Super Mario 3D Land

Keine Konsole ohne Mario, das war bisher ungeschriebenes Nintendo-Gesetz. Einzig der bereits im März 2011 erschienene 3DS bildete hier bis dato eine Ausnahme. Aber auch diese Lücke wird nun geschlossen, denn mit Super Mario 3D Land erscheint endlich auch der italienische Klempner auf den beiden Bildschirmen von Nintendos Vorzeigekonsole.

War der Begriff 3D bisher das Aushängeschild und der Garant für unendliche Videospielweiten, geht man bei Nintendo diesmal kein unnötiges Risiko ein. Nach mehr oder weniger Open-World-Spielen wie Mario Sunshine auf dem Cube oder Mario Galaxybewegt man sich auf der sicheren Seite und präsentiert einen eher klassischen Mario.

Dazu nimmt man sich Anleihen bei den besten Mario-Titeln, packt alles in übersichtliche Level, garniert alles mit ein wenig 3D-Spielbarkeit a là Super Mario 64 und fertig ist das erneut einwandfrei funktionierende Konzept der immer wieder aufs Neue motivierenden Prinzessinnenrettung. Dabei ist keine der hier verwendeten Ideen grundlegend neu, alles war schon einmal in der einen oder anderen Art da. Aber genau dieses Wiedererkennen macht auch hier den Reiz aus. Den Waschbäranzug zum Beispiel kennt man bereits aus dem 1988 erschienenen Super Mario Bros. 3, welches ja mit über 17 Millionen verkauften Exemplaren als das weltweit beste und meistverkaufte Mario Abenteuer aller Zeiten gilt.

Seinen Reiz bezieht der neueste Ableger der Mario-Reihe aus eher kurzen Leveln und bei einer, dank einwandfreier Kameraführung perfekten Spielbarkeit, denn aus seiner Handlung. Denn wie immer hat Bowser Prinzessin Peach entführt und der Klempner eilt zur Rettung der undankbaren Holden. Aber warum tut man sich dann Mario immer wieder an? Und warum sollte ich mir Super Mario 3D Land für den 3DS zulegen, wenn es ganz offensichtlich kaum Neues zu entdecken gibt? Die Antwort ist fast schon zu simpel: Es macht einfach Spaß!

Pixelgenau lässt sich der Klempner mit dem Joystick durch bis ins letzte Detail durchdachte Welten steuern. Dieses Leveldesign zieht sich auch diesmal wieder wie ein roter Faden durch das komplette Spiel. Angefangen auf grünen Wiesen, über Eis-, Wüsten- und Unterwasserwelten bietet auch dieses Spiel wieder alles, was der Fan von seinem virtuellen Star erwartet. Und dabei wird Abwechslungsreichtum diesmal besonders groß geschrieben. Klar, dass man Geisterhäuser schon kennt, aber dass man mit einem Schritt auf einen Schalter Plattformen erscheinen lässt, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden und man sich so genau überlegen muss, ob man die Zeit noch hat, um die goldenen Münze zu erreichen, hat seinen ganz eigenen Reiz. Auch Seile, über die man balancieren muss oder sich drehende Würfel sorgen für Adrenalinausschüttung in Spielerköpfen.

Wie immer sammelt man Münzen, um sich das eine oder andere Extraleben anzuhäufen und auch die bekannten drei großen Sternenmünzen sind wieder mit von der Partie. Diese sind einerseits recht einfach zu finden und andererseits Mario-typisch gut versteckt, so dass so mancher Level mehrfach angegangen werden muss, um die Münzen zu finden. Waren diese bei Super Mario Bros. auf dem DS nur notwendig, um sich entsprechende Hintergründe freizuschalten, benötigt man diesmal schon allein 50 Sternenmünzen, um in Welt 5 den abschließenden Schlosslevel betreten zu dürfen. Selbstverständlich gibt es auch wieder die Warpröhren, die den Spieler in noch nicht freigespielte Welten katapultieren. So ist eine der Röhren in Welt 4.2 versteckt, die einen dann sofort nach Welt 5 befördert.

