devolo Lesertest 2017 – Das Ergebnis zum dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit

Leben ohne Internet ist möglich – wenn man als Einsiedler auf einer fernen Insel lebt und sich von dem ernährt, was die Natur zur Verfügung stellt. In einer modernen Gesellschaft wie der unseren wird man schon bemitleidet, wenn das Datenvolumen am Handy vorzeitig verbraucht ist. Oder wenn das heimische WLAN nicht dahin reicht, wo man es am dringendsten benötigt.

Damit letzteres nicht mehr der Fall ist, stellte devolo für einen Lesertest das dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit zur Verfügung. Wir hatten dabei das große Glück, mit Christian Ackermann einen Tester zu finden, der sich mitten im Umzug befindet und einen so detaillierten Beitrag zum dLAN-Set abgeliefert hat, dass wir diesen hier unverändert und vollständig veröffentlichen.

Viel Spaß beim Lesen!

Netzwerk aus der Dose, bzw. Stromdose? Kann das wirklich funktionieren, bzw. zieht das nicht andere Probleme nach sich? Funktionieren meine Elektrogeräte weiterhin so wie bisher? Bricht das Netzwerk zusammen wenn ich im Backofen und zeitgleich auf dem Herd etwas zubereite? Ist das wirklich eine stabile und vor allem auch praxistaugliche Lösung oder ist es mehr eine „Notlösung“, wenn es wirklich nicht anders geht? So in etwa bin ich an dieses Thema herangegangen und ich kann vorwegsagen, es ist wirklich eine einfache und gute funktionierende Alternative zum WLAN, aber es kommt auf die Gegebenheiten/Anforderungen an!

Nun aber zu meiner Vorgeschichte, bzw. meinen baulichen Gegebenheiten. Bis vor kurzem waren wir noch Mieter einer Neubauwohnung in welcher wirklich an alles gedacht wurde, vor allem an die vernetzte Gesellschaft (was für ein massives Wort!). Wir hatten das große Glück, dass wir in jedem Zimmer, ausgenommen der Küche, eine Netzwerkdose hatten und somit nur für die Nutzung unserer Tablets und Smartphones auf WLAN zurückgreifen mussten. In unserem neuen Mietshaus ist es leider nicht mehr so komfortabel und obwohl wir vom Vermieter das ausdrückliche „GO“ erhalten haben, bin ich wenig daran interessiert ein Loch vom Erdgeschoss in das erste Obergeschoss zu bohren, nur dass ich dort eine Netzwerkdose installieren kann. Hierdurch hätten wir zwar das Problem gelöst, dass mein Arbeits-PC und unserer NAS an eine stabile Netzwerkverbindung angeschlossen wären, doch was ist mit dem Wohnzimmer? Wir sehen kein „normales“ Fernsehen mehr, sondern sind zu 100% auf VideoOnDemand – Angebote wie Netflix, Amazon Video, iTunes und die ZDF/ARD-Mediathek umgestiegen. Somit musste nun eine andere Lösung her. WLAN schied aus, da ich bisher nur schlechte Erfahrungen damit gemacht habe und dass, obwohl wir ausschließlich den AC – Standard benutzt haben. Somit blieb nur noch DLAN als Alternative und sind wir mal ehrlich, dass Versprechen ganz einfach und ohne viel Aufwand an ein stabiles Netzwerk zu gelangen, völlig egal wo im Haus, klingt doch sehr verlockend. Nachdem ich nun mehrere Testberichte und Bewertungen auf den einschlägigen Plattformen durchgelesen hatte, fiel die Wahl auf den „Klassenprimus“ Devolo. In erster Linie ist dieser schon seit Jahren am Markt etabliert und gehörte zu den Ersten oder war sogar der Erste auf diesem Gebiet und zum anderen sind die Bewertungen durchweg positiv (bei manchen negative Rezensionen sollte man den Fehler nicht unbedingt beim Produkt suchen! 😉 ). Nun aber genug geschwafelt und Butter bei die Fische.

Für meinen Test habe ich insgesamt drei Geräte aus dem Hause Devolo herangezogen: zum einen den „Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit“ und zusätzlich noch ein separates Einzelmodul „devolo dLAN 1200+ Powerline“. Im Anschluss daran habe ich mir zwei Testszenarien ausgedacht, welche für mich alle wichtigen Kriterien abdecken sollten. Zum einen ist ein stabiler und schneller Ping absolut maßgeblich, da ich ein leidenschaftlicher Online-Shooter Spieler bin und diesen nicht schon bei mir zu Hause aufgrund eines schlechten Netzwerks in die Höhe treiben will. Auf der anderen Seite ist der Datendurchsatz relativ wichtig, da ich öfters mal ein geschnittenes Video oder das Backup einer virtuellen Maschine auf unser NAS kopiere und zu guter Letzt die Performance. Mir oder besser gesagt, uns ist wichtig, dass das Netzwerk auch stabil läuft, wenn mehrere Leute zeitgleich Daten darüber beziehen. Sei es einen Film schauen, Fotos oder Videos kopieren oder einfach nur beim daddeln.

