Hardwaretest: devolo Home Control – Clever & Smart

Alles wird immer smarter. Vom Kleinwagen über Flachbildschirme bis hin zur Haussteuerung ist inzwischen alles smart – wenn man den Werbetexten Glauben schenkt. Umso wohltuender, dass devolo sein neues System schlicht Home Control nennt, auch wenn man selbst in zahlreichen Produktbeschreibungen scheinbar um den Begriff smart nicht mehr wirklich herumkommt.

Bereits zur IFA 2013 bekam ich ein kurzes Video zu sehen und just in dem Augenblick, in dem es interessant wurde, endete das Filmchen auch schon. Spannungsaufbau in Perfektion, keine weitere Information dazu, was man da eigentlich plant.

Ein späteres Pressetreffen und die IFA 2014 brachten dann Licht ins Dunkel. Auch devolo steigt in den Markt um die intelligente, effiziente und vernetzte Haussteuerung ein. Hier wird gleich von Anfang an das volle Programm gefahren und nicht Stück für Stück ein Modul nach dem anderen platziert. Und endlich erreichte mich Anfang der letzten Woche ein Paket aus Aachen, welches es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat.

Packungsinhalt für mein neues vollautomatisiertes Heim ist das Starter Paket mit der Zentrale, einer Schalt- und Messsteckdose und einem Tür-/Fensterkontakt. Dazu kommen als weitere Bausteine ein Rauchmelder, ein Funkschalter, ein Bewegungsmelder, ein Raumthermostat, ein Heizkörperthermostat und eine Fernbedienung. Zusätzlich zu diesen einzelnen Komponenten gibt es zum Verkaufsstart auch gleich Komplettsets, die devolo je nach Einsatzzweck nach Sicherheits-, Energiespar- und Komfortpaketen unterscheidet. Auch Vorteilssets mit bis zu sieben identischen Geräten und bis zu 30,-€ Ersparnis gegenüber dem Einzelkauf stehen zur Verfügung.

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Die Technik hinter dem System Home Control ist dabei durchdacht und zukunftsorientiert. Für die Datenübertragung von Gerät zu Gerät wird Z-Wave verwendet, ein Funkstandard, der bei einem niedrigen Frequenzband eine höhere Reichweite als WLAN hat. So werden innerhalb von Häusern und Wohnungen problemlos Weiten von 30 Metern auch durch dicke Wände und Decken erreicht, auf freiem Feld sollen sogar 100 Meter möglich sein. Obendrein funktionieren die aktiven Komponenten wie die Schalt- und Messsteckdose auch noch als Repeater, verstärken also somit ein empfangenes Signal und reichen dieses an die nächste Komponente weiter. Mit der Installation einer einzigen Zentrale können bis zu 232 Module verwaltet werden. Durch Z-Wave sollen auch Komponenten anderer Hersteller gesteuert werden können, die ebenfalls diesen Standard verwenden.

Allein das Starter Paket beinhaltet somit schon alles, um zumindest in Sachen Komfort sofort loslegen zu können. Vor der Bequemlichkeit steht jedoch die Installation und die soll wie immer spielend einfach gelingen. Schließlich heißt es auf der devolo-Website:

Smart Home zum Selbermachen!

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Die Installation des Starter Paketes und mydevolo.com

zentrale_220x140Herzstück der gesamten devolo Haussteuerung ist die sogenannte Zentrale. Ohne die mit dem bestehenden Heimnetzwerk verbundene Basis funktioniert keine Komponente. Dabei ist es sogar egal, ob das Internet kurzfristig ausfällt, denn die Zentrale speichert alle Regeln und Zeitsteuerungen auch ohne I-Net Verbindung. Einzig die Steuerung per App und damit der direkte Zugriff auf Module von unterwegs ist dann nicht möglich. Die Installationsanleitung ist eigentlich verständlich, dennoch hätte man sie hier oder da besser formulieren können. Dafür ist die Schritt-für-Schritt Anleitung im Internet gelungen. Es gibt zwei Möglichkeiten der Einrichtung:

Möglichkeit 1)
Es existiert bisher kein devolo-dLAN und Home Control wird als neues, eigenständiges System installiert.

In diesem Fall wird die Zentrale in die Steckdose gesteckt und per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. Sobald das Häkchen der Basis weiß leuchtet, wurde die Home Control Zentrale erkannt und ist einsatzbereit.

