Hardwaretest: Philips 55PUS6501 – er läuft und läuft und läuft

Auch wenn Philips im Jahr 2014 mit der Einführung von Android einen kleinen Knick in der Erfolgskurve hinnehmen musste, so ließ man sich davon nicht beirren und lernte aus seinen Fehlern. Philips liefert die 2016er Modelle mit aktuellem Android aus und seitdem läuft alles stabil. Auch wenn der jetzt hier getestete 55PUS6501 ein solches Modell aus dem Jahr 2016 ist, so findet man gerade diese Vorjahresmodelle bei Einführung aktueller Serien zu günstigen Preisen im Handel. Grund genug also, mal genauer hinzuschauen.

Der Philips 55PUS6501 bietet 55 Zoll, also 139 Zentimeter sichtbare Bildschirmdiagonale. Der silberne Rahmen ist schlicht und klassisch, ein Eyecatcher ist jedoch das transparente Philips-Logo, dessen Beleuchtung in verschiedenen Stufen gedimmt werden kann. Ausgestattet ist der Bildschirm mit vier 4K HDMI-Anschlüssen mit ARC, die für den Anschluss von Receivern und Spielkonsolen ausreichend sein sollten. HDMI 1 + 2 verfügen zusätzlich über HDCP 2.2, HDMI 4 auch über MHL für den Anschluss von Tablets und Smartphones.

Aber Daten kommen nicht mehr nur über HDMI-fähige Geräte auf den Bildschirm. Deswegen spendierte Philips dem 55PUS6501 gleich drei USB-Anschlüsse, einen Komponenteneingang (YPbPr) sowie einen klassischen Scart-Anschluss – wichtig für ältere Geräte wie Videorekorder oder Spielkonsolen. Wer den Sound des TV gerne über eine Soundbar ausgeben möchte, findet obendrein einen optischen Ausgang vor, denn nicht jede Soundbar verfügt über einen HDMI-Anschluss. Dazu kommt ein Ausgang für Kopfhörer, ein Slot für ein CI+ Modul, ein DVI-Audio-Eingang und ein RJ-45-Netzwerkanschluss. Aber selbstverständlich ist der Bildschirm auch WLAN-fähig.

Weil TV heute aus den verschiedensten Quellen kommt, verfügt der Philips 55PUS6501 mit DVB-T2-HD/ C/ S/ S2 über die verschiedensten Tuner zu dessen Empfang. Egal also, ob aktuelles HD über die Zimmerantenne, per Satelliten- oder Kabelempfang kommt, jedes Signal wird verarbeitet.

Aber all diese Technik ist heute Standard, denn weniger darf es für das abendliche TV-Programm und die Freizeit an der Spielkonsole kaum noch sein. Also entscheidet einzig die Funktionalität über das Wohl und Wehe eines TV. Versteht sich die CEC-Steuerung des TV mit der des Receivers? Läuft das Betriebssystem ohne Abstürze stabil? Ist die Bedienbarkeit gegeben, ohne dass man regelmäßig auf der Fernbedienung die falsche Taste trifft?

Alle diese Fragen können schon jetzt mit einem klaren Ja beantwortet werden. Der TV läuft hier seit einigen Wochen mit allen angeschlossenen Geräten ohne jegliche Probleme oder System-Abstürzen – und das ist es, was die Philips-Fans nach den Problemen von 2014 erwarten. Egal ob PS4, Xbox One oder jetzt die aktuelle Nintendo Switch, der TV verrichtet seinen Dienst problemlos. Eine Blu-ray schauen und den Sound über den Receiver an das 5.1 Boxensystem ausgeben? Kein Problem! Ordinäres abendliches TV-Programm schauen? Selbstverständlich! Der Philips 55PUS6501 bringt ohne Murren das auf den Bildschirm, was ihm angeboten wird.

Der Aufbau des TV gestaltet sich wie bei inzwischen allen Geräten wirklich simpel. Dennoch sollte man diesen trotz des geringen Gewichts des Bildschirms mit zwei Leuten bewerkstelligen. Innerhalb weniger Minuten sind die Füße montiert und das Gerät steht an dem ihm zugedachten Platz. Dank HDMI sind der Sky-Decoder und der Receiver für das Heimkinosystem mit wenigen Handgriffen angeschlossen und es kann an die Ersteinrichtung gehen. Hier bietet Philips durch Android 6.0 zwei verschiedene Möglichkeiten.