Da wir im Moment noch immer in unserer alten Wohnung wohnen, habe ich die wunderbare Möglichkeit DLAN und LAN direkt miteinander vergleichen zu können, einfach Netzwerkkabel aus der LAN-Dose raus und rein ins DLAN – Modul. Besser geht es wohl kaum!

Folgende Arbeitspakete kommen nun auf mich zu:

  1. Natürlich die Installation und Einrichtung der DLAN Geräte.
  2. Einen Ping-Test an unser NAS, Router und über Wie-Ist-Meine-IP.de. (Ping-Test)
  3. Mehrfaches Kopieren einer mindestens 5 GB großen Dateien auf unser NAS. (Test der Datenrate)

Installation der DLAN Geräte

Hier gibt es wenig überraschendes, das Versprechen der einfachen Installation kann ich nur bestätigen. Einfach das kleiner der Geräte aus dem Starter Kit (das hat nämlich kein WLAN) in eine freie Steckdose stecken und dann mit Hilfe eines RJ45 – Kabels mit dem Router verbinden. Im Anschluss sucht man sich eine Steckdose an welcher das „DLAN“ wieder herauskommen soll und dort bringt man das größere Gerät (das mit WLAN) an.

TIPP: WLAN-Passwort zuvor auf der Rückseite des Geräts notieren, andernfalls müsst ihr es, so wie ich auch, wieder abziehen o. ihr haltet einen Spiegel dahinter. 😉

Als letzten Schritt drückt man nur noch den Verschlüsselungsknopf auf allen DLAN-Geräten im Netzwerk und kurze Zeit später ist das Netz verschlüsselt. Das war’s! Verbindung steht!

Die nachfolgenden Tests habe ich alle insgesamt drei Mal pro Test wiederholt und dabei versucht den Mittelwert zu finden. Zweimal in der alten, modernen Wohnung und dann im Anschluss nochmals in unserer neuen, baulich älteren Bleibe. Hierdurch konnte ich alle gewonnen Daten sehr gut miteinander vergleichen und Kriterien wie schlechte Leitungen oder Verkabelungen besser ausgrenzen.

Aufbau der Teststellung

in der alten Wohnung (das modernere Haus):

Das NAS war grundsätzlich am Asus Router angeschlossen, außer beim WLAN – Test des Devolo Empfängers. An dieser Stelle wollte ich einfach alle anderen Störeinflüsse beseitigen, um ausschließlich das Devolo-System zu testen und nichts anderes. Je nach Test habe ich dann meinen Asus Router und die FritzBox mit den Devolo-Geräten oder respektive dem vorhandenen LAN-Anschluss der Wohnung verbunden.

im neuen Haus (das ältere Gebäude):

Hier ging es mir im Großen und Ganzen darum, dass ich teste wie sich die Devolo-Geräte schlagen, wenn sie ein Stockwerk oder mehr überbrücken müssen. Hierfür habe ich das NAS im Wohnzimmer und das Notebook im Arbeitszimmer (1. Stock) aufgestellt und im Anschluss den gleichen Aufbau nochmals in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt. Um die maximale Reichweite des Systems festzustellen, habe ich das NAS im Wohnzimmer belassen und bin mit dem Notebook ins Dachgeschoss gegangen. Dies ist in unserem Haus die größte zu überbrückende Strecke vom Router bis hin zum Endgerät.

Ping-Test durchführen

Nach erfolgreicher „Installation“ der DLAN-Geräte geht es mit Punkt 2 meiner Agenda weiter, dem Test der Ping-Zeiten. Dieser Test ist/war und sollte das ausschlaggebende Kriterium für mich sein.

Schritt 1: Per LAN-Kabel in der alten Wohnung

Hier zeigt sich deutlich der Vorteil gegenüber einer richtigen Netzwerkverkabelung. Die Antwortzeiten liegen alle so im Bereich von 1 Millisekunde solange mein Laptop per Kabel direkt am Switch hängt. Wechselt man mit dem Laptop in den WLAN-Modus zeigen sich schon erste Veränderungen, jedoch abhängig von der Entfernung zum Access Point. Unmittelbar davor, bzw. in kurzer Distanz ohne etwas dazwischen sind es 2 Millisekunden, doch sobald man den Raum wechselt wird es schon deutlich schlechter und es wird ein Durchschnittswert von 6-9 Millisekunden erreicht. Das ist aber Meckern auf wirklich hohem Niveau.

