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Hardwaretest: dLAN LiveCam Starter Kit – Big Brother is watching you

LiveCam_teaser_220x140Wer bei der Überschrift zuerst an eine unsagbar dümmliche Fernsehsendung denkt, sollte bitte direkt weiterklicken. Denn obiges Zitat entstammt dem Roman 1984 von George Orwell und beschreibt die totalitäre Überwachung aller Bürger durch den fiktiven Staat Ozeanien. Nun ist die damalige Fiktion nicht mehr so weit hergeholt, denn heutzutage lässt sich Ozeanien durch Großbritannien ersetzen. Kein anderer Staat der Welt setzt derzeit mehr Überwachungskameras im Verhältnis zur Einwohnerzahl ein.

LiveCam_packshot

Nun dient die devolo LiveCam ganz sicher nicht der Überwachung der Nachbarschaft, denn dies ist verboten, wohl aber der des eigenen Heims. In Zeiten, in denen der Sicherheitsgedanke leider immer mehr in den Vordergrund getreten ist, macht sich auch der Normalverbraucher Gedanken um die Sicherheit der eigenen vier Wände. Bei den meisten scheitert jedoch die Idee bereits an den Finanzen, denn Sicherheitstechnik kostet Geld. Sind klassische Alarmanlagen noch bezahlbar, kommen bei einer halbwegs vernünftigen Videoüberwachung noch einmal Kosten hinzu, die schnell in den vierstelligen Bereich gehen können. Dazu kommt komplexe Technik, deren Bedienung sich nicht immer sofort erschließt.

Dass es auch preiswerter und vor allem viel einfacher geht, zeigt devolo mit dem dLAN LiveCam Starter Kit. Einen Namen hat sich das Unternehmen devolo bereits mit der dLAN-Technologie (direct Local Area Network) gemacht, die Netzwerktechnik über das hausinterne Stromnetz ermöglicht. Noch einen Schritt weiter geht das LiveCam System, welches die Stromleitung  zur Bildübertragung nutzt. Das Set beinhaltet den AVduo-Adapter, die LiveCam und zwei Netzwerkkabel, mehr wird nicht benötigt, um innerhalb von wenigen Minuten sein Heim von jedem Ort der Welt jederzeit im Blick zu haben. Die Installation ist unglaublich simpel und tatsächlich innerhalb weniger Minuten erledigt: Adapter in die Steckdose, Netzwerkkabel mit dem Router verbinden, Cam aufstellen, Kabel in die Steckdose, App auf dem Handy und/oder Tablet installieren, Serien-Nummer der Cam eingeben, Fertig.

LiveCam_app

Die App selbst – dLAN-Cockpit genannt – ist einfach gehalten und somit intuitiv zu bedienen. Zu den Konfigurationsmöglichkeiten gehört die Änderung der Auflösung und der Bildqualität, um die Übertragungsrate zu erhöhen, sowie die Drehung des Bildes in 90 Grad Schritten. Weiterhin kann man die Belichtungsoptionen ändern. Hier wird eingestellt, ob die Kamera im Innen- oder Außenbereich eingesetzt wird und ob Infrarotlicht für Nachtsicht eingesetzt wird. Selbstverständlich lassen sich Kameraname und Passwort ändern, um hier beim Einsatz mehrerer Cams die Übersicht über seine Geräte zu behalten. Unterstützt wird dies durch eine Fotofunktion, die jeder Kamera ein Vorschaubild zuordnet, damit auch beim Einsatz mehrerer Geräte sofort eine optische Unterscheidung möglich ist. Ist die Kamera im Einsatz, lässt sich bei Bedarf jederzeit ein Snapshot erstellen, den man an eine Mail-Adresse senden kann. Die Passworte lassen sich zudem per Knopfdruck verschlüsseln.

