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DAEMON + DARKNET – gehört und für super befunden

Bereits im Jahr 2006 veröffentlichte Daniel Suarez in Eigenregie den Roman Daemon, der sich schnell zu einem Insidertipp entwickelte. 2010 wurde Daemon vom Rowohlt-Verlag veröffentlicht, 2011 die Fortsetzung Darknet. Nun endlich gibt es diese beiden unglaublichen Science-Fiction Thriller seit wenigen Wochen auch als Hörbücher bei Audible. Und obwohl ich beide Romane bereits letztes Jahr als eBooks auf meinem iPad verschlungen habe, musste ich mir die Hörbücher gönnen. Zu fantastisch und doch realistisch ist die Handlung.

Matthew Sobol, der Gründer und Kopf von CyberStorm Entertainment, genialer Videospiel-Programmierer und damit eine Legende in der Gaming-Community stirbt an seinem Gehirntumor. Im gleichen Augenblick wird ein Programm auf die Menschheit losgelassen, welches die Gesellschaft von Grund auf verändern soll und zwar um jeden Preis. Die einzigen beiden, die den Daemon noch stoppen könnten, sind zwei Programmierer Sobols, doch beide sterben kurz nacheinander. Kein Mensch kann das Programm jetzt noch aufhalten.

Auch nicht der Ermittler Pete Sebeck, der im Mordfall der Programmierer ermittelt. Matthew Sobol gesteht Sebeck per Videobotschaft die Taten, doch wie will man einen Toten belangen? Als die Polizei das ehemalige Haus Sobols stürmen will, tappt die komplette Spezialeinheit in eine perfide Falle. Erst nachdem etliche Polizisten bei diesem Einsatz sterben, dämmert es allen, dass der gestorbene Sobol und sein Computerprogramm kaum mehr zu bezwingen sind.

Doch kommt kein noch so ausgeklügeltes Programm ohne menschliche Hilfe aus. Stück für Stück sammelt der virtuelle Sobol Helfer, die ihn bei der Ausführung unterstützen. Der ehemalige Hacker Brian Gragg oder der Strafgefangene Charles Moseley werden mehr oder weniger freiwillig zu Erfüllungsgehilfen des großen Plans. Dieser sieht vor, Unternehmen und Regierungen zu destabilisieren oder im Notfall auch auszuschalten, um eine neue Weltordnung zu erschaffen. Dabei wird auch vor der Ermordung von Spammern nicht zurück geschreckt.

Daemon und Darknet sind die mit Abstand besten Science-Fiction Thriller der letzten Jahre. Und zwar nicht wegen ihrer ausschweifenden Visionen, sondern weil unsere Realität durch weltweite Vernetzung tatsächlich so aussieht. Täglich werden Unternehmen und deren Manager durch ausgeklügelte Datenbanksysteme bei Aktiengeschäften noch reicher, während die gesellschaftliche Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Diese Unternehmen regieren die Welt, nicht die Politik. Dass es auch andere, obendrein gut funktionierende Gesellschaftsformen fernab von Profitgier und Machtgelüsten geben kann, beweist Daniel Suarez mit seinen Romanen. Und auch davon ist vieles bereits Realität, wird jedoch nicht umgesetzt.

Gerade die gelungene Verbindung zwischen Videospiel, Fiktion und Wirklichkeit machen beide Romane zur Pflichtlektüre für Videospielfans. Und nicht nur für diese!

DAEMON bei audible.de

DARKNET bei audible.de

Gehört und für super befunden: „Ready Player One“ – Das Hörbuch

Amerika und der Rest der Welt in einer nicht allzu entfernten Zukunft im Jahr 2044: Die natürlichen Ressourcen sind so gut wie aufgebraucht, die Welt steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise und Menschen sind von Armut, Elend und Hunger geplagt. Einzig die virtuelle Welt OASIS dient der Flucht vor dem alltäglichen Chaos, in der Menschen als Avatar von besseren Zeiten träumen und ein virtuelles Leben leben. In dieser Zeit wächst Wade Watts inmitten eines ranzigen Trailerparks bei seiner Tante auf. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, die Mutter verstirbt früh wegen Drogenmissbrauch. Und so lernt Wade lesen und schreiben in der OASIS. Denn auch ein Schulsystem gibt es nicht mehr im gewohnten Sinn. Wer nicht zur realen Schule kann, besucht virtuellen Unterricht in der OASIS.

