Hardwaretest: Brother P-touch Cube – der druckende Zauberwürfel

Was haben Heimkino und Videospiele mit einem Label-Drucker zu tun? Auf den ersten Blick gar nichts, auf den zweiten aber dann doch ganz viel.  Spätestens beim Blick auf die Mehrfachsteckdose im Phonoregal mit ihren unzähligen Steckern stellt sich die große Frage: Welches Kabel gehört zu welchem Gerät? Klar, man könnte bei Bedarf Stecker für Stecker ziehen, bis man das richtige Stromkabel findet, aber wer einmal versehentlich dem Nachwuchs das WLAN gekappt hat weiß, welche Dramen sich dabei abspielen können. Eine WhatsApp Nachricht mit 14 Sekunden Verspätung artet in eine persönliche Katastrophe aus.

Ähnliches gilt hier. Durch unsere zahlreichen Tests von TV-Bildschirmen und Soundanlagen muss regelmäßig alles umgebaut, neu verkabelt und angeschlossen werden. Ein 5.1. Boxensystem, bei dem alle Lautsprecherkabel identisch aussehen, Spielkonsolen und Zuspieler, die per HDMI mit dem Receiver oder dem TV verbunden werden und dazu passend etliche Kaltgerätestecker mit dem immer gleichen Aussehen, sorgen für permanente Verwirrung.

Zeitweilig behilft man sich vielleicht mit selbstbeschrifteten Zweckform-Etiketten, nur um dann festzustellen, dass die nach einiger Zeit abgelöst in oder unter dem Phonoregal liegen oder unleserlich sind. Diese Lösung ist zwar gut gemeint, aber in der Praxis leider nur von kurzer Dauer. Und damit kommt nun der Brother P-touch Cube ins Spiel. Statt also zu raten, welches Kabel wo hin und zu welchem Gerät gehört, beschriftet man jedes einzelne Kabel sauber und ordentlich mit einem Label.

Der P-touch Cube ist der erste Labeldrucker, der speziell für die Bedienung vom Handy oder Smartphone konzipiert ist. Eine vielleicht nicht immer ganz einfache Einrichtung am PC – Stichwort Treiber – entfällt somit. Der P-Touch wird über eine App per Bluetooth angesprochen und ist damit universell einsetzbar. Wie alle Drucker benötigt der Cube jedoch Strom und da haben wir beim Auspacken etwas erstaunt geschaut. Denn statt des inzwischen üblichen USB-Anschlusses zum Aufladen, verwendet der P-Touch ein Brother eigenes Netzteil. Und dieses ist ebenso wenig im Karton enthalten, wie die alternativ zu verwendenden sechs AAA-Batterien. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Zum Packungsinhalt gehören also damit nur der P-touch Cube, ein Band und eine Bedienungsanleitung. Wer den Drucker kauft, sollte entweder das Netzteil gleich mitbestellen oder ausreichend Batterien oder Akkus im Haus haben. Der Drucker selbst passt mit seinen Maßen von 115 x 61 x 115 Millimetern auf jeden Schreibtisch. Die gummierten Füße verhindern das Verrutschen. Selbst unterwegs in der Tasche fällt der Cube nicht auf. Nur 380 Gramm Gewicht müssen transportiert werden.

Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich und verständlich, ein einziges Faltblatt erklärt alles. Batterien und Farbband sind schnell eingelegt und eigentlich könnte es jetzt losgehen. Allerdings ist die Einrichtung der App am iPad doch anders, als es die Anleitung erklärt. Denn sucht man im Apple Store nach der App Brother P-Touch Design&Print, findet man nichts. Stattdessen muss das iPad erst per Bluetooth mit dem Cube gekoppelt werden. Dann fällt dem iPad auf, dass die entsprechende Anwendung nicht vorhanden ist und fragt, ob man nach einer entsprechenden App suchen möchte? Klar wollen wir und plötzlich erscheint auch besagte App in der Liste.

