Hardwaretest: Yamaha RX-A1040 – der Mittelpunkt des Heimkinosystems

Ich erinnere mich dunkel an meinen ersten eigenen Stereo-Receiver. Das war ein damals sündhaft teures Modell der Marke Kenwood mit anpassbaren Höhen und Tiefen. Dazu gab es einen Plattenspieler und zwei hochwertige Boxen – ein Tapedeck sollte später folgen – schon war der Weg frei für lautstarke AC/DC und KISS LP`s. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern, deren Musikgeschmack sich doch so sehr von dem meinem unterschied. Nun steht hier der Yamaha RX-A1040 aus der aktuellen Aventage-Serie und wirkt wie Technologie von einem anderen Stern.

Als erstes fällt das schlichte und dennoch so edle Design der Front aus Aluminium auf. Über die zwei großen Regler lassen sich die Eingänge und die Lautstärke steuern – so weit, so bekannt und zunächst unspektakulär. Spannend wird es hingegen beim Blick hinter die Kulissen. Hinter der großen Frontblende verbergen sich zahlreiche Funktionen, die zwar ebenfalls über die stattliche Fernbedienung oder die umfangreiche AV-Controller-App abzurufen wären, aber dennoch zusätzlich die vollständige Steuerung des Systems per Knopfdruck erlauben. Man findet dort die bekannten Szene-Tasten, den Kopfhöreranschluss, der mit der Funktion Silent Cinema auch Surround-Sound auf einem Stereo-Kopfhörer ausgibt, den Eingang für das YPAO-Mikrofon zur Einmessung des Raums, sowie sämtliche Optionstasten zur Receivereinrichtung.

 

Für Geräte wie zum Beispiel einen Camcorder, die man eben nur kurzfristig an den RX-A1040 anschließen möchte, gibt es zusätzlich einen HDMI- sowie einen Composite-Video und analogen Stereo-Eingang. Ebenfalls vorhanden ein USB-Anschluss für Geräte mit dem „i“ im Namen. So können Signale direkt und verlustfrei an den RX-A1040 gegeben werden, während iPod oder iPad gleichzeitig geladen werden. Auch die Wiedergabe von bis zu 1080p Video und Multikanal Audio von MHL kompatiblen Mobiltelefonen ist möglich, wenn dieses direkt an den Receiver angeschlossen wird.

Wendet man sich dann der Rückseite zu, springen unzählige Anschlüsse ins Auge. Geboten werden allein sieben HDMI-Eingänge, die allesamt HDMI 2.0 unterstützen und damit 3D und 4K Ultra-HD darstellen können. Auch das Hochskalieren von Bildern mit niedriger Auflösung auf 4K ist möglich. Dazu kommen jeweils vier AV- und Audio-Eingänge, sowie vier optische und drei koaxiale Anschlüsse. Erst auf den zweiten Blick erkenntlich und damit ungewöhnlich ist die Möglichkeit, gleich zwei Subwoofer zu betreiben. Und weil man nicht kleckert sondern klotzt, spendiert man dem RX-A1040 auch gleich zwei HDMI-Ausgänge mit ARC. Somit können vom Receiver ein Bildschirm und ohne großes Umstecken von Kabeln ein zusätzlicher Beamer für ganz große Kinoabende oder ein zweiter Bildschirm betrieben werden.

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Auffällig ebenfalls die nicht minder zahlreichen Möglichkeiten, sein Boxensystem anzuschließen. An den hochwertigen Schraubanschlüssen lassen sich Systeme von der einfachen Stereo-Nutzung mit nur zwei Boxen, der Anschluss mittels Bi-Amping, ein 5.1-, 7.2- bis hin zum 7.2 + 2-Kanal System betreiben. Dafür werden dann weitere Surround- und Präsenz-Lautsprecher verwendet. Auch eine zweite Zone für Schallwandler und weitere Geräte in einem anderen Raum ist möglich. Doch der Segen dieser Flexibilität ist auch gleichzeitig Fluch – zumindest wenn man sich so unbedarft anstellt, wie es der Verfasser dieses Beitrages tat. Wenn man nicht täglich High-End-Receiver anschließt, sollte man sich doch genau an die Anleitung halten oder zumindest wissen, was man tut und nicht nur glauben zu wissen, was man tut. Die erste Einrichtung ging somit vollständig daneben. Es war zwar Klang zu vernehmen, aber die Bässe verschwanden vollständig irgendwo zwischen Musikquelle und den Soavo-Boxen im Tiefton-Nirwana. Selbst nach Stunden gab es keine Chance, den Tieftönern oder dem Subwoofer auch nur eine Bassnote zu entlocken.