Der Erfinder und Programmierer der OASIS, John Halliday, verstirbt und vermacht demjenigen sein gesamtes Vermögen, der ein von ihm in den unendlichen Weiten der OASIS verstecktes Easter-Egg findet. Dazu müssen drei Schlüssel gefunden und drei Tore geöffnet werden. Halliday war seit jeher ein Fan der 80er Jahre und so bezieht sich die von ihm inszenierte Suche nach dem Easter Egg auf unzählige Spiele, Filme, Bücher und Comics, eben auf die gesammelte Popkultur jener Zeit. Es gibt den sogenannten „Anoraks Almanach“, in dem jeder Film, jede Serie, jedes Buch und jedes Spiel vermerkt sind, die der OASIS-Schöpfer gelesen, gesehen, gespielt und geliebt hat. Und auch Wade alias Parsival in der OASIS macht sich wie hunderttausende andere Jäger auf die Suche nach dem Schatz. Aber da die OASIS aus tausenden Welten besteht, kommt niemand fünf Jahre lang dem Geheimnis auf die Spur und das Easter Egg verschwindet in der Welt der Legenden.

Bis Wade den ersten Schlüssel findet und die Jagd erneut entfacht. Doch der Erfolg wird geneidet und so schaltet sich ein multinationaler Konzern Namens IOI ein, der ebenfalls an das Vermögen, aber hauptsächlich an die Quellcodes der OASIS kommen möchte. Denn die kostenfreie OASIS soll mit monatlichen Gebühren und Werbung versehen werden. Dazu ist jedes Mittel bis hin zum Mord recht und die Jagd auf die verbliebenen zwei Schlüssel und Wade hat gerade erst begonnen …

Ready Player One ist ein Roman für Computer- und Videospielfreaks, die nach Möglichkeit die 80er Jahre zumindest vom Hörensagen her kennen. Denn wer weder mit Joust und Pen&Paper Spielen, noch mit Matthew Broderick und dem Film War Games von 1983 etwas anfangen kann, erhält hier nur den halben Spaß, auch wenn vieles innerhalb des Buches näher erläutert wird. Der gesamte Roman ist einerseits eine Liebeserklärung an längst vergangene Zeiten, als Filme noch Filme und Spiele noch Spiele waren, aber andererseits auch eine sozialkritische Story, die mehr als einmal hinterfragt, ob wir heute auf dem richtigen Weg ins Morgen sind?

So steht die gesamte Handlung über die Frage im Raum, wie weit eine virtuelle Realität eigentlich gehen darf? Ist das Real Life inzwischen so schlecht, dass wir uns nach einer virtuellen, weil scheinbar besseren Welt sehnen? Und wann wird aus einem Spiel Wirklichkeit und aus der Virtualität bitterer Ernst? Wade und ein Großteil der Menschheit verbringen den gesamten Tag in der OASIS, leveln ihre Avatare auf und jagen jahrelang Hallidays Easter Egg. Selbst virtuelle Credits werden inzwischen sogar als Bezahlung in der echten Welt akzeptiert. Und die Aussage in Ready Player One, man ruft lieber eine Support-Hotline an, statt selbst nachzudenken, ließ mich dann doch erschaudern, weil wir uns genau auf diesem Weg befinden:

„Dieses Schwert ist erst für Avatare ab Level 10 geeignet, sie haben momentan Level 3“

„Scheiße, und was mache ich jetzt damit?“

„Sie könnten es sich in den Arsch schieben und sich als Bratspieß verkleiden“

Bei aller hinter- und vordergründiger Kritik ist Ready Player One ein super Roman für Computer- und Videospielfans, insbesondere für Liebhaber guter Adventures, die wissen was ein Magier ist und wofür ein Elbenschwert +3 dient. Und es ist vor allem ein Roman für Leute wie mich, die die 80er live erlebt haben, die so gut wie jedes im Roman erwähnte Spiel gespielt und jeden Film gesehen haben und die mit ein wenig Wehmut an die guten alten Zeiten zurückdenken, als ein Spiel seinen Reiz aus der eigenen Fantasie und nicht aus möglichst realistischer Grafik bezog … ähnlich dem für die Handlung ausschlaggebenden Spiel „Adventure“ von 1979 für das Atari 2600, in dem der Entwickler Warren Robinett das erste Easter Egg der Videospielgeschichte versteckte.

