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Games Convention 2008 – der Abgesang der Messe in Leipzig

Die Games Convention 2008 stand für mich unter einem ganz besonderen Stern. Statt wie in den Jahren zuvor die Messe als an Videospielen interessierter Fan zu besuchen, waren wir dieses Jahr als Fachbesucher für unsere eigene Firma unterwegs. Wir arbeiten seit nunmehr 9 Monaten an unserem Projekt 24Level.com und hatten im Vorfeld der Messe reichlich Termine mit Ausstellern und Seitenbetreibern vereinbaren können. Für uns ging es darum, uns vorzustellen und das eine oder andere konstruktive Gespräch führen zu können. Das wir bei aller Hoffnung auf einen für uns erfolgreichen Messe-Verlauf im Business Center würden „Klinken-putzen“ müssen, war uns von vornherein klar. Dennoch hatten wir nicht mit einer dermaßen positiven Resonanz gerechnet.

Uns wurde vor der Messe klar gemacht, dass die Publisher über unsere Videospiel-Auktionsplattform nicht wirklich glücklich sind, da man doch lieber neue Spiele verkauft, statt dem Handel mit gebrauchten Spielen zuzusehen. Das die Publisher aber mit dieser Aussage doch ziemlich alleine stehen, zeigen die Reaktionen der Spieler alleine schon auf die Ankündigung von 24Level.com. Weit über 100.000 Klicks bis zum heutigen Tag in nicht ganz zwei Monaten auf eine im Rohbau befindliche sowie eine News-Seite, etliche nette Mails und konstruktive Vorschläge, was vom Spieler gewünscht und von 24Level.com erwartet wird, sprechen eine deutliche Sprache. Auch maßgeblich für eine solch hohe Anzahl an Klicks ist der Bericht über unser Projekt in der Computer Bild Spiele (Ausgabe 10/2008), besonderer Dank dafür an Boris Connemann. Wir bieten an dieser Stelle den Publishern immer wieder gerne die Zusammenarbeit an. Auf unserer News-Seite news.24level.com veröffentlichen wir parallel die aktuellsten Presse-Mitteilungen und Ankündigungen von inzwischen 12 Publishern, wir sind für Ideen offen und an jeglicher Art von Zusammenarbeit selbstverständlich auch mit allen Seitenbetreibern von Videospielen und Videospiel-Händlern interessiert. So wurde uns von jeweils einem Publisher und einem Zubehör-Anbieter inzwischen ein Online-Shop avisiert.

Wir bedanken uns hiermit für nette Gespräche, konstruktive Kritik, Hilfe und Kooperationen bei

  • Boris Connemann (Computer Bild Spiele)
  • Rene Menzel (Bigben interactive GmbH)
  • Jörg Schindler (Zuxxez Entertainment AG)
  • Spillout (eAxis.bigben)
  • Tobias Schulte und Minh Thuan Huynh (xboxdynasty)
  • Sandra Kirschbaum (SegaStuff)
  • Florian Bergmann (flobbymedia)
  • Marcus Polster (micropayment GmbH)
  • Christine Schulz (USK)
  • Stefan Wagner (oNyX eSports)
  • Matthias Au (Clan DoH)
  • Marcel Zielinski (retrolum.de)

 

Zur Messe an sich ist in diesem Jahr einiges zu sagen. Im Vordergrund stand ganz klar der im Vorfeld eskalierte Streit um den Erhalt der Messe in Leipzig und den angekündigten Umzug nach Köln. Einige wenige Publisher hatten sich zuvor für eine neue Messe in Köln ausgesprochen (hier soll Gerüchten zufolge EA treibende Kraft gewesen sein – deren Hauptsitz zufällig in Köln liegt), viele andere bevorzugen wohl den alten Standort. Der BIU hat sich aber nun für Köln als neuen Austragungsort ausgesprochen, die nächste Messe findet unter dem Namen GAMESCom ab September 2009 dort statt. Begründungen für den Wechsel sind unter anderem stagnierende Besucherzahlen (die angestrebte 200.000 Besucher-Marke wurde klar verfehlt), mangelnde Kapazitäten (ausgebuchte Hotels schon im April) und eine schlechte Verkehrsanbindung. Ob nun in Köln alles größer, besser und schöner wird, bleibt aus Sicht des Spielers einmal dahingestellt. Lassen wir uns überraschen und verabschieden uns hiermit von Leipzig.

Selbstverständlich gab es aber trotz des Abgesangs in Leipzig auch dieses Jahr wieder reichlich kommende Spieleperlen zu bewundern, von denen ich hier nur einige wenige, für mich herausragende Titel, vorstellen möchte. Mein persönliches Highlight neben Tomb Raider Underworld und Wheelman war Acticision mit seiner riesigen und an allen Tagen umringten Guitar Hero World Tour Bühne! Was Activision hier endlich nach Jahren der immer gleichen Tony-Hawks Parcours präsentierte, war schlichtweg bombastisch. Neben der riesigen Bühne, auf der sich auch der Tele-Tubby-Kasper Elton tummeln durfte, luden schallisolierte, als Wohnzimmer designte Kabinen zum ausgiebigen Probe spielen ein. Hier ab Donnerstag ein Plätzchen an einer Gitarre oder gar einem Schlagzeug zu ergattern glich einem Zufallstreffer. Um es kurz zu machen: Das für den Herbst angekündigte Guitar Hero World Tour mit neuem Schlagzeug ist nicht nur für Fans ein Pflichtkauf, man muss nicht mehr neidisch nach nebenan auf EA´s Rock Band schielen, die groß am Microsoft-Stand vertreten waren.

