SEGA

Sega ist für mich die Firma, die Schuld an meiner Sammelleidenschaft ist, denn eigentlich wollte ich Stück für Stück meine gesamte, mir zu diesem Zeitpunkt veraltet erscheinende Hard- und Software verkaufen, bis mich der Saturn eines Besseren belehrte. Nächtelange Partien Bomberman, der orchestrale Sound eines Panzer Dragoon und unzählige Spielhallen-Hits wie Daytona USA oder Sgea Ralley führten dazu, dass ich seitdem alles anhäufe, was mir unter die Finger kommt. Und meine Master System Sammlung ist heute eine der größten und seltensten in Deutschland.

Hier zeige ich meine Sega-Konsolen, von denen ich etliche in mindestens zweifacher Ausfertigung besitze.

 

Master System I

 

Das Sega Master System 1 erscheint in Japan im Jahr 1983 als SG-1000 und in einer Heim-Computer-Variante als SC-3000. Es folgen 1984 das SG-1000 II und 1985 das MARK III, bevor das Master System im Oktober 1987 in Deutschland erscheint. In der ersten Version war ein Labyrinth-Spiel eingebaut und HANG ON beigelegt, später wurde die Konsole mit integriertem ALEX KIDD ausgeliefert.

Zwischenzeitlich gab es die heute heiß begehrte MASTER SYSTEM PLUS Variante. Diesem Paket war das Modul SAFARI HUNT sowie der Light-Phaser beigelegt. Auch war zwischenzeitlich die SCOPE Version erhältlich. Diesem Paket lag neben dem Lightphaser auch die 3-D Brille, sowie das Modul MISSILE DEFENCE 3-D mit bei. Das Master System 1 verfügte noch über einen Scart-Eingang, sowie über den Cartridge Schlitz, so daß Spiele als Module und Cards verkauft wurden. Außerdem wurde dieser Schlitz für die SEGA 3D-Glasses verwendet. Bei den ersten Versionen des Master Systems war die Kabelführung der Pads noch seitlich angebracht, was erstens unhandlich war und zweitens irgendwann zum Kabelbruch führte. Später wurden die Kabel nach oben verlegt.

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Master System II

Das Sega Master System 2 löst 1990 das alte Master I als letzte europäische Variante ab. Technisch sind beide Geräte identisch, allerdings fehlen dem Master System II der Scart-Anschluss, der Reset-Schalter, die Betriebslämpchen und der Erweiterungs-Schacht für die SEGA-MyCards. Auch wirkt das Master System II durch seine rundlichen Formen und dem mattschwarzen Look nicht mehr edel, sondern billig.

Die 3D-Brille, sowie die bis dahin 10 erschienenenen Cards sind durch den eingesparten Erweiterungs-Schacht mit diesem Gerät nicht mehr zu verwenden. Alle Cards mit Ausnahme von GREAT SOCCER wurden aber mit identischem Spielablauf auf Module umgesetzt. Diese Card erzeilt deswegen heute unter Sammlern dreistellige Beträge.

Anfangs erscheint das Master System II mit in das Rom eingebautem ALEX KIDD. nach der Geburt des schnellsten Igels der Welt wird SONIC 1 als Modul hinzugelegt. Nachdem das Master System in Europa ab 1994 praktisch mausetot ist, wird nur in Brasilien von der Firma TecToy das Master System 3 (gleiche Form wie das Master System II, aber in grau), sowie das Master System Collection mit reichlich integrierten Spielen verkauft.

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Master System Compact Girl – Tectoy – Brasilien

Das Sega Master System Super Compact Girl von Tectoy in Brasilien ist ein echtes Sega Master System, auch wenn man dieses erst auf den zweiten Blick erkennt. Nachdem der Markt in Europa für das Master System nicht mehr existiert, übernimmt in Brasilien die Firma Tectoy den Vertrieb. Tectoy produziert Hardware unter Lizenz von Sega, bei der dazugehörigen Software scheiden sich jedoch die Geister. Nicht jedes von Tectoy für das Master System produzierte Spiel ist wohl von Sega lizensiert, z. Bsp Earthworm Jim oder Street Fighter II …

Tectoy produziert bis heute Konsolen für den brasilianischen Markt, so z. Bsp. das Master System 3, das Master System Handy, zwei Collection Versionen sowie drei Compact Versionen, von denen eine mein hier gezeigtes Master System Super Compact Girl ist. Leider verwendet Brasilien die PAL-M Fernsehnorm,so daß ich bisher nicht dazu gekommen bin, das Gerät in Aktion zu erleben. Das Compact verfügt über eine Anschlußmöglichkeit für ein Joypad, obwohl die Konsole im Stile eines Handheld alle Schalter integriert hat. Auch kann das System wahlweise über Netzstrom oder 4 Batterien betrieben werden. Die portugisische Anleitung gibt reichlich Anschlußmöglichkeiten für die mitgelieferten Antennen vor, jedoch ist mir keine davon bisher verständlich … vielleicht kennt sich ja jemand aus und kann man an dieser Stelle mit einer Idee oder Hilfe unter die Arme greifen ?

