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Hardwaretest: dLAN 550 WiFi – Kraftzwerg im Netz

Im letzten Jahr wurde die devolo AG mit dem Hidden Champion Award 2015 in der Kategorie Marke ausgezeichnet, ein Preis der von einer hochkarätigen Jury verliehen wird. Begründung: „devolo ist eine Top-Marke in der IT- und Technikbranche. <…> Unter anderem mit Wlan-Adaptern für die Steckdose vermarktet das Unternehmen ein Produkt, dessen hoher Nutzwert noch vor zehn Jahren kaum jemand erahnt hätte. Bereits kurz nach der Firmengründung ist das Unternehmen so zum Weltmarktführer aufgestiegen.“ Hardwaretest: dLAN 550 WiFi – Kraftzwerg im Netz weiterlesen

Hardwaretest: dLAN 650+ Starter Kit – noch mehr Saft aus der Dose

dlan_650_teaser_220x140Unzählige Geräte im Haushalt nutzen inzwischen das Internet. War das bis vor kurzer Zeit nur der PC, kommen inzwischen Spielkonsolen, TV und mobile Endgeräte hinzu. In Ermangelung von fest verbauter Netzwerktechnik greift man üblicherweise auf das WLAN zurück. Jedoch lassen Wände und andere Faktoren aus dem flüssigen WLAN-Datenstrom in Routernähe bereits zwei Zimmer weiter nur noch ein zähfließendes Rinnsal werden. Übertragungsabrisse und Lags oder Datenverlust sind damit leider keine Seltenheit. Gerade Online-Spieler können von schlechten Ping-Zeiten ein Lied singen. Die Lösung heißt also immer öfter Internet aus der Steckdose.

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Nach dem letztjährigen dLAN 500 >>> erscheint nun das neue dLAN 650+ von devolo. Was auf den ersten Blick nach dem üblichen Update eines bewährten Produkts aussieht, entpuppt sich auf den zweiten allerdings als echte technische Neuerung und Weiterentwicklung. Denn statt der bisher üblichen zwei Stromleitungen nutzt das neue System nun alle drei vorhandenen Kabel des Stromnetzes. Devolo nennt diese zum Patent angemeldete Technologie „range+“. Diese Technik sowie der verwendete Gigabit LAN-Port sorgen für einen höheren Datendurchsatz bei gleichzeitig mehr Reichweite.

Die von devolo entwickelte Technik  ermöglicht dabei eine vollkommen neue Funktionsweise. Wurden bisher nur die Phase und der Nullleiter des Stromnetzes zur Datenübertragung verwendet, kommt nun der Schutzleiter bzw. „Erde“ dazu. Dieser wird zur permanenten Datenübertragung genutzt und schaltet dann eine der beiden weiteren Leitungen hinzu. Somit stehen zwar noch immer noch „nur“ zwei Leitungen zur Verfügung, die neue Technik nutzt aber die jeweils bessere Verbindung, was letzten Endes die Geschwindigkeit und Reichweite erhöht. Gibt es auf einer Leitung Störungen, wird einfach unterbrechungsfrei auf die andere umgeschaltet.

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Obendrein hat man bei devolo am Design gearbeitet. Ich hatte beim dLAN 500 noch das Problem, den Adapter nur in einer Mehrfachdose nutzen zu können, was durch weitere eingesteckte Netzteile und den damit vorhandenen Störsignalen auf der Stromleitung unweigerlich zu Geschwindigkeitseinbußen bei der Übertragung führte. Der neue Adapter verfügt nun über eine integrierte Steckdose mit Netzfilter. Somit wird jetzt der Mehrfachstecker in den Adapter gesteckt. Störungen werden minimiert, die Geschwindigkeit damit erhöht.

Das dLAN 650+ Starter Kit besteht aus zwei Adaptern, zwei Netzwerkkabeln und einer dünnen, nur bebilderten  Anleitung im Stile einer IKEA-Aufbauanleitung – Perfekt! Die Einrichtung des Systems mutet fast schon verboten simpel an: Router per Netzwerkkabel mit einem Adapter verbinden, Adapter in die Steckdose stecken, zweiten Adapter mit Kabel verbinden, diesen ebenfalls ab in eine Steckdose und per Knopfdruck beide miteinander verbinden. Nach maximal zwei Minuten steht die neue Datenleitung.

