Batman: Arkham Asylum

Bei Umsetzungen großer Namen auf eine Spielkonsole schrillen bei vielen Spielern die Alarmglocken. All zu oft verbirgt sich hinter einer großen Lizenz leider nur heiße Luft, anders bei Batman Arkham Asylum.

Batman an sich ist schon immer DER Superheld gewesen, eine traurige Existenz, hin und her gerissen zwischen seinem Leben als superreicher Playboy und dem Helden der Nacht. Nach 2 hervorragenden Filmen ist Batman wieder in aller Munde, so lag es also nahe, diesem Superhelden ein Spiel auf den Leib zu programmieren, welches der Figur auch gerecht wird.

Das Spiel beginnt mit einer netten Batmobil-Sequenz und der Auslieferung des Jokers ins Arkham Asylum. Schnell wird jedoch klar, dass Batman in eine Falle getappt ist, denn Joker hat mit Hilfe Harley Quinns die Anstalt übernommen und jeden noch so irren Verbrecher befreit. Die Ziele des Jokers sind anfangs völlig unklar, klar ist jedoch, dass Batman diesem Treiben ein Ende bereiten muss. Und ab diesem Moment greift der Spieler ins Geschehen ein. Eingeschlossen in einem Vorraum zur Anstalt muss sich Batman einiger Gegner erwehren, was in einer kurzen Prügelabfolge auch schnell erledigt ist. Einfaches Drücken des X-Knopfes und geschicktes Anvisieren der Gegner führt zu schön animierten Kombos und finalen Schlägen und Tritten, die den Widersacher ins Reich der Träume befördern. Wer jetzt denkt, Batman Arkham Asylum wäre ein einfacher Prügler liegt zum Glück falsch, denn das Spiel bietet dem Spieler einiges an Handlungsspielraum.

Muss man sich in vielen Situationen mit einer körperlichen Auseinandersetzung seiner Haut erwehren, wird dies schon schwieriger bei bewaffneten Gegnern, da Batman nur wenige Treffer verträgt. Eine Möglichkeit ist das Anschleichen von hinten und das lautlose Ausschalten der Gegner, Sam Fisher lässt grüßen. Weitaus spannender und hervorragend umgesetzt sind die Sequenzen, in denen sich Batman auf Vorsprünge schwingt und seine Feinde dann per Seil einfängt und an den Vorsprung hängt. Steht der Gegner weiter entfernt, kann Batman diesen per Gleitflug und anschließenden Knock Out ausschalten. Bei allen Kämpfen hilft eine OnScreen-Erklärung dem Spieler beim Drücken der richtigen Tasten.

Das Spiel führt den Spieler (leider) zu linear von einer Aufgabe zur nächsten, doch ab und an steht man wie die sprichwörtliche Kuh vor dem Tor. Und hier haben die Entwickler ein weiteres Gimmick eingebaut, denn mit Druck auf LB blendet das Spiel in den sog. Detektiv-Modus um. Hier kann Batman Gegner durch Wände erspähen oder geheime Gänge erkennen, die ihn dann durch einen Luftschacht in den nächsten Raum führen. Auch entdeckt Batman im Detektiv-Modus Wände, die sich sprengen lassen und versteckte Wege freilegen. So nähert man sich Stück für Stück dem Finale und damit Jokers perfiden Plan, natürlich nicht ohne seinen Erzfeinden wie Scarcrow, Poison Ivy, Bane und anderen zu begegnen. Muss Bane noch mit Kraft und dem Baterang niedergerungen werden, kann man Scarcrow nur per Anschleichen besiegen. Gerät man in dessen Sichtfeld, hat das virtuelle Bildschirmleben ein vorzeitiges Ende.

Hat man das Spiel im normalen Modus in ca. 15 Stunden durch, schalten sich durch das Auffinden von Riddlers Geheimnissen Herausforderungen frei. In diesen Herausforderungen geht es um das Ausschalten von Gegnern und dem Lösen von Aufgabenstellungen. So muss man eine Runde überstehen, ohne getroffen zu werden oder alle Gegner müssen innerhalb einer Kombo besiegt werden.

Fazit:
Batman: Arkham Asylum ist das erste Spiel, das den Superhelden und die Story so rüberbringt, wie es sich für Batman gehört: Düster und mit atmosphärischem Tiefgang. Die Charaktere sind perfekt dargestellt, die Grafik ist eine Augenweide, toll animierte Zwischensequenzen lockern das Geschehen immer wieder auf und führen den Spieler an den nächsten Handlungsstrang. Die einzige Schwäche ist der zu lineare Spielablauf. Wer damit aber klar kommt, erhält eine packende Mischung aus Splinter Cell und Tomb Raider im Irrenhaus.

Ein Kritikpunkt muss aber dennoch erwähnt werden:
Da wird eine Special Edition mit einem Original 35cm Baterang angekündigt, der sich beim Auspacken als zerkratztes Stück schwarz/graues Plastik ohne jeglichen Hinweis auf das Spiel oder Batman herausstellt. Ein Aufdruck auf dem häßlich-grauen Standfuss „Batman: Arkham Asylum“ wäre nett gewesen. Das ist einer Special-Edition unwürdig und so verbleibt das Plastik in der Verpackung und nicht im Regal.

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