Philips TV Experience 2014 – man spricht Android

Am 18.03.2014 lud Philips/TP Vision zur Präsentation seiner Produkt-Range 2014 und wir durften im stylischen Hamburger Schuppen 52 mit vor Ort sein. Mehr als 50 Modelle mit den unterschiedlichsten Funktionen für die verschiedensten Ansprüche standen zur Ansicht bereit. Wie in den Vorjahren setzt Philips auf die Serien von 4000 bis 8000, die Präsentation der 9000er-Modelle erfolgt dann wohl wieder auf der IFA.

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Eine solche Modellvielfalt kann verwirren, weswegen man bei Philips/TP Vision seine Modelle in die fünf Kategorien Aktion, Einstieg, Core, Step Up und High End einteilt. Die Aktionsklasse beginnt mit der kleinstmöglichen Ausstattung von 100Hz und Global Dimming, mit jeder Modellreihe kommen neue und verbesserte Funktionen hinzu. So findet man passives 3D ab der Modellreihe 6400 und das Kaufargument vieler Kunden Ambilight ab der Reihe 6500. Aber erst ab der Reihe 7500 ist dieses auch dreiseitig. Bonus beim 7500er Modell ist obendrein ein kabelloser 50 Watt Subwoofer, der den Sound hörbar aufwertet.

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Ab der 6000er Serie zieht Philips richtig auf. Schlanke Rahmen in den Farben Weiß, Silber und Schwarz kombiniert mit einem zierlichen Standfuss machen optisch Eindruck. Aber auch technisch sind die Modelle voll auf der Höhe. Neben der leistungsstarken Bild-Engine Pixel Precise HD und Philips Cloud TV setzt Philips für flüssige Bewegungen auf die Perfect Motion Rate Technologie mit 400 Hz. Für den perfekten Kontrast sorgt Micro Dimming Pro in Verbindung mit dem integrierten Helligkeitssensor. Dieser ermittelt die den TV umgebende Helligkeit und kann somit selbstständig den bestmöglichen Kontrast einstellen. Um diese Funktionen optimal nutzen zu können werkeln Dual-Core-Prozessoren im Inneren der Geräte.

Die 7000er Modellreihe richtet sich dann nicht nur an den Filmfan, sondern auch an den Ästheten. Nahezu rahmenlose Gehäuse kombiniert mit modernster Technik versprechen schon in den vorgestellten Vorserienmodellen der Messe TV-Erlebnisse der Spitzenklasse. Wie schon bei der 6000er Serie arbeiten die TVs der 7000er Serie mit Micro Dimming Pro, um das LED-Backlight automatisch der Raumhelligkeit anzupassen. Dazu kommt die Pixel Precise HD Engine für eine erstklassige Bildaufbereitung bis zum Modell 7500. Auch hier werkeln Dual-Core-CPUs im Inneren.

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Die Modellreihe 7800 stellt das Einstiegsegment in die Oberklasse dar, denn hier kommen Ultra-HD mit 3.840 x 2.160 Pixeln Auflösung sowie Quad-Core-Prozessoren zum Einsatz. Doch was nützt 4K in momentaner Ermangelung von hochwertigem Bildmaterial? Für die entsprechende Aufbereitung von Full-HD sorgt die Ultra Resolution Technik. Die Pixel Precise Ultra HD Engine wandelt durch genaue Berechnung und genau auf das Quellmaterial abgestimmtes Upscaling das HD-Bild in das schärfere Ultra HD Bild um. Farbgenauigkeit, Schwarzwerte und Kontrast sind schon jetzt beachtlich, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Geräten der Philips TV Experience 2014 noch um Vorführmodelle handelte. Man darf schon jetzt gespannt sein, was letztendlich die Serienproduktion tatsächlich bieten wird.

Die Vorstellung der aktuellen Produkt-Range war aber nur der eine Teil der Veranstaltung, denn Philips/TP Vision stellte auch zahlreiche technische Spielereien und echte Innovationen vor. So finden die Sprach- und Gestensteuerung Einzug. Die neu gestaltete Fernbedienung, bei der nun die Sender- und Lautstärketasten wieder senkrecht angeordnet sind, ist mit einem zusätzlichen Mikrofon ausgestattet, welches auf verschiedene Sprachen und Kommandos reagiert. Ebenso reagiert die Kamera des TV auf Steuerung per Geste, wenn man wieder einmal die Fernbedienung verlegt haben sollte. Ähnlich wie bei Microsofts Kinect-Steuerung an der XBOX arbeitet auch die Philips-Erkennung. Einfach die Hand heben und schon wird die Gestensteuerung aktiviert.

