Hardwaretest: AOC g2460Pqu – schneller Gaming-Monitor nicht nur für den PC

Wo steht eigentlich geschrieben, dass die Videospielkonsole immer nur an den Flachbild-TV angeschlossen werden muss? Wie oft gibt es zwischenmenschliche Unstimmigkeiten, weil der eine jetzt unbedingt fernsehen möchte und der andere doch noch diesen einen Level zu Ende bringen will oder ausgerechnet jetzt den Endgegner genau da hat, wo er ihn schon immer haben wollte?

Und anschließend ewig diese leidigen Diskussionen über einen spieletauglichen Zweitfernseher, für den eigentlich gar kein Platz mehr in der Wohnung vorhanden ist. Die Lösung zur Beibehaltung des häuslichen Friedens ist demnach ein schneller Gaming-Monitor mit HDMI-Anschluss.

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AOC präsentiert mit dem g2460Pqu genau einen solchen Monitor, der nach eigener Werbeaussage „das Herz eines jeden Gamers höher schlagen lässt“. Wir haben an diesem Bildschirm die neue Playstation 4 sowie den Vorgänger PS3, die Wii U und das NeoGeo X getestet, denn alle sind mit HDMI-Anschluss ausgestattet. Nach dem Auspacken gestaltet sich der Aufbau einfach. Am Monitor wird der Standfuss mit vorhandener Flügelmutter befestigt, weiteres Werkzeug ist nicht nötig. Die Höhenverstellung nach dem Aufbau beträgt knappe 13 Zentimeter, der Neigungswinkel beläuft sich von -5 bis 20 Grad und der Drehwinkel beträgt volle 360 Grad.

In erster Linie zielt der Monitor mit der kryptischen Bezeichnung auf die Fraktion der PC-Gamer ab. Die Anschlussmöglichkeiten sind damit reichhaltig. Der g2460Pqu bietet alle benötigten Schnittstellen wie VGA, DVI, DisplayPort und HDMI sowie 4 USB-Anschlüsse, von denen zwei sogar als Schnellladeports dienen. So kann man nebenbei noch das Handy oder andere Geräte aufladen.

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Alle notwendigen Kabel für den sofortigen Anschluss an die Grafikkarte des Rechnenknechts werden mitgeliefert, jedoch liegt kein HDMI-Kabel bei. Dies ist aber zu vernachlässigen, da die aktuellen Konsolen mit einem solchen ausgeliefert werden. Das Design selbst ist klassisch klar strukturiert. Der schmale Rahmen hat durchgängig exakte Spaltmaße, der Look der Frontblende in gebürstetem Aluminium verleiht dem Monitor eine edlere Optik. Da der AOC über ein internes Netzteil verfügt, nimmt der Belüftungsschlitz die gesamte Breite des Bildschirms ein. Dieser ist jedoch nur in der Draufsicht zu erkennen. Sinnvolles Extra ist eine zusätzlich anzubringende Kabelführung, um den guten optischen Eindruck nicht durch lose herunterhängende Kabel zu zerstören.

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Weniger gut gelungen sind allerdings die Icons für das OSD-Menü. Eingeprägte schwarze Symbole auf schwarzem Grund sind einfach schwerer zu erkennen als das aufgesetzte, silberne AOC-Logo. Somit gestaltet sich zumindest die Ersteinrichtung und die Einstellung des Bildschirms an die eigenen Bedürfnisse selbst bei guten Lichtverhältnissen eher schwierig. Bei unzureichender Beleuchtung verkommt die Bildschirmjustierung zumindest anfangs in Unkenntnis der jeweiligen Knopfbelegung zum Try-and-Error, wo sich denn nun welche Funktion verbirgt. Dies ist jedoch noch zu verschmerzen, da man sicherlich nicht regelmäßig seine einmal gemachten Einstellungen verändern wird.

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Alle Buttons für die Eingangsquelle, die Lautstärkeregelung, das On-Screen-Display sowie der Power-Button sind an der Unterseite des Monitors angebracht. Der Druckpunkt ist gut, die Einstellungen lassen sich somit punktgenau vornehmen. Und davon gibt es reichlich. Das OSD besteht aus sechs Menüpunkten, unter denen der Monitor angepasst werden kann. Unter Luminanz werden Helligkeit, Kontrast und Reaktionszeiten geregelt,  das Bild-Setup regelt die Position, Takt, Fokus und Schärfe. Im Menü Farbtemperatur passt man sämtliche Farben manuell an oder wählt aus einem vorgegebenen Setup. Die Bildverstärkung bietet noch einmal Möglichkeiten zur Helligkeitsregulierung und Position, während unter OSD-Konfiguration und Weitere Funktionen grundlegende Einstellungen wie Menüsprache oder Bildverhältnis vorgenommen werden können. Es gibt also reichlich Möglichkeiten, um den AOC g2460Pqu seinen Bedürfnissen entsprechend anzupassen.