Startet man die App, wird auch der Einsatzzweck des Labeldruckers schnell klar. Denn die sechs verschiedenen Kategorien beziehen sich auf das Beschriften von Dingen im privaten Umfeld. Da gibt es Vordrucke für Schule, Küche, Aufbewahrung, Garten, Geschenke und das Home Office. Der Umfang lässt dabei keine Wünsche offen. Denn nur profane Label drucken, das können andere auch. Die App zum P-Touch bietet deswegen einen immensen Inhalt. Leider muss bei jedem Einschalten der P-touch Cube erneut gesucht werden. Dazu wird ein Button „Zubehör finden“ gedrückt, in dessen Liste dann der Cube auftaucht. Ein wenig unlogisch, was der Drucker selbst mit Zubehör zu tun hat?

Unzählige Schriftarten auf dem Cube werden ergänzt durch die auf dem Mobilgerät vorhandenen Fonts. Dazu kommen 61 verschiedene Rahmen und über eintausend verschiedene Symbole aus den Bereichen Emoji, Musik- und Audiosymbole, Kleidung, Sport und zahlreiche weitere. Und wem das mitgelieferte Band mit schwarzer Schrift auf weißem Grund zu langweilig ist, findet optional neunundsechzig weitere Bänder in den verschiedensten Farben. Der eigenen Kreativität beim kompletten Beschriften des eigenen Haushalts sind also kaum mehr Grenzen gesetzt. Und damit man bei sich wiederholenden Druckvorgängen nicht jedes Mal neu beginnen muss, lassen sich bis zu dreißig eigene Vorlagen speichern.

Das Erstellen eines Labels geht trotz des Umfangs leicht von der Hand. Im Bereich Home Office gibt es mit Ordner, USB-Sticks, Identifizierung, Ordnung, Drähte und Kabel sowie Hängeregister weitere Unterkategorien. Wir haben uns für den ersten Test für die Kabel entschieden. Im nächsten Fenster wählt man Bandfarbe, die automatische oder exakte Schriftbandlänge, Rahmen, Bandbreite, Druckrichtung und Ausrichtung, schreibt einen Text, tippt auf die Schaltfläche drucken und Sekunden später ist der Druckauftrag erledigt. Das erste Band mit Text und Netzstecker-Icon verlässt den Drucker. Der Abschnitt über den Scherenbutton auf dem Drucker funktioniert leicht und sauber.

Das Druckbild ist dabei gestochen scharf, der Druck selbst verwischt nicht, auch wenn man kräftig mit den Fingern darüber wischt. Die Klebekraft ist hervorragend und jedes Label lässt sich ohne hässliche Ränder oder Reste wieder ablösen. Die rückseitige Folie des Bandes ist in der Mitte geteilt, so dass sich diese leicht vom Label lösen lässt. Gut für Menschen ohne Fingernägel oder Geduld. Ein wenig Geduld muss man letztendlich nur aufbringen, wenn man sich irgendwann daran macht, wirklich all seine Kabel zu beschriften.

Fazit:

Der Brother P-touch Cube ist aufgrund seiner Bedienung über eine mobile App genau das Gerät, das man immer wieder benutzen wird. Für den Hausgebrauch stellt man sich den kleinen Würfel dorthin, wo gerade jetzt ein Label benötigt wird. Man ist also nicht von einer Bedienung am PC abhängig und läuft wegen eines neu gedruckten Labes zwischen Drucker/PC und dem zu beklebendem Objekt hin und her.

Die Ausdrucke sind sauber und wischfest, die App ist nach einer kurzen Einarbeitungszeit gut zu bedienen. Der Umfang ist dabei gewaltig. Es gibt also im eigenen Haushalt kaum etwas, was sich nun nicht mehr ordentlich beschriften ließe. Einzig das fehlende Netzteil bzw. der nicht vorhandene USB-Anschluss zum Aufladen trüben den sehr guten Gesamteindruck.

Link zur Herstellerseite: brother P-touch Cube

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