Möglichkeit 2)
Es besteht bereits ein devolo-dLAN-Netzwerk mit entsprechenden dLAN-Adaptern.

Die Home Control Zentrale ist im Grunde genommen nur ein weiterer dLAN- Adapter, den man wie alle anderen dLAN-Adapter ins das bestehende devolo-Netzwerk einbindet. Dazu wird die Zentrale in eine beliebige Steckdose gesteckt, der Haus- oder Verschlüsselungsknopf auf einem der bereits vorhandenen Adapter, sowie danach der Haus-Button auf der Zentrale gedrückt. Nun bindet sich die Zentrale als neues Home Control Modul ins bestehende Netzwerk ein.

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Nach der Installation erfolgt die Anmeldung bei www.mydevolo.com. Dies ist über den PC ebenso möglich, wie über die App my devolo für Android oder IOS. Wie üblich erfordert die Registrierung die Eingabe einiger persönlicher Daten. Wer sich anfänglich über die Ortsangabe wundert, wird spätestens bei der Installation des Raum- und des Heizkörperthermostates verstehen, wofür diese Eingaben sinnvoll sind. Denn die Software liefert auch aktuelle Wetterdaten. Nach der Bestätigung des Aktivierungslinks steht das System zur Verfügung und weitere Komponenten können hinzugefügt werden. Von der Zentrale bis hin zu den einzelnen Komponenten wird jeder Baustein automatisch im Netzwerk erkannt.

Die Steuerung des gesamten Systems erfolgt über eine vollkommen neu entwickelte Software mit fast selbsterklärender Oberfläche. Ist die Zentrale online, fügt man mit wenigen Mausklicks ganz einfach neue Module hinzu. Dazu klickt man auf den Reiter Geräte. Hier werden bereits vorhandene Komponenten aufgelistet, neue fügt man mit einem weiteren Klick auf das Plus-Zeichen hinzu. Es öffnet sich ein Auswahlfenster mit allen zurzeit erhältlichen Bausteinen. Da sich im Starter Paket der Tür-/Fensterkontakt und die Messsteckdose befinden, werden diese als erste hinzugefügt. Ein Klick auf das entsprechende Symbol öffnet ein Fenster, in dem in vier einfachen Schritten und sogar mit Hilfe eines kurzen Videos die Installation erläutert wird.

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Nachfolgend erfolgt nun die Einrichtung des neuen Gerätes am PC oder per App, um dieses dann anschließend zu personalisieren. Den ersten Tür-/Fensterkontakt habe ich schlicht Wohnungstür am Ort Flur genannt, weil dieser eben genau dort seine ihm zugedachte Tätigkeit verrichtet. Orte lassen sich beliebig hinzufügen und ebenso wie die Beschreibung des Gerätes später auch wieder ändern. Die Einteilung nach Räumen ist sinnvoll, denn die meisten Wohnungen verfügen zwar nur über eine Eingangstür, aber sichert man mit mehreren Kontakten auch zahlreiche Fenster in nur einem Raum ab, wird die Unterscheidung vielleicht schwieriger. Zur Beschreibung werden obendrein noch Icons vorgegeben, um die Geräte auch optisch voneinander unterscheiden zu können. Beim Tür-/Fensterkontakt kann man zusätzlich wählen, ob man das visuelle Feedback durch die LED und den Report zu Temperaturveränderungen erhalten möchte. Alles in allem dauerte die Anbringung und Einrichtung des Kontaktes keine fünf Minuten. Das Schwierigste war hier tatsächlich die korrekte Positionierung von Kontakt und Magnet an der Wohnungstür.

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Noch simpler fügt man die Messsteckdose hinzu. Steckdose auspacken, in eine beliebige Wandsteckdose stecken, der Anleitung in der Anwendung folgen und dem Kind einen passenden Namen geben. Innerhalb weniger Sekunden ist das Gerät einsatzbereit. Die vollständige Einrichtung des gesamten Starter Paketes dauert somit in der Regel keine zehn Minuten.