Also wurde alles zurück auf Null gesetzt und noch einmal von vorne begonnen. Dazu wurde der RX-A1040 vollständig resettet und nun zur Boxen-Einrichtung die Yamaha-App AV Setup Guide auf dem Tablet installiert. Einzige Voraussetzung hierfür ist ein funktionierendes Netzwerk, den Rest erledigt die App. Zu Beginn wählt man den entsprechenden Receiver und wird dann verständlich und mit zahlreichen Abbildungen durch die Installation geführt. Man entscheidet sich, wie viele Boxen angeschlossen werden sollen, folgt den entsprechenden Anweisungen und die Einrichtung des Receivers erfolgt dann vollkommen automatisch. Und siehe da, nach Abschluss des Vorgangs klang Musik endlich wieder nach dem, was man von einer solchen Kombination aus Boxen und Receiver erwartet und nicht nach Smartphone-Speaker. Die bis dato fehlenden Töne wurden jetzt anstandslos an die Soavo geleitet.

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Stehen die Boxen nicht nur, sondern klingen auch entsprechend, kann man mit der Feinjustierung des gesamten Systems fortfahren. Über das umfangreiche und dennoch sehr übersichtliche Onscreen-Menü beginnt man mit der Einmessung der Boxen. Dazu wird das YPAO-Mikrofon angeschlossen und an der üblichen Hör- bzw. Sitzposition aufgestellt. Das System sendet Tonsignale aus, die den Standplatz und somit den Abstand der Boxen erkennen, unabhängig davon, ob alle Boxen auch symmetrisch zur Hörposition ausgerichtet sind. Denn nicht immer hat man aufgrund räumlicher Gegebenheiten die Möglichkeit, seine Boxen entsprechend aufzustellen. Möglich macht dies die Funktion Reflected Sound Control. Da man jedoch bei einem gemütlichen Kino-Abend nach Möglichkeit nicht allein auf dem Sofa sitzt, bietet der RX-A1040 sogar bis zu acht verschiedene Messpunkte, um so das bestmögliche Klangbild für alle Zuhörer liefern zu können.

Aber so perfekt die automatische Messung auch ist, sie ersetzt nicht das eigene Ohr. Ist man mit dem Ergebnis der YPAO-Messung nicht wirklich zufrieden, bietet das Menü dafür zahlreiche Möglichkeiten, das Klangbild eigenen Wünschen und Vorlieben entsprechend anzupassen. So lässt sich jede einzelne Box manuell feinjustieren. Hat man das Gefühl, dass die Surround-Boxen einen Effekt nicht ordentlich an die Ohren leiten, kann man entweder den Abstand virtuell verringern oder den Pegel einer Box erhöhen, um dem System so den gewünschten Effekt zu entlocken. Hat man keine Möglichkeit, seine Surround-Boxen für echten Raumklang hinter der eigenen Hörposition aufzustellen, bietet der RX-A1040 mit Virtual Cinema Front auch virtuelles Surround an, bei dem alle Boxen vor dem Hörer stehen.

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Allein mit der Ein- und Ausrichtung aller Boxen kann man Stunden verbringen. Diese Zeit sollte man jedoch tatsächlich investieren, um in den vollen Genuss von Klang zu kommen. Empfohlen wird von Yamaha übrigens eine Einspielphase von mindestens 48 Stunden, damit der RX-A1040 seine Leistung vollständig entfalten kann. Und so lief die ersten Tage die komplette Musikbibliothek des iPads per Airplay durch das System. Neben vielen aktuellen Alben war ich besonders gespannt auf das letzte Frei.Wild Live-Album Auf Stiller Fahrt – Die Konzertreise. Denn entgegen der sonst üblichen Studioaufnahmen mit ausschließlich harten Rocksounds setzen die südtiroler Deutschrocker hier auf Akustikgitarren und Verstärkung auf der Bühne durch Piano, Streicher und Bläser. Und genau diese für die Band ungewöhnlichen Instrumente arbeitet der Receiver in den zahlreichen Ska-, Blues- und Jazz-Passagen so dezidiert heraus, dass man das Gefühl hat, mitten im Publikum zu stehen.