Das allererste Easter Egg: Entwickler Warren Robinett versteckte seinen Namen im Spiel

 

 

 

 

Buchtipp: Stephen King – Der Anschlag

Über Stephen King lässt sich vortrefflich streiten. Seine weltweit zahlreichen Fans bezeichnen ihn auch heute noch als den Godfather des Horrors, andere halten ihn für verbraucht und literarisch flach. Die Wahrheit liegt wie bei vielen Dingen irgendwo in der Mitte. Stephen King hat großartige Romane geschrieben, auch unter seinem Pseudonym Richard Bachman, die unter die Haut gingen und die eine Ära einer neuen Literatur einläuteten. Unvergessen sein Epos “ES”, das 1990 für weltweites Aufsehen sorgte. Der Roman wurde sogar 2005 noch einmal als ungekürzte Fassung neu aufgelegt und hatte somit mehr als den doppelten Umfang des Originals. Selbst das 2011 veröffentlichte Hörbuch brachte es damit auf über 52 Stunden Hörgenuss.

Nicht zu vergessen sind seine weiteren Romane “Sie”, “In einer kleinen Stadt -Needful Things” und “The Stand – Das letzte Gefecht”, sowie unzählige weitere, die wochenlang die Bestseller-Listen anführten und ihm eine weltweite Fangemeinde bescherten. Aber neben dem klassischen Horror-Roman veröffentliche King auch andere Werke, deren Verfilmungen sogar für den Oskar nominiert waren: “Die Verurteilten” und “The Green Mile”. Doch ganz offensichtlich gehen auch einem Künstler wie King irgendwann einmal die Ideen aus oder er muss seinen sicherlich nicht geringen Vorschüssen auch Taten, oder hier: Werke, folgen lassen. Und so waren die letzten Romane wie “Puls” oder “Wahn” absolute Enttäuschungen, die in “Die Arena” gipfelten. Die Idee, eine Stadt durch eine undurchdringliche Glaskuppel von der Außenwelt abzuschneiden, hatte ja noch etwas Nachvollziehbares, aber das diese Kuppel von Außerirdischen errichtet wird, die diese Stadt ähnlich der uns bekannten Schneekugeln als ihr Spielzeug betrachteten, ließen mich den Roman zuklappen und mich schwören, dass dies mein letzter King Roman gewesen sei.

Mein Vorsatz hielt bis zu “Der Anschlag”. Neugierig gemacht durch zahlreiche überschwängliche Rezensionen interessierte mich die Geschichte rund um John F. Kennedy, denn diese war mir bisher nur aus den zahlreichen TV-Produktionen über den Verlauf des Attentats und den daraus resultierenden Verschwörungstheorien bekannt. Mit der amerikanischen Geschichte an sich, den Folgen des Attentats für die Weltgeschichte, mit Lee Harvey Oswald und dem Leben in der dortigen Zeit hatte ich mich bisher nie wirklich beschäftigt. So packte mich einerseits der Gedanke, meine vorhandenen Wissenslücken zum Thema auf unterhaltsame Art ein wenig mehr schließen zu können und gleichfalls einen endlich wieder guten King Roman zu erhalten. Das Thema Zeitreisen fasziniert mich ohnehin seit Jahren.

Zur Story:

Jake Epping ist im Jahr 2011 ein normaler Englisch-Lehrer an einer normalen Schule. Sein Leben ändert sich, als er vom Imbissbuden-Besitzer Al erfährt, bei dem Jake gelegentlich einen Hamburger essen geht, dass dieser einen Weg in die Vergangenheit in das Jahr 1958 gefunden hat. Al selbst hat mehrere Jahre seines Lebens dort verbracht und kam irgendwann zu dem Entschluss, mit dieser Möglichkeit der Zeitreise das Attentat auf John F. Kennendy verhindern zu können. Das Problem ist aber, dass Al nun unheilbar an Krebs erkrankt ist und er weder die Zeit, noch die Kraft hat, diese Tat selbst zu unterbinden. Er bittet Jake somit um einen letzten Gefallen. Nach einem Selbstversuch beschließt dieser, den Auftrag zu übernehmen.

