MotorStorm: Arctic Edge

„Am Rande des Polarkreises treffen sich die Unerschrockenen. Sie suchen den Nervenkitzel einer neuen Herausforderung und wollen sich den extremen Bedingungen stellen. In diesem eiskalten grauen Land werden nur die härtesten Kämpfer ihr Ziel erreichen. Der Berg erwacht, alles ist bereit … Willkommen bei Motorstorm“

Mit diesen frostig-einleitenden Worten startet die wohl kälteste Herausforderung, seit es Kinder-Pingui gibt. Nachdem die Bestseller Motorstorm und Motorstorm Pazific Rift mit einer der Gründe sind, sich eine PS3 zuzulegen, ist die Umsetzung für die PSP zwar überraschend, aber nur mehr konsequent. Aber statt dem PSP-Spieler einen warmen Aufguss der PS3-Versionen vorzusetzen, bekommt die kleine schwarze Konsole eine komplett neue Version des Spiels. Und was das Entwicklerstudio bigBIG hier auf der kleinen PSP abliefert, ist eine Klasse für sich.

Spielten die PS3 Motor-Stürme noch in der Wüste im Monument Valley und auf einer tropischen Insel mitten im Pazifik, verschlägt es den PSP Spieler diesmal an einen der unwirklichsten Orte auf diesem Planeten – mitten in die Arktis auf einen Berg voller Eis, Schnee und Blizzards! Und damit in dieser extremen Umgebung auch standesgemäß gerast werden kann, wurde der bestehende Fuhrpark rund um die bekannten Buggys, Motorräder, Rally-Autos, Quads und LKW um zwei weitere Fahrzeugklassen erweitert, nämlich die Pistenraupe und das Schneemobil.

Nach dem Einschalten der Konsole und dem Update der PSP auf Version 5.5, welche auf der UMD enthalten ist, geht es nach erfreulich kurzer Ladezeit auch schon los. Nach dem wunderschönen Intro erklingen die bekannt harten Klänge der Motorstorm-Reihe. Nach Anlegen eines Profils hat der Spieler dann die Auswahl zwischen dem Festival, dem Zeitfahren, der Werkstatt und den Optionen. In den Optionen kann man neben den Audio-Einstellungen glücklicherweise auch die vorgegebene Tastenbelegung ändern, da nicht jedem Spieler die Steuerung der Fahrzeuge mit den Schultertasten und dem Analog-Knopf liegt. In der Werkstatt lassen sich Statistiken und Videos ansehen, sowie die gewonnenen Abzeichen und freigespielten Fahrzeuge betrachten. Alle Fahrzeuge lassen sich laut Sony dann auch so weit im Design und mit Anbauteilen personalisieren, dass jeder Spieler sein eigenes unverwechselbares Gefährt bewegen kann.

Neben dem Zeitfahren und dem freien Rennen geht es bei Motorstorm Arctic Edge aber in erster Linie um das Festival, in dem sämtliche Rennen nacheinander abgefahren werden, der Spieler sich mit guten Platzierungen Rang für Rang nach oben fährt und dabei neue Fahrzeuge und Strecken freischaltet. Und für alle, die Motorstorm noch nie gespielt haben, hier eine kleine Zusammenfassung:
In Motorstorm werden die wohl härtesten Offroad-Rennen aller Zeiten gefahren und der Spieler mäht auf dem Weg zum Sieg alles nieder, was ihm im Weg steht bzw. fährt. Dazu ist jedes Mittel recht und die Auswahl des eigenen Fahrzeuges spielt eine entscheidende Rolle, ob am Ende des Rennens ein Sieg oder eine vernichtende Niederlage steht. Während die Motorräder oder Quads klein und wendig sind, sind LKW und Pistenraupe schwer und unbeweglich. Und eben aufgrund dieses Gewichts sollte man mit kleineren Fahrzeugen den Kontakt mit den größeren vermeiden, denn ein Spielelement bei Motorstorm sind die zahlreichen Unfälle, die den Spieler bei übermäßig aggressiver Fahrweise und mangelnder Streckenkenntnis immer wieder ereilen. Und damit das sensationelle Schadensmodell auch entsprechend gewürdigt werden kann, werden diese Unfälle stilvoll in einer Zeitlupen-Sequenz in Szene gesetzt. Ganz nebenbei bietet Motorstorm Artic Edge für die schönsten Katastrophen einen Fotomodus zur Aufnahme eben dieser. Diese Bilder lassen sich dann auf der PSP sogar als Wallpaper nutzen.

Motorstorm Artic Edge verfügt über zwölf verschiedene Strecken und acht Fahrzeugklassen bei vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Jede Strecke bietet ein eigenes Szenario auf drei unterschiedlichen Rennhöhen. Von Untergründen auf Schlamm und Matsch bis Eis und Schnee bietet das Spiel alles, was der Spieler von einem Rennspiel vor arktischer Kulisse erwartet. Plötzlich einsetzende Schneestürme mit eingeschränkter Sicht, Abkürzungen und Abzweigungen in der Streckenführung, eine aggressive KI und verschiedene Rennperspektiven machen Motorstorm zu einem Pflichtkauf für die PSP. Wer solo durch ist, nutzt den Ad-hoc Modus gegen 7 weitere Spieler oder spielt online. Die Grafik ist allein durch Schnee- und Schlammspritzer auf dem Bildschirm ein Hingucker erster Klasse, der Sound setzt dem Spiel die Krone auf. Wer also Rennspiele fernab befestigter Straßen mag, greift bedenkenlos zu.

Und für alle, denen die mittlerweile riesigen USK-Sticker mehr als nur ein Dorn im Auge sind, hat Motorstorm Arctic Edge ein nettes Gimmick parat: Das Spiel wird mit einem Wende-Cover ausgeliefert – einfach das Cover aus der Plastik-Hülle nehmen, umdrehen und schon ziert die USK die Innenseite der Hülle.

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