Aber auch wenn man keine Live-Aufnahme zur Hand hat, muss man am RX-A1040 trotzdem nicht auf das Gefühl eines großen Konzertsaales oder kleineren Clubs verzichten. Das letzte AC/DC Album Rock or Bust wurde ja mit nur noch 50% der ursprünglichen Besetzung aufgenommen und klingt dennoch so, wie AC/DC seit jeher klingen müssen. Nun reißt das Album bis auf die zwei Single-Auskoppelungen Rock or Bust und Play Ball mit Sicherheit keine Bäume aus, aber gerade in den DSP-Modi Hall in Munich oder Chamber kommt tatsächlich fast das Gefühl auf, sich ähnlich wie zur World-Tour 2012 im Berliner Olympiastadion zu befinden. Man wartet förmlich auf das minutenlange Angus-Gitarren-Solo.

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Wer hingegen mehr auf den direkten Klang ohne Live-Effekte steht, wird die Modi Straight oder Pure Direct wählen. Die Ausgabe erfolgt hierbei einzig über die beiden Frontlautsprecher, man erhält somit reinen Stereo-Musikgenuss. Und auch der Compressed Music Enhancer leistet ganze Arbeit. Gerade MP3-Dateien werden zur Minimierung der Dateigröße oft stark komprimiert. Klasse für mobile Geräte und unterwegs, schlecht für eine hochwertige Heimkino-Anlage. Denn das Ergebnis der Komprimierung ist ein Klang, dem viele Höhen und Tiefen abhanden gekommen sind. Der Compressed Music Enhancer stellt diese verlorenen Töne jedoch wieder her. Der Unterschied zwischen komprimierter und unkomprimierter Datei ist dann beim Hören gewaltig.

Und überhaupt Musikwiedergabe. Neben Radio und Internet-Radio, sowie den eigenen Songs von CD, Tablet, Server oder USB stehen mit Napster, Spotify und Juke Online-Anbieter mit schier unendlichen Musikbibliotheken zur Verfügung. Voraussetzung ist ein entsprechendes Konto beim jeweiligen Dienst. Wem das immer noch nicht reicht und wer daneben auch im Besitz einen HTC-Smartphones ist, streamt seine Musik über HTC Connect direkt vom Handy an den Receiver.

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Nach dieser ersten Euphorie wird man sich dann irgendwann den so vielfältigen Möglichkeiten und technischen Spielereien zuwenden, die der RX-A1040 zu bieten hat. Außer digitale Audioformate aller Art abzuspielen, steckt noch so viel mehr unter dem Gehäuse. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Denn statt der üblichen vier Standfüße kommt der Receiver gleich mit deren fünf daher. Diese Technik nennt Yamaha Anti Resonance Technology (A.R.T) Wedge. Der zusätzliche Standfuss verhindert Vibrationen durch Hitzeableitungen und hohe Pegel. Der Aufbau im Inneren ist ebenfalls klug durchdacht und symmetrisch angelegt, um linke und rechte Kanäle voreinander zu trennen. So wird mögliches Rauschen unterdrückt. Das Display bietet die bekannt umfangreichen Informationen und ist selbst bei direktem Lichteinfall jederzeit gut ablesbar.

 

Zurück zu den vielen Feineinstellungen. Wer schon jemals die Familie aus dem Bett getrieben hat, weil sich der Receiver morgens mit der Lautstärke einschaltet, mit der er abends ausgeschaltet wurde, wird die entsprechenden Funktionen begrüßen. Einerseits lässt sich über die Grundlautstärke regeln, mit welchem Pegel sich der Receiver einschalten soll, andererseits kann mit der maximalen Lautstärke eingestellt werden, wie viel Dezibel tatsächlich an die Boxen gelangen, ohne sie zu sprengen. Sehr von Vorteil, wenn der noch krabbelnde Nachwuchs des besten Freundes den Drehregler für das Volumen entdeckt hat. Die Lebensdauer von Boxen erhöht sich damit um ein Vielfaches.