Der Schwierigkeitsgrad liegt weit unter dem vom oben angesprochenen Super Mario Bros. auf dem DS. Wer aber trotzdem Hilfe benötigt, bekommt diese in Super Mario 3D Land sogar in zweifacher Ausführung: Wer in einem Level fünf Leben am Stück verliert, findet neben dem ersten Fragezeichenblock daraufhin einen Block, der ein silbernes Waschbärkostüm enthält. Dieses macht Mario zwar gegen Treffer unbesiegbar, schützt aber nicht vor Abtürzen in die Tiefe. Wer tatsächlich zehn Leben am Stück verliert, findet daraufhin neben dem Waschbärkostüm auch einen Block, der ein Paar Flügel enthält. Diese Flügel transportieren den Spieler zum Ende des Levels. Allerdings sammelt man so weder Münzen, noch kann man den abschließenden Endgegner besiegen, sofern der Level einen bietet. Das Spiel ist damit auch für die kleineren Mario-Fans bestens geeignet, zumal es an allen Ecken und Enden Extraleben ohne Ende hagelt.

Geübte Spieler haben Super Mario 3D Land aber in gut acht Stunden komplett gelöst, aber keine Sorge, das Spiel ist damit nicht beendet. Hat man nämlich Welt 8 beendet, schalten sich daraufhin vollkommen neue Spezial-Welten frei, die den Schwierigkeitsgrad ordentlich in die Höhe treiben. Diese Welten bieten neue Extras und neue Gegner und bilden so eigentlich ein Spiel nach dem Spiel.

Grafisch bietet Mario wieder alles auf, was den Titel zu einem typischen Mario-Spiel macht. Blöcke, Gegner, Extraleben, alles befindet sich dort, wo es hingehört. Ist Mario in 2D schon brillant spielbar, da alles, was irgendwie schwebt oder in der Luft hängt, mit einem Schatten versehen ist, macht gerade der akkufressende 3D-Effekt alles richtig. Level bekommen noch einmal mehr räumliche Tiefe, Pusteblumen schweben herum oder Seifenblasen platzen, so dass man zuckt, aus Angst, nass zu werden. Viel Mühe gab man sich bei Nintendo, geheime Räume mit Sternenmedaillons im Stile eines Escher-Bildes zu gestalten. Betritt man so einen Raum, wirken alle Blöcke auf den ersten Blick treppenförmig angeordnet. Erst auf den zweiten Blick erkannt man mit Hilfe einer Bodenplatte, auf der ein Auge abgebildet ist und die die räumliche Darstellung durch eine andere Kameraposition ändert, dass der Block mit der Münze nicht Teil der Treppe ist, sondern frei im Raum schwebt. Eine wirklich gelungene optische Täuschung, die man sich immer wieder gerne ansieht. Preis für die annähernd perfekte 3D-Darstellung ist aber ganz offensichtlich ein geringeres Spieltempo. Mario bewegt sich nämlich nicht in überhöhter Geschwindigkeit durch die Level, wie man das aus anderen Titeln kennt. Alles läuft eher gemächlich ab, was aber offensichtlich für den gewünschten 3D-Effekt von Nöten ist.

Fazit:

Super Mario 3D Land ist nicht der ganz andere Mario, der aufgrund toller 3D-Effekte alles neu macht und die Serie neu erfindet. Das Spiel bedient sich der besten Elemente vergangener Titel und präsentiert so den Kaufgrund für alle Fans, die bisher keinen 3DS besitzen. Überall hat man das bekannte “Aha”-Erlebnis, weil man wieder etwas entdeckt, was man aus anderen Spielen bereits kennt, aber das ist kein Level-Recycling, sondern diese Elemente wurden perfekt miteinander verwoben.

Das Leveldesign ist kreativ und abwechslungsreich und braucht sich somit hinter seinen stationären großen Wii-Brüdern nicht zu verstecken. Aufgrund seines in den ersten acht Welten doch recht niedrig angesiedelten Schwierigkeitsgrades haben große und auch kleine Mario Fans ihren Spaß. Und allein darauf kommt es bei einer Hüpforgie mit dem italienischen Klempner an: Spaß haben, Münzen und Leben sammeln und Bowser in den stachligen Allerwertesten kicken, um erneut und sicher nicht zum letzten Male Prinzessin Peach zu befreien.

Und wer bis jetzt noch keinen 3Ds hat, sollte sich auf den Wunschzettel zu Weihnachten vielleicht noch schnell das Super Mario 3D Land Pack schreiben …

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