Mit einer gefakten Vergangenheit und falschen Ausweispapieren reist Jake in der Zeit zurück und beginnt dort ein Leben ohne die Errungenschaften der modernen Technik. Keine Computer, keine Handys und die stetige Angst der Amerikaner vor einem Atomkrieg erwarten ihn. Da das Attentat auf Kennedy 1963 stattfand, muss Jake nun fünf Jahre in einer Zeit zu verbringen, die er selbst nur aus den Geschichtsbüchern kennt. Er schließt Freundschaften, trifft die Liebe seines Lebens und beobachtet Lee Harvey Oswald, bis es zum großen Finale kommt.

King erzählt hier eine großartig recherchierte Geschichte und lässt eine längst vergangene Epoche wieder auferstehen, auch wenn diese an einigen Stellen zu prosaisch, zu rosa und zu verklärt erscheint, obwohl er die Probleme der damaligen Zeit wie Armut und Rassentrennung nicht außen vor lässt. Die Personen, die Jake in der Vergangenheit trifft, entwickeln vor dem geistigen Auge ein Eigenleben und so tauchte ich ein in eine Zeit, die die meiner Eltern und Großeltern gewesen sein muss.

Für mich hat die schwierige Thematik des zeitreisens keine logischen Fehler, alles erscheint in sich schlüssig. Einzig zwei Dinge erschienen mir im Nachhinein als zu sehr der Story geschuldet. Ohne der Geschichte vorweg zu greifen, halte ich es für unwahrscheinlich, dass ein bis dahin unbescholtener Englischlehrer einen kaltblütigen Mord an einem zukünftigen Mörder – und ich rede nicht von Lee Harvey Oswald – begeht, auch wenn die Möglichkeit besteht, durch Rückkehr in die eigene Zeit ungeschoren davon zu kommen. Weiterhin ist mir nicht klar, warum Jake einen so delikaten Auftrag von Al übernimmt, obwohl beide Männer bis auf das gelegentliche Treffen in der Imbissbude keine persönliche Beziehung zueinander haben?

Aber egal, wer damit leben kann, erhält einen endlich wieder fantastischen Roman von Stephen King. Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein, auch der sonst sehr kritische Denis Schenk sieht das ähnlich:

http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/339944_druckfrisch/9644562_die-top-ten-der-spiegel-bestsellerliste-

Wer lieber Hörbücher mag, wird bei Audible fündig. Kleiner Tipp: Unbedingt reinhören, denn der Sprecher David Nathan dürfte den meisten als Synchronstimme von Captain Jack Sparrow aus “Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten” im Ohr sein. Das sind fast 32 Stunden purer Genuss:

http://www.audible.de/pd/B006W8Z946

Gehört und für super befunden: “Extraleben” – Das Hörbuch

Nick und Kee sind zwei in die Jahre gekommene Videospieler der ersten Stunde. Als Verlags-Assistenten eines Magazins besteht ihr einziger Lebensinhalt aus Videospielen. Während Kee mehr der Zocker ist, beschäftigte sich Nick schon als 14jähriger ausgiebig mit der Technik hinter dem Monitor und so wird in Nicks Junggesellenbude auch an diesem Wochenende wieder einmal der C64 entstaubt und angeschlossen.  Denn die oberste Derektive beim Retro-Gaming lautet: Du musst nicht nur die Software, sondern auch die Hardware aufbewahren. Während dieser Old-School Session, in der beide mal wieder darüber sinnieren, dass früher alles besser war und das Klassiker alles sind, “was in meiner Jugend cool war”, stolpern die beiden über eine scheinbar versteckte Botschaft in dem Spiel Raid over Moscow:

WELCOME TO DATACORP

Und mit dieser Zeile beginnt für die beiden eine Reise durch die Geschichte der Videospiele. Denn hinter dieser Botschaft vermuten Nick und Kee eine Verschwörung und daraufhin verbringen die beiden Alt-Hacker ihren Sommerurlaub in den USA. Sie folgen einer sauber gelegten Spur aus Brotkrümeln. So startet ihr Trip bei Walter Day, der in den 80er Jahren mit dem Twin Galaxies National Scoreboard kurzeitig Berühmtheit erlangte, führt sie weiter über Ataris angeblichen Landfill in Alamogordo, bei dem die Firma tonnenweise E.T. und Pac-Man Module, sowie Konsolen in einer Mülldeponie verschwinden ließ und endet schließlich in den diversen alten Spielhallen von Los Angeles. Dabei lässt die Story keine noch so unbekannte Verschwörungstheorie aus, die in den Anfangszeiten der Videogames auf den Schulhöfen die Runde machten.