Was Chrystal Dynamics bzw. Eidos mit dem neuen Tomb Raider Underworld präsentiert ist nicht nur für Fans der Serie ein echter Hingucker. War schon Tomb Raider Legends für mich das beste Tomb Raider aller Zeiten, so toppt Underworld dieses noch einmal. Im neuen Teil dreht sich alles um Thor`s Hammer. Glücklicherweise haben sich die Entwickler dazu entschlossen, mehr Rätsel und Kletterpartien, statt unnötige Kämpfe mit Schießereien in das Spiel einzubauen. Lara verfügt im neuen Spiel nun auch über eine Art Sonargerät, welches sie versteckte Fallen und Gegenstände erkennen lässt. Der neue Mehrzweckhaken erinnert jedoch ein wenig an die Wandläufe von Prince of Persia. Schön war der Vergleich zwischen direkt nebeneinander aufgestellter XBOX 360 und PS3. Erstaunlicherweise wirken die Texturen auf der PS3 eher matschig und man hantiert mit Nebel ähnlich dem seeligen N64, um weiter entfernte Texturen und Objekte zu verdecken, während auf der XBOX 360 eine fantastische Fernsicht herrscht. Aber egal für welche Version man sich entscheidet, der 21.11.2008 sollte im Kalender markiert sein, denn das ist der offizielle Erscheinungstermin für die neue Lara.

Fans wilder Verfolgungsjagden, Schießereien und Crash-Orgien pur dürfte bei Wheelman von Midway das Herz aufgehen. Ich hatte das Glück am Mittwoch von einem der Entwickler eine exklusive Einführung in die Feinheiten des Spiels zu erhalten. Ihr steuert Vin Diesel in einer offenen, frei befahrbaren Stadt in orginalen Fahrzeugen und versucht euch die Polizei vom Hals zu halten. Dazu ist jedes Mittel recht. Ob ihr den Freund und Helfer von der Straße in einen Brückenpfeiler rammt oder während einer 360 Grad-Drehung in einer Zeitlupensequenz per Schusswaffe sauber zum Explodieren bringt, bleibt euch überlassen. Ist eure Karre Schrott, steigt ihr während der Fahrt in den nächsten Wagen um, entledigt euch des momentanen Fahrzeugführers und weiter geht die wilde Fahrt. Beim Probespielen waren nur originale Fahrzeuge unterwegs, dabei habe ich dann feststellen müssen, das ein Smart als Fluchtfahrzeug gänzlich ungeeignet ist. Angekündigt ist das Spiel für das Frühjahr 2009, ich warte ungeduldig.

Ansonsten war die Games Convention 2008 eine Messe wie die vergangenen: Laut, voll und stickig. Microsoft präsentierte mit Lips und SceneIt 2 neue Titel, Sony war mit dem überragenden Little Big People am Start und Nintendo glänzte durch Abwesenheit. Wenn man sich lieber auf die Pokemon-Days in Kaufhäusern konzentrieren möchte, dann viel Spaß dabei. Mal sehen, ob man sich nächstes Jahr nach Köln bequemt, oder sich doch lieber auf ahnungslose Hilfskräfte verlässt, die zwar neben einem bekannten Elektronik-Fachmarkt Mario & Sonic präsentieren, aber noch nie etwas von Mario Galaxy gehört haben.

Ach ja, mir fällt noch ein Grund ein, warum ich mich nächstes Jahr auf die Messe in Köln freue: Habe ich mich letztes Jahr über einen mikroskopischen Hot-Dog aufgeregt, war es dieses Jahr eine angebliche Rostbratwurst auf der Messe. Ständen die Jungs vor dem Olympia-Stadion in Berlin und würden solch eine Wurst verkaufen, würde man ihnen die Bude anzünden und sauber ausbrennen lassen. Eine Rostbratwurst heißt Rostbratwurst, weil sie auf einem Rost gegrillt und nicht in Fett gekocht wird!!! Ich hoffe, die Messe-Verpflegung ist in Köln besser.

Die Games Convention zieht nach Köln

Aus der Games Convention wird die GAMESCom und aus Leipzig wird Köln. Nachdem die Games Convention seit ihrem Start im Jahr 2002 eine Erfolgsgeschichte sondersgleichen geschrieben hat, findet 2008 die letzte Veranstaltung dieser Art in Leipzig statt. Der Vertrag zwischen der Messe Leipzig und dem BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware) läuft aus und wird nicht mehr verlängert. Grund ist laut BIU, daß die Messe in Leipzig an ihre Grenzen gestoßen sei und man sich mit dem Standort Köln einen neuen Schub für die Branche verspricht. Die Besucherzahlen in Leipzig stagnierten und der Standort sei auch bei den Hotelkapazitäten am Ende.

Diese Argumente sind wohl nicht von der Hand zu weisen. Als jahrelanger Besucher der Games Convention weiß ich aus eigener Erfahrung, daß die Messe an sich in den letzten beiden Jahren nichts wirklich Neues bot. Das lag einerseits am mangelnden Platz der Ausstellungsfläche an sich, der im letzten Jahr schon mit einem neuen Außenbereich kaschiert wurde, aber andererseits auch an den Ausstellern selbst, die hier mehr einen Presse-Event denn eine Messe zelebrierten. Besucher ohne Zugang zum Business-Center wurden in den letzten beiden Jahren mit bereits im Internet sichtbaren Trailern abgespeist, während die Presse hinter verschlossenen Türen neueste Software anspielen und ausgiebig begutachten durfte.

Ich persönlich bin gespannt, ob der neue Standort Köln nicht eine alte Messe in neuem Gewand wird. Es nützt nichts, den Standort zu wechseln, ohne das grundlegende Konzept an sich zu überdenken, 99% aller Besucher sind nun mal nicht im Besitz eines Pesseausweises. Und Sinn und Zweck einer solchen Messe sollte es doch für alle Aussteller sein, sich und ihre Produkte der breiten Masse zu präsentieren und nicht im Stile der E3 in LA sich selbst zu feiern und zu beweihräuchern. Solange dieses nicht verstanden wird, ändert sich für den normalen Besucher nichts, außer eben der Standort. Und dem zahlenden Kunden ist es vollkommen egal, ob die größte europäische Spielemesse Games Convention oder GAMESCom heißt und ob die nun in Leipzig, Köln oder sonstwo stattfindet, solange man für sein Eintrittsgeld gut unterhalten wird und weiteres Geld sinnvoll in neue Soft- und Hardware investiert werden kann. Dieses Geld gibt man aber nur aus, wenn man auch weiß wofür … und das sind nunmal keine Videofilmchen oder Trailer aus dem Internet, sondern die neueste anspielbare Soft- und Hardware.