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Ein Problem moderner Bildschirme sind dem Design geschuldete und der Bauweise angepasste flache Boxen. Es gibt also so gut wie keinen Resonanzkörper, der Sound stellt sich dementsprechend dünn dar. Der AOC g2460Pqu stellt leider keine Ausnahme dar. Es kommt kaum Bass beim Hörer an, Mitten und Höhen klingen stellenweise kraftlos. Abhilfe schafft hier aber ein PC-Boxensystem mit entsprechendem Subwoofer oder ein Gaming taugliches Headset von Turtle Beach oder einem anderen Anbieter.

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Ein großes Ärgernis sind Displays, die in den spielentscheidenden Situationen spiegeln oder blenden. Das matte Panel des g2460Pqu überzeugt jedoch. Egal ob bei direktem Lichteinfall von hinten oder von der Seite, auffällige Reflektionen gibt es auch in sonnendurchfluteten Räumen nicht. Ebenso störend wie diese sind aber auch helle Lichthöfe, d.h. das Bild wird an einigen Stellen stärker ausgeleuchtet als an anderen. Diese sind zwar vorhanden, aber im Betrieb beim bloßem Betrachten nicht feststellbar. Lediglich bei sehr dunklen Bildern erkennt man bei genauerem Hinsehen eine leicht hellere Darstellung zum Rand hin.

Das Bild bietet in der Frontalansicht gute Kontraste und Farben, auch wenn diese erst mit einigen Einstellungen kräftig dargestellt werden. In den Werkseinstellungen wirken alle Farben viel zu blass. Gelegentlich sitzt man jedoch zu zweit vor dem Monitor. Aufgrund der im Gegensatz zu einem TV geringeren Bildschirmgröße von 24″ ist daher der Betrachtungswinkel ein wichtiger Aspekt. Und hier beginnt der AOC g2460Pqu leider zu schwächeln. Schon ab einem seitlichen Betrachtungswinkel von etwa 30 Grad nimmt der Kontrast ab und das Bild bekommt einen Grauschleier. Bei einem Blickwinkel von unten wird das Bild dunkel, bei der Ansicht von oben wirkt das Bild milchig. Für unseren Test ebenfalls nicht unwichtig war die Änderung des Seitenverhältnisses, denn das NeoGeo X kommt als Remake des NeoGeo AES noch im 4:3 Format daher. Aber auch diese Disziplin beherrscht der Bildschirm, es stehen von 16:9 bis runter zu 4:3 verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

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Der AOC g2460Pqu ist als Gaming-Monitor ausgeschrieben, also sind schnelle Reaktionszeiten ein weiteres wichtiges Kriterium. Dafür bietet das Menü den Punkt OverDrive. Dieser regelt die Reaktionszeiten in fünf Stufen von aus bis stark. Der Monitor stellt bei Spielen an den verschiedenen Konsolen ein durchgängig gutes Bild in allen Helligkeitsbereichen dar. Es gibt keine Nachziehbilder, Ghosting oder Artefakte. Alles läuft flüssig und ohne jegliches Ruckeln über den Bildschirm. Und genau darauf kommt es bei einem Gaming-Monitor in dieser Preisklasse an.

Fazit:

Nicht jeder hat den Platz für einen Zweitfernseher, um ausgiebig zocken zu können. Der PC ist meist ohnehin vorhanden, warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und sich einen Gaming-Monitor anschaffen, der auch Playstation, Wii U und Xbox One tauglich ist?

Wenn man mit einigen Einschränkungen wie der werksseitig blassen Farbwiedergabe vor der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse, dem etwas geringen Betrachtungswinkel und dem bauartbedingt schwachen Sound leben kann, macht der AOC g2460Pqu genau das, was er soll. Er ist ein schneller Gaming-Monitor, der Spiele fehlerfrei darstellt. Von daher ist der Monitor mit Sicherheit eine echte Alternative zum teureren TV.

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Link zur Herstellerseite: AOC g2460Pqu >>>

weitere Hardwaretests:

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2 Gedanken zu „Hardwaretest: AOC g2460Pqu – schneller Gaming-Monitor nicht nur für den PC“

  1. Na dein Consolen-Fuhrpark kann sich ja sehen lassen, da bin ich bisschen neidisch. Auf jeden Fall eine gute Rezension, danke 🙂 Ich hab nur noch nie von der Marke AOC gehört, weißt du wer dahinter steckt bzw. wo die produziert wird?
    Liebe Grüße
    Raul

  2. Hallo Raul,

    danke für das Kompliment zum Test 🙂
    AOC ist eine im Monitor-Bereich bekannte Marke (www.aoc-europe.com), zumindest wenn man aus der IT kommt 😉
    Wo die allerdings produzieren (lassen), entzieht sich meiner Kenntnis. Ich erkundige mich aber gern, wenn da deinerseits Bedarf besteht.

    Die Nachteile einer solchen Sammlung habe ich heute wieder erkannt. Wenn du nämlich aufgrund von Dachschrägen nach einem passenden Regalsystem suchst, endlich fündig wirst und dann feststellst, dass du allein nur für die Aufbewahrung eines Bruchteils deiner Spiele bereits vierstellig investieren musst und dabei noch nicht eine Konsole, ein Joypad oder ein Stück Merchandising sauber in einem Regal untergebracht hast 🙁

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