Klassisch kann jeder, also haben wir uns zuerst für die Einrichtung über das Smartphone und Google entschieden. Hierbei gibt man Google am Handy den Befehl, den TV einzurichten. In der darauffolgenden Liste wird der TV gefunden und ein Code abgeglichen. Kurz darauf werden sämtliche persönlichen Google-Daten auf den TV kopiert. Eine manuelle Netzwerkeinrichtung ist nicht nötig, alles erfolgt wie von Zauberhand automatisch. Einzige Voraussetzung hier ist ein funktionierendes WLAN.

Nach der Verbindung kann man wählen, wie man sein Programm empfangen möchte. Da hier der SKY-Decoder sämtliche Programme liefert, wurde der Punkt des Sendersuchlaufes übersprungen und die Installation abgeschlossen. Kurz darauf meldet der TV sämtliche, an HDMI angeschlossene Geräte und dem TV-Vergnügen steht nichts mehr im Wege. Zusätzlich kann man sich noch die Android TV App als Fernbedienung auf das Smartphone laden, um den TV über eben jenes statt der Fernbedienung zu bedienen. Einfach einen Code abgleichen und schon steht auch diese Verbindung.

Simpler ist die klassische Einrichtung. Hier wird zuerst nach dem Netzwerk gefragt. Auch wenn der TV ohne Einbindung ins heimische Netz funktioniert, sollte man schon aufgrund von Updates und Smart-TV mit der Vielzahl an verfügbaren Apps nicht darauf verzichten. Steht kein Kabel-Decoder eines entsprechenden Anbieters zur Verfügung, entscheidet man sich für den Sendersuchlauf, wenn das Programm über Kabel oder Satellit empfangen werden soll.

Da seit kurzer Zeit DVB-T2 HD verfügbar ist und uns die Firma CSL Computer GmbH mit einer nagelneuen Antenne für den Empfang ausgestattet hat, haben wir parallel zum SKY-Decoder auch noch einen Sendersuchlauf durchgeführt. Hier im Umland von Berlin wurden 19 digitale Sender über DVB-T2 HD gefunden. Allerdings sind nicht alle frei empfangbar, verschlüsselte Sender sind nur über ein Abo freizuschalten. Mehr dazu auf dem offiziellen Info-Portal. Wer sein Programm über DVB-T2 HD empfangen möchte, sollte eine leistungsstarke Antenne zur Hand haben. Die Aplic lieferte erwähnte 19 Sender, ein schwächeres Modell fand hier nicht einmal die Hälfte.

Aber fernsehen kann man mit so gut wie jedem TV. Wer herausstechen möchte, muss mehr bieten, als nur ein gutes Bild. Philips verfügt mit Ambilight noch immer das Alleinstellungsmerkmal. Der 55PUS6501verfügt zwar „nur“ über zweiseitiges Ambilight, dies allein reicht jedoch schon aus, um aus dem schnöden TV-Programm ein Erlebnis zu machen. Ständige Farbwechsel im Hintergrund sorgen einfach für eine besondere Atmosphäre. Dabei lässt sich zusätzlich noch einstellen, ob die Farbwechsel dem TV-Bild oder dem Ton folgen sollen. Wer einmal ein Konzert live am TV geschaut hat, während das Ambilight im Rhythmus aufleuchtete, mag darauf kaum noch verzichten.

Doch auch das ist eigentlich eine Spielerei. Was nützt ein gutes Bild in Verbindung mit Ambilight, wenn das Betriebssystem nicht gut gestaltet ist und sich jede Eingabe erst einmal überlegen muss? Philips hat seine Hausaufgaben gemacht. Das Betriebssystem 2016 mit Android 6.0 Marshmallow funktioniert einwandfrei. Dank Quad Core werden Eingaben zügig verarbeitet, das System läuft absolut stabil und ist so übersichtlich gestaltet, dass es eigentlich keinerlei Anleitung bedarf, um es zu verstehen. Innerhalb weniger Minuten ist der TV den persönlichen Ansprüchen entsprechend eingerichtet.