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Zum Test des neuen Systems wurden zuerst beide Adapter im gleichen Raum verwendet. Dabei werden im Durchschnitt über 140 Mbit/s erreicht, der Höchstwert lag sogar bei 186 Mbit/s. Schwieriger wurde es für das dLAN 650+ auf der Distanz über zwei Etagen in die hinterste Steckdose mit dazwischen liegendem Sicherungskasten. Denn dieser sorgt für eine zusätzliche Dämpfung des Signals und somit zu weniger zur Verfügung stehenden Übertragungsbandbreite. Aber auch hier werden noch Werte von bis zu 85 Mbit/s erreicht. Das reicht immer noch für das Streamen eines HD-Films über XBOX-Live. Echte Probleme wie Verbindungsabbrüche gab es nicht, allerdings sollten Staubsauger oder Bohrmaschinen als Störquelle ausgeschlossen werden. Man sollte also keine größeren Datenmengen über das Netz schicken, wenn gerade Haus- oder Renovierungsarbeiten anstehen.

Auch zum Online-Spielen ist das neue dLAN 650+ uneingeschränkt empfehlenswert. Getestet wurde dies im Haus eines Freundes, der bis dato mit seiner XBOX 360 noch nie online gehen konnte. Er hatte bei der Planung und dem Bau seines Hauses die Netzwerkverkabelung in etlichen Räumen einfach ignoriert. Und wie üblich liegen auch hier Router und Konsole weit auseinander. Es mussten vom Router zur Xbox zwei Etagen bis in den Keller überwunden werden, dennoch konnte er sogar Spiele bei Call of Duty hosten und lagfreie Onlinerennen bei Forza spielen.

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Fazit:

Schneller, preiswerter und sauberer kann man kein Netzwerk aufbauen. Weder muss man lose Netzwerkkabel durch Haus oder Wohnung werfen, noch umfangreiche Umbaumaßnahmen vornehmen. Eine Steckdose ist in jedem Raum vorhanden, somit sind schon alle Voraussetzungen für ein stabiles und schnelles Netzwerk geschaffen.

Das neue devolo dLAN 650+ führt die Technologie, das Stromnetz zur Datenübertragung zu nutzen, konsequent fort. Der neue Chipsatz, der automatisch die bessere von zwei möglichen Verbindungen wählt, macht seine Sache mehr als nur gut. Ob große Datenmengen übertragen oder online spielen, alles ist möglich, natürlich trotzdem abhängig von der Entfernung und den dazwischen liegenden Störquellen. Reduziert man diese jedoch möglichst auf ein Minimum, hat man das schnellste Netzwerk über das Stromnetz aller Zeiten.

Wer mehr als nur einen Gigabit-Anschluss benötigt und nicht mit einem zusätzlichen Netzwerk-Switch arbeiten kann oder möchte, greift zum jetzt erhältlichen dLAN 650 triple+. Dort werden gleich drei Ports geboten und somit kann man seine aktuellen Konsolen Wii U, Xbox One und Playstation 4 gleichzeitig betreiben.

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Link zur Herstellerseite: dLAN 650+ Starter Kit >>>

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weitere Hardwaretests:

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Hardwaretest: dLAN 500 WiFi – endlich Internet fernab des Routers

devoloBei der Erfüllung des Traumes vom eigenen Haus wird der weitsichtige Architekt heute in die Planungen immer auch gleich die komplette Netzwerkverkabelung für Internet in allen Räumen einfließen lassen. Dieser geringe Mehraufwand erspart später nachträgliche Umbaumaßnahmen oder notdürftig in aufgeklebten Kabelkanälen versteckte Netzwerkkabel, die dann meistens noch durch die gesamte Wohnung oder das Haus führen, Bohrlöcher von einem Raum zum nächsten inklusive.

Da Eigentum noch immer kostspielig ist, wohnt ein großer Teil der Internetnutzer in Wohnungen, von denen die wenigsten auch vollverkabelt sind. Murphys Gesetz besagt, dass das, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird. Und so wird der Ort in Haus oder Wohnung, an dem Internet am dringendsten benötigt wird, auch immer den schlechtesten Empfang haben. Denn meist endet gutes WLAN schon im dem Router benachbarten Raum hinter der ersten massiven Wand. Da hilft auch selten eine kompliziert einzurichtende Repeaterlösung. Diese taugt meist noch für den mäßigen Empfang von E-Mails am PC, beim Online-spielen – und dann vielleicht noch als Host – bei Xbox, Playstation oder Wii U ist endgültig Schluss. Wer einmal Call of Duty oder Forza mit Lags gespielt hat weiß, wie viel eine möglichst dicke Leitung wert ist.