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Möglichkeiten des Starter Paketes

Was kann ich denn nun mit einem Türkontakt und einer Messsteckdose eigentlich so alles anfangen? Wer sich diese Frage bis hierhin nicht gestellt hat, wird spätestens jetzt anfangen zu grübeln. Denn allein mit diesen beiden Komponenten sind schon zahlreiche Möglichkeiten gegeben, sein Heim ein wenig sicherer, bequemer oder intelligenter zu machen.

fensterkontakt_220x140Bereits der Türkontakt bietet mit der Funktion offen/geschlossen schon ein latentes Gefühl der Sicherheit. Sitzt man zu Hause, bekommt man üblicherweise mit, wenn die Wohnungstür offen steht. Unterwegs ist das etwas völlig anderes. Um hier auf Smartphone oder Tablet per Mail oder SMS benachrichtigt zu werden wenn die Tür geöffnet wurde, richtet man sich in der Software eine Regel ein. Nach dem Klick auf das entsprechende Icon findet man den bei der Einrichtung benannten Tür-/Fensterkontakt. Die einfachste aller Regeln lautet „wenn -dann“ – wenn die Tür offen ist, dann schicke eine Meldung. Da der Kontakt aber auch über einen Helligkeits- und Wärmesensor verfügt, kann man auch Regeln einrichten, die auf Temperatur oder Helligkeit reagieren. Wenn die Helligkeit über X Prozent liegt, scheint jemand vergessen zu haben, das Licht auszuschalten. Sinkt die Temperatur unter X Grad, dann steht wohl irgendwo ein Fenster auf. Allein hier sind schon zahlreiche Möglichkeiten gegeben.

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steckdose_220x140Noch spannender wird es, wenn nun auch die Messsteckdose zum Einsatz kommt, denn jetzt kann man beide Geräte miteinander per Regel kombinieren. Der einfachste Versuch zum Test war, eine in die Messsteckdose gesteckte Lampe anzuschalten, wenn sich die Wohnungstür öffnet. Dazu wurden in der Software einfach beide Elemente per Drag and Drop in das entsprechende Kästchen gezogen, der Zustand der Steckdose definiert und die neu definierte Regel Wenn Tür offen – dann Licht an mit einem Klick auf das Häkchen gespeichert. Das funktionierte völlig problemlos. Allerdings schaltete sich die Lampe nicht aus, wenn die Tür geschlossen wurde. Also wurde eine weitere Regel eingerichtet: Wenn Tür geschlossen – dann Steckdose abschalten. Auch diese Regel griff auf Anhieb. Nun ist es aber ziemlich sinnfrei, nach dem Schließen der Wohnungstür abends sofort wieder im Dunkeln zu stehen. Die Regel wurde also mit einer Zeitvorgabe von 15 Sekunden modifiziert. Nun schaltet sich das Licht erst 15 Sekunden nach dem Schließen der Tür aus. Selbstverständlich kann man hier nicht nur Sekunden, sondern auch Minuten oder Stunden angeben.

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Aber man muss die Messsteckdose nicht zwingend mit dem Tür-/Fensterkontakt kombinieren. Ein weiterer Punkt der Software ist die Zeitsteuerung. Nachweislich werden beleuchtete Wohnungen und Häuser seltener von ungebetenen Gästen besucht. Warum also nicht die Wohnzimmerlampe an die Steckdose hängen und ein paar Zeitregeln einrichten, wenn man nicht zu Hause ist? Mit wenigen Mausklicks schaltet sich die Lampe zu vorgegebenen Zeiten an und wieder aus, so dass es nach Leben innerhalb der eigenen vier Wände aussieht. Und damit sich Lampen nicht täglich zur gleichen Zeit an- und wieder abschalten, legt man verschiedene Intervalle an.

Wer morgens zu unbeholfen ist, seinen Kaffee selbst aufzubrühen, bereitet die Kaffeemaschine eben abends vor und lässt sich morgens per Zeitschaltung vom Duft frischen Kaffees wecken. Wer im Urlaub ausschlafen und nicht von der hungrigen Katze genervt werden will, kombiniert den Futterautomaten mit der Steckdose – Fütterung des Raubtiers um 7.00 Uhr und ohne Unterbrechung entspannt weiterschlafen.

Auch als Energiesparer fungiert die Steckdose. Um den Stromverbrauch zu kontrollieren wird dieser in einer Statistik protokolliert. Übersteigt der Verbrauch einen nun vorher festgelegten Wert, schaltet man über eine Regel den Verbraucher einfach ab. Dazu wird eine frei zu definierende Wattzahl eingetragen, wird dieser Wert überschritten greift die Regel und der Strom fließt nicht mehr.