Das On-Screen-Menü ist durchdacht und strukturiert eingerichtet. Mit dem entsprechenden Druck auf der Fernbedienung kommt man augenblicklich in das gewünschte Menü. Sei es der App-Store, das Ambilight, die verschiedensten Einstellungen für den TV, die Quellen der angeschlossenen Geräte oder die Programmübersicht. Alles ist klar und übersichtlich.

Der 55PUS6501 läuft bei Philips in der Kategorie Mainstream, also gehobene und trotzdem bezahlbare Mittelklasse. Das LED- Backlight mit 120 Hertz ist gleichmäßig hell ausgeleuchtet und bietet kräftige Farben bis in jede Ecke. Grund dafür ist HDR+, ein neuer Videostandard, der mit neuer Kontrast- und Farbtechnologie Bilder noch einmal schärfer und detailreicher wirken lässt.

Der Monitor  bietet mit der Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln echtes Ultra HD. Zusätzlich werden HD-Bilder mit der Philips Pixel Precise Ultra HD Technik in UHD konvertiert. Nun ist 4K, UHD oder vierfaches HD zwar in aller Munde, aber das Angebot wird erst jetzt kontinuierlich erweitert. Wer zum ersten Mal 4K schauen kann, wird begeistert sein. Detailreicher war TV noch nie.

Bei Amazon Prime werden Serien teilweise kostenfrei in 4K angeboten, Filme sind jedoch zu bezahlen. Auf der TV-Fernbedienung findet sich unübersehbar eine Taste für den Streaming-Dienst Netflix. Dieser Anbieter hat ebenfalls kostenpflichtige 4K Filme per Abo im Angebot. SKY bietet einige Spiele der Bundesliga und Champions League in 4K an, lässt sich jedoch einmalig den Decoder bezahlen.

Wer also abseits der Grundversorgung unterhalten werden möchte, muss sich entscheiden, worin er sein Geld investiert. Was also liegt näher, als sich auch mal anderweitig im App Store umzuschauen und als Sportfan in das neue DAZN reinzuschnuppern? Sport (re-)live ohne Ende von Fußball, über US-Sport bis hin zu Randsportarten wie Rugby werden geboten. Der erste Monat ist gratis, beste Voraussetzungen also für den Test des riesigen Google Play Store Angebotes auf dem Philips-TV.

Das richtige Knöpfchen auf der übersichtlichen Fernbedienung gedrückt und schon wird man vom reichhaltigen Angebot regelrecht erschlagen. Kurz in den Play Store geklickt, die App ausgesucht und der Download startet. Wenige Augenblicke später ist DAZN einsatzbereit. Und hier bietet die Fernbedienung mit der rückseitigen Tastatur echte Vorteile gegenüber der Buchstaben-Sucherei auf dem Bildschirm. Schneller tippt man WhatsApp Nachrichten auf dem Handy auch nicht. Der Philips bietet einen internen Speicher von 16 Gigabyte, Platz also für zahlreiche Installationen. Wem das nicht ausreicht, stöpselt als Speicherweiterung zusätzlich einen USB  Stick in den TV.

Egal ob HD oder Ultra HD, der Bildschirm bietet ein wirklich gutes Bild bei digitaler Wiedergabe. Selbst die Wiedergabe in SD holt noch das Beste auf dem angebotenen Material. Wer allerdings noch immer analoges TV empfangen muss, schaut hier zwar nicht in die Röhre, aber eben nicht so scharf, wie es der Bildschirm möglich machen könnte. Das Bild ist eben immer nur so gut, wie das gelieferte Signal. Da helfen der modernste TV und die beste Technik nicht wirklich weiter.

Smart-TV und das klassische Fernsehprogramm sind aber nur ein Teil dessen, was ein aktueller TV heute darstellen muss. Die Spielkonsole gehört heute fast schon zum Haushalt dazu. Dabei spielt es keine Rolle, ob es die Playstation, Xbox oder die erst seit wenigen Wochen erhältliche Nintendo Switch ist. Eine Spielkonsole dient der Freizeitgestaltung und der Spieler erwartet das bestmögliche Bild.