Games Convention 2007 – Messe Babes

Sex sells ist anscheinend das Motto der kleinen und kleineren Aussteller auf der Games Convention und so kommt es, daß man auf der GC an den Ständen eben dieser Teilnehmer die am knappesten bekleideten Damen findet. Wenn anscheinend das Angebot nicht wirklich überzeugt, lockt man den (noch) überwiegend männlichen Käufer eben mit hübschen Mädels. Dabei kann die spärlich vorhandene Bekleidung manchen Aussteller gar nicht knapp genug sein. Bestes Beispiel ist das Bodypainting oben links, bei dem sich die Dame nur mit String bekleidet dem mit Kameras bewaffnetem Publikum präsentieren „durfte“ … Ich habe mich dieses Jahr auf der GC 07 mit vielen der Damen unterhalten, um etwas über den doch ziemlich harten Job „Messe Babe“ zu erfahren:

Die Aussteller fordern ihr Personal meist über eine Agentur an. Am Dienstag vor der GC erfolgt eine Einweisung, bei der die vorgestellten Spiele und Geräte vorgeführt und erklärt werden, denn nicht jede(r) hat wirklich Ahnung von der Materie Videospiele und Konsolen. Der Arbeitstag beginnt in den meisten Fällen um 8.00 Uhr und endet ca. 30 Minuten nach Messe-Ende, d.h. Minimum 10,5 Stunden auf den unter Umständen viel zu hochhackigen Beinen zu sein, freundlich die ewig gleichen Fragen der Besucher zu beantworten und dabei stets ein Lächeln im Gesicht zu haben.

Meine Frage nach dem Gehalt wurde nur ein einziges Mal hinter vorgehaltener Hand beantwortet: Einer der großen Aussteller zahlt seinen Damen angeblich 100€ am Tag, viele andere verdienen wohl im Durchschnitt weniger. Für Personal, welches nicht aus Leipzig und Umgebung stammt, ist Kost und Logie frei, der Aussteller übernimmt die Hotel- und Verpflegungskosten.

Games Convention 2007- Messe oder Kino?

Für mich persönlich war die diesjährige GC etwas ganz Besonderes, auch wenn die Messe an sich mehr Kino als Spielemesse war. Ich durfte schon Wochen vor dem eigentlichen Veröffentlichungs-Termin Halo 3 spielen und Frank Halgasch von Microsoft, sowie die Bungie-Entwickler persönlich kennen lernen. Aber dazu später mehr.

Nachdem die letztjährige GC ein Schlag ins Gesicht der Spieler war, war ich darauf gespannt, ob die Veranstalter und Aussteller aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt haben. Nintendo und Sony verweigerten ja 2006 den Besuchern ihre neuen Konsolen, welche nur den Fachbesuchern und der Presse vorbehalten waren. Und auch das neue Konzept der E3 ließ für die GC2007 Schlimmeres befürchten. Dort stellten die Hersteller ihre kommenden Spiele nur auf Pressekonferenzen vor. Und leider lief die GC 2007 ähnlich: Auf der einen Seite Ausstellungsfläche wie noch nie und ein neuer Außenbereich, auf der anderen Seite kommende Highlights nur für die Presse hinter verschlossenen Türen im Business Center. Den Vogel schoss hier, wie im letzten Jahr, wieder einmal Nintendo ab. Um es mit einem Wort zu sagen: Langweilig!!!

Nicht nur, daß der Stand wieder einmal steril weiß mit dem Charme eines Wartezimmers beim Zahnarzt präsentiert wurde, war von Super Mario Galaxy und Metroid Prime 3 nichts zu sehen. Der DS wurde nur mit Big Brain Academy und Englisch Trainer in einer Art Klassenzimmer gezeigt, die Wii „glänzte“ mit dem ohnehin der Konsole beigelegten Wii Sports. Ob man Wii Fit wirklich benötigt, sei mal dahingestellt, mich jedenfalls beginnt der Begriff „Casual Gamer“ zu nerven. Und anscheinend wird für jede Art von Bewegung ein neues Zubehörteil bei Nintendo erscheinen. Ich bin gespannt, ob es demnächst „Wii Fingerhakeln“, „Wii-Seilhüpfen“, „Wii-Trampolin“ oder den „Wii-Kochkurs“ mit eigens dafür produzierten Zubehör wie dem „Wii-Jumping-Jack“ oder dem „Wii-Kochset-aus-Edelstahl“ gibt ???

Ganz anders Sony. Dort hat man anscheinend begriffen, dass nicht die Gelegenheitsspieler (neudeutsch: Casual Gamer), sondern die „echten“ Zocker für deren Erfolg verantwortlich sind. Nach der derben PS3-Enttäuschung vom letzten Jahr, präsentierte Sony mal wieder einen Messe-Stand, der den Begriff auch verdiente. Displays, so weit das Auge reicht und ganz viel Software für alle Systeme. Mein persönliches Highlight war hier WipeOut für die PS3. Das Pad in die Hand genommen und sofort wieder dem Spiel verfallen, so sollen Fortsetzungen sein, wenn es schon nichts innovativ Neues gibt. Trotzdem ist mir persönlich das Software-Angebot noch immer zu dünn und der Preis der PS3 viel zu hoch. Die Konsole bleibt halt solange beim Händler, bis Sony den Preis massiv senkt.

Fast schon gewohnt souverän präsentierte sich Microsoft. Neben dem mit viel Grün entspannend wirkenden Innenbereich, in der einige der kommenden Hits wie Blue Dragon und PGR4 angespielt werden konnten und der vom letzten Jahr bekannt guten VIP-Lounge, stand bei MS alles im Zeichen von Halo 3. Um dies zu unterstreichen, konnte man bei MS den höchsten Ausblick der Messe genießen. Im Außenbereich war ein Riesenrad aufgebaut, in dessen Mitte, sichtbar bis in die Leipziger Innenstadt, das Halo 3 Logo prangte. Nach einer Runde, in der man in der Gondel einen Halo 3 Real-Clip bewundern durfte, konnte man am Ausgang kurzzeitig den Multiplayer von Halo 3 anspielen. Dieses habe ich mir aber geschenkt, da ich nach Messeschluss auf Einladung von Microsoft eine exklusive Halo 3 Präsentation der Bungie-Entwickler genießen durfte. Um es kurz zu machen: Es sieht aus wie Halo, spielt sich wie Halo, klingt wie Halo und es ist der brachialste Teil der Trilogie !!! Mit diesem Titel wird MS neue Umsatzrekorde verzeichnen und wer noch keine XBOX 360 hat, kauft spätestens jetzt eine. Positiver Nebeneffekt einer solchen Veranstaltung: Man knüpft nette Kontakte, wie den zu Frank Halgasch von Microsoft oder den Jungs von XBOX-Dynastie.