 

Sicherheit geht vor – Der Bewegungsmelder

bewegungsmelder_220x140Ganz ähnlich aufgebaut wie schon der Tür-/Fensterkontakt ist der Bewegungsmelder. Auch er erkennt Temperatur- und Helligkeitsveränderungen, aber vor allem soll er auf Bewegungen reagieren. Die Anleitung empfiehlt eine Anbringung in Höhe von 1,60 Meter. Das Gerät selbst erfasst einen Bereich von 90 Grad bei einer Entfernung von bis zu 10 Metern. Obendrein kann es zwischen Menschen, Tieren und Objekten unterscheiden. In den Geräteeinstellungen lässt sich der Wert von sinnfreien 0% bis zu hochempfindlichen 100% für die Reaktion auf Bewegungen feinjustieren.

Das Problem kennt jeder: Mitten in der Nacht erwacht der Heißhunger auf Nutella, aber in der Dunkelheit wird der Lichtschalter nicht gefunden. Wie schnell hat man sich da einen Zeh gestoßen, tritt auf einen Lego-Stein oder in den schlafenden Hund? Der Bewegungsmelder reagiert durch seinen Infrarot-Sensor auch zuverlässig in der Nacht. In Verbindung mit der Messsteckdose und einer hier angeschlossenen Lampe wird der Raum erleuchtet und man findet unfallfrei den Weg zur Schokocreme im Kühlschrank.

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Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn der Bewegungsmelder vermittelt bei Abwesenheit ein Gefühl der Sicherheit, weil er unerwartete Bewegungen per Mail an das Handy meldet. Erstaunlich ist hier der Zeitintervall zwischen Alarm und Maileingang. Ist die Mail-Adresse erst einmal bei devolo registriert, dauert es zwischen Alarmauslösung und E-Mail keine 20 Sekunden! Wer auch über die devolo-LiveCam verfügt, wirft jetzt zusätzlich einen Blick in die Wohnung und kann entscheiden, wie weiter zu verfahren ist. Noch preiswerter kann man sein Heim kaum sicherer machen.

 

Zigarette, Herd oder Kerze – Ein Rauchmelder rettet Leben

rauchmelder_220x140Eine der größten privat denkbaren Katastrophen ist ein Wohnungsbrand. Abgesehen von lebensbedrohlichen Situationen werden bei einem Brand nicht nur ersetzbare materielle Werte zerstört, sondern auch unbezahlbare ideelle Werte wie Fotografien oder Erinnerungsstücke sind unwiederbringlich verloren. Nicht umsonst wird also bundesweit über eine Pflicht zur Ausstattung mit Rauchmeldern diskutiert, bzw. sind diese bei Neubauten in fast allen Bundesländern bereits vorgeschrieben. Eine Vorschrifft, die endlich mal ins Schwarze trifft. Aber eine Nachrüstung sollte aus vorgenannten Gründen auch im eigenen Interesse liegen.

Umso schöner, dass devolo den Rauchmelder auch gleich im Sicherheitspaket der Home Control anbietet. Die Einrichtung des Rauchmelders ist wie bei allen anderen Bausteinen innerhalb weniger Minuten erledigt. Unumgänglich ist jedoch eine Deckenmontage, soll das Gerät seinen Zweck auch zuverlässig erfüllen. Dafür befinden sich im Paket auch gleich passende Dübel und Schrauben, die Montage erklären zwei eindeutige Zeichnungen.

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Zum Test wurde ein kleines Feuer mit einigen Papierfetzen in einem Aschenbecher entfacht. Selbst bei dieser relativ geringen Rauchentwicklung schlug der Rauchmelder innerhalb von Sekunden Alarm und eine Mail ging als zusätzliche Warnung auf meinem Account ein. Auch wenn man sich also nicht innerhalb der eigenen vier Wände befindet, wird man wenige Augenblicke später über Rauchentwicklung in Haus oder Wohnung informiert und kann die Feuerwehr benachrichtigen. Der beim Schreiben dieser Zeilen neben dem PC liegende Rauchmelder ist so empfindlich, dass er auch auf den Dampf meiner e-Zigarette reagierte und Alarm schlug. Glücklicherweise hatte ich die Kaffeetasse kurz zuvor geleert, so flog nur der leere Becher vor Schreck durchs Zimmer.

