Hardwaretest: Bosch Smart Home – Security Starter Kit – safety first?

Home, smart Home – heute gibt es kaum noch etwas, was nicht smart ist. Nicht umsonst wurde der Begriff IoT – also Internet of Things – geprägt. Selbst unser kleiner Roomba Saugroboter kommt ohne eine App und Internet nicht ans Laufen. Und dann ist eine Bedienung im Stehen, statt sich mühsam zu bücken, um einen Knopf auf dem Gerät zu drücken, doch gleich viel praktischer. Und auf sieben Tage programmieren kann man den Saugroboter per App auch gleich noch.

Nun versucht sich auch Bosch als Hersteller von Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen im Bereich der smarten Haussteuerung. Aber warum auch nicht? Der Markt ist groß, jung und bietet noch endlose Möglichkeiten. Wir haben hier das Sicherheit Starter Paket zu liegen, welches neben dem Controller noch einen Bewegungsmelder, einen Rauchmelder und einen Tür/Fenster-Kontakt enthält. Aber kein System funktioniert ohne seine Zentrale, also widmen wir uns zuerst dem Controller.

Smart Home Controller

Optisch ist der Controller weniger klobig als Modelle anderer Hersteller. Aber auch hier ist Plastik das Maß aller Dinge, auch wenn der Rahmen silber abgesetzt ist. Mit den Maßen von 135 x 120 x 30 Millimetern passt das Herz des Systems aber an fast jede Wand oder in ein Regal. Im Karton befinden sich neben dem Controller das Netzteil, ein Netzwerkkabel, eine Wandhalterung mit Dübeln und eine sehr gut lesbare und verständliche Anleitung.

Doch spätestens beim Lesen der Anleitung sollte auch dem Laien klar sein, dass ohne Internet und Smartphone oder Tablet nichts funktionieren kann. Gesteuert wird das Bosch System über die eigens dafür erstellte App. Die Installation geht leicht von der Hand – Controller mit dem Router und Strom verbinden und dann einfach der Anleitung folgen. Nach dem Scan des QR-Codes sucht das System selbstverständlich erst einmal nach Updates und anschließend erfolgt die unvermeidliche Registrierung. Zum scannen ist kein weiteres Programm nötig, dies wird von der Bosch-App erledigt. Das System steht innerhalb von fünf Minuten.

Nach der Installation erwartet den Benutzer eine leere App. Aber kein Wunder, denn ohne weitere Geräte nützt die Zentrale gar nichts. Also wird als nächstes der Bewegungsmelder installiert.

Bewegungsmelder

Im Set befinden sich neben dem Bewegungsmelder auch hier wieder Schrauben und Dübel für die Wandmontage. Aber im Gegensatz zu Geräten anderer Hersteller hat hier die feste Montage einen tieferen Sinn – das Gerät kann nicht ohne größeren Aufwand entfernt werden. Dieser Diebstahlschutz und die feste Verbindung von Bewegungsmelder und Halterung, die nur mit einem Schraubendreher gelöst werden kann, machen es einem ungebetenem Gast schwieriger, den Melder einfach von der Wand zu reißen und das Teil in eine Schublade zu stecken. Aber selbstverständlich kann man das Gerät auch ankleben.

Die Anbringung sollte in einer Höhe zwischen 2,20 – 2,70 Meter erfolgen. Dann erfasst das Gerät einen Bereich von 12 Metern bei 90 Grad Winkel. Zusätzlich kann ein Unterkriechschutz aktiviert werden, je nachdem, ob man Haustiere besitzt oder nicht. Aber bereits die Höhe, in der der Melder angebracht wird, sorgt schon für die Sicherheit, dass das Gerät nicht ohne weiteres unbefugt entfernt werden kann. Intelligent gelöst ist die Bauform des Melders. Denn nicht nur die Anbringung auf einer Wand ist möglich, sondern auch die Montage in einer Ecke. Somit vergrößert sich der zu erfassende Bereich nochmals.

Auch hier erfolgt die Installation und damit die Verbindung zur Zentrale über die App. Über die Menüpunkte Verwaltung – neues Gerät bietet die App eine Auswahl der möglichen Geräte, die dem System hinzugefügt werden können. Einfach auf den Bewegungsmelder tippen und die Anleitung führt verständlich und sicher durch die Installation bis hin zum Funktionstest. Der Melder ist innerhalb weniger Minuten Bestandteil des Bosch Smart Home. Aber ein Bewegungsmelder ohne lautstarken Alarm schreckt kaum ab.

Da der Rauchmelder mit seiner Doppelfunktion nicht nur Alarm bei Rauchentwicklung geben kann, sondern gleichzeitig auch als Alarmsirene dient, installieren wir als nächstes dieses Gerät.