Aber auch diese Aufgabe meistert der Philips 55PUS6501 im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch. Farben sind so, wie es sich die Programmierer vorgestellt haben. Und dennoch verfügt der TV über eine zusätzliche Bildeinstellung Spiel, die Farben noch einmal kräftiger leuchten lässt. Latenzen zwischen der Eingabe am Joypad und der Aktion auf dem Bildschirm sind nicht feststellbar. Und gerade das ist bei einem soeben erschienenen Jump`n`Run wie Wonder Boy – The Dragons Trap auch überlebenswichtig – zumindest was das virtuelle Bildschirmleben angeht. Wer mit schicker HD Grafik beim Remake dieses Spiels nichts anfangen kann, ändert die Einstellung auf retro. Allerdings beleidigt man damit den TV. Dennoch waren grobe Pixel nie schärfer.

Wer nur gelegentlich spielt und deshalb keine Spielkonsole anschließen kann oder mag, geht trotzdem nicht leer aus. Denn Android und dem Play Store sei Dank, stehen auch auf dem TV alle Spiele zur Verfügung, die man sonst gerne unterwegs auf dem Handy oder Tablet spielt. Aber damit nicht genug, denn Philips hat auch Gamefly in das System integriert.

Gamefly ist ein Spiele Streaming Dienst, der es ohne Konsole ermöglicht, bekannte Games auf dem TV zu spielen. Dabei finden sich zwar keine brandaktuellen Titel, aber immerhin etliche bekannte Spiele von Batman, über Tomb Raider bis X-Com. Selbstverständlich ist ein Streaming Dienst immer nur so gut wie die Leitung, welche die Daten überträgt.

Erstaunlich gut gelingt dem Philips 55PUS6501 die Wiedergabe von Klang. Auch wenn die Ausgangsleistung nur 20 Watt beträgt, so kommt Dank DTS Premium Sound überraschend viel aus den nach unten ausgerichteten Boxen. Aber auch wenn der Klang klar beim Zuschauer ankommt, flache Boxen bleiben eben auch im Philips flache Boxen. Und Action über Blu-ray macht eben nur über das Heimkinosystem oder über eine Soundbar so richtig Spaß.

Aber selbstverständlich kann der Philips noch mehr. Neben der Aufnahme auf USB-Festplatte ist besonders die Einbindung ins heimische Netzwerk interessant. Wer die entsprechenden Ordner auf seinem PC freigegeben hat, streamt Fotos und Videos direkt auf den TV. Endlich die Urlaubsbilder oder-videos gemeinsam auf dem Sofa schauen, statt ein Smartphone oder Tablet herumzureichen.

Fazit:

Philips hat es geschafft – Android läuft ab 2016 stabil und flüssig. Und damit ist man nun auf dem richtigen Weg. Auch nach wochenlangem Test kam es zu keinerlei Abstürzen – egal ob langweiliges Abendprogramm im TV, lange Spiele-Sessions auf PS4, Xbox One oder Switch, Streaming von Filmen über Amazon Prime oder Sport über DAZN.

Zahlreiche Funktionen, unzählige Einstellungen, ein gutes Bild mit guter Detailschärfe und ebensolchen Kontrasten und Farben und ein ansprechender Ton in Verbindung mit dem zweiseitigen Ambilight sorgen für den verlässlichen TV, den man sich für zu Hause wünscht. Durch Gamefly ist der Philips 55PUS6501 auch für Spieler eine interessante Alternative zur Spielkonsole.

Jetzt kurz vor Veröffentlichung der Modellpalette 2017 wird der TV für unter 1000,-€ angeboten. Das ist zwar immer noch viel Geld, aber aufgrund des gebotenen Inhalts bekommt man auch viel Technik für seine Investition.

 

Link zur Herstellerseite: Philips 55PUS6501

weitere Hardwaretests:

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Hardwaretest: Philips 55PUS6501 – er läuft und läuft und läuft“

  1. Mit stellen sich gerade mehrere Fragen:
    – Installation auch mit iOS (iPad) und Windows (Surface) möglich?
    – Deinstallation der Apps – Umständlich oder mittels 2-3 Tastenklicks?
    – Ambilight – Welche Version und wieviele unterschiedliche Farben sind möglich.

    1. zu 1) Powered by Android TV – da wird nichts anderes funktionieren. Und wenn man kein Android Handy oder Tablet hat, installiert man den TV klassisch
      zu 2) Ein Klick auf der FB – ist eben dann doch ein TV und kein Touchscreen
      zu 3) Zweiseitiges Ambilight mit 16,8 Millionen Farben – das gesamte Sepktrum, welches LEDs hergeben

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