 

Das sinnvolle Gimmick oder der eine für alles – Der Funkschalter

funkschalter_220x140Auf den ersten Blick sieht der Funkschalter wie ein ordinärer Lichtschalter aus. Der Clou liegt jedoch genau in dieser Unauffälligkeit und der darin versteckten Technik. Wer käme denn schon auf die Idee, mit einem Lichtschalter etwas anderes zu schalten, als eben Licht? Und doch ist der Funkschalter viel mehr. Wenn man zu Hause ist, möchte man nicht regelmäßig vom Bewegungsmelder und Tür-/Fensterkontakt über Aktivitäten informiert werden. Ebenso ist ein dauerhaft aktivierter Rauchmelder vielleicht nicht jedermanns Sache. Anders sieht es dann aber aus, wenn man abends ins Bett geht.

Um jetzt nicht jede einzelne Sicherheitskomponente manuell aktivieren zu müssen, bietet die Software einen weiteren durchdachten Punkt an. Unter dem Menüpunkt Szene richtet man sich in diesem Fall ein Szenario ein, welches den Bewegungsmelder, den Tür-/Fensterkontakt und den Rauchmelder beinhaltet. Ist dies erledigt, wird eine Regel für den Funkschalter eingerichtet, die auf Tastendruck die Szene aktiviert. Eine zweite Regel deaktiviert diese wieder. Mit einem einzigen Druck auf einen unscheinbaren Lichtschalter bieten nun die aktivierten Komponenten nächtliche Sicherheit und Schutz vor unangenehmen Überraschungen.

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Denkbar wäre auch eine Willkommen-zu-Hause Szene, bei der man auf Knopfdruck das Licht, die Kaffeemaschine und das Radio einschaltet, während man sich noch aus der Kleidung und den Schuhen quält. Oder eine genug-gezockt Szene, weil man es leid ist, mit dem Nachwuchs über Laufzeiten von Playstation oder Xbox zu diskutieren. Auf Knopfdruck schalten sich TV und Spielkonsole aus und das Nachtlicht ein. Und weil man den Funkschalter mit einer oder 2 Wippen versehen kann, sind auch mehrere Szenarien gleichzeitig machbar. Dieses kleine Gerät ist also nicht nur ein technisches Gimmick, um verschiedene Abläufe zusammenzufassen, sondern rundet Home Control sinnvoll ab – auch weil man den Schalter per Klebefolien oder Schrauben überall platzieren kann.

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Wichtig ist jedoch gerade beim Funkschalter die Installation streng nach Anleitung vorzunehmen. Auch wenn ich selbst kein Fan großer Manuals bin, hätte ich hier doch erst lesen und dann basteln sollen. Werden die Schaltwippen nämlich vor der Integration ins System am Schaltergehäuse angebracht und wird dann erst einmal munter drauf losgeklickt, lässt sich der Schalter dann unter Umständen nicht installieren und muss auf den Werkszustand zurückgesetzt werden. Also auspacken und erst lesen, statt basteln und wundern.

 

Funkschalter to Go – Die Fernbedienung

fernbedienung_220x140Wer statt eines stationären Lichtschalters lieber mobil bleiben möchte, greift zur Fernbedienung. Die Bedienung und Einrichtung ist mit der des Lichtschalters vollkommen identisch, nur dass man eben die Fernbedienung wie einen Schlüsselanhänger bei sich trägt. Jede der vier Tasten lässt sich mit einer einzelnen Funktion oder aber auch mit ganzen Szenarien belegen.

So kann man sich eine Szene einrichten, bei der sämtliche Bewegungsmelder mit einem einzigen Druck auf eine Taste beim Verlassen der Wohnung scharf geschaltet werden. Eine weitere Funktion lässt alle Lampen im Haus erlöschen und die dritte Taste regelt bei Bedarf sämtliche Heizkörper auf eine voreingestellte Temperatur herunter. Also das gleiche System wie beim Funkschalter, aber mit mobiler Handhabung.

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Software sells Hardware

Herzstück aller Komponenten ist die my devolo Software, denn hier laufen alle Fäden zusammen. Für die Einrichtung der Komponenten empfiehlt sich zu Hause die Mausschubserei am PC, von unterwegs kontrolliert oder steuert man das vollständige System per App. Die Software ist übersichtlich programmiert und selbsterklärend. Tauchen dennoch Fragen auf, steht eine Online-Hilfe oder auch ein Chat zur Verfügung. Icons sind logisch gewählt und hat man sich erst einmal in den verschiedenen Menü-Punkten orientiert, wird man die auf das Nötigste reduzierte Oberfläche schätzen. Kein unnötiger Schnulli lenkt vom Wesentlichen ab.

