Hardwaretest: Philips Moda – es werde Licht im Fuß

Gibt es eigentlich Momente mit mehr Vorfreude im Leben als die, in denen man zum allerersten Mal den Karton eines nagelneuen technischen Geräts öffnet und das Prachtstück dann endlich vor einem steht? Ich finde nicht. Leider stellte sich bei mir dieses Gefühl nicht direkt ein, als ich das erste Mal den Philips Moda aus den riesigen Bergen Styropor hervorzog.

Offen gestanden fand ich den Monitor, als ich ihn das erste Mal live und in Farbe sah, sogar eher etwas klobig mit seinem dicken, gläsernen Standfuß und der Ausbeulung am unteren Bildschirmrand. Es ist auch daher mit Sicherheit kein Gerät mit einem Design, was einen sofort anspringt und mitreißt. Vielmehr entwickelt es seinen Charme erst, wenn man es eine ganze Weile länger betrachtet und dann im Echtbetrieb erlebt.

Der 27 Zoll Monitor kommt zusammen mit einem VGA-, einem HDMI- und einem Stromkabel und das war´s dann auch an Zubehör. Diese werden an der Rückseite angeschlossen, auf der sich zwei HDMI- und ein VGA-Port befinden. Desweiteren gibt es noch den Anschluss für das Stromkabel und einen weiteren für einen 3,5-Milimeter-Klinkenstecker, der den externen Sound-Ausgang für die nicht verbauten Lautsprecher bildet. Der Monitor ist weder in der Höhe, noch seitlich verstellbar, lediglich eine Neigungsfunktion ist verbaut.

Als der Bildschirm dann endlich auf meinem Schreibtisch stand, gab es ein für mich persönlich ein kleines optisches Problem, welches andere aber vielleicht nicht stört. Denn durch den ziemlich hohen Standfuß hat man freie Sicht auf alle Kabel, die sich auf dem Schreibtisch tummeln. Eine Kabelführung sucht man vergebens, so dass tatsächlich nur Kabelbinder helfen, um dem optischen Missstand entgegenzuwirken. Der HD-Bildschirm selbst macht aufgrund des schlichten und äußerst schmalen Kunststoffrahmen einen sehr wertigen Eindruck.

Einmal angeschlossen, fährt der Bildschirm relativ schnell hoch und offenbart mir den Desktop meines MacBooks. Ich bin positiv überrascht über das Bild, alles erscheint sehr klar und die Farben wirken kräftig, aber nicht überzogen. Die Ecken sind gut ausgeleuchtet und das Bild ist scharf. Mit seinem 27 Zoll, also knapp 69 Zentimetern Diagonale bietet das Display mehr als ausreichend Fläche zum Arbeiten und Zocken.

Als ich mich dann ein bisschen mit dem Menü des Bildschirms vertraut gemacht hatte, welches sehr leicht durch die Knöpfe am unteren Bildschirmrand gesteuert werden kann, stieß ich auf den Punkt Ambiglow+.

Ambiglow ist eine von Philips entwickelte Technologie, die dem Benutzer ein deutlich besseres Seherlebnis bieten soll, indem LEDs an der Rückseite des Bildschirms die Wand in auf das Bild abgestimmten Farben beleuchten. Wenn beispielsweise in einem Film der gesamte Bildschirm von einer gewaltigen Explosion eingenommen wird, leuchten die Lampen in verschiedenen Rot- und Orange-Tönen.

Durch diese Technik soll die Illusion entstehen, der Bildschirm sei größer, als er es in Wirklichkeit ist. Laut Hersteller soll das für eine „wirklich faszinierende Unterhaltung“ sorgen. Nur hat sich Philips in diesem Fall dafür entschieden, das magische Licht in den Standfuß einzubauen, statt wie bei deren TV üblich mit LED auf der Rückseite des Displays. Der Effekt ist daher längst nicht so intensiv, wie wir das von den TV-Monitoren bereits kennen. Neben der automatischen Steuerung des Lichts über die Grafik des Bildschirms kann man das auch mit einem Touchpad auf der Oberseite des Fußes steuern.