Schritt 2: Mit Devolo in der alten Wohnung

Hier wurde ich doch deutlich überrascht! Ich hatte mir im Vorfeld schon einige Tests durchgelesen und bin somit recht pessimistisch an die ganze Sache herangegangen. Doch zu meiner absoluten Verwunderung erreicht ich in meinen Tests eine durchschnittliche Antwortzeit von 4 Millisekunden, was nur unwesentlich langsamer als mit LAN ist. :O Beim WLAN – Test konnte ich ebenso super Werte erzielen, wobei es hier eine leichte Korrektur nach unten gab (6 Millisekunden). Dieser Test lässt sich aber auch nur schwer vergleichen, da ich beim WLAN – Test zuvor unseren Asus WLAN Router verwendet habe und jetzt den von Devolo integrierten und dieser ist leider hinter meinem Sideboard „versteckt“ und nicht freizugänglich wie der Asus. Somit ist dieser Wert vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

Schritt 3: Mit Devolo im neuen Haus

Bei diesem Test wurden alle kühnsten Erwartungen bei Weitem übertroffen. In meinem Test habe ich 134 Pakete verschickt, wobei der Mittelwert bei 1 Millisekunde lag und der Höchstwert bei 6 Millisekunden. Das ist auf Niveau eines LAN-Anschlusses und das trotz unterschiedlicher Stockwerke!

Ich vermute, dass mir hier meine alte Stromverkabelung im neuen Haus zu Gute kommt, da wohl DLAN im Allgemeinen etwas Schwierigkeiten mit den neuen Sicherungen / FI-Schutzschaltern hat. Wenn man dem Internet glauben darf.

Gleiches zeigt sich auch beim Ping – Test via WLAN, der Mittelwert liegt bei 5 Millisekunden und ist somit nur 4 Millisekunden „schlechter“ als mit Kabel. Diese Werte sind absoluter Wahnsinn und mehr als ausreichend für flüssiges und ruckelfreies (lag) online spielen!

Fazit: In Sachen Ping nehmen sich alle Systeme nicht sehr viel, wobei Devolo und die direkte LAN-Verbindung eindeutig die Nase vorn haben. Beim Test via „Wie-Ist-Meine-IP.de“ zeigt sich das gleiche Bild. LAN und Devolo sind gleichauf bei 24 Millisekunden und WLAN liegt mit 26 Millisekunden etwas dahinter. Diesen Test hat Devolo mit Bravur bestanden!!!

Test der Datenübertragung

Hier hatte ich dann schon die Erwartung, dass die Datenübertragung nicht unter 12 MB/s fallen darf, da dies einer 100Mbit-LAN-Verkabelung entspricht und somit lediglich 10% der versprochenen Leistung entspricht.

Schritt 1: Per LAN-Kabel in der alten Wohnung

Nun ja, hier hat wohl technisch bedingt jede andere Form der Netzwerkverbindung das Nachsehen. In meinem Test habe ich dreimal eine 9 GB große Datei auf unser NAS kopiert (genauer, 9.180.870 KB). Dies wurde mit durchschnittlich 103 MB/s und einer Dauer von 01:27 Minuten erledigt, was deutlich an die maximale Schreibgeschwindigkeit vom NAS heranreicht (101 MB/s). Kurzum: Außer Konkurrenz!

Beim WLAN sieht es hier leider schon etwas schlechter aus, aber auch nicht soo schlimm. Der Hersteller gibt bei meinem WLAN Repeater eine max. Übertragungsgeschwindigkeit von 1300 Mbps an. In meinem Test konnte ich eine Übertragungsrate von 31,5 MB/s erreichen, was nominell einem Drittel der versprochenen Leistung entspricht. Mein Übertragungstest dauerte somit durchschnittlich 04:44 Minuten. Diesen Wert finde ich durchaus akzeptabel.

Schritt 2: Mit Devolo in der alten Wohnung

Wie zuvor erwähnt ist dieser Test vielleicht etwas unfair, da aber Devolo selbst mit 1200 Mbit/s wirbt, müssen sie diesen Test über sich ergehen lassen. So schlimm wird es aber nicht ….