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Was also tun, wenn man Internet am anderen Ende der Wohnung, im Garten oder auf der anderen Etage benötigt und nicht ständig per Flatterleine die Netzwerkkabel durch die Wohnung werfen möchte? Ganz einfach, die Lösung eines jeden WLAN-Funklochs heißt dLAN 500 WiFi von devolo. Das kleine Set benutzt nämlich einfach das vorhandene Stromnetz zur Datenübermittlung. Es besteht aus drei Adaptern, einem Netzwerkkabel und der Installations-CD, mehr ist nicht nötig, um ohne schweres Baugerät Internet auch ins hinterste Zimmer der Wohnung zu bekommen.

Bei der Installation des Sets sollte man sich zwingend an die leider doch ziemlich verwirrende Anleitung halten, da man zwei verschiedene Möglichkeiten hat, das System einzurichten. Man kann entweder beide mitgelieferten Adapter einzeln betreiben, d. h. mit zwei verschiedenen Netzwerkschlüsseln oder aber mit beiden Adaptern per Move-Technologie ein gemeinsames Netzwerk mit nur einem Passwort aufsetzen. Egal welche Variante man wählt, zuerst wird der dLAN 500 duo Adapter in eine freie Steckdose gesteckt und per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. Nach ungefähr 45 Sekunden ist das Gerät einsatzbereit.

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Bevor man nun den ersten der beiden mitgelieferten WiFi-Adapter in eine freie Steckdose einsteckt, notiert man sich den WiFi Key von der Rückseite des Adapters. Dieser ist der Netzwerkschlüssel für das neue devolo Netzwerk. Nach dem Einstecken synchronisiert sich der Adapter, kurz darauf findet man in den Netzwerkeinstellungen ein neues Netzwerk, welches mit „devolo-„ und einer Ziffer gekennzeichnet ist. Zur besseren Übersicht lässt sich dies aber später über die Cockpit-Software umbenennen und auch noch verschlüsseln. Nun besteht beim Anschließen des zweiten Adapters die Möglichkeit, ein weiteres Netzwerk mit eigener Kennung einzurichten oder aber mit beiden Adaptern ein gemeinsames Netzwerk zu erstellen. Beides hat je nach Ausgangssituation seine Vor- und Nachteile. So könnte sämtliche Hardware des Nachwuchses in einem eigenen Netzwerk laufen, das man bei Bedarf auch abschalten kann – zum Beispiel über ein frei zu konfigurierendes Zeitlimit – während man im Arbeitszimmer über den zweiten Adapter weiterhin über eine bestehende Verbindung zum Internet verfügt.

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An dieser Stelle wäre die Einrichtung bereits erledigt und man könnte sein neues WLAN bereits nutzen. Aber auch die beste Hardware wird erst mit guter Software so richtig schön. Und deswegen sollte man sich das devolo dLAN Cockpit auf seinen PC laden. Hier lassen sich für jeden einzelnen Adapter noch einmal Feinjustierungen den eigenen Wünschen entsprechend vornehmen. So zeigt das Cockpit die Statusübersicht sämtlicher Geräte an, in der Gerätekonfiguration lassen sich sämtliche Einstellungen zu Sicherheit, Netzwerk, dLAN, Datum und Uhrzeit sowie den LED-Anzeigen vornehmen. In der WLAN-Konfiguration darf man die Kindersicherung einstellen, Gastzugänge und WLAN-Filter anlegen oder auch Zeiten vorgeben, in denen das Netzwerk inaktiv sein soll. Wer es lieber ungebunden mag, lädt sich die Software für Apple oder Android für sein Mobilgerät.

Besitzer älterer Konsolen ohne WLAN wie die erste Generation der Xbox 360 werden an dem Set ebenfalls ihre Freude haben, denn selbstverständlich verfügen die beiden Adapter auch über die Möglichkeit der Verkabelung per Netzwerkkabel. Wer noch mehr Kabel benötigt, klemmt einen kleinen Switch an und verkabelt von diesem aus weiter. In meiner Maisonette-Wohnung ist der Empfang von einer in die andere Etage so perfekt, dass ich problemlos über sämtliche aktuelle Konsolen online spielen und auch grafisch anspruchsvolle Spiele hosten kann.