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Ein echtes Highlight für Videospieler ist das neue vierseitige Gamer-Ambilight. Bei Spielen wird das Ambilight weitestgehend abgedunkelt und erst Effekte wie zum Beispiel Explosionen bringen den entsprechenden Bildbereich verzögerungsfrei zum Leuchten. Mehr ein technisches Gadget ist die neue Football-App, die den TV während der Fußballübertragungen der WM in den jeweiligen Landesfarben leuchten lässt. Zusätzliches Gimmick hierbei ist die Reaktion auf die Umgebungslautstärke. Spielt das eigene Team schlecht und ist die Stimmung dementsprechend gedrückt, schaltet sich das Ambilight ab. Ist die Stimmung jedoch auf dem Siedepunkt, leuchtet auch das den TV umgebende Licht in schönster Pracht.

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Aber Ambilight ist nicht mehr nur auf den TV beschränkt. Das Zauberwort heißt Hue, ein System welches das gesamte Haus ausleuchten kann. Ganz ohne App und Smartphone lassen sich bis zu 50 entsprechende Lampen in der Wohnung über den TV ansprechen und mit dem Ambilight kombinieren. So leuchtet nicht nur der TV entsprechend, sondern auf Wunsch auch die Lampe auf dem Beistelltisch. Und selbstverständlich ist ein TV nicht mehr nur ein TV. Ab der 6400er Serie dient der TV auch als Media Server und beherrscht Miracast. Über die neue TV-Remote-App werden Inhalte per DNLA vom TV an Smartphones, Tablets oder andere TV mit Smart TV übergeben.

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Die Innovation schlechthin ist jedoch Android als TV-Betriebssystem ab der 8000er Serie. In Smartphones und Tablets längst etabliert, hält Android in der Version 4.4.2 (Jelly Bean) parallel zur Smart-TV-Plattform Einzug auf dem Bildschirm. Zugang gibt es dann zum Google Play Store, dem Google Chrome Browser, den Google Play Movies, sowie zahlreichen Video-On-Demand-Services. Die anfangs ca. 500 verfügbaren Apps sind speziell auf die Bedienung des TV angepasst. So wird es nicht möglich sein, für den TV sinnfreie Apps wie ein Navi herunterzuladen, da der Bildschirm nicht über GPS verfügt. Erste Spiele auf dem TV liefen dank Quad-Core-Prozessor mit einem PC-Gamepad absolut flüssig und machen Lust auf das Spiel zwischendurch.

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Ebenso ist der Twin-Tuner in der Oberklasse eine echte Neuerung. Zwei CI+ Slots sorgen nun dafür, dass man ein Programm aufnehmen kann, während man ein anderes schaut. Bei den Smartcards ist eine Kombination verschiedener Signale aber nicht möglich. DVB-S und DVB-C-Tuner oder Smartcards unterschiedlicher Pay-TV-Anbieter lassen sich nicht parallel betreiben. Auch ist bei der Bild-in-Bild Darstellung die Anzeige des zweiten Bildes bisher nur in der rechten oberen Ecke möglich. Schaut man also Bundesliga, während das eingeblendete Bild einen Film zeigt, ist der Spielstand oben rechts verdeckt.

Somit runden die Modelle der 8000er Serie mit Android, neuem mittig angeordneten 4fachen Ambilight, edel gestalteten Rahmen und Standfüßen aus gebürstetem Aluminium, dazu eine versenkbare Kamera, die nur bei Bedarf nach unten ausgefahren wird, das Angebot im High-End Bereich nach oben ab.

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Bei aller Innovation in Richtung Android und Twin-Tuner macht man bei den TV-Größen keine Experimente. Die maximale Bildschirmdiagonale wird in diesem Jahr noch bei 65 Zoll liegen. Und auch zum Thema Curved, also gebogene Bildschirme wartet man erst einmal die Entwicklung am Markt ab. Die Top-Serien kommen 2014 bereits mit HDMI 2.0 und HDCP 2.2, der Rest ist noch mit HDMI 1.4a Anschlüssen ausgestattet. Als Gamer darf man sich schon jetzt auf die vielen kleinen und aufregenden Neuerungen freuen, die Philips in diesem Jahr anbieten wird. Ein entsprechender Test zu einem der neuen TV mit Android und Gamer-Ambilight erfolgt, sobald wir eines der Testgeräte zur Verfügung gestellt bekommen. Dies wird nach aktueller Aussage von Philips „im Sommer“ sein, also Ende Juli/Anfang August.

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