Aufgrund der sehr einfachen Installation (Stecker raus, Stecker wieder rein) habe ich es mir nicht nehmen lassen diesen Test in mehreren Räumen auszuprobieren. Hierbei zeigt sich relativ schnell, dass das DLAN – System sehr von der Verkabelung abhängig und von Steckdose zu Steckdose unterschiedlich ist. Man sollte also durchaus probieren. 😉

Meine Tests konnte ich in durchschnittlich 06:30 Minuten absolvieren, was einer Übertragungsrate von 23,3MB/s entspricht, lediglich in der Küche brach das Netzwerk stark ein. Woran das gelegen hat, konnte ich so genau nicht ausmachen. Selbst der Wechsel der Steckdose brachte keine spürbare Verbesserung, so dass eine Datenrate von 6,5 MB/s das Maximum war. Das reicht zwar immer noch für die 100%ig Auslastung unserer VDSL 50 – Leitung, aber zum Kopieren von größeren Dateien ist dies eher unpraktisch/ungeeignet. Kurzum: Surfen -> Ja, Dateitransfer -> eher nicht!

Beim WLAN hingegen konnte Devolo voll überzeugen und macht unserem 140€ Repeater harte Konkurrenz!!!! Der Transfer meiner Testdatei dauerte im Schnitt 06:13 Sekunden mit einer Geschwindigkeit von 24 MB/s. Häää, warum schneller als mit DLAN? Ganz einfach, das NAS war direkt am DLAN-Modul angeschlossen. 😉 Ich wollte einfach vermeiden, dass andere Störeinflüsse den WLAN-Test verfälschen, daher habe ich bei beiden Tests (ASUS und Devolo) das NAS immer direkt angeschlossen.

Schritt 3: Mit Devolo im neuen Haus

Wie auch schon beim vorherigen Ping-Test konnte Devolo hier vollends überzeugen und leistet sich wirklich keinerlei Schwäche.  Die angepriesenen 1200 Mbit/s sind zwar auch hier absolutes Wunschdenken, doch mit immerhin 12,5 MB/s über zwei Stockwerke (vom Wohnzimmer ins Dachgeschoss) und einem Ping von 2ms liegen wir absolut im grünen Bereich! Noch besser werden die Werte, wenn nur ein Stockwerk überbrückt werden muss. Hier schafft es das System auf ganze 27,5 MB/s und einem sagenhaften Ping von 1ms als Mittelwert. Befinden sich alle Komponenten im gleichen Stockwerk, konnte ich sogar 37 MB/s herausholen. Dies war dann aber auch das absolute Maximum und lies sich nicht weiter steigern, auch nicht, wenn Empfänger und Sender im gleichen Raum waren. Diese Werte sind allesamt gleichauf mit meinen WLAN-AC Geräten, bzw. besser, sobald man mehrere Stockwerke überbrücken muss. Der Ping war aber zu jeder Zeit außer Konkurrenz zu WLAN und dies ist auch der entscheidende Punkt für mich. Darüber hinaus ist die Installation auch wesentlich leichter als bei WLAN, denn die Suche nach dem optimalen Aufstellungsort entfällt und mehrere Geräte sind auch nicht erforderlich, um z.B.: vom Wohnzimmer ins Dachgeschoss zu gelangen.

Fazit:

Bei diesem Punkt voll und ganz objektiv zu bleiben, fällt mir leider nicht ganz leicht. Ich persönlich freue mich, dass ich DLAN eine Chance gegeben habe, obwohl ich äußerst skeptisch war. Man muss aber auf jeden Fall persönlich abwägen was einem wichtig ist, besser gesagt, man sollte sich schon im Vorfeld im Klaren sein was man damit erreichen/umsetzen möchte. Darüber hinaus sind auch die örtlichen Gegebenheiten ein entscheidender Faktor, wie das Alter der Elektroinstallation, Aufteilung der Stromkreise und somit die zurückgelegte Strecke, auch die zu verteilende Internetgeschwindigkeit sollte Beachtung finden. VDSL 100 oder 200 kann ggf. zu einem Problem werden, wenn die interne Verkabelung nicht mehr als 7 MB/s hergibt, wie es bei unserer alten Küche der Fall war. Zu unserem großen Glück ist die Leistung in der neuen, sowie auch schon in der alten mehr als ausreichend! Wir können problemlos Filme schauen, größere Datenmengen übertragen, Musik hören oder Online spielen und alles zur gleichen Zeit. Ein weiterer positiver Aspekt ist uns beim Umbau des Dachgeschosses aufgefallen. Leichter als mit DLAN bekommt man das Internet nicht in noch unerschlossene Räume. Es lässt sich wesentlich flexibler Umbauen als dies mit WLAN der Fall ist, da hier die Suche nach dem optimalen Standort für den Repeater/Media-Bridge entfällt. Einfach Stecker mitgenommen und an der Stelle wieder eingesteckt, wo man das Internet halt gerade braucht.

Beitrag + Fotos: Christian Ackermann

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