Natürlich waren aber nicht nur die „3 Musketiere“ auf der Messe vertreten. Ubisoft glänzte mit Assasins Creed und Rayman Ravin Rabbids 2, Sega lässt die ehemaligen Erzfeinde Sonic und Mario bei den Olympischen Spielen gegeneinander antreten und EA präsentiert das ewig Gleiche mit der Endziffer „08“.

Auffällig war, dass die Messe zwar mit mehr Ausstellungsfläche aufwartet, die Hersteller aber immer weniger Games zum Anspielen bereitstellen. Viele Spiele wurden nur als Trailer präsentiert, für die man dann auch noch ewig anstehen musste. Also, liebe Hersteller, wenn ich Filme sehen will, gehe ich ins Kino. Dafür brauche ich keine Games Convention, zumal diese Trailer ohnehin kurz vor oder nach der Messe im Internet zu finden sind.

Und noch eine Bitte an den Organisator, die Messe Leipzig: 2,50 € für einen Zeigefinger-„großen“ Hot-Dog ohne Senf oder Ketchup sind ein Witz. Und wenn bekannt ist, daß ein Unternehmen wie Microsoft nach Messeschluss noch eine längere Veranstaltung hat, sollte nicht das gesamte Gelände verschlossen werden, oder Nachtwächter eingestellt werden, die wissen, wo sie sind und was sie tun. Ich habe um 21.00 Uhr ca. 90 Minuten benötigt um das Messegelände verlassen zu können, weil entweder Türen zu waren oder ahnungslose Angestellte durch die Hallen laufen. Nicht nur ich kenne jedenfalls jetzt das gesamte Messegelände …

Games Convention 2006 – Quo Vadis Games Convention?

Treue Besucher unserer Seite kennen unsere jährlichen Berichte der Games Convention. Vor dem Besuch der diesjährigen Messe stand für mich neben der Vorfreude auf die GC ganz klar wieder die Berichterstattung und die Vermittlung der persönlichen Eindrücke von Spieler zu Spieler im Vordergrund. Leider verlief die diesjährige GC nicht wie gehofft und erwartet, deswegen auch der etwas ungewöhnliche Titel. Aber wo fängt man an, wenn aus Sicht derjenigen, die die Messe schon mehrfach besucht haben, die diesjährige Veranstaltung ungewöhnlich schlecht war ? Man geht zurück zu den Wurzeln und lässt Vergangenes Revue passieren …

Die Games Convention hat sich im Laufe ihrer ganz kurzen Geschichte als größte europäische Spielemesse etabliert. Ständig wachsende Besucherzahlen und jährliche Besucherrekorde gaben dem Konzept Recht, so wie es bisher praktiziert wurde. Der Spieler konnte sich vor Ort über die neuesten Spiele und technischen Entwicklungen informieren und sich mit Gleichgesinnten und selten auch mal einem Entwickler austauschen. Das es nebenbei reichlich gute Fanartikel wie Prospekte, Schlüsselbänder und andere Gimmicks gab, machte die Messe umso symphatischer. Die zahlreich vertretenen Aussteller warben mit großen Präsentationen um den Spieler als zahlenden Kunden. Denn der Spieler war bisher das Objekt der Begierde der Hersteller, da dieser letztendlich als Käufer über Erfolg oder Misserfolg eines Spieles zu entscheiden hatte. Denn nicht alles, was von einem Hersteller als Innovation oder Spiel der Superlative angepriesen wurde, war schlussendlich auch ein Verkaufsschlager für den Produzenten.

Im Jahr 2006 erwarteten die Besucher ein ähnliches oder größeres Spektakel als in den vergangenen Jahren, zumindest diejenigen, die die Messe schon mehrfach besucht hatten. Im Vorfeld stand die Vorfreude auf Nintendos Wii und Sonys PS3, die jedoch schon kurz vor der Messe in Ernüchterung umschlug. Nintendo kündigte kurz zuvor an, den Wii nur dem Fachpublikum zu präsentieren und bei Sony war klar, das die PS3 nicht anspielbar sein wird. Was also blieb dann von dieser Games Convention übrig ? Selbstverständlich gab es einige neue und gute Software zu bestaunen und zu spielen, aber letztendlich gab es auf der gesamten GC keine Innovation, kein Titel, der nicht schon bekannt war oder einen Titel, der anders war als andere. Die gesamte Messe bestand aus Aufgüssen alter Titel, Umsetzungen für andere Systeme, bekannten Konzepten und alten Spielen in neuem Gewand. Beispiele gefällig ? FIFA, NHL, Tony Hawk, PES, Metal Gear Solid, Star Wars, Splinter Cell, NHL 2K, Call of Duty, Need for Speed, Dragonball, Die Sims, Mortal Kombat und etliche andere mit neuer Jahreszahl, neuer Durchnummerierung oder Zusatz im Titel … einzig das bereits erschienene Test Drive Unlimited versprach zwar mit altem Titel aber völlig neuem Online-Konzept ein wenig Spannung.

