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Atari Flashback 4 – alte Pixel in neuer Verpackung

Ataris Konsolen und Spiele erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Damit die Urzeit der Videospiele aber nicht nur Sammlern vorbehalten bleibt, gibt es seit 2005 in regelmäßigen Abständen offizielle Atari-Nachbauten mit integrierten Klassikern aus den 80er-Jahren. Inzwischen schreiben wir 2014 und Versionsnummer 4. Waren dem Flashback 1 noch ganze 20 Spiele auf die Platine gebrannt, sind es nun bei Nummer 4 sogar ganze 75.

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Was auf den ersten Blick nach ganz viel Nostalgie und einem langen Spieleabend mit alten Freunden klingt, entpuppt sich dann beim genauen Hinsehen aber als Mogelpackung. Quantität geht ganz klar vor Qualität. Einzig Lizenzgründe können der Grund dafür sein, dass Perlen wie Pac-Man, Defender, Frogger oder Phoenix fehlen. Stattdessen findet man 3D Tic-Tac-Toe, Hangman oder Slot Machine. Man lässt sich aber auch vielleicht nur Luft nach oben für das Flashback 5?

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Trotz Plastik-Look und in Anlehnung an das Original auch mit Holzimitat bietet das Atari Flashback 4 technisch aktuellen Standard, zumindest bei den Controllern. Statt Kabelsalat wird gefunkt. Die Joypads entsprechen im bekannt klobigen Aussehen und Handling dem Original von 1978, aber Controller 1 beinhaltet mit zusätzlichen Knöpfen sämtliche Funktionen, um die Konsole zu bedienen. Freut man sich darüber, dass selbst die originalen kabelgebundenen Controller angeschlossen werden können, stellt man kurz darauf aber ein Problem fest. Man benötigt nämlich die alten Paddle-Controller, um Spiele wie Circus Atari oder Breakout spielen zu können. Atari weist zwar freundlich in der Anleitung auf die Notwendigkeit der Paddles hin, diese sind aber im Paket nicht enthalten.

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Die Konsole selbst wird über den gelben Chinch-Stecker für Video und dem weißen Audio-Stecker mit dem TV verbunden. Verfügt der TV nicht über die entsprechenden Eingänge, hilft ein Scart-Adapter. Wer den noch hat, sollte das Atari an einen alten Röhren-TV anschließen, an einem Flachbild-TV sollte das Format auf 4:3 umgestellt werden.

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Hat man kein altes Atari mehr oder möchte sich nicht mit 75 einzelnen Modulen die Regale füllen, lohnt sich der preiswerte Einkauf des Flashback 4. Pixelkunst in 16 Farben, Midi-Gepiepse und simpelste Bedienung in maximal acht Richtungen bei nur einem Feuerknopf machen auch heute noch Laune. Besonders das nur für 2 Spieler ausgelegte Combat ist noch immer ein echter „Multi“-Player Spaß. Wenn man den gegnerischen Panzer nicht nur trifft, sondern gleich mal so gewaltig aus dem Bildschirm bläst, dass er auf der anderen Seite wieder ins Bild trudelt, ist Geschrei garantiert 😀

Die vollständige Liste aller 75 Spiele:

  1. 3D Tic-Tac-Toe
  2. Adventure
  3. Adventure II
  4. Air·Sea Battle
  5. Aquaventure
  6. Asteroids
  7. Backgammon
  8. Basketball
  9. Battlezone
  10. Black Jack
  11. Bowling
  12. Breakout
  13. Canyon Bomber
  14. Centipede
  15. Championship Soccer
  16. Circus Atari
  17. Combat Two
  18. Combat
  19. Crystal Castles
  20. Demons to Diamonds
  21. Desert Falcon
  22. Dodge ‚Em
  23. Double Dunk
  24. Fatal Run
  25. Flag Capture
  26. Football
  27. Frog Pond
  28. Front Line
  29. Fun with Numbers
  30. Golf
  31. Grand Prix
  32. Gravitar
  33. Hangman
  34. Haunted House
  35. Home Run
  36. Human Cannonball
  37. Jungle Hunt
  38. Maze Craze
  39. Miniature Golf
  40. Missile Command
  41. Night Driver
  42. Off The Wall
  43. Outlaw
  44. Polaris
  45. Realsports Baseball
  46. Realsports Basketball
  47. Realsports Soccer
  48. Realsports Volleyball
  49. Return to Haunted House
  50. Saboteur
  51. Save Mary
  52. Sky Diver
  53. Slot Machine
  54. Slot Racers
  55. Solaris
  56. Space Invaders
  57. Space War
  58. Sprintmaster
  59. Star Ship
  60. Steeplechase
  61. Stellar Track
  62. Street Racer
  63. Submarine Commander
  64. Super Baseball
  65. Super Breakout
  66. Super Football
  67. Surround
  68. Tempest
  69. Video Checkers
  70. Video Chess
  71. Video Olympics
  72. Video Pinball
  73. Warlords
  74. Wizard
  75. Yars‘ Revenge