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Alles beginnt ganz profan bei der Übersicht. Hier wird das Wetter bzw. die Temperatur angezeigt. Man kann nun die Heizkörper auf die persönliche Wohlfühltemperatur regeln. Das Haustagebuch protokolliert jede Aktion, die von einer Komponente ausgelöst wird. Wann ging die Wohnungstür auf, wann wurde sie wieder geschlossen? Wann schaltete der Bewegungsmelder die Messsteckdose an oder wann habe ich mit welcher Taste die Fernbedienung betätigt? Das Haustagebuch ist also eine vollständige chronologische Aufzeichnung aller Aktivitäten der letzten beiden Tage bis zum aktuellen Zeitpunkt. Darunter sind in der Übersicht alle installierten Komponenten mit ihren letzten Aktivitäten aufgeführt. Man kann kontrollieren, ob der Nachwuchs wie versprochen nach der Schule direkt nach Hause kam oder doch noch einen Umweg genommen hat. Wem die Standardübersicht nicht gefällt, erstellt sich durch Entfernen oder Hinzufügen von Elementen sein eigenes Erscheinungsbild.

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Der nächste Reiter Geräte führt noch einmal alle zum System gehörenden Bausteine mit ihren bei der Installation vergebenen Namen und den ihnen zugewiesenen Orten auf. Weiterhin lassen sich hier der Zustand und die Batterieleistung einzelner Komponenten kontrollieren, eine Statistik zu den dafür vorgesehenen Geräten aufrufen, sowie jedes einzelne Modul noch einmal grundsätzlich bearbeiten. So mag es anfangs sinnvoll sein, nur wenige Tür-/Fensterkontakte schlicht zu nummerieren. Hat man aber jedes Fenster mit einem Kontakt ausgestattet, kann es im Sinne der Übersichtlichkeit sinnvoll werden, hier neue Namen zu vergeben. Die Datenbank lässt Spielraum für umfangreiche Varianten.

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In den Gruppierungen lassen sich die Typengruppen Messsteckdosen und Heizkörper-/Raumthermostate zu Gruppen zusammenfügen. Dies wird dann sinnvoll, wenn man nicht jeden Heizkörper einzeln regulieren möchte oder mit einem Klick alle an Steckdosen angeschlossenen Lampen gemeinsam schalten will. Einfach den Haken bei synchron setzen und alle Geräte werden gleichzeitig angesprochen.

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Wie im Beitrag bereits erwähnt, ist die Zeitsteuerung ein zentrales Element der Software zur Steuerung der Messsteckdosen nach vordefinierten Zeiten. Hier lässt sich der morgendliche Kaffee pünktlich um 6.00 Uhr brühen, wenn man kurz darauf aus dem Bett steigt. Die Waschmaschine hat einen kompletten Waschgang bereits erledigt, kurz bevor man um 17.00 Uhr nach Hause kommt. Im Urlaub werden verschiedene Lampen zu unterschiedlichen Zeiten angeschaltet, damit niemand merkt, dass man unterwegs ist. Ähnlich wie bei einem Kalender lassen sich Serientermine eingeben, die sich entweder täglich oder nur an bestimmten Wochentagen wiederholen und wahlweise nie oder aber an einem bestimmten Datum ablaufen. Somit ist dieser Punkt der Software sinnvoll bei regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen.

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Will man mehrere Vorgänge zu einer gemeinsamen Aktion zusammenfassen, eignet sich dafür der Menüpunkt Szene ausgezeichnet. Um ein großes Sicherheitsszenario aufzubauen, fügt man dazu erstellte Regeln in einer Szene zusammen. Diese umfassen zum Beispiel alle Bewegungsmelder, die laut ihrer definierten Regel bei Alarm das Licht einschalten und eine Mail versenden. Oder man fügt alle Regeln hinzu, die sämtliche Tür-/Fensterkontakte steuern. Verlässt man das Haus, wird ein Szenario aktiviert, statt unterschiedlichste Regeln in Gang zu setzen. Alle eingerichteten Regeln lassen sich zu unterschiedlichen Szenarien zusammenfassen.