Rauchmelder

Es gibt kaum ein Szenario, welches größeren Schaden anrichtet, als ein Brand. Ist es nicht das Feuer, so wird spätestens das Löschwasser unzählige Dinge unwiederbringlich zerstören. In einem solchen Szenario geht es nicht um profane Gegenstände wie TV, Kühlschrank oder Möbel, es sind die unersetzlichen emotionalen Dinge, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln – Fotoalben, kleine oder große persönliche Gegenstände oder das geliebte Haustier. Dies regelt keine Versicherung.

Ein Rauchmelder sollte also schon im eigenen Interesse zur Grundausstattung der eigenen vier Wände gehören. Auch hier ist die Installation ein echtes Kinderspiel und auch hier ist schon wie beim Bewegungsmelder die Montage per schrauben oder kleben möglich. Eine kluge Idee ist die Integration eines Notlichts. Ist im schlimmsten anzunehmenden Fall alles voller Rauch, kann das Licht den Weg zum Ausgang weisen.

Bei der Anbringung von Rauchmeldern sind im Gegensatz zu vielen anderen Geräten aber einige Voraussetzungen zu beachten. Ein Rauchmelder muss zur korrekten Funktionsweise grundsätzlich an der Decke angebracht werden. Ein solches Gerät gehört weder in eine Küche oder ein Badezimmer, noch in andere Räume, die aufgrund der Begebenheiten zu Fehlalarmen führen können. Rauchmelder werden üblicherweise nur in Wohnräumen und Fluren installiert.

Und ganz wichtig!
Die Bosch Rauchmelder kommunizieren untereinander. Was nützt es, wenn man oben schläft und der Rauchmelder unten im Wohnzimmer wird überhört? Im Notfall alarmiert also ein Gerät das andere, es werden im Ernstfall wertvolle Sekunden gewonnen.

Tür/Fensterkontakt

Nach einem Brand ist ein Einbruch das Erlebnis, auf das man unbedingt verzichten möchte. Abgesehen vom finanziellen Verlust ist es oft die emotionale Seite, die einen Einbruch zu einem für viele Menschen widerlichen Erlebnis macht. Die Vorstellung, dass irgendein Fremder sämtliche Sachen im Haus durchwühlt oder angefasst hat und dabei in die Privatsphäre vorgedrungen ist, überwiegt meist sogar den materiellen Verlust.

Waren vollständige Alarmsysteme vor nicht allzu langer Zeit noch unbezahlbar, kann man heute mit wenig Aufwand Türen und Fenster sichern. Wie bereits bei den anderen Geräten ist die Integration in das bestehende System schnell erledigt. Das Problem, das sich jedoch hier stellte, war die Anbringung des Kontaktes an der Wohnungstür.

Kontakt und Magnet müssen gemäß Anleitung an den Unterkanten auf gleicher Höhe montiert werden. Das heißt, beide Vorderkanten und die Unterkanten müssen bündig in maximal 8 Millimetern Abstand zueinander ausgerichtet sein. Aber trotz des mitgelieferten Abstandshalters ist dies hier an beiden Eingangstüren nicht möglich. Eine der Türen dient als Fluchttür und öffnet nach außen, die andere ist so dick, dass auch der Abstandshalter es nicht ermöglicht, beide Kontakte auf gleicher Tiefe zu montieren. Laut Anleitung muss der Magnet seitwärts zum Kontakt ausgerichtet sein, eine andere Montage ist laut Anleitung nicht zulässig und verhindert vielleicht die korrekte Funktion des Gerätes.

Es bleibt also hier zumindest die Balkontür bzw. eines der zahlreichen Fenster, um den Kontakt zu testen. Hier sollte Bosch also dringend nachbessern, denn nicht jede Tür entspricht irgendwelchen Normen. Beim Tür/Fensterkontakt von devolo hat hier klar die Nase vorn, da sich der Magnet entsprechend den baulichen Gegebenheiten anbringen lässt. Die Ausrichtung ist hier völlig egal.

Smart Home App

Das Herz und Gehirn eines jeden Smart Home Systems ist die Software, die alles steuert. Hier werden Geräte hinzugefügt, es werden Regeln erstellt, die die verschiedenen Komponenten des Systems programmieren und sie gibt die Sicherheit, dass zu Hause alles seinen geregelten Gang geht. Denn was nützt eine Software, die Probleme nicht ordnungsgemäß meldet?

