Hardwaretest: Auvisio 6-Kanal-3D-Soundbar – das Monster unter den Barren

Man kann es drehen und wenden wie man möchte und die Hersteller von Flachbildschirmen können sich noch so ausgeklügelte Soundsysteme ausdenken, ein flacher Monitor bleibt ein flacher Monitor. Und damit ist auch der Raum für die internen Boxen stark eingeschränkt. Unter dem Strich bleibt einfach nicht genug Volumen, um dem vielfach überragenden Bild auch einen ebensolchen Sound an die Seite zu stellen. Die Lösung ist somit immer häufiger eine Soundbar.

Bei der Auvisio aber noch von einer Soundbar zu sprechen, ist eigentlich eine Untertreibung. War schon die technisch überragende Yamaha YSP-5600 ein Gerät mit nicht geringen Abmaßen, so übertrifft die Auvisio alles, was wir bisher in den Händen hatten.

Satte 14,4 Kilogramm verteilen sich auf 110 x 23,6 x 16,5 Zentimeter. Damit ist die Auvisio schon so gewaltig, das sie nicht mehr direkt auf das Phonoregal vor den TV passt. Und das, obwohl sie am nagelneuen Panasonic TX-58EXM734 mit satten 58 Zoll Diagonale getestet wurde. Wer sich auf die Auvisio einlässt, sollte sich demnach vorher Gedanken machen, wie er diese positioniert. Dafür bekommt man dann aber auch das komplett andere Design.

Technik braucht Platz und davon bietet die Soundbar reichlich. Entfernt man das aufgesteckte Schutzgitter, verteilen sich ganze 15 Lautsprecher inklusive integrierten Subwoofern über die gesamte Front und bringen 125 Watt RMS Leistung. Optisch ist das Gerät an der Front in wunderschönem Klavierlack gehalten, während gerade die Boxen mit goldenen Membranen einiges hermachen. So schön angeordnet findet man keine zweite Soundbar.

Dazu kommt ein übersichtliches Bedienfeld mit allerdings grell leuchtender, blauer LED-Anzeige, die leider nicht dimmbar ist. Das Gehäuse an sich ist aus schlichtem, schwarzen Holz, an den Seiten unterbrochen von den Bassreflexöffnungen.

Auch an Anschlussmöglichkeiten wird einiges geboten. Die Soundbar bietet drei HDMI 1.4 Anschlüsse, davon 2 Eingänge und einen Ausgang, zwei Audio-Cinch-Buchsen für Stereo-Signale, zwei Subwoofer-Ausgänge für externe Subwoofer, einen digitalen 6-Kanal- Eingang für 5.1-Soundquellen, einen USB-Eingang und zwei Mikrofon-Eingänge für Karaoke. Obendrein ist Bluetooth 4.0 mit an Bord. Somit steht dem Käufer also der fast vollständige Zugang zu Sound zur Verfügung. Einzig ein optischer Eingang fehlt.

Zum umfangreichen Lieferumfang gehören deswegen auch ein HDMI-Kabel, zwei verschiedene Cinch-Kabel, Haken inklusive Dübel und Schrauben für die Wandmontage, die kleine und übersichtliche Fernbedienung, sowie eine lesbare und verständliche deutsche Anleitung.

Pearl gibt die Auvisio 6-Kanal-3D-Soundbar als 3D-Soundbar mit 5.1 Sound an. Hierbei handelt es sich um virtuellen Surround-Sound. Mit komplizierten mathematischen Algorithmen wird der Sound vor dem Hörer ausgebreitet und sorgt so für das Gefühl von Raumklang. Dieser kommt aber im Gegensatz zu einem echten 5.1 System nur vor dem Hörer an. Es ist also kein echter, sondern virtueller Raumklang.

Aber genau dafür sind Soundbars ja auch gemacht. Sie sollen möglichst realistischen Sound in Räume bringen, in denen ein komplettes Heimkinosystem eben keinen Platz findet und bei denen der Hörer dennoch Wert auf annäherndes Kino-Feeling, statt dünnen Klang aus schmalen TV-Boxen legt. Und das kann die Auvisio. Per Knopfdruck wählt man entweder 5.1 für Filme oder 2.1 für klassischen Stereo-Sound.