Da Nintendo die Wii nicht den Spielern präsentierte, sollte man glauben, dafür praktisch zum Trost ersatzweise einen Messestand der Superlative vorzufinden. Aber weit gefehlt. Steriles Weiß soweit das Auge reichte und DS-only mit bekannter Software als alleiniges Wundermittel gegen den Wii Verzicht. Dazu alte Videos auf Großleinwand, die seit Wochen und Monaten ohnehin durch das Internet bekannt waren und Gogo-Tänzerinnen im Schulkindalter. Als Gimmick gab es selbstverständlich wieder das bekannte Game-Tester T-Shirt, wenn man denn trotz des Andranges dazu kam, einen DS zu spielen. Weiterhin war auf dem gesamten Stand nicht ein Gamecube zu finden. Diese Konsole ist beerdigt, bevor der Wii das Licht der Videospielwelt erblickt hat. Durch Insiderinformationen erfuhr ich dann allerdings, dass dieses Geschäftsgebahren von Nintendo Japan angeordnet war. Selbst Mitarbeiter von NoE werden über den tatsächlichen Sachstand des Wii im Unklaren gelassen. Man darf also hoffen, dass Nintendo zur Premiere noch die eine oder andere Überraschung für den Spieler parat hat.

Sony war natürlich mit der PSP, die auch wieder ausgeliehen werden konnte, in großem Stil vertreten. Aber selbstverständlich richtete sich das Hauptinteresse auf die PS3. Hatte Microsoft im letzten Jahr die XBOX zwar auch unter Glas, aber in reichlicher Stückzahl und diversem Zubehör präsentiert, so hatte Sony genau eine (!) PS3 unter einem Glaskasten zur Ansicht ausgestellt. Erster Eindruck: Die PS3 ist riesig, die lackschwarze Oberfläche sollte nicht ohne Handschuhe berührt werden, da man auf dem Gehäuse schon jetzt jedes Staubkorn erkennen konnte. Da keine Konsole anspielbereit war, wurden selbstverständlich auch die angekündigten Spiele wie Motorstorm nur als Video auf diversen Großbildfernsehern gezeigt. Dabei scheiden sich natürlich wieder die Geister, ob das Gezeigte In-Game-Grafik oder ein vorgerendertes Video ist. Allerdings bin ich persönlich von den angekündigten Launch-Titeln noch nicht vollständig überzeugt, selbst wenn die gezeigten Videos Spiele-Grafik darstellen sollten.

Und damit kommen wir zum heimlichen Gewinner der GC 2006, wenn man denn den Ausdruck so verwenden möchte: Microsoft und die XBOX 360. Nicht nur das XBOX-Live-Gold-Mitglieder freien Eintritt hatten, sie wurden auch noch in einer speziellen VIP-Lounge (plus einer Begleitperson) mit 2 Freigetränken versorgt. Dort konnte man an reichlich Konsolen die neue Live-Kamera testen, sein Foto auf eine mitgebrachte Speicherkarte ziehen und natürlich ganz entspannt zocken. Dabei lernte man dann Menschen persönlich kennen, die man bisher nur über XBOX-Live und mit ihrem Nick kannte. Einige neue Spiele wurden ebenso präsentiert, wie der Marktplatz mit z.Bsp. UNO den XBOX-Neulingen nähergebracht wurde.

Alles in Allem war die diesjährige Games Convention nicht nur für mich eine herbe Enttäuschung, die nur durch die Hoffnung auf die nächste Messe und dann der Anwesenheit aller Konsolen ein wenig gemildert werden kann. Aber wenn man nun liest, dass die Hersteller sich vom bisherigen Konzept der E3 in Los Angelos verabschiedet haben, weil sie keinen ausreichenden Kosten-Nutzen Faktor mehr für eine solche Messe erkennen können, muss man als Spieler das Schlimmste befürchten. Nach der GC in Leipzig waren die Hersteller mit sich und dem Messeverlauf zufrieden, wie man den diversen Pressemitteilungen entnehmen durfte. Wie aber bitte kann das sein, wenn zahlreiche Besucher diese Messe als die schlechteste aller Games Conventions empfanden ? Klar hatte die GC auch dieses Jahr wieder einen neuen Besucherrekord zu verzeichnen, aber wenn die E3 schon verändert wird, folgen dann demnächst die Tokyo Game Show und die Games Convention ? Sind die Videospieler nicht der alleinige Kosten-Nutzen Faktor und geht es nicht in erster Linie um den Verkauf von Videospielen, Hardware und Zubehör ? Wenn Spiele oder Hardware nur noch ausgewählten Pressemitarbeitern zugänglich sein sollen, muss sich die Videospielindustrie fragen lassen, ob das der richtige Weg ist, bzw. wird. Der Spieler ist der zahlende Kunde, die Presse kauft keine Spiele und Konsolen. Und bei manchen Magazinen hat man leider das Gefühl, das Testberichte aufgrund der Größe des Distributors nicht immer ganz vorurteilsfrei bewertet werden (können).

Wohin führt nun der Weg der Videospielindustrie? Erinnert sich noch jemand an die Selbstherrlichkeit und Selbstzufriedenheit vieler Hersteller vor dem ersten Crash der Videospielbranche zu Zeiten eines Atari VCS? Auch dort ging die Industrie davon aus, das der Kunde jedes noch so schlechte Spiel kauft … ein folgenschwerer Irrtum !!!

Games Convention 2005 – darf es etwas mehr sein?

Die vergangenen Veranstaltungen waren schon klasse, aber die Games Convention 2005 war überragend. 137.000 Besucher, hunderte Welt-und Europa-Premieren und die Präsentation der PSP und XBOX 360 machten diese Messe zum Mega-Event.

Aufgrund unserer Erfahrungen der letzten beiden Messen machten wir uns dieses Jahr schon am Donnerstag zur Eröffnung auf den Weg. Dies war, wie sich anhand der immensen Besucherzahl später herausstellte, eine kluge Entscheidung und außerdem war nur am Donnerstag der Sonic-Entwickler Yuji Naka zu einer Autogrammstunde am Gamepro Stand anwesend. Ich konnte mir tatsächlich auf einem fast 13 Jahre alten Sonic-Aufkleber aus seligen Video-Games Zeiten ein Autogramm sichern (siehe Foto)!!!! Andere Leute kamen mit japanischen Sonic Mega Drive Spielen oder brachten sonstige Sonic Artikel zum Signieren mit. Eine Besucher hatte sogar eine japanischen Dreamcast dabei.