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Mega Drive 1 – Japan

Der Sega Mega Drive ist der offizielle Nachfolger des Master Systems und wurde erstmalig 1988 in Japan und dann 1990 in Europa eingeführt. Absoluter Kaufgrund für mich, sich vor der offiziellen Einführung ein Mega Drive aus Japan zu besorgen, war MICKEY MOUSE – CASTLE OF ILLUSION lange bevor SONIC auf der Bildfläche erschien. Ganz wenige Konsolen wurden in solch verschiedenen Varianten veröffentlicht wie das Mega Drive. Unter anderem erschien das Multi-Mega (nur in Europa), ein Mega Drive mit CD-Laufwerk und der Nomad (nur in USA), eine Handheld-Version des Mega Drive.

Das Mega Drive war in den USA und Europa zeitweise beliebter als das SNES; angeblich spielten hier 66% der Spieler mit der Sega-Kiste! Die Liste der Top-Titel auf dem Mega Drive ist schier unendlich. Durch seine überragende 2D-Darstellung avancierte das Mega Drive zur Ballerspiel-Konsole schlechthin. Diverse sensationelle Vertikal- und Horizontal-Scroller erschienen nur auf dem Mega Drive, so zum Beispiel das geniale GYNOUG oder die ersten Teile der brilianten THUNDERFORCE-Reihe. Auch die Sound-Qualitäten des Mega Drive sind beachtlich. Als m.W. einziges Spiel mit deutscher Sprachausgabe erschien DUNE II – DER WÜSTENPLANET.

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Mega Drive 1 – deutsche Version mit PAL/RGB- sowie 50/60Hertz Umschalter für den Betrieb von Japan- und US-Modulen

32X und Mega CD 1

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Das Mega CD wurde 1991 von Sega als Konkurrenz zum SNES eingeführt. Es wird unter das Mega Drive geschoben. Mit seiner zweiten, fast doppelt so schnell getakteten 68000CPU ergab sich eine bis dahin nicht erreichte Hardware-Power. Allerdings beschränkten sich die ersten Mega-CD-Spiele auf reine Reaktions-Spielchen und diese nutzten die Hardware kaum, so z. Bsp. ROAD AVANGER. Auch beschäftigte sich kaum ein Entwickler mit dieser Rechen-Power, so dass das Mega CD schon vor der offiziellen Einführung floppte. Es konnte dem SNES nicht das Wasser reichen. Es erschienen etwa 160 Spiele, die Konsole wurde weltweit nur ca. 2 Millionen mal verkauft.

 Das 32X floppte ebenfalls, weil kaum ein Spieler sich einen solchen Hardware-Turm hinstellen wollte – es wurden zusammen mit Mega Drive und Mega CD 3 (!) Netzteile benötigt. Klar erreichte man in diesem Verbund eine immense Rechenpower, allerdings erschienen einfach zu wenige Spiele. VIRTUA RACING DELUXE unterschied sich kaum von der durch einen Zusatzchip aufgepeppten Mega Drive Version, trotz allem sind 32X-Module wie KNUCKLES CHAOTIX heute begehrte Sammler-Stücke.

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Sega Multi Mega

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Alle relevanten Informationen zum Multi Mega findet ihr hier >>>

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Saturn

Der Sega Saturn erschien einen Monat vor der Playstation 1 auf dem deutschen Konsolen-Markt und glänzte mit 2 SH4-Chips, 2 Video-Chips und Yamaha-Synthesizer. Aber wie üblich konnte Sega seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz Sony Playstation nicht lange aufrecht erhalten, da die Sony-Software durch 3D-Texturen weiter entwickelt und ausgereifter wirkte. Bestes Beispiel hierfür war das grafisch enttäuschende VIRTUA FIGHTER 1. Erst der zweite Teil wurde dem Spielhallen Vorbild gerecht.

Außerdem ging Sega im Preis- und Marketingkampf gegen Sony bald die Luft aus. Jeder kannte die PS1, aber kaum jemand nahm vom Saturn Notiz. Der Kaufgrund Nr. 1, sich für einen Saturn und gegen die Playstation 1 zu entscheiden, waren die Spielhallen-Umsetzungen DAYTONA USA, VIRTUA FIGHTER und SEGA RALLY. Und das bis heute beste Bomberman aller Zeiten erschien nur hier: 10 Spieler (!!!) gleichzeitig werfen sich am Saturn Bomben an den Kopf, 2 Multiplayer-Anschlüsse vorausgesetzt. Zur Veröffentlichung von KNIGHTS INTO DREAMS, Sega`s ersten echten 3D-Versuch, erschien auch das erste echte Analog-Pad, wie sie heute bei allen Konsolen Standard sind.