Man kann natürlich weiterhin seine externen Geräte direkt an den TV anschließen und dann je nach zugespieltem Signal von Blu-ray-Player oder Spielkonsole mit zahlreichen Knopfdrücken auf die Movie-Taste ein jedes Mal das DSP-Programm neu einstellen. Aber es geht auch eleganter, wenn diese Quellen direkt an den RX-A1040 angeschlossen werden. Wofür denn auch sonst die sieben HDMI-Eingänge? Statt also nun jedes Mal aufs Neue das DSP-Programm Spectacle zu wählen oder für die Spielkonsole Action-Game zu suchen, lassen sich die Szene-Tasten individuell konfigurieren. So habe ich neben den Standard-Szenen BD-Player, TV, Net und Radio die Szene 5 und den dazugehörigen Eingang für die Playstation 4 konfiguriert. Beim Einschalten der Konsole schaltet sich nun der DSP-Modus Action-Game automatisch an und im Display erscheint PS4 / Action Game. Zusätzlich zu diesen offensichtlichen Einstellungen können der Szene weitere Einträge wie der Ton, der gewünschte Surround-Modus oder die Master-Lautstärke zugewiesen werden. Insgesamt stehen dem System zwölf verschiedene Szenen zur Verfügung, von denen vier der zweiten Zone zugeordnet sind.

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Und gerade diese zweite Zone hat es in sich, denn vorbei die Zeiten, in denen jeder Raum separat mit einem eigenen Soundsystem und weiteren Zuspielern wie einem Blu-ray-Player ausgestattet werden musste. Denn all das erledigt der RX-A1040 mit der Multi-Zone-Funktion. Diese bietet zahlreiche Anschlussmöglichkeiten wie den direkten Anschluss der Boxen oder Video- und Audiosignale über HDMI oder Composite. Musik hören im Kinderzimmer, während das Familienoberhaupt im Wohnzimmer Fußball schaut? Kein Problem, einfach die Zone 2 einrichten und aktivieren und schon lassen sich zwei Räume getrennt voneinander ansteuern. Und auch ein zusätzlicher Verstärker lässt sich anschließen, um in Zone 2 ebenfalls ein vollwertiges Heimkino-System zu betreiben. Die Möglichkeiten, einen weiteren Bereich zu konfigurieren, sind vielfältig. Spannend auch der Party-Modus, wenn Wohnzimmer und Garten mit der gleichen Musik versorgt werden sollen.

Trotz aller technischen Feinheiten, Spielereien und Funktionen ist der RX-A1040 im täglichen Einsatz unkompliziert, auch wenn die Fernbedienung ein anderes Bild suggeriert. Hat man sich jedoch darauf erst einmal zurecht gefunden, erfolgt die Bedienung bald ohne einen Blick darauf zu werfen. Wer sich aufgrund der doch eher zierlichen Beschriftung aber so gar nicht mit der Fernsteuerung anfreunden kann, wird in der umfangreichen und benutzerfreundlichen AV-Controller-App einen adäquaten Ersatz finden, der immer wieder zum Spielen und Probieren animiert. Eine übersichtliche Aufteilung, große, eindeutige Symbole, zahlreiche Optionen und nicht zuletzt die Feinjustierung der verschiedenen DSP-Programme lassen immer wieder zum Tablet greifen, um vielleicht doch noch eine Nuance am Klang zu verändern? Spannend hierbei sind die fortgeschrittenen Optionen, in denen vom DSP-Pegel über die Anfangsverzögerung bis hin zur Raumgröße für jedes Boxenpaar feinste manuelle Justierungen vorgenommen werden können. Wem das an Steuerungsmöglichkeiten noch immer nicht reicht, bemüht dann seinen Webbrowser. Einfach die IP-Adresse des Verstärkers in die Adresszeile eingeben, schon lässt sich der RX-A1040 auch vom eigenen PC ansprechen.