Wie jedes Jahr gaben sich alle bekannten und weniger bekannten Firmen ein Stelldichein. Und irgendwie werden die Messestände von Jahr zu Jahr gewaltiger und imposanter. Die unserer Meinung nach imponierendste Show lieferte wohl Electronic Arts. Eine riesige Fläche wurde außen im Stil der Münchner Allianz-Arena gestaltet. Innen wurde man von brachialen Sound und einer 360 Grad Leinwand fast erschlagen. Auf dieser Leinwand wären wahrscheinlich auch Pac-Man oder die Space Invaders noch einmal zum Verkaufsschlager mutiert.

Aber auch Nintendo wartete dieses Jahr mit nie dagewesener Ausstellungsfläche auf. So wurde der DS mit allen für den Herbst angekündigten Spielen der breiten Masse näher gebracht. Präsentiert wurden die künftigen Highlights Meteos, Advance Wars – Dual Strike, Nintendogs und natürlich Mario Kart DS. An mehreren Bildschirmen war auch das neue Zelda – The Twighlight Princess für den Gamecube anspielbar, was ja nun wohl auf Anfang 2006 verschoben wurde. Leider blieb es hier für Claudia aufgrund des Andrangs beim Anschauen, aber nicht beim Anspielen. Auch wurde der „neue“ GBA Micro vorgestellt, der aber für mich ein wenig nach Abzocke riecht. Wer braucht wirklich die dritte Version eines GBA, trotz auswechselbarer Oberschalen?

Neben diesen Perlen gab es aber auch von den anderen reichlich und satt neue Software zu bestaunen. Unser persönliches Messehighlight war eindeutig Darkwatch von Ubisoft, welches aus der breiten Masse der 08/15-Egoshooter herausstach. Eine Mischung aus Western- und Vampistory mit der entsprechenden grafischen Aufmachung stellt in diesem Bereich eine Neuerung dar. Sega präsentierte einige neue Sachen, bei denen für mich Sonic Rush für den DS mein persönliches „Must have“ ist. Ein klassisches 2D Sonic in affenartiger Geschwindigkeit über beide Bildschirme … Wahnsinn!!!

Die Präsentation von King Kong, von dem vor der Messe ja keine bewegten Bilder zu sehen waren, interessierte uns besonders. Dafür waren wir dann auch besonders enttäuscht. Was nützt die beste Grafik, wenn das Spiel ein Prügelspiel like Tekken in Affen- und Dinosaurier-Verkleidung ist ? Ebenfalls enttäuschend war PES 5, bei dem die Änderungen zum Vorgänger mit der Lupe zu suchen sind. Und außerdem hat es wieder mal keine deutschen Original-Lizenzen. Einzig interessant war die 0:1 Niederlage des Entwicklers „Seabass“ gegen einen Besucher am Konami Stand. Bei 187 – Ride or Die stellten wir uns wieder einmal die Frage, wer einen solchen Schwachsinn wirklich braucht ? „Drive by Shootings“ und mangelndes Law and Order hatte ich schon bei GTA San Andreas genug und irgendwann reicht das. Weiterhin kann ich mit den reichlich vorgestellten Trendsport-Spielen nicht so viel anfangen. Activision stellte hier wieder einmal reichlich neues Futter vor. Und auch das Thema 2. Weltkrieg-Shooter ist nun zur Genüge ausgekaut und durchgelutscht worden, so daß wir diesen Spielen keine weitere Beachtung schenkten.

Aber wieder zum Positiven: Tomb Raider Legends wird endlich wieder das klassische Tomb Raider wie der legendäre erste Teil. Lara erforscht mit neuen Animationen wieder Höhlen und legt Kletter- und Sprungpassagen hin, daß es eine wahre Freude ist … back to the roots. Chrissie hatte es besonders Spartan – Total Warrior angetan. In antiken Massenschlachten metzeln sich von hunderte von Figuren ruckelfrei im Stile von Dynasty Warriors nieder. Alle auf der Messe präsentierten Highlights hier zu erwähnen sprengt wie jedes Jahr den Rahmen, aber das Weihnachtsgeschäft wird für Spieler und Sammler wieder kostspielig, will man nur einen Bruchteil der angekündigten Spiele sein Eigen nennen.

Und apropos kostspielig: Sony und Microsoft präsentierten ihre neuen Babys. Sony vermietete die PSP zum ausgiebigen Testen und somit ohne Stress im Nacken an interessierte Besucher. Wer darauf keine Lust hatte konnte sich der PSP aber trotzdem nicht entziehen. Reichlich Messe-Babes drücktem einem das Teil in die Hand, ob man wollte oder nicht. Und die Konsole ist ja auch genial. Sensationelle Grafik im PS2 Stil, riesiger Bildschirm und edles Design katapultieren die PSP an allen anderen Handhelds vorbei. Ob sich allerdings die UMD zum Abspielen von Filmen durchsetzen wird, wage ich zu bezweifeln. Ich kaufe mir einen Film nicht in 2 Versionen (DVD + UMD). Da sollte Sony überlegen, ob man nicht Bundles mit beiden Versionen eines Films veröffentlicht. Auch ist das anfängliche Spiele-Angebot noch nicht das, was ich mir erhofft habe, deswegen warte ich noch mit dem Kauf der PSP. Aber das wird schon … Nebenbei bot Sony einen witzigen Service an: Für eine Stunde konnte man sich eine freundliche Sony-Mitarbeiterin „mieten“, die dann einen Film von seinem persönlichen Messe-Besuch drehte. Diesen Film bekam man dann auf einer DVD ausgehändigt.