E.T. – Die Atari-Legende wird exhumiert

et_teaser_220x140Am Anfang dieses Jahrtausends gilt der Planet Erde weiterstgehend als erforscht. Pompeji wurde im 18. Jahrhundert wiederentdeckt, obwohl die Stadt lange Zeit als Mythos galt. In Rom gräbt man sich in immer tiefer gelegene Erdschichten und entdeckt dabei eine Stadt über der anderen. Pyramiden sind aus dem Sand freigelegt und Maja-Tempel vom Unkraut der Regenwälder befreit. Und dennoch gibt es trotz aller großartiger Entdeckungen noch immer ungelöste Rätsel, seien es das versunkene Inselreich Atlantis oder die UFO-Absturzstelle in der Area 51. Das größte aller Geheimnisse rankt sich jedoch um einen Außerirdischen namens E.T. und Atari.

Die Geschichte erzählt, dass der Entwickler Howard Scott Warshaw, der vorher das großartige Yars Revenge produziert hatte, für die Entwicklung des Atari Spiels E.T. the Extra-Terrestrial genau 5 Wochen Entwicklungszeit bekam. Man wollte bei Atari im Kielwasser des erfolgreichen Spielberg-Films schnell das große Geld machen, das Spiel sollte somit zu Weihnachten 1982 in den Geschäften stehen. Produziert wurden deshalb 5 Millionen Module, von denen jedoch nur knapp eine Million verkauft wurde.

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Der zu simple und dennoch schwierige Spielablauf sorgte dafür, dass E.T. heute den inoffiziellen Titel „Schlechtestes Spiel aller Zeiten“ trägt und als unspielbar gilt. Und hier beginnt nun die Legendenbildung. Wohin mit 4 Millionen überschüssigen Modulen, die sich nicht einmal mehr verschenken ließen? So kam man bei Atari angeblich auf die Idee, E.T. auf ewig in der Wüste zu verscharren. 20 LKW-Ladungen Spiele und Hardware wurden nach New Mexiko geschafft und sind bis heute unauffindbar. Die Legende um den Landfill in Alamogordo war geboren.

Die Filmemacher Chinn und Burns wollen das größte Geheimnis der Videospielgeschichte gelüftet haben. Angeblich haben sie das Grab des hässlichen kleinen Außerirdischen ausfindig gemacht. Herausgekommen ist das eigentlich geheime Projekt bereits durch einen Zeitungsbericht im Mai 2013, nun soll es wohl endgültig starten. Chinn und Burns haben Nachforschungen betrieben, Augenzeugen aufgetan und kümmern sich um sämtliche Grabungsrechte auf dem Gelände, auf dem die Müllkippe vermutet wird. Diese Ausgrabungen werden Teil eines Dokumentarfilms über Auf- und Niedergang Ataris mit Namen Dumping the Alien >>>, der exklusiv auf der XBOX erscheinen wird.

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Doch egal was die beiden Filmemacher nun finden werden oder eben nicht, die Legende um Atari, E.T. und Alamogordo bleibt spannend. Findet man die Spiele, ist ein Teil des Rätsels gelöst. Dann stellt sich jedoch die Frage, warum man bei Atari so lange dichtgehalten und dieses Geheimnis bewahrt hat? Findet man nichts, werden die Legende und die Verschwörungstheorien weiterleben. Bis der nächste einen neuen Versuch wagt, um E.T. auszubuddeln. Bis dahin wandert der Außerirdische gelegentlich in den Modulschacht meines VCS 2600 – allein um sich wieder einmal daran zu erinnern, dass Verscharren das Beste war, was diesem Spiel passieren konnte.

Hardwaretest: Dyon Epsilon 25 … das Rettungspaket für alte Konsolen

dyon_epsilon25_teaserWer alte Konsolen sammelt und regelmäßig auch mit bzw. an denen spielt, kennt das Problem der aktuellen LED-TV Generation: Man findet zwar teilweise bis zu fünf HDMI-Anschlüsse für XBOX 360, PS3 und Wii U vor, aber sobald eine alte Konsole wie ein Intellivision, das Atari VCS,  NES oder Master System über den Antenneneingang angeschlossen werden müssen, erfolgt die große Ernüchterung. Das Bild flackert, hat Störstreifen oder es gibt Farbverschiebungen. Die wenigsten aktuellen LED`s sind somit für den Betrieb der Konsolen-Dinosaurier geeignet, so dass Sammler noch immer alte Röhrenfernseher bereit halten.

Spiele wie Space Invaders, Missile Command, Wonder Boy, Alex Kidd und unzählige andere aus längst vergangenen Zeiten beziehen ihren Reiz aus dem Spielspaß und nicht aus 1080p-HD-Grafik auf möglichst vielen Zoll Bilddiagonale. Von daher spielt die Größe des Bildes hier eine nur untergeordnete Rolle. Der Dyon Epsilon 25 ist mit seinen knapp 63 Zentimetern Diagonale damit der optimale Monitor für den Betrieb alter und auch neuer Konsolen und das Beste: Man kann damit notfalls auch fernsehen oder ihn als PC-Monitor betreiben!

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Der Epsilon 25 verfügt über einen Triple-Tuner, CI+ Schnittstelle und – für ein solch preiswertes Gerät eher ungewöhnlich – reichlich Anschlussmöglichkeiten, darunter sogar USB, einen echten Scart-, sowie zwei HDMI-Anschlüsse. Die Anschlüsse sind dabei soweit nach innen ausgerichtet, dass beim Einstecken eines starren HDMI- oder Scart-Kabels nichts störend über den Rand des LED heraus ragt. Die Ersteinrichtung ist mehr als unkompliziert: Gerätefuß anschrauben, aufstellen, Stecker in die Dose und den Bildschirmanweisungen in deutscher Sprache folgen.

Je nach verwendeter Quelle, findet der Dyon auf Anhieb alle Fernsehkanäle. Leider ist aber die folgende Sortierung der Sender mehr als umständlich. Man kann einem gefundenen Sender keinen Platz zuweisen, wenn der schon belegt ist, sondern man muss dann diese Sender langwierig miteinander tauschen. Dies funktioniert nur mit verschieben von A nach B. Sind die Sender an ihrem Platz, macht man sich an die Einrichtung des Bildes. Hier stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, aber je nach Standplatz des kleinen TV und dem daraus resultierenden Lichtverhältnissen nutzt man lieber seine persönlichen, manuellen Einstellungen. Zum Glück ist das Menü aber unkompliziert und jeder Punkt mit zwei Tastendrucken der guten Fernbedienung zu erreichen.

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Im Fernsehbetrieb darf man von einem Gerät dieser Preisklasse mit Sicherheit keine Wunder erwarten. Wer das tut, sollte sich lieber gleich nach einem höherpreisigen Markengerät umschauen. Das analoge Fernsehbild ist o.k., besser wird es tatsächlich erst bei digitalen Signalen oder beim HDMI-Anschluss von Blu-ray-Playern oder einer Spielkonsole. Die Farben wirken an vielen Stellen entweder überzeichnet oder anders herum zu blass. Ein wirklich ausgeglichenes Farbschema ist nur mit viel experimentieren möglich. Ein weiteres Problem ist das des hohl klingenden Tons. Die schmalen Boxen des Dyon sind nach unten ausgerichtet, der Standfuß zudem recht kurz, wie also soll Klang sich ausbreiten? Ein wenig Abhilfe schafft hier nur die Wandmontage mit Platz nach unten oder der Anschluss an eine HiFi-Anlage. Aber wer das Gerät tatsächlich zum Betrieb seiner alten Konsolen anschafft, kann beim wenige Oktaven umfassenden Midi-Sound auch damit leben.

Die Software des Dyon ist stabil, Freezes oder Abstürze hatte ich keine. Einzig ein wenig nervig ist das beim Umschalten auf einen anderen Sender gute 9 Sekunden eingeblendete OnScreen-Display, das zusätzlich oben noch die komplette Bildschirmbreite einnimmt.

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Fazit:

Der Dyon Epsilon 25 ist das Gerät, das ich lange gesucht habe, um meine alten Konsolen weiter optimal betreiben zu können. Für mich sind die Funktionen als Fernseher, das damit verbundene, nicht wirklich optimale Bild und der erschreckend dünne Ton daher eher zweitrangig. Der Dyon ist mein Monitor für per Antennenanschluss betriebene Spielkonsolen und kein LED-TV für das Wohnzimmer, um den sich abends die Familie scharrt und Marvel Avengers oder Prometheus schaut.

Wer den Dyon deswegen kauft, wird damit nicht glücklich. Wer aber eine Alternative zu seinem alten Röhren-TV sucht, um Atari & Konsorten weiter oder wieder anschließen zu können, findet im Epsilon sein Gerät.

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Test Drive Unlimited 2

Atari und der Entwickler Eden stellten 2006 die Rennspielwelt auf den Kopf. Statt nur auf Rennstrecken oder abgesteckten Kursen vom Start zum Ziel zu rasen, eröffnete sich mit der frei befahrbaren Welt der Insel Oahu auf Hawaii eine vollkommen neue Welt. Es machte einen höllischen Spaß, einfach nur über die Insel zu cruisen und je nach Lust und Laune mal ein Rennen zu fahren oder Passanten von A nach B zu kutschieren. Es wurde sogar ein eigener Begriff dafür definiert: M.O.O.R – Massively Open Online Racing. Jetzt legt Atari nach und bringt mit Test Drive Unlimited 2 den Nachfolger mit noch mehr frei befahrbaren Kilometern auf die Konsolen und den PC. Ich habe hier die XBOX 360 Version getestet … und bin vom Glauben abgefallen.

Wer TDU 2 startet, glaubt sich einem Deja Vù ausgesetzt, denn der Stand der Technik scheint im Jahr 2006 hängen geblieben zu sein. Alles beginnt mit einer Party in einer Villa mit Pool, die für die meisten von uns ein Traum bleiben wird. Und genau mit diesem beginnt das Spiel. Die Schönen und Reichen vergnügen sich hüftsteif tanzend am Pool, während uns unsere Freundin zum Geburtstag mit einem Ferrari California beglückt. Also nichts wie rein in den Boliden und die ersten Meter gefressen, dem Sonnenuntergang entgegen. Doch plopp, schnell ist ausgeträumt. Denn in Wahrheit sind wir nicht der Freund einer scheinbar Reichen und von den Gesichts-Texturen nicht ganz so Schönen, wir sind nur der Parkplatzwächter, der die Karren ihren wartenden Besitzern zuführt. Und leider sind wir nun obendrein bei einem Nickerchen erwischt worden, welches wir in eben diesem Ferrari gehalten haben. Doch statt uns zu feuern bekommen wir die Chance, unseren Traum doch noch wahr zu machen und ein angesagter Rennfahrer zu werden. Dafür kutschieren wir die dauernörgelnde Lady auf Tempo in ein Studio zu einer Filmaufnahme und erfahren dabei, dass wir der neue Herausforderer für den Solar Crown sind, der Rennserie auf Ibiza … welch Überraschung.

Da Parkplatzwächter über ein ungeahntes Vermögen verfügen, kaufen wir uns von unserem sauer verdienten Trinkgeld den ersten fahrbaren Untersatz. Wir haben die Klassiker-Wahl zwischen einem Ford Mustang, einem Lotus oder einem Alfa Romeo. Nach einer 2minütigen Probefahrt müssen wir uns dann entscheiden. Ich nehme den Lotus und freue mich auf die ersten Meter, als mich die erste Neuerung einholt, denn um zum Klassiker-Rennen zugelassen zu werden, muss ich erst einmal eine Lizenz erwerben … Gran Turismo lässt grüßen. Hier stehen sieben verschiedene Prüfungen wie bremsen auf den Punkt, Kurven- oder Slalomfahrten auf dem Programm, die allesamt wenig herausfordernd sind. Aber hurra, schnell ist die erste Lizenz geschafft und ich darf mich zum Klassiker-Cup bei der nächsten überheblichen Dame anmelden, die sich nebenbei für unbesiegbar hält. Also den Lotus gesattelt und per GPS entspannt zur ersten Serie am anderen Ende der Insel gefahren. Allerdings setzt diese Entspannung in dem Moment aus, in dem euch von einer Sprecherin einiges zum Spiel erklärt wird. Wer sich noch mit Schallplatten auskennt (große schwarze Scheiben, neudeutsch auch als Vinyl bezeichnet), hat im ersten Moment das Gefühl hier eine LP auf 45-Single-Umdrehungen zu hören. Das letzte Mal habe ich einen solchen Effekt auf dem DSi meiner Tochter gehört, als diese mit Musik experimentiert hat. Diese unglaublich schlechte Syncronisation zieht sich übrigens wie ein roter Faden durch das ganze Spiel, ganz abgesehen von wenig synchronen Lippenbewegungen der Figuren.

Die Serien bestehen meist aus sechs mehr oder wenigen unterschiedlichen einzelnen Events. Neben dem klassischen Rundenrennen, Ausscheidungsrennen oder fahre Checkpoints von A nach B, stehen hier auch ungewöhnliche Events wie Radarfalle oder Tempo auf dem Programm. Hier müssen beispielsweise Radarfallen mit höchster Geschwindigkeit passiert werden oder Punkte durch möglichst dauerhaft hohes Tempo gesammelt werden, wobei es hier keine Vorgabe gibt, wie die Strecken zu passieren sind. Das klingt bis zu dem Moment spannend, in dem eine Computer-KI von der anderen Seite frontal durch die Radarfalle auf euch zurast …

Aber dies ist nicht die einzige Ungereimtheit, denn schon im ersten Rennen über 3 Runden offenbarte sich der erste grobe Fehler: Mit über 8 Sekunden Vorsprung in der letzten Runde in Führung liegend, rutsche ich in einer Kurve von der Piste und berühre mit dem Heck eine Werbetafel. In keinem anderen Rennspiel der Welt stellt dies ein Problem dar, Test Drive Unlimited 2 ist jetzt jedoch der Meinung, dass ich seit dem Rutscher in die falsche Richtung fahre. Etwas irritiert bringe ich diese letzte Runde als vermeintlich Erster zu Ende. Aber Pustekuchen, denn statt Siegerehrung, Ruhm und Champagner ist das Rennen nicht zu Ende, obwohl alle Runden absolviert sind. Stattdessen zeigt mir die Zeitanzeige einen Rückstand von nun fast 2 ½ Minuten an. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als von vorne zu beginnen.

Aber auch weitere Rennen offenbaren mehr oder weniger unverzeihliche Fehler. So ist ein durchsichtiges Geisterauto, durch dessen Karosserie der Fahrer schimmert ja noch als optischer Schönheitsfehler zu verschmerzen. Nicht akzeptabel sind jedoch vorauspreschende Gegner, obwohl der Countdown noch läuft oder ein abgelaufener Countdown, bei dem euer Auto wie festgenagelt bis zu drei Sekunden auf der Startlinie verbleibt, während alle anderen schon davon rasen. Allerdings sind die anfänglichen Rennen so simpel und wenig fordernd, dass ich mit diesen Aussetzern leben konnte, weil ich trotzdem locker den ersten Platz belegen konnte. Dies verkehrt sich bei den fortgeschrittenen Rennen aber massiv ins Gegenteil. Hier scheint die KI teilweise unbesiegbar und Frust macht sich breit. Ausgewogenheit sieht definitiv anders aus und den Schwierigkeitsgrad kann man nicht beeinflussen. Weiterhin scheinen die Entwickler Heinzelmännchen ins Spiel integriert zu haben, denn umgefahrene Verkehrsschilder stehen in der darauffolgenden Runde wie von Geisterhand wieder an ihrem Platz.

Entscheidend für ein Rennspiel ist aber noch immer die Fahrphysik, mit der solch ein Spiel steht oder fällt. Nun erhebt TDU 2 ganz sicher nicht den Anspruch an höchste Realitätsweihen, aber 3 einstellbare Stufen, von denen die letzte unverständlicherweise „ausgezeichnet“ heißt, sind auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wenn man das Spiel unter Arcade-Funracer verbucht, kann man mit einer weniger überzeugenden Physik leben. Aber selbst das leider beerdigte PGR hatte hier mehr auf dem Kasten. Ich kann es nicht verstehen, dass mein Golf GTI bei voller Fahrt über eine Bodenwelle in einer langgezogenen Linkskurve (!) auf der Autobahn statt von Fliehkräften nach außen, also nach rechts getragen zu werden, stattdessen mit Höchstgeschwindigkeit links in die Leitplanke prescht? Hier fehlt mir der Ansatzpunkt, um Fahrfehler zu korrigieren und irgendwo gegenlenken zu können. Na gut, auf der Hülle steht auch nicht The Real Driving Simulator, aber trotzdem bleibt mir dieses Fahrverhalten ein Rätsel.

Dabei bietet Test Drive Unlimited 2 Abwechslungen wie kaum ein anderes Rennspiel, wobei die Rennen aufgrund der frei zu erkundenden Inseln auch in den Hintergrund treten. So geht es in erster Linie darum, sich von einem Nobody zu einem der Insel-bekannten VIP`s zu entwickeln. Sind die ersten Taler verdient, kauft ihr euch natürlich neue Autos, um auch am neu ins Spiel integrierten Offroad-Modus teilnehmen zu können. Leider ist aber euer Platz in der Garage beschränkt, so dass ihr euch schon bald nach den ersten Immobilien mit mehr Stellplätzen umschauen müsst. Und da man mit seinem Hemd als ehemaliger Parkplatz-Wächter nicht wirklich weiter kommt, dürft ihr euch an fast jeder belebten Ecke im Spiel neu einkleiden oder den Friseur aufsuchen, um euer Outfit anzupassen. Wem das noch immer nicht reicht, begibt sich bei einem Schönheitschirurgen unter das Messer. Eine weitere Kleinigkeit, die mich persönlich in TDU 2 stört, ist der wenig angepasste Realismus. Nun war ich noch nie bei einem angesagten Coiffeur wie Udo Walz, aber wenn die neuen Alus für meinen Golf GTI 750,-$ kosten, kommt mir der Preis für eine Rasur mit 500,-$ doch ein wenig überzogen vor. Aber durch verschiedene Jobs, wie das Chauffieren von Inselbewohnern von A nach B, Aufträge von Fotografen, die schönsten Flecken Erde zu fotografieren oder die Überführung von Fahrzeugen ohne größere Schäden erhaltet ihr alle Nase lang Geld.

Ein Highlight, um all diese Aufträge im Überblick zu behalten, ist eine zoombare Inselkarte. Hier könnt ihr zwischen Rennen, Aufträgen oder Orten zum Avatar-Design durchschalten und den Zielpunkt im GPS eingeben. Dieses führt euch dann sicher zum gewünschten Ziel. Seid ihr schon einmal an diesem Ort gewesen, könnt ihr direkt dorthin springen, d.h. das Spiel setzt euch ab, ohne dass ihr kilometerweit fahren müsst. Seid ihr allerdings unterwegs und erkundet die Insel im fahrbaren Untersatz, gehen euch die Personen, denen ihr bereits begegnet seid, alle paar Sekunden mit einem Anruf auf den Zünder. So sollt ihr euch zum nächsten Rennen begeben, euer Outfit ist veränderungsbedürftig oder ein Fotograf bietet euch einen Job an. Lehnt ihr ab, hindert das die Nervensägen aber nicht daran, sich innerhalb der nächsten Minuten erneut zu melden und euch weiter zuzutexten.

Atari legt gesteigerten Wert auf die Aussage, dass Test Drive Unlimited 2 auf konsequentes Onlinespiel ausgelegt ist und das der Single-Player Modus nur schmückendes Beiwerk ist. Klingt spannend, einem Club beizutreten und weitere Herausforderungen in der Gruppe zu fahren. Und dabei bleibt es leider auch, denn bis auf gelegentliche andere Spieler, die ihr per Lichthupe zu einem Duell herausfordern könnt, benötigt der Online-Modus schon mehr als eine Lichthupe, denn hier herrscht absolute Finsternis. Die Server sind seit dem Release des Spiels dauerhaft offline, so dass ich hier zum Online-Erlebnis einfach nichts schreiben kann. Angeblich arbeitet man bei Atari fieberhaft an einem Patch, um alle hier aufgeführten Fehler zu beheben, aber es will mir nicht in den Kopf, dass all diese Probleme vor Verkaufsstart unentdeckt gewesen sein sollen. Warum also verschiebt man den Release nicht um zwei Wochen, statt nach Alone in the Dark wieder einmal seine Fans zu verprellen? So bleibt nichts weiter als die Hoffnung auf schnelle Nachbesserung.

Fazit:

Test Drive Unlimited 2 erfüllt alle Voraussetzungen für das erneut ganz andere Rennspiel-Erlebnis … und dabei bleibt es leider, denn Mühe allein genügt nicht, sagte schon die selige Frau Sommer aus der Kaffee-Werbung. Als Spieler ist man ergebnisorientiert und erwartet für sein Vollpreis-Geld auch einen Vollpreis-Titel und keine Bananen-Software. Daran ändert auch die teilweise wirklich ansehnliche Grafik inklusive der dynamischen Tag- und Nachtwechsel nichts. Ein Schadensmodell ist so gut wie nicht vorhanden, die Verfolgungsrennen mit den Cops sind unspielbar und ein funktionierender Online-Modus ist nach fast 2 Wochen in weiter Ferne.

Beschränkt man sich auf den Single-Player erhält man einen mehr als durchschnittlichen Titel mit massig Optionen und Technik von vor 5 Jahren. Wer über die vielen momentan noch vorhandenen Fehler hinwegsehen kann und Spaß daran hat, mit einigen der teuersten Boliden der Welt entspannt bei lauter Musik über einen schönen Flecken Erde zu cruisen, ist gut bedient … vorausgesetzt, das Radio fällt mal nicht aus. Ich bin bei diesem Titel zwischen Frust und Freude hin- und hergerissen, wie schon lange bei keinem Rennspiel mehr. Einerseits habe ich echten Spaß daran, die ganze Insel zu erkunden, andererseits nerven mich eine nicht ausgewogene KI und Kleinigkeiten wie sich selbst wieder aufstellende Verkehrsschilder maßlos. Der Vorgänger war klasse, versaute mir aber damals schon mit einem Bug im Clubrennen die letzten 10GS an der 1000, in TDU 2 bin ich im Moment von einem Durchspielen weit entfernt. Ich warte also weiterhin ab, ob und wann hier der Atari-Mörder-Patch alle Fehler behebt und fahre eben bis dahin ein wenig spazieren.

Atari VCS Katalog von 1981

1981 war das Atari die einzige Konsole mit auswechselbaren Modulen. Werbung für Videospiele war noch nicht in dem Maße aktuell, wie das heute der Fall ist und an GIGA-TV war gar nicht zu denken. Auch Videospiel-Zeitschriften gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Die einzigen Möglichkeiten, sich über Spiele zu informieren, war der Gang auf Verdacht ins Kaufhaus, oder eben dieser Katalog. Wer heute auf einer Spielemesse Tonnen von hochglanzbedruckten Papier in den Händen hält, wird sich bei den hier gezeigten Bildern mehr als amüsieren. Alleine das Foto dieses High-End-Fernsehers mit sattem Mono-Sound ohne Fernbedienung in edlem Holz-Furnier ist der Hit.

Der Katalog stellt 43 mehr oder weniger bekannte Atari Klassiker vor. Das Bild links zeigt den Spielhallen-Klassiker Missile Command. Weitere Spiele dieses Kataloges sind u.a. Space Invaders, 3 Tic-Tac-Toe, Pele`s Soccer oder Warlords. Interessant dürfte hier aber das Spiel SURROUND sein. Das Spielprinzip ist identisch mit dem heute auf jedem Nokia-Handy eingebauten SNAKE: Wer als erster seine Schlange gegen die Wand steuert, verliert. Ich werde aber demnächst mal ein paar größere Bilder zum Katalog einstellen

Copyright: Atari -1981

Tipps zu nicht funktionierenden Modulen

Ihr habt euer langersehntes Flohmarkt-Schnäppchen gemacht, aber der Bildschirm bleibt schwarz oder es erscheint die Meldung „Software Error“?

In 90% der Fälle sind einfach nur die Kontakte auf der Platine verschmutzt. Manchmal reicht schon vorsichtiges Wischen mit einem Küchentuch. In schwierigen Fällen befeuchtet ihr ein Wattestäbchen mit Alkohol (Ethanol o.ä.) und reinigt damit die Kontakte.

Danach die Kontakte wieder vorsichtig mit einem Küchentuch trocknen. Jetzt sollte das Modul laufen. Das Gleiche funktioniert übrigens auch bei den Kontakten der Konsolen.