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Gut gelöst ist dabei die LED-Anzeige, denn je nach Empfang wird eine andere Farbe angezeigt. Grün bedeutet, dass sogar das Streamen von Filmen in HD-Qualität möglich ist, während bei Orange noch SD-Qualität funktionieren soll und bei Rot nur noch Internet- und Mailempfang möglich ist. Man muss jedoch zwingend daran denken, dass jeder Adapter in eine einzelne Steckdose gesteckt werden sollte. Bei Verwendung einer Mehrfachdose lässt die Leistung rapide nach. Hier habe ich das Problem, am Aufstellort meines Routers tatsächlich nur eine einzige Steckdose zur Verfügung zu haben. Ich muss also gezwungenermaßen mit einer Mehrfachdose arbeiten. Von daher wäre vielleicht bei devolo zu überdenken, den Nachfolger des WiFi-Adapters mit integrierter Steckdose auszustatten?

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Fazit:

Das dLAN 500 WiFi Set ist die Lösung für Bereiche ohne Internet. Online spielen an Xbox, Playstation oder Wii U, Smart-TV oder Streaming von Filmen in HD-Qualität sind endlich auch in Bereichen möglich, in denen das bis dahin unmöglich erschien.

Die Installation ist eigentlich simpel, wenn man sich nicht von der Anleitung verwirren lässt. Diese ist tatsächlich der einzige Kritikpunkt an einem ansonsten einwandfreien Produkt. So sind zum Beispiel auf der Packung die beiden Knöpfe der WiFi-Adapter mit WLAN-ein/aus und Verschlüsselung bezeichnet. Die Anleitung spricht bei der Synchronisation der beiden Adapter für die Move-Technologie aber von einem nicht auf dem Adapter vorhandenen dLAN-Knopf? Weiterhin enthält die Anleitung zu viele Sprünge und Verweise von einem Kapitel zum nächsten und zu wenige erklärende Grafiken zur jeweiligen Installation. Man braucht also etwas Geduld beim Lesen und Verstehen.

Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, wird mit einem perfekt funktionierenden System belohnt, das weitere devolo-Hardware wie die bei mir bereits vorhandene LiveCam problemlos integriert.

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Link zur Herstellerseite: devolo dLAN 500 WiFi >>>

Link zum Nachfolger: devolo dLAN 650+ >>>

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weitere Hardwaretests:

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zurück zur Telekom

telekom_logoNachdem mich mein bisheriger Anbieter 1&1 über Jahre mit einer saftigen 2000er DSL-Leitung versorgte, mit der mehrere PC, Konsolen und das Telefon betrieben wurden, vollzieht sich in den nächsten Tagen endlich der Wechsel. VDSL 16000 sollte hier das Ende aller Ladebalken bedeuten. Das einzige Problem ist, dass zwischen der Kündigung des alten Anbieters und der Freischaltung des neuen Anschlusses fast 3 Wochen liegen.

Solltet ihr auf dieser Seite also bis Mitte Juni nicht regelmäßig einen neuen Beitrag finden oder eure Kommentare warten auf Freischaltung, liegt das schlicht daran, dass ich im Moment kein Internet habe. Und Aktualisierungen über ein Handy sind einfach unmöglich. Von daher entschuldigt bitte die eventuellen Verzögerungen rund um die Seite.

Update Freitag, 14.06.2013:

Heute sollte der große Tag sein … sollte. Umstellung bis spätestens 19.00h. Beim Anruf um 19.15h wurde mitgeteilt, dass viel zu tun wäre und dass es bis 24.00h dauern könnte. Wenn morgen früh noch nichts läuft, dann bitte noch einmal anrufen.

Update Samstag, 15.06.2013:

9.15h und kein Internet … ich hatte irgendwie auch nichts anderes erwartet. Erneuter Anruf bei der Telekom … sorry, der Auftrag ist wegen Bauarbeiten auf Montag den 17.06.2013 verlegt worden. Hat man sie nicht informiert? Nun gut, Montag soll dafür zwischen 8.00 – 12.00h alles funktionieren.