Auch Microsoft ließ sich zur Präsentation seiner XBOX 360 nicht lumpen. Im Theater-Stil mit riesiger Leinwand wurde von einer PRO7 Moderatorin, deren Name mir entfallen ist, die neue Konsole vorgestellt. Reichlich Trailer von neuen Spielen, z. Bsp. Ghost Recon 3, rundeten das ganze ab. Und auch die XBOX 360 wird ein „Must Have“. Technisch ohnehin ein Highlight besticht das Design der Konsole und macht diese garantiert zu einem Schmuckstück in jedem Spiele- oder Wohnzimmer. Die Konsole kommt laut Aussage der anwesenden Microsoft-Mitarbeiter „zu Weihnachten“. Inzwischen ist auch bekannt, das die XBOX 360 dann in 2 Versionen erscheinen wird, wobei die billige Variante (299,- €) wohl kaum in Frage kommt. Neben der fehlenden Festplatte muß hier einfach zuviel Zubehör nachgekauft werden, welches bei der teureren Version (399,- €) schon enthalten ist. Aber wie bei jedem Konsolen-Launch wird sich auch hier wieder der Spruch „Software sells Hard ware“ bewahrheiten. Wir hoffen, daß Project Gotham Racing 3 wirklich zum Erscheinen veröffentlicht wird.

Haben wir uns die letzten Male noch über die Merchandising-Sparpolitik der Aussteller geärgert, waren wir diesmal umso überraschter. An fast jedem Stand wurden bereitwillig Shirts, Schlüsselbänder und sonstige „Give Aways“ verteilt. Und dort, wo Artikel in die Menge geschleudert wurden, war diesmal Chrissies Neffe Mickel im Einsatz. Mit 1,92 Meter Körpergröße ergatterte Mickel allein bei Atari und Konami diverse Goodies, die wir sonst nie bekommen hätten … (danke für das Sega Shirt mit Yuji Naka Autogramm) Die nächste GC startet am 24.08.2006 und selbstverständlich sind wir auch nächstes Jahr wieder dabei …

Games Convention 2004 – wir treffen uns am Samstag

Die spinnen die Römer, denn dieses Jahr (19.-22.08.04) tobte in Leipzig das Leben. Waren wir letztes Jahr am Samstag in knapp 1:45 Stunden von Berlin aus vor Ort, standen wir dieses Mal alleine 35 Minuten ab Leipziger Flughafen im Stau. 109.000 Besucher wollten dieses Jahr die größte Europäische Spielemesse besuchen, davon wahrscheinlich alleine 99.000 am Sonnabend. Mit diesem Andrang hatten selbst die Aussteller wohl nicht gerechnet, so daß ab Samstag Mittag nicht einmal mehr Plastiktüten für das Info-Material verteilt werden konnten (Kommentar Nokia:“…wir brauchen noch was für Sonntag…“).

Wir hatten dieses Jahr allerdings das große Glück, Fachbesucher-Ausweise zu erhalten. So konnten wir nach den teilweise chaotischen Zuständen in den Hallen ab und an eine Erholungspause im Business-Center der Leipziger Messe einlegen. Die vertretenen Aussteller hatten hier ihre Konferenzräume und VIP-Lounges eingerichtet und wir waren als Fachbesucher mittendrin, absolut genial !!! Wenn man, so wie wir, nicht geschäftlich mit der Videospiel-Industrie verbunden ist, ist der Besuch dieser heiligen Hallen schon ein echtes Erlebnis, das wir nächstes Jahr auf alle Fälle wiederholen wollen.

Aber zur Messe: Wie schon im letzten Jahr war wieder alles vertreten, was Rang und Namen hat. Von Atari und Eidos über THQ und EA bis hin zu Ubisoft war alles vor Ort. Alle kommenden Hits konnten, wenn man die Geduld aufbrachte, sich in eine kilometerlange Schlange einzureihen, angespielt werden. Den meisten Andrang verbuchten hier wohl HALO 2 und DOOM 3. Es war schon Wahnsinn, wieviele Menschen sich hier anstellten, um die kommenden XBOX-Kracher anspielen zu können. Ein Vergnügen, auf das wir gerne verzichteten, weil diese Spiele ohnehin Pflichtkäufe sind.

Außer diesen Spielen gab es aber reichlich andere (Top)titel und -titelchen, die man, Geduld vorausgesetzt, ausgiebig anspielen und testen konnte. So erfährt OUT RUN nach über 18 Jahren ein Revival: grafisch opulent und spielerisch fast unverändert wie damals am Master System kommt OUT RUN 2 daher. Und da neue Ideen heute für ein Software-Unternehmen ein finanzielles Risiko bedeuten, baut man auf Bewährtes und legt Dinge wieder auf, die den Kiddies von heute nicht (mehr) bekannt sind, nämlich Sid Meier`s PIRATES. Vor Jahren für den Amiga, PC und das Mega Drive, sowie NES erhältlich, tauchen die Piraten spielerisch fast unverändert wieder am Horizont auf. Die vorgestellte Version war nur am PC spielbar, umgesetzt wird es leider nur für die XBOX.

Unser persönliches Messe-Highlight war allerdings CRASH`N`BURN, der legitime Nachfolger des PS1 Einstiegs- und Erfolgstitels Destruction Derby. Auch hier gibt es Kurse mit Kreuzungen, Arenen, in denen gewinnt, wer übrigbleibt und reichlich andere Spielmodi. Wo andere über ein Schadensmodell philosophieren, ist das bei CRASH`N`BURN in Perfektion enthalten. Reifen und Karosserieteile fliegen durch die Luft, Autos liegen auf dem Dach und Flammeneffekte brennender Fahrzeuge, wohin das Auge blickt. Das Spiel ist für uns jetzt schon eine Sensation. Ein weiteres Top-Spiel wird wohl SILENT HILL 4 – THE ROOM. Konami hatte hier für die stilgerechte Präsentation ein heruntergekommenes öffentliches Klo nachgebildet (s.Foto), in dem das Spiel auf allen Plattformen angespielt werden konnte.

Auch für Sony`s Eye Toy-Kamera gibt es reichlich Nachschub. So kann man bei EYE TOY PLAY 2 u.a. Tischtennis spielen, wobei die Hände und Arme als Schläger fungieren, Party-Fun garantiert. Auch andere Hersteller produzieren für die Kamera. Sega kommt mit SONIC HEROES. Hier wird Sonic statt mit dem Joypad mit den Händen durch die Level gesteuert. Vielleicht kommt die Kamera nach der Messe endlich auf Tour. Beliebt war auch die Tanzmatte. Neben den üblichen Tanz- und Hüpfe-Games veranstaltete Sony hier einen Wettbewerb im 400 Meter-Lauf, an dem jeweils 4 Spieler teilnehmen konnten und reichlich Ausdauer beweisen mussten.