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Nachrichten per SMS oder Mail sind ein wichtiger Bestandteil von Home Control. Es ist schön, wenn man einen Rauchmelder hat, aber der nützt nichts, wenn man später zu Hause unangenehm überrascht vor den qualmenden Resten des Eigenheims steht, weil man nichts von einem sich anbahnenden Brand wusste. Daher ist es sinnvoll und wichtig, bei der Home Control Einrichtung eine funktionierende und erreichbare Mail-Adresse anzugeben. Im Test brauchte die erste Mail aufgrund des vom Provider eingerichteten Greylistings noch einige Minuten, danach war der devolo-Account beim Mailserver bekannt. Die folgenden Mails dauerten von der Auslösung eines Ereignisses bis zum Maileingang noch maximal 20 Sekunden.

Weiterhin ist es sinnvoll nach der Ersteinrichtung weitere Benutzer mit deren Mailaccounts in den Grundeinstellungen anzugeben. Dann erhalten auch weitere Menschen eine Benachrichtigung bei auslösenden Ereignissen. So kann man für den Urlaub einen hilfsbereiten Nachbarn hinzufügen, der bei Meldungen in der Wohnung nach dem Rechten schaut. Hilfreich sind obendrein die Systemnachrichten zum Batteriestand der entsprechenden Komponenten. Denn was nützt ein Rauchmelder, wenn die Batterie alle ist? Für Menschen ohne Smartphone und mobilem Internetzugang stellt devolo einen SMS-Service zur Verfügung. Dieser wird jedoch ab der 16. SMS kostenpflichtig.

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Die Regeln sind der eigentliche ganz große Spielplatz des Systems. Nach dem bekannten Datenbank-Schema wenn-dann oder wenn dies-und-wenn das-dann lassen sich jedem Gerät frei zu erstellende Regeln zuordnen. Das beginnt beim Starter Paket mit der Einrichtung des Tür-/Fensterkontakts. Was möchte ich erreichen, wenn die Tür länger als 20 Sekunden offen steht? Im einfachsten Fall will ich sicherheitshalber per Mail informiert werden. Steht nicht die Sicherheit im Vordergrund, sondern die Bequemlichkeit, definiere ich eine Regel, bei der sich beim Öffnen der Wohnungstür eine Lampe anschaltet. Bin ich Energiesparer erstelle ich eine Regel, dass beim Erreichen eines vordefinierten Verbrauchs die Steckdose den Verbraucher abschaltet. Benachrichtigt mich das Raumthermostat im Wohnzimmer, weil die Temperatur unter 20 Grad gefallen ist weiß ich, dass die Kids vergessen haben, die Balkontür zu schließen. Gleichzeitig soll dann das Heizkörperthermostat die Heizung auf 18 Grad abkühlen. Es gibt für alles und jedes mehr als nur eine Regel.

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Energiesparen leicht gemacht

Zum Umfang des Testpaketes gehören auch ein Raum- und ein Heizkörperthermostat. Allerdings sind bei sommerlichen Temperaturen Ende Juli die wenigsten Heizungsanlagen auch in Betrieb, so dass der Test dieser beiden Bausteine zu Beginn der Heizperiode nachgereicht wird. Bis dahin werde ich mich weiter in der Software austoben und Regeln für meine bereits vorhandenen Komponenten erstellen.

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Fazit:

Der Start in die smarte Haussteuerung ist devolo gelungen. Wer sich bisher gescheut hat, ein kleines Vermögen für die Automation seines Heimes auszugeben, weil ein System von einer Fremdfirma eingerichtet werden müsste und dazu auch noch umfangreiche Umbaumaßnahmen nötig wären, findet in der Home Control nun seine persönliche Lösung.

Ist man auf Sicherheit bedacht, stattet man seine vier Wände mit Rauchmeldern, Tür-/Fensterkontakten und Bewegungsmeldern aus. Möchte man den Energieverbrauch senken, sind die beiden Thermostate die richtige Wahl und ist man mehr der bequeme Typ, sind die Steckdosen und Funkschalter das Maß der Dinge. Für jeden Anspruch schnürt devolo die unterschiedlichsten Pakete.

Dem eigenen Ideenreichtum sind hier kaum Grenzen gesetzt und jeder, der sich mit dem System beschäftigt, wird mit Sicherheit noch völlig neue Wege entdecken, Home Control seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen. Ich persönlich wünsche mir als weitere Module eigentlich nur noch eine Sirene, die bei Alarm lautstark auslöst und eine LED-Beleuchtung, die auf Bewegung reagiert und sich dann anschaltet.

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Link zur Herstellerseite: devolo Home Control

weitere Hardwaretests:

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