Update Montag, 17.06.2013:

12.30h, noch immer kein Internet. Erneuter Anruf … sorry, wegen Hochwasser überall sind die Techniker mit Reparaturen beschäftigt, das kann heute bis 24.00h dauern, aber morgen läuft es garantiert …

Update, Dienstag 18.06.2013:

Noch immer kein Internet 🙁 Anruf bei der Telekom, Anschluss ist geschaltet, es sollte alles funktionieren. Der Supporter erhält bei der Diagnose aber kein Signal … sorry, ich komme von hier aus nicht weiter, ich schicke ihnen morgen zwischen 8.00 – 12.00h einen Techniker.

Update, Mittwoch 19.06.2013:

Klingeling um 9.40h, der Techniker ist da. Am Hauptverteiler umgesteckt, kurzer Check, alles läuft *freudepur* Erste Messungen ergeben, dass von den avisierten 16.000 kBit/s tatsächlich 15.230 kBit/s hier ankommen 🙂

Was lange währt wird endlich gut, willkommen in der großen weiten digitalen Welt und auf Nimmerwiedersehen 1&1

 

Internet? Doch nicht mit uns!

Videospielen ist heute untrennbar mit dem Internet verbunden. Neben zahlreichen, meist unnötigem DLC aller Art braucht jede Konsole inzwischen in mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen ihre Updates. Dass das sinnvoll sein kann, zeigte Microsoft beim ersten großen Update der XBOX 360, nach dessen Einführungen man das Gefühl hatte, eine neue Konsole vor sich zu haben. Das genaue Gegenteil ist meine Playstation 3, die nicht täglich läuft, dafür aber – scheinbar aus Rache wegen Vernachlässigung und verletztem Ehrgefühl – dann gewaltige Updates zieht, die so unnötig wie ein Pickel am Hintern sind. Denn was soll ich mit einer polnischen Datei zu einem Firmware-Update?

Updates können also sinnvoll oder auch sinnfrei sein, man nimmt sie als gottgegeben hin, weil man ohnehin nicht weiß, was einem der Hersteller da von hinten in die Konsole schiebt. Zu DLC, Filmen, Demos oder sonstigem Schnullipups kann jeder seine eigene Meinung haben, Fakt ist, man benötigt Internet. Und das mit möglichst dicker Leitung. Filme wollen nicht mehr nur heruntergeladen werden, nein, aus Zeitgründen müssen sie gestreamt werden. Also gleichzeitiges Laden und Anschauen (hat eigentlich früher jemand den gerade aus der Videothek geliehenen Film schon auf dem Nachhauseweg geschaut?). Und auch Demos, bei denen man nie weiß, was einem am Ende erwartet – wie das vollkommen geistlose F1-Racers von Kotmeisters – nehmen inzwischen Ausmaße an, die bar jeder Vernunft sind.

Aber Videospielgeräte und Computer, selbst VoIP sind Klassiker, denn auch Kühlschränke, Haartrockner und Klorollenhalter sind heute internetfähig … oder werden es bald sein (“Warnung, nur noch fünf Blatt Papier auf der Rolle. Zum Kacken letzte verfügbare Rolle bereit halten! Soll ich online neues Papier bestellen? Antworten Sie bitte mit Ja oder Nein“). Je mehr Geräte dem Datensammelmonster am anderen Ende der Leitung mitteilen, mit welchem Finger wir uns gerade das letzte Blatt durchgedrückt haben, desto dünner wird aber die Leitung. Das ist und bleibt Gesetz, man bekommt eben nur schwerlich sieben Goldhamster gleichzeitig durch einen Gartenschlauch. Ohne dicke Leitung bewegen sich Daten langsam oder auch mal gar nicht.

Man benötigt also einen Internet-Provider, um mit der Außenwelt im Kontakt zu bleiben und geistige Diarrhoe wie diese auf einer Website mitzuteilen. Früher war das schwierig, aber zum Glück ist der Markt jetzt offen. Das böse, böse Monopol der ehemaligen gelben Deutschen Post wurde vom Kartellamt gesprengt, jetzt dürfen alle ein Provider sein und dem gutgläubigen Kunden mit undurchsichtigen Verträgen Internet verkaufen („Im ersten Jahr billig, ab dem zweiten Jahr jetzt nur noch doppelt so teuer“). Einer dieser Anbieter ist 1&1, bekannt aus dem TV und hier besonders durch den ehemaligen Leiter Kunden(un)zufriedenheit Marcell D`Avis.