Alle hier auf der Messe vorgestellten Titel zu erwähnen, sprengt den Rahmen dieser kleinen Seite (Fable, Worms – Under Siege, PES 4 etc.). Letztendlich entscheidet ohnehin der Geschmack des Einzelnen und Innovationen sucht man zur Zeit beim Thema Videospiele ohnehin vergebens. Alles war schon mal in der einen oder anderen Form da…und apropos schon mal da: GRAN TURISMO 4 war mit einem Schild versehen: „Zu 40% fertiggestellt“. Das kommt dann wohl nicht wie angekündigt am 11.Oktober…

Neben der hoffnungslosen Überfüllung der Messe-Hallen sorgte bei mir persönlich die rigorose Sparpolitik bezüglich Merchandising-Artikel der Hersteller für nicht geringe Frustration. Sony verteilte nach dem Spielen von Eye Toy 2 ein Sing-Star-Schlüsselband, Nintendo wie im letzten Jahr nach dem Testen des GBA SP ein T-Shirt und Atari eine DVD. Natürlich gab es auch wieder reichlich bunt bedrucktes Papier, aber wer braucht das wirklich ? Witzig die Idee von Atari Pins zu verteilen, die zusammengesetzt das Wort Atari ergaben. Mit diesen Pins konnte man sich dann fotografieren lassen und nahm an der Verlosung einer roten Atari-XBOX teil. Zum Scheitern verurteilt war allerdings der Versuch bei Nintendo einen Eiskaffee aus der Dose zu erhalten: Melde dich an Punkt A und hole einen Teilnahmezettel, gehe zu Punkt B und fülle ihn aus (Kommentar eines Nintendo-Messe-Babes:“…aber den Nintendo-Kuli brauch ich wieder…“) um letztendlich an Punkt C den Dosen-Kaffee zu bekommen. Das war unglücklich, obwohl Nintendo auch in diesem Jahr wieder mit einer unglaublichen Ausstellungsfläche beeindruckte. Mein Konami Pro Evolution Soccer 4-Schlüsselband erhielt ich nur nach einem netten Gespräch mit Antje vom Konami-Stand, dafür danke nochmal !!! Für dieses Band wurden mir schon während der Messe Unsummen geboten…ein Zeichen dafür, wie geizig die Aussteller dieses Mal waren. Das erkennt man auch an ebay. Nie wurde nach einer Messe so wenig dort angeboten.

Nichtsdestotrotz werden wir auch im nächsten Jahr wieder da sein, diesmal allerdings schon zur Eröffnung am Donnerstag, wenn die Kiddies noch alle in der Schule verweilen müssen 😉

Games Convention 2003 – mein erstes Mal

Zocken bis der Arzt kommt, das müsste das eigentliche Motto der Games Convention 2003 in Leipzig gewesen sein. Spiele, Konsolen und Messe-Babes, soweit das Auge reicht und wir mittendrin…so sieht definitiv das Paradies für Spieler aus.

Wenn schon die E3 oder Tokyo Game Show nicht ohne Weiteres für den Normalsterblichen erreichbar ist, pilgert man halt nach Leipzig. 92.000 Besucher sahen an 4 Tagen auf 40.000 Quadratmetern 207 Firmen, die über 170 PC- und Videospiele präsentierten. Darunter kommende Hits wie Gran Tourismo 4, Halo 2, Metal Gear Solid 3, Mario Kart DD und reichlich andere.

Und da wir Konsolenfans schon groß (alt?) sind, durften wir auch die FSK 18 Titel bewundern. Der Jugendschutz wurde nämlich in Leipzig richtig großgeschrieben. Anhand von farbigen Bändchen, die man am Eingang erhielt, hatte man Zugang (oder eben nicht) zu den entsprechend ausgewiesenen Räumen. Ob ich nun allerdings bei einer Splatter-Orgie wie Gladiator statt Blut (FSK 18) nur Schweiß (FSK 16) sehe, spielt bei dem wenig überragendem Gameplay eigentlich keine Rolle.

Für uns ebenfalls interessant, waren alle Arten von Merchandising-Artikeln, die wir hofften, in reichlicher Stückzahl abgreifen zu können. Aber weit gefehlt. Begehrt waren bei allen Besuchern CD`s, Schlüsselbänder und T-Shirts. ATARI schoss hier den Vogel ab: Nachdem wir uns unters massig vorhandene Volk gemischt hatten, um ein in die Menge geworfenes T-Shirt oder Schlüsselband zu ergattern, liessen wir eine 30 minütige Terminator 3-Präsentation, sowie eine indiskutable Arni-Kopie über uns ergehen. 5 verteilte Shirts, von denen wir aufgrund mangelnder Körpergröße natürlich keines bekamen, waren der Lohn für Hunger, Durst und Nikotin-Entzug… aber zum Glück gibt es ja ebay, wo anschließend horrende Preise für Atari-Artikel gezahlt wurden.

Trotz dieser kleinen Enttäuschung konnten wir fast alle unserer persönlichen Hits ausgiebig und stressfrei anspielen, oder zumindest anschauen (eine Proberunde GT4 konnte ich erst die darauffolgende Woche auf der IFA drehen). Von Prince of Persia, über Jak II und Mario Kart DD, bis hin zu Worms 3D war alles, was das Herz begehrt, anspielbar. Mein Wunschzettel an den Weihnachtsmann ist unverschämt…

Überhaupt war die Messe auch menschlich eine sehr Angenehme: Video-Spielen hat sich von einem Nischen-Hobby für Kinder und einem schmuddligem Spielhallen-Image zu einer auf alle Bevölkerungsschichten übergreifenden Bewegung gemausert. Menschen aller Altersklassen tummelten sich in Leipzig und genossen ihr gemeinsames Hobby. Selten habe ich so wenig Stress auf einer solchen Veranstaltung erlebt. Wir sind zwar noch nicht so wahnsinnig wie Japaner, die ich live bei einem Urlaub in Osaka erleben durfte, aber wir befinden uns auf einem guten Weg dahin.