Wir starten mit Musik und lassen es richtig krachen. Three Days Gray Sänger Matt Walst hat eine sehr einprägsame Stimme, die über die Auvisio wunderbar zur Geltung kommt. Die rauen Nuancen im Unterton bei So What gibt die Soundbar wunderbar wieder, ebenso die Gitarren, einzig der Bass schwächelt selbst auf höchster Stufe. Da darf es gerne mehr sein.

Aber es geht noch härter. Das letzte Album Rulebreaker von Primal Fear verlangt dem Barren einiges ab. Der Speed-/Power-Metal mit etlichen harten und schnellen Riffs wird gut transportiert, allerdings meinen es die Hochtöner in den Spitzen bei höheren Pegeln dann ab und an etwas zu gut. Dennoch wird auch hier gerade die Stimme von Ralf Scheepers gut wiedergegeben.

Wer es weniger knackig mag, lässt eben einfach mal das aktuelle Johnossi Album Blood Jungle laufen. Gerade der Song Freeman ist durch das Keyboard so melodisch, dass er hier der Ohrwurm des Albums schlechthin ist. Bei diesem eingängigen Indie-Rock steht die MSX selbst teureren Soundbars in nichts nach. Momentan unser Album des Jahres, aber 2017 ist ja noch jung.

Musik kann die Auvisio, aber eine Soundbar – besonders mit virtuellem Raumklang – soll ja den TV-Sound ersetzen. Wir haben uns aufgrund des hervorragenden Soundtracks und zahlreicher Effekte X-Men Apocalypse vorgenommen. Per Knopfdruck auf der Fernbedienung wird aus Stereo nun virtueller 5.1 Raumklang und das Heimkinovergnügen kann starten.

John Ottman ist nach X-Men 2 und X-Men – Zukunft ist Vergangenheit erneut für die Musik zuständig. Und auch hier wird Klassik von Beethoven verwendet. Aber egal welcher Song im Hintergrund auch spielt, er bleibt im wohltuend dezent Hintergrund. Die Soundbar trennt sehr sauber Dialoge von Effekten und Musik. Wer dennoch Schwierigkeiten mit dem Verständnis haben sollte, kann die Dialoge auch bequem in der Lautstärke anheben.

Auch wenn die Soundbar nur virtuellen Raumklang bietet, so kommt dieser wunderbar zur Geltung. Gerade die finale Schlacht der X-Men gegen Apocalypse oder die Zerstörung der Akademie bieten zahleiche raumfüllende Effekte, die ein ums andere Mal verblüffen. Aber auch hier schwächelt der Bass. Die beiden Tieftöner schaffen es einfach nicht, ausreichend Tiefe in das Geschehen zu bringen. Dennoch übertrifft der Sound die TV-Boxen um ein Vielfaches.

Fazit:

Die Soundbar mit der kryptischen Bezeichnung „auvisio 6-Kanal-3D-Soundbar, 5.1-Surround-Sound, Bluetooth 4.0, HDMI, 250 Watt“ ist der etwas andere Soundbarren. Das liegt schon allein an ihrem ungewöhnlichen Äußeren und den gigantischen Ausmaßen. Hier bekommt man statt der klassischen Soundbars einen schon fast brutalen Eyecatcher, wenn man die Frontblende entfernt. Klavierlack und zahlreiche Boxen lassen dem ersten Blick auch gleich noch einige weitere folgen.

Warum sich allerdings das abends doch blendende blaue Display nicht dimmen lässt, bleibt ein Geheimnis des Herstellers. Wenn man es mit den Pegeln nicht maßlos übertreibt, bietet die Soundbar einen guten Klang, der es aber gelegentlich in den Höhen zu gut meint und deren Bass mehr Power vertragen könnte.

Technisch ist die Auvisio gut ausgestattet. Zahlreiche Möglichkeiten für Zuspieler bieten Flexibilität in der Anwendung. Der Raumklang übertrifft die Effekte von TV-Boxen um ein Vielfaches und auch bei Musik macht die Auvisio eine gute Figur. Für einen Preis von unter 300,-€ bekommt der Käufer auf alle Fälle etwas geboten.

 

Link zur Herstellerseite: auvisio 6-Kanal-3D-Soundbar, 5.1-Surround-Sound, Bluetooth 4.0, HDMI, 250 Watt

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