Der Autor Constantin Gillies präsentiert hier eine wunderbar recherchierte Geschichte, die vor Hintergrundinformationen schier explodiert. Denn wer kennt denn wirklich noch jedes Easter-Egg, das in den diversen alten Games versteckt war? Wer kennt noch das Gefühl, das erste Mal in einem Out Run- oder After Burner Automaten von Sega in der Spielhalle gesessen zu haben? Dies alles wird mit Episoden aus Musik und Filmen der 80er Jahre garniert. In einem Punkt irrt sich der Autor allerdings: Denn das man mit einem kleinen Elektroschock, den man einem Pac-Man, Galaxian, Lady Bug oder Scramble Automaten verpasste, Freispiele erhalten konnte, ist keine Fabel sondern selbst erfahrene und erlebte Wahrheit. In Ermangelung eines Elektroschockers baute ich den Zündmechanismus aus einem damals sündhaft teuren Nachfüllfeuerzeugs meines alten Herren aus. Mit dem konnte man dem Automaten einen kleinen elektrischen Schlag versetzen, der einem die Hausarbeit zur Taschengeldaufbesserung ersparte.

Bei seiner Zeitreise in die Vergangenheit lässt Gillies kein noch so unbekanntes Spiel aus, philisophiert über Doom, Galaxian, Out Run sowie etliche andere Ikonen und erklärt, wie Castle Wolfenstein eigentlich zu seinem Namen kam. Die Geschichte wird wunderbar vorgetragen von David Nathan, der nicht nur die Synchronstimme von Johnny Depp ist, sondern auch sämtliche erschienenen Hörbücher von Stephen King liest, zuletzt das 52 Stunden Epos “ES”. Bei David Nathan habe ich das Gefühl, dass auch er die von ihm vorgetragene Geschichte am eigenen Leib erfahren und erspielt hat. Garniert wird alles mit kleinen Sprechrollen von Simon Jäger (Synchronstimme von Matt Damon) und Joachim Kerzel (Synchronstimme von Anthony Hopkins), die aus einem Hörbuch stellenweise ein Hörspiel werden lassen. Simon Jäger ist als Hörbuchsprecher bekannt aus Büchern wie “Der Augensammler” (Fitzek), “Die Bibel nach Biff” (Moore) oder “Der Patient” (Katzenbach). Joachim Kerzel kennt man aus Romanen wie “Ivar Leon Mengers Darkside Park” (Menger, Beckmann, Rost) und vielen anderen.

Marc Fehse hat zu diesem Hörbuch also die Creme der deutschen Synchronsprecher aufbieten können und allein dafür lohnt sich nicht nur das Reinhören. Dieser Roman ist als Liebeserklärung an die 80er ein Pflichtkauf für die spielenden jetzt Enddreißiger und älter, die sich auf eine Reise in ihre Kindheit begeben möchten. Aber auch den Jüngeren, die erst mit Wii, XBOX und Playstation “groß” geworden sind, möchte ich Extraleben ans Herz legen. Noch nie wurde Videospielgeschichte so witzig und umfangreich präsentiert.

Und da ich ohnehin alle alten Konsolen angeschlossen zur Hand habe, werde ich jetzt an meinem allerersten Atari VCS mit Holzblende und 6 Schaltern von 1978 eine Runde Pac-Man, Galaxian, Asteroids und Missile Command zocken. Mein Atari ist nämlich nicht in Alamogordo gelandet und läuft noch heute wie am ersten Tag.

 

Nach einer Idee von Constantin Gillies
Dialogbuch: Constantin Gillies
Regie: Marc & Carsten Fehse
Gesamtleitung: Marc Fehse
Produktion: Marctropolis
Idee/ Umsetzung: Coners | Fehse
Cover: CSW Verlag | Enno Coners | Marctropolis
Sound FX & Musik: Marcel Schweder
Release: Oktober 2011
Dauer: ca. 500 Minuten

Webseite www.hoerbuch-extraleben.de

Download bei www.claudio.de

Website von David Nathan