Ja, genau der Marcell D`Avis, der seine Visitenkarte mit E-Mail randdebil lächelnd in die Kamera hielt und uns gutgläubigen, nach Service und Aufmerksamkeit lechzenden Trotteln weismachen wollte, man kümmert sich bei 1&1 um unsere Anliegen. Lügen haben bekanntlich kurze Beine, Marcell D`Avis dürfte demnach inzwischen nur noch knapp 79 Zentimeter groß sein, Tendenz noch immer fallend. Denn der gute Onkel vor dem blauen Logo und mit den vollmundigen Versprechen zu Service und Kundenzufriedenheit wurde nach einem Shitstorm der Entrüstung unzufriedener Kunden auf das 1&1 Blog ganz schnell wieder von der Mattscheibe entfernt wie ein zerplatztes Insekt nach einer sommerlichen Autofahrt.

Und das aus gutem Grund, denn wie überall wo Service auf ganzer Linie versagt, versteckt man sich auch bei 1&1 hinter dem System. Und das funktioniert mit der Hotline in vorderster Front ganz vorzüglich. Angefangen beim Telefoncomputer, über lange Wartezeiten hin zu inkompetenten, unmotivierten, aber gezwungen höflichen Zwangsarbeitern mit Headset sieht die Realität bei einem Problem bei 1&1 anders aus, als sie uns der freundliche Versager in legerer Kleidung am TV weismachen wollte.

Ja, man ahnt es schon … bis Mai 2013 bin ich noch 1&1 Kunde … leider. Auch ich habe mich vor Jahren von der schönen blau-weißen, perfekten Internetanschluss-Welt blenden lassen. Ich hoffte, dass mir 1&1 schnelles Internet ermöglicht, es nie irgendwelche Probleme gibt und wenn, dass die mit einem kinectmäßigen Wischen der linken Hand wie von Zauberhand verschwinden. Das war auch fast so, bis ich vor Jahren von Berlin in eine umliegende Kleinstadt zog. Denn aus meinen ehemals 16.000 kBit/s wurden schlagartig nur noch 2.000 kBit/s, wenn überhaupt. Mit Glück kamen in den letzten Jahren 950 kBit/s an, minütliche Leitungsabbrüche zu Beginn inklusive. Aber damit konnte ich leben, nachdem die Leitung endlich halbwegs stabil war. Updates waren eben Geschäft während der Nacht und Filme streamen … mein Gott, der Gang zur Videothek ist nicht so weit. Problem war mein VoIP, seitdem gibt es für 1&1 keine Einzugsermächtigung mehr, Rechnungen zahle ich aus gutem Grund nur noch nach eingehender vorheriger Prüfung.

Aber alle meine Probleme schienen behoben, denn seit einer Woche liegt hier eine Leitung von nun gewaltigen, utopischen, gigantischen, armdicken und kaum vorstellbaren 50.000 kBit/s an … sie liegt an, aber nicht für mich. Denn voller Freude rief ich die Telefonseelsorge der 1&1-Hotline an, um zu erfragen, wann denn meine bezahlte 16.000er Leitung endlich, endlich, endlich aufgebohrt wird? Ein an sich nettes Telefonat (mit dem Computer), bis zu den Sätzen der dann menschlichen Stimme „dass das technisch nicht möglich ist. Ihr Hauptverteiler liegt in 3,5 Kilometern Entfernung und die Dämpfungswerte geben nichts anderes her. Es bleibt bei ihrer Leitung.“ Plopp, Blase geplatzt. Vertrag ist also jetzt endgültig zum 27.05.2013 gekündigt und dann geht es zurück zur Telekom.

edit:

Ich habe mehrfach Post von 1&1 bekommen. Man möchte mich als Kunden behalten und bietet mir eine Doppel-Flat 16.000 an … ohne Worte! Weiterhin erreichen mich nun im Wochentakt Anrufe besorgter 1&1 Mitarbeiter, ob ich denn nicht doch weiterhin Kunde bleiben möchte? Man bietet mir auch eine Umstellung meines Vertrages an, von 16.000 kBit/s auf 2.000 kBit/s. Komisch dass das erst nach der Kündigung funktioniert, denn auf mehrfache telefonische Anfrage meinerseits war das nie möglich.