Hardwaretest: Auna Linie-500 – Überraschung erneut gelungen

Die Marke Auna hat uns im letzten Jahr mit einem mehr als nur soliden Stereo-Kopfhörer im unteren Preissegment schon einmal begeistert. Es hätte uns also nicht wirklich wundern dürfen, dass die Auna Linie-500 trotz des so moderaten Preises ebenfalls mit ungeahnter Qualität überzeugen kann. Wir sind selbst nach stundenlangem Hören und Testen erneut von einem guten und ausgewogenen Klang überrascht, obwohl das Set die Haushaltskasse mit weniger als 180,- Euro belastet.

Bestückt ist jeder der 140-Watt Lautsprecher mit einem 2,5 Zentimeter Hochtöner, zwei 7,6 Zentimeter Mitteltönern und einem seitlich angebrachten 16,5 Zentimeter Tieftöner bei nach hinten ausgerichteter, großer Bassreflexöffnung. Hier muss auf die korrekte Aufstellung geachtet werden, damit die Bässe auch seitlich in den Raum klingen können und nicht wirkungslos am Phonoregal zerschellen. Die Verarbeitung ist für ein Set dieser Preiskategorie erstaunlich gut. Auf der Rückseite ist zwar die eine oder andere minimale Furnierkante am Gehäuse zu entdecken, diese beeinflussen aber weder Optik noch Klang. Die Spaltmaße sind durch die Bank weg stimmig. Angeschlossen werden die Boxen mit tief eingelassenen hochwertigen Schraubverschlüssen statt simpler Klemmen, auch das ist für den Preis nicht selbstverständlich.

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Optisch machen die Boxen einiges her. Nun mag das Walnussdesign nicht jedermanns Geschmack treffen, daher sind die Auna Linie-500 auch in Schwarz oder Weiß lieferbar. Die Mittel- und der Hochtöner sind ohne das Schutzgitter sehr schön anzusehen, dafür sorgen die Einfassungen aus Aluminium und die ordentliche Verschraubung. Mit 93 x 15 x 32 Zentimetern bei einem Gewicht von 15 Kilogramm sind die Boxen ein ansehnlicher Blickfang. Einzig der Standfuss erschien uns aufgrund der geringen Grundfläche etwas wacklig, beim Aufstellen und Anschließen sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen. Stehen die Boxen aber erst einmal, fällt das nicht mehr ins Gewicht.

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Design ist wichtig, aber bei einem Boxensystem mit Sicherheit nicht das erste Kaufargument. Entscheidend ist, was an Akustik beim Hörer ankommt. Und hier haben uns die Auna – wie oben bereits erwähnt – überrascht und überzeugt. Im Bereich der Musik ist der Song Birth vom 30 Seconds to Mars Album Love Lust Faith + Dreams der Test, wenn es um Bässe geht. Und diesen Test bestehen die Tieftöner problemlos. Der Bass kommt kräftig und voluminös aus den Boxen, ohne zu dröhnen.

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Auch bei eher ungewöhnlichen Bands wie Russkaja, die neben den klassischen E-Gitarren auch mit Bläsern und Violine auftreten, zeigen die Auna keine Schwäche. Jedes der Instrumente ist klar zu orten, selbst die zurückhaltende Violine klingt deutlich. Bei Blue October nimmt uns die Stimme vom Leadsänger Justin Furstenfeld jedes Mal aufs Neue gefangen und auch hier überzeugen die Boxen auf ganzer Linie. Bei deftigem Metal von Iced Earth klingen die E-Gitarren in den Höhen manchmal ein wenig zu heftig, aber dies ließ sich am zum Test verwendeten Yamaha RX-A1040 mit der Regulierung der Höhen unkompliziert anpassen. Beim Frei.Wild Live Album Auf Stiller Fahrt verlieren die Streicher jedoch beim Song Eines Tages etwas von ihrer Feinfühligkeit.

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Und dennoch, im Bereich der Musik überzeugen die Auna. Gleiches gilt für Filme, auch wenn hier ein 5.1 System für die zahlreichen Effekte natürlich die bessere Wahl ist, aber das Stereo-System lässt sich ja später noch aufrüsten. Dennoch bringen die Boxen auch bei Blu-ray-Action wie Guardians of the Galaxy gute Stereo-Effekte an den Hörer. Explosionen werden dynamisch transportiert, obendrein sind Dialoge klar, ohne von Nebengeräuschen überlagert zu werden. Aber auch im Bereich der Videospiele sind die Auna mehr als nur eine preiswerte Alternative.

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Auf der Playstation 4 werden wir bei DriveClub mit kernigem Motorensound überrascht. Selbst unbeabsichtigte Ausflüge aufs Grün oder in Begrenzungen klingen glaubhaft und natürlich und sorgen für einen kurzen Adrenalinschub beim Spielen. Auf der Wii U sind gewaltige Klänge eher die Ausnahme, doch selbst entspannte Grübeleien wie Captain Toad Treasure Tracker werden musikalisch gut in Szene gesetzt. Hier das Pling beim Einsammeln einer Münze, dort das Plopp beim beherzten Sprung auf den Kopf eines Shy-Guys. Die Auna-500 sind auch für Videospieler eine lohnenswerte Überlegung.

Fazit:

Selbstverständlich darf man von einem Boxensystem in dieser Preiskategorie keine Wunderdinge erwarten, aber das was die Auna-500 abliefern, ist mehr als aller Ehren wert. Wer Kosten und Leistung vernünftig gegeneinander abwägt und realistisch gegenüberstellt, wird von dem kleinen System mehr als nur angetan sein.

Die Boxen genügen den allermeisten Alltagsanforderungen mehr als genug und selbst ein entspannter Video-Abend, ein spannendes Game vor der Konsole oder ausgiebige Musik-Sessions sind mit den Auna-500 gut zu genießen. Der Sound überzeugt mit viel klanglicher Ausgewogenheit, das Design ist mehr als nur ansprechend. Man erhält hier für wenig Geld viel Gegenwert. Und wer ein wenig oben drauf packt, stellt sich mit der optionalen Auna-300-Linie noch ein preiswertes 5.1 System zusammen.

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Link zur Herstellerseite: Auna Linie-500

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