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Wer bedingungslose Action und klassisches Popcorn-Kino liebt und in dessen Geburtsjahr eine 6 oder 7 nach der 19 steht, wird um die Expendables nicht herumkommen. Zum Test wurde der dritte Teil A Man`s Job in den Schacht geschoben und auf dem RX-A1040 das DSP-Programm Spectacle ausgewählt. Eine Kapitelsuche für eine besonders actionreiche Szene ist hier unnötig, da der Film von der ersten bis zur letzten Minute damit nur so um sich wirft. Man sitzt kaum richtig auf dem Sofa, da wird man auch schon vom durch das Wohnzimmer donnernden Zug überrollt. Der Film ist mit Sicherheit kein durchgängiges Surround-Meisterstück, dennoch wissen die zahlreichen weiteren Effekte zu überzeugen. Egal ob krachende Panzersalven, pfeifende Pistolenschüsse, fliegende Messer oder eher unscheinbare Umgebungsgeräusche wie durch Kies stapfende Stiefel, der Ton gehört gerade in den Action-Sequenzen dank Dolby Atmos zum Besten, was man einer hochwertigen Anlage geben kann. Der Bass hingegen fällt stellenweise etwas ab. Dialoge hingegen werden mit den Funktionen Dialogue Lift und Dialogue Level Adjustment angepasst und aufgewertet.

Die HDMI-Ein- und Ausgänge unterstützen 4K Ultra HD Video Image Pass-Through. Damit ist eine Hochskalierung von Bildern mit niedriger Auflösung möglich, wie sie eine ältere DVD bietet. Um dies zu testen wurde mit Jagd auf Roter Oktober von 1990 einer der besten U-Boot Filme aller Zeiten mit dem wahrscheinlich besten Sean Connery aller Zeiten in das Laufwerk geschoben. Jede Schrift ist in der ersten Szene fehlerfrei zu lesen, auch wenn die Kanten teilweise ein wenig zittern – ganz im Gegensatz zur „normalen“ Wiedergabe ohne Skalierung. Die erste Profilaufnahme zeigt Connery als Kapitän Marko Ramius. Auch wenn der Hintergrund stellenweise rauschig ist, sind im Gesicht Poren und Haare sehr gut zu erkennen. Die Szene, in der Ramius und Jack Ryan den ersten Kontakt herstellen, hat wohl bis heute Kultstatus: „Geben sie mir ein Ping Wassily und bitte nur ein einziges“. Auch hier an Bord des U-Bootes überrascht das gute Bild. Die verschiedenen Farbeffekte durch die Monitore in der Dunkelheit des Bootes werden kräftig dargestellt und auch Gesichter warten mit vielen Details auf. Selbst die alte Tonspur überzeugt, als die Roter Oktober zum ersten Tauchgang aufbricht und die Besatzung die sowjetische Nationalhymne schmettert.

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Allerdings kann selbst der beste Verstärker keine Wunder vollbringen. Bei Das fünfte Element von 1997 müht sich der RX-A1040 redlich, aber meistenteils umsonst. Als DVD für heutige Verhältnisse qualitativ schon von schlechter Bildqualität, bringt auch das Hochskalieren wenig. Bildrauschen, Unschärfe und zittrige Ränder sorgen dafür, dass man den Film doch recht schnell zurück in die Hülle steckt und ihn sich dann doch lieber für kleines Geld noch einmal als Blu-ray bestellt. Dennoch wertet der Yamaha Receiver viele der alten DVDs auf, die im Regal ein Schattendasein fristen und animiert dazu, den einen oder anderen Film doch noch einmal zu schauen.

Aber Heimkino bedeutet heute nicht mehr nur Musik und Filme allein, sondern auch Videospiele bieten immer besseren Klang. Nun wird man für das aktuelle Captain Toad Treasure Tracker mit seinen Dudelmelodien und wenigen Soundeffekten mit Sicherheit keinen hochwertigen RX-A1040 benötigen, aber schon bei Mario Kart 8 sieht die Sache dann gleich anders aus. Nintendo hat sich die Mühe gemacht, die Ohrwürmer der klassischen Strecken neu aufzulegen. Das ändert zwar nichts am ohnehin spaßigen Spielverlauf, aber hier stressen eben die Hintergrundmelodien nicht, sondern animieren zum Mitsummen. Gehen die zahlreichen Soundeffekte im Mehrspieler-Modus gemeinsam vor dem Bildschirm noch etwas unter, bringen sie hingegen gerade im Solospiel richtig Fun. Allein der nahende Einschlag des blauen Panzers kurz vor der Ziellinie sorgt schon akustisch für erhöhten Adrenalin-Ausstoß. Somit rechtfertigen es allein die vielen tollen Effekte, einen der sieben HDMI-Eingänge des Receivers auch für die Wii U zu verwenden.