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Wichtig ist die korrekte Aufstellung der Kamera. Will man möglichst viel Raum überwachen, sollte die Cam an der Decke montiert werden. Die Kamera verfügt dazu zwar über entsprechende Ösen, eine kleine Bohrschablone Ikea-like sucht man aber in der digitalen Anleitung auf der CD oder in der gedruckten bebilderten Anleitung vergebens. Die Anbringung an Decke oder außerhalb des Sichtfeldes ist auch insoweit sinnvoll, als dass die Cam mit ihren Abmaßen von 9 x 9 x 11 Zentimetern nicht gerade unauffällig ist. Nach der Montage wird der Kamerakopf manuell justiert und das Bild in der App im entsprechenden Winkel gedreht. An der Linse lässt sich ebenfalls manuell noch die Schärfe justieren.

Das Weitwinkelobjektiv der Kamera liefert in der maximalen Auflösung von 640 x 480 Pixeln über das WLAN ca. 20 Bilder pro Sekunde, über das Internet sind es je nach Empfangsqualität jedoch deutlich weniger. Die Nachtsicht per Infrarot ist ebenfalls gut. Das System vermittelt somit einfach ein gutes Gefühl, mit wenig Aufwand endlich auch bei Abwesenheit einen Blick nach Hause werfen zu können. Dabei muss die Kamera nicht einmal nur der Raumüberwachung zum Schutz vor ungebetenen Gästen dienen, denn durch die flexible Aufstellung hat man noch viel mehr Möglichkeiten, als mit einem herkömmlichen und statischen System. So kann man seine Gartenlaube während der Wintermonate im Auge behalten, ohne regelmäßig dort vorbei fahren zu müssen oder man kontrolliert während des Urlaubs die Heizungs- oder Lüftungsanlage im Keller. Stecker ziehen, Kamera umstellen und fertig ist der neue Einsatzzweck. Voraussetzung war bisher ein Smartphone oder Tablet mit Android oder Apple-System, seit Juni 2013 gibt es die Software nun ebenfalls für PC mit Windows und Ubuntu-Linux.

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Fazit:

Endlich mehr gefühlte Sicherheit! Wer das System allerdings einsetzen möchte, um seine Beiträge zur Hausratversicherung zu senken, weil er ja jetzt schließlich eine Überwachungsanlage besitzt, wird enttäuscht. Denn Versicherungen akzeptieren noch immer nur kabelgebundene Alarmanlagen, die man dort überprüft und abgenommen hat. Für mich ist die LiveCam aber die perfekte Ergänzung zu meiner bestehenden, kabelgebundenen Anlage, auch um zwischendurch mal schauen zu können, ob mein Nachwuchs wie versprochen die Hausarbeiten erledigt oder doch an der Wii U zockt.

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Link zur Herstellerseite: devolo LiveCam Starter Kit >>>

 

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Comments ( 3 )

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  1. W. W. 08/11/2016 Reply

    Um verwertbare Bilder für die Verfolgung von Straftaten (Einbruch) aufzu zeichnen sollte man die Kamera etwa auf Gesichtshöhe montieren. Je steiler der Blickwinkel desto kleiner der Wiedererkennungsfaktor. Aber für einen solchen ist die Auflösung dieser Kamera eher ungeeignet. 640X480 Pixel ist für mich kein Bild sondern ein Mosaik. Und dafür fast 100 €: Das haut dem Fass die Krone mitten ins Gesicht!

    • Team-konsolenfan Team-konsolenfan 08/11/2016 Reply

      Hallo W.W.,
      da mochtest du Recht haben, als der Test im März 2013 aktuell war. Jetzt – über 3 1/2 Jahre später – über Technik von gestern zu quengeln, ist nicht fair und nicht richtig … oder ist dein fast 4 Jahre altes Handy bzw. dessen Kamera auf einem aktuellen heutigen Stand? Sicher nicht!
      Also Kritik doch bitte immer in Relation zum Produkt und dem Zeitpunkt des Tests setzen, dann passt das 😉

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