Wir haben das Bosch Smart Home auf einem iPad Mini 4 installiert. Die Zentrale steuert die drei Bestandteile des Security Starter Pakets, nun geht es daran, verschiedene Ernstfälle zu simulieren und Regeln dafür zu erstellen. Der Rauchmelder wurde im Test bereits auf seine Funktionstüchtigkeit getestet, Zeit nun, das echte Leben zu simulieren.

Wichtigster Bestandteil sind die Szenarien. Man verlässt das Haus und will sich darauf verlassen, dass alle Komponenten aktiviert sind. Also schauen wir uns zuerst das vorkonfigurierte Szenario Haus verlassen an. Leider gibt die Software keinerlei Informationen darüber, welche Komponenten jetzt wie arbeiten und was im Notfall eigentlich geschieht. Man erkennt nur, dass ein solches Szenario vorhanden ist, welches sich offenbar nur durch hinzufügen weiterer Komponenten anpassen lässt. Als Dienst ist das Alarmsystem vorgegeben.

Um sich eigene Szenarien zu erstellen, muss man zuerst den Reiter Dienste aufrufen, um hier die verschiedenen Komponenten in einem Szenario zu vereinen. Zu den Diensten gehört das Alarmsystem. Dieses muss also erst einmal aktiviert werden. Danach werden Ereignisse und Reaktionen bestimmt und welches Gerät hier aktiv sein soll. In den Ereignissen wählen wir selbstverständlich den Tür/Fensterkontakt und den Bewegungsmelder. Die Reaktionen bestimmen dann, welche Aktionen vom System ausgeführt werden sollen. Zusätzlich kann die Reaktionszeit bestimmt werden, wann das System aktiviert oder wann Alarm ausgelöst wird.

Das Szenario Haus verlassen greift also auf den Dienst Alarmsystem zu. Nun stellt sich aber folgendes Problem:
Es lassen sich bisher keine weiteren Dienste manuell hinzufügen. Es gibt also für das Security Paket nur das Alarmsystem, in dem ich entscheide, welche Komponenten – also hier Tür/Fensterkontakt und Bewegungsmelder -dazugehören. Wenn ich nun ein weiteres Szenario mit anderen Komponenten einrichten will, so lässt dies die Software nicht zu. Möchte ich also in meiner Anwesenheit nur den Bewegungsmelder und nicht auch gleich den Tür/Fensterkontakt aktivieren um zu bemerken, wenn sich die Hunde in einer anderen Etage aufhalten, so kann ich diesen Dienst nicht erstellen.

Ein weitere Unverständlichkeit ist die Verwendung von Mobilgeräten bzw. des PC. Wie erwähnt wurde hier der besseren Übersichtlichkeit halber die komplette Software auf dem iPad eingerichtet. Nun tragen wir das selten mit uns herum, so dass das Smartphone als weiteres Mobilgerät hinzugefügt werden sollte. Leider ist dies nicht möglich. Es gibt bisher nur ein Gerät, welches das System steuern kann. Will man also unterwegs benachrichtigt werden, muss das ganze System auf dem Handy neu aufgesetzt werden. Weiterhin gibt es offenbar keine Möglichkeit, das System bequem vom PC aus zu steuern oder einzurichten, geschweige denn von einem anderen PC einen gesicherten Fernzugriff auf das eigene zu Hause zu erhalten.

Fazit:

Die Software erscheint an vielen Stellen noch arg mit der heißen Nadel gestrickt. Aber das ist kein Problem, auch andere Hersteller sind so ins Smart Home Business gestartet. Bosch wird sicherlich ebenfalls kontinuierlich an Updates arbeiten, die das System weiter aufwerten und verbessern. Und dennoch bietet das Bosch System einige Vorteile, die andere nicht werden leisten können.

Denn als Hausgerätehersteller integriert Bosch die eigenen Geräte in das Smart Home System. So kann man die Zeiten von Waschmaschine oder Geschirrspüler so steuern, dass diese ihre Arbeit beenden, sobald man zu Hause ankommt. Und auch die Kooperation mit Philips Hue erscheint spannend, denn die Hue Lampen finden immer größere Verbreitung.

Dennoch gibt es weiteres Verbesserungspotential. Abgesehen von der App betrifft dies den Tür/Fensterkontakt. Wir haben hier im gesamten Haus keine Wohnungstür gefunden, an der der Kontakt entsprechend der Anleitung hätte montiert werden können – Abstandshalter hin oder her. Entweder fügt Bosch dem Paket weitere Abstandhalter hinzu oder überlegt die Positionierung der Kontakte zueinander neu.

 

Link zur Herstellerseite: Bosch Smart Home

weitere Hardwaretests:

 

 

 

 

Foto Teaser + Montagehinweis: Bosch

Hier bitte einen Kommentar verfassen