Die Basis ist nun in der Lage im Ambiglow-Plus-Modus, angelehnt ans Grundkonzept von Ambiglow, die primären Farben des Bildes wiederzugeben, kann aber auch andererseits nur einzelne, vom Bild unabhängige Farben darstellen oder im Auto-Modus verschiedene Farbtöne durchlaufen, was wirklich schön aussieht – besonders, weil die Farben fließend ineinander übergehen. An sich keine schlechte Idee, aber hält das Ganze, was es verspricht? Ist es wirklich nicht mehr, als eine riesige Lampe unter einem Monitor?

Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: Jein.

Erstmal vorab: Ich finde die Idee wirklich gelungen! Wenn man zum ersten Mal das Licht einschaltet und der Monitor die glatte Platte seines Schreibtisches in eine riesige leuchtende Fläche verwandelt merkt man erst, wie viel Sex-Appeal der Philips Moda wirklich hat.

Die verbaute Lampe ist sehr hell und kann den gläsernen Fuß in wirklich jeder Farbe erstrahlen lassen, die das Herz begehrt. Ich denke, ich spreche für jeden Moda Besitzer, wenn ich sage: »Wow, dieser Standfuß sieht echt verdammt gut aus!«

Aber jede Medaille hat ja bekanntlich auch ihre Kehrseite und diese sollte man, besonders in diesem Fall, nicht außer Acht lassen. Das Problem heißt hier Ambiglow Plus.

Denn statt Farben flüssig und geschmeidig ineinander übergehen hatte ich den Eindruck, dass das System jede halbe Sekunde knallhart von einer Farbstufe zur nächsten wechselt. Dies hat mich beim Schauen eines Videos mehr als einmal vom Geschehen auf dem Bildschirm abgelenkt, weil Farben nicht zueinander passten und hier mehr der Eindruck einer Diskokugel, denn eines Philips-Gerätes entstand.
Das ist sehr schade, da der Auto-Modus ja bereits gezeigt hat, dass sanftere Übergänge durchaus möglich gewesen wären.

Die Sache, die mich aber am meisten gestört hat war, dass der Bildschirm aufgrund des sehr hohen Standfußes überhaupt keine Einheit mit der Beleuchtung eingehen kann. Laut Philips sollte diese „weiterentwickelte Form“  ebenfalls für „faszinierende Lichteffekte“ sorgen, aber die sind weder faszinierend, noch verbessern sie in irgendeiner Weise das Seherlebnis. Dafür benötigt es wirklich die bisher klassische Beleuchtung an der Rückseite. Farben im Standfuß sind einfach viel zu weit vom Geschehen auf dem Bildschirm entfernt.

Und wenn ich Ambiglow+ beim Arbeiten aktiviert habe, sieht es eigentlich nur langweilig aus, da der Standfuß die ganze Zeit ausschließlich den weißen Hintergrund eines Word-Dokuments darstellt. Also, falls ihr euch den Monitor kaufen wollt tut das nicht, weil ihr denkt, dass das Seherlebnis durch Ambiglow+ viel, viel besser wird, sondern kauft den Moda, weil ihr ein stylisches Display mit leuchtendem Standfuß haben wollt.

Fazit:

Der Philips Moda ist der etwas andere Monitor. Denn statt der bekannten, rückseitigen Beleuchtung versucht Philips dieses Mal, Farbe in den Standfuß zu bekommen. Und das ist tatsächlich Geschmackssache. Denn das propagierte faszinierende Erlebnis will sich nicht wirklich einstellen. Der Monitor macht den Eindruck einer gemischten Designstudie zwischen Ambilight und Hue.

Will man aber einen verdammt stylischen Bildschirm mit einer in allen möglichen Farben leuchtenden Basis, ist der Moda genau der Richtige. Gerade Gamer werden deshalb mit diesem Bildschirm ihren Spaß haben. Boxen für Musik und zum Zocken schließt man ohnehin besser extern an, daher sind fehlende interne Lautsprecher zu vernachlässigen.

Qualitativ gibt es wenig zu meckern. Das schlichte Gehäuse ist hochwertig, das HD-Bild ist kontrastreich, Farben werden kräftig wiedergegeben. Die Ecken sind gut ausgeleuchtet und dunkle Bereiche sind annähernd schwarz, statt dunkelgrau. Der Moda eignet sich somit zum Arbeiten und Spielen.

Link zur Herstellerseite: Philips Moda

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Beitrag: Constantin Ritter

 

 

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