 

Und einen weiteren Eingang sollte man sowieso gleich von Beginn an für die Playstation 4 einplanen. Allein die Konsole als einen der besten momentan verfügbaren Blu-ray-Player zu „missbrauchen“, ist Grund genug dafür. Dazu kommt inzwischen ein umfangreiches Spieleangebot, von denen viele Titel nicht nur tolle Grafik, sondern auch mindestens 5.1-Raumklang bieten. Driveclub ist so ein Titel. Zugegeben, das Spiel an sich war offenbar der verzweifelte Versuch, endlich einen Racer für die PS4 zu veröffentlichen, nachdem Project Cars in den März verschoben wurde. Wenn auch der Spielablauf und die Grafik noch verbesserungswürdig ist, der Sound ist von Beginn an gut. Reifenquietschen in scharfen Kurven oder bei Bremsmanövern, der harte Einschlag in die Begrenzung, das Umpflügen von Schildern oder Pfeilern, der Ausrutscher ins Gras oder das Kurvenschneiden über die Curbs – der Sound ist fast immer stimmig und äußerst dynamisch. Der Subwoofer leistet ganze Arbeit bei Kontakt mit einem anderen Fahrzeug, die Hochtöner bringen das hochfrequente Pfeifen von Turboladern ungefiltert an den Spieler.

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Wer es lieber ruhiger mag, widmet sich der Neuauflage von Grim Fandango im DSP-Modus Roleplaying Game zu. Bei diesem Klassiker, der ursprünglich 1998 erschien, wurde nicht nur an der Grafik gefeilt, sondern auch der Sound wurde gehörig aufbereitet. Statt die einst elektronische Musik einfach 1:1 zu übernehmen, spielt heute ein kleines aber feines Orchester die Stücke ein. Nicht nur für dieses Rollenspiel typisch, liegt der Fokus nicht auf Action, sondern auf guten Dialogen. Diese wurden zwar nicht bearbeitet, sind aber heute noch immer so gut wie damals.

Fazit:

Der RX-A1040 ist ein Ungeheuer an Funktionalität und Leistung. Bei den Anschlüssen bleibt kein Wunsch unerfüllt, das gleiche gilt für die ebenso umfangreichen Methoden, seine persönliche Boxenkonfiguration einzurichten. Ist der Aufbau erledigt, kann man Stunde um Stunde damit verbringen, den Receiver seinen eigenen Vorlieben entsprechen zu justieren. Das farbige und übersichtliche Onscreen-Menü und die ausgezeichnete AV-Controller-App erleichtern diese Einstellungen ungemein.

Der Klang ist in Verbindung mit den hier zum Test verwendeten, Yamaha-eigenen Soavo Boxen dynamisch und kraftvoll. Dafür sorgen auch 17 unterschiedliche DSP-Programme für Musik, Filme und Spiele. Aber auch in Sachen Videodarstellung macht der Verstärker einen guten Job. Das Hochskalieren alter Filme sorgt dafür, dass alte DVDs nicht mehr unbeachtet in den Keller verbannt werden.

Vorbei die Zeiten, in denen kein HDMI-Eingang mehr für die letzte Spielkonsole übrig war oder man nicht wusste, ob man den Plattenspieler anschließen kann. Der RX-A1040 erfüllt schon als kleinster Verstärker der neuen Yamaha Aventage Serie alle Ansprüche. Tolles Design, hervorragende Verarbeitung und Funktionalität ohne Ende sorgen für langanhaltende Freude. Der RX-A1040 ist die ultimative Schaltzentrale für alles, was Bild und Ton liefert.

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Link zur Herstellerseite: Yamaha RX-A1040

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Ein Gedanke zu „Hardwaretest: Yamaha RX-A1040 – der Mittelpunkt des Heimkinosystems“

  1. Hallo konsolenfans,

    ein sehr übersichtlicher Test, der auch mal die vielen Details zeigt. Ich weiß nur noch nicht, ob ich die Geduld habe, so viele Einstellungen vorzunehmen. Aber ich werde wohl kaum umhin kommen, mir den Receiver mal aus der Nähe anzuschauen.

    Viele Grüße
    Andre

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