd nach Bonus-Geldsäcken hat ein Ende und der Level muss unter Wasser beendet werden.

Alex Kidd landet trotz seines immensen Alters heute immer noch für das berühmte „Spielchen zwischendurch“ im Modulschacht, auch wenn ungeübte oder ungeduldige Spieler den Schwierigkeitsgard heute als „knackig“ oder „unmenschlich“ bezeichnen würden. Wie Wonder Boy in Monster Land hat das Spiel für mich bis heute nichts von seinem Reiz oder Charme verloren. Wer also an die (Wieder)Beschaffung eines Master Systems denkt, sollte sich eine Variante mit integriertem Alex Kidd besorgen, weil das Modul bei ebay Höchstpreise erzielt (je nach Zustand bis zu 30,- Euro) und so gut wie nicht mehr erhältlich ist.