Und der Saturn ist schuld an meiner Sammel-Leidenschaft: Eigentlich wollte ich den schwarzen Kasten bei ebay verscherbeln. Aber nach einem Blick auf das Preisschild (damals 749,- DM, heute also 380,- Euro), ging mir ein Licht auf. Seit diesem Tag habe ich mich von keinem einzigen Videospiel oder einer Konsole mehr getrennt.

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Dreamcast

Wie seine Vorgänger floppte auch der Dreamcast, bevor er 1998 so richtig erschien, da Sega mit vielen wirren Hardware-Updates wie Mega CD und 32X das Vertrauen der Fans reichhaltig missbraucht hatte. Dabei war der Dreamcast eine der besten Konsolen der Videospiel-Geschichte. Er war die bis dato technisch am weitesten entwickelte Konsole: CPU von Hitachi, Grafikprozessor von NEC und ein völlig neues Speichermedium, die VMU (Virtual Memory Unit). Diese Speicherkarte hatte ein eigenes Display mit eigenem Steuerkreuz, ist also eine echte eigene “Konsole”.

Außerdem verwendete der Dreamcast als erste Konsole ein eigenes Modem für echtes Online-Gaming im Internet. Während man bei Sony noch vom Internet träumte, war der Dreamcast bereits drin. Das bis dahin beste Tennis-Game aller Zeiten, VIRTUA TENNIS, wurde mit Preisen überhäuft, da kein Tennis Spiel bis dahin einen solchen Realismus zeigte. Und auch sonst gab es geniale Software wie CRAZY TAXI und PHANTASY STAR ONLINE. Der Dreamcast war leider Segas letzte Konsole. Nach diesem letzten Misserfolg wird von Sega nur noch Software produziert.

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Game Gear

 

Der Sega Game Gear war Segas Antwort auf den Game Boy: Der Game Gear hatte ein großes beleuchtetes Display mit 32 gleichzeitigen Farben und war kompatibel zu allen Master System Modulen, während der Game Boy noch mit 16 Grautönen auskommen musste.

Der Game Gear funktionierte mit Master-System-Technik, als Zubehör gab es den Master Gear Konverter, Bildschirmlupe, Battery Pack (der GG verbrauchte 6 Batterien) und einen TV-Tuner, der allerdings seit Einführung von DVBT ausgedient hat. Mit dem Konverter ließen sich Master-System-Module auf dem GG spielen und machten ihn damit zum ultimativen Handheld. Dies war bei dem leider zu diesem Zeitpunkt recht dünnen Software-Angebot auch nötig. Bis auf wenige Ausnahmen erschienen nur Umsetzungen oder Fortsetzungen bekannter Master System Spiele mit gelegentlich modifiziertem Spielablauf. So hatte z. Bsp. FANTASY ZONE einen anderen Spielablauf als die Master System Variante. Auch einige wenige SONIC-Titel exklusiv für den Game Gear (z.Bsp. SONIC DRIFT) retteten ihn nicht vor dem vorzeitigen Aus.

Denn leider versäumte Sega hier intensive Werbung und der Game Boy machte trotz unterlegender Technik, aber mit dem überragenden TETRIS das Rennen, weil kaum jemand vom Game Gear Notiz nimmt.

 

4 Gedanken zu „SEGA“

  1. Das Problem des Game Gears waren wohl eher:
    * geringe Verbreitung von Sega und somit Tauschpartnern
    * Batterieverbrauch, 6 vs. 4 bzw. 3h vs. 6h
    * Preis, die Startersets ohne Spiel waren teurer als Game Boy + Tetris
    * Spiele im Vergleich zum MD ein sichtbarer Abstieg
    * Display, Klobigkeit, Nutzbarkeit im Außeneinsatz etc.

  2. Geringe Verbreitung und Tauschpartner waren zumindest in Deutschland nicht der Fall, da Sega hier neben Nintendo sehr präsent war. Und das Master System bzw. dessen Technik, die ja der Game Gear nutzte, mit dem MD zu vergleichen, geht nicht. Du vergleichst ja auch nicht den Nintendo DS mit der Wii U. Und ja, selbstverständlich sind Module, die Farben darstellen können teurer als solche, die nur 16 Grautöne auf das Display bringen. Du zahlst ja heute schließlich auch für ein DS oder 3DS-Modul 40,-€, also im damaligen Vergleich ca. 80,-DM. Dass ein Farbdisplay mehr Batterien verbraucht, war damals jedem Game Gear Käufer klar.
    Was den Außeneinsatz angeht: Ich habe den Game Gear regelmäßig überall hin genommen, wo ich Zeit und Lust hatte, zu spielen.

  3. Das Problem am Sega Game Gear sind heutzutage die Kondensatoren. Diese sind nämlich in vielen Fällen im Laufe der Zeit ausgetrocknet oder ausgelaufen. Das wiederum führt dazu, dass es Probleme beim Sound und Bild gibt. Echt knifflig die Dinger auszutauschen. Aber ein echter Fan lässt sich nicht abschrecken… 🙂

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