Hardwaretest: LG LAP340 – die Rückkehr der Schallplatte

Der Trend geht in Richtung flach. Smartphones werden immer flacher, Tablet-PC und Bildschirme sowieso und nun eben auch der Sound. Soundbar war offenbar bereits gestern, der neueste Trend heißt Sounddeck oder Soundplate. Die Rede ist von einem extrem schmalen Boxensystem, welches sich unauffällig aber klanggewaltig unterhalb des TV positionieren lässt und dessen Boxen ersetzt.

LG präsentiert mit dem SoundPlate LAP340 auch gleich einmal eines der schmalsten aller momentan erhältlichen Systeme. Es soll trotz der geringen Höhe für TV-Geräte bis zu 55 Zoll Diagonale geeignet sein.

Ein erstaunlicher Wert, denn das System sorgt beim Auspacken dann doch erst einmal für eine gewisse Skepsis, zu filigran wirkt die Konstruktion für eine Bildschirmdiagonale von 140 Zentimetern. Mit seinen Abmessungen von 70 x 32 x 3,5 Zentimetern ist das LAP340 überschaubar und obendrein optisch wenig auffällig. Schwarz mit silberner Frontabdeckung, schön gerundete Ecken, einziger Farbklecks ist das zierliche LG Logo. Dafür umso auffälliger gleich drei gewaltige Aufkleber, die die Fähigkeiten und den Aufbau des Systems aufzeigen. Leider lassen sich diese nicht rückstandsfrei entfernen, einige hässliche Klebereste mussten nachträglich vorsichtig abgekratzt werden.

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So einerseits wohltuend  zurückhaltend das Design, so spartanisch geben sich auch die Anschlussmöglichkeiten und die Ausstattung. Auf der Rückseite befinden sich der Anschluss für das optische Kabel und den Netzstecker, sowie vier Funktionstasten für Standby, Lautstärke und das Durchschalten der Funktionen. Es ist schön, dass keinerlei Knöpfe die Frontansicht des Gerätes beeinträchtigen, aber noch weniger sinnvoll erscheint die Anbringung derselben auf der Rückseite. Je nach Bauart des TV-Standfußes ist es schwierig bis unmöglich an diese Schalter zu gelangen, geschweige denn diese blind zu bedienen.

Der Aufbau gestaltet sich aber entsprechend schnell und unkompliziert und ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Der Begriff Installation erscheint bei so viel Einfachheit schon fast unangebracht. Das LAP340 auf eine feste Unterlage stellen, den TV mittig darauf platzieren, das optische Kabel mit SoundPlate und TV verbinden, fertig. Zu beachten ist lediglich, dass der Standfuss des TV die Maße von 68 x 27 Zentimetern und der TV selbst ein Gewicht von 38 Kilogramm nicht überschreitet.

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Nach dem Anschalten des LG SoundPlate sucht man eine Anzeige zum aktuellen Status vergebens. Einzig eine LED, die je nach Funktion rot, grün, weiß oder orange leuchtet, gibt Auskunft über den aktuellen Modus des Systems. Nahtlos in die schlichte Eleganz fügt sich die Fernbedienung ein. Lediglich sieben Tasten steuern die LAP340. Im SoundPlate selbst sind vier Lautsprecher und zwei Subwoofer verbaut. Zwei der mit Neodym-Magneten ausgestatteten Lautsprecher geben den Klang nach vorne ab, die anderen beiden tun dies seitwärts. Die Subwoofer strahlen die Bässe Richtung Boden und in jeweils ein spezielles Bassreflexrohr auch seitlich ab. Durch diese spezielle Anordnung aller Lautsprecher soll ein ausgewogenes 4.1 Klangbild mit virtuellem Raumklang erzeugt werden.

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Das System wurde in der Praxis an bzw. unter einem Sony KDL-32W655A >>> getestet. Das TV-Programm selbst wird durch das LG SoundPlate LAP340 nicht aufgewertet, der Klang jedoch im Vergleich zu verbauten TV-Boxen schon. Trotz vergrößerter Raumkulisse vor dem TV fallen im Standardmodus dennoch die kaum vorhandenen Bässe und stellenweise kraftlos klingenden Kommentare bei Nachrichten, Dokumentationen oder Sportübertragungen auf. Es mangelt durchweg an Dynamik. Abhilfe schafft hier die eigentlich nur für Kinofilme gedachte Funktion Cinema Sound, die Action entsprechend aufwerten soll und den Bass richtig zuschaltet. Man vermisst an dieser Stelle zum ersten Male die nicht vorhandenen Sound-Modi für Action, Sport oder TV, die in vielen Heimkinosystemen oder Soundbars inzwischen zum Standard gehören. Auch eine manuelle Justierung von Tiefen und Höhen sucht man vergebens, ebenso wie eine Clear-Voice-Funktion, die Dialoge besser vom Hintergrundgeschehen abhebt.

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Besser wird der Sound erst wie erwähnt im Modus Cinema Sound. Endlich klingen Dialoge voller und Action bekommt Volumen. Die Klangbühne, die nun vor dem Zuschauer entsteht, ist dann für ein solch flaches System imposant. Schusswechsel bei 2Guns, Dialoge und Explosionen bei R.E.D. 2 oder die chaotischen Missgeschicke der Minions bei Ich – einfach unverbesserlich 2 kommen jetzt so vor dem Hörer an, wie sie viele größere Systeme auch darstellen.

Zur echten Alternative gegenüber einem vollständigen Heimkinosystem bei gleichzeitigem Platzmangel wird das LAP340 dann aber bei Videospielen. Egal ob Next-Gen oder retro an SNES oder Mega Drive, Spiele erfahren eine echte klangliche Aufwertung. Sei es der klassische Shooter wie Battlefield oder auch die Soundkulisse von Rayman Legends auf der Wii U, alles klingt bei Weitem voluminöser und kräftiger, als das die integrierten TV-Boxen darzustellen vermögen. Und auch der Motorensound von Gran Turismo 6 dröhnt wohlig durchdringend, hier spielt das LAP340 seine Stärken voll aus. Aber gerade alte Konsolen mit üblicherweise nur Stereo-Sound sorgen für das eine oder andere staunende Gesicht. Gerade die Shooter-Parodie Parodius am SNES verblüfft mit einem bisher bei diesem Spiel ungewohnten Raumklang.

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Auch wenn einige Modi für die unterschiedliche Darstellung von Klang fehlen, Bluetooth ist inzwischen ein Standard, den auch das LAP340 beherrscht. Die Koppelung mit iPad oder anderen Geräten erfolgt problemlos auf Knopfdruck. Um beim heimischen Workout nebenbei die Lieblingsplaylist durchlaufen zu lassen, reicht das System völlig aus, allerdings werden wirkliche Musik-Enthusiasten auch weiterhin nur mit echtem Stereo glücklich. Wer zudem noch einen LG-TV besitzt, spart sich die Verkabelung. Die Verbindung von SoundPlate und TV erfolgt drahtlos. Die LAP340 ist baugleich mit der LAP341, die in silber angeboten wird.

Fazit:

Vollständiges Heimkinosystem, Soundbar oder doch SoundPlate? Die LG LAP340 ist ein System für diejenigen, die den Sound ihrer TV-Lautsprecher ganz einfach mit einer weiten Klangbühne aufbessern wollen und sich nicht mit komplizierter Bedienung auseinander setzen möchten. Dafür mangelt es dem System schlicht an Funktionen wie verschiedener Programme für TV, Kino, Sport oder Musik. Auch eine klangliche Aufwertung von Dialogen kann nicht hinzugeschaltet werden, so dass manch Beitrag nicht deutlich genug von Hintergrundgeräuschen getrennt wird. Dennoch bleibt alles verständlich.

Wer aus Platzmangel keine Aufstellmöglichkeit für das vollständige 5.1 Heimkinosystem hat oder sich nicht mit einer Soundbar auseinandersetzen möchte, wird mit dem SoundPlate glücklich. Unauffällig unter dem TV platziert kommt bei Hinzuschaltung des Cinema Sound ein weiträumiger 4.1 Raumklang vor dem Hörer an. Das reicht auf alle Fälle für das abendliche TV-Programm oder auch die Action von Blu-ray. Richtig viel Spaß haben allerdings Gamer, die ihre Konsolen am LG SoundPlate betreiben. Wenn bei Shootern Granaten explodieren und Gewehrsalven knattern, wenn bei Rennspielen Motoren kreischen und Reifen quietschen, dann ist die LAP340 voll in ihrem Element.

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Link zur Herstellerseite: LG LAP340 >>>

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