Super Mario Galaxy

Wer ist rot und blau angezogen, südländischer Abstammung und macht alles platt was ihm in die Quere kommt? Menschen, die jetzt auf Ronaldinho tippen sollten sich ganz schnell eine Wii zulegen, Super Mario World runterladen und sich eines Besseren belehren lassen.


Denn lange bevor man an den trickreichsten Fussballer der heutigen Zeit gedacht hat, schaffte es ein kleiner dicker italienischer Klempner, mit einem einfachen Sprung und der Fähigkeit Fliegenpilze ohne bleibende Schäden essen zu können, sich in die Herzen einer ganzen Generation zu spielen.

Was zeichnete diesen untersetzten Schnauzträger aus?
Zum einen waren es recht kurze Levels, die diesen ganz einzigartigen „Eins geht noch“-Effekt auslösten, zum anderen die Sprünge, die man punktgenau setzen konnte sowie ein superbes Leveldesign. Die abgedroschene Story alleine um eine entführte Prinzessin, die aus kaum mehr als 10 Pixeln bestand, hätte vermutlich auch damals schon niemandem hinter dem Ofenrohr hervorgelockt. Aber was haben jetzt die „guten alten Zeiten“ mit Super Mario Galaxy gemein? Kurz und knapp: Den Spielspass! Und die Sprünge, die kurzen, schönen Level und die abgedroschene Story. Okay, die Story kann man mal wieder getrost streichen. Dass die Prinzessin in den mittlerweile 22 Jahren aber auch immer noch nichts dazugelernt hat. Dafür ist Sie in der Zeit schöner geworden. Und darauf kommt es bei Prinzessinen doch an.

Lohnt sich das Retten der holden Maid?
Einen „Hot Coffee“-Mod gibt es zwar nicht, dass das Ziel das Spielen rechtfertigen würde, dafür ist hier der Weg das Ziel. Somit wären wir beim Spiel an sich. Nach einer kleinen Vorgeschichte, in der wie üblich die Prinzessin entführt wird, startet Mario auf einer dunklen Raumstation, welche der Levelauswahl dient. Auf dieser kann man sich frei bewegen und nach einer bestimmten Anzahl von eingesammelten Sternen, die man für das Beenden verschiedener Aufgaben in den Welten bekommt, erhellen sich neue Teile der Raumstation, die neue Welten freischalten. Diese sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. In manchen Welten regiert das Feuer, in anderen kann man unter Wasser zu Werke gehen oder auch mal in einer Art Spielzeugwelt landen. Es wird die ganze Palette von altbekannten Mariowelten abgerufen und durch neue, die sich unter anderem mit der Weltraumthematik beschäftigen, sinnvoll abgerundet. Die Designer haben hier Ihrer Kreativität wirklich freien Lauf gelassen.

Kopfüber ins Vergnügen ist auf einigen Welten das Motto, da Sie manchmal so klein sind, dass man innerhalb von 10 Sekunden einmal um die Welt laufen kann. Um gleich mal die Angst zu nehmen, Mario ist auch kopfüber noch tadellos steuerbar und es gibt auch noch genügend Planeten, die Flach wie eine Flunder sind oder so gross, dass man gar nicht Kopf stehen muss. Und aufgepasst liebe Retrofans: Es gibt Sie noch, die guten alten 2D Passagen. Sie sind zwar rar gesät, aber spassig wie eh und je und vor allem trickreich. In vielen Passagen hat es auf der Wand farbige Flächen, die mit Pfeilen gekennzeichnet sind. Diese geben die Gravitationsrichtung an. Das kann zu dem ein oder anderen Knobler führen. Aber hier möchte ich nicht zu viel verraten. Diese Stellen sind auf jeden Fall sehr genial. Die Endgegner , die am Ende einer Welt auf euch warten sind auch genial und strotzen nur so vor Einfallsreichtum. Ein Endgegner zum Beispiel ist so gross, dass Ihr den Koloss erst einmal besteigen müsst, bevor es ans Eingemachte geht.

Insgesamt gibt es 120 Sterne zu Sammeln, wobei man schon nach 60 Sternen in den Kampf zur Befreiung von Madame Peach ziehen darf. Aber wenn man erst mal die 60 Sterne hat, sollte man eigentlich schon so infiziert vom Mariovirus sein, dass man erst aufhört, wenn man zumindest annähernd 120 Sterne hat. Dauert das einfache Durchspielen der Story vielleicht 10-12 Stunden, so ist man mit dem Komplettieren des Spiels über Wochen bei bester Laune gehalten. Die Steuerung funktioniert tadellos und hier und da sind auch mal die Wii-Eigenschaften über das Pointen des Sternenstaubs hinaus gefordert. Wobei die Bewegungserkennung schon mehr als aufgesetzt wirkt. Von der Spielmechanik her, hätte es genauso gut ein würdiger Grabstein des Gamecubes sein können. Die Grafik hat meine verwöhnten HD-Augen nicht so überzeugt, wie alle Videospielmagazine, aber sie ist definitiv sehr hübsch und mit dem YUV-Kabel noch ein bisschen schöner. Der Sound ist sehr gelungen. Man fühlt sich auch mit geschlossenen Augen vom ersten Moment an in ein Marioabenteuer versetzt, da man viele neue Versionen von klassischen Mariosongs zu Ohren bekommt.

Alles in allem ist das Spiel einfach DAS SPIEL. Um wirklich etwas aussetzen zu können müsste man schon so ins Detail gehen, dass es einfach nur lächerlich wirken würde.

Stefan

An dieser Stelle vielen Dank an Gastschreiber Stefan. Ich hoffe, daß ich dich noch ab und an mal für den einen oder anderen